Diese Predigt beleuchtet die biblische Geschichte von Sichem und den Bergen Garizim und Ebal, um die Bedeutung von Segen und Fluch im Leben eines Gläubigen zu verdeutlichen. Christopher Kramp erklärt, wie diese biblischen Orte und Ereignisse uns lehren, Entscheidungen zu treffen, die zu Gottes Segen führen. Die Botschaft ermutigt dazu, die Verheißungen Gottes anzunehmen und ein Segen für andere zu werden, indem man sich bewusst auf den Weg des Segens begibt.
3 Engel, 2 Hügel, 1 Entscheidung
Christopher Kramp · Predigten ·Themen: Altes Testament, Bibel, Bibelstudium, Erweckung, Jesus, Neues Testament, TheologieWeitere Aufnahmen
Serie: Predigten
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Transkript
[0:00] Gesegneten Sabbat. Jedes Mal, wenn ich in eine andere Gemeinde komme und sage: „Gesegneten Sabbat“, dann gibt es so drei bis fünf mutige Leute, die zurückantworten: „Gesegneten Sabbat“. Und der Rest guckt immer so. Und dann habe ich es mir zu meiner persönlichen Aufgabe gemacht, bisher jeder einzelnen Gemeinde in Nord, Ost, Süd, Westdeutschland, Österreich, Schweiz, Malaysia, England, wo auch immer, beizubringen, was ihr macht. Und in den letzten zwei Jahren hat es noch jede einzelne Gemeinde gelernt: „Gesegneten Sabbat“. Ich freue mich so, bei euch sein zu können. Möge dieser Sabbat wirklich ein gesegneter Sabbat sein. Und mein Wunsch ist, dass wir in den nächsten Minuten im Wort Gottes wirklich etwas entdecken, was uns neu bewegt und näher zu Gott führt.
[0:53] Immer wenn ich in anderen Gemeinden bin, in den letzten Wochen mache ich mir den Spaß, ihnen zu sagen, dass ich sie nicht grüße aus der Gemeinde Bad Cannstatt. Und dann gucken sie mich immer noch mal wieder groß an. Und dann erzähle ich ihnen, dass es die Gemeinde Bad Cannstatt gar nicht mehr gibt. Und dann fallen sie wirklich aus allen Latschen. Und dann erzähle ich ihnen von all dem, was wir erlebt haben, wie wir gewachsen sind und wie wir ein neues Haus bekommen haben und wie wir jetzt notgedrungen Stuttgart-Wangen heißen. Und dann freuen sie sich.
[1:22] Die Frage, die wir uns heute stellen wollen, ist natürlich nicht, warum sind wir heute Stuttgart-Wangen. Aber die Frage, die wir uns stellen wollen, so ein bisschen, ist: Was für eine Aufgabe haben wir als Gemeinde Stuttgart-Wangen? Warum hat Gott uns hierher geführt? Ihr werdet sagen, das ist doch ganz logisch: Wir hatten keinen Platz in Cannstatt, da mussten wir woanders hin. Und das ist sicherlich ein wichtiger Aspekt. Aber ich glaube, es gibt mehr zu entdecken. Gott hat eine Aufgabe für uns auch hier in Wangen.
[1:52] Unser Predigtthema heute ist: Drei Engel, zwei Hügel, eine Entscheidung. Bevor wir beginnen, möchte ich euch einladen, dass wir gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet.
[2:04] Lieber Vater im Himmel, wir sind heute nicht hierher gekommen, um einfach nur unsere eigene Meinung zu sagen oder unterhalten zu werden. Wir sind heute hierher gekommen, um aus deinem Wort zu lernen. Es gibt so viel, was man lernen kann. Und so möchten wir dich bitten, dass du uns jetzt in den nächsten Minuten das zeigst, was für jeden Einzelnen von uns das Wichtigste für den heutigen Tag, für uns ist, das Wichtigste für die kommende Woche, das, was uns jetzt am meisten betrifft, das, was wir jetzt brauchen. Ich möchte dich bitten von ganzem Herzen, dass du mit deinem Heiligen Geist zu uns sprichst, dass du alles Störende fernhältst, sei es von außen oder von innen, und dass wir den Segen, den du auf diesen Tag gelegt hast, dass wir ihn selbst erleben, dass wir wirklich sagen können, dass dieser Tag wahrhaftig ein gesegneter Sabbat gewesen ist. So sei du jetzt bei uns und hab Dank, dass du verheißen hast, dass was immer dein Wort sagt, das nicht leer zurückkehrt, sondern dass es das tun wird, wozu du es gesandt hast. Im Namen Jesu. Amen.
[3:17] Drei Engel, zwei Hügel, eine Entscheidung. Wenn man irgendwo neu ist, wenn man eine neue Arbeitsstelle beginnt, wenn man eine neue Wohnung bezieht, wenn man einen neuen Partner hat, wenn immer etwas Neues im Leben ist, dann ist es so auch eine Weichenstellung, wo man Gelegenheit hat, nach vorne zu schauen und zurückzuschauen. Oft im Leben gibt es Momente, wo man vor so einem Neuanfang steht.
[3:51] Ich möchte euch heute Morgen vorschlagen, dass wir als Gemeinde in gewisser Weise auch so einen kleinen Neueinfang haben. Ja, wir sind hier in einem neuen Haus, wir sind in einem neuen Gebiet und irgendwie fangen die Dinge auch von vorne an. Was macht man, wenn man neues Land betritt? Was macht man, wenn man pioniert? Was macht man, wenn man ein Gebiet zum allerersten Mal betritt?
[4:14] Lasst uns zunächst einmal aufschlagen in 1. Mose Kapitel 12. Das soll uns nur als Einstieg dienen. Wir werden dann im anderen Bibelbuch die meiste Zeit verbringen. 1. Mose 12 und dort ab Vers 1. Wir kennen die Geschichte gut. 1. Mose 12, ab Vers 1: „Der Herr aber hatte zu Abram gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde. Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde.“
[5:13] Erste einfache Frage: Was war die Aufgabe des Abraham? Was war seine Mission? Das war eine Bedingung. Genau. Er musste sein Vaterhaus verlassen, um seine Mission zu erfüllen. Aber was war seine Mission? Ihr sprecht zu leise. Ja, Gott sagt, dass er seinen Namen groß machen würde. Er sollte in ein neues Land gehen. Aber auch das war nur die Bedingung für seine eigentliche Mission, denn Gott schickt niemanden in ein neues Land, nur damit er woanders wohnt. Er sollte ein Segen sein. Einfache Aufgabe: Gott schickt ihn in ein neues Land mit der einfachen Aufgabe: Sei ein Segen. Und dieser Segen sollte sich nicht nur auf dieses neue Land lokal begrenzen, sondern dieser Segen sollte, wie weit reichen letztendlich? Weltweit. Dankeschön. Es sollte eine globale Auswirkung haben. Ja, er sollte in ein neues Land gehen. Er sollte nicht die Welt bereisen. Er sollte ein neues Gebiet betreten. Er sollte dort ein Segen sein. Und wenn er dort ein Segen sein würde, dann würde deswegen ein Segen letztendlich alle Nationen erreichen.
[6:22] „Du sollst ein Segen sein.“ Und Gott macht deutlich, dass damit er ein Segen sein kann, Gott ihn dazu segnen würde. Um ein Segen sein zu können, müssen wir von Gott gesegnet sein. Und Gott macht deutlich, dass es nicht nur Segen gibt in Vers 3, sondern es gibt auch den Fluch. Segen und Fluch.
