[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur nächsten Folge unserer Cannstatt Study Hour Spezial-Serie über die Bücher Esra und Nehemia.
[0:39] Wir wollen heute weiter studieren im Buch Esra, chronologisch fern zu fern, mit den historischen Hintergründen immer mit dabei, um zu sehen, was die Botschaft dieses Buches für unsere Zeit ist. Wir haben gesehen, wie es davon spricht, dass unter Kyrus im Jahre 535, 536, 535 ein Befehl erging, einige Jahre nach dem Fall Babylons 539 und etwa 42.000 Juden nach Jerusalem gingen, um den Tempel wieder aufzubauen. Im Frühjahr 534 begann die Grundsteinlegung, aber einige der Ältesten klagten über die zu kleine Größe des Tempels, entmutigten die Arbeiter, dann gab es Probleme mit den Samaritanern, die mehrfach sich gegen diesen Wiederaufbau einsetzten bei Kyrus, bei Kambyses und dann erfolgreich bei dem Betrüger Gaumata, der falsche Bardia, der für einige Monate den Bau am Tempel gestoppt hat. Und als dann Darius diesen Betrüger besiegte und als Darius der erste Großkönig von Medo-Persien wurde, gab es unter der prophetischen Führung von Haggai und Sacharja eine Erweckung im Volk. Man begann wieder am Tempel zu bauen und gleichzeitig, nach der Anfrage von Stadthalter Tatnai, sich bei Darius zu erkundigen, ob nicht das Edikt von Kyrus noch weiter gültig sei. Und so kam es dann zum zweiten großen Erlass unter Darius dem Ersten in seinem zweiten Jahr, als er den Erlass des Kyrus bestätigte und den Aufbau des Tempels, den Weiterbau er ausdrücklich erlaubte und noch finanziell unterstützen wollte unter Führung von Serubabel und Jeschua. Und unter der prophetischen Leitung von Haggai und Sacharja wurde dann im Frühjahr 515 der Tempel vollendet, knapp 20 Jahre, nachdem die ersten Juden wieder zurückgekommen waren, die ersten Israeliten aus der babylonischen Gefangenschaft und sie feierten dieses großartige Ereignis mit einem Passah.
[2:49] Bis dahin sind wir gekommen und wollen heute ab Esra 7, Vers 1 weiter studieren, den zweiten großen Block des Buches Esra, uns beginnen zu betrachten. Wir werden heute bis Kapitel 8, Vers 30 lesen und kommentieren. Und bevor wir das tun, wollen wir Gott beten, dass er mit seinem Heiligen Geist unsere Gedanken führt und uns die Tiefe seiner Botschaft offenbart. Lass uns gemeinsam beten.
[3:22] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für das Buch Esra und die Botschaft, die es enthält, auch für unsere Zeit. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Studium segnest, dass dein Wort seine Kraft entfalten kann, die du hineingelegt hast und dass wir erkennen, wie du die Geschichte in der Hand hältst und wie du dir wünschst, dass es in deinem Volk immer wieder Erweckung und Reformation gibt, dass das Werk, das begonnen worden ist, auch vollendet werden kann. Lass uns lernen von Esra und seiner Liebe zur Bibel und lass uns lernen aus diesen Versen überlesen werden und dass sie uns anwenden auf unser persönliches Leben. Lass uns werden wie Esra und wir danken dir von Herzen, dass du durch deinen Geist das in uns bewirken möchtest. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[4:07] Beginnen wir in Esra Kapitel 7 und dort Vers 1. Nach diesen Ereignissen geschah es unter der Regierung Artaxerxes.
[4:20] Nach diesen Ereignissen klingt relativ unscheinbar, bezeichnet aber eine längere Pause, eine geschichtliche Pause sozusagen im Buch Esra. Nachdem die Ereignisse der ersten Exkapitel innerhalb von ungefähr 20 Jahren stattfinden, sind jetzt mehrere Jahrzehnte lang übersprungen worden. Was passierte in jener Zeit, in dieser Pause mehr als 50 Jahre lang, die hier im Buch Esra nicht überhandelt werden? Es gab Probleme irgendwann im Persischen Reich. Die Griechen an der West, heutigen Westtürkei, der Küste, probten den Aufstand. 500 kam es zum Ionischen Aufstand. Das führte dann zum ersten kriegerischen Konflikt zwischen Persern und Griechen, den die Perser zunächst einmal bei der Seeschlacht bei Lade für sich entscheiden konnten und dabei den Blick auf Festland Griechenland richteten, dann mehrfach versuchten in Griechenland einzumarschieren. Das scheiterte 492 vor dem Berg Athos, 490 in der berühmten Schlacht von Marathon, in diesen sogenannten Perserkriegen. Dann starb 486 vor Christus Xerxes und, Verzeihung, Darius natürlich, und Xerxes wurde neuer König und führte noch einmal einen gigantischen Feldzug gegen Griechenland aus, der wahrscheinlich größte, den es bis dahin überhaupt in der Militärgeschichte gegeben hatte. Der endete allerdings dann in verlustreichen Niederlagen bei Salamis und auch bei Plataea. Und die Perser mussten also die Griechen freilassen, was natürlich auch für Daniel 8 eine interessante Geschichte ist, die wir dann hier natürlich nicht weiter verfolgen werden, aber im Buch Daniel von Bedeutung ist.
[6:04] In dieser Zeit, um 480 herum, wahrscheinlich 479 vor Christus, wurde Esther, die Frau von Xerxes, der dort Ahasveros genannt wird, Ahasveros im Buch Esther. Das Buch Esther spielt also in dieser Zeit zwischen Esra 6 und Esra 7. Und in dieser Zeit kommt es ja einige Jahre später dann in der Regierung von Xerxes zu diesem fatalen Befehl gegen das jüdische Volk auf die Intrige des Haman hinab, aufgedeckt dann durch Mordechai und durch den mutigen Einsatz von Esther dann noch umgedreht, dass das Volk Israel nicht vernichtet worden ist. Aber da sieht man, was für eine große Gefahr auch für das Volk Gottes bestand, insbesondere dort im Osten, in diesem persischen Reich. Und das war der Grund gewesen, warum Gott schon mehrfach vorher, in den Generationen vorher versucht hatte, möglichst viele Israeliten herauszulocken aus Babylon.
[7:05] Nun werden wir hier konfrontiert mit dem nächsten großen persischen König nach Xerxes, Artaxerxes. Das ist niemand anderes als Artaxerxes der Erste, nach altpersischer Bezeichnung Rataxassas, mit dem späteren Beinamen Langhand, daher kommt das lateinische Longimanus, das man öfter auch in unseren Pionierquellen findet. Der war seit 465 vor Christus persischer König. Also ziemlich genau 50 Jahre nach der Vollendung des Tempels wurde er König der Könige, wie wir gleich noch sehen werden.
[7:43] Und über ihn sagt Ellen White: "Der Name dieses Königs ist mit einer heiligen Geschichte durch eine Reihe bemerkenswerter Fügungen verknüpft. Während seiner langen Herrschaft erwies er dem Volk Gottes oftmals seine Gunst und in seinen zuverlässigen und hochgeschätzten jüdischen Freunden Esra und Nehemia erkannte er Männer göttlicher Wahl, die für ein besonderes Werk erweckt worden waren." Der Artaxerxes, der kommt also ganz gut weg bei ihr.
[8:08] Es heißt hier weiter in Vers 1: "Nach diesen Ereignissen geschah es unter der Regierung Artaxerxes des Königs von Persien, dass Esra, der Sohn Sacharjas, der Sohn des Assarjas, des Sohnes Hilkias und so weiter." Esra war ein Priester, sein Name bedeutet Hilfe. Sacharja, der hier erwähnt wird, den kennen wir aus Jeremia 52, Vers 24-27. Dort war er der oberste Priester zur Zeit Jeremias und ist von Nebukadnezar umgebracht worden. Also der Esra war sicherlich nicht sein leiblicher Sohn, aber ein direkter Nachfahre, wahrscheinlich in 2., 3., 4. Generation oder so. Auch Hilkia kennen wir, er war der Hohepriester zur Zeit von Josia und war maßgeblich beteiligt an der Wiederentdeckung des Bundes in Moab, des letzten Schlussabschnittes von 5. Mose im Tempel, was damals die gewaltige Erweckung der Reformation ausgelöst hat.
