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In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour geht es darum, wie wichtig es ist, die Gemeinde über die Fortschritte und Herausforderungen der Mission zu informieren. Christopher Kramp beleuchtet biblische Beispiele, die zeigen, wie sowohl positive Erfolge als auch Schwierigkeiten offen kommuniziert wurden, um die Gemeinschaft zu stärken und auf zukünftige Aufgaben vorzubereiten. Es wird betont, wie wichtig ein Bericht an Jesus ist, aber auch die Notwendigkeit, die Gemeinde transparent einzubeziehen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2012 Q2: Evangelisation und Zeugnisgeben

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir freuen uns, dass ihr wieder dabei seid, dass ihr eingeschaltet habt und auch diese Folge nicht verpassen wollt, hier auf www.joelmedia.de.

[1:25] Wir sind schon fast am Ende angekommen unseres Lektionsheftes Evangelisation und Zeugnis geben und wir werden uns in den letzten Wochen mit einigen Aspekten beschäftigen, die sozusagen dann in der Nachbereitung sehr wichtig sind. Denn Mission braucht nicht nur Vorbereitung und Durchführung als die wahrscheinlich wichtigsten Elemente, sie braucht auch Nachbereitung. Und einer der Aspekte ist dabei, dass man es die Gemeinde wissen lässt. Und unser Thema heißt heute: Lass es die Gemeinde wissen.

[1:56] Es geht darum, dass wir, wie wir schon gesehen haben, Mission nicht nur im einzelnen Kreis unter uns machen, sondern dass wir auch eine Verantwortung haben für unsere Mitgläubigen. Und positive Berichte über die Mission können die Gemeinde stärken. Dazu aber gleich mehr.

[2:12] Unser Leitgedanke dieser Lektion, mit der wir uns auf das Bibelgespräch am 16. Juni vorbereiten wollen, findet sich in Markus 6, Vers 30.

[2:23] In Markus 6 und dort Vers 30 lesen wir diesen einfachen und doch sehr, sehr wichtigen Satz: „Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündeten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten.“

[2:42] Und die Apostel kommen hier zurück von ihrer Aussendung. Sie sind gerade ausgesandt worden und zu zwölft sind sie von Haus zu Haus gegangen, haben Missionen gemacht und jetzt kommen sie zurück und haben ein wichtiges Bedürfnis: Sie wollen zu Jesus und ihm alles berichten, was passiert ist. Alles, was sie getan haben und alles, was sie gelehrt haben.

[3:11] Diese erste Missionsreise war sicherlich eine Missionsreise mit Hoch und Tief, mit guten und auch weniger guten Erfahrungen. Und alles, was sie erlebt haben, haben sie zu Jesus gebracht. Und hier ist eine sehr einfache Lektion für uns: Wenn wir anfangen mit Evangelisation und mit Zeugnis geben, wenn wir Missionen machen für unseren Heiland, dann möchten wir auch zu Jesus kommen und ihm berichten, was wir getan haben, was wir gesagt haben, damit Jesus uns korrigieren kann.

[3:48] Wenn du etwas für Jesus getan hast, gehst du dann auch zu Jesus und berichtest ihm deine Enttäuschung, deine Fehler, auch die Freuden, die du gehabt hast, dankst du Jesus für das, was er dir geschenkt hat? Es ist ganz wichtig, nicht einfach nur den Auftrag von Jesus anzunehmen und auszuführen, sondern dann auch zurück berichten zu Jesus: „So ist es mir dabei ergangen, da weiß ich noch nicht, was ich tun soll, das ist nicht so gelaufen, wie ich es mir gedacht habe, hast du einen guten Rat für mich?“ Wenn wir dann die Bibel studieren, beten, dann können wir sicher sein, dass Jesus uns Stück für Stück lehren möchte, wie es noch besser gehen kann.

[4:29] Außerdem wird ganz deutlich, dass die Jünger Ruhe brauchten. Es heißt im Vers 31: „Und er sprach zu ihnen: Kommt ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruht ein wenig.“

[4:44] Das waren viele, die gingen und kamen und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen. Das kommt vor im Werk Gottes, es kommt vor in der Mission, dass man so beschäftigt ist, dass man nicht einmal mehr Zeit fürs Essen hat. Und Jesus sagt: Trotz aller Geschäftigkeit, trotz aller Dringlichkeit der Botschaft, trotz allem Eifer für Gott, brauchen wir Auszeiten. Er sagt: „Ruht ein wenig.“ Das hat zwei Aspekte, es hat den Aspekt „ruht“ und den Aspekt „ein wenig“.

[5:15] Als Missionar ist man nicht aufgerufen, viel zu ruhen und immer sofort gleich Verschnaufpause zu machen, aber es ist absolut notwendig, hin und wieder zur gegebenen Zeit ein wenig auszuruhen, um Kraft zu sammeln, um sich zu besinnen, um wieder neu aufzutanken bei unserem Meister und bei Jesus.

[5:34] Vielleicht ist es dir auch schon so gegangen, dass du viel für Jesus getan hast und dann irgendwann ausgebrannt bist. Das Problem liegt nicht an Jesus, das Problem liegt nicht an der Botschaft, es liegt auch schon gar nicht an unserem Auftrag. Es liegt daran, dass wir diesen Teil des Auftrages manchmal vernachlässigen, dass wir einseitig auf die Taten schauen, die getan werden müssen, auf die Lehre, die gelehrt werden muss, aber dann vergessen, dass Jesus uns auch gebietet, nicht nur: „Geht hinaus in alle Welt“, sondern er uns auch gebietet: „Ruht ein wenig.“

[6:04] Und das ist genau so ein Gebot wie der Missionsbefehl und wir müssen ihn von Zeit zu Zeit in Anspruch nehmen, damit wir Jesus berichten können, wie es uns ergangen ist. Und das ist noch so viel wichtiger, als es der Gemeinde zu berichten, denn Jesus ist unser einziger perfekter Lehrer.

