[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu einer weiteren Folge unserer Cannstatt Study Hour Spezialserie zu den Büchern Esra und Nehemia. Wir sind mittendrin jetzt im Buch Nehemia. Wir haben letzte Woche begonnen, dieses Buch zu studieren, nachdem wir uns fünf Wochen Zeit genommen haben für Esra und gesehen haben, wie dort unter den Edikten von Kyrus, Darius dem Ersten und Artaxerxes die Israeliten in die Lage versetzt worden sind, zurückzukehren, den Tempel zu bauen und dann auch die Erlaubnis bekamen, die Stadt wieder so herzurichten, wie es das Wort Gottes sagt. Viele der Israeliten blieben aber in Babylon, und so ging das Werk nur langsam und zäh voran. Wir haben gesehen all die Widerstände, die es gab, die Probleme auch innerhalb des Volkes, und wir haben dann gesehen, wie zur Zeit Nehemias das Werk noch immer nicht abgeschlossen war, obwohl zwölf Jahre zuvor Esra mit einer neuen Gruppe gekommen war, eine Erweckung, Reformation dort erlebt hatte in Israel. Wir haben gesehen, wie im Ende 445 vor Christus Nehemia diese Nachricht von Hanani bekommt, dass die Mauern noch immer nicht aufgebaut sind, die Tore verbrannt sind, und wie er zu Gott betet und fleht, wie er weint angesichts dieser langen Verzögerung der Verheißungen Gottes, die sich schon längst hätten erfüllen können, und wie er die Verheißung Gottes in Anspruch nimmt, dann um eine Gelegenheit bittet, die Gott ihm gibt. Vier Monate später, im Frühjahr 445, als er von Artaxerxes die Erlaubnis erhält, Jerusalem endgültig wieder aufzubauen, und er dann im Sommer dort ankommt. Wir haben gesehen, wie er zunächst einmal, ohne mit den Leitern zu sprechen, sich die Mauern anschaut und genau überlegt, was zu tun ist, und dann alle Leiter zusammennimmt und sie motiviert zu diesem Werk. Wir haben auch gesehen, dass dort Sanballat und Tobia bereits als Feinde eingeführt werden in Nehemia 2, denen das Ganze missfällt. Und wollen heute jetzt in Nehemia 3, 4 und in den ersten acht Versen von Kapitel 5 sehen, wie das Ganze jetzt weitergegangen ist, wie dieses Werk in Angriff genommen worden ist. Es wird sehr, sehr spannend werden, und ich freue mich schon darauf, mit euch gemeinsam das jetzt anzuschauen.
[2:51] Wir wollen aber beginnen, natürlich, wie immer, mit einem Gebet, damit der Geist Gottes uns zeigt, was wir auch diesmal an besonderen Lektionen lernen können, die wir auch vorhaben, das Werk endlich zum Abschluss zu bringen in unserem Leben, in unseren Familien, in unseren Gemeinden. Wir möchten Gott einladen, unsere Gedanken auf ihn zu lenken. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für das Buch Nehemia, von dem wir so viel lernen können. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt zu uns sprichst durch deinen Heiligen Geist, dass wir erkennen, wie wir arbeiten sollen zu deiner Ehre, dass wir die Prinzipien sehen, die in deinem Werk gelten, dass wir ermutigt werden, voranzugehen, auch wenn es Widerstände gibt. Und wir danken dir, dass wir verwandelt werden in dein Bild, je mehr wir uns mit dir und deinem Wirken in dieser Welt beschäftigen. So bitten wir dich, dass du uns jetzt mit deinem Heiligen Geist erfüllst und dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[3:52] Wir wollen heute zunächst einmal beginnen mit Nehemia Kapitel 3. Und das scheint zunächst ein Kapitel zu sein mit lauter Namen und Aufzählungen. In Wirklichkeit ist es eines der ganz besonders großen Schätze dieses Buches, und wir wollen uns das ganz genau anschauen. Hier gibt es unglaublich viel Interessantes zu lernen. Nehemia 3, Vers 1. Und also im ganzen Kapitel sehen wir jetzt nämlich das Volk Gottes bei der Arbeit. Das sieht man gar nicht so oft im Alten Testament, das gesamte Volk am Wirken und am gemeinsam Zusammenarbeiten. Ein wunderbares Bild für unsere Zeit, in der wir auch aufgerufen sind, alle gemeinsam zu arbeiten. Nehemia 3, Vers 1.
[4:52] Als allererstes wird der Hohepriester genannt mit den restlichen Priestern. Sein Name Elijaschib bedeutet: Gott wird wiederherstellen. Was für ein interessanter Name in diesem Zusammenhang. Das Schafstor war im Norden in der Nähe des Tempels. Wir haben im Sendemanuskript wieder die gleiche Karte auch der letzten Woche nochmal abgedruckt, sodass man sich im Laufe dieses Kapitels vergegenwärtigen kann, wo die einzelnen Tore und Mauerabschnitte und Türme gewesen sind. Es beginnt im Norden und soviel kann ich schon verraten, das Kapitel beschreibt dann den Bau der Mauer im entgegengesetzten Uhrzeigersinn. Dieses Schafstor ist auch in Johannes 5 erwähnt. In der Nähe ist dort ja dann der Teich Bethesda. Es war das Tor, durch das vermutlich die Opfertiere zum Tempel gebracht wurden. Das heißt, dieser Abschnitt, der die Gemeinde Gottes beim Arbeiten zeigt, beginnt mit dem Hohen Priester und mit dem Schafstor. Als ob die Bibel uns sagen möchte, dass am Anfang eines jeden erfolgreichen Werkes das Lamm Gottes und der Hohepriester stehen. Es war dies eine Erfüllung von Jeremia 31 und dort Vers 38. Denn dort hatte der Prophet vorher gesagt, in Jeremia 31 und dort Vers 38: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da diese Stadt dem Herrn gebaut werden soll, vom Turm Hananeel, das hier erwähnt wird, bis zum Osttor.“ Ellen White kommentiert: Propheten und Könige, die Priester gehörten zu den Ersten, die von Jeremias Begeisterung und Eifer erfasst wurden. Aufgrund ihrer einflussreichen Stellung konnten diese Männer viel tun, das Werk zu fördern oder zu hindern. Von Anfang an trug ihre bereitwillige Mitarbeit nicht wenig zum Erfolg bei. Ob es einen Erfolg gibt in unseren Bemühungen, hängt nicht unwesentlich davon ab, wie sich die einflussreichen Personen unserer Gemeinde, wie die Leiter sich zu dem Auftrag stellen. Je mehr Leiter sich eifrig einbringen und mit Begeisterung und Eifer mitarbeiten, desto mehr wird auch das ganze Volk mitziehen. Vers 2. Neben ihnen bauten die Männer von Jericho und Sakur, der Sohn Imris, baute neben ihnen. Die Männer von Jericho sind auch schon in Esra erwähnt worden, wie einige derer, die jetzt hier erwähnt werden. Vers 3 und 4. Und das Fischtor bauten die Söhne Senas. Sie deckten es mit Balken und setzten seine Türflügel ein, seine Schlösser und seine Riegel. Die Balken, die gebraucht worden sind, waren ja schon in Nehemia 2 in dem Befehl von Artaxerxes oder in der Erlaubnis von Artaxerxes erwähnt worden, die Nehemia sich erbeten hatte. Er wollte ja diese Balken von dem Staatswald bekommen und hatte einen entsprechenden Antrag an den König Artaxerxes gegeben.