[6:44] Und so sehen wir Abraham, wie er nach langer Reise mit Zwischenstation in Haran endlich das Land Kanaan erreicht, Vers 5: „Und Abraham nahm seine Frau Sarai und den Lot, den Sohn seines Bruders, samt all ihrer Habe, die sie erworben hatten, und den Seelen, die sie in Haran gewonnen hatten, und sie zogen aus, um ins Land Kanaan zu gehen. Und sie kamen in das Land Kanaan.“ Hier haben wir Abraham mit seiner Familie, und er betritt das neue Gebiet.
[7:08] Und dann lesen wir in Vers 6: „Und Abraham durchzog das Land bis zur Ortschaft Sichem.“ Als er die Grenze zu Kanaan übertreten hat, hat er sich nicht gleich fallen lassen, sondern er hat einen bestimmten Ort gesucht. Und wie hieß dieser Ort? Es war der Ort Sichem. Sichem war ein Tal, umgeben von zwei Hügeln. Von wie viel Hügeln? Zwei Hügeln. Und in diesem Tal heißt es, gab es eine Terebinte. Weiß jemand von euch, was eine Terebinte ist? So eine Art Eichel, so ein großer Baum. Und dieser Baum war besonders bekannt. Man nannte ihn die Terebinte von More, die Terebinte Mores. Und More heißt übersetzt Lehrer. Man könnte also sagen, es war der Baum des Lehrers. Da war ein Tal, da waren zwei Hügel, einer rechts, einer links. Und in diesem Tal waren natürlich viele Bäume, aber einer war besonders groß, einer war besonders auffällig. Das war die Terebinte More.
[8:03] Und dann steht in Vers 6: „Und Abraham durchzog das Land bis zur Ortschaft Sichem.“ Das haben wir gelesen. Vers 7: „Da erschien der Herr dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich dieses Land geben.“ Und er baute dort dem Herrn einen Altar.
[8:31] Abraham, der das Land betritt, geht bis nach Sichem, wo es zwei Hügel gibt. Und dort in Sichem, bei der Terebinte Mores, baute er seinen ersten Altar. Frage: Warum hat Abraham einen Altar gebaut? Wozu? Um Gott zu ehren. Aber hat er vorher Gott nicht geehrt? Hat er auf dem Weg dahin auch gebetet? Ja oder nein? Natürlich, er hat überall gebetet, wo immer gewesen ist, wo immer sein Zelt aufgebaut hat, hat er gebetet. Was sollte also dieser steinerne Altar?
[9:13] Genau. Abraham war ein Nomade. Er würde weiterziehen, und wenn er weiterziehen würde, würde der steinerne Altar ein Symbol sein, ein Zeichen sein, ein missionarisches Mittel sein, um die Menschen um ihn herum daran zu erinnern, dass er Gott angebetet hatte. Es war ein öffentlicher Dienst für Gott.
[9:37] Abraham, als er das Land betrat, ging an einen bestimmten Ort, wo zwei Hügel waren. Dort baute er einen Altar, um Gott zu dienen und zu ehren. Und dort sagte Gott: Ich will dich segnen.
[9:49] Wir springen ungefähr 400 Jahre vorwärts. Die Israeliten stehen am Jordan, kurz vor Kanaan. Sie sind noch nicht im neuen Land. Sie stehen kurz davor, und sie bekommen spezielle Instruktionen von Mose, durch Gott natürlich inspiriert, was sie tun sollen, wenn sie das neue Land betreten würden. Wir haben vor zwei Wochen eine Predigt gehabt über 5. Mose. Heute wollen wir wieder zu 5. Mose gehen. Ihr habt gesehen, 5. Mose ist ein Buch von außergewöhnlicher Bedeutung für unsere Zeit. Aber diesmal gehen wir nicht zu 5. Mose 1, 2, 3, sondern zu 5. Mose 27.
[10:31] 5. Mose 27, und wir beginnen ab Vers 1. 5. Mose 27 und dort Vers 1: „Und Mose gebot samt den Ältesten Israels dem Volk und sprach: Haltet das ganze Gebot, das ich euch heute gebiete.“ Und dann kommen Instruktionen, was das Volk tun sollte, wenn sie erst einmal das neue Gebiet betreten würden. Vers 2: „Und es soll geschehen an dem Tag, da ihr über den Jordan zieht in das Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, sollst du dir große Steine aufrichten und sie mit Kalk bestreichen.“ Ja, sie sollten also Steine nehmen, Kalk drauf tun, und dann heißt es in Vers 3: „Und sobald du hinübergegangen bist, sollst du alle Worte dieses Gesetzes auf sie schreiben, damit du in das Land hineinkommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, ein Land, in dem Milch und Honig fließt, wie der Herr, der Gott deiner Väter, es dir verheißen hat.“
[11:29] Also Gott sagt ihnen, ihr sollt, wenn ihr den Jordan überschreitet, euch Steine nehmen, sie mit Kalk bestreichen, und dort das Gebot, das Gesetz, das ich euch gegeben habe, in der Wüste, das sollt ihr dort aufstreiten.
[11:45] Wir springen ganz kurz zurück und gehen mal kurz zu 5. Mose 11. Ich möchte was kurz zeigen. In 5. Mose gibt es ja ganz viele Anweisungen, was die Israeliten tun sollten, wenn sie erst das neue Land erobern sollten. Und in 5. Mose 11 und dort Vers 29 und 30. 5. Mose 11, Vers 29 und 30.
[12:09] Mose sagt hier: „Und wenn dich der Herr, dein Gott, in das Land bringt, in das du kommst, um es in Besitz zu nehmen, so sollst du den Segen auf dem Berg Garizim erteilen und den Fluch auf dem Berg Ebal.“ Wir haben zwei Hügel, zwei Berge. Der eine Berg hieß Garizim und der andere Berg hieß Ebal. Und jetzt gibt Gott eine Navigationshilfe. Gab ja noch kein Google Maps damals. Vers 30: „Sind sie nicht jenseits des Jordan, bei der Straße gegen Sonnenaufgang, im Land der Kanaaniter, die in der Ebene wohnen, Gilgal gegenüber, bei den Terebinthen Mores?“ Frage: Wo haben wir die Terebinthen Mores schon mal gehabt? In Sichem. In dem Tal Sichem, umgeben von zwei Hügeln. Jetzt wisst ihr auch, welches die beiden Hügel sind, die das Tal Sichem umgeben haben. Es war der Hügel Garizim und der Hügel Ebal. Zwei kahle Hügel, die ein fruchtbares Tal umgeben haben.
[13:12] Und Gott sagt, wenn ihr das Land betretet, dann sollt ihr genauso wie Abraham, nicht dort, wo ihr am Anfang seid, stehen bleiben, sondern ihr sollt durchziehen, weiterziehen bis zum Berg Ebal und zum Berg Garizim. Und dort sollt ihr den Segen und den Fluch aussprechen.
[13:34] Jetzt, was hat es damit auf sich? Über diese Geschichte wird relativ wenig gesprochen oder gepredigt. Und ich glaube, dass sie sehr, sehr entscheidend und sehr wichtig ist. Wir gehen zurück zu 5. Mose 27 und schauen uns einmal an, was genau es damit auf sich hatte, diese Zeremonie, wo am Garizim und am Ebal Segen und Fluch verteilt werden sollten. 5. Mose 27, Vers 4.
