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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt wird die biblische Geschichte um die Pharisäer und ihre fragwürdigen Auslegungen des Gesetzes beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, wie menschliche Traditionen und Regeln Gottes Gebote verfälschen können und wie Jesus dies schonungslos aufdeckte. Anhand des Beispiels „Korban“ wird gezeigt, wie Frömmigkeit zum Mantel für Boshaftigkeit werden kann und wie wichtig es ist, das Wesentliche des Gesetzes Gottes im Herzen zu tragen.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[5:00] Was hat er gemacht? Er ist nicht nach Jerusalem gegangen. Ellen White sagt uns in dem Zusammenhang, die Schriftgelehrten haben so viel von ihm gehört, sie wollten ihn schon im Jahre 30 hier in Jerusalem schnappen und Jesus ist nicht zum Fest gegangen. Und dann sagt sie, sie hatten ihm eine Falle gestellt in Jerusalem, er kam nicht. Also, was mussten sie machen? Sie mussten zu ihm. Sie sandten jetzt ein paar Spione, um ihm dort eine Falle zu stellen. Das ist der Hintergrund. Das ist nicht einfach nur sozusagen hier eine Geschichte, wo ein paar Pharisäer eine komische Frage stellen oder so, sondern im großen Kontext, wir sind ein Jahr vor der Kreuzigung, die Pharisäer wollen ihn jetzt schon umbringen, aber er läuft ihnen nicht in die Falle. Sozusagen, jetzt kommen sie zu ihm und suchen einen Anklagepunkt. Was ist der? Jetzt kommen wir zur eigentlichen Geschichte. Was ist der Anklagepunkt in dieser Geschichte?

[5:54] Genau, sie suchen etwas und sie finden etwas, nämlich die Jünger, die essen, ohne sich die Hände gewaschen zu haben. Und Markus erklärt es noch ganz deutlich, dass die Tradition der Alten besagt, dass man nicht mit ungewaschenen Händen essen darf. Ist ja eigentlich auch eine gute Sache, auch in Corona-Zeiten zu empfehlen, das Händewaschen. Aber für die Israeliten war das, oder für die Juden war das eine religiöse Sache. Wer also mit ungewaschenen Händen aß, hat sich religiös verfehlt, hat eine Sünde begangen und das war ein schweres Verbrechen. Haben sie doch gelernt, wie sie die Hände gewaschen haben? Weißt du das? Markus sagt, sie haben ihre Hände mit der Faust gewaschen, genau, also so, so richtig gründlich. Und wer das nicht gemacht hat, wer sich so richtig gründlich die Hände gewaschen hat, der war ein schwerer Sünder. Und das Ganze basierte auf der Tradition. Und dann erklärt Markus, dass sie noch ganz viele andere Waschungen haben. Sie waschen sich nicht nur die Hände mit der Faust so ganz gründlich, wo man so ein bisschen auch den Geist schon spürt. Sie machen noch andere Sachen. Was machen sie noch? Sie waschen sich noch, ihr könnt den Vers 4 lesen. Das heißt, wenn sie vom Markt kommen, dann waschen sie sich und dann waschen sie die Becher und die Krüge und die Polster. Und da haben wir gelernt, da steht ein Wort, ein ganz interessantes Wort. Da steht nämlich das Wort im Griechischen "baptizo" und "baptizo" heißt Taufe. Was Markus uns sagt, ja, die Juden, die taufen ihre Becher, die taufen ihre Krüge, die taufen ihre Kissen, die taufen alles, nur sie taufen sich nicht selbst. Sie waschen alles, weil sie, wir haben gesehen, das gibt es heute noch in manchen Religionen, diese Idee mit so Waschungen sich irgendwie heilig zu machen. Aber die eigentliche Taufe, die eigentliche "baptizo", das eigentliche Untertauchen, das ist das von Johannes dem Täufer, ja, als Symbol für die innere Reinigung. Deswegen werden wir auch sehen, in dieser Geschichte kommt später Jesus ja auf die Idee zu sprechen, dass es ja eben um eine Reinigung von innen geht und nicht von außen. Und so stellen sie also die Frage. Und interessant ist ja vielleicht noch zur Erinnerung, sie stellen die Frage: Warum übertreten deine Jünger die Übertretung der Alten? Hatte Jesus die Überlieferung alle eingehalten? Nein, also er hat sich schon sicherlich auf die Hände gewaschen, so an sich, aber er war bestimmt reinlich, aber er hat sich an diese ganzen kultischen Waschungen nicht gehalten. Aber sie greifen Jesus indirekt an, indem sie seine Jünger attackieren. Wir haben gesehen, an anderer Stelle haben sie die Jünger angegriffen, indem sie Jesus attackiert haben. Also die haben das immer gegeneinander ausgespielt. Und dann haben wir letztes Mal gesehen, damit haben wir aufgehört, was ist Jesus Antwort? Geht er auf diese ganze Frage mit den Waschungen ein? Er ignoriert das komplett, sondern legt sofort den Finger auf die Wunde und sagt, was ist seine Strategie, was ist seine Taktik in Verse 6 und 7?