[9:03] Weiter lesen wir in den Versen: "des Sohnes Schallums, des Sohnes Zadok, das ist der Priester zur Zeit von David. Wir sehen also offensichtlich, dass hier nur einige prominente Personen aus dem Stammbaum des Esra erwähnt werden, so schlaglichtartig." Dann die nächsten Verse: "des Sohnes Amarias, des Sohnes Assarjas, des Sohnes Merajot, des Sohnes Sacharjas, des Sohnes Ussis, des Sohnes Bukki, des Sohnes Abischuas, des Sohnes Pinehas. Das ist derjenige gewesen, der in 4. Mose dem Fürsten dort mit seiner moabitischen Geliebten den Speer durch den Unterleib gerammt hat und durch seinen beherzten Einsatz den Abfall gestoppt hat. Und er war Hohepriester dann in der Richterzeit, wie uns Richter 20 lehrt. Und dann heißt es hier weiter: "des Sohnes Eleasar, das war der Hohepriester unter Joschua, des Sohnes Aaron, des obersten Priesters." Und Aaron war natürlich als Bruder von Mose der erste Hohepriester überhaupt und uns gut bekannt aus der Bibel.
[10:04] Vers 6: "Dass dieser Esra von Babel heraufzog nach Jerusalem, und er war ein Schriftgelehrter, wohlbewandert im Gesetz Moses, das der Herr, der Gott Israels gegeben hatte. Und der König gab ihm alles, was er bat, weil die Hand des Herrn, seines Gottes über ihm war."
[10:22] Das ist eigentlich fast so ein bisschen wie eine Zusammenfassung der nächsten vielen etwa 50 Verse oder so, die wir jetzt noch studieren werden. Es gibt also einen erneuten Zug aus Babylon, wo Gläubige aus dem Volk Gottes sich erneut aufmachen nach Jerusalem, Jahrzehnte nach den ersten beiden großen Wellen, vor allem der ersten großen Welle unter Serubabel und Jeschua. Wir haben auch gesehen, dass unter Darius dann noch einmal die Gelegenheit war, noch einmal zu gehen. Hier haben wir eine neue Welle der Wanderung nach Jerusalem.
[10:54] Esra, so wird uns hier gesagt, war ein ausgezeichneter Kenner der inspirierten Schriften. Er sammelte sie und hat sie verbreitet. Wir haben einige Aussagen von Ellen White dazu. "Die Erfahrung Esras unter den Juden, die in Babylon zurückgeblieben waren, waren so ungewöhnlich, dass sie die wohlwollende Aufmerksamkeit des Königs Artaxerxes auf sich zogen. Mit ihm unterhielt sich Esra freimütig über die Macht des Himmelsgottes und über die göttliche Absicht bei der Rückführung der Juden nach Jerusalem." Esra hatte einen direkten Draht zu Artaxerxes und hat ihm oft erzählt von dem, was Gott eigentlich plante mit Jerusalem und auch mit dem Volk Gottes.
[11:29] Außerdem heißt es hier, dass er sich mit den Schriften der Magier, Sterndeuter und Weisen des medisch-persischen Reiches vertraut gemacht hatte. Er war also ein echter Gelehrter, aber er war mit seinem geistlichen Zustand als Priester nicht zufrieden. Er war als Priester ausgebildet worden, aber er war nicht zufrieden. Er sehnte sich danach, mit Gott völlig im Einklang zu leben. Vielleicht auch eine interessante Parallele für uns. Vielleicht kennen wir die Bibel, sind mit vielen anderen Dingen vertraut, aber wir sehnen uns nach einer tieferen Erfahrung mit Gott. Wir möchten wirklich mit ihm im Einklang leben, und zwar völlig.
[12:03] Das bewog ihn, sich in einem fleißigen Studium der Geschichte des Volkes Gottes zu widmen, wie es sich in den Schriften der Propheten und Könige überliefert war. Er hat sich systematisch gründlich für die biblische Botschaft interessiert, über das hinaus, was er an seiner Priesterausbildung gelernt hatte. Das heißt hier, er studierte die Unterweisung, die am Berg Sinai und während der langen Zeit der Wüstenwanderung erteilt worden waren, also vor allem die Bücher 2. bis 5. Mose.
[12:30] Als er immer mehr über das Handeln Gottes an seinen Kindern erfuhr und die Heiligkeit des am Sinai gegebenen Gesetzes erfasste, wurde er innerlich bewegt und erlebte eine neue, tiefgreifende Bekehrung. Wie oft denkst du nach über die Heiligkeit des Gesetzes, das am Sinai gegeben worden ist, und über das Handeln Gottes an seinen Kindern? Esra erlebte eine neue Bekehrung. Nicht seine erste Bekehrung, sondern eine neue Bekehrung, und zwar eine tiefgreifende Bekehrung.
[13:03] Ist es nicht das, lieber Freund, liebe Freundin, was wir alle so dringend brauchen? Da beschloss er, die Berichte der heiligen Geschichte wie ein Meister beherrschen zu lernen, um durch Anwendung dieser Kenntnisse seinem Volk Segen und Licht vermitteln zu können. Möchtest du ein Meister der Bibel sein? Nicht einer, der einfach nur einen theologischen Grad hat, weil er vielleicht irgendwo ein Seminar besucht hat, sondern jemand, der sich wirklich auskennt mit diesem Buch, weil er sein Herz darauf gerichtet hat, wie wir noch lesen werden.
[13:36] Wir brauchen mehr Männer und Frauen, die die Bibel so gut kennen, dass sie ein echtes Licht sind im Volk Gottes, die nicht einfach nur davon sich ernähren und leben, was andere ihnen sagen und von den Videos, die sie schauen, so gut die auch sein würden, sondern Männer und Frauen, Alte und Junge, die sagen: Ich möchte die Bibel, den Inhalt der Bibel so gut es geht beherrschen. Ich möchte wissen, was da los ist. Ich möchte das erklären können. Ich möchte mich damit beschäftigen, bis ich es verstanden habe. Ich würde mir so sehr wünschen, dass es mehr in unseren Reihen gibt, die sich wirklich der Bibel widmen, als oberste Priorität in ihrem Leben.
[14:13] Esra war so jemand. Esra bemühte sich um eine innere Vorbereitung auf das Werk, das, wie er glaubte, vor ihm lag. Ernstlich suchte er Gott, damit er ein weiser Lehrer in Israel sein konnte, während er es lernte, sein Denken und Wollen göttlicher Leitung zu unterstellen. Fanden die Grundsätze wahrer Heiligung in sein Leben Eingang.
[14:35] Wahre Heiligung kam in sein Leben, als er sich innerlich vorbereitete auf das Werk, ein Lehrer zu sein in Israel. Sie übten in späteren Jahren einen prägenden Einfluss aus, nicht nur auf die Jugend, die seine Unterweisung suchte, sondern überhaupt auf alle, die Umgang mit ihm hatten. Hier war einer, der gesagt hat: Mir reicht es nicht aus, was mir erzählt worden ist. Ich möchte die Bibel selbst so gut kennen, bis ich weiß, was sie bedeutet und bis ich weiß, was Gottes Plan für mein Leben ist und bis ich weiß, was ich anderen auch in der Gemeinde und außerhalb der Gemeinde sagen kann. Und weil er das tat, wurde er so geheiligt, dass andere davon geprägt wurden, Jugendliche und auch Ältere.
[15:14] Er entwickelte sich zu einem Mann von außerordentlicher Gelehrsamkeit und wurde ein Schriftgelehrter, wohlbewandert im Gesetz des Mose. Diese Fähigkeiten machten ihn im medisch-persischen Reich zu einem berühmten Mann. Er war kein Ausgestoßener, er war hochintellektuell. Er hatte sich mit vielen Dingen beschäftigt, aber er hatte Gott an die erste Stelle gesetzt und alles andere kam danach. Und so wurde er tatsächlich in diesem heidnischen Reich zu einem weltberühmten Mann.
[15:45] Esras Glaube, dass Gott machtvoll für sein Volk wirken werde, veranlasste ihn, Artaxerxes von seinem Wunsch zu erzählen, nach Jerusalem zurückzukehren, um das Interesse am Studium des Wortes Gottes neu zu beleben und seinen Brüdern beim Wiederaufbau der heiligen Stadt zu helfen. Denn die Stadt musste noch aufgebaut werden, der Tempel stand schon, aber die Stadt noch nicht.
[16:03] Als er sein völliges Vertrauen auf den Gott Israels bezeugte, dass sein Volk sehr wohl schützen und umsorgen könne, war der König tief beeindruckt. Esra hat sich dem König genähert und hat ihm gesagt, was er glaube, dass Gottes Plan ist. Und der König war beeindruckt. Er nannte ihn zu einem Beauftragten des medisch-persischen Königreichs und übertrug ihm ausgedehnte Vollmachten zur Ausführung seiner Herzenspläne, wie wir gleich ab Vers 11 dann in dem Erlass sehen.