[7:53] Vers 5. Neben ihnen besserten die Leute von Tekoa aus, aber die Vornehmen unter ihnen beugten ihren Nacken nicht zum Dienst für ihren Herrn. Einige wenige Führer blieben der Arbeit fern, obwohl fast alle mitmachten, waren doch einige sich zu fein für diese Aufgabe. Tekoa war die Gegend, aus der Amos dann gekommen war, der Prophet. Eine Stadt, die bekannt war für ihre weisen Einwohner, aber einige hielten sich vielleicht für zu klug. Wir wissen nicht, was der genaue Grund gewesen ist, aber sie wollten nicht mitmachen. Der Nacken ist ein Symbol für das Joch. Es geht hier um Arbeit, es geht um Dienst. Auch Jesus sagte in Matthäus 11, Vers 29, dass er ein Joch hat, das leicht ist und das wir tragen sollen. In Richter 5, Vers 23 finden wir diese Idee, dass die Stadt Meros sich geweigert hat zu kämpfen in der Zeit von Debora. Und entsprechend kommentiert hier auch Ellen White, dass Gedenken an diese trägen Leute trägt den Makel der Schande und ist als Warnung für alle künftigen Generationen überliefert worden. In jeder religiösen Bewegung halten sich einige abseits und verweigern jede Hilfeleistung, obwohl sie nicht leugnen können, dass es sich um Gottes Sache handelt. Gemessen an der begeisternden Wirkung, die von Nehemia ausging, fiel das Beispiel der Vornehmen von Tekoa wenig ins Gewicht. Da kann man also froh sein, dass der Eifer von Nehemia diese Lauheit übertüncht hat oder stärker gewesen ist und dieses Negativbeispiel nicht zu sehr ins Gewicht gefallen ist.
[9:50] Vers 6. Das alte Tor besserten Jojada, der Sohn Paseas, und Mesullam, der Sohn Besodjas, aus. Sie deckten es mit Balken und setzten seine Türflügel ein, seine Schlösser und seine Riegel. Und auch hier könnt ihr auf der Karte dann noch einmal nachschauen, wo diese Tore jeweils gewesen sind. Vers 7. Neben ihnen besserte Melatja aus, der Gibeoniter, und Jadon, der Meronotiter, samt den Männern von Gibeon und von Mizpa, die der Gerichtsbarkeit des Stadthalters jenseits des Stromes unterstanden. Die Gibeoniter waren ja jene, die zur Zeit Josuas als Kanaaniter durch eine List ihr Leben gerettet hatten und Israel thronpflichtig geworden waren. Interessant ist, dass jetzt hier, Jahrhunderte später, Gibeoniter dabei sind, als die Stadt wieder aufgebaut wird, und sie ihre Arbeitskraft mit einbringen.
[10:39] Vers 8. Neben ihnen besserte Ussiel aus, der Sohn Harajas, einer der Goldschmiede. Neben ihm besserte Hananja aus, ein Salbenmischer. Sie stellten Jerusalem wieder her, bis an die breite Mauer. Hier sind Leute mit fachfremden, anderen Berufen, die sich aktiv an dem Werk beteiligen. Das war eine interessante Lektion. Man hatte nicht die Idee, dass nur gelernte Mauerbauer die Mauer bauen können, sondern auch diejenigen, die eigentlich mit ganz anderen Dingen umgingen, wie zum Beispiel mit Salben, waren hier an vorderster Front gefragt. Eine wichtige Lehre auch für unsere Zeit. Das Werk Gottes geht dann voran, wenn alle sich einbringen, nicht nur diejenigen, die vielleicht eine theologische Ausbildung genossen haben.
[11:30] Vers 9. Neben ihnen besserte Refaja aus, der Sohn Huas, der oberste des halben Bezirks von Jerusalem. Hier haben wir einen der wichtigsten Führer überhaupt, einer, der über die Hälfte von Jerusalem zu regieren hat. Wir werden sehen, immer wieder werden hier einige der wichtigsten Führer erwähnt, die an vorderster Front mitarbeiten. Dieses Kapitel ist deswegen so spannend, weil wir sehen, dass hier die verschiedensten Persönlichkeiten im Werk Gottes alle gemeinsam an dieser Mauer arbeiten und deswegen das Werk vorangeht. Einige der führenden Leiter arbeiteten an allererster Front. Eine wichtige Parallele, die in unserer Zeit auch wieder geschehen muss, dass alle sich beteiligen, auch die, die oberste Leitungsfunktion haben, an dem Aufbau des Werkes und der Fortführung und Vollendung.
[12:20] Vers 10. Neben ihnen besserte Jedaia aus, der Sohn Harumafs, und zwar gegenüber seinem Haus. Neben ihm besserte Hattusch aus, der Sohn Hasabnias. Einige arbeiteten direkt in der Umgebung ihres eigenen Heimes. Auch das ein interessantes Bild, eine Parallele in unserer Zeit. Manch einer von uns ist gerufen, direkt in seinem Umfeld, in seinem engsten Personen- und Bekanntenkreis für Gott zu wirken und so die Mauer zu bauen.
[12:54] Vers 11. Malchia, der Sohn Harims, und Haschub, der Sohn Parosch-Moabs, besserten einen weiteren Mauerabschnitt aus und den Ofenturm. Parosch-Moab, als Stammvater einer ganzen Sippe, ist uns bekannt aus Esra 2 und Esra 8. Dort war er schon erwähnt.
[13:14] Vers 12. Neben ihm besserte Schillem aus, der Sohn Halohischs, der oberste des anderen Halbbezirks von Jerusalem. Er und seine Töchter. Noch ein wichtiger Leiter. Aber interessanterweise sind auch Frauen beteiligt am Mauerbauen. Wir haben den Beweis hier auch, der Beweis, dass Frauen auch am Bau der Stiftshütte beteiligt waren. Auch das interessant, wir brauchen alle in diesem Werk: Alt und jung, Mann und Frau, Leiter und Laien.
[13:41] Vers 13. Das Tal-Tor besserten Hanun und die Bürger von Zanoach aus. Sie bauten es und setzten seine Türflügel ein, seine Schlösser und seine Riegel, dazu 1000 Ellen an der Mauer bis zum Misttor. Hier im Tal-Tor hatte Nehemia seine Erkundungstour begonnen, in Nehemia 2, Vers 13. Hier sehen wir einen besonders langen Mauerabschnitt. Nicht alle diese Verse bezeichnen gleich lange Mauerabschnitte, einige waren sehr kurz. Dieser war sehr lang. Fast 500, oder ungefähr 500 Meter Mauer werden hier von diesen Arbeitern gebaut.
[14:13] Vers 14. Das Misttor aber besserte Malchia aus, der Sohn Rechabs, der Oberste über den Bezirk Bet-Kerem. Er baute es und setzte seine Türflügel ein, seine Schlösser und seine Riegel. Hier ein weiterer Führer, der ganz aktiv an vorderster Front beteiligt war. Das Misttor war ja auch schon in Nehemia 2 erwähnt worden.
[14:39] Vers 15. Aber das Quelltor besserte Schillem aus, der Sohn Kolhose, der Oberste des Bezirks Mizpa. Er baute und überdachte es, setzte seine Türflügel ein, seine Schlösser und seine Riegel. Dazu baute er die Mauern am Teich Siloah, beim Garten des Königs bis an die Stufen, die von der Stadt Davids herabführen. Das Quelltor, das war die Gegend, wo Nehemia mit seinem Tier in Nehemia 2 nicht mehr weitergekommen war. Und Mizpa, interessanterweise, war der Versammlungsort des israelitischen Heeres im Bürgerkrieg gegen Benjamin. Der Teich Siloah ist auch verbunden mit einem Wunder Jesu in Johannes 9, Vers 7.
