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Manuskript: CSH_2012_Q2_Folge5.pdf

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour wird das Thema „Folgerichtiges Evangelisieren und Zeugnis geben“ behandelt. Christopher Kramp erklärt die Unterscheidung zwischen geistlicher Milch und fester Speise und wie Jesus diese Methode in seiner Lehre angewendet hat. Es wird beleuchtet, wie man die Bedürfnisse der Menschen erkennt und sie dann schrittweise zum Evangelium führt, ohne die Wahrheit zu verwässern. Die Lektion betont die Rolle des Heiligen Geistes bei der Vollendung des Werkes und wie Gehorsam ein Zeichen wahrer Liebe ist.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2012 Q2: Evangelisation und Zeugnisgeben

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr wieder dabei seid und dass ihr euch eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Und dass wir gemeinsam Gottes Wort studieren können in der fünften Folge in unserem Lektionsheft über Evangelisation und Zeugnis geben. Wir bereiten uns auf das Bibelgespräch am 5. Mai vor und unser Thema heute ist folgerichtiges Evangelisieren und Zeugnis geben. Mit anderen Worten, wir wollen heute darüber reden, was soll wann gesagt werden in dem Prozess, wenn ich einem anderen Menschen von meinem Glauben erzählen möchte, wenn ich einen anderen Menschen zu Jesus führen möchte.

[0:54] Wir haben letzte Woche schon ein bisschen was darüber angedeutet, als wir über Paulus gesprochen haben, aber heute wollen wir uns darüber im Klaren werden, was ist eine folgerichtige Methode, damit alles am richtigen Platz ist. Und der Gedanke wird eingeleitet durch unseren Leitgedanken in 1. Korinther 3 und dort Vers 2. 1. Korinther 3 und dort Vers 2, dort werden wir mit zwei biblischen Begriffen konfrontiert, die in diesem Zusammenhang sehr wichtig sind. In 1. Korinther 3 und dort Vers 2 heißt es: "Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht feste Speise; denn ihr konntet sie nicht vertragen, ihr könnt sie auch jetzt noch nicht vertragen."

[1:37] Paulus spricht von zwei Dingen hier. Er spricht von der Milch und er spricht von der festen Speise. Und offensichtlich meint er damit keine buchstäbliche Milch, sondern er meint geistliche Milch und geistliche feste Speise. Was uns zur ersten Frage führt: Was bedeutet diese geistliche Milch und was bedeutet diese geistliche feste Speise?

[1:57] In Hebräer 5 und dort Vers 13 und 14, Hebräer 5, Vers 13 und 14 gibt uns Aufschluss über diese Frage. Hebräer 5, Vers 13 und 14, da lesen wir: "Wer nämlich noch Milch genießt, der ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein Unmündiger." Mit anderen Worten, wer Milch bekommt im geistlichen Sinn, ist jemand, der noch unerfahren im Wort ist, der noch unmündig ist, der noch von anderen sozusagen ein wenig abhängig ist.

[2:31] Und dann lesen wir in Vers 14: "Die feste Speise aber ist für die Gereiften, deren Sinne durch Übungen geschult sind zur Unterscheidung des Guten und des Bösen." Es gibt also offensichtlich Dinge, die sehr einfach zu verstehen sind und die auch die Unmündigen verstehen können. Es gibt aber auch Dinge, sozusagen geistliche feste Speise, die erst jemand verstehen kann, wenn er geistlich gereift ist, wenn er, wie es hier heißt, durch Übungen seine Sinne, das heißt sein Denken, geschult hat. Mit anderen Worten, je mehr wir uns mit Christus und mit seinem Wort beschäftigen, desto klarer wird unser Sinn, desto klarer wird unser Unterscheidungsvermögen in Bezug auf Gut und Böse, und viele tiefere Wahrheiten der Bibel können sich uns erst dann wirklich in ihrer Gänze erschließen. Das ist die sogenannte feste Speise.