[9:04] Er zitiert Gottes Wort und das haben wir gesehen, das ist ganz spektakulär. Also das ist ja relativ bekannt, wo er sagt: "Vergeblich verehren sie mich." Woher kommt das noch mal, aus welchem Kapitel? Jesaja 29. Wir haben letztes Mal gesehen, Jesaja 29 ist ein Kapitel. Worum geht es in dem Kapitel? Können wir noch mal ganz kurz nachschauen, also ganz kurz. Jesaja 29, das ist wirklich spektakulär. Also Jesaja 29, Vers 12 und 13, 13 und 14 vielmehr. Aber was ist so der eigentliche große Kontext von Jesaja 29? Es ist ein Gericht über Jerusalem, über die Juden und Schriftgelehrten von Jerusalem, wo Gott sagt, diese Stadt wird zerstört werden. Und in dem Jesus, denn woher kamen die Schriftgelehrten noch mal? Die kamen aus Jerusalem. Und Jesus zitiert ihn jetzt aus Jesaja 29, aus einem Kapitel, wo es ein Gericht über Jerusalem gibt, weil die Schriftgelehrten die Bibel nicht mehr richtig auslegen. Das zitierte ihn. Und wenn sie wirklich mitgedacht haben, haben sie gemerkt, wir Pharisäer sind derselben Situation wie die Israeliten vor dem Exil von Babylon. Okay, jetzt gehen wir da rein in Markus 7. Und interessant ist hier in Vers 7, diesen zweiten Teil des Zitats schauen wir uns noch an. Also vorher heißt es ja: "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir." Schon zur Zeit von Jesaja konnten die Menschen ganz toll Halleluja singen und tolle Gebete sprechen im Tempel oder so, aber Gott ist nicht so sehr interessiert an dem, was wir sagen, sondern vielmehr das, was wir sind. Und dann heißt es hier: "Vergeblich verehren sie mich." Ist es möglich zu Gott zu beten und ist es vollkommen umsonst? Eine ziemlich krasse Idee, oder? Sie verehren Gott und zwar vergeblich. Man wäre doch froh, wenn Leute überhaupt zu Gott kommen, oder? Warum verehren sie Gott vergeblich?

[11:08] Ja, wir haben gesagt, Heuchler. Das Wort meint im Griechischen eigentlich so wie ein Schauspieler, der unter einer anderen Rolle agiert, sozusagen. Ja, sie machen die Form zum Inhalt, sind froh, wenn sie die Form erfüllen und fragen sich gar nicht mehr, was der Inhalt bedeutet. Schaut mal mit mir in Jakobus 1, Vers 26. Jakobus 1, Vers 26. Da haben wir ein anderes Beispiel dafür, wie so Frömmigkeit oder Glaube umsonst sein kann. Da sagt der Jakobus: "Wenn jemand unter euch meint, fromm zu sein, seine Zunge aber nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, dessen Frömmigkeit ist was? Wertlos." Man kann so das Gefühl haben, ich bin ganz gläubig, sozusagen, aber das kann völlig wertlos sein. Und im Fall der Pharisäer sagt Jesus hier in dem Zitat von Jesaja, sie verehren mich vergeblich. Warum? Warum ist es vergeblich?

[12:24] Genau, es ist nicht beteiligt. Und woran sieht man, dass es nicht beteiligt ist? Sie halten Dinge, die Menschen erfunden haben. Sie halten sich an eine menschliche Religion und nicht an Gottes Religion. Sie haben mehr Interesse daran, Menschen zu gefallen, als Gott zu gefallen. Und das ist gar nicht so weit weg von unserem Leben manchmal, oder? Kommt ganz schnell vor, dass wir Gottesdienst tun, um Menschen zu gefallen. Oder einfach das zu tun, um unseren Eltern zu gefallen, oder dem Pastor zu gefallen, oder das zu tun, weil das immer schon so gemacht worden ist und gar nicht so sehr wegen Jesus.

[13:22] Das ist ein wichtiger Punkt. Die Menschengebote, auch zur Zeit von Jesus, sind ja nicht im freien Raum, sondern die Menschengebote waren immer so ein bisschen an die Zehn Gebote herangedockt, oder? Kennt ihr so menschliche Gebote, die Israeliten hatten? Die Juden zur Zeit von Jesus, die so ein bisschen an die Zehn Gebote angedockt waren? Sabbatweg, oder? Das Gebot sagt, du sollst den Sabbat heiligen. Was haben die Menschen dazu gemacht? Du darfst nur so und so viel Meter laufen. Und die Idee war immer, warum haben sie das gemacht? Um es zu konkretisieren, um es noch genauer zu machen. Die Idee sagt Ellen White, sie wollten das Gesetz beschützen. Die haben sich gedacht, wir wollen auf jeden Fall nie wieder nach Babylon ins Exil. Wir wollen auf jeden Fall die Zehn Gebote halten. Und hier sind die Zehn Gebote, aber damit wir sie auf jeden Fall nicht übertreten, tun wir noch ein paar extra Mauern hin, noch ein paar extra Regeln, weil dann sind die Zehn Gebote ganz geschützt. Klingt eigentlich ganz toll, oder? Ist aber problematisch. Was sagt die Bibel? Hat die Bibel Textstellen, die davon sprechen, ob wir Dinge hinzufügen sollen und wegnehmen? In 5. Mose, schauen wir mal ganz kurz. Offenbarung natürlich dann auch, aber gehen wir mal zu 5. Mose, weil das hätten sie schon gekannt. Offenbarung hatten sie ja noch nicht. 5. Mose 13 und dort Vers 1. 5. Mose 13, Vers 1.

[14:47] Genau, das war eigentlich eindeutig. Tu nichts hinzu und natürlich auch tu nichts hinweg. Und wir Menschen neigen immer in eine von zwei Gruppen. Entweder gehören wir zu den Menschen, die sagen, Zehn Gebote, Anspruch der Bibel ist so viel, wir reduzieren das auf das Wesentliche. Wir versuchen herauszufinden, was ist jetzt inspiriert und was nicht. Es gibt Menschen, die wollen immer wegnehmen. Und dann gibt es andere, die würden das nie tun. Die haben die Bibel, einen ganz hohen Respekt vor der Bibel, aber dann fangen sie an, noch extra Regeln aufzustellen. Und jetzt ist der Punkt. Jetzt habe ich eine Frage an euch. Warum ist das eigentlich so gefährlich? Es ist doch eigentlich eine ganz, scheint doch eine ganz fromme Sache zu sein, ein paar extra Regeln zu machen, sich ein bisschen extra gehorsam zu sein, damit man auf jeden Fall Gottes Wort hält. Warum ist das so gefährlich? Aber warum, du hast vollkommen recht, aber warum entehrt es Gott, wenn wir zum Sabbatgebot noch ein paar extra Regeln aufstellen, die den Sabbat beschützen?