[15:16] Einen weiteren Obersten finden wir jetzt in Vers 16. Nach ihm besserte Nehemia aus – das ist nicht der Nehemia, der das Buch hier geschrieben hat als Leiter, sondern ein anderer Nehemia, der Sohn Asbuchs, der Oberste über die Hälfte des Bezirks Bet-Sur, bis gegenüber den Gräbern Davids und bis an den künstlichen Teich und bis an das Haus der Helden. Man lernt hier einiges über die Stadtgeografie von Jerusalem. Die Gräber Davids, das sind die Königsgräber. Das waren die einzigen Gräber, die intramural waren, das heißt innerhalb der Stadtmauern angelegt worden waren. Alle anderen Toten wurden eigentlich sonst in Israel außerhalb der Mauern, man sagt extra mural, bestattet. Diese Königsgräber sind heute nicht entdeckt, nicht archäologisch gefunden worden. Das liegt natürlich daran, dass auch Jerusalem wahnsinnig bebaut ist und das auch ein Politikum wäre. Aber zur Zeit der Apostel zu Pfingsten waren diese Königsgräber noch gut bekannt, wie uns Apostelgeschichte 2 zeigt, und sie waren allgemein bekannt, wo sie lokalisiert waren. Der künstliche Teich ist wohl vermutlich der Teich, den König Hiskia angelegt hat, wovon 2. Könige 20, Vers 20 berichtet.
[16:37] Vers 17 und 18. Nach ihm besserten die Leviten aus. Rehum, der Sohn Baenas, neben ihm besserte Hasabja aus, der oberste über die Hälfte des Bezirks Kehila für seinen Bezirk. Nach ihm besserten ihre Brüder aus. Barai, der Sohn Hinadats, der oberste über die andere Hälfte des Bezirks Kehila. Hier sind also auch nicht nur die Priester, sondern auch die Leviten involviert und weitere Oberste, die wir hier sehen. Kehila ist die Stadt, die einst David von den Philistern befreit hat.
[17:07] Vers 19. Neben ihm besserte Eser, der Sohn Jeschuas, der oberste von Mizpa, einen weiteren Mauerabschnitt aus, gegenüber dem Aufstieg zum Zeughaus am Winkel. Wie wir hier also sehen, gibt es wohl einen obersten von Mizpa hier in Vers 19, aber auch einen obersten des Bezirks Mizpa, den wir schon in Vers 15 kennengelernt haben. Und dieser Winkel war ein ganz bestimmter Mauerabschnitt im Osten Jerusalems, den wir auch in 2. Chronik 26, Vers 9 finden, wo offensichtlich die Mauer so in einem gewissen Winkel verlaufen ist.
[17:44] Vers 20. Nach ihm besserte Baruch, der Sohn Sabbais, mit Eifer einen weiteren Mauerabschnitt aus, vom Winkel bis an die Haustür Eljaschibs, des Hohen Priesters. Man kann hier richtig entlang der Mauer gehen und sehen, wo die verschiedenen Leute was gebaut haben, wie lang und mit welchen Details. Man sieht das Volk Gottes bei der Arbeit und zwar, wie es hier heißt, mit Eifer. Die Bibel sagt uns, dass wenn wir etwas zu tun sehen, wir es mit aller Kraft tun sollen. Wir sollen dem Eifer nicht nachlassen, sagt Paulus in Römer 12, Vers 11. Hier wird gebaut unter der Führung des Heiligen Geistes. Fast alle sind beteiligt. Sie arbeiten harmonisch zusammen, und sie tun es mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele. Was für eine Ermutigung für uns in unserer Zeit, in der wir vielleicht auch uns danach sehnen, dass es solch eine Erweckung wieder gibt, wo alle gemeinsam zusammenarbeiten, jeder an seinem Abschnitt sozusagen, und wo alle füreinander einstehen und mit ihren Gaben und Fähigkeiten sich einbringen, damit das Werk abgeschlossen wird. Mit Eifer hat dieser Baruch gearbeitet, und von ihm wollen wir lernen, mit Hingabe am Werk Gottes zu arbeiten. Was interessant ist, er arbeitet hier, wie es heißt, bis an die Haustür Eljaschibs, des Hohen Priesters. Den haben wir schon kennengelernt, denn der hat schon in Vers 1 ganz woanders, im Norden der Stadt, in der Nähe des Heiligtums des Tempels gebaut. Wir haben ja gesehen und werden noch sehen, dass einige immer auch Mauerabschnitte gebaut haben, die direkt ihrem Haus gegenüber waren und in der Nähe ihres Hauses waren. Aber der Hohepriester baute nicht dort, wo sein Haus war, was er hätte tun können, sondern er baute dort, wo der Tempel gewesen ist. Auch das eine interessante Lektion. Der Hohepriester hat nicht dort gearbeitet, wo es am einfachsten für ihn gewesen wäre, sondern er hat sich verantwortlich gefühlt für den Mauerabschnitt, der direkt dem Tempel gegenüber war.
[19:54] Vers 21 und 22. Nach ihm besserte Meremot, der Sohn Urias, des Sohnes des Hakoz, einen weiteren Mauerabschnitt aus, von der Haustür Eljaschibs bis an das Ende des Hauses Eljaschibs. Nach ihm besserten die Priester aus, die Männer aus der Ebene. Dieser Meremot ist deswegen interessant, weil er bereits einmal vorkam. Das kommt einem beim ersten Lesen so vielleicht gar nicht direkt vor Augen. In Vers 4 dort stand nämlich: „Neben ihnen besserte Meremot, der Sohn Urias, des Sohnes des Hakoz, aus.“ Wir haben hier also jemanden, der an zwei Mauerabschnitten gebaut hat. Einige wenige hatten gar nicht gearbeitet, die vorne im Osttor. Dafür gab es andere, die taten quasi die doppelte Arbeit. Und man merkt schon, wie realistisch das ist und wie sehr das so auch auf unsere Gemeinde zutrifft und zutreffen kann. Aber es gibt noch mehr über diesen Meremot zu sagen. Er ist nämlich ein Sohn des Hakoz. Und wenn man diese auf den ersten Blick so langweilige Liste mit der so angeblich langweiligen Liste in Esra 2 vergleicht, entdeckt man eine wirklich kostbare Wahrheit. In Esra 2, Vers 61 heißt es über diese Söhne des Hakoz und von den Söhnen der Priester: „Die Söhne Habajas, die Söhne des Hakoz, die Söhne Basilleis, die von den Töchtern Basilleis des Gileaditers eine Frau genommen hatten und nach deren Namen genannt worden waren.“ Vers 62: „Diese suchten ihr Geschlechtsregister und als sie es nicht fanden, wurden sie als unrein vom Priestertum ausgeschlossen.“ Ausgerechnet einer von denen, der vielleicht ein Priester gewesen war, aber es nicht mehr nachweisen konnte und deswegen nicht mehr Priester sein konnte. Der vielleicht hätte sagen können: „Na ja, wenn ihr nicht wollt, dann will ich auch nicht.“ Jemand, der sich vielleicht hätte berufen können auf seine alte Tradition und beleidigt gewesen sein hätte können, dass er nicht Priester sein konnte. Gerade er, dieser Meremot, baut an zwei Mauerabschnitten und baut sogar direkt die Mauer am Haus des Hohen Priesters. Von Meremot kann man etwas lernen. Er hat zwar nicht in dem Amt arbeiten können, das ihm vielleicht zugestanden hätte, aber das hat ihn nicht davon abgehalten, mit doppeltem Eifer zu arbeiten und auch für den Priester zu arbeiten, für den er eigentlich, zu dem er eigentlich hätte gehören können, möglicherweise.