[6:21] Aber neben diesem Bericht an Jesus, der sozusagen das Kernstück unserer Nachbereitung darstellt, ist das Wichtigste, wenn man keine andere Nachbereitung von Missionen macht, aber die ist absolut unerlässlich. Aber neben dieser Berichterstattung an Jesus und dem Austausch mit ihm, dem größten Menschenfischer aller Zeiten, gibt es auch den Bericht an die Gemeinde.

[6:44] Und wir finden ein Beispiel in Apostelgeschichte 20, Apostelgeschichte 20, Vers 18 bis 21.

[6:56] Apostelgeschichte 20, Vers 18 bis 21. Und Paulus, der hier eine Rede hält, aus einem langen Aufenthalt in Ephesus, seine Abschiedsrede, berichtet noch einmal der Gemeinde, was er dort in Ephesus getan hat.

[7:15] In Vers 18 lesen wir: „Und als sie zu ihm gekommen waren, sprach er zu ihnen: Ihr wisst, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asien betrat, die ganze Zeit unter euch verhalten habe, dass ich dem Herrn diente mit aller Demut unter vielen Tränen und Anfechtungen, die mir widerfuhren durch die Nachstellung der Juden und wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was nützlich ist, sondern es euch verkündigt und euch gelehrt habe öffentlich und in den Häusern, indem ich Juden und Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugt habe.“

[7:50] Paulus ruft die gesamte Gemeinde zusammen und gibt sozusagen einen Endbericht seiner Missionsarbeit. Er sagt: „Ihr wisst ganz genau, Punkt Nummer eins, wie ich mich verhalten habe.“ Das finden wir in Vers 18. Das heißt, der wichtigste Aspekt seiner Missionsarbeit war sein eigenes Verhalten auch unter den Gläubigen. Aber nicht nur das. Er sagt: „Ihr wisst auch, wie ich dem Herrn gedient habe mit Demut unter vielen Tränen und Anfechtungen.“

[8:15] In seinem Bericht lässt er nicht aus, was es an Schwierigkeiten gab. Und auch das ist etwas, was wir der Gemeinde berichten dürfen und auch sollen: Was wir im Dienst für Schwierigkeiten haben, wie wir angefochten werden, wie es dort Konflikte gibt, wie wir beten, ringen und manchmal unter Tränen Gott anflehen, dass er eine Lösung schafft.

[8:40] Und dann in Vers 20, ebenfalls sehr wichtig: Paulus betont, dass er nichts verschwiegen hat. In seinem Bericht an die Gemeinde sagt er: „Schaut, ich habe die gesamte Botschaft gepredigt. Ich habe nicht nur die 60 Prozent herausgegriffen, die vielleicht den Griechen gut gefallen hätten.“ Nein, er sagt: „Ich habe zwar mit Bedacht – wir wissen das aus anderen Textstellen, da kommen wir heute noch auch nochmal drauf, wo er deutlich macht, dass er nicht alles auf einmal gesagt hat – aber letztendlich hat er die gesamte Botschaft, sowohl das Populäre als auch das Unpopuläre gepredigt.“ Und es ist sehr wichtig, der Gemeinde deutlich zu machen: Wir stehen für die ganze Botschaft. Wir wollen kein halbes Evangelium, kein Dreiviertel-Evangelium, kein Neunzehntel-Evangelium, wir wollen das ganze ewige, unverfälschte Evangelium weitergeben.

[9:37] Vers 20 heißt es: „wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was nützlich ist, sondern es euch verkündigt und euch gelehrt habe.“ Paulus macht deutlich: Meine Dienst bestand nicht nur aus Verkündigung, er bestand auch aus Lehren, was ein Unterschied ist. Da ist einmal diese öffentliche Evangelisation, das Verkündigen an großen Plätzen und in der Gemeinde, da ist die Lehre, wo in kleinen Gruppen die Menschen in der Bibel ausgebildet wurden, wo auch neue Mitarbeiter herangezogen wurden.

[10:03] Nun, weiterhin berichtet er, dass er keinen Unterschied gemacht hat zwischen Juden und Griechen, dass er sich um alle Bevölkerungsschichten gekümmert hat, die Juden und die Griechen, um sie zu Jesus Christus zu führen.

[10:23] Jetzt, wenn du einen Bericht geben würdest über deine bisherige Arbeit für Jesus, würde er so ähnlich ausfallen? Gehen wir noch einmal die Punkte durch: Könntest du sagen: „Ihr wisst, wie ich mich verhalten habe, vom ersten Tag an?“ Könnten wir unser Verhalten in der Gemeinde als Idealbild sozusagen im Bericht erwähnen? Könntest du und könnte ich, könnten wir sagen, dass wir dem Herrn gedient haben mit viel Demut, unter Tränen, unter Anfechtung? Mancher von uns erleidet vielleicht kaum Anfechtung im Dienst Jesu, vielleicht deswegen, weil wir so wenig für ihn tun. Können wir sagen, dass wir in unserer Arbeit für Jesus nichts verschwiegen haben? Dass wir alles gepredigt haben, selbst die Dinge, die vielleicht schwer zu schlucken sind für Menschen da draußen? Dass wir sie in Liebe und Klarheit nicht zurückgehalten haben, sondern den richtigen Zeitpunkt abgewartet haben und dann mit Liebe und Klarheit genau diese unpopulären Punkte den Menschen gewinnend nahegebracht haben? Können wir sagen, dass wir sowohl verkündigt als auch gelehrt haben, öffentlich und in den Häusern, sowohl in großen Mengen als auch im kleinen Hauskreis, in der 1-zu-1-Arbeit?

[11:50] Paulus, dieser vollmächtige Arbeiter für Gott, konnte sagen: „Das habe ich getan.“ Er hat Menschen zu Jesus geführt. Und es ist ganz hilfreich für uns, einmal zu reflektieren: Was sind die Früchte meiner Missionsarbeit bisher gewesen? Nun, wir wissen, man kann Missionsarbeit nur begrenzt an den Früchten messen, nur begrenzt. Aber es lohnt sich einmal nachzudenken, ob wir, wenn wir vor der Gemeinde stünden, einen ähnlichen Bericht geben könnten wie Paulus oder ob es da etwas gibt, wo wir uns an die eigene Nase fassen müssen und sagen: „Hier habe ich Nachholbedarf. Mein Bericht wäre vielleicht nicht ganz so gewesen, aber ich möchte ab heute das ändern. Ich möchte so völlig dem Herrn dienen, wie Paulus es getan hat.“

[12:40] Schauen wir gemeinsam in Apostelgeschichte 4 ein Beispiel an, das uns verdeutlichen soll, wie es die frühen Christen gehandhabt haben. Apostelgeschichte 4, da werden wir jetzt einige Zeit drin verbringen. Das war die Verse 1 bis 31. Beginnen wir mal in Vers 1, Apostelgeschichte 4 und dort ab Vers 1.