[16:35] Man beachte die Formulierung: "die Hand des Herrn, seines Gottes", hier in Vers 6. Die kommt jetzt in Esra 7 und 8 immer wieder vor. Wenn wir auf allen Wegen an Gott denken, wird er unsere Pfade ebnen. Denn Gottes Hand, so sagt uns die Bibel, ist nicht zu kurz zum Retten. Jesaja 59 sagt das sehr schön. Jesaja 59 und dort Vers 1: "Siehe, die Hand des Herrn ist nicht zu kurz zum Retten und sein Ohr nicht zu schwer zum Hören." Gott kann Könige bewegen, das zu tun, was getan werden muss.
[17:15] Vers 7: "Und etliche von den Kindern Israels und von den Priestern und Leviten, von den Sängern und Torhütern und Tempeldienern zogen mit ihm nach Jerusalem hinauf im siebten Jahr des Königs Artaxerxes."
[17:27] Dies ist nun die dritte große Sammlungsbewegung seit dem Ende des babylonischen Exils. Interessant ist die Reihenfolge von Priestern, Leviten, Sängern, Torhütern, Tempeldienern. Das ist genau die gleiche Reihenfolge, wie wir sie auch in Esra 2, ab Vers 36 gefunden haben. Und das siebte Jahr, da werden wir gleich noch, das sollten wir uns jetzt genauer anschauen, ist das Jahr 457 vor Christus.
[17:52] Weil so viel davon abhängt, wollen wir hier einen kleinen Exkurs machen. Und das ist alles hier im Sendemanuskript aufgeschrieben und da könnt ihr das nochmal nachlesen und auch nachprüfen. Weil so viel davon hängt, auch in der Prophetie, wollen wir uns das nochmal etwas genauer anschauen. Woher wissen wir, wann das siebte Jahr von Artaxerxes gewesen ist? Wir können ja nicht einfach nur Wikipedia vertrauen.
[18:14] Nun, zunächst einmal müssen wir etablieren, wann Xerxes gestorben ist. Und da gibt es verschiedene historische Quellen, die uns das sagen. Da gibt es zum Beispiel in der Zeit von den griechisch-römischen Autoren Datierungen, die auch anhand der athenischen Archonten und der römischen Konsuln, also der Beamten, die immer im Jahr gewechselt haben, datiert werden. Und da kann man das datieren auf die zweite Hälfte von 465. Das ist ziemlich genau, weil wie gesagt, jedes Jahr zwei neue Konsuln sind und neue Archonten. Und durch die Überlappung der Kalender kann man diese zweite Hälfte, 465, für den Tod von Xerxes eingrenzen.
[18:54] Wenn man den ägyptischen, astronomischen Kalender dazu nimmt, dann wird es noch genauer, weil nach dem muss der Tod von Xerxes nach dem 17. Dezember 465 und vor Frühjahr 455 gewesen sein. Babylonische, astronomische Keilschrifttafeln sagen ebenfalls 465. Und ein aramäisch geschriebenes Papyrus von jüdischen Söldnern in Ägypten weiß, dass am 2. Januar 464 Artaxerxes bereits König war.
[19:32] Das heißt, irgendwo zwischen dem 7. Dezember 465 und dem 2. Januar 464 muss Xerxes gestorben sein. Und da offensichtlich das Jahr 465 auch durch zwei andere Quellen belegt ist, nämlich durch die griechisch-römischen und durch die babylonischen, können wir das Ende des Jahres 465 als den Todeszeitraum von Xerxes datieren und auch den Beginn von Artaxerxes' Regierung.
[20:09] Das bedeutet, dass im Frühjahr 464 das erste volle Regierungsjahr des Artaxerxes begann, denn davor war ja das sogenannte Akzessionsjahr, das haben wir schon kennengelernt in unserer ersten Folge. Jetzt könnte man eigentlich weiter das durchrechnen und es gibt noch eine Besonderheit, die wir beachten wollen, nämlich zu dieser Zeit benutzten die Juden nicht einen Frühjahr-zu-Frühjahr, sondern einen Herbst-zu-Herbst-Kalender. Während für die Babylonier und auch die Perser das neue Jahr immer im Frühjahr begann, begann für die Juden es manchmal in manchen Zeiten ihrer Geschichte auch im Herbst.
[20:45] Der Beweis ist in Nehemia 1, Vers 1 und Nehemia 2, Vers 1. Dort wird nämlich gesagt, das können wir kurz lesen. In Nehemia 1, Vers 1 ist die Geschichte Nehemias, des Sohnes Hachalias: "Es geschah im Monat Kislev im 20. Jahr, dass sich in Susa in der Königsburg ... warm." Und dann kommt in Kapitel 2, Vers 1: "Es geschah aber im Monat Nisan, das ist der erste Monat des Jahres, im 20. Jahr des Königs Artaxerxes und so weiter und so fort." Wenn also der erste Monat immer noch im 20. Jahr ist und es gab davor schon einen Monat im 20. Jahr, dann beginnt das jüdische Jahr zu diesem Zeitpunkt nicht mit dem ersten Monat, sondern tatsächlich mit dem siebten Monat. Man hatte damals also weiterhin die Zählung der Monate beibehalten. Im Herbst-zu-Herbst-Kalender beginnt dann das Jahr nicht im ersten Monat, sondern im siebten Monat, im Tischri. Es geht dann vom siebten Monat und endet dann im sechsten Monat. Und das ist offensichtlich zur Zeit von Nehemia und damit wohl auch zur Zeit von Esra der Fall.
[21:43] Demzufolge haben die Juden so gerechnet: Xerxes starb also Ende 465, in den letzten Tagen des Jahres 465. Damit begann das Akzessionsjahr von Artaxerxes. Im Frühjahr 464 begann dann nach persischem Kalender das erste volle Jahr, aber erst im Herbst 464 begann nach jüdischem Kalender das erste volle Jahr des Artaxerxes. Das hat übrigens bei den Juden immer wieder gewechselt. Zur Zeit von Haggai zum Beispiel war offensichtlich ein Kalendergang und gebe, der von Frühjahr zu Frühjahr ging. Thiele, einer unserer großen Experten auf dem Gebiet im 20. Jahrhundert, hat gezeigt für die Königszeit, dass es immer mal wieder auch gewechselt hat, diese Kalendersysteme.
[22:30] Mit dem Herbst-zu-Herbst-Kalender beginnt das siebte Jahr des Königs Artaxerxes im siebten Monat, also im Tischri, 458 vor Christus und geht dann bis zum sechsten Monat in den Sommer hinein 457. Der fünfte Monat, von dem jetzt gleich hier die Rede sein wird oder den wir jetzt in Vers 8 gleich sehen werden. Das heißt hier Vers 8: "Und er kam im fünften Monat nach Jerusalem im siebten Jahr des Königs." Es ist also noch innerhalb dieses siebten Jahres, das ist dann ungefähr im Sommer. Dieser fünfte Monat ist Juli, August. Wie gesagt, dann im nächsten Monat, der August, September ist dann der letzte Monat des Jahres.
[23:18] Das muss im Sommer 457 gewesen sein, als der Erlass des Artaxerxes in Kraft trat. Und das ist deswegen wichtig, weil natürlich in Daniel 9 die wichtigste Prophezeiung überhaupt abhängig ist von diesem Erlass. Denn in Daniel 9, Vers 24 heißt es: "Über dein Volk und über deine heilige Stadt sind siebzig Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben." Hier wird die endgültige Lösung für das Sündenproblem angekündigt.
[24:05] Vers 25: "So wisse und verstehe: Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems..." Kyros hatte vor allem den Aufbau des Tempels befohlen. Darius hatte den vor allem verstärkt, diesen Erlass. Wie wir noch sehen werden, ist es jetzt dieser dritte Erlass, der alle anderen, die anderen beiden zusammen noch ergänzt und dazu führt, dass diese Stadt wieder aufgebaut wird, wie wir dann im Laufe der nächsten Folgen auch sehen werden. Es ist dieser dritte Erlass, der Erlass von Artaxerxes, der hier gemeint ist. Und dann heißt es hier: "...bis zu dem Gesalbten, also bis zu dem Maschiach, dem Messias, sind es vergehen dem Fürsten, also dem König, vergehen sieben Wochen und 62 Wochen, das sind 69 Wochen, macht 483 Tage, beziehungsweise 483 Jahre, wenn wir hier Sek. 4, 4, 6, das Jahr-Tag-Prinzip zugrunde legen."