[3:25] Also Milch ist für geistlich Unerfahrene, für Neulinge, für jene, die gerade zum Glauben kommen und ihre ersten Schritte im Glauben machen. Und feste Speise ist für die Gereiften, die durch Übungen bereits geschult sind und die sich im Wort Gottes gut auskennen. Und wir können sehen in der Bibel, dass auch Jesus selbst diese Methode angewendet hat, dass er einem Menschen, der noch relativ unerfahren war, nicht alles auf einmal gesagt hat, sondern dass es Dinge gibt, die einem Menschen gleich gesagt werden können und andere Dinge, wo es noch Zeit braucht, bis er diese Dinge begreifen kann.

[3:59] Ein ganz prominentes Beispiel für so eine Aussage von Jesus findet sich in Johannes 16 und dort Vers 12. In Johannes 16 und dort Vers 12, dort können wir lesen: "Noch vieles hätte ich euch zu sagen." Jesus spricht zu seinen Jüngern, die schon einige Zeit mit ihm gegangen sind, aber offensichtlich bestimmte Dinge nicht wirklich begreifen konnten, denn er sagt im nächsten Teilsatz: "Aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen." Jesus hat sich geweigert, den Jüngern etwas zu sagen, was sie ohnehin nicht verstehen konnten.

[4:34] Ich glaube auch für uns ist es wichtig zu verstehen, dass wir unseren Mitmenschen nur das sagen, was sie auch möglicherweise überhaupt verstehen können. Nicht all das, was wir wissen, nicht all das, was wir meinen, sofort wichtig sein zu müssen, sondern nur das, was sie auch ertragen können. Und dieses Wort, dieser Ausdruck "ihr könnt es jetzt nicht tragen", impliziert ja, dass es einen Zeitpunkt hoffentlich kommt, wo die Jünger so geistlich gereift sind durch die Übung und durch das Benutzen der Sinne, so geistlich gereift sind, dass sie diese Worte, die Jesus ihnen gerne noch sagen würde, ertragen können.

[5:10] Ein anderes Beispiel findet sich in Markus 4 und dort Vers 33. Das spricht vor allem von dem öffentlichen Dienst von Jesus. In Markus 4 und dort Vers 33 lesen wir: "Und in vielen solchen Gleichnissen sagte ihnen das Wort, wie sie es zu hören vermochten." In anderen Worten, Jesus hat versucht, die Wahrheiten so einzukleiden in Gleichnisse, dass die Hörer es hören konnten, dass sie es verstehen konnten.

[5:47] Wenn wir die Evangelien etwas ausführlicher studieren, dann stellen wir fest, dass Jesus in dem ersten Abschnitt seines öffentlichen Wirkens, insbesondere im ersten Jahr, ungefähr vom ersten Passa bis zum zweiten Passa, ungefähr dann anderthalb Jahre seines Wirkens zusammengenommen, dass er dort kaum Gleichnisse gesprochen hat, sondern ziemlich präzise, deutlich auf den Punkt. Der Grund war, er hatte zu den Juden direkt gesprochen. Das ist ungefähr die Zeit zwischen Johannes 2 und Johannes 5. Als er dann aber sich aus Jerusalem und der Umgebung immer mehr hinweg bewegt und dann seinen Hauptschwerpunkt nach Galiläa verlegt, dort beginnt er in Gleichnissen zu reden, denn die Menschen in Galiläa, durch die Vermischung von Juden und Heiden, sind weitaus weniger geistlich geübt, sind weitaus weniger bekannt mit den Schriften, sodass sie überhaupt nicht in der Lage sind, viele der Wahrheiten Jesu, wenn er sie direkt hätte ausformuliert, überhaupt zu begreifen. So hat also Jesus die wichtigen und großen Wahrheiten des Evangeliums in Gleichnisse verpackt, weil anders die Menschen es nicht hätten verstehen können.