[22:21] Vers 23 und 24. Nach ihnen besserten Benjamin und Haschub ihrem Haus gegenüber aus. Nach ihnen besserte Assaja aus, der Sohn Maasejas, des Sohnes Ananias, bei seinem Haus. Nach ihnen besserte Binnui, der Sohn Henadats, einen weiteren Mauerabschnitt aus, vom Haus Assajas bis zum Winkel und bis an die Ecke. Hier sieht man wieder in Vers 23, wie jemand seinem eigenen Haus gegenüber ausbessert.
[22:51] Vers 25. Palal, der Sohn Usais, besserte gegenüber dem Winkel und dem oberen Turm aus, der am Haus des Königs vorspringt, bei dem Kerkerturm. Nach ihm Pedaja, der Sohn des Parosch. Das Haus des Königs, das war von den Babyloniern verbrannt worden, wie uns Jeremia 39 und auch Jeremia 22 sagt. Und der Kerkerturm, das ist genau der Kerkerturm wohl, in dem Jeremia gefangen gehalten worden war.
[23:24] Vers 26. Die Tempeldiener aber wohnten auf dem Ofel bis gegenüber dem Wassertor im Osten und dem vorspringenden Turm. Die Tempeldiener kennen wir schon aus Esra 2. Vers 43 haben ja dort schon einiges dazu kommentiert.
[23:37] Vers 27. Nach ihm besserten die Leute von Tekoa einen weiteren Mauerabschnitt aus, gegenüber dem großen vorspringenden Turm und bis an die Ofenmauer. Und jetzt haben wir schon einen Blick dafür. Auch die Männer von Tekoa waren ja in Vers 5 schon aktiv. Auch sie bauen einen weiteren Mauerabschnitt. Einige von ihnen, einige der Vornehmen, arbeiten gar nicht. Aber andere aus Tekoa arbeiten dafür an zwei Abschnitten.
[24:02] Vers 28. Vom Osttor an besserten die Priester aus, jeder seinem Haus gegenüber. Da haben wir wieder diese Idee des Osttors. Kennen wir auch aus Jeremia 31.
[24:15] Vers 29. Nach ihnen besserte Zadok aus, der Sohn Imers, seinem Haus gegenüber. Nach ihm besserte Schemaja aus, der Sohn Haschanias, der Hüter des Osttors. Möglicherweise ist dieser Haschanja derselbe, der Esra bei dessen Reform bezüglich der Mischehen unterstützte. Ganz klar ist das nicht. Das Osttor liegt gegenüber vom Ölberg.
[24:43] Vers 30. Nach ihm besserten Hananja, der Sohn Schillemjas, und Hanun, der sechste Sohn Salafs, einen weiteren Mauerabschnitt aus. Nach ihm besserte Meschelam aus, der Sohn Berechjas, gegenüber seiner Tempelkammer. Auch Meschelam hatte bereits einen anderen Tempelabschnitt in Vers 4. Hier haben wir also noch jemanden, der einen zweiten Abschnitt unter sich hatte. Und das zeigt uns, dass das also kein Einzelfall war, dass einige tatsächlich an mehreren Fronten arbeiteten.
[25:16] Vers 31. Nach ihm besserte Malchia, ein Goldschmied, aus, bis an das Haus der Tempeldiener und der Händler, dem Tor Mifkad gegenüber bis zum Obergemach an der Mauerecke. Das Tor Mifkad war direkt neben dem Schafstor, und damit sind wir jetzt fast wieder an dem Ausgangspunkt angekommen, nämlich im nächsten Vers.
[25:36] Vers 32. Und zwischen dem Obergemach an der Mauerecke und dem Schafstor besserten die Goldschmiede und die Händler aus. Wir sind jetzt einmal gegen den Uhrzeigersinn von Norden über Westen, über Süden und dann über Osten wieder im Norden von Jerusalem angekommen. Man kann das auf der Karte noch mal ganz genau nachvollziehen, wo da wer gebaut hat. Sehr interessant. Und wir sehen, die gesamte Stadt ist mit einer Mauer umgeben, an der jetzt gemeinsam gebaut wird. Es geht wirklich voran. Dieses Kapitel, auch wenn es so viele Namen hat, das pulsiert förmlich. Der Heilige Geist hat die Gemeinde ergriffen, unter der weisen Führung Nehemias wird jetzt gebaut, und wir sehen viele Prinzipien hier, die wir übertragen können in unsere Zeit, von der wir lernen können in diesem Wiederaufbau des Werkes Gottes, in der Vollendung dieser Mission.
[26:32] Vers 33. Und es geschah, als Sanballat hörte, dass wir die Mauer bauten, da wurde er zornig und ärgerte sich sehr und spottete über die Juden. Sobald das Werk so richtig beginnt, nimmt auch der Widerstand zu. Am Anfang hatten wir gelesen in Nehemia 2, dass es dem Sanballat missfiel. Dann haben wir gesehen, dass sie gespottet haben am Ende von Nehemia 2. Jetzt heißt es, dass er zornig wird, ärgerlich. Wir sehen, wie die Eskalation zunimmt. Über Sanballat haben wir schon einiges gesagt.
[27:04] Vers 34. Und er sprach vor seinen Brüdern und den Kriegsleuten von Samaria: Was machen die ohnmächtigen Juden? Soll man sie gewähren lassen? Werden sie ein Opfer darbringen? Also das meint höchstwahrscheinlich dann ein Opfer als Dank für die Vollendung des Werkes. Werden sie es eines Tages vollenden? Werden sie die Steine aus dem Schutthaufen wiederbeleben, da sie doch verbrannt sind? Auch hier ist eine sehr interessante Idee. Die Steine sind durch die Verbrennung damals, durch die Babylonier, eigentlich unbrauchbar gemacht worden. Und das zeigt, wie ungeheuer schwierig dieser Wiederaufbau ist. Man hat nicht einfach die tollsten Ressourcen, sondern man muss mit sehr schlechtem Material eigentlich arbeiten. Und trotzdem arbeitet das ganze Volk an allen Fronten gemeinsam in dieser Sache. Die Juden, so sagt er, seien ohnmächtig. Aber Gott hatte bereits durch den Propheten Sacharja Jahrzehnte vorher verheißen, in Sacharja Kapitel 12 und dort Vers 8: „An jenem Tag wird der Herr die Einwohner Jerusalems beschirmen, so dass an jenem Tag der Schwächste unter ihnen sein wird wie David, und das Haus David wie Gott, wie der Engel des Herrn, vor ihnen her.“ Gott hatte verheißen, dass selbst der Schwächste unter Gottes Schutz am Werk vorangehen kann und es tun kann. Und dass egal, wie schwach und ohnmächtig wir in den Augen der Welt sein mögen, wenn wir uns Gott ganz anvertrauen, kann er dieses Werk vollenden und er wird es tun. Und dazu hat er sich gerade die Schwachen der Welt erwählt, so wie Paulus sagt in 1. Korinther 1, Vers 27.