[25:01] Das führt uns dann in das Jahr 27 nach Christus, wo Jesus getauft worden ist, nach Lukas 3 im 15. Jahr der Regierung des Tiberius. Das ist dann auch ein anderes chronologisches Problem dort, das wir hier jetzt aus Zeitgründen nicht anschauen können, aber das hat damit zu tun, dass der Tiberius bereits zwei Jahre vor seiner offiziellen Kaiserzeit, nachdem Augustus dann gestorben ist, zwei Jahre vorher schon die Kaiserwürde für die Provinzen hatte und der Lukas das mit einberechnet.
[25:35] Jesus ist getauft worden, er ist gesalbt worden durch den Heiligen Geist und dann heißt es hier weiter in Vers 26: "Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden." Der Tod des Messias wird angekündigt. Vers 27: "Und er wird mit den vielen einen festen Bund schließen." Das ist der Neue Bund, den Jesus bringen würde. Und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufführen lassen. Die Mitte der Woche sind dreieinhalb Tage. Dreieinhalb Tage sind dreieinhalb Jahre nach Ezechiel 4, Vers 6. Und vom Herbst oder vom Spätsommer, Herbst 457 an 483 Jahre nach vorne bringt uns in das Jahr 27. Vom Herbst 27, dreieinhalb Jahre vor, bringt uns in das Jahr 31 nach Christus, wo Jesus gekreuzigt worden ist und deswegen die Opfer, die Schlacht- und Speisopfer abgeschafft worden sind. Noch einmal dreieinhalb Jahre später bringt uns zur Steinigung des Stephanus, die in Apostelgeschichte 7 und dann zur Heidenmission, die in Apostelgeschichte 8 aufgezeichnet sind.
[26:36] Und da, wie Vers 24 uns sagt, die siebzig Wochen bestimmt sind, sie sind nach dem hebräischen Urtext auch abgeschnitten, und man kann zeigen, sehr deutlich aus dem Text, aus dem Zusammenhang auch, dass sie Teil sind der 2300 Abend und Morgen. Das wird anhand von Versen deutlich, die wir hier aus dem Manuskript nochmal aufgeschrieben haben. Können wir dann noch weiter rechnen bis zu dem antitypischen großen Versöhnungstag zur Reinigung des Heiligtums, die dann in Vers 8, Vers 14 beschrieben wird, die dann genau in das Jahr 1844 reicht, wo im Herbst, im Oktober das Vorwiederkunftsgericht begonnen hat.
[27:19] Zurück zu unserem Text in Esra, es heißt ja hier in Vers 9: "Denn am ersten Tag des ersten Monats begann der Hinaufzug von Babel, und am ersten Tag des fünften Monats kam er in Jerusalem an, weil die gute Hand seines Gottes über ihm war."
[27:39] Der erste Monat ist der Nisan, März, April, da ging die Reise los. Diese Reise dauerte also genau vier Monate. Und so sagt uns auch Ellen White: "Die Reise dauerte etwa vier Monate, denn die Menge, die Esra begleitete, einschließlich Frauen und Kinder, mehrere tausend, konnte nur langsam vorankommen. Doch alle wurden sicher bewahrt, ihre Feinde wurden daran gehindert, ihn zu schaden."
[28:03] Die Reise verlief glücklich und am ersten Tag des fünften Monats, im siebten Jahr des Artaxerxes, erreichten sie Jerusalem.
[28:11] Vers 10: "Denn Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des Herrn zu erforschen und zu tun und in Israel Gesetz und Recht zu lehren."
[28:22] Esra hatte eine besondere Bürde für die Heilige Schrift. Er wollte forschen, studieren, er wollte praktisch umsetzen ins Leben, er wollte es anderen lehren. Wir haben viele Bibelfersen hier über die Wichtigkeit der Tora, des Gesetzes, der Weisung, wie sie die Seele belebt, vollkommen ist, wie wir darüber nachdenken sollen, wie sie unbeschränkt ist in ihrer Vollkommenheit und wie sie gegeben worden ist, um gehalten zu werden. Und der Esra hat hier also mit seiner Haltung zur Bibel einen Maßstab gesetzt, den auch wir uns für unser Leben vornehmen sollten.
[28:59] Auch wir sollten unser Herz vorbereiten, wenn wir zur Bibel kommen, durch Gebet und Sinnbekenntnis, durch Herzenserforschung, damit Gott uns wirklich ansprechen kann, so wie er es möchte. Dann sollten wir wirklich forschen, systematisch uns die Bibel anschauen, nicht nur einfach zufällig mal hier ein Vers lesen oder dort, sondern wirklich forschen, was Gott gesagt hat. Dann sollten wir es auch umsetzen, praktisch tun, denn es nützt nichts, alles zu wissen und nichts davon zu tun. Wir sollten es tun und anderen weitergeben.
[29:28] Das sind eigentlich diese vier entscheidenden Schritte, wenn es um Bibelstudium geht. Und jeder von uns kann diese vier Schritte tun. Und wenn wir sie tun, werden wir dieselben Resultate erleben, wenn nicht noch mehr, wie damals zur Zeit von Esra und später auch Nehemia gesehen worden sind. Eine große Erweckung und am Ende die Vollendung des Werkes. Deswegen studieren wir das, weil hier ist der Schlüssel für die Vollendung des Werkes in unserer Zeit.
[29:57] Wir brauchen Männer und Frauen, die ihre Herzen erforschen, die das Wort Gottes wirklich erforschen, studieren, bis sie es verstanden haben, so wie unsere Pioniere, die nicht losgelassen haben, die weiter studiert haben, bis sie es verstanden haben, denn Gott möchte ja, dass wir es verstehen. Und die es dann tun, durch die Kraft des Heiligen Geistes, durch die Gnade Gottes umsetzen, was sie gelernt haben und gerne christozentrisch mit Liebe und Taktgefühl anderen das weitergeben, was sie im Wort Gottes gefunden haben. Gott sucht solche Männer und Frauen in seiner Gemeinde jetzt. Und wenn er sie gefunden hat, kann er wie mit Esra eine Bewegung starten, die dieses Werk voranbringen wird. Gott gebe, dass du und ich, dass wir solche Esras werden in unserer Generation.
[30:45] Vers 11: "Und dies ist die Abschrift des Briefes, den der König Artaxerxes dem Priester Esra gab, dem Schriftgelehrten, er gelehrt war in den Worten der Gebote des Herrn und seiner Satzungen für Israel."
[30:56] Hier endet jetzt der zwischenzeitlich hebräische Abschnitt von Esra. Seit Esra 6, Vers 19 war wieder hebräisch geschrieben worden. Jetzt kommt wieder ein offizieller Erlass, ein offizielles Dokument und dann wechselt es ab Vers 12 zunächst wieder in die aramäische Sprache, von der wir schon gesagt haben, dass sie die Verkehrs- und Diplomatensprache damals gewesen ist.
[31:18] Vers 12: "Artaxerxes, der König der Könige, haben wir diesen altorientalischen Titel, der schon bei den Assyrern und bei den Babyloniern bezeugt ist. Daniel nennt ja auch Nebukadnezar so. Ein Titel, der später auf Jesus in Offenbarung angewendet wird. An Esra, den Priester, den vollkommenen Schriftgelehrten im Gesetz des Gottes des Himmels, ausgefertigt und so weiter."
[31:37] "Es ist von mir befohlen worden, dass jeder mit dir ziehen soll, der in meinem Reich vom Volk Israel und seinen Priestern und Leviten ist, nach Jerusalem zu gehen."
[31:48] Hier haben wir erneut die Erlaubnis, nach Jerusalem zu gehen, wie auch schon im ersten Erlass von Kyrus, wie wir das in Esra 1, Vers 14 gesehen haben. "Weil du von dem König und seinen sieben Räten gesandt bist, um eine Untersuchung über Juda und Jerusalem durchzuführen, nach dem weisen Gesetz deines Gottes, das in deiner Hand ist."
[32:09] Was hat es mit diesen sieben Räten auf sich? Gaumata, der falsche Bardia, war gestürzt worden durch eine Verschwörung von sieben Verschwörern. Einer von denen war Darius, der wurde unter ihnen dann gewählt als der neue Großkönig. Und es ist dann üblich geworden, dass dem Großkönig stets sieben Fürsten zur Seite gestellt wurden. Das finden wir auch in Esther 1, Vers 14.