[6:52] Wir können also deutlich sehen, dass es Dinge gibt, die erst später kommen und Dinge, die man sofort verstehen kann. Und wir wollen hier diesen Punkt noch einmal vertiefen, indem wir 1. Petrus 2 Vers 2 lesen.

[7:04] 1. Petrus, Kapitel 2, und dort Vers 2. Dort sagt er, Petrus: "Und seid als neugeborene Kindlein begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst." Petrus spricht hier zu neubekehrten Menschen, die wie neugeborene Kindlein sind. Jesus sagt in Johannes 3: "Wenn ihr nicht neugeboren seid, dann könnt ihr nicht in das Reich Gottes kommen." Und wenn wir uns Christus ganz übergeben, dann sind wir wie kleine Kindlein, die die ersten Schritte machen, und kleine Kindlein brauchen Milch.

[7:44] Nun, interessanterweise fügt Petrus hier noch einen Gedanken dazu. Er fügt den Gedanken dazu, dass die Milch unverfälscht sein soll. In anderen Worten, da gibt es auch eine verfälschte Milch. Es ist also auch wichtig, selbst wenn ich nicht viel weiß, dass ich trotzdem die unverfälschte Milch des Wortes Gottes bekomme und durch sie kann ich heranwachsen. Ein Mensch, der frisch im Glauben ist, braucht diese Milch, diese einfachen Wahrheiten, um heranwachsen zu können.

[8:13] Und übrigens, ein kleines Kind bekommt die Milch ja von einer anderen Person, nämlich von seiner Mutter. Nun, in der Bibel ist die Mutter ein Symbol für die Gemeinde und für das Volk Gottes. Das heißt, ein neugeborenes Kind, das in die Gemeinde geboren wird, bekommt von der Gemeinde die Belehrung, die Unterweisung in den Dingen des Evangeliums.

[8:46] Aber wahrscheinlich habt ihr auch schon davon gehört, dass die Qualität der Muttermilch durchaus auch davon abhängt, was die Mutter selbst isst. Das heißt, durch eine informierte Nahrungsauswahl kann die Mutter zu einem bestimmten Prozentsatz, zu einem bestimmten Grad mitbestimmen, was für eine Milch, was für ein Nährstoffgehalt dort in der Milch ist, die das kleine Kindlein bekommt.

[9:15] Wenn wir das geistlich übertragen, können wir ein interessantes Gleichnis hier aufstellen. Das, was die Gemeinde, was die Gläubigen selbst in sich aufnehmen, wird mitbestimmen, was die Neubekehrten, die in unsere Gemeinden kommen, die zum Volk Gottes hinzustoßen, die Interesse haben, was sie dann geistlich aufnehmen. Nehmen wir giftige Stoffe in uns auf, geistlich, dann werden wir wahrscheinlich auch diese geistlich weitergeben an die Neubekehrten. Um also eine unverfälschte Milch zu haben, eine gute, die den Neubekehrten und den Frischlingen, sozusagen den Neulingen im Glauben auch wirklich hilft, müssen wir selbst darauf achten, was wir zu uns nehmen, wenn wir andere zum Glauben führen wollen.

[10:00] Interessanterweise sagt uns 1. Korinther 3, das war der Leitgedanke unserer Lektion, da wollen wir nochmal zurückgehen. Interessanterweise sagt uns 1. Korinther 3 und dort Vers 2, am Ende des Verses in Vers 2, dass die Korinther offensichtlich die feste Speise nicht vertragen konnten. Und dann heißt es am Ende: "Ja, ihr könnt sie auch jetzt noch nicht vertragen." Paulus sagt: "Ich kam zu euch, hab euch gelehrt mit Milch, weil ihr feste Speise nicht ertragen konntet, aber auch jetzt, nach einer gewissen Zeit, könnt ihr immer noch die feste Speise nicht ertragen."