[13:07] „Während sie aber zum Volk redeten, kamen die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer auf sie zu. Sie waren aufgebracht darüber, dass sie das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung aus den Toten verkündigten, und sie legten Hand an sie und brachten sie ins Gefängnis bis zum folgenden Morgen. Aber viele von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig, und die Zahl der Männer stieg auf etwa 5000.“

[13:28] Wir sehen hier in den ersten Tagen, in den ersten Wochen der frühen urchristlichen Gemeinde, dass durch das Predigen unter der Leitung des Heiligen Geistes, das Predigen der gegenwärtigen prophetischen Wahrheit in Christus, dass durch dieses Predigen die Gemeinde rasant gewachsen ist. Es gab Frucht, weil biblisch gepredigt wurde. Und die Menschen waren damals genauso Sünder wie heute. Sie waren genauso dem Evangelium natürlicherweise feind. Aber biblisches, treues, vollmächtiges Predigen aus dem Wort Gottes, so wie es in der Predigt von Petrus sehen können, mit einem klaren, deutlichen Aufruf, bringt definitiv eine Ernte, so wie Gott es verheißen hat. Und das macht Feinde.

[14:23] Wann immer wir versuchen unter der Leitung des Heiligen Geistes die Bibel klar und verständlich zu predigen, mit einer Verbindlichkeit, so dass Menschen eine echte Entscheidung für Jesus als ihren Erlöser treffen und in dieser Endzeit eine Entscheidung für seine Endzeitgemeinde treffen, wann immer das geschieht, wenn Menschen hinausgerufen werden in diese letzte Sammlungsbewegung, wie damals Menschen herausgerufen wurden aus dem Judentum in diese Sammlungsbewegung der Christen, dann gibt es Feinde, die das verhindern wollen, die das absolut nicht zulassen wollen.

[15:07] Und so müssen sich die Apostel jetzt hier verteidigen. Wir lesen ab Vers 5: „Es geschah aber am folgenden Morgen, dass sich ihre Obersten und Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem versammelten, auch Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alexander und alle, die aus hohepriesterlichem Geschlecht waren. Und sie stellten sie in ihre Mitte und fragten sie: Durch welche Kraft oder in welchem Namen habt ihr das getan?“

[15:28] Vers 8: „Da sprach Petrus vom Heiligen Geist erfüllt zu ihnen: Ihr Obersten des Volkes und ihr Ältesten von Israel!“ Petrus hat hier die Leitung des Volkes vor sich. Die sagen: „In wessen Autorität tust du das? Wo hast du diese Kraft her? Wer hat dir gesagt, was du tun sollst?“ Und Petrus spricht jetzt zu den Leitern des Volkes.

[15:54] Vers 9: „Wenn wir heute wegen der Wohltat an einem kranken Menschen verhört werden, durch wen er geheilt worden ist, so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel bekannt gemacht, dass durch den Namen Jesu Christi des Nazareners, den ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten, dass dieser durch ihn gesund vor euch steht.“

[16:12] „Das ist der Stein, natürlich Jesus, der von euch, den Bauleuten, verworfen wurde, der zum Eckstein geworden ist. Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.“

[16:28] Petrus hätte sagen können: „Es tut uns leid, ja, wir verstehen euer Ärgernis und wir verstehen, dass ihr eine andere Perspektive darauf habt und wir wollen natürlich keinen Konflikt herbeibeschwören und wir werden versuchen, das ein bisschen anders zu regeln demnächst.“ Vielleicht hätten wir das als diplomatisch empfunden, aber Petrus hätte das als Verrat empfunden.

[16:47] Petrus sagt: „Gemessen an den Früchten, an der Heilung eines Menschen, dass ein Mensch wieder gesund geworden ist, solltet ihr selbst urteilen, ob das von Gott ist oder nicht. Schaut euch die Früchte an.“ Wenn ihr immer noch dagegen seid, dann möchten wir euch etwas ganz deutlich sagen: Ihr, die Bauleute, habt Christus verworfen, den Eckstein, und das ist das Problem.

[17:13] Satan möchte herausstellen, dass biblische Verkündigung ein Problem ist, dass das Probleme macht, dass es da noch Dinge zu klären gibt und dass man das kritisch beäugen muss. Aber biblische Verkündigung, biblisches prophetisches Predigen ist nicht das Problem. Das war noch nie das Problem. Das Problem ist, wenn der Eckstein verworfen wird. Insbesondere dann, wenn der Eckstein, wie es hier der Fall war, von der Leitung verworfen wurde.

[17:38] Und Petrus sagt ganz deutlich: Allein in Jesus. Und dieser Jesus war ja genau dieser neualgische Punkt, diese prophetische Wahrheit aus Daniel 9, die sie nicht anerkennen wollten. Die Pharisäer, die Schriftgelehrten, die hohen Theologen, die sagen: „Nein, das kann nicht sein. Es ist biblisch falsch, was ihr sagt.“

[18:08] Könnte es sein, dass heute wir genau das gleiche erleben? Dass war immer biblische, prophetische, klare Wahrheit, zum Beispiel aus Daniel 8, aus Offenbarung 14 und anderen Kapiteln, gepredigt wird, dass Menschen sagen: „Nein, das kann nicht sein, das ist unbiblisch.“ Aber Gott möchte, dass wir wie Petrus dann sagen: „Das ist die Wahrheit und es gibt keine andere Wahrheit.“

[18:31] Nun, manch einer würde das vielleicht als exklusiv betrachten, als arrogant, als wahrheitsbesitzend, rechthaberisch. Aber Petrus hatte recht. Es war die Wahrheit. Und er macht keinen Hehl daraus. Er ist sehr freundlich. Aber gleichzeitig macht er den Führern des Volkes deutlich: Das Problem liegt nicht bei uns, das Problem liegt bei euch, denn ihr verwerft die Botschaft, die Gott in seinem Wort gegeben hat.