[28:49] Vers 35. Und Tobia, der Ammoniter, war bei ihm und sprach: Mögen sie bauen, was sie wollen. Wenn ein Fuchs hinaufklimmt, würde er ihre steinerne Mauern zerreißen. Da sieht man den Spott über die scheinbare Unfähigkeit Israels, etwas, das es immer wieder auch gegeben hat. Wir haben ja auch andere Beispiele im Sendemanuskript geschrieben.
[29:16] Vers 36. Hier ist jetzt das Gebet von Nehemia angesichts dieses Widerstandes: „Höre, unser Gott, wie verachtet wir sind, und lass ihre Schmähung auf ihren Kopf zurückfallen und gib sie der Plünderung preis in einem Land der Gefangenschaft.“ Es gibt einige Psalmtexte, die wir hier notiert haben, wo es darum geht, dass man manchmal reichlich gesättigt ist mit Spott und Verachtung. Dass, wenn man sich im Werk des Herrn einsetzt, man wirklich ein gerütteltes Maß bekommt von Kritik und von Spott. Und gerade Spott ist etwas, mit dem man manchmal schwer umgehen kann, und deswegen setzt es der Satan auch so oft ein, wie wir noch sehen werden.
[30:00] Vers 37. Und decke ihre Schuld nicht zu und lass ihre Sünde vor dir nicht ausgetilgt werden, denn sie haben dich vor den Bauleuten herausgefordert. Es gibt immer wieder auch in der Bibel solche Stellen, Jeremia 18, Vers 23 zum Beispiel, wo Jeremia sagt: „Sie haben mir nach dem Leben getrachtet, Herr, tilge das nicht!“ Oder auch Paulus in 2. Timotheus 4, Vers 14, wo er sagt, dass Gott dem Alexander, dem Schmied, der ihm viel Böses getan hat, dass er diesem Alexander nach seinen Werken vergelten solle. Die Idee ist hier nicht, dass plötzlich die Liebe keine Rolle mehr spielt, aber die Idee ist, dass die Gerechtigkeit auch eine Strafe für die Sünde fordert. Wenn diese Menschen umkehren, wenn sie sich bekehren, dann wird Gott jede Sünde vergeben, und dann sind auch Nehemia und Jeremia und Paulus die ersten, die sich freuen, dass Menschen sich zu Gott kehren. Aber wenn Menschen gegen Gott kämpfen und keine Spur von Reue zeigen, dann fordert die Gerechtigkeit auch Strafe für die Sünde. Sanballat und Tobia haben also aktiv versucht, die Israeliten durch Spott zu entmutigen und Gottes Wirken damit kleinzureden. Manch einer wird durch Spott und Verachtung vom Weg abgebracht, der durch bloßen Widerstand nicht abgebracht worden wäre. Der Satan weiß das. Er weiß, dass manchmal Druck ausreicht, aber bei manchen hilft dann eher Spott und Verachtung, denn wir möchten nicht gerne ausgelacht werden. Aber hier hat es nichts geholfen, denn hier war das Volk Gottes jetzt unter der Führung Nehemias, erweckt vom Heiligen Geist, bereit, weiterzumachen.
[31:46] Vers 38. Wir aber bauten an der Mauer, und die ganze Mauer schloss sich bis zur halben Höhe, und das Volk gewann Mut zur Arbeit. Wörtlich: Das Volk hatte ein Herz zu arbeiten. Als es plötzlich sieht, dass es etwas bringt, wenn man unter der Führung Gottes gemeinsam arbeitet und wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, dass plötzlich Ergebnisse sichtbar sind, da bekommt das Volk Mut. Es geht rasch voran und das bringt Freude, so auch in der Zeit des Kias, als damals es eine Freude gab, weil das Werk rasch voran ging, weil Gott am Wirken war. In Philipper 2, Vers 13, da sagt uns Paulus, dass Gott das Wollen und das Vollbringen schenkt. Und Hebräer 13, Vers 21 gibt uns diese wunderbare, schöne Verheißung. Hebräer 13, Vers 21: „Er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist durch Jesus Christus. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“ Es geht hier nicht um einen Aktionismus, mit dem man Gott beeindrucken kann, sondern es geht darum, die Verheißungen Gottes in Anspruch zu nehmen, ihm zu glauben, dass er das Werk fortführen möchte, dass er es vollenden möchte, dass er es kann. Es geht darum, sich ihm zur Verfügung zu stellen, damit er in uns durch seine Gnade, durch seinen Heiligen Geist das tun kann, was wir immer vergeblich versucht haben, alleine zu tun. Mit Gott geht dieses Werk schnell und effektiv voran. Alles, was er braucht, sind Menschen, die bereit sind, mit ihm mitzuarbeiten. Ellen White sagt, es wäre sowohl der Jugend wie auch den Eltern und Lehrern dienlich, wenn sie sich mit dem beschäftigen, was die Heilige Schrift über Zusammenarbeit lehrt. Man lese, wie die Mauern Jerusalems von den heimgekehrten Gefangenen widerrichtet wurden und zwar inmitten von Armut, Beschwerden und Gefahr. Die große Aufgabe wurde erfolgreich durchgeführt, denn das Volk gewann ein Herz zu arbeiten. Dieses Werk in der Endzeit, der Auftrag, den Jesus uns gegeben hat, in alle Welt das ewige Evangelium zu verkündigen, kann nur beendet werden, wenn wir die Lektion der Zusammenarbeit endlich lernen.
[33:56] Kapitel 4, Vers 1. Und es geschah, als Sanballat und Tobia und die Araber, die Ammoniter und die Aschdoditer hörten, dass die Wiederherstellung der Mauer von Jerusalem Fortschritt und dass die Lücken sich zu schließen begannen, da wurden sie verzornig. Der Widerstand geht in die nächste Stufe. Jetzt gibt es großen Zorn. Die Aschdoditer waren Philister, die in der Stadt Aschdod wohnten, eine Stadt der Philister, wie man auch in Sacharja 9, Vers 6 und anderen Stellen nachlesen kann. Das heißt, die Aschdoditer, die Philister, die sind westlich von Jerusalem. Die Samariter, also Sanballat und seine Leute, sind nördlich. Die Ammoniter liegen im Osten und die Araber waren vermutlich auch so im Südosten und im Süden. Das heißt, die Israeliten in Jerusalem waren von allen vier Himmelsrichtungen gleichzeitig bedroht. Es gibt Widerstand. In 1. Mose 3, Vers 15 lesen wir, dass Gott selbst, indem er Mensch wurde und den Satan besiegte, er selbst den Widerstand Satans spürte, der ihn in die Ferse stach. Wann immer Gott in dieser sündigen Welt eingreift, gibt es Widerstand. Und deswegen lesen wir auch in Offenbarung 12 und dort Vers 17, dass auch die Gemeinde, die das Werk beenden wird, einen Kampf vor sich hat. In Offenbarung 12, Vers 17: „Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.“ Man wird dieses Werk hier in der Endzeit nicht abschließen können, ohne dass es erbitterten Widerstand gibt.
[35:33] Vers 2. Und sie verschworen sich alle miteinander, dass sie kommen und gegen Jerusalem kämpfen und Verwirrung anrichten wollten. Das hier war keine Verschwörungstheorie, das war eine echte Verschwörung gegen die Gemeinde Gottes. Psalm 2 sagt uns, dass die Könige der Erde, die Fürsten sich verabreden gegen Gott. Und doch sagt Gott in Jesaja 8, Vers 10, dass die geschmiedeten Pläne scheitern werden, weil Gott mit seinem Volk ist.