[14:03] „Sobald ihr nun den Jordan überschritten habt, sollt ihr diese Steine auf dem Berg Ebal aufrichten und mit Kalk bestreichen, wie ich es euch heute gebiete.“ Und du sollst dort auf dem Herrn einen Gott, einen Altar bauen, einen Altar aus Steinen. Über diese sollst du kein Eisen schwingen. Frage: Auf welchem Berg sollten die mit Kalk bestrichenen Steine aufgestellt werden? Auf dem Berg Ebal. Jetzt könnt ihr euch noch erinnern, 5. Mose 11, war der Berg Ebal mit dem Segen oder mit dem Fluch verbunden? Mit dem Fluch. Also dort auf dem Berg, wo der Fluch sein sollte, dort sollten diese Steine mit dem Gebot Gottes stehen. Aber nicht nur das, sondern was sollte noch dort aufgebaut werden?
[14:47] Gemäß Vers 5: Ein Altar, ein Altar mit unbehauenen Steinen. Kennt ihr noch eine andere Stelle in der Bibel, wo es einen Altar gibt, der nicht aus behauenen Steinen, mit unbehauenen Steinen gebaut ist? Entschuldigung, so muss ich sagen.
[15:05] In 2. Mose 20. Wir lassen unseren Finger in 5. Mose 27 und gehen mal kurz zu 2. Mose 20. Dort haben wir natürlich was in 2. Mose 20. Die 10 Gebote, aber nicht nur die 10 Gebote, sondern wir haben in 2. Mose 20 neben den 10 Geboten auch unter anderem das sogenannte Gesetz des Altars. 2. Mose 20 und dort Vers 24 und 25.
[15:36] „Einen Altar aus Erde sollst du mir machen und darauf deine Brandopfer, deine Friedensopfer, deine Schafe und deine Rinder darbringen. An jedem Ort, wo ich meines Namens gedenken lasse, dort will ich zu dir kommen und dich was? Dich segnen.“ Frage: Vers 25: „Und wenn du mir einen steinernen Altar machen willst, sollst du ihn nicht aus behauenen Steinen bauen, denn wenn du deinen Meißel darüber schwingen würdest, so würdest du ihn entweihen.“
[16:05] Warum sollte dieser Altar aus Steinen gebaut werden, die nicht mit einem Meißel bearbeitet waren? Dieser Altar sollte nicht das Werk von Menschen sein. Nicht menschliches Werk, nicht menschliche Anstrengung sollte diesen Altar bauen, sondern dieser Altar sollte frei sein von jeglicher menschlicher Einwirkung, denn mit diesem Altar würde Gott was tun? Er würde die Menschen segnen, denn dort würden Brandopfer und Friedensopfer dargebracht. Frage: Diese Opfer, die Brandopfer, die Friedensopfer, wofür standen die symbolisch? Für den Kreuzestod Jesu, oder? Also dieser Altar sollte ein Symbol für den Segen sein, der durch das Kreuz Jesu kommen würde.
[16:47] Aber jetzt gehen wir zurück zu 5. Mose 27. Wo sollte der Altar stehen? Im Tal Sichem. 5. Mose 27. Gehen wir nochmal zurück. Was haben wir gelesen? Wo sollte dieser Altar mit unbehauenen Steinen, wo sollte er stehen? Auf dem Berg Ebal. Und der Berg Ebal war verknüpft mit welchem Berg? Mit welcher Idee? Mit dem Fluch. Also Gott sagt, wenn ihr kommt in das Land Kanaan, dann zieht hindurch, bis ihr zum Tal Sichem kommt. Und im Tal Sichem gibt es zwei Berge, den Berg Garizim und den Berg Ebal. Und der Berg Ebal ist für den Fluch. Und auf dem Berg solltet ihr die zehn Gebote aufstellen. Und auf dem Berg solltet ihr den Altar mit den unbehauenen Steinen aufbauen.
[17:30] Weiter, Vers 7: 5. Mose 27, Vers 7: „Und du sollst Friedensopfer darbringen und dort essen und fröhlich sein vor dem Herrn, deinem Gott. Und du sollst alle Worte dieses Gesetzes auf die Steine schreiben, klar und deutlich.“
[17:50] Vers 9: „Und Mose und die Priester und die Leviten redeten mit ganz Israel und sprachen: Sei still und höre, Israel! An diesem heutigen Tag bist du zum Volk des Herrn, deines Gottes, geworden.“ Das ist übrigens ein interessanter Vers. Habt ihr genau gelesen, was dort steht? Lest es nochmal. Mose hatte dem Volk gesagt: „Heute seid ihr das Volk des Herrn geworden.“ Waren die vorher schon das Volk des Herrn? Naja, also sie stammten ja von denen ab, die schon mal das Volk des Herrn waren, oder? Aber Mose sagt: „Heute an diesem Tag, wo ihr das annimmt, wo ihr das umsetzt, die nächsten Kapitel sprechen dann von diesem Bundesschluss in der Steppe von Moab. Heute durch eure Entscheidung seid ihr das Volk des Herrn geworden.“ Aber darüber werden wir heute nicht mehr so viel sagen.
[18:36] Vers 10: „Darum sollst du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchen und seine Gebote und Satzungen tun, die ich dir heute gebiete.“ Also Mose sagt, wenn ihr in das Land kommt, in das neue Gebiet, dann zieht hindurch bis nach Sichem. Dort gibt es zwei Hügel, den Garizim und den Ebal. Und auf dem Garizim sollt ihr segnen, auf dem Ebal sollt ihr verfluchen. Aber auf dem Ebal sollen die zehn Gebote stehen und der Altar, der für den Segen steht.
[18:59] Zweite Anweisung, ab Vers 11: „Und Mose gebot dem Volk an jenem Tag und sprach: Diese sollen auf dem Berg Garizim stehen, um das Volk zu segnen. Wenn ihr über den Jordan gegangen seid: Simeon, Levi, Juda, Issachar, Josef und Benjamin.“ Wie viele? Sechs. Wie viel gab es insgesamt? Zwölf. Einfache Sache: Sechs auf dem Garizim, sechs auf dem Ebal. Was fällt euch an diesen sechs auf? Simeon, Levi, Juda, Issachar, Josef, Benjamin. Gibt es jemanden, der irgendeinen gemeinsamen Nenner sieht bei diesen sechs Stämmen? Sind alle von Jakob, aber das sind die anderen sechs auch. Sind alles Kinder von Lea oder Rahel, also nur von den Hauptfrauen. Während die anderen Kinder plus zwei von Lea dann auf dem Berg Ebal gewesen sind.
[19:57] Vers 13: „Und diese sollen auf dem Berg Ebal stehen, um zu verfluchen: Ruben, Gad, Asser, Sebulon, Dan, Naftali.“ Also wenn ihr kommt, teilt euch auf. Das ganze Volk, zwei Millionen, eine Million auf den Berg und eine Million auf den Berg. Sechs Stämme dort, sechs Stämme dort. Und die Leviten sollen das Wort ergreifen und zu allen Männern Israels mit lauter Stimme sagen: „Verflucht sei, wer ein geschnitztes oder gegossenes Bild macht, das dem Herrn ein Gräuel ist, ein Machwerk von Künstlerhand, um es heimlich aufzustellen.“ Und das ganze Volk soll antworten und sagen: „Amen.“
[20:30] Also was dort passieren sollte: Das Volk sollte sich aufstellen auf die beiden Hügel, und dann sollte etwas vorgelesen werden, und das ganze Volk sollte mit „Amen“ antworten. Was heißt denn eigentlich „Amen“? So soll es sein.