[16:18] Wie meinst du genau? Ja, das ist eine interessante Frage, ja genau. Das ist ein entscheidender Punkt. Wenn Gott ein Gebot gibt und ich denke, um es zu halten, bräuchte ich noch ein, zwei Fußnoten. Was habe ich dann eigentlich gesagt? Das Gesetz, so wie Gott es gegeben hat, ist mindestens riskant, ist ein bisschen gefährlich, da fehlt noch ein bisschen was. Man könnte es noch verbessern. Wer war der Erste, der gesagt hat, man kann das Wort Gottes, das Gesetz Gottes etwas verbessern? Der Luzifer war der Erste, der etwas hinzufügen wollte, also verbessern wollte. In dem Moment, wo ich menschliche Regeln aufstelle und sie zum Glaubenstest mache, sage ich eigentlich, dass Gottes Gebote, so wie sie sind, für sich genommen, möglicherweise nicht ausreichen. Und wenn sie nicht ausreichen, dann heißt das ja vielleicht, dass Gott etwas Wichtiges vergessen hat. Und was passiert dann? Dann fange ich an, mein Vertrauen in Gott zu verlieren. Menschliche Gebote, die wir aufstellen, führen unweigerlich dazu, dass wir den Glauben an Gottes Führung verlieren, weil wir dann auf uns selbst uns verlassen. Und deswegen warnt die Bibel so massiv davor.

[18:03] Jetzt gehen wir zurück zu, wir springen mal in Matthäus. In Matthäus sehen wir das ein bisschen deutlicher, oder auch in Matthäus 15. Da haben wir diese Frage in Vers 2, die wir schon studiert haben, von den Pharisäern. Warum übertreten deine Jünger die Tradition, die Überlieferung der Alten? Jetzt schaut mal die Antwort von Jesus hier in Matthäus. Matthäus hat das Gespräch ein bisschen anders strukturiert als Markus. Aber es ist ganz interessant hier, weil Matthäus zeigt, dass Jesus eine direkte Antwort darauf gibt. Wir machen mal Vers 3 lesen. Vers 3, Matthäus 15, Vers 3.

[18:55] Also, was ist Jesus Strategie? Wie antwortet er hier? Wenn ihr es mal beschreiben solltet. Ja, das kommt dann gleich noch. Aber es ist ja kein Bibelzitat hier, Vers 3, oder? Ja, er hält den Spiegel vor. Ja, er stellt eine Frage. Sie stellen die Frage: Warum übertreten deine Jünger? Und er sagt, das gefällt mir, deine Übersetzung. Bei mir steht nur: "Warum übertretet ihr?" Bei dir stand, glaube ich, "Warum übertretet ihr wiederum?" Ja, wörtlich: "Warum übertretet auch ihr?" Also Jesus sagt: "Ja, ja, meine Jünger übertreten. Sie übertreten nämlich eure Tradition. Aber ihr übertretet auch. Ihr übertretet nicht eure Tradition, ihr übertretet das Gesetz Gottes." Er dreht quasi den Spieß total um. Er fängt gar nicht an zu diskutieren, ob das jetzt die Übertretung der Tradition ist oder nicht. Er weiß, dass es eine Übertretung der Tradition ist. Er sagt: "Aber das Problem ist, ihr übertretet die Tradition." Kennt ihr ein Bibeltext, wo Jesus auch eine Frage stellt und dieses Thema aufgreift, dass jemand ein Problem, ein kleines Problem sieht und sein eigenes Großes nicht erkennt? Genau, und wie hat das Jesus formuliert in Matthäus 7, in der Bergpredigt? Schaut mal, Matthäus 7, ist ganz ähnlich formuliert sogar, dass es das gleiche Thema ist. Matthäus 7, Abfest 1 richtet nicht, genau, aber in Fest 3 dann, da heißt es: "Was siehst du den Splitter aber im Auge deines Bruders und den Balken in deinem Auge? Das bemerkst du nicht." Das ist auch eine rhetorische Frage. Könnt ihr das sehen? Er stellt die Frage: "Du siehst also den Splitter im Auge deines Nächsten. Siehst du nicht den Balken?" Das ist genau, das ist exakt die Frage, die er ihnen stellt. Ihr seht die Übertretung von Tradition. Schaut mal euren Balken an. Seht ihr nicht, was los ist?

[20:50] Ja, genau. Das sehen wir ganz oft bei Jesus, genau, werden wir noch öfter uns, wird uns noch öfter begegnen. Jetzt schaut mal in Matthäus 15 und dann heißt es jetzt in Fest 4, habt ihr richtig gesagt, jetzt kommt das Zitat wiederum aus der Bibel. Schauen wir mal in Matthäus 15 und dort in Vers 4.