[35:55] Vers 3. Wir aber beteten zu unserem Gott und stellten Wachen gegen sie auf, Tag und Nacht, zum Schutz vor ihnen. Eine Lehre ist: Bete und wache, Tag und Nacht. Jesus sagt, dass wir wachen sollen und beten sollen, damit wir nicht in Versuchung fallen. Petrus sagt, dass wir wachen sollen, weil der Satan umhergeht wie ein brüllender Löwe. Gott hat verheißen, dass er uns rettet, wenn wir ihn anrufen in der Zeit der Not. Jesus betete manchmal in besonderen Situationen die ganze Nacht. Ellen White, Propheten und Könige, Gottes Arbeiter mögen ihre Aufgabe ruhig fortsetzen, indem sie durch ihre Anstrengungen jene Unwahrheiten widerlegen, die böswillig zu ihrem Schaden erfunden werden. Wie die Bauleute auf den Mauern Jerusalems dürfen sie sich durch Drohungen, Spott oder Lüge einfach nicht von ihrer Arbeit ablenken lassen. Nicht einen Augenblick sollten sie in ihrer Umsicht oder Wachsamkeit erlahmen, denn ständig sind ihnen Feinde auf der Spur. Stets müssen sie ihr Gebet zu Gott richten und Tag und Nacht wachen zum Schutz vor ihnen aufstellen. Mehr Zitate, auch englische Zitate, hier im Sendemanuskript könnt ihr dann selbst lesen.
[37:08] Denn jetzt gibt es eine Krise. Vers 4. Und Juda sprach: „Die Kraft der Lastträger wankt, und es gibt so viel Schutt. Wir können nicht an der Mauer bauen.“ Jetzt, als der Druck von außen zunimmt, gibt es dieses Gefühl im Volk: Es ist doch zu schwer, es wird zu viel, wir schaffen es nicht. Wie oft haben wir in den Gemeinden damit zu kämpfen, dass, wenn es eine Erweckung gibt und dann das Werk vorangeht, plötzlich dieses Gefühl sich breit macht: Ach, es ist zu schwer, zu kompliziert, es wird nicht klappen, wir sind zu schwach. Die erste Generation der Israeliten glaubte, dass man nicht Kanaan einnehmen könne. Auch in der Zeit von Haggai war man nicht der Meinung, dass das Werk jetzt getan werden müsste. Das heißt hier, im großen Kampf in Bezug auf die frühe Christenheit, das frühe Mittelalter, die wenige Treuen, die auf den wahren Grund bauten, wurden verwirrt und gehindert, als das Durcheinander falscher Lehre das Werk lähmte. Gleich den Bauleuten auf den Mauern Jerusalems in den Tagen Nehemias waren einige bereit zu sagen: „Die Kraft der Träger ist zu schwach und der Schutt ist zu viel, wir können an der Mauer nicht bauen.“ Immer wieder ist in der Kirchengeschichte, in der Geschichte des Volkes Gottes diese Idee vorgebracht worden: Das Werk ist zu anstrengend. Sei darauf bedacht, wenn du eine Führungsrolle einnehmen möchtest in der Endzeit, in dem Werk Gottes, es wird immer die Meinung geben, das Werk sei unmöglich zu schaffen, die Gemeinde habe nicht die nötigen Ressourcen. Währenddessen verschwören sich die Feinde zum Gegenangriff.
[38:43] Vers 5. Unsere Widersacher aber sprachen: „Die sollen es nicht wissen, noch sehen, bis wir mitten unter sie gekommen und sie erschlagen und dem Werk ein Ende machen.“ Wesentliche Elemente des Widerstandes gegen Gottes Werk sind gar nicht offen sichtbar. Es gab eine geheime Verschwörung gegen Paulus. Ahitophel hatte dem Absalom geraten, den geschwächten David mit einem Überraschungsangriff zu besiegen.
[39:12] Vers 6. Aber als die, als aber die Juden, die in ihrer Nähe wohnten, kamen und es uns wohl zehnmal sagten, von allen Orten her: „Wohin ihr euch auch wenden mögt, ziehen sie gegen uns, von allen Orten, aus allen Himmelsrichtungen, ziehen sie auf Jerusalem.“ Zehnmal, das ist eine Zahl, die oft auch im Zusammenhang mit Übermaß und mit dem Erreichen einer kritischen Grenze erwähnt wird. Wir haben die Beispiele hier im Sendemanuskript. Leiterschaftslektion Nummer 24: Nimm Warnungen ernst.
[39:42] Vers 7. Da stellte ich das Volk nach ihren Geschlechtern an die tieferen Stellen hinter den Mauern, an die offenen Plätze und stellte sie auf mit ihren Schwertern, Speeren und Bögen. Ergreife Vorsichtsmaßnahmen für den Notfall. Und ich besah und machte mich auf und sprach zu den Vornehmsten und zu den Vorstehern und zu dem übrigen Volk: „Fürchtet euch nicht vor ihnen. Gedenkt an den großen, furchtgebietenden Herrn und kämpft für eure Brüder, eure Söhne und eure Töchter, eure Frauen und eure Häuser.“ Ermutige, indem du den Blick auf Gott richtest und den Mitarbeitern im Werk eine Vision gibst, für die es sich lohnt zu kämpfen. Fürchtet euch nicht. Wie oft hatte Gott das sagen lassen, der ersten Generation, der zweiten Generation des Auszugs. Durch Josua war es gesagt worden: „Fürchtet euch nicht.“ Oder dem Josua war es auch gesagt worden. Zur Zeit Hiskias. Immer wieder, wir haben ja einige Beispiele angeführt im Sendemanuskript, sagt Gott seinem Volk angesichts des Widerstandes: „Fürchtet euch nicht.“
[40:47] Vers 9. Und es geschah, als unsere Feinde hörten, dass es uns bekannt geworden war und dass Gott ihren Rat zunichte gemacht hatte, da kehrten wir alle wieder zur Mauer zurück, jeder an seine Arbeit. Gott sorgte dafür, dass die Pläne des Feindes zunichte gemacht worden sind. Psalm 33, Vers 10 sagt, dass Gott die Pläne der Heiden zunichte macht. Wir müssen gar nicht alle letzten Details jeder Verschwörung wissen, weil Gott sich um die Verschwörung kümmert. Wir müssen uns darum kümmern, dass gebaut wird und dass unsere Gemeinde verteidigt wird. Darum müssen wir uns kümmern. Die Details der Verschwörung, darum kümmert sich Gott. Das ist seine Sache. Er lässt die Pläne scheitern, weil er mit seinem Volk ist. Es gibt nämlich keinen Rat, sagt die Bibel, gegen Gott. Und wenn der Notfall vorbei ist, heißt es gleich weiterarbeiten.
[41:32] Vers 10. Und von jenem Tag an geschah es, dass die Hälfte meiner Diener an dem Werk arbeitete, während die andere Hälfte mit Schwertern, Schilden, Bögen und Brustpanzern bewaffnet war. Und die Obersten standen hinter dem ganzen Haus Juda. Jetzt findet der Bau und der militärische Schutz statt. Das bindet aber zusätzlich personelle Kräfte. Vorher dachte das Volk, dass sie zu wenig Kraft haben. Jetzt haben sie noch mehr Ressourcen gebunden, weil einige jetzt die Waffen tragen müssen. Und trotzdem geht das Werk voran. Lerne, lieber Freund, liebe Freundin: Mit Gottes Hilfe kann das Volk sehr viel mehr tun, als es selbst für möglich hält. Die Lastträger, die vorher noch wankten, die arbeiten jetzt sogar mit einem Schwert in der Hand.