[32:29] Der erste primäre Grund für dieses Edikt ist also die Erlaubnis, wieder eine große Gruppe von Israeliten nach Jerusalem zu bringen und eine Untersuchung anzustellen, und zwar speziell für die Stadt Jerusalem. Es soll abgeglichen werden, wie sehr ihr Zustand mit dem Wunsch Gottes im Wort Gottes übereinstimmt. Und das kann natürlich nur bedeuten, dass eigentlich die Weissagung Gottes bezüglich Jerusalem wieder erfüllt werden soll. Das heißt, ihr Aufbau vorangetrieben werden soll. Das ist der erste und primäre Grund des Ediktes.
[33:01] Dazu kommt ein zweiter, der jetzt viele Verse mit sich bringt, die allerdings mehr praktischer Natur sind und nicht den ersten Grund völlig überdecken sollten in unserem Kopf. Vers 15: "Und um das Silber und das Gold hinzubringen, das der König und seine Räte dem Gott Israels, dessen Wohnung in Jerusalem ist, freiwillig gegeben haben."
[33:22] Also es gibt wieder Silber und Gold für den Tempel, gestiftet von Artaxerxes und dem persischen Thronrat. Erfüllen sich wieder Bibelstellen, die wir hier angegeben haben.
[33:33] Vers 16: "Dazu alles Silber und Gold, das du in der ganzen Provinz von Babel bekommen wirst, samt der Gabe, die das Volk und die Priester freiwillig geben für das Haus ihres Gottes in Jerusalem." Wiederum geht es um die Freiwilligkeit, die wir schon immer wieder gesehen haben im Zusammenhang mit dem Aufbau des Tempels.
[33:51] Vers 17: "Deshalb kaufe gewissenhaft für dieses Geld Stiere, Widder, Lämmer samt den dazugehörigen Speisopfern und Trankopfern und opfere sie auf dem Altar bei dem Haus eures Gottes in Jerusalem." Also der Opferdienst soll vom König selbst materiell unterstützt und damit garantiert werden. Das hatte auch Darius verfügt in seinem Edikt in Esra 6, Vers 9 und 10.
[34:14] Vers 18: "Und was dir und deinen Brüdern mit dem übrigen Silber und Gold zu tun gut erscheint, das tut nach dem Willen eures Gottes." Hier gibt es eine interessante Klausel, die anzudeuten scheint, dass Esra freie Hand mit der Verwendung der finanziellen Mittel hatte, auch für andere Dinge, die nicht nur offensichtlich vielleicht mit dem Tempel zu tun hatten, wobei der Dienst des Tempels die oberste Priorität hatte.
[34:35] Der Opferdienst musste zuerst sichergestellt werden und wenn dann alles, was den Tempel betraf, zufriedenstellend besorgt war, konnte offensichtlich Esra das restliche Geld auch verwenden für weitere Dinge, die dem Willen Gottes entsprachen. Und der Wille Gottes war ja ganz ausdrücklich der Aufbau der Stadt Jerusalems, die Vollendung der Mauern, die ja schon angefangen worden waren zu bauen, so ein wenig, die wir gesehen haben zum Teil, aber noch längst nicht vollendet waren.
[35:06] Obwohl hier nicht explizit von dem Wiederaufbau der Mauern die Rede ist, ist das doch eigentlich implizit in diesem Edikt mit ausgedrückt.
[35:18] Vers 19: "Und die Geräte, die dir übergeben werden für den Dienst im Haus deines Gottes, die sollst du vollständig abliefern vor Gott in Jerusalem." Es gibt also neue Geräte auch für den Tempeldienst.
[35:27] Vers 20: "Und was sonst noch für das Haus deines Gottes notwendig sein wird, was du ausgeben musst, sollst du aus der Schatzkammer des Königs ausgeben." Wie bei Darius auch, verpflichtet sich der persische König für einen reibungslosen Heiligtumsdienst in Jerusalem zu sorgen.
[35:45] Und das ist deswegen interessant, weil zwischen Darius I. und Artaxerxes I. ja Xerxes gewesen ist, vor was wir vorhin kurz angedeutet haben, der hier in Esra nicht vorkommt, der ja aber zwischendurch ein Edikt erlassen hatte, das alle Juden auslöschen sollte. Und das ja gerade durch das Wirken von Mordechai und Esther dann noch gerade so abgemildert oder vielmehr, nicht aufgehoben, aber umgeändert werden konnte.
[36:09] Vers 21: "Wir sehen also an dieser Stelle, wie interessant sich auch die persische Geschichte immer wieder hin und her bewegt, zwischen großen Möglichkeiten für das Volk Gottes und dann plötzlich großer Gefahr auch wieder. Gott lenkt die Geschichte, aber es gab auch Gründe, warum er wollte, dass so viele wie möglich, möglichst alle aus seinem Volk, endlich dort aus Persien hinausziehen und alle gemeinsam in Jerusalem sich versammeln."
[36:41] Vers 21: "Und ich, der König Artaxerxes, habe allen Schatzmeistern jenseits des Stromes, also westlich vom Euphrat, wie wir schon gesehen haben, befohlen, dass alles, was Esra, der Priester und Schriftgelehrte im Gesetz Gottes des Himmels von euch fordern wird, pünktlich gegeben werden soll."
[36:57] "Bis zu 100 Talenten Silber. Das sind 60 Silberminen und entspricht, wenn man jetzt heutigen Silberpreis zur Verfügung zur Grunde legen würde, etwa fast 60 Millionen Euro, 57,8 Millionen Euro, eine ganze Menge. Und bis zu 100 Kor Weizen, das sind 36.000 Liter Weizen und 100 Bar Wein und bis zu 100 Bar Öl, also jeweils 3600 Liter dieser Flüssigkeiten und Salz."
[37:31] "Und Salz. Das ist hier und unbegrenzt Salz. Salz war ja nötig für jedes Speisopfer. Jedes Speisopfer musste gesalzen werden. Alles, was nach dem Befehl des Gottes des Himmels ist, das soll für das Haus des Gottes des Himmels mit großer Sorgfalt ausgeführt werden, damit nicht ein Zorn über das Reich des Königs und seiner Söhne kommt."
[37:52] Eine ganz ähnliche Argumentation hatten wir auch beim Edikt des Darius gesehen, dass eine korrekte Ausführung und Anbetung Gottes, eine Ausführung des Heiligtumsdienstes und die Anbetung Gottes auch zum Segen des persischen Reiches dienen würde.
[38:39] Vers 24.
[39:06] Halten wir das im Hinterkopf. Setze also nach dem Weisengesetz deines Gottes, das in deiner Hand ist, Richter und Rechtspfleger ein, die alles Volk richten sollen, das jenseits des Stromes ist. Alle, welche die Gesetze deines Gottes kennen, und wer sie nicht kennt, den sollt ihr sie lehren."
[39:23] Sehr interessanter Vers. Wo wird Gericht gehalten? In 5. Mose 16 und dort Vers 18 lesen wir: "Du sollst dir Richter und Vorsteher einsetzen in den Toren aller deiner Städte, die der Herr dein Gott dir gibt, in allen deinen Stämmen, damit sie das Volk richten mit gerechtem Gericht."
[39:56] Gericht wurde in den Stadttoren gehalten. Eine Einsetzung von Richtern und eine Ausübung des Richteramtes durch dieselben, impliziert also funktionsfähige, aufgebaute Stadttore. Das heißt, auch diese Anweisung impliziert eindeutig, dass der Aufbau Jerusalems jetzt vollendet werden soll, ansonsten kann man gar nicht wirklich richtig Gericht halten.
[40:19] Und was noch interessanter ist, ist das Artaxerxes hier quasi einen Missionsbefehl ausspricht. Und zwar sagt er, dass alle, die die Schriften des Gottes des Himmels noch nicht kennen, die sollen darüber informiert werden, die sollen diesen Inhalt kennenlernen. Esra soll dafür sorgen, dass Gottes Wort denen gepredigt wird, die es noch nicht kennen. Das war ja genau Gottes Wunsch gewesen und auch Esras Wunsch, wie wir in Vers 10 gesehen haben.
[40:45] Denn Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des Herrn zu erforschen und zu tun und in Israel Gesetz und Recht zu lernen. Halten wir diesen Punkt fest, hier ist ein Mann, der wirklich von ganzem Herzen sich wünscht, dass viele die biblische Botschaft richtig kennenlernen. Und weil er dafür betet und studiert und sich zur Verfügung stellt, stellt Gott ihm das zur Verfügung, was er alleine niemals bekommen hätte, nämlich eine Erlaubnis vom Großkönig des Weltreiches selbst eine Mission durchzuführen, die er alleine so hätte gar nicht vielleicht bewerkstelligen können.