[19:00] In Vers 11, da bezieht er sich auf Matthäus 21, auf das, was Jesus gesagt hatte. Er stand wahrscheinlich daneben, als Jesus selbst zu den Pharisäern das gesagt hat. Denn Petrus spricht nicht einfach seine eigenen Worte und seine eigene Kritik an den Pharisäern. Er will nicht einfach mal die Pharisäer so richtig schlecht machen. Er wiederholt nur das, was Jesus in seinem eigenen Wort prophetisch gesagt hat. Und zwar in Matthäus 21 und dort Vers 42 und 43.

[19:32] Dort heißt es, Vers 42 und 43: Jesus spricht zu ihnen: „Habt ihr noch nie die Schriften gelesen? Und auch Jesus bezieht sich auf die Bibel offensichtlich hier. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar in unseren Augen. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das dessen Früchte bringt.“

[19:58] Jesus hatte gesagt: „Ihr Juden, ihr werdet in kurzer Zeit nicht mehr das Volk Gottes sein. Warum? Weil ihr keine Frucht bringt. Da ist keine Charakterumwandlung. Da ist keine Frucht. Da sind auch so gut wie keine Menschen, die gewonnen wurden für das Reich Gottes. Keine Frucht.“ Und Jesus sagt: „Wenn ihr es nicht tut, dann werden es andere tun.“ Und genau daran erinnert Petrus in seinem Zitat die Pharisäer. Er sagt genau das, was schon den Pharisäern damals wahrscheinlich, ja, das Blut hat kochen lassen.

[20:35] Die Bibel berichtet ja dann weiter, dass sie ihn umbringen wollten, sich zunächst aber noch nicht getraut hatten. Und dann gehen wir zurück zu Apostelgeschichte 4 und lesen weiter Vers 13.

[20:49] Dort sagt die Bibel auf Vers 13: „Als sie aber die Freimütigkeit von Petrus und Johannes sahen und erfuhren, dass sie ungelehrte Leute und Laien seien, verwunderten sie sich und erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren.“

[21:09] Was war ein Vers? Und was war ein Vers in diesem Kontext? Die Pharisäer haben sich wahrscheinlich gefragt: „Wer wird dieses Volk sein, von dem Jesus spricht? Was für ein Volk meinte er? Wer soll denn das Reich Gottes voranbringen, wenn nicht wir, die Schriftgelehrten, die Pharisäer, die die Bibel auswendig auf Hebräisch können, die alle rabbinischen Kommentare gelesen haben, alle Dissertationen, die jemals von Rabbinern geschrieben worden sind?“ Wer soll das Reich Gottes denn besser verkündigen als wir? Und Jesus sagt: „Nein, das ist keine Frucht, da werden keine Menschen gewonnen durch eure Arbeit. Ich werde das Reich Gottes von euch nehmen und einer Nation geben, ihre Frucht zu bringen.“

[21:51] Mit dieser Nation meint er natürlich keine buchstäbliche Nation, sondern er meint, dass von Israel die Würde des Gottesvolkes übergeht auf Israel. Vom buchstäblichen Israel zum geistlichen Israel. Und während im buchstäblichen Israel die Theologen angeführt haben, habt ihr im geistlichen Israel, in der Mangelung von Theologen, der Heilige Geist, ungelehrte Leute gebraucht.

[22:19] Wir haben, glaube ich, schon mal darüber gesprochen, hier in der Kantschatz-Study, aber dass dieses Wort für ungelehrte, für Laien, im griechischen „idiotas“ meint. Es waren Idiotas. Menschen wie du und ich. Wahrscheinlich noch ein ganzes Ende ungebildeter als wir zusammen. Und der Heilige Geist konnte sie gebrauchen, um Tausende in die Gemeinde zu rufen. Und wenn uns das keine Lehre ist, dann weiß ich nicht, was wir noch erkennen wollen im Wort Gottes.

[22:51] Jesus sagt: Um Früchte zu bringen, braucht es keinen akademischen Grad. Es braucht diese Kühnheit und diese Schrifttreue und diese Abhängigkeit vom Heiligen Geist, wie sie Petrus hier offenbart. Denn Fakt ist, dieser Petrus, dieser Fischer, konnte die Bibel richtiger, klarer, unverständlicher auslegen als alle Theologen seiner Zeit. Nun, nichts gegen Theologen. Jesus hat den Paulus später auch berufen. Paulus war ein Theologe. Aber Paulus musste viel verlernen und viel erlernen, bevor er seine Aufgabe wahrnehmen konnte.

[23:40] Und von diesen Idiotas, von diesen Jüngern, heißt es, dass man erkannte, an dem, wie sie gesprochen hatten, dass sie mit Jesus gewesen sind. Jemand, der viele Doktorgrade und Titel trägt und der dann etwas aus der Bibel erklären kann, da sind wir geneigt zu sagen: „Naja, der hat das halt studiert, der weiß das halt.“ Aber wenn jemand, der einfach so wie du und ich, ganz normale Menschen sind, ohne große akademische Vorbildung, wenn wir die Bibel anderen Menschen erklären können, dann wird deutlich, dass wir mit Jesus Gemeinschaft haben. Und das ist es, wonach Jesus sich am meisten sehnt: Dass nicht wir verherrlicht werden als die Verkündiger, sondern Jesus, der uns befähigt.

[24:28] Das ist ein sehr wichtiger Gedanke in der Mission, dass wir uns nie aus den Augen verlieren, dass alles, was wir tun in der Mission, eine Gabe von Gott ist. Alles, was wir hier predigen, alles, was wir hier sagen, könnten wir nicht tun, wenn es nicht die Gnade Gottes wäre, die uns jede Sekunde erhält und uns leitet. Gott sei die Ehre für alles, was in seinem Werk geschieht. Nicht wahr?

[24:51] Aber die Feinde des Evangeliums geben sich nicht zufrieden. Lesen wir weiter, Vers 14.