[21:21] Genau, bemerkenswerter Vers. Warum? Was fällt euch auf an diesem Vers? Also erst mal zitiert Jesus die zehn Gebote. Was heißt das über Jesus und die zehn Gebote? Was heißt die Tatsache, dass Jesus die zehn Gebote hier zitiert über sein Verhältnis zu den zehn Geboten? Ist uns vielleicht total klar, aber noch mal so, um das noch mal zu verdeutlichen. Jesus hat die zehn Gebote bestätigt. Wir wissen, es gibt immer wieder Christen, die irgendwie sagen, Jesus hat die zehn Gebote abgeschafft. Hier haben wir mal ein Beispiel, wo Jesus etwas aus den zehn Geboten buchstäblich zitiert und sagt, ihr müsstet das eigentlich halten. Das ist das fünfte Gebot, das ganz nah am vierten. Das ist ja ein ganz toller Vers. Also, denn Jesus sagt ja, ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen. Das ist ein gutes Beispiel hier. Also er zitiert das wievielte Gebot? Fünfte Gebot. Wo finden wir das? Genau, 2. Mose 20 und dort im Vers, können wir mal kurz nachlesen. 2. Mose 20, Vers 12, da steht es auch genau so drin. Wo finden wir es noch? Irgendwo in 5. Mose, genau. Habt ihr gewusst, dass es eine kleine Unterschied gibt zwischen dem fünften Gebot in 2. Mose und dem fünften Gebot in 5. Mose? Schauen wir mal, was ist der Unterschied? Also, Unterschied ist jetzt zu viel gesagt, es ist immer dasselbe Gebot. Auf dem Sabbat gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Formulierungen, aber schaut mal, vergleicht mal 2. Mose 20, Vers 12 und 5. Mose 5, ob es da eine kleine Änderung gibt oder eine Ergänzung, vielleicht besser gesagt. Schaut mal, hat es jemand schon? Also ist einmal 2. Mose 20, Vers 12 und einmal 5. Mose 5, Vers 16, genau. Gibt es da, oder ist es identisch? Was ist da noch die Ergänzung?

[23:46] Genau, 5. Mose 20 sagt nur: "Damit du lange lebst in dem Land." Aber 5. Mose 5 sagt: "Damit du lange lebst und es dir gut geht." Das ist eigentlich schön. Einfach nur so als Fußnote mal, wenn man die zehn Gebote liest, im Hinterkopf haben, es geht nicht nur um ein langes Leben, es soll auch ein gutes Leben sein. Gott wünscht sich, dass es uns gut geht. Das ist auch hier im Hintergrund. Jesus möchte ja, dass es den Menschen gut geht, nicht einfach nur, dass sie eine ganze Reihe von Dingen tun. Ellen White sagt ja, ein ganzes Leben hat nicht ausgereicht, diese ganzen Regeln zu lernen, geschweige denn einzuüben. Und so finden wir in der Bibel eine ganze Reihe von Versen zu diesem Thema. Schauen wir noch in 3. Mose 19, ganz toller Vers auch. 3. Mose 19 und dort Vers 3. Also wir wissen, wir sollen Vater und Mutter ehren. Aber was steht in 3. Mose 19? Also wir haben Ehren im 5. Gebot, aber in 3. Mose 19 klingt es fast genauso, aber ein bisschen anders. 3. Mose 19, Vers 3, was steht dort?

[24:46] Genau, reicht schon. Ehrfurcht. Hat jemand noch andere Übersetzungen? Ihr sollt Vater und Mutter, wörtlich steht dort, ihr sollt Vater und Mutter fürchten, fürchten. Interessant, oder? 5. Gebot sagt, ihr sollt Vater und Mutter ehren und hier steht, ihr sollt sie fürchten. Ist das ein großer Unterschied? Wahrscheinlich eher nicht, oder? Ist wahrscheinlich relativ ähnlich, aber ist deswegen interessant, weil es gibt eine andere Bibelstelle, wo wir fürchten, also ehren und fürchten haben, nämlich: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre." Ja, das ist das Alleroberste, aber auf der unteren Ebene der menschlichen Beziehung. Ellen White sagt ja, dass das erste Gebot das sozusagen mit menschlichen Beziehungen hat, weil Vater und Mutter für das Kind quasi an Gottes Stelle sozusagen stehen. Heißt es auch fürchten, also du sollst Vater und Mutter ehren und du sollst Vater und Mutter fürchten. Ganz, ganz interessante Parallele hier. Und entsprechend sagt uns die Bibel auch im Neuen Testament, schaut mal in Epheser 6, Vers 1. Das ist noch eine wichtige Qualifikation dazu, weil der Vers natürlich auch missverständlich sein kann oder diese Idee missverstanden werden kann. Epheser 6, Vers 1 sagt: "Ihr Kinder seid gehorsam euren Eltern." Aber da ist noch kein Punkt, sondern es geht weiter mit drei Worten: "in dem Herrn." Was heißt das, "in dem Herrn"? Seid euren Eltern gehorsam "in dem Herrn"? Gott ist immer noch da drüber. Nicht den Eltern gehorsam sein, wenn sie sagen, du darfst sie nicht taufen lassen. Nicht den Eltern gehorsam sein, wenn sie sagen, du isst jetzt das Schweinekotelett. Nicht den Eltern gehorsam sein, wenn sie sagen, was weiß ich was. Also gehorcht euren Eltern "in dem Herrn." Das ist also natürlich bei dem Thema eine wichtige Qualifikation noch, aber das Grundsätzliche steht natürlich sehr deutlich da. Ja, ganz genau. Wir finden auch in der Bibel immer wieder diese Idee, dass man Vater und Mutter ehren soll und so weiter.

[26:55] Interessant ist jetzt aber, Jesus hat in Matthäus 15 nicht nur dieses Gebot zitiert. Habt ihr das gesehen? Schaut mal in Vers 4 nochmal. Er zitiert nicht nur das Gebot: "Du sollst Vater und Mutter ehren." Er zitiert etwas anderes, nämlich, was zitiert er noch? Genau, also was ist denn das? Wir können es mal lesen, 3. Mose 20, Vers 9. Aber was ist denn das? Ist das ein Gebot? Wir sagen immer, das Gebot: "Vater und Mutter ehren" ist das Gebot mit der Verheißung. Es soll dir gut gehen, du sollst lange leben. Aber er zitiert noch etwas anderes, nämlich 3. Mose 20, Vers 9 sagt: "Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll was? Der soll unbedingt getötet werden. Er hat seinen Vater, seine Mutter geflucht. Sein Blut sei auf ihm." Jesus zitiert nicht nur das Gebot, er zitiert auch die Strafe und die ist ziemlich dramatisch. Warum macht er das? Warum macht er in dem Kontext, sagt er nicht nur: "Hier sind die 10 Gebote." Er zeigt ihnen auch, was eigentlich auf die Übertretung dieses Gebotes steht. Warum macht er das?