[10:39] Mit anderen Worten, manche verbleiben im Zustand der geistlichen Unmündigkeit. Wir können diesen Gedanken vertiefen in Hebräer 5 und dort Vers 11 und 12. In Vers 13 und 14 hatten wir gelesen, was Milch und was feste Speise geistlich bedeuten. In Vers 11 und 12 wird uns gesagt, dass es hier noch einen weiteren Aspekt gibt, der uns, die wir wahrscheinlich alle etwas länger im Glauben sind, sehr zu denken geben sollte. In Vers 11 und 12 heißt es: "Über ihn haben wir viel zu sagen, und zwar Dinge, die schwer zu erklären sind, weil ihr träge geworden seid im Hören. Denn obgleich ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr es wieder nötig, dass man euch lehrt, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind, und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise."

[11:39] Paulus spricht hier nicht zu Anfängern im Glauben, nicht zu Anfängern in Sachen der Bibel. Er spricht zu Hebräern, die seit vielen Hunderten, seit Tausenden von Jahren das Alte Testament gut kannten. Und Paulus macht hier diesen entscheidenden Punkt. Er sagt: "Der Zeit nach müsstet ihr schon längst in der Lage sein, feste Speise zu genießen, aber weil ihr träge geworden seid, müsst ihr immer noch Milch bekommen." Und jemand, der Milch bekommt, kann nicht Lehrer sein für andere, denn wer Milch bekommt, ist selbst noch ein Kind und kann nicht anderen Milch geben.

[12:13] Könnte es sein, dass auch wir mitunter dieses Problem haben, dass wir, nachdem wir zum Glauben gekommen sind, in diesem infantilen, diesem kindgleichen Zustand verbleiben? Nun, versteht mich nicht falsch. Die Bibel sagt in einer gewissen Art und Weise, wir sollen werden wie die Kinder, im Sinne des Glaubens, dass wir nicht zweifeln und Gott beim Wort nehmen. Aber in Bezug auf unsere geistliche Speise sollen wir nicht bleiben wie ein Kind, das nur Milch zu sich nimmt, sondern wir sollen feste Speise zu uns nehmen können, nach einiger Zeit.

[12:48] Nun, die Bibel verdammt niemanden, der in den ersten Wochen und Monaten seiner Bekehrung sich nur mit den einfachen Dingen der Bibel beschäftigt. Aber jemand, der nach Jahren, nach 10, 20, 30, 40 Jahren immer noch die Anfangsgründe Gottes kaum versteht und sich niemals mit fester Speise beschäftigt hat, weil er so träge geworden ist, der kann dann auch selbstverständlich kein Lehrer sein. Könnte es sein, dass so viele Menschen, auch im Volk Gottes, sich weigern zu lehren oder sich nicht trauen zu lehren, das Gefühl haben, sie können nicht lehren, weil sie geistlich träge sind und es unterlassen haben, sich mit der festeren Speise zu beschäftigen?

[13:22] Woran erkennt man, dass man selbst in diesem Zustand ist? Wir können noch einmal das Beispiel der Korinther hier heranziehen, in 1. Korinther 3 und dort Vers 1 und 3. Wir hatten Vers 2 schon gelesen, wo gesagt wird, dass die Korinther immer noch in diesem Zustand sind, den Paulus erwartet, dass sie diesen Zustand überwunden haben. Vers 1 heißt es: "Und ich, meine Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistlichen, sondern als zu fleischlichen Menschen, als zu Unmündigen in Christus." Das heißt, jemand, der feste Speise noch nicht fassen kann, der unmündig ist, den kann man daran erkennen, dass er nicht geistlich ist, sondern fleischlich.

[14:10] Schauen wir weiter, Vers 3: "Denn ihr seid noch fleischlich." Hier wird es ganz deutlich gesagt. "Solange nämlich Eifersucht und Streit und Zwietracht unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?" Mit anderen Worten, jemand, der fleischlich ist, der Eifersucht hat in seinem Leben, Streit hat in seinem Leben und Zwietracht, der kann feste Speise nicht verdauen und kann kein Lehrer sein für andere.