[24:58] „Da sie aber den Menschen bei ihnen stehen sahen, der geheilt worden war, konnten sie nichts dagegen sagen. Da befahlen sie ihnen, aus dem Hohen Rat hinaus zu gehen und beratschlagten miteinander und sprachen: Was sollen wir mit diesen Menschen tun? Denn dass ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, das ist allen Bewohnern von Jerusalem bekannt und wir können es nicht leugnen. Aber damit es sich nicht weiter unter dem Volk verbreitet, wollen wir ihnen ernstlich drohen, damit sie künftig zu keinem Menschen mehr in diesem Namen reden.“

[25:27] Wir versuchen sie einzuschüchtern, ihnen Redeverbot zu geben. Redeverbot im Werk Gottes. Redeverbot für Menschen, die die Wahrheit, die prophetische Wahrheit klar und deutlich verkündigen, fällt unter diese Kategorie. Dieses Redeverbot kam nicht von Menschen, die es angenommen hatten, sondern von Menschen, die es verworfen hatten, den biblischen Jesus. Und so konnten sie es nicht ertragen, dass diese ungelehrten, ungebildeten Laien die Wahrheit predigten, klarer als sie selbst. Und es musste verboten werden.

[26:23] Wenn man immer das Licht deutlich und klar scheint aus Ecken und aus Winkeln, wo es keiner vermutet hat, dann offenbart sich erst einmal die Finsternis, die wir sonst als taghell empfunden haben. Das Licht vertreibt die Finsternis, aber die Finsternis kämpft zurück. Und so lesen wir in Vers 18:

[26:50] „Und es war ein Gebot. Es war ein Gebot von der obersten, von Gott eingesetzten Führung im Volk Gottes. Und es war noch zu einem Zeitpunkt, als das Volk Gottes, also als Israel noch formal und rechtlich und auch biblisch-theologisch das Volk Gottes war. Denn bis ins Jahre 34 nach Christus, bis zur Steinigung von Stephanus, war das Volk Israel das Volk Gottes. Und damit waren die Hohenpriester, die von Gott eingesetzten Hohenpriester, obwohl natürlich jetzt der Hohepriester eigentlich Jesus war, aber sie waren immer noch die Führung des Volkes Gottes.“

[27:44] Und sie gebieten etwas. Aber wenn ein Menschengebot mit der Bibel nicht in Übereinstimmung ist und uns dazu zwingt, die Bibel aufzugeben, und sei es von der höchsten Stelle im Volk Gottes, aber es kommt von Menschen, nicht von der Bibel, und es widerspricht der Bibel, dann sind wir verpflichtet, so zu handeln, wie Petrus und die anderen Jünger.

[28:13] Lass mich das sehr deutlich sagen: Wir wollen keine Rebellion fördern. Es gibt genügend Menschen, die nur Unordnung sehen wollen und die sich jeder Ordnung und jeder Struktur verweigern und die einfach ihr eigenes Ding machen wollen. Davon spreche ich nicht. Aber ich spreche von immer wieder auftretenden Fällen, wo Menschen behindert werden in der Mission, einfach nur, weil das, was sie predigen, das biblische Evangelium ist und das nicht mehr anerkannt wird und mitunter sogar von Führern und Leitern im Volk Gottes.

[29:04] Und die Botschaft von Apostelgeschichte 4 ist die: Liebe deine Leiter. Bete für deine Leiter. Aber gehorche Gott. Es gibt keinen Kadavergehorsam im Volk Gottes. Gehorche Gott.

[29:17] Vers 19: „Aber Petrus und Johannes antworteten ihnen und sprachen: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott. Denn es ist uns unmöglich, nichts von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“

[29:44] Es ist unmöglich. Wir haben Jesus kennengelernt. Wie soll man über Jesus nicht reden, wenn man ihn kennengelernt hat? Und übertragen auf unsere Zeit: Wie soll man von der dreifachen Engelsbotschaft nicht reden, wenn man sie erlebt, wenn man sie begriffen hat, wenn man davon begeistert ist? Es ist unmöglich. Kein Mensch darf uns verbieten, die dreifache Engelsbotschaft in ihrer Gänze, in Liebe, aber in Klarheit zu predigen. Kein Mensch auf dieser Erde darf das verbieten. Es ist unmöglich, so ein Verbot anzunehmen.

[30:22] Petrus und Johannes hatten kein schlechtes Gewissen. Sie hätten ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn sie rebellisch gewesen wären und der Rat der Pharisäer mit der Bibel in Übereinstimmung gestanden hätte. Dann hätte der Heilige Geist ihnen gezeigt, dass wir die Obrigkeit fürchten sollen, wenn sie mit Gott übereinstimmt. Denn dazu hat Gott sie ja gegeben.

[30:46] Es heißt in Vers 21: „Sie aber drohten ihnen noch weiter und ließen sie frei, weil sie wegen des Volkes keinen Weg fanden, sie zu bestrafen. Denn alle priesen Gott über dem, was geschehen war.“

[31:03] Und hier ist eine wichtige Funktion, warum es die Gemeinde gibt. Das Volk Gottes als Ganzes kann ein Gegengewicht bilden zu Leitern, die vielleicht mal eine falsche Entscheidung fällen. Keiner von uns ist perfekt. Niemand von uns weiß, wie es ist, ein Leiter zu sein, bevor er nicht ein Leiter wird. Und wir sollten auch Leiter nicht übermäßig kritisieren. Aber es kann sein, dass ein Leiter mal eine falsche Entscheidung fällt und etwas verbietet, was eigentlich nicht verboten gehört. Und dann ist es auch die Aufgabe des Volkes, ein Gegengewicht zu sein und den Leiter in seine natürlichen Schranken zu weisen.