[28:09] Ja, wir werden gleich sehen, wie leicht sie es genommen haben mit der Vater-Mutter-Ehren, als wäre das gar nicht so wichtig. Jesus hat keine Freude am Tod von Menschen. Er macht ihn aber deutlich, mit den 10 Geboten ist nicht zu spaßen. Er sagt, ihr habt die ganze Zeit euren Kopf nur voll mit Händewaschen und Ohrläppchen waschen und überall waschen. Ist euch nicht bewusst, dass die 10 Gebote, dass euer ewiges Leben davon abhängt? Wer das 5. Gebot bricht, ist des Todes. Da gibt es übrigens eine ganze Reihe von interessanten Geschichten. Ihr kennt vielleicht den 5. Mose, da gibt es dieses Gesetz, was man machen soll mit einem störischen Sohn, der Vater-Mutter nicht gehorchen will, der Säufer und Schlemmer ist. Da sagt die Bibel, die Eltern, Vater und Mutter, müssen ihn zu den Ältesten bringen und sagen: "Wir haben alles getan, wir haben ihn auch gezüchtigt, er will nicht hören, er ist ein Säufer und Schlemmer." Was passiert mit ihm? Er wird gesteinigt. Jesus will also deutlich machen, er wird ja gleich zeigen, dass sie das 5. Gebot brechen, als ein Beispiel. Wenn ihr das brecht, seid ihr des Todes. Und der Subtext ist: Warum macht ihr euch so viele Gedanken, ob jetzt die Hände gewaschen sind oder nicht, wenn ihr selbst des Todes seid? Und was wir daraus lernen können ist, wir sind oft damit beschäftigt, Menschen zu beurteilen, ob sie jetzt unseren bestimmten Maßstäben und irgendwas entsprechen. Und uns manchmal selbst gar nicht bewusst sind, dass wir vielleicht des Todes sind, weil wir mit den 10 Geboten in deutlichem Konflikt sind. Und das will Jesus jetzt ihnen zeigen. Das macht er nicht, weil er Spaß daran hat, sondern weil er ihnen helfen will.

[29:54] Jetzt schauen wir mal zurück in Markus 7. Jetzt kommt diese Stelle, wo er erklärt, was er meint. Also er hat jetzt ganz deutlich das Fundament gelegt, hat gesagt, das 5. Gebot ist ja nur ein Beispiel jetzt. Das 5. Gebot ist enorm wichtig. Und jetzt sagt er, was sie tun. In Markus 7, und dort Vers 11, also vorher dieses Zitat mit Mose. Jetzt kommt Vers 11. Wer mag mal Vers 11 lesen? Vers 12 kannst du auch noch lesen.

[30:31] Okay, was war die Praxis? Was haben die gemacht? Fangen wir mal so an. Was heißt eigentlich "Korban"? "Korban" ist ein hebräisches Wort, das nur in den drei Büchern vorkommt, die ganz viel mit Heiligtumsdienst zu tun haben. Welche Bücher sind das im Alten Testament? So die Heiligtumsbücher. 3. Mose und? 4. Mose, genau und? Könnte man denken, 5. Mose hat fast nichts mit Heiligtum zu tun. 3. Mose, 4. Mose und? Es gibt noch ein Buch, das ist getränkt von Heiligtumssprache im Alten Testament, hebräisch. Ezekiel, der Priester, der ganze Heiligtum. Und in allen drei Büchern ist es quasi ein technischer Begriff, ein Fachbegriff sozusagen. "Korban", es kommt eigentlich von "karab", das ist etwas nahe bringen, sich nähern. Und "Korban" ist etwas, wenn ich sozusagen etwas Gott nahe bringe. Also ich komme mit etwas in die Nähe von Gott. Das ist eigentlich so die Bedeutung, eine Darbringung. Also es ist nicht unbedingt ein Opfer im Sinne eines Schlachtopfers, eines Brandopfers, sondern ich bringe irgendetwas in die Nähe von Gott. "Karab" ist die Nähe sozusagen und "Korban" ist dann die Hinbringung sozusagen.

[32:02] Jetzt, was haben die Juden hier gemacht? Was ist denn diese Idee von einer Weihelgabe? Wie würdet ihr das erklären? Was ist eigentlich eine Weihelgabe? Worum geht es hier eigentlich? Eine Spende?

[32:20] Also es ist ein Akt, etwas zu machen, um etwas nicht zu machen. Ja, genau, da kommen wir jetzt zu. Erstmal das "Korban" selbst. Was ist eigentlich ein "Korban"? "Korban" ist eigentlich ein Gelübde, eine Spende sozusagen. Ich verspreche Gott, dass er etwas bekommt. Zum Beispiel verspreche ich ihm, dass er eine bestimmte Anzahl von Tieren bekommt im Alten Testament. Oder ich verspreche ihm, wir können mal kurz nur das aufschlagen, lasst mal euren Finger in Markus 7, in 3. Mose 27.

[33:05] 3. Mose 27, das ist das letzte Kapitel von 3. Mose. Da gibt es ein ganzes Kapitel über die Gelübde sozusagen. Da kann man Tiere weihen und man kann ein Haus dem Herrn weihen, man kann auch die Arbeitsleistung von Menschen weihen. Dann wird das sogar richtig geschätzt, also je nachdem, ob das jetzt ein Mann oder eine Frau ist, ob er alt oder jung ist. Je nachdem, was sozusagen an Arbeitsleistung hinter dem Mann steht, wird das dann wirtschaftlich eingeschätzt, wie hoch das Opfer quasi ist sozusagen. Und es war also möglich, und das machen heute noch Menschen, dass sie irgendwie aus Dankbarkeit oder so etwas Gott versprechen. Menschen sagen zum Beispiel: "Ich gebe dir ein Jahr meines Lebens." Also, wenn jetzt ein Jugendlicher auf dem US Mission Congress sagt: "Ich gehe ein Jahr in die Mission, ich gehe ein Jahr auf eine Missionsschule", dann hätte der Herr Breher gesagt: "Korban, ein Jahr ist Korban für den Herrn." Oder zum Beispiel Ananias und Saphira, als die ihr Land und alles verkauft haben, das Grundstück, da haben die quasi, das war diese Idee, das war "Korban", das war jetzt für den Herrn geweiht. Aber das Problem war natürlich, sie haben etwas zurückbehalten und so weiter, haben da gelogen. Aber das ist die Idee, man kann eigentlich alles Mögliche dem Herrn weihen.