[41:18] Gott hat tausend Wege, von denen wir nichts wissen. Wenn wir mit dem, was wir haben, uns vor Gott demütigen und das zur Verfügung ihm stellen und unser Herz darauf richten, die biblische Botschaft bekannt zu machen, dann kann Gott große Türen öffnen, von denen wir jetzt nicht einmal ahnen, dass sie überhaupt geöffnet werden könnten.
[41:38] Lasst uns von ganzem Herzen sein wie Esra und wir werden Dinge erleben, von denen wir jetzt noch kaum ahnen, dass sie möglich sind, die dazu führen werden, dass das Evangelium in der ganzen Welt verkündigt wird, allen Nationen, allen Völkern, allen Stämmen und allen Sprachen. Und es war ja die Aufgabe der Priester und Esra war ein Priester und auch wir sind eigentlich durch das Blut Jesu Könige und Priester, dazu möchten wir uns machen.
[42:10] Wir sollen ein Volk von Priestern sein, das anderen die Herrlichkeit Gottes zeigt, die wir selbst aus der Finsternis berufen worden sind, zu seinem wunderbaren. Wir sollen den Charakter, die Tugenden Gottes anderen bekannt machen und Gott wird auf erstaunliche Art und Weise uns den Weg ebnen, wenn wir unser Herz darauf richten, dieses Wort zu erforschen, es wirklich auch zu tun und anderen zu lehren. Das ist dein Wunsch.
[42:38] Vers 26: "Und jeder, der das Gesetz deines Gottes und das Gesetz des Königs nicht tun wird, über den soll gewissenhaft Gericht gehalten werden, es sei zum Tode oder zur Verbannung, zur Geldbuße oder zum Gefängnis."
[42:54] Sehr interessant, das ist ähnlich wie der Erlass von Darius in Esra 6 Vers 11, aber mit einem Unterschied. Bei Darius lag noch die volle Verantwortung für die Strafe, die Gerichtsbarkeit in den Händen des persischen Königs selbst. Hier delegiert Artaxerxes die Strafzumessung an die jetzt neu einzusetzenden Richter in Jerusalem. Was also deutlich macht, für Artaxerxes war es ganz klar, dass jetzt ein Teil der Macht, die unter Darius noch direkt bei Darius selbst, beim persischen König, weil Jerusalem zwar einen Tempel jetzt haben sollte, aber noch keine autonom verwaltete Stadt gewesen ist, dass diese delegierte Macht jetzt tatsächlich nach Jerusalem gegeben werden sollte, dass Jerusalem sich um solche Dinge auch selbst kümmern könnte.
[43:48] Hier endet, wie gesagt, der Erlass des Artaxerxes von 457, der so bedeutsam ist für Daniel 9 und dafür für Daniel 8, für die Geschichte der Christenheit und auch der Adventbewegung, denn ohne diesen Erlass könnten wir nicht exakt beweisen, nur durch diesen Erlass können wir zeigen, dass zeitlich, was die Zeitprophezeiung von Daniel 9 angeht, Jesus tatsächlich der Messias ist. Hier endet der zweite aramäische Teil des Buches Esra, wie gesagt, ab jetzt geht es dann wieder hebräisch weiter und das bis ans Ende des Buches und dann auch im Buch Nehemia.
[44:21] Ein Wort von Ellen White aus dem Großen Kampf über diese drei Erlasse. "Diese drei Könige, also Kyrus, Darius und Artaxerxes, verfassten, bestätigten und vervollständigten den Erlass, der dann für die Weissagung notwendige Vollkommenheit hatte, um den Ausgangspunkt der 2300 Tage zu bezeichnen."
[44:42] Heute wird manchmal gesagt, na ja, die ersten beiden Edikte von Kyrus und von Darius sind völlig unwichtig, haben nichts damit zu tun und nur der von Artaxerxes ist allein entscheidend, aber das ist nicht unsere historische Position eigentlich gewesen, sondern wir glauben, dass schon Kyrus eigentlich diesen einen Erlass Gottes, der in Jesaja angekündigt wird, begonnen hat, dass Darius ihn dann bestätigt hat, aber dass erst Artaxerxes ihn vollendet hat und erst so, dass ein ganzer Erlass geworden ist.
[45:09] Und es heißt: "Man nahm das Jahr 457 v. Chr. an, in dem der Erlass vollendet wurde, als die Zeit an, da der Befehl ausging und es zeigte sich, dass jede Einzelheit der Weissagung hinsichtlich der 70 Wochen erfüllt war." Und dann gehen wir nun vom Herbst des Jahres 457 v. Chr. aus, so enden die 2300 Jahre im Herbst des Jahres 1844 n. Chr. Das sind entscheidende Dinge für die Adventbewegung.
[45:37] Vers 27: "Gelobt sei der Herr, der Gott unserer Väter, der dies dem König ins Herz gegeben hat, um das Haus des Herrn in Jerusalem zu verherrlichen."
[45:45] Hier haben wir plötzlich Esra in der Ich-Position. Es ist offensichtlich seine Reaktion auf dieses Edikt des Artaxerxes.
[45:55] Vers 28: "Und der mir Gnade zugewandt hat vor dem König und seinen Räten und vor allen mächtigen Fürsten des Königs. Und so fasste ich Mut, weil die Hand des Herrn, meines Gottes, Achtung, die Formulierung wieder, über mir war und versammelte die Häupter von Israel, damit sie mit mir hinaufzogen."
[46:11] Weil Esra merkte, dass Gott mit ihm war, bekam er Mut, voranzugehen. Woher bekommen wir den Mut, in unserem Leben, in unserer Familie, in unserer Ortsgemeinde, in der weltweiten Mission unserer Gemeinde voranzugehen, wenn uns bewusst wird, dass Gott mit uns ist? Und dazu müssen wir Zeit mit ihm verbringen, so wie Esra in seinem Wort.
[46:33] Weiter geht es in Esra 8, ab Vers 1: "Folgendes sind die Familienhäupter, die mit mir von Babel heraufzogen, zu der Zeit, als der König Artaxerxes regierte und ihre Geschlechtsregister."
[46:47] Also auch hier ist Esra, der das jetzt selbst verfasst. Erneut haben wir, wie in Esra 2, eine Liste von Gläubigen, die jetzt durch Erweckung und Reformation bereit sind, sich aufzumachen, weil sie die Zeichen der Zeit erkannt haben.
[47:03] Und wir lesen in den nächsten Versen von den Söhnen des Pinhas, Gersom, von den Söhnen Ithamar, Daniel, von den Söhnen Davids, Hatus, von den Söhnen Sechanjas, von den Söhnen des Parhos, Sacharja, und mit ihm die 150 eingeschriebenen männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Pachat-Moab, El-joenai, der Sohn Sacharjas, und mit ihm 200 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Sechanjas, der Sohn Jechiels, und mit ihm 300 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Adins, Ebed, der Sohn Jonathans, und mit ihm 50 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Elams, Gesaja, der Sohn Ataljas, und mit ihm 70 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Schephatias, Sebaja, der Sohn Michaels, und mit ihm 80 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Joabs, Obadja, der Sohn Jechiels, und mit ihm 218 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Schelomits, der Sohn Josephias, und mit ihm 160 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Bebai, Sacharja, der Sohn Bebais, und mit ihm 28 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Asgads, Johanan, der Sohn Hakatans, und mit ihm 110 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Adonikam die letzten, und dies sind ihre Namen: Eliphelet, Jechiel und Schemaja, und mit ihnen 60 männlichen Geschlechts. Von den Söhnen Bigwai, Utti und Sabut, und mit ihnen 70 männlichen Geschlechts.
[48:20] Viele Namen, also die Söhne Bebais, Asgads, Bigwai, Adonikam und so weiter. Diese Namen tauchen auch schon in Esra 2 auf, da kann man so ein bisschen vergleichen. Also aus denselben Familien kommen hier auch weitere nach. Das heißt also aus vielen Familien waren auch einige zurückgeblieben, über Jahrzehnte.
[48:41] Was hier nicht aufgeführt ist, ist die Gesamtzahl. Und das ist sehr interessant, weil wenn man jetzt nur die hier erwähnten zusammenzählt, kommt man auf eine Zahl von etwas mehr als 1500 Männern. Das heißt, diese Gruppe war bedeutend kleiner als die Gruppe zur Zeit von Serubabel. Man hat manchmal vielleicht den Eindruck, dass die Bewegung unter Esra größer war als die unter Serubabel, aber offensichtlich war die unter Serubabel sehr viel größer. Quantitativ gesehen war die Esrasche Gruppe sehr viel geringer.