[14:40] Nun, warum? Schauen wir ganz kurz, und wir müssen es gar nicht anschauen, wir wissen, in Römer 8 wird uns gesagt, dass es einen Streit gibt zwischen dem Fleisch und dem Geist. Der Heilige Geist versucht, vollständige Kontrolle über unser Herz zu bekommen, aber solange wir ihm das nicht erlauben, regiert das Fleisch, das fleischliche Herz. Die Bibel sagt, das fleischliche Herz, das Fleisch ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, und es kann es auch nicht. Es versteht nicht, was Gottes Wort eigentlich sagen will. Und solange wir dem Heiligen Geist es nicht erlauben, völlige Kontrolle über unser Herz zu bekommen, solange wird es Streit und Eifersucht und Zwietracht sein, und solange werden wir die tiefen Dinge des Wortes Gottes nicht selbst begreifen und können dann auch nicht andere lehren.

[15:24] Das Problem also ist, wie immer, eine Herzenssache. Unsere persönliche Herzensbeziehung zu Jesus ist das eigentliche Problem. Und wenn wir dem Heiligen Geist nicht erlauben, vollständige Kontrolle über unser Herz zu haben, was das fleischliche Denken hinauswerfen würde und das fleischliche Handeln, dann kann sich auch Johannes 16, Vers 13 nicht erfüllen. Denn in Johannes 16, Vers 13, dort lesen wir: "Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten." Also nicht nur in die Milch, sondern auch in die feste Speise. Aber das kann nur der Heilige Geist. Und wenn wir es nicht erlauben, dem Heiligen Geist an unser Herz zu kommen, weil wir an den fleischlichen Dingen festhalten, dann kann er uns auch nicht in die ganze Wahrheit leiten. Es heißt: "Denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen."

[16:24] Nur wenn wir ein neues Herz haben, das vom Heiligen Geist kontrolliert wird, nur dann, und auch wirklich nur dann, können wir fortschreiten von der Milch zur festen Speise, damit wir anderen Milch geben können, damit wir Lehrer sein können. Denn darüber reden wir das ganze Quartal, ja, wie kann ich meinen Glauben anderen bezeugen? Und hier haben wir in wenigen Versen gezeigt, dass solange wir fleischlich gesinnt sind, wir das nicht tun können, in einer wirklich effektiven Art und Weise.

[16:56] Also hier ist die ganz einfache Frage an dich, lieber Freund, liebe Freundin, der du jetzt gerade zuschaust: Isst du schon feste Speise, oder bist du immer noch abhängig von der Milch? Ja, es ist schön und gut auch andere Prediger zu hören und sich hier und dort füttern zu lassen, aber bist du noch abhängig von Milch, oder isst du und kaufst du schon selbst die feste Speise im Wort Gottes, sodass du ein Lehrer sein kannst? Und wenn nicht, könnte es sein, dass es noch Dinge gibt in deinem Leben, fleischliche Dinge in deinem Herz, an denen du festhältst, die du nicht loslassen willst? Dann möchte ich dich heute einladen, den Heiligen Geist in dein Herz kommen zu lassen, dass er all diese Dinge wegnimmt, damit er dich in die ganze Wahrheit leiten kann, damit du nicht nur Milch trinkst, sondern auch feste Speise zu dir nimmst, um andere lehren zu können.