[34:21] Jetzt, was kann passieren, wenn ich dem Herrn etwas weihe?

[34:30] Das ist für Gott, das ist dein Werk, ja genau. Was kann passieren mit einem sündigen Menschen, der in einem Moment der emotionalen... Ja, dass man es bereut, dass man plötzlich merkt, meine Güte, das Haus, das ist eigentlich ganz schön, jetzt möchte ich es eigentlich wieder haben. Oder das Rind, das ist eigentlich das Beste, was ich habe, die anderen sind alle so lahm. Und da gibt es jetzt hier, das lesen wir jetzt nicht, aber da gibt es in 3. Mose drückliche Gesetze. Also, wenn ich zum Beispiel ein Rind oder ein Tier weihe und ich vertausche das dann. Welches wird dann genommen? Beide. Also, wenn ich dann hinterher versuche das noch zu ändern und zu tauschen, dann sind beide geweiht. Oder wenn ich dann sozusagen das Haus wieder brauche und ich kaufe es zurück, dann muss ich extra bezahlen, 20 Prozent drauf. Um sozusagen deutlich zu machen, das ist eine heilige Sache. Deswegen übrigens sagt die Bibel, schaut mal in Sprüche 20, Vers 25. Sprüche 20, Vers 25. Da gibt es einen ganz praktischen Rat, den kann man sich merken. Es ist dem Menschen ein Fallstrick, überstürzt zu rufen: "Geweiht, Korban!" und erst nach dem Gelübde zu überlegen. Ich weiß nicht, ob ihr das schon mal gemacht habt in euren Leben, dass ihr vielleicht irgendetwas Gott versprochen habt und gar nicht nachgedacht habt. Also Gott wünscht sich, dass wir kluge Entscheidungen fällen, dass wenn wir etwas ihm weihen, wir auch wissen, was wir tun und dann auch dabei bleiben. Deswegen sagt die Bibel, dass wer einen Turm baut, sollte erst die Kosten überschlagen. Also Gott hat keine Freude so rein aus der Emotion heraus irgendwelche großen Entscheidungen getroffen, sondern wir sollten uns das auch gut überlegen.

[36:25] Und das heißt, jetzt haben die also, ja genau, das ist ein Beispiel dafür, genau das war auch "Korban". Aber jetzt machen diese Juden folgendes. Sie sagen jetzt, schauen wir nochmal in Markus, was machen sie denn da? Das ist eine ganz interessante Sache. Sie sagen jetzt nämlich in Vers 11: "Wenn jemand zum Vater oder Mutter spricht: 'Korban ist bestimmt, was dir von mir zugutekommen sollte.'" Müssen Kinder etwas den Eltern geben? In biblischen Zeiten. Was wäre denn, also was soll denn den Eltern zugutekommen von den Kindern? Ja, genau. Also, wenn die Eltern irgendwie alt sind, die können nicht mehr arbeiten, gab es keine Rentenversicherung, es gab einfach nur die Kinder. Deswegen waren Witwen ohne Kinder ein echtes Problem. Deswegen gab es in der Gemeinde dann, die christliche Gemeinde, dann die Witwen betreut. Und deswegen schreibt der Paulus ganz deutlich, die Gemeinde ist nur für welche Witwen da? Welche Witwen sollen betreut werden? Er sagt die, die keine Kinder haben, genau. Denn die Witwen, die Kinder haben, wer ist zuständig? Die Kinder. Und er sagt ja sogar, der Paulus, können wir gleich noch lesen, und lassen wir den Finger hier drin, lesen wir das kurz, in 1. Timotheus 5, da geht es nämlich genau um diese Frage, die Verpflichtung der Kinder. Übrigens, das ist interessant, weil wir haben ja gesehen, wir sollen Vater und Mutter ehren und sie fürchten. Hier in diesem Kontext ist das eine ganz reale, praktische, finanzielle Sache. Also da geht es nicht darum, dass ich sage, ich habe Ehrfurcht vor dir und dann kümmere ich mich nicht um dich, sondern es geht darum, tatsächlich zu unterstützen.

[38:11] Schaut mal, 1. Timotheus 5 und dort in Vers 4: "Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, sollen diese zuerst lernen, am eigenen Haus gottesfürchtig zu handeln und den Eltern Empfangenes zu vergelten, denn das ist gut und wohlgefällig vor Gott." Und dann Vers 8: "Wenn aber jemand für die Seinen, besonders für seine Hausgenossen, nicht sorgt, so hat er was? Den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger." Das ist jetzt im Hinterkopf behalten, weil diese Juden haben jetzt gesagt und Ellen White sagt, just diese Pharisäer, die gerade von Jerusalem gekommen sind, sagt Ellen White, die hatten gerade erst anlässlich des Passahfestes wieder solche Sachen gemacht. Die hatten gerade wieder einige von denen so etwas getan. Der Jude konnte also jetzt ohne weiteres sagen: "Okay, also meine Eltern werden alt, ja, ich müsste jetzt eigentlich aufkommen mit meinem finanziellen Vermögen und so weiter, aber das will ich nicht, weil ich möchte das alles für mich behalten. Was mache ich? Ich sage in Gegenwart meiner Eltern: 'Ich müsste euch ja eigentlich unterstützen, ja, und das ganze Geld an euch bezahlen, aber dieses Geld ist Korban. Ich bin halt so fromm, ich bin halt so gläubig, ja, dieses ganze Geld ist für den Tempel bestimmt.'" Jetzt gab es aber eine Fußnote. Die Fußnote war, wann musste das Geld denn an den Tempel gezahlt werden? Steht nicht in der Bibel, aber vielleicht wisst ihr das. Wenn also so ein junger Mann gesagt hat: "Die ganze Unterstützung, die euch zukommen würde, die werde ich jetzt an den Tempel spenden, weil ich so ein frommer Mann bin." Wann musste er das bezahlen? Erst am Ende seines Lebens. Er konnte also alles erstmal selbst verbrauchen, konnte sagen, das ist ja für den Tempel, deswegen kann ich dir jetzt nichts abgeben, ja, und dann am Ende seines Lebens konnte es dann im Tempel statt machen. Also das war eigentlich selbst nach nicht christlichen Maßstäben totaler Betrug.