[31:38] Vers 22: „Der Mensch, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war, war nämlich über 40 Jahre alt.“

[31:44] Als sie aber freigelassen kamen, Vers 23, und jetzt kommt der entscheidende Punkt für uns: „kamen sie zu den Ihren und verkündeten, wie viel alles, was die obersten Priester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten.“

[32:00] Man könnte ja meinen, dass wenn es schon solche Schwierigkeiten gibt mit der Gemeindeleitung hier in Jerusalem, oder nicht der Gemeindeleitung, in dem Fall der Leitung des Volkes Gottes, dass dann wenigstens diese wenigen Jünger das für sich behalten, weil man möchte ja auch nicht zusätzlich noch Öl ins Feuer gießen. Aber Petrus und die Seinen haben alles berichtet, was diese Führer des Volkes mit ihnen getan haben. Warum? Sie wollten die Gemeinde vorbereiten auf den Konflikt, der sie erwartete. Sie wollten die frühen Christen zu mündigen Gläubigen machen.

[32:35] Berichte der Gemeinde den missionarischen Erfolg. Berichte auch über die Schwierigkeiten. Und wenn es die Situation erforderlich macht und wenn es angemessen ist, dann scheue auch nicht davor zurück, die Gemeinde darauf vorzubereiten, was es an inneren Hindernissen zu überwinden gilt, auch in der Struktur. Angemessen, liebevoll im Geiste Jesu. Aber nirgendwo können wir hier lesen, dass sie es zurückgehalten hätten.

[33:16] Vers 24: „Und als sie es hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herr, du bist der Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was darin ist. Du hast durch den Mund deines Knechtes David gesagt: Warum toben die Heiden und er sinnen die Völker nichtiges? Die Könige der Erde lehnen sich auf und die Fürsten versammeln sich miteinander gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.“

[33:38] Ja, wahrhaftig gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast. Haben sich Herodes und Pontius Pilatus versammelt, zusammen mit den Heiden und dem Volk Israel. Sie zitieren Psalm 2 und machen dann deutlich, dass bei der Kreuzigung Jesu alle verschiedenen Gruppen, die es nur irgendwie gab, sich versammelt haben und vereint haben.

[34:03] Die Gruppen, die sie am meisten gehasst haben, die Sadduzäer und die Pharisäer, plötzlich waren sie eins, als Jesus ihr Feind war. Die Römer und die Juden, die sich so sehr gehasst haben. So sehr, dass die Juden einzig darauf hofften, dass der Messias kommen würde, um sich von den Römern zu vertreiben. Als der Messias kam, haben sie sich lieber mit den Römern verbunden, um den Messias zu töten. Und wir lesen an anderer Stelle auch, dass Herodes und Pontius Pilatus, die einander Feind waren, sich ebenfalls versöhnten und Freunde wurden an dem Tag der Kreuzigung Jesu.

[34:40] Jesus wird zum gemeinsamen Feind aller Sünder, die die Sünde nicht lassen wollen. Ganz egal, welche Religion, welcher Konfession, welcher kulturellen Hintergrund auch immer. Und die Bibel sagt uns in Offenbarung 16, Vers 12, dass dies noch einmal geschehen wird.

[35:03] Und deswegen ist es so wichtig, darüber Bescheid zu wissen und auch über diese Entwicklung, die hier in Offenbarung 16 beschrieben werden, die Gemeinde auf dem Laufenden zu halten. Lass es die Gemeinde wissen. Nicht nur, was du persönlich missionarisch erlebst, sondern was auch in der Weltmission, was in der globalen Perspektive der Adventbotschaft passiert.

[35:20] In Offenbarung 16, Vers 12 lesen wir, und der sechste Engel, Vers 13 – das muss auch im Sendemanuskript korrigiert werden – Vers 13: „Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister herauskommen, gleich Fröschen.“

[35:38] „Es sind nämlich dämonische Geister, Vers 14, die Zeichen tun und ausgehen zu den Königen der Erde und des ganzen Erdkreises, um sie zum Kampf zu versammeln an jenem großen Tag Gottes, des Allmächtigen.“

[35:50] Alle Nationen, alle Kulturen, alle Religionen werden sich versammeln im Krieg gegen Jesus. Alle Unterschiede, alle Feindschaften, die jetzt noch bestehen, zwischen Nord- und Südkorea, zwischen Indien und Pakistan, zwischen Tibet und China, zwischen Muslimen und Christen, Hindus und Buddhisten, den einzelnen Konfessionen, evangelischen und katholischen in Irland. Wo wir auch hingucken, überall gibt es Feindschaften, Animositäten, Schwierigkeiten. Aber wenn Jesus kommt, werden sich alle zusammentun. Bis auf diejenigen, die ebenfalls aus allen diesen Gruppierungen, aus Nord- und Südkorea, aus Pakistan und aus Indien, sowohl von der evangelischen als auch von der katholischen Kirche, von den Hindus als auch von den Buddhisten, von den Christen als auch von den Muslimen, wenn aus allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen Menschen sich für die Adventbotschaft entscheiden und Jesus nachfolgen. Diese Menschen werden sich nicht in diesem allgemeinen Welteinheitssystem zusammenfinden.

[37:10] Lass es die Gemeinde wissen, wenn so etwas passiert, wenn du so etwas sehen kannst. Wir wollen noch einige praktische Beispiele hier anschauen von Gemeindeberichten. Zum Beispiel in der Apostelgeschichte 21 und dort Vers 19 bis 25.

[37:38] „Nachdem er sie begrüßt hatte, erzählt er alles bis ins Einzelne, was Gott durch seinen Dienst an den Heiden getan hatte. Sie priesen den Herrn, als sie dies hörten, und sie sprachen zu ihm: Bruder, du siehst, welch große Zahl von Juden gläubig geworden ist, und alle sind Eiferer für das Gesetz. Es ist ihnen aber über dich berichtet worden, du würdest alle Juden, die unter den Heiden sind, den Abfall von Mose lehren und sagen, sie sollten ihre Kinder nicht beschneiden und nicht nach den Gebräuchen wandeln. Was ist nun zu tun? Auf jeden Fall musst du die Menge zusammenkommen, denn sie werden hören, dass du gekommen bist. Und das, was sie dir sagen: Wir haben vier Männer, die ein Gelübde auf sich haben. Diese nimmst du dir, lass dich reinigen mit ihnen und trage die Kosten für sie, dass sie das Haupt scheren lassen. So können alle erkennen, dass nichts an dem ist, was über dich berichtet worden ist, sondern dass du auch ordentlich wandelst und das Gesetz hältst. Was aber die gläubig gewordenen Heiden betrifft, so haben wir geschrieben und angeordnet, dass sie von alledem nichts zu befolgen haben, sondern sich nur hüten sollen vor dem Götzenopfer und vor dem Blut und vor Ersticktem und Unzucht.“

[38:52] Paulus kommt zurück nach Jerusalem vor seiner ausgedehnten Missionsreise und erzählt bis ins Einzelne, was Gott getan hat. Er erzählt bis ins Einzelne, er sagt alle Details von dem, wie Gott ihn geführt hat. Aber dann, und das ist sehr interessant, berichtet die Gemeinde, was sie gehört hat, was sie erlebt momentan und gibt ihm einen Rat.