[20:45] Wir beten am Ende und sagen „Amen“. Und manchmal haben wir das Gefühl, „Amen“ ist, naja, so der Stopppunkt, der Punkt, das Komma, das Semikolon nach dem Gebet. Vielleicht habe ich euch mal erzählt, dass „Amen“ eigentlich von diesem festen Untergrund kommt, oder? Kennt ihr das? Dann erzähle ich es euch nochmal. Die Nomaden damals, die sind durch die Wüste gelaufen, und in der Wüste kann man relativ schlecht ein Zelt bauen. Also alle Pfadfinder wissen, man braucht für das Zelt auch den richtigen Untergrund. Wenn man in der Wüste so ein Zelt aufstellt und wenn die Wüstendüne hoch ist, dann wird man einfach so hinweggefegt. Also haben die Nomaden Ausschau gehalten nach einem Untergrund, der fest genug ist für ihr Zelt. Und wenn sie solchen Grund gefunden haben, nannten sie diesen Ort „Amen“. Festes Fundament. Wenn wir also sagen „Amen“, dann meinen wir, das ist ein festes Fundament, das hat Bestand, das ist, worauf ich mein Lebenszelt bauen kann.
[21:43] Aber das Wort „Amen“ hat noch eine interessante Bedeutung. Es gibt im vierten Buch Mose ein Gesetz, da werden wir jetzt nicht lange darauf eingehen, aber vielleicht kennt ihr das. Da gibt es so ein merkwürdiges Gesetz der Eifersucht, kennt ihr das? Wenn ein Mann ohne jeglichen Beweis das Gefühl hat, seine Frau ist eifersüchtig, die Bibel sagt, dann kommt ein Geist der Eifersucht in ihn, und man kann nicht herausfinden, ob sie jetzt wirklich untreu war oder nicht, dann gab es eine ganz spezielle Zeremonie. Da wurden verschiedene Dinge getan, und unter anderem wurde auch da etwas aufgeschrieben und dann in das Wasser, in diesen Trank hinein gewischt, und es galt als ein fluchbringendes Wasser, das dann diese Frau trinken musste. Ein bitteres Getränk. Und das Gesetz geht so, dass wenn sie nichts Böses getan hat, würde sie bleiben, wie sie ist. Aber wenn sie tatsächlich untreu gewesen ist, würde sie – ihr Bauch würde anschwellen, so steht es. Also es würde sich, es würde sichtbar werden. Mit anderen Worten, das muss ich noch dazu sagen, die Frau sollte in diesem Gesetz sagen, wenn sie das Fluchwasser trinkt, sollte sie sagen: „Amen.“ Das ist das erste Mal, wo das Wort „Amen“ vorkommt in der Bibel. Sie soll also sagen: „So ist es.“ Sie schwört sozusagen Treue zu dem Gesetz Gottes, und das bittere Wasser offenbart, ob sie es ernst gemeint hat oder nicht. Es war interessanterweise bitteres Wasser, das offenbart hat, ob jemand wirklich treu zu Gott ist oder nicht.
[23:18] Ich glaube, das ist ein interessanter Nebenpunkt hier, dass es die bitteren Seiten im Leben sind, die, wenn wir sie trinken, offenbaren, ob wir immer noch treu zu Gott sind oder ob sich unser Leben verändert, ob da plötzlich Dinge zum Vorschein kommen. Jesus hat den bitteren Kelch getrunken, und er blieb derselbe. Und das ist diese Idee von „Amen“. Ich gelobe, dass so sei es, so ist es, das fluchbringende Wasser.
[23:55] Nun, das Volk sollte also einen Bund mit Gott machen, und dieser Bund bezog sich auf die zehn Gebote. Schaut mal in 5. Mose 27, welche Dinge dort angesprochen werden in Vers 14 und 15 und 16. Vers 15 ist, welches Gebot, das hier angesprochen wird? Welches ist das? Das ist das zweite Gebot, das erste natürlich letztlich auch. Welches ist in Vers 16 angesprochen? Welches Gebot? Fünfte Gebot. Vers 17? Das zehnte Gebot, genau, du sollst nicht begehren. In gewisser Weise auch das Gebot, du sollst nicht stehlen, wenn man vom anderen Land stiehlt. Also die zehn Gebote in ihrer Anwendung sollten dem Volk vorgelesen werden, und das Volk sollte sagen: Ja, so sei es, wenn wir das übertreten, dann soll tatsächlich auch der Fluch uns treffen.
[24:49] Nun, soweit die Anordnung. Einige Monate vergingen, einige Wochen vergingen, vielmehr gesagt, das Volk Israel überschritt den Jordan. Ihr kennt die Geschichte, sie haben den Fuß ins Jordanwasser gesetzt, der Jordan teilt sich, sie kommen nach Gilgal, sie bauen einen ersten Altar, sie kommen nach Jericho, und ihr kennt die Geschichte, in Jericho wird die ganze Stadt eingenommen, sie nehmen Ai ein. Und als sie so die allerersten Erfolge gefeiert haben, als sie ihre ersten Schritte im neuen Land gemacht haben, sagt Joshua: Jetzt ist es Zeit, dass wir unseren Auftrag erfüllen, wir müssen ins Tal Sichem.
[25:30] Jetzt, wenn ihr auf der Karte anschaut, wo sie damals gewesen sind, das Tal Sichem lag nicht gerade um die Ecke. Was die Israeliten gemacht haben mit zwei Millionen Mann, ohne Krieg zu führen, sie sind mitten durch die Gegend ihrer Feinde gelaufen, um zu diesem Tal zu gelangen. Also in anderen Worten, sie haben den Jordan überschritten, haben Ai und Jericho eingenommen und dann sind sie querfeldein, quer durch das Land gezogen, ohne Krieg zu führen, rechts oder links, sie wollten zum Tal Sichem.
[26:05] Ich kann mir vorstellen, wie all diese zwei Millionen Israeliten, Männer, Frauen, Kinder, Erwachsene, Senioren, alle mit freudigen Schritten dort Richtung Sichem gegangen sind. Warum? Sichem war zunächst einmal, so sagt uns Ellen White, einer der schönsten Orte in ganz Israel. Sie beschreibt: „Der ausgewählte Ort war einer der schönsten ganz Palästina und würdig, das Theater für solch eine große und eindrucksvolle Szene zu sein.“ Das liebliche Tal, deren grüne Felder mit Olivenhainen gepunktet waren, die Bäche, die dort aus Quellen hervorgingen, und dann die wilden Blumen, all das sah ganz einladend aus. Da gab es diese zwei Hügel, den Garizim und den Ebal, und mittendrin dieses wunderbare, dieses schöne Tal, dieses Grün, und die Vögel haben gezwitschert und die Bäche haben gerauscht, unfassbar schön. Und dann sagt sie: „Ebal und Garizim, die auf gegenüberliegenden Seiten des Tales lagen, haben sich sehr nah aneinander angeschmiegt.“ Und sie sagt: „Die unteren Abhänge bildeten eine Art natürliches Podium.“ Mit anderen Worten, wenn dort der Ebal ist und dort der Garizim, dann ging die Abhänge nicht einfach so steil bergab, sondern die gingen so, da war noch so eine Art Podium, wo man stehen konnte und von wo man aus die Worte auf der einen Seite genau deutlich auf der anderen Seite verstehen konnte. Auf den Bergen selbst, sagt sie, war unfassbar viel Platz. Tausende über Tausende, Zehntausende über Zehntausende, Hunderttausende über Hunderttausende konnten dort oben auf den Bergkuppen stehen.