[40:02] Jetzt, was Jesus sagt an Markus ist, wer das gemacht hat, wer gesagt hat "Korban" über seine finanziellen Verpflichtungen, der musste nicht nur das nicht tun, er durfte sogar es nicht mehr tun. Er durfte seine Eltern nicht mehr unterstützen. Er konnte jetzt sagen: "Jetzt habe ich es einmal gesagt, also ich darf euch ja nicht mehr unterstützen, weil wenn ich euch jetzt unterstütze, wenn ich euch jetzt doch noch Geld gebe, dann beraube ich ja den Herrn, dann beraube ich ja Gott und das kann ich ja wirklich nicht machen." Also es war eigentlich tatsächlich böse, das war äußerliche Frömmigkeit, das war äußerst böse. Und daran sieht man ein sehr interessantes Prinzip und das vielleicht so krass haben wir das in unserem eigenen Leben nicht erlebt, aber so ein bisschen vielleicht kennen wir das alle. Es kommt manchmal vor, dass wir das Werk Gottes vorschieben, um irgendwie vielleicht unseren Pflichten nicht nachzukommen. Man kann vielleicht einfach sagen, obwohl man schon eine halbe Stunde Andacht gemacht hat oder eine Dreiviertelstunde Andacht gemacht hat und die Frau wartet mit dem Essen, ich muss noch eine halbe Stunde Andacht machen, ich muss noch so lange lesen. Das ist so ein Beispiel, was mir spontan einfällt. Das kann manchmal passieren, dass wir das Werk Gottes, geistliche Dinge als Vorwand benutzen, um eigentlich zwischenmenschliche Probleme irgendwie zu kaschieren oder böses Verhalten zu überdecken. Und Jesus deckt das schonungslos auf. Ellen White sagt, Jesus hat natürlich nichts dagegen, dass wir spenden und an den Tempel spenden. Jesus war der Letzte, der irgendwie jetzt die Menschen davon abhalten wollte, Gott Gaben zu geben, aber er wollte nicht, dass Frömmigkeit zum Mantel wird für Boshaftigkeit.

[41:56] Absolut. Und das zeigt uns, warum wir uns so leicht betrügen. Diese Juden haben sich ja deswegen betrogen, weil sie gesagt haben: "Es ist ja für den Herrn und wir halten ja die Zehn Gebote. Wir wollen ja den Sabbat halten, deswegen machen wir dieses Sabbatwerk und wir sind ja für den Tempel, wir wollen ja den Tempel unterstützen, deswegen machen wir das mit dem Korban und so." Und wir müssen uns fragen, jeder Einzelne von uns muss sich fragen: So wie ich meinen Glauben lebe, geht es noch um das eigentlich Wesentliche des Gesetzes Gottes oder geht es um das Einhalten von ganz vielen Sachen, die ich mir vielleicht sogar selbst auferlegt habe, die andere auferlegt haben und das Wesen des Christentums geht verloren.

[43:09] Und dann können wir vielleicht direkt zu Jeremia auch gehen. Jeremia 8 ist das noch, wir sind gleich am Ende. Jeremia 8, das war genau das, was die Juden vor dem Exil auch gedacht haben. In sieben ist das, was du sagst, der Tempel des Herrn. Schau dir das auch an in Jeremia 8. In Jeremia 8 und dort Vers 8, da heißt es: "Wie könnt ihr da sagen: 'Wir sind weise und das Gesetz des Herrn ist bei uns.' Wahrlich? Ja, zur Lüge gemacht hat es der Lügengriffel der Schriftgelehrten." Könnt ihr mir sagen, an wen erinnert euch das, wenn es hier steht? "Wir sind weise, das Gesetz des Herrn ist bei uns." Klingt wie Laodizea, oder? Wir sind das Volk des Buches, wir haben die 28 Glaubenspunkte, wir haben die dreifache Engelsbotschaft, wir gehen voran, Jesus kommt wieder, wir sind weise, wir haben den Geist der Weissagung. Und dann sagt die aber, was macht der Lügengriffel der Schriftgelehrten, also die damaligen Theologen in dem Fall, was macht der Lügengriffel? Also ein Griffel, was ist ein Griffel eigentlich? Der schreibt. Also die Theologen damals haben mit ihren theologischen Arbeiten in Fimir, was haben die gemacht? Wenn ihr den Vers anschaut, was haben die gemacht?