[42:12] Vers 11. Die an der Mauer bauten und die Lastträger, die aufräumten, verrichteten mit der einen Hand die Arbeit, während sie mit der anderen die Waffe hielten. Gott schenkt extra Kraft. Und wenn wir denken, wir können nicht mehr, hat Gott noch Ressourcen, von denen wir gar nicht glaubten, dass sie möglich sind. Das alles ist die Erfüllung von Daniel 9, Vers 25, wo gesagt worden war, durch den Engel Gabriel in Daniel 9 und dort Vers 25: „So wisse und verstehe: Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten, vergehen sieben Wochen und 62 Wochen; Straßen und Gräben werden wieder gebaut, und zwar in bedrängter Zeit.“ Es war wahrhaftig eine bedrängte Zeit. Sie bauten an den Straßen, an den Mauern, an den Toren. Und Paulus ermutigt den Timotheus, als guter Streiter Jesu, als guter Soldat für Jesus Christus, Widrigkeiten zu erdulden. Man muss die Gemeinde und die Wahrheit gleichzeitig bauen und verteidigen.
[43:25] Vers 12. Und von den Bauleuten hatte jeder sein Schwert an die Seite gegürtet und baute so. Der Schofarhornbläser aber stand neben mir. Die Trompeten sind ja ein Signalinstrument. In 4. Mose 10, Vers 9 wird gesagt, dass angesichts des Feindes die Trompeten geblasen werden sollen, und dann wird Gott sein Volk retten.
[43:49] Vers 13. Und ich sprach zu den Vornehmsten und zu den Vorstehern und zum übrigen Volk: „Das Werk ist groß und weit, und wir sind auf der Mauer zerstreut und weit voneinander entfernt.“ Habe als Leiter einen Blick für die Größe und die Weite des Werkes.
[44:01] Vers 14. „An dem Ort, von dem ihr nun den Schall des Schofarhorns hören werdet, dort sammelt euch zu uns. Unser Gott wird für uns kämpfen.“ Diese Verheißung hat Gott immer und immer wieder gegeben. Als Israeliten vor dem Roten Meer standen, hat Mose gesagt: „Gott wird für uns kämpfen.“ Das war die Verheißung an die erste Generation, als sie Richtung Kadesch-Barnea gingen. Das war die Verheißung an die zweite Generation, wenn es im Kampf gegen die Feinde in Kanaan ging. Das war die Verheißung, die immer und immer wieder den Israeliten gegeben worden war. Auch Sacharja hatte das verheißen in Sacharja 14 und dort Vers 3, einige Jahrzehnte zuvor. Sacharja 14 und dort Vers 3 heißt es: „Aber der Herr wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie damals am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht.“ Ellen White sagt: „Der Glaube antwortet heute mit Nehemia: Unser Gott wird für uns streiten, denn Gott ist in seinem Werk, dessen guten Abschluss niemand verhindern kann.“ Lieber Freund, liebe Freundin, dieses Werk, diese Mission, die drei Engelsbotschaft wird erfolgreich abgeschlossen. Keine Verschwörung dieser Welt, kein Widerstand, auch kein interner Gemeindestreit wird es dauerhaft verhindern können. Gott kommt an sein Ziel und er sucht Mitarbeiter, die ihm das glauben und mit ihm zusammenarbeiten.
[45:23] Vers 15. So arbeiteten wir an dem Werk, während die eine Hälfte die Sperre hielt, vom Aufgang der Morgenröte bis zum Hervorkommen der Sterne. Da blieb keine Zeit für etwas anderes. Die Arbeit am Werk Gottes hatte zeitlich die oberste Priorität. Und Paulus, der mehr gearbeitet hat als alle anderen, wusste, es war nicht seine eigene Kraft, sondern es war Gottes Kraft. Er arbeitete nicht, um Gott zu überzeugen, sondern er arbeitete mit Gott zusammen, und Gottes Gnade in ihm wirkte mehr, als andere erreichen konnten.
[45:51] Vers 16. Auch sprach ich zu jener Zeit zum Volk: „Ein jeder bleibe mit seinem Diener über Nacht in Jerusalem, damit sie bei Nacht Wache halten und bei Tag die Arbeit verrichten.“ Die Stadt musste 24 Stunden lang bewacht werden. Für die Zeitdauer des Mauerbaus, so scheint es, sind die Arbeiter, die von außerhalb kamen, nicht einmal nach Hause gegangen.
[46:16] Vers 17. Und weder ich, noch meine Brüder, noch meine Diener, noch die Männer der Wache in meinem Gefolge zogen unsere Kleider aus. Jeder hatte seine Waffe bei sich und Wasser. Niemand nahm sich aus. Nehemia und sein Stab arbeiten genauso an der vordersten Front wie alle anderen Obersten und Priester und Leviten und alle anderen normalen Fußsoldaten, in Anführungsstrichen. Eine wichtige Lektion ist: Genehmige dir keine extra Privilegien als Leiter, sondern arbeite genauso wie alle anderen. Das wird deine Mitarbeiter inspirieren.
[46:51] Kapitel 5, Vers 1. Es erhob sich aber ein großes Geschrei des Volkes und ihrer Frauen gegen ihre Brüder, die Juden. Mitten in dieser angespannten Zeit, mitten in dieser spannenden Zeit, als die Mauer wächst, Tag für Tag und mit militärischer Präzision das Ganze behütet und beschützt wird, mitten in dieser Zeit, als man keinen Streit gebrauchen könnte, bricht ein Streit mitten in der Gemeinde aus. Sei darauf gefasst, dass, wenn alle äußeren Anschläge abgewehrt sind und das Werk vorangeht, es dennoch Streit zwischen den Geschwistern geben kann. Oh ja, sie arbeiten alle gemeinsam und streiten jetzt doch miteinander. Das Geschrei ist natürlich ein Ausdruck, dass es hier Ungerechtigkeiten gibt, die beklagt werden. Es geht um die Armen, denen sollte geholfen werden. 5. Mose hatte gesagt, in 5. Mose 15, Verse 7 bis 11, dass man das Herz den Armen gegenüber nicht verhärten soll.
[47:46] Was war passiert? Vers 2. Und etliche sprachen: „Wir, unsere Söhne und unsere Töchter sind viele, und wir müssen uns Getreide beschaffen, damit wir zu essen haben und leben können.“ Offensichtlich gab es nicht ausreichend Ernten genug für jedermann. Das Getreide musste zugekauft werden, und das war für große Familien eine enorme Herausforderung.
[48:07] Vers 3. Andere sprachen: „Wir mussten unsere Äcker, unsere Weinberge und unsere Häuser verpfänden, damit wir Getreide bekommen in der Hungersnot.“ Halten wir fest: Die Stadt wird unter großem Druck von außen aufgebaut, während eine Hungersnot ihren Tribut fordert. Widrige Umstände sind keine Entschuldigung für die Vernachlässigung des Werkes Gottes. Nehemia hat nämlich gesagt: „Lasst uns erstmal abwarten, ob wir in den nächsten Jahren bessere Ernten haben.“ Jetzt sollte gebaut werden, ganz egal, wie die wirtschaftliche Lage war. Aber das erforderte, dass alle zusammenrücken, und zwar nicht nur beim Mauerbau, sondern auch in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen, in ihrem wirtschaftlichen Auskommen.