[39:14] Und dieser Rat ist äußerst kritisch zu sehen, denn dieser Rat führt dazu, dass Paulus gefangen genommen wird. Ein Rat, der nicht völlig in Übereinstimmung steht mit den Prinzipien, die Paulus selbst vertreten hat. Und dieser Kompromiss, auf den er sich einlässt, führt dann zu einigen negativen Dingen. Was uns lehrt, dass es wichtig ist, der Gemeinde zu berichten, aber dass wir nicht der Gemeinde immer hundertprozentig folgen sollten mit all dem, was sie an Kompromissvorschlägen vorschlägt, um das Evangelium ein bisschen einfacher annehmbar zu machen. Sehr wichtiger Punkt.

[40:00] Schauen wir noch gemeinsam folgende Aspekte an. Wir haben etliche Verse hier noch im Sendemanuskript, die ihr zu Hause studieren könnt. Schaut euch das Sendemanuskript an, es sind noch etliches mehr, was ihr entdecken könnt hier. Wir wollen jetzt noch zwei, die letzten beiden Abschnitte hier gemeinsam betrachten.

[40:19] In 4. Mose 13 und dort ab Vers 17 bis 33, da finden wir die alttestamentliche Geschichte von den zwölf Spionen, die ausgesandt werden nach Kanaan. Die Israeliten sind auf dem Weg zum gelobten Land, sind kurz an der Grenze vorher und sind jetzt bereit, so möchte man meinen, die Mission, die Gott ihnen gegeben hatte, abzuschließen. Sie sind kurz vor der Vollendung ihrer Mission, kurz vor dem Abschluss des Werkes, sozusagen. Und zwölf Spione werden vorausgeschickt, zwölf Kundschafter.

[41:07] Und ab Vers 17 wird berichtet, was sie alles sehen, was sie alles mitbekommen, wo sie hingehen und wie sie dort Weinreben aus dem Tal Eschkol holen und so weiter und so fort. Und dann heißt es in Vers 25: „Und nachdem sie das Land 40 Tage lang ausgekundschaftet hatten, kehrten sie zurück. Und sie gingen und kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels in die Wüste Paran nach Kadesch. Und sie brachten ihnen und der ganzen Gemeinde Bericht und ließen sie die Früchte des Landes sehen.“

[41:47] Hier haben wir diesen wichtigen Punkt: Die Spione kommen, die Kundschafter kommen und sagen: „Das ist der Bericht, das wird euch erwarten.“ Das heißt, ein Bericht ist nicht nur einfach dazu da, die Gemeinde zu ermutigen und zu sagen: „Ja, Mission funktioniert noch.“ Der Bericht für die Gemeinde ist vor allem dazu da, sie zu motivieren, zu sagen: „Wir stehen kurz vor dem Ziel, lasst uns hineingehen, schaut die Früchte an, die uns erwarten.“ Das war das Ziel, was Gott damit vorhatte. Sie sollten einen Bericht geben, um das Volk zu motivieren, die letzten Meter, die letzten Anstrengungen, die letzten Kämpfe froh aufzunehmen.

[42:20] Vers 27: „Und sie erzählten ihm und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, das du uns gesandt hast, und es fließt wirklich Milch und Honig darin, und dies ist eine Frucht.“ Bis hierhin ist ein wunderbarer Bericht, und sie hätten weitermachen sollen, aber dann fangen sie an, ein Wort auszusprechen, das sie besser nie hätten ausgesprochen.

[42:36] „Aber das Volk, das im Land wohnt, ist stark, und die Städte sind sehr fest und groß, und wir sahen auch Söhne Anak, so Riesen dort. Die Amalekiter wohnen im Land des Negev, die Hethiter, Jebusiter und Amoriter aber wohnen im Bergland, und die Kanaaniter am Meer und entlang des Jordan.“

[42:53] Kaleb aber beschwichtigte das Volk gegenüber Mose und sprach: „Lasst uns auch hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir werden es gewiss bezwingen.“ Diese zehn, wie wir wissen, diese zehn Spione, die Mehrheit fängt an zu sagen: „Es ist so schwierig, große Menschen, wundervolle, schwere Städte, schwer einzunehmen, es ist nicht so einfach.“ Kaleb, einer von den beiden Treuen, sagt: „Schaut her, Gott hat uns bis hierhin geführt. Wenn er das Meer teilen kann, wenn er die Ägypter vernichten kann, wenn er uns Wasser aus dem Felsen geben kann, dann kann er auch diese Städte besiegen.“

[43:30] Aber es heißt weiter, Vers 31: „Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: Wir können nicht hinaufziehen gegen das Volk, denn es ist stärker als wir.“ Und sie brachten das Land, sie erkundeten den Verruf bei den Kindern Israels und sprachen: „Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein Land, das seine Einwohner frisst, und alles Volk, das wir daran sahen, sind Leute von hohem Wuchs. Wir sahen auch dort Riesen, Söhne aus dem Riesengeschlecht, und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken und ebenso waren wir auch in unseren Augen.“

[44:02] Der entscheidende Punkt ist: Wenn sie sagen, wir können es nicht so tun, wie Gott gesagt hat. Gott hat uns einen Befehl gegeben, einen Missionsbefehl. Er sagt: „Wenn die ganze Welt das Evangelium hört, die dreifache Engelsbotschaft aus Offenbarung 14, Verse 6 bis 12, dann werde ich wiederkommen.“ Und viele sagen heute: „Das ist unmöglich. Die Menschen wollen es nicht mehr hören, wir haben da zu große Hindernisse, der Säkularismus ist so fest, so stark, wir können nicht überwinden, wir müssen etwas ändern, wir können nicht das tun, was Gott sagt. Lasst uns lieber zurückgehen nach Ägypten.“