[17:44] Und dann Vers 9 und dort Vers 11, Lukas 9 und dort Vers 11. Dort lesen wir: "Als aber die Volksmenge es erfuhr, folgten sie ihm nach, und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die, welche Heilung brauchten, machte er gesund." Wir können sehen, dass Jesus, und das haben wir schon mehrmals betont, die Menschen genau beobachtet hat und wusste, was sie brauchten. Er wusste, dass sie das Evangelium brauchten, aber er wusste auch, dass sie persönliche Gesundheit brauchten. Und Jesus kümmerte sich also nicht nur um das geistliche Wohl, er kümmerte sich auch um ihre Gesundheit. Und so sollten auch wir uns nicht nur um das theologische Wohl der Menschen kümmern, sondern auch um ihre Gesundheit. Und deswegen ist es so wichtig, dass das Thema Gesundheit mit dem Evangelium Hand in Hand zusammengeht.

[18:43] Der Grund, warum Jesus das getan hat, der lässt sich ganz leicht feststellen in Matthäus 14 und dort in Matthäus 14, Vers 14 lesen wir: "Als nun Jesus ausstieg, sah er eine große Menge und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken." Der Grund, warum Jesus an der Gesundheit der Menschen so interessiert war, war, weil er sich über sie erbarmte. Und manchmal ist es wichtiger, zunächst einmal sich um die Gesundheit eines Menschen zu kümmern, als ihm die größten theologischen Wahrheiten an den Kopf zu werfen. Die Reihenfolge, und das ist unser Thema, das folgerichtige Evangelisieren, ist durchaus wichtig.

[19:18] Schauen wir gemeinsam in Jesaja 61, Jesaja 61 und dort Vers 1. Jesaja 61, Vers 1, die Bibel sagt: "Der Geist des Herrn, des Herrschers, ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden." Das heißt, Jesus wird hier beschrieben, der vom Heiligen Geist gesalbt wird, bevollmächtigt wird, das Werk Gottes zu tun. Er wird von Gott gesandt, um den Armen frohe Botschaft zu verkündigen, das heißt, das Evangelium zu predigen. Aber dann heißt es auch: "Er hat mich gesandt, zu verbinden, die zerbrochenen Herzen sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und Öffnung des Kerkers den Gebundenen." Das heißt, nicht nur theologische Wahrheiten sollte Jesus verkündigen, sondern er sollte sich auch um die emotionalen, geistigen und mentalen Probleme und Bedürfnisse seiner Zeitgenossen kümmern. Jesus nahm sich auch der emotionalen und geistigen Bedürfnisse an, genauso wie der physischen.

[20:26] Und das Ganze wird sehr schön illustriert im Johannesevangelium. Wenn ihr Johannes 2, 3, 4 und 5 nebeneinander euch betrachtet, dann könnt ihr sehen, dass in Johannes 2, in der Hochzeit zu Cana, Jesus ein soziales Bedürfnis gestillt hat. Und in Johannes 3, in dem Gespräch mit Nikodemus, hat Jesus ein geistliches Bedürfnis gestillt. Und in Johannes 4, im Gespräch mit der Frau am Samariterbrunnen, da war es natürlich auch ein geistliches Bedürfnis, aber es war auch ein emotionales Bedürfnis dieser Frau. Und in Johannes 5, da stillt Jesus ein physisches Bedürfnis, indem er den Kranken am Teich Bethesda heilt.

[21:07] Wir können also sehen, dass Jesus die Menschen sah und dass er wahrnahm, was ihr vordringlichstes, wichtigstes Bedürfnis war. Und dann hat er immer von diesem vordringlichsten Bedürfnis die Menschen weitergeführt zum Evangelium und zu einer Entscheidung für ihn und das ewige Leben. Und das ist sehr wichtig. Manche Menschen betonen die Bedürfnisse und das Stillen der Bedürfnisse und vernachlässigen dann das Predigen des ganzen, vollen, ewigen Evangeliums. Und manche Menschen, die konzentrieren sich nur auf das ewige Evangelium und vernachlässigen, dass Menschen auch mal ein anderes Bedürfnis haben. Aber die Kombination aus beidem ergibt die Kraft in der Mission.