[27:56] Und so kamen die Israeliten an, zwei Millionen in dieses Tal. Sie sahen von Ferne den Berg, und die Kinder haben vielleicht gefragt: Welcher ist es jetzt? Ist das jetzt Ebal oder Garizim? Und als sie ankommen, da erzählen ihnen die Eltern, was sich alles in diesem Tal befindet. Zum Beispiel dort ist die Terebinte von More, und dort ist der Ort, wo Abraham sein Zelt aufgeschlagen hatte, und dort ist der Ort, wo Jakob sein Zelt aufgeschlagen hatte. Ellen White sagt uns, dort war auch der Brunnen, den Jakob gegraben hatte. Mit anderen Worten, da war der Brunnen, und die Kinder fragen: Was ist das für ein Brunnen? Und die Eltern sagen: Ja, das ist der Brunnen von Jakob, von dem wir dir erzählt haben in der Kindersabbatsschule. Da steht er. Und dort war auch ein anderer Baum, der Baum, unter dem Jakob seine – nicht seine, aber die ganzen Ohrringe und Götzen vergraben hat. Könnt ihr euch erinnern an die Geschichte? Esse muss nur 35. Und dann: Hier ist der Baum, und hier unten irgendwo, wenn man da graben würde, da liegen auch die ganzen Ohrringe. Ich denke, keiner hat nachgegraben.
[29:06] Warum erwähne ich das? Als Gott einen Bund mit seinem Volk machen wollte, um sie vorzubereiten für die Aufgaben, die vor ihnen lagen, führte er sie bewusst an einen Ort, der voller Erinnerungen war an das, was Gott bereits getan hatte. Der Berg Ebal und der Berg Garizim waren jetzt nicht schöner als der Rest der Berge in Judäa. Man hätte auch von jedem anderen Berg aus, vom Karmel oder vom Hermon aus segnen und fluchen können, wäre alles möglich gewesen. Aber Gott führte sie an einen Ort, an den sie sich erinnern konnten: Hier hat Gott uns schon geholfen. Hier hat Gott dem Abraham und dem Isaak und dem Jakob und dem Josef, hier ist er schon gewesen. Er führte sie an einen Ort der Erinnerung.
[30:03] Und als sie sich das Tal betrachteten und die Erinnerung wieder zurückkam von dem, was sie in der Bibel gelesen hatten, und die Erinnerung an das, was Gott alles getan hat in der Vergangenheit, und damit das Bewusstsein, was Gott alles tun kann in der Zukunft, war es Zeit, sich jetzt zu teilen. Wie viele Stämme auf dem Garizim? Sechs. Wie viele Stämme auf dem Ebal? Sechs. Und auf dem Ebal noch was dazu? Das Gesetz Gottes und der Altar. Um den Israeliten deutlich zu machen, dass auch sie bereits schuldig gewesen sind der Gesetzesübertretung, und dass nur aufgrund der Gnade Gottes, nur aufgrund seiner Barmherzigkeit sie überhaupt dieses Land betreten haben. Denn was brauche ich? Einen Altar auf dem Berg des Segens. Was braucht der, der immer gehorsam und gesegnet gewesen ist? Einen Altar. Der, der den Fluch erlebt hat, der braucht einen Altar.
[31:07] Und naja, so sagt uns Ellen White und die Bibel, dass sie sich aufgestellt haben. Und ich stelle mir das vor, ich weiß nicht, ob ihr euch das vorstellen könnt, wie dort eine Million Israeliten auf dem einen Berg stehen und dann dieses Tal dazwischen und dann eine Million Israeliten auf dem anderen Tal und ihre Führer dort auf diesen Abhängen, die dort stehen mit Posaunen in der Hand und mit Schofarhörnern und mit Gesetzesrollen. Und dort standen all die Israeliten und haben sich gesehen und gesagt: „Schau mal, da ist der Stamm Issachar und da ist der Stamm Dan und ja, schau mal da.“ Und dann wurde geblasen in die Trompete, die Posaune. Das Volk wurde ganz still, und Joshua hat das Gesetz Gottes vorgelesen.
[31:45] Vielleicht können wir uns das mal einfach, damit ihr euch das Bild nicht vorstellen könnt, mal illustrieren. Nehmen wir mal an, ihr seid auf dem Berg Garizim, okay? Seid ihr auf dem Berg Garizim? Seid ihr zufrieden damit? Und ihr seid der Berg Ebal, okay? Seid ihr damit zufrieden? Das ist da, wo der Altar ist, oder? Und ich werde jetzt mal vorlesen, und immer dann, wenn es Segen ist, ruft ihr „Amen“, und wenn es dann Segen oder Fluch ist, ruft ihr „Amen“. Seid ihr bereit? Also stellt euch vor, ihr steht jetzt da, nicht hier mit so 50, 60 Leuten in einem Raum, sondern mit einer Million dort und einer Million dort. Und dann sagt es hier: „Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, wirklich gehorchst und darauf achtest, alle deine Gebote zu tun, deine Gebote zu tun, die ich dir heute gebiete, dann wird dich der Herr, dein Gott, als Höchstes über alle Völker der Erde setzen, und alle diese Segnungen werden über dich kommen und dich erreichen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchst.“
[32:41] „Gesegnet wirst du sein in der Stadt und gesegnet auf dem Feld. Gesegnet wirst du sein, wird sein die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Landes, die Frucht deines Viehs, der Wurf deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe. Gesegnet wird sein dein Korb und dein Backtrog. Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang. Der Herr wird deine Feinde, die sich gegen dich auflehnen, vor dir geschlagen dahin geben. Auf einem Weg werden sie gegen dich ausziehen und auf sieben Wegen vor dir fliehen. Der Herr wird dem Segen gebieten, dass er dich mit seinen Scheunen und in allem, was du unternimmst, und er wird dich segnen in dem Land, das dir der Herr, dein Gott, gibt.“
[33:13] Wir springen ein bisschen. „Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorchst, sodass du alle seine Gebote und Satzungen nicht bewahrst und tust, die ich dir heute gebiete, so werden all diese Flüche über dich kommen und dich treffen. Verflucht wirst du sein in der Stadt und verflucht auf dem Feld. Verflucht wird sein dein Korb und dein Backtrog.“
[33:32] Euer „Amen“ ist irgendwie leiser. Wisst ihr, das ist mir bisher überall so gegangen. Irgendwie sagen wir lieber „Amen“ zum Segen als „Amen“ zum Fluch. Aber das Volk sollte nicht nur zum Segen sagen, es sollte auch „Amen“ sagen zum Fluch. Gott wollte sehen, ob sie es wirklich ernst meinen oder ob sie nur gesegnet werden wollen. Wir wollen so gern gesegnet werden, aber wir scheuen uns zu sagen: „Amen, ja, es soll so sein, wenn ich Gott nicht gehorche, dann soll auch die Konsequenz folgen.“ Es ist ein einfacher Punkt, aber so ein fundamentaler Punkt. Ja, wir wollen gesegnet werden, wir wollen ein großes Land haben, wir wollen im Korb und im Backtrog und in der Scheune und im Feld überall gesegnet sein. Aber Gott sagt: Es geht nur mit den zehn Geboten, es geht nur mit einem Bund mit mir. Nur wenn du gehorsam bist, aus Glaube, aus Liebe, nur dann kannst du gesegnet sein. Wenn nicht, wirst du verflucht sein. Sagst du dazu „Amen“?