[44:29] Ja, genau. Aber in Vers 8, was haben sie in Vers 8 gemacht, das ist ganz wichtig, was haben sie in Vers 8 gemacht mit ihrem Lügengriffel? Was haben sie zur Lüge gemacht? Es, sie haben es zur Lüge gemacht und es ist das Gesetz. Die Schriftgelehrten haben das Gesetz selbst zur Lüge gemacht. Und das ist eine interessante Idee. Sie haben äußerlich das Gesetz gepredigt, aber den Kern des Gesetzes verleugnet. Das ist genau das, was die Juden machen. Sie predigen die Zehn Gebote, aber durch ihre Praxis und durch die Anwendung, die sie machen, brechen sie die Gebote. Das heißt, wenn ein Rabbi zur Zeit von Jesus gesagt hat, die die Zehn Gebote gepredigt hat und jemand hat diese Zehn Gebote so umgesetzt, wie die Rabbis es gesagt haben, wurden die Zehn Gebote selbst zur Lüge. Versteht ihr den Gedanken? Weil in ihrer Praxis haben sie eigentlich die Zehn Gebote gebrochen, obwohl sie dachten, dass sie sie halten. Und das ist eine interessante Sache. Ellen White sagt und wir schließen hier, wenn wir mit Markus 7 Vers 13 noch lesen, sie sagt: "In diesen Worten hat Jesus das gesamte System des Pharisäertums angeklagt." Er hat nicht nur diese Frage pariert, er hat es auf eine viel höhere Ebene gesagt. Er hat gesagt, das ganze System, wie die Religion funktioniert bei den Pharisäern, ist grundsätzlich falsch. Mag jemand noch Markus 7 Vers 13 lesen?

[46:14] Genau, sie heben das Wort Gottes auf, sie heben das Gesetz auf und denken, dass sie es halten. Und das ist interessant. Und schaut mal, diese Formulierung: "Und viele ähnliche Dinge tut ihr." Haben wir das schon mal gesehen im Kapitel? Das heißt, und viele ähnliche Dinge tut ihr. Das heißt ja quasi, Jesus gibt nur ein paar Beispiele, er könnte ganz viel mehr Beispiele geben. Wo haben wir das schon mal gesehen? "Und viele ähnliche Dinge tut ihr" in dem Kapitel. Ein paar Verse vorher. Hat es jemand? Vers 8, genau. In Vers 8 geht es aber nicht um Korban, sondern in Vers 8 geht es worum? Ja, welche Überlieferung? Die Waschung des hier. Hände waschen und die Ohren waschen und die Krüge waschen. Das ist interessant. Jesus macht hier eine Parallele zwischen dem Übertreten des Gesetzes heuchlerisch und diesem immensen Waschzwang. Dieses immer das Gefühl, sich reinigen zu müssen. Und Jesus stellt keine direkte Verbindung jetzt her, aber mir scheint so, als ob das miteinander zu tun hat. Dass wenn Menschen ständig behaupten, die Zehn Gebote zu halten, aber in ihrem Kern sie eigentlich brechen, haben sie ständig das Gefühl, ich muss mich irgendwie reinigen. Sie fühlen sich unsauber, aber wissen gar nicht richtig, wie. Denken, sie sind schon bei Gott. Also bleiben nur solche religiösen Übungen übrig, mit denen man sich ständig reinigen will. Es könnte also sein, dass wenn wir sozusagen selbst das bei uns beobachten, dass wir irgendwie so zwanghaft religiöse Sachen machen wollen, dass das eigentliche Problem vielleicht ist, dass wir in unserem Herzen mit den Zehn Geboten nicht überein sind. Obwohl wir das vielleicht denken, weil wir uns das selbst vormachen.

[48:23] Ja, absolut. Das ist beim Sonntag genau dasselbe, wo man dann sagt, wo es auch geistlich begründet wird, ja, mit der Auferstehung und dem und jenes. Aber das Wesen des Gesetzes wird gebrochen. Und das ist das Interessante, dass die meisten irrlehrende Bibeltexte begründet werden, oder? Und damit wird dann die Bibel, das Wort Gottes quasi durch diesen Lügengriffel zur Lüge gemacht. Und was Gott überhaupt nicht mag, ist, wenn die Wahrheit, die uns zur Befreiung gegeben ist, so verwendet wird, dass sie uns noch weiter in die Knechtschaft treibt. Gott möchte, dass die Bibel uns hilft und nicht nur den Weg verbaut. Und deswegen ist es auch wichtig, wie wir jetzt noch eine praktische Anwendung machen, wie wir über die Bibel reden und wie wir die Bibel weitergeben, dass wir sie wirklich so weitergeben, wie sie im Kern gemeint ist. Dass wir uns immer wieder fragen, was ist das eigentliche Anliegen von Gott? Weil man kann ganz leicht, wie wir gesehen haben bei den Pharisäern, in so reinen Formalismus kommen.

[49:22] Wollen wir Gott bitten, dass er uns hilft, jeden Tag das Entscheidende zu sehen und Gottes Gesetz im Herzen zu haben? Wollen wir noch gemeinsam niederknien? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du unsere Augen öffnest, dass wir sehen können, dass es nicht darum geht, einfach nur religiöse Pflichten abzuhaken, sondern es darum geht, dich zu kennen und dein Gesetz im Herzen zu haben. Das kann vielleicht sogar bedeuten, die eine oder andere vermeintliche religiöse Pflicht weniger zu tun, um Zeit zu haben für unsere Eltern oder unsere Kinder oder unsere anderen Familienangehörigen. Du sehnst dich nach Gerechtigkeit, nach Barmherzigkeit, nach Liebe und nicht nur nach dem Abhaken von bestimmten religiösen Pflichten. Herr, bitte zeig uns immer wieder, wie wir so leben können, dass wir eine echte Freundschaft mit dir aufrechterhalten, dass wir immer wieder auf das Wesentliche schauen, dass wir auf dich schauen. Und wir danken dir, dass wir dein Wort haben, das uns hilft, dass wir die eigenen blinden Flecken in unserem Leben erkennen. Danke, dass du in der Laodizea-Botschaft zu uns sprichst und uns Hoffnung gibst, dass jeder von uns dich kennen kann, dich in dein Herz lassen kann. Und darum bitten wir dich auch heute Abend und danken dir, dass du das gerne tust und dass du uns mit deinem Geist erfüllst. In deinem Namen beten wir, Herr Jesus. Amen.
[51:14] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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