[21:48] Wenn wir bereit sind, den Menschen zu helfen, was immer ihre Bedürfnisse sind und dann aber auch das Ziel haben, ihnen das ganze unverfälschte, ungekürzte, ewige Evangelium in seiner ganzen Breite und Tiefe zu verkündigen, dann erfüllen wir den Auftrag Jesu. Und dass dort wirklich auch Bedürfnisse des Menschen ganz physischer Art dazugehören, das können wir sehen in Matthäus 25 und dort Vers 35 bis 40. Ein bekannter Vers, ein bekannter Absatz.

[22:11] Matthäus 25 Vers 35 bis 40. Wir wollen es gemeinsam lesen. Es heißt hier: "Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremdling gewesen und ihr habt mich beherbergt. Ich bin ohne Kleidung gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir gekommen." Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: "Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist oder durstig und haben dich zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremdling gesehen und haben dich beherbergt oder ohne Kleidung und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen?" Und der König wird ihnen antworten und sagen: "Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

[23:09] Was wir hier sehen ist, dass Menschen, die im Himmel sein werden, werden auf der Erde Bedürfnisse gestellt haben. Sie werden Wohltätigkeit getan haben mit einer Selbstverständlichkeit, die keinen Lohn erwartet. Es sind keine Menschen, die Wohltätigkeit geübt haben, weil sie meinten, genau das ist das Wichtigste. Und wenn sie nur das ausreichend viel tun, dann werden sie auch in den Himmel kommen. Das waren Menschen, die eine Bürde hatten für verlorene Menschen, die den Menschen helfen wollten und sie ins ewige Leben bringen wollten und nebenbei ganz selbstverständlich, ohne groß drüber nachzudenken, ihnen auch überall dort geholfen haben, wo es gemangelt hat.

[23:58] Könnte es sein, dass wir auf diesem Gebiet noch Defizite haben? Jesus möchte uns hiermit ermahnen und uns ermutigen, Evangelisation ganzheitlich zu sehen und die Bedürfnisse des Menschen wahrzunehmen. Das hat auch etwas mit Folgerichtigkeit in der Mission zu tun. Aber es ist nicht eben nur so, dass man den ersten Schritt tut und wo man zunächst darauf achtet, was ist das Bedürfnis des Menschen? Wo ist der Mensch gerade? Wo kann ich ihn abholen?

[24:36] Es ist genauso wahr, dass dann, wenn wir ihn abgeholt haben, wenn wir einen Kontakt hergestellt haben, wenn wir eine Brücke gebaut haben, dass dann irgendwann der Zeitpunkt auch kommen muss, wo wir Wahrheiten ihm nahe bringen, die eine Entscheidung fordern. Wahrheiten, die vielleicht unbequem sind, Wahrheiten, die vielleicht ihn herausfordern. Und manchmal kommt es vor, dass wir uns davor scheuen, und wir haben das schon öfter angesprochen, und den Weg abkürzen wollen.

[25:02] Wir wollen jetzt eine Geschichte lesen, die uns zeigt, dass Jesus nicht bereit war, die Wahrheit zu verwässern, um Menschen bei sich zu halten. Jesus hat zu einem angemessenen Zeitpunkt die Wahrheit in Klarheit verkündigt, und Menschen mussten eine Entscheidung fällen, nachdem sie wussten, dass Jesus es gut mit ihnen meint.

[25:19] In Johannes 6 und dort Vers 54 bis 66 wollen wir diesen Punkt einmal betrachten. In Johannes 6, Vers 54 bis 66, dort lesen wir ab Vers 54. Es heißt hier: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und mein Blut ist wahrhaftig Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich isst, um meinetwillen leben."