[48:52] Vers 4. Etliche sprachen: „Wir haben uns Geld leihen müssen auf unsere Äcker und unsere Weinberge, damit wir dem König die Steuern zahlen können.“ Für manche war die persische Steuerlast zu schwer. Und jetzt kommt es, Vers 5. „Nun sind ja unsere Brüder vom gleichen Fleisch und Blut wie wir, und unsere Kinder sind wie ihre Kinder. Und siehe, wir müssen unsere Söhne und unsere Töchter in die Leibeigenschaft bringen. Und von unseren Töchtern sind schon etliche zu leibeigenen Mägden geworden. Und es steht nicht in unserer Macht, es zu verhindern, da ja unsere Äcker und Weinberge bereits anderen gehören.“ Hier arbeiten Männer und Frauen nebeneinander unter Einsatz ihres Lebens für den Aufbau des Werkes und haben trotzdem den Nerv, gegenseitig die Söhne und Töchter in die Gefangenschaft zu verkaufen. Schuldknechtschaft war ein systemisches Problem. An der Stelle gibt es eine faszinierende Parallele, die wir am Ende noch kurz anschauen wollen. In Jesaja 58, und dort in Vers 7. Jesaja 58, Vers 7 spricht ja von dem Fasten, dem wahren Fasten. Und Jesaja sagt hier: „Und die Inspiration des Heiligen Geistes über das wahre Fasten: Besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und Arme, Verfolgte, in dein Haus führst? Dass, wenn du einen Entblößten siehst, du ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst?“ Gegen dieses Prinzip hatten Israeliten verstoßen. Aber das ist so interessant, weil im selben Kapitel geht es ja dann um den Aufbau der Trümmer in Vers 12. „Und die aus dir hervorgehen, werden die Trümmer der Vorzeit wieder aufbauen. Du wirst die Grundmauern früherer Geschlechter wieder aufrichten. Man wird dich nennen: ‚Der die Breschen vermauert und die Straßen wieder herstellt, damit man dort wohnen kann.‘“ Es geht um diejenigen, die die Stadt Jerusalem wieder aufbauen. Und um sie wieder aufzubauen, müssen sie Jesaja 58 verstanden haben. Und jeder, der sich ein bisschen auskennt mit Ellen White und mit der Endzeit-Prophetie, bei dem muss es jetzt klingeln. Denn Jesaja 58 ist das entscheidende Kapitel in den Schriften von Ellen White für die medizinische Missionsarbeit und für eine Geisteshaltung, eine Grundhaltung den Mitmenschen gegenüber. Ohne die, sagt Ellen White, kann das Werk nicht vollendet werden. Interessanterweise geht es dann in Jesaja 58 auch noch um den Sabbat ganz am Ende. Und wir werden sehen, in Nehemia geht es am Ende auch noch um den Sabbat. Das heißt, das ganze Buch Nehemia scheint wie eine praktische Erfüllung von Jesaja 58 zu sein, an der wir studieren können, wie sich Jesaja 58 am Ende erfüllen kann in unserer Generation.
[51:27] Vers 6. Als ich aber ihr Geschrei und diese Worte hörte, wurde ich sehr zornig. Auch Gottesmänner können sehr zornig werden. Mose zum Beispiel mehrmals. 2. Mose 11, 4. Mose 16. Selbst Jesus war zornig in Markus 3, Vers 5.
[51:52] Aber Vers 7. Dann überlegte ich bei mir selbst. Erst nachdenken und nicht die Emotionen einfach laufen lassen. Emotionen verarbeiten und dann einen klugen Plan verfolgen. Das ist auch eine Lektion von Nehemia. Und ich wies die Vornehmsten und Vorsteher zurecht und sprach zu ihnen: „Wollt ihr Wucher treiben an euren Brüdern?“ Und ich brachte eine große Versammlung gegen sie zusammen. Wucher war verboten, gibt es in den Bibelstellen ganz eindeutig, insbesondere an den Israeliten. Wer Wucher nahm, konnte nicht in Gottes Gegenwart leben. Und Wucher war einer der Sünden Jerusalems gewesen vor dem Exil. Nehemia scheute sich nicht, diese Ältesten, diese Leiter anzusprechen, denn die Bibel sagt, dass man die Person nicht ansehen soll im Gericht. Ganz entscheidendes Prinzip. Paulus hat auch Petrus öffentlich getadelt, als der sich falsch verhalten hatte. Und das heißt, wenn wir im Werk Gottes wirklich eine Leitungsaufgabe einnehmen wollen, dann dürfen wir auch nicht sagen: „Na ja, gegen den darf ich nichts sagen, weil den brauche ich noch, wenn ich jetzt den kritisiere, dann hilft er nicht und dann geht es nicht voran.“ Nein, scheue dich nicht, Sünde beim Namen zu nennen, selbst wenn du diejenigen kritisieren musst, die du für das Werk noch brauchst. Aber sprich erst mit den Leitern selbst oder den Betroffenen, wer auch immer das Falsche getan hat, dann rufe die Gemeinde zusammen, so wie Nehemia es gemacht hat.
[53:11] Letzter Vers, Vers 8. Ich sprach zu ihnen: „Wir haben unsere Brüder, die Juden, die an die Heiden verkauft waren, soweit es uns möglich war, losgekauft.“ Offensichtlich haben Leute wie Nehemia, die am persischen Hof großen Einfluss hatten, sich eingesetzt dafür mit ihrem Vermögen oder wie auch immer, israelitische Menschen, die noch irgendwo gebunden waren in Knechtschaft, in Schuldsklaverei, freizukaufen. Dass jetzt die Gemeinde in Jerusalem eigene Israeliten verkauft, hat sozusagen diesen Kurs von Leuten wie Nehemia völlig konterkariert. Und darauf fanden sie natürlich gar keine Antwort. Die Leute wie Nehemia hatten das getan, nach 3. Mose 25, Verse 47-49, hatten diese Weisung Gottes umgesetzt, aber die Gemeinde in Jerusalem hatte jetzt etwas Gegensätzliches getan. Sie fanden keine Antwort. So heißt es hier: „Sollen sie sich etwa an uns verkaufen?“ Da schwiegen sie und fanden, ihr aber wollt sogar eure eigenen Brüder verkaufen. „Sollen sie sich etwa an uns verkaufen?“ Da schwiegen sie und fanden keine Antwort. Und das ist ein Eingeständnis der eigenen Schuld. In Römer 3, Vers 19 heißt es, dass der Mund derer gestopft ist, die schuldig sind. Und auch Matthäus 22 hat derjenige, der ohne Hochzeitskleid dann vor dem König erscheint, in Vers 12, keine Antwort.
[54:41] Wir unterbrechen hier, um zu sehen, wie es in der nächsten Woche weitergeht mit diesem Aufbau, in dieser überaus spannenden Situation, wie dieses Problem von Nehemia gelöst wird und wie es dann weitergeht an dem Mauerbau. Wir wollen uns heute diese Frage stellen, angesichts dieser dramatischen Umstände, ob wir, ob du, ob ich, ob wir bereit sind, auch unter widrigen Umständen voranzugehen und im Werk Gottes weiterzuarbeiten, dass wir uns nicht irritieren lassen von Streitigkeiten in der Gemeinde, von Hungersnöten, von Druck von außen, von Spott, was immer es sein mag, dass wir so zusammenarbeiten, wie es in Nehemia 3 beschrieben wird, unter der Führung des Heiligen Geistes. Ist es auch dein Wunsch? Gott segne deine Entscheidung. Nächste Woche werden wir weiter hier studieren. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.
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