[34:33] Das Volk hat damals „Amen“ gesagt. Und wir könnten all die Verse anschauen, ihr werdet sehen, das Volk sollte in all seinen Bereichen des täglichen Lebens, des öffentlichen Lebens, in der Erziehung, in der Mission, überall sollte es gesegnet sein. Schaut mal, was dort steht in Vers 13, 5. Mose 28, Vers 13: „Der Herr wird dich zum Haupt setzen und nicht zum Schwanz, und es wird mit dir immer nur aufwärts gehen und nicht abwärts.“ Das ist einer der Verse, da muss man erstmal schlucken, oder? Wir haben doch das ganz tief in uns drin, dass das christliche Leben immer eine Achterbahnfahrt ist, oder? Hoch, runter, hoch, runter, hoch, runter. Aber Gott sagt nicht, wenn du gesegnet bist, dann gibt es immer mal wieder hoch und natürlich runter und immer wieder ein bisschen hoch und wieder runter. Gott sagt: Wenn du den Segen hast, wenn du gesegnet bist, wenn du den Segen annimmst, dann geht dein Leben steil bergauf.
[35:38] Manchmal denken wir, Gottes Segen reicht immer nur gerade bis zum nächsten Tal, immer um uns mal wieder ein bisschen Höhenluft zu geben und dann geht es wieder runter. Und dann ein bisschen Segen und dann geht es wieder runter. So haben es die Israeliten dann auch erlebt, oder? Wenn ihr von dem Zeitpunkt an bis zum Neuen Testament die Geschichte des Alten Testaments lest, dann ist es immer Segen, Fluch, Segen, Fluch, Segen, Fluch, oder? Richter, Samuel, Könige, Chronika. Oder gibt es irgendwo eine Periode, wo man mal sagen konnte, es ging bergauf, bergauf, bergauf, bergauf? So ein bisschen mal zwischen der Zeit von David, Salomo. Da ging es mal wirklich, da ging es mal wirklich und dann Fluch. Und manchmal glauben wir, das christliche Leben, das unchristliche Leben ist Fluch und das christliche Leben ist Fluch, Segen, Fluch, Segen, Fluch, Segen, Fluch. Und das ist schon das Beste, was man kriegen kann, und mehr werden wir auf dieser Seite der Erde, auf dieser Seite des Himmels nicht erreichen. Aber Gott sagt: Nein, nein, nein, es gibt den einen Weg und es gibt einen anderen Weg, und der Segen geht immer höher. Amen.
[36:39] Nun, Gott rief sein Volk, um es zu segnen, denn Abram sollte was sein? Er sollte ein Segen sein. Und die Israeliten sollten was sein? Ein Segen sein. Ja, sie haben das Land Kanaan betreten, aber nicht, um dort sich einzumauern, um Pharisäer zu werden, sondern sie sollten eigentlich ein Segen sein für die Amalekiter und für die Ammoniter und für die Moabiter und die Edomiter und die Babylonier und die Ägypter und die Chinesen. Das wurden sie aber nie, weil sie immer Segen, Fluch erlebten, Segen, Fluch, Segen, Fluch, und sie kaum so viel Segen für sich hatten, dass sie Segen austeilen wollten. Immer gerade so viel, dass sie nicht untergegangen sind.
[37:27] So geht es uns ja oft, nicht wahr, dass wir immer noch gerade so viel Segen von Gott haben, dass wir nicht völlig verzweifeln. Wir schleppen uns von Woche zu Woche, von Gottesdienst zu Gottesdienst, um wieder etwas aufzutanken für die Woche, dass wir irgendwie geistlich überleben. So haben wir das oft das Gefühl, oder? Aber Gott möchte uns segnen, richtig segnen, damit wir ein Segen sind.
[37:48] Denn Gott hat genau so wie das antike Israel seine Gemeinde heute gerufen, um ein Licht in der Erde zu sein, durch den heftigen, den mächtigen Hammer der Wahrheit. Im Englischen: „the mighty cleaver of truth“. Das wird verwendet, um in so Bergwerken, so Steinwerken, wenn Steinmetze so große Steinblöcke raushauen. Durch die Wahrheit der ersten, zweiten und dritten Engelsbotschaft hat er die Gemeinde herausgeholt und hat sie von den Kirchen getrennt und von der Welt getrennt und sie in eine heilige Nähe zu sich gebracht. Mit anderen Worten, stellt euch vor, Gott geht in den Steinbruch der Kirchen oder in den ersten Engel, erste Engelsbotschaft und haut so einen Block heraus und holt dann noch den zweiten Hammer, die zweite Engelsbotschaft und haut nochmal auf den Hammer, und dann ist es schon kleiner, oder? Nimmt er den dritten Engel und haut nochmal rauf, und das, was er dadurch abgetrennt hat, das nimmt er heraus und bringt es zu sich, seine Gemeinde. Wozu? Um ein Segen zu sein.
[39:00] Er hat ihnen das Gesetz gegeben und ihnen die großen Wahrheiten der Prophetie anvertraut für diese Zeit, so wie die heiligen Aussprüche Israel gegeben worden sind, so sollen auch diese der Welt kommuniziert werden. Ja, warum sind wir eigentlich hier? Warum gibt es eine Gemeinde Stuttgart-Wangen? Warum gibt es eine Adventjugend-Wangen? Warum gibt es Pfadfinder? Wie heißt die jetzt? Wüstenfüchse? Milane? Sind es doch nicht die Wombats geworden? Warum gibt es die Weiblinger Milane? Warum gibt es das alles, was wir hier tun, damit wir uns im Kreis drehen und immer mal wieder Segen erleben und dann wieder Fluch erleben und Segen erleben und wieder Fluch erleben und immer mal wieder so Höhepunkte haben im Gemeindeleben? Eine Gemeindefreizeit und ein Missionseinsatz und ein Erweckungswochenende, so Höhepunkte, nicht wahr?
[40:00] Wozu? Gott sagt, ihr habt neues Gebiet betreten, und wenn ihr neues Gebiet betretet, dann haltet inne und überlegt euch, was ist der Segen und was ist der Fluch, und überlegt, was Gott in der Vergangenheit getan hat, wie Gott euch geführt hat, als ihr noch nicht Wangen wart, sondern Cannstatt. Denkt daran und geht in diesem Bewusstsein weiter.
[40:22] Übrigens, das Kapitel vom Segen und Fluch ist recht lang, und je länger es geht, desto schlimmer wird es. Dort werden Flüche berichtet, die wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. Dort wird berichtet, wie das Volk Israel irgendwann heimgesucht werden würde von einer Nation, die wie Adler der Herr fliegen würden. Wir können mal lesen, am Vers 49, 5. Mose 28, Vers 49: „Der Herr wird ein Volk aus der Ferne gegen dich aufbieten, vom Ende der Erde, das wie ein Adler der Herr fliegt, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehen kannst, ein Volk mit hartem Angesicht, das keine Rücksicht kennt gegen den Greis und mit den Knaben keiner Barmherzigkeit und so weiter und so fort.“ Und dann heißt es im Vers 53: „Dann wirst du die Frucht deines Leibes essen, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, die dir der Herr dein Gott gegeben hat, in der Belagerung und Bedrängnis, mit der dich dein Feind bedrängen wird.“ Der verweichlichste und verwöhnteste Mann bei dir wird dann missgünstig auf seinen Bruder blicken und auf seine geliebte Ehefrau und auf den Rest seiner Kinder, die er übrig behalten hat, und so weiter und so fort.