[49:17] Vers 15: "Und ich versammelte sie an dem Fluss, der nach Ahawa fließt, und wir lagerten dort drei Tage lang. Und ich schaute mich um unter dem Volk und den Priestern, aber ich fand keinen von den Söhnen Levis dort."
[49:31] Ahawa ist möglicherweise, aber es ist nicht sicher, die Stadt Hit im heutigen Zentralirak. Aber das Wichtige an diesem Vers ist: die Leviten fehlen. Was ist los? Artaxerxes hatte den Leviten sogar besondere Privilegien, Steuerfreiheit gegeben. Und trotzdem zögerten sie, wollten lieber in Babylon bleiben, in den östlichen Gebieten, als sich auf diese lange Reise zu machen, um in Jerusalem Wiederaufbauarbeit zu leisten. Keine Leviten da.
[50:02] Und auch das zeigt wieder so ein bisschen auch die Realität, die wir so oft finden in unserem Leben, in unseren Familien, in unseren Gemeinden, dass Gott große Gelegenheiten schenkt und wir träge sind, sie zu erkennen und auch umzusetzen. Aber Esra gibt nicht auf.
[50:21] Vers 16: "Da ließen sich die Obersten Eliezer, Ariel, Schemaja, Elnathan, Jareb, Elnathan, Nathan, Sacharja und Meschullam rufen und die verständigen Männer Jojarib und Elnathan." Er gibt sich mit dem Desinteresse nicht zufrieden und er braucht verständige Männer, denn sie sind für das Gesamtwohl einer Gemeinschaft dauerhaft absolut notwendig, wie die Verse zeigen, die wir hier im Manuskript haben.
[50:45] Vers 17: "Denen gab ich Befehl an Iddo, den Obersten in dem Ort Kasifja. Der Ort ist leider nicht identifiziert, und legte die Worte in ihren Mund, die sie zu Iddo und seinem Bruder, den Tempeldienern in der Ortschaft Kasifja, hier reden sollten, damit sie uns Diener für das Haus unseres Gottes herbrächten." Das war also offensichtlich ein Ort, wo es etliche Leviten gab.
[51:06] Vers 18: "Die brachten uns dank der guten Hand unseres Gottes, Achtung, die Formulierung wieder, über uns, einen verständigen Mann von den Söhnen Machlis, des Sohnes Levis, des Sohnes Israels, nämlich Serabja, samt seinen Söhnen und seinen Brüdern. 18 Mann. Machli war ein Enkel Levis, und dann gibt es noch den Merari, den Sohn Levis, der jetzt im nächsten Vers kommt, und Hasabja, und mit ihm Jesaja, von den Söhnen Meraris, samt seinen Brüdern und ihren Söhnen, 20 Mann."
[51:30] Wir haben also insgesamt 40 Leviten. Auch unter Serubabel waren es mehr gewesen, immerhin 74 damals. Und so ähnlich geht es jetzt auch mit den Tempeldienern weiter. In Vers 20 heißt es: "Und von den Tempeldienern, welche David und die Fürsten zum Dienst der Leviten bestimmt hatten, 220 Tempeldiener, alle waren mit Namen angegeben." In Esra 2 waren es noch fast 400 Tempeldiener gewesen. Also in jeder Hinsicht ist die Gruppe unter Esra deutlich kleiner als unter Serubabel und Jeschua, nicht weil es keine Israeliten mehr gegeben hätte, sondern immer noch gibt es viele, die jetzt, Jahrzehnte nach dem Fall Babylons, und nach großen Gelegenheiten, nach einem Edikt von Kyrus, einem Edikt von Darius, und jetzt diesem besonders freundlichen und wohlwollenden Edikt des Artaxerxes, immer noch lieber in Babylon bleiben, bei ihren Häusern und ihren Äckern, als nach Jerusalem zu gehen, auf die beschwerliche Reise, um dort den Tempel, der Tempel ist ja wieder aufgebaut, aber die Stadt wieder aufzubauen, und wieder Gottes Namen groß zu machen.
[52:41] Wie oft sind wir vielleicht auch schuldig für die Tatsache, dass wir einfach die Gelegenheiten missachten. Vers 21: "Und ich ließ dort an dem Fluss Ahawa ein Fasten ausrufen, dass wir uns demütigen vor unserem Gott, um von ihm einen geebneten Weg für uns und unsere Kinder und alle unsere Habe zu erflehen." Es beginnt mit einer geistlichen Vorbereitung, bevor die Reise beginnt. Man fastet, das war immer wieder auch zu besonderen Zeiten des israelitischen Volkes üblich gewesen. Damit erfüllt sich auch Jeremia 31, Vers 8 und 9, hier beispielhaft, da heißt es: "Siehe, ich bringe sie herbei aus dem Land des Nordens, und sammle sie von den Enden der Erde, unter ihnen sind Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende miteinander. Eine große Gemeinde kehrt hierher zurück. Weinend kommen sie, und unter Flehen führe ich sie. Ich will sie zu Wasserbächen führen, auf einem ebenen Weg, auf dem sie nicht straucheln werden, denn ich bin Israel zum Vater geworden und Ephraim ist mein Erstgeborener." Die, die zurückkamen, waren sich ihrer Sünden bewusst und haben durch Fasten und Beten sich Gott ganz geweiht. Und Gott hat versprochen immer schon, dass wenn wir uns ihm ganz geben, dass er uns den Weg ebnen wird, dass er uns den Weg zeigen wird. Selbst wenn wir abgelenkt werden sollen vom Feind, dass er uns sagt: Dies ist der Weg, den geht.
[54:08] Vers 22: "Denn ich schämte mich, vom König einen Heer und Reiter anzufordern, die uns gegen den Feind auf dem Weg helfen könnten. Denn wir hatten mit dem König geredet und gesagt: Die Hand unseres Gottes ist über allen, die ihn suchen, zu ihrem Guten. Seine Stärke aber und sein Zorn sind gegen alle, die ihn verlassen." Wer mit Gott ist, braucht keine politisch-militärische Unterstützung. Das ist vielleicht auch eine wichtige Erkenntnis, die in Amerika vor allem auch im Zuge der Endzeit dann dringend gebraucht würde. Gott achtet auf die, welche ihn fürchten.
[54:42] Ellen White kommentiert auch, dass es wichtig ist, dass wir im Werk zwar dankbar sind für finanzielle Unterstützung, wo sie ohne Abhängigkeit daherkommt, aber wir uns niemals mit der Welt verbinden sollten, um das Werk Gottes aufzubauen. Das war schon in Esra 4 die klare Position von Jeschua und Serubabel und ist auch die klare Position von Esra. Er wollte nicht, dass der Eindruck entsteht, dass es das Werk der persischen Könige sei, sondern es war das Werk Gottes und er kann für sein Werk selbst sorgen. Wie sehr brauchen wir diese Lektion auch in unserem persönlichen Leben und auch als Gemeinde, dass uns bewusst wird, Gott sorgt für seine Gemeinde. Wir müssen nicht auf politischen Wegen versuchen, das Ganze mit weltlichen Methoden sicherzustellen.
[55:29] Vers 23: "So fasteten wir und erflehten dies von unserem Gott, und er erhörte uns." Wenn wir wirklich von Herzen beten und fasten, dann werden wir erleben, dass Gott unsere Gebete hört. Daniel hat das in Daniel 9 ja ganz genauso erlebt und die Bibel sagt uns, dass wenn wir bitten, wenn wir anklopfen, werden wir empfangen und wenn wir bitten, werden wir das bekommen, wonach wir uns sehnen.
[55:56] Vers 24: "Und ich sonderte von den obersten Priestern zwölf aus, nämlich Serabja und Hasabja und mit ihnen zehn von ihren Brüdern. Und ich übergab ihnen das abgewogene Silber, das Gold und die Geräte, das Hebeopfer für das Haus unseres Gottes, das der König und seine Räte und Fürsten und ganz Israel, das sich dort befand, als Hebeopfer gegeben hatten."
[56:24] Dieser Vers hat eine traurige Unternote, eine traurige Nebennote, denn hier gab es wohl offensichtlich viele Israeliten, die sogar Geld, die Gold und Silber gespendet hatten für den Tempel in Jerusalem, aber die selbst nicht mitzogen und dort blieben, wo sie waren.