[44:30] Und da gibt es wenige, die sagen: „Nein, Gott hat versprochen, Gott hat es in seinem Wort uns versprochen, dass wir hineingehen können in das himmlische Kanaan, denn wir wissen aus Hebräer 11, dass das Kanaan, das Land Kanaan, ein Symbol war für den Himmel, das macht Hebräer 11, Vers 9 ganz deutlich. Wir können hineingehen in den Himmel, wir können die Bedingungen erfüllen, um in den Himmel zu kommen. Wir können diesen Charakter entwickeln, der zur Ernte führt.“

[45:05] Aber viele sagen: „Nein, das ist unmöglich, unmöglich, es ist zu schwer. Wer kann schon seine eigene Sünde überwinden? Wer kann schon die säkularen Menschen erreichen mit der ganzen dreifachen Engelsbotschaft?“ Lieber Freund und liebe Freundin, höre nicht auf den Bericht der zehn Kundschafter heute. Höre auf die Kalebs und die Josuas heute, seien sie auch noch so wenige und sei die Stimmung im Volk auch noch so dagegen eingestellt. Höre auf die, die sagen: „Wir können das Land einnehmen, wir können nach Kanaan kommen, genau auf die Art und Weise, wie es das Wort Gottes und die Inspiration uns sagt.“ Höre auf die Kundschafter mit dem positiven Bericht.

[45:54] Wir wollen noch einen Vers gemeinsam anschauen oder einen Abschnitt in der Apostelgeschichte 11, Vers 1.

[46:04] Apostelgeschichte 11, Vers 1. Hier noch einmal ein wichtiger Punkt zum Thema positive Berichte.

[46:20] Dort heißt es: „Und die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, hörten, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten. Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, machten die aus der Beschneidung ihm Vorwürfe und sprachen: Zu Unbeschnittenen bist du nicht hineingegangen und hast mit ihnen gegessen?“

[46:34] Es kommt immer wieder vor, dass wenn wir Missionen machen, wenn wir evangelisieren und Zeugnis geben, dass andere aus Neid oder aus welchen Gründen auch immer Vorurteile und böse Berichte in Umlauf bringen. Und wir haben jetzt nicht die Zeit, das alles zu lesen. Ihr könnt es zu Hause nachlesen, bis Vers 18.

[46:53] Petrus berichtet jetzt sehr ausführlich, wie Gott ihm eine neue theologische Wahrheit vermittelt hat, durch den Geist der Weissagung übrigens, durch eine Vision. Und als er der ganzen Gemeinde wissen lässt, wie durch den Geist der Weissagung, durch eine Vision er etwas verstanden hat von der Art und Weise, wie Gott wirkt und dass er deswegen seine Methoden geändert hat und deswegen das tut, was Gott möchte und nicht, was vorher die Menschen vorgeschrieben hatten.

[47:23] Da lesen wir in Vers 18: „Als sie aber das hörten, beruhigten sie sich und priesen Gott und sprachen: So hat Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben.“ Gott hat das schon immer vorgehabt, aber durch menschengemachte Regeln konnte er das nicht wirklich durchführen. Und Gott musste erst durch den Geist der Weissagung, sozusagen durch die Vision, dem Petrus als Vorläufer deutlich machen: „Du sollst es so machen, wie ich dir sage.“

[47:48] Und das brachte Kritik, das brachte böse Gerüchte. Aber als Petrus der ganzen Gemeinde positiv berichtet, was Gott ihm gezeigt hat, wie Gott ihn geführt hat und welchen Erfolg das hat und wie sehr das auch mit der Bibel übereinstimmt, da beruhigte sich die Gemeinde. Und viele Missverständnisse, viele Vorurteile gegen kraftvolles biblisches, prophetisches Predigen können dadurch entkräftet werden, dass man nicht im Geheimen arbeitet und sich abschottet, sondern immer wieder der Gemeinde transparent zeigt, was man tut.

[48:22] Wenn du für Gott arbeiten möchtest, wenn du die drei Engelsbotschaften in die Welt tragen willst, zeig der Gemeinde immer wieder transparent, was du tust. Viele, die mitdenken, die vielleicht nicht die Erkenntnis haben wie du, aber die einen gesunden Menschenverstand haben und eine Beziehung zu Jesus, werden sehen: Das ist von Gott.

[48:42] Willst du mit deinem Bericht in der Gemeinde, egal in welcher Form, einen positiven Einfluss ausüben, dass noch viele andere ermutigt werden zu sagen: „Ja, wir wollen nach Kanaan und wir wollen dabei genau die Methoden benutzen, die Gott uns gibt und uns nicht beschränken lassen von menschlichen Regeln, sondern das tun, was Gott möchte, selbst dann, wenn es irgendjemand verbietet.“ Möchtest du mit deinem positiven Erfahrungsbericht – denn wir können nur berichten, was wir erfahren haben – mit deinem positiven Erfahrungsbericht mit Jesus die Gemeinde stärken, sie ermutigen und motivieren? Gott segne dich an diesem Bemühen.

[49:21] Nächste Woche werden wir ein weiteres Thema haben in der Cannstatt Study Hour und dann sind wir schon bald am Ende mit unserer Lektion und wir freuen uns, wenn ihr uns treu bleibt, auch dann im Quartal danach, wenn es um die Briefe an die Thessalonicher gehen wird. Da freuen wir uns schon sehr darauf. Seid gespannt, schaut euch auch weiter auf der Internetseite von Joel Media um. Schaut euch zum Beispiel die wunderbare Serie von Taschpaklepp an, die jetzt vollständig dort zu sehen ist. Schaut euch die Serie „Wenn ihr mal zweimal ruft“ an, viele interessante Dinge, die ihr euch anschauen könnt. Trotzdem, neugiert euch weiter, neugiert euch im Studio und bis zum nächsten Mal. Amen.


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