[41:23] Es kam der Zeitpunkt, dass dieses Volk Israel, das auf dem Berg Garizim und auf dem Berg Ebal stand und gerufen hatte: „Amen, Amen“, dass sie so sehr, so beständig vom Gesetz Gottes abgewichen waren, dass sie lieber bereit waren, ihre eigenen Kinder zu essen, als Gott zu gehorchen. Aber wisst ihr was, liebe Freunde? Das kam nicht über Nacht. Mit anderen Worten, Israeliten sind nicht auf den Berg Garizim und auf den Berg Ebal gestiegen und haben geschrien: „Amen“, sind runtergegangen und haben angefangen, ihre Kinder zu kochen. Das hat 1000 Jahre lang gedauert. Es war ein Abfall. Es war Segen, Fluch, Segen, Fluch, Segen, Fluch, Segen, Fluch. Und was aussah wie ein ständiges Hin und Her, war in Wirklichkeit ein ganz subtiles, graduelles Abwärtsgehen, bis da nach 1000 Jahren, als die Babylonier vor den Toren standen, sich das erfüllte.
[42:30] Ihr Lieben, es geht ganz subtil nach unten. Nicht plötzlich, sondern subtil. Segen, Fluch, Segen, Fluch. Und wenn wir uns angewöhnen, einfach so in einer Achterbahn zu leben, dann werden wir uns wundern, wo die Achterbahn hinführt.
[42:58] Ellen White schrieb im dritten Band der Zeugnisse zur Gemeinde in Battle Creek, die größte Gemeinde ihrer damaligen Zeit: „Viele von denen, die die Wahrheit in Battle Creek bekennen zu glauben, widersprechen ihrem Glauben durch ihre Werke. Sie sind so ungläubig und so weit von der Erfüllung der Gebote Gottes entfernt, wie die jüdische Kirche zur Zeit, als Jesus auf die Welt kam. Wenn Christus seine Anwesenheit unter ihnen zeigen würde und ihren Egoismus und ihren Stolz tadeln würde, so wie bei seiner ersten Ankunft, würden nur wenige ihn als den Herrn der Herrlichkeit anerkennen. Das Bild, das er ihnen präsentieren würde von ihrer Vernachlässigung der Pflicht, würden sie nicht annehmen, sondern, jetzt haltet euch fest, sie würden ihm ins Gesicht sagen: ‚Du irrst dich total.‘“
[44:04] Ellen White sagt zu ihrer Gemeinde in Battle Creek, wenn Jesus kommen würde, würde er tadeln, und die meisten Gemeindeglieder würden sagen: „Jesus, du liegst voll daneben. Schau mal“, sagt sie hier, „die Geschwister würden Jesus ins Angesicht sagen: ‚Schau mal, was wir Großes getan haben, diese große Sache und jene große Sache, wie wir dieses wunderbare Werk vollbracht haben, und deswegen sollte man uns ehren.‘“ Gilt das nur für Battle Creek? Eine Gemeinde, die so schnell gewachsen ist.
[44:28] Dann, nächster Absatz: „Die Juden gingen nicht auf einmal in die komplette Finsternis. Es war eine graduelle Sache, soweit, bis sie irgendwann nicht mehr Gottes Sohn erkannt haben.“ Die Gemeinde in Battle Creek hat außergewöhnliche Vorteile gehabt, und sie wird von dem Licht gerichtet werden und den Privilegien, die sie gehabt hat und so weiter und so fort. Segen und Fluch.
[45:14] Und die Frage ist, wenn wir Neuland betreten, wenn wir an einer neuen Wegscheide sind, wenn eine Weichenstellung gemacht wird, die Frage ist: Ist es nicht an der Zeit, innezuhalten für einen Moment und kurz überlegen: Sind wir noch auf dem Weg des Segens? Sind wir noch auf dem Weg der Vorväter? Nicht, dass wir alle Vorväter-Sünden wiederholen wollen, aber sind wir auf dem Weg dessen, was Gott in der Vergangenheit für uns getan hat? Sind wir noch auf dem Weg, oder ist die Weiche leicht verändert? Segen und Fluch.
[45:47] Weitere 1500 Jahre gingen ins Land, und wie jedes Jahr war wieder das Tal sich mit Blumen übersät, und die Vögel zwitscherten, und der Bach, der schon zur Zeit von Abram geplätschert ist, plätscherte noch immer. Und an diesem Brunnen, den Jakob damals gebaut hatte und den die Kinder Israels dann später gefunden hatten, da saß jemand in Johannes 4.
[46:14] In Johannes 4 und dort Vers 5 heißt es: „Da kommt er, Jesus Christus, in eine Stadt Samarias, genannt Sychar.“ Und Sychar war die aramäische Variante von Sichem. Jesus kam ins Tal Sichem, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hat. Aber Jesus kam nicht und sagte: „Schau mal hier, da ist das und da ist jenes.“ Jesus hatte ein höheres Ziel, als nur ein bisschen Zeitzielen zu machen. Jesus kam dort aus einem bestimmten Grund. Er kam an diesen Ort, und er sah auch den Berg Garizim und den Berg Ebal. Glaubt ihr, Jesus hat sich daran erinnert, als er dort war, an die Geschichten im Alten Testament? Glaubt ihr, Jesus, der mit so viel Unglauben zu kämpfen hatte, konnte sich erinnern, wie vor 1500 Jahren sein Volk „Amen“ geschrien hatte, als er auf dem Berg Ebal und auf dem Berg Garizim stand? Er stand dort.
[47:40] Und da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Die Samariter, die glaubten nur an die fünf Bücher Mose. Aber sie hatten eine leichte, wie soll man sagen, eine kleine Verdrehung. Sie haben in ihrer Bibelfassung den Berg Ebal und den Berg Garizim getauscht. In ihrer biblischen Fassung steht der Altar nicht auf dem Berg Ebal, sondern im samaritanischen Pentateuch steht der Altar in 5. Mose auf dem Berg Garizim. Und deswegen haben sie dort auf dem Garizim einen Tempel gehabt. Wird gleich noch wichtig werden. Na ja, sie kommt dort, und ihr kennt die Geschichte, nicht komplett nacherzählen. Jesus bittet sie: „Kannst du mir einen Schluck Wasser geben?“ Und die Frau sagt: „Du hast ja keinen Eimer und der Brunnen ist tief. Wo hast du das lebendige Wasser und so weiter?“ Und dann sagt sie: „Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst ausgetrunken hat, samt seinen Söhnen und seinem Vieh?“
[48:46] Und dann sagt Jesus, Vers 13: „Jesus antwortet und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle.“ Wofür steht dieses Wasser des Lebens? Wofür steht es? Es ist der Segen, oder? Es ist der Segen Gottes. Er möchte uns segnen, damit wir ein Segen sind für andere.
[49:09] An diesem Tag kommt der Segen in Person ins Tal Sichem. Zur Zeit Abrams hat Gott in Abram dort gesegnet. Zur Zeit Moses wurde dort auf dem Berg Garizim der Segen ausgesprochen. Aber jetzt ist der Segen in Person dort und sagt: „Hier stehe ich.“ Es sind nicht zwei Millionen Menschen, die sich gegenüberstehen, es sind zwei Menschen. Der eine ist der Segen, und die Frau, die lebt im Fluch.