[56:40] Vers damit, mit diesem ganzen Gold und Silber, diesen Geräten, die hier zusammenkommen, wird natürlich umgesetzt, was der Artaxerxes in seinem Edikt selbst befohlen hatte. Das heißt jetzt in Vers 26: "Ich übergab ihnen aber abgewogen in ihrer Hand 650 Talente Silber und an silbernen Geräten 100 Talente und 100 Talente Gold." Das heißt natürlich nicht in ihrer buchstäblichen Hand, sondern sie hatten die Verantwortung für diese gigantischen Summen. 650 Talente Silber sind ziemlich viel, nach heutigem Silberpreis wären das 375 Millionen Euro und auch die 100 Talente Gold wären mehr als 150 Millionen. Also auch wenn die Kaufkraft damals vielleicht anders gewesen sein mag, das waren schon beträchtliche Summen, die jetzt diese Priester, diese Leviten hier zu verantworten hatten.
[57:34] Vers 27: "Auch 20 goldene Becher, die waren 1000 Dariken wert und zwei Geräte aus goldglänzendem, gutem Erz, kostbar wie Gold. Und ich sprach zu ihnen: Ihr seid dem Herrn heilig, jetzt Achtung, und die Geräte sind auch heilig und das Silber und Gold ist dem Herrn, dem Gott eurer Väter, freiwillig gegeben."
[57:55] Diese Verbindung von den heiligen Geräten und den Heiligen selbst haben wir bereits im Zusammenhang von Esra 1 und 2 kurz kommentiert und das wird hier ganz deutlich. Er sagt: Ihr seid heilig, die Geräte sind heilig. Und Jesaja 52 Vers 11 spielt vielleicht auch auf diese Szene an, prophetisch, dem Vorhinein, wo es heißt: Jesaja 52 Vers 11: "Weicht, weicht, geht hinaus von dort, rührt nichts Unreines an, geht hinaus aus ihrer Mitte, reinigt euch, die ihr die Geräte des Herrn tragt." Wenn wir große Verantwortung im Werk Gottes bekommen, müssen wir heilig sein und uns reinigen, uns absondern von der Sünde und von aller Befleckung.
[58:46] Vers 29: "So seid wachsam und bewahrt es, bis ihr es abwägen werdet von den Obersten der Priester und Leviten und dem Obersten der Väter von Israel in Jerusalem, in den Kammern des Hauses des Herrn." Diese zwölf sollten Rechenschaft dann in Jerusalem über die Menge geben. Ihre Treue würde geprüft werden.
[59:08] Vers 30: "Da nahmen die Priester und Leviten das abgewogene Silber und Gold und die Geräte entgegen, um sie nach Jerusalem zum Haus unseres Gottes zu bringen." Zwölf Männer werden auserwählt, interessant auch die Zahl zwölf hier zu sehen, um die großen Schätze aus dem persischen Hof und aus den ganzen freiwilligen Spenden nach Jerusalem zu bringen. Sie hatten die wichtigste Aufgabe mit bei diesem Zug.
[59:35] Ein paar letzte Kommentare von Ellen White zu dieser Versammlung. "Esra hatte erwartet, dass eine große Anzahl nach Jerusalem zurückkehren werde, doch die Schar, die dem Ruf folgte, war enttäuschend klein. Viele hatten Häuser und Ländereien erworben und wollten diese Besitztümer nicht aufgeben. Sie liebten Ruhe und Bequemlichkeit und waren damit zufrieden, zurückzubleiben. Ihr Beispiel erwies sich als Hindernis für andere, die sich sonst denen angeschlossen hätten, die im Glauben voranschritten." Also einige blieben zurück, weil sie nicht wollten und andere blieben zurück, weil ihre Nachbarn zurückblieben. Wenn du nicht mitmachst, veranlasst du auch anderen, die vielleicht mitgemacht hätten, auch nicht mitzumachen.
[1:00:15] Als Esra die versammelte Schar überblickte, war überrascht, keinen der Nachkommen Levis zu entdecken. Wo blieben die Angehörigen des Stammes, der für den heiligen Tempeldienst ausgesondert worden war? Der Ruf: "Wer gehört dem Herrn an?", hätten die Leviten als erste beantworten sollen. Während und auch nach der Gefangenschaft waren ihnen viele Sonderrechte gewährt worden. Sie hatten in aller Freiheit den geistlichen Bedürfnissen ihrer Brüder in der Gefangenschaft dienen dürfen. Synagogen waren gebaut worden, in denen die Priester den Gottesdienst leiteten und das Volk unterwiesen. Die Feier des Sabbats und die Ausübung der heiligen Bräuche, die den jüdischen Glauben kennzeichneten, waren ihnen großzügig gestattet worden. Doch mit dem Wechsel der Jahre nach dem Ende der Gefangenschaft änderten sich die Verhältnisse und viele neue Verpflichtungen ruhten auf den Führern in Israel. Der Tempel in Jerusalem war wieder aufgebaut und eingeweiht worden und mehr Priester für die Durchführung seiner Gottesdienste wurden benötigt. Der Bedarf an Männern Gottes war groß, die als Lehrer des Volkes wirken konnten. Außerdem liefen die in Babylon zurückbleibenden Juden Gefahr, in ihrer religiösen Freiheit eingeschränkt zu werden.
[1:01:12] Und dann erzählt sie, was bereits durch Sacharja angekündigt worden war und auch durch Esther und Mordechai dann sich ereignet hat. Der König und seine Fürsten hatten mehr als das ihre getan, um den Weg dafür zu öffnen. Sie hatten reichlich Mittel zur Verfügung gestellt. Aber wo waren die Männer? Das war eine Frage. Die Söhne Levis versagten zu einer Zeit, in der die Entscheidung, ihre Brüder zu begleiten, andere veranlasst hätte, ihrem Beispiel zu folgen. Wer zurückbleibt, lässt andere zurückbleiben. Wer geht, reißt andere mit. Ihre seltsame Gleichgültigkeit offenbart in betrüblicher Weise die Haltung der Israeliten in Babylon gegenüber dem Ziele Gottes für sein Volk. Und dann beschreibt sie, wie Esther noch einmal diese Aufforderung an die Leviten richtet und wie einige dann kommen.
[1:01:55] Und zum Schluss noch ein kurzer Kommentar zu diesem Transport der Geräte und des Goldes und des Silbers. Wir haben noch mehr Ellen White-Zitate hier, aber die überspringen wir aus Zeitgründen, ihr könnt das alles nachlesen. Sie sagt: "Die von Esra geübte Sorgfalt bei den Vorkehrungen für den Transport und die Sicherheit des Schatzes des Herrn enthält eine Lehre, die der nachdenklichen Betrachtung wert ist. Er wählte nur Männer aus, deren Vertrauenswürdigkeit erwiesen war und sie wurden darüber aufgeklärt, welche Verantwortung auf ihnen ruhte. Durch die Ernennung von Amtsträgern zu Schatzmeistern der Güter des Herrn erkannte Esra, wie notwendig und wertvoll Ordnung und Organisation für das Werk Gottes sind."
[1:02:41] So wie damals zur Zeit von Serubabel und Jeschua, so auch hier. Kaum beginnt die Bewegung überhaupt, wird zunächst einmal auch der notwendige Schritt der Organisation und der Verantwortlichkeit besprochen. Und so wird auch die wahre Erweckung und Reformation unserer Zeit sein. Sie wird nicht unorganisiert und fanatisch sein, sondern sie wird sich durch Sorgfalt und durch Nachdenklichkeit und auch Verantwortungsgefühl auszeichnen.
[1:03:08] Damit sind wir am Ende unserer heutigen Lektion angekommen. In der nächsten Folge werden wir dann das Buch Esra abschließen und schauen, was passiert, als dieser Zug dann in Jerusalem ankommt. Die Frage heute ist: Bist du bereit, der Führung Gottes in deinem Leben zu vertrauen, anzuerkennen, dass Gott einen Plan für dich hat und dass du die Gelegenheiten nutzen möchtest, Gottes Wort anderen weiterzugeben? Möchtest du wie Esra dein Herz darauf richten, dieses Wort zu erforschen, es zu tun und andere zu lehren? Möchtest du die sich bietenden Gelegenheiten nutzen, wenn Gott Türen öffnet, hindurchzugehen, selbst wenn es nur wenige sind, die mitgehen, dass du ein Vorbild wirst für andere, die sonst zurückbleiben würden? Gott segne deine Entscheidung. Nächste Woche werden wir uns hier wieder sehen, dann um das Buch Esra abzuschließen. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.