[49:41] Vers 17: „Die Frau antwortet und sprach: Ich habe keinen Mann.“ Jesus spricht zu ihr: „Du hast recht gesagt, ich habe keinen Mann.“ Segen und Fluch treffen sich erneut im Tal Sichem. Nicht zwei Millionen Menschen, die einfach nur „Amen“ rufen, sondern wirklich fleischgewordener Segen und fleischgewordener Fluch. Die Frau hatte Gottes Gebot übertreten und hatte einen Schicksalsschlag nach dem anderen erlebt. Sie war leer, und sie wusste, dass sie verkehrt liegt.
[50:24] Und wisst ihr was Interessantes? Als Jesus ihr das Wasser des Lebens anbietet und ihr deutlich macht, wenn du gesegnet werden willst, musst du anerkennen, dass du verflucht bist, oder? Wenn du das Wasser des Lebens haben möchtest, musst du sehen, dass du momentan im Fluch lebst. Du musst deine Sünden bekennen, denn der Altar stand ja wo? Der stand wo? Auf dem Ebal. Wenn du nicht anerkennst, dass du auf dem Ebal stehst, wird dir der Altar auf dem Ebal nichts nützen.
[50:57] Und was sagt dann die Frau, als sie versucht, dem Gespräch auszuweichen? Ich stelle mir vor, wie Jesus sie anguckt und sagt: „Nicht wahr, du weißt, was in deinem Leben vor sich geht.“ Und sie weicht immer aus, sie guckt woanders hin und guckt auf dem Berg Garizim und sieht den Tempel und erinnert sich, was in ihrer Bibel steht, dass auf dem Tempel Garizim der Altar steht. Und dann sagt sie in Vers 20: „Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet.“ Jemals gefragt, was diese Stelle bedeutet? Die Stelle kann man nur verstehen, wenn man Garizim und Ebal versteht. Sie hat gesagt: „Naja, also wir glauben, das ist der richtige Berg. Und ihr habt immer gesagt, das ist der richtige Berg. Und jetzt habt ihr sowieso einen in Jerusalem. Was ist richtig?“
[51:47] „Wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbetet.“ Jesus sagt: „Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“ Diese Berge sind nur Symbole. Vers 23: „Die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden.“ Denn der Vater sucht solche Anbeter.
[52:04] Liebe Frau, sagt Jesus, auf dem Garizim ist nicht der Altar. Nicht in deiner Tradition und nicht in all diesen menschlichen Regeln, da ist der Altar, sondern der Altar ist auf dem Ebal. Du kannst deine Sünden bekennen, du kannst dazu stehen, denn der Altar ist dort, wo ich bin. Und ich bin Mensch geworden. Ich identifiziere mich mit dem Fluch.
[52:36] Was sagt die Bibel? Jesus Christus ist für uns zum Fluch geworden. Denn ein jeder, der am Holz hängt, ist verflucht. Was Jesus ihr sagt, mit anderen Worten, ist: Ich nehme den Fluch auf mich, damit du gesegnet wirst.
[52:55] Und als sie das versteht, als sie versteht, dass Jesus den Fluch nimmt, dass Jesus sich mit ihrem Fluch identifiziert, damit sie sich mit seinem Segen identifizieren kann, wisst ihr, was sie macht? Sie geht und wird ein Segen für andere. Sie lässt alles stehen und liegen. Und nicht nur hat sie die Menschen in Sychar erreicht. Durch ihre Geschichte sind Menschen gesegnet worden in China, in Deutschland, in England, in Brasilien. Der Segen dieser Geschichte hat buchstäblich alle Nationen gesegnet.
[53:43] Abraham kam nach Syrien, und Gott hat ihm gesagt: „In dir sollen gesegnet werden alle Nationen.“ Die Israeliten sollten ein Segen sein für alle Völker. Im Tal Sichem kam Jesus, um den Segen dieser Frau zu bringen, die ihn dann weitergegeben hat. Sie wurde ein Segen für so, so viele Menschen.
[54:08] Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, liebe Schwester, Jugendliche, Kinder, Erwachsene, stehst du heute auf dem Berg Garizim oder stehst du heute auf dem Berg Ebal? Geht dein Leben bergauf, oder geht es mehr bergab als bergauf? Dann wisse, die gute Nachricht heute ist: Der Altar steht auf dem Ebal. Egal wie sehr du auf dem Ebal stehst, egal mit wie vielen Beinen du mittendrin bist in diesem Berg, dort ist der Altar, und der Altar segnet. Jesus identifiziert sich mit deinem Fluch, mit deiner Sünde. Er hat deine Sünde auf sich genommen, damit du gesegnet werden kannst dort in diesem Tal.
[54:55] Gott hat sein Volk, Gott hat an uns alle herausgerufen, um die drei Engel zu verkündigen. Aber bevor wir das tun, müssen wir zu den zwei Hügeln und eine Entscheidung fällen, auf dem Berg Garizim zu stehen, den Segen anzunehmen. Wer von euch möchte sagen: „Ich möchte nicht nur ‚Amen‘ rufen, ich möchte, dass es tatsächlich so ist in meinem Leben, dass Segen und Fluch für mich die Grundlage meines Lebens sind und dass Christus all meinen Fluch, den ich erlebt habe, den ich bekenne und anerkenne, in Segen umwandelt.“ Der möge das laut und kräftig bekräftigen, wie die Geschichte sagt, mit einem „Amen“.
[55:41] Lasst uns beten. Lieber Vater im Himmel, wir haben Neuland betreten hier in Wangen, und du hast uns nicht hierher gerufen, um einfach nur einen Raum auszufüllen. Du hast uns gerufen, jeden Einzelnen von uns, um ein Segen zu sein, nicht nur für Wangen, sondern letztendlich mit dem, was wir tun, sagen und selbst wie wir uns geben, ein Licht zu sein, ein Segen zu sein für alle Völker. Aber wir haben verstanden, dass wir nur dann ein Segen sein können für andere, wenn wir selbst gesegnet sind, so wie die Frau am Jakobsbrunnen ein Segen sein konnte, als sie den Segen von Christus angenommen hat und zugegeben hat, wo ihr Leben Fluch war.
[56:30] So möchten wir dich von ganzem Herzen bitten, dass du uns zeigst, wo in unserem Leben wir nicht so leben, wie es deinem Willen entspricht, wo wir mit Problemen zu kämpfen haben, die nicht eine Glaubensprüfung sind, sondern die wir selbst verursacht haben. Wir wissen, dass nicht alle Probleme selbst verursacht sind, aber wir wissen, dass viele wir uns ersparen können, wenn wir dir treu sind. So möchten wir dich bitten, dass du jedem Einzelnen von uns diese Gewissheit schenkst, dass egal wie lange wir auf diesem Fluchberg gelebt haben, wir heute verstehen, dass du dort, wo die zehn Gebote sind, auch dort das Kreuz hast und dass jeder Einzelne vom Fluch befreit werden kann, weil du, Herr Jesus, für uns zum Fluch geworden bist und uns das Wasser des Lebens anbietest, das uns automatisch zu einer Quelle werden lässt, um es anderen weiterzugeben. Wir danken dir von ganzem Herzen für all das, was du für uns tust, dass du uns das immer wieder vor Augen führst und dass diese eine Entscheidung solch einen immensen Segen mit sich bringen wird. Ich danke Jesus dafür. Amen.
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