[26:12] Jesus hält hier eine ganz tiefe geistliche Predigt, und diese Predigt dient dazu, dass das Wunder, das am Tag vorher geschehen ist, das wir in Vers 1 bis 15 finden können, das Wunder nämlich, dass 5.000 Menschen, 5.000 Männer plus Frauen und Kinder, satt geworden sind, dass dieses Wunder geistlich vertieft wird, dass das Brot, das Jesus ihnen dort brach, ein Symbol ist für das wahre Brot des Lebens, das er nämlich ist. Wir können diesen Gedanken finden, zum Beispiel in Vers 35, wo es sagt: "Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens." Oder in Vers 39, 49 bis 51, wo er sagt: "Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben. Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit wer davon isst, nicht stirbt. Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit."

[27:09] Es war eine entscheidende, wichtige Botschaft, aber sie war äußerst tief. Es war eine geistliche Botschaft, die erforderte, dass die Menschen auch sie geistlich aufnehmen. Aber was wir jetzt sehen können ist, dass viele der Jünger Jesu dem Nachfolgen genau das so nicht akzeptieren wollten. Nebenbei gesagt, Jesus hielt diese Predigt nicht am Anfang seines Dienstes. Wenn wir die Chronologie der Evangelien studieren, können wir feststellen, dass dies hier das dritte Passa war ungefähr in der Zeit des dritten Passas, das Jesus in seinem Dienst erlebt hat. Mit anderen Worten, es war im Frühjahr des Jahres 30 nach Christus, also ungefähr ein Jahr vor seiner Kreuzigung. Das bedeutet zweieinhalb Jahre nach Beginn seines Dienstes, also eher gegen Ende seines öffentlichen Dienstes, kam diese Predigt. Er hatte viele Menschen um sich geschart, die ihm nachfolgten von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt. Aber es kam der Zeitpunkt, wo er ihnen deutlich sagen musste: Entweder er folgt mir ganz oder gar nicht. Denn nur ich und ich allein kann euch ewiges Leben geben.

[28:12] Es ist schön, bei Jesus zu sein, wenn es viel Brot und Wasser gibt. Es ist schön, bei Jesus zu sein, wenn die Kranken geheilt werden. Es ist schön, bei Jesus zu sein, wenn er angenehme Worte spricht. Aber wenn Jesus die Wahrheit sagt, er sagt natürlich immer die Wahrheit, aber wenn er sie, die Wahrheit sagt, die vielleicht mich persönlich vor eine Herausforderung stellt, dann zeigt sich, ob ich wirklich geglaubt habe. Dazu gleich noch mehr.

[28:35] In Vers 60 heißt es jetzt: "Viele nun von seinen Jüngern, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede. Wer kann sie hören?" Nun, hätte Jesus diese Rede vielleicht sich verkneifen können, weil er wusste, dass es zu hart ist? Gibt es nicht heute oft die Überlegung, dass man sagt: Bestimmte Dinge in der Bibel sind einfach zu hart, sie passen nicht mehr in unsere Kultur. Und ja, es ist richtig, dass man bestimmte Dinge nicht gleich am Anfang sagt, dass man folgerichtig evangelisiert und folgerichtig ein Zeugnis gibt. Aber nichtsdestotrotz hat Jesus die Dinge, die gesagt werden mussten, weil sie das Wort Gottes darstellen, er hat sie gesagt, zum angemessenen Zeitpunkt, auch auf die Gefahr hin, dass die überwältigende Mehrheit seiner Zuhörer gesagt hat: Das ist eine harte Rede. Wer kann sie hören?

[29:34] Und der Grund lag darin, dass die Menschen glaubten oder glauben wollten, dass Jesus hier buchstäblich zu ihnen redet, dass er buchstäblich verlangt, sein Fleisch zu essen, sein Blut zu trinken, was für die Juden ein ungeheures Ärgernis war, ein ungeheurer Anstoß. Und die Juden haben also offensichtlich ihm etwas zur Last gelegt, nämlich dass Gott selbst etwas von ihnen verlangt, was wieder natürlich ist.

[30:00] Und wie oft kommt es vor, dass Menschen die Anforderung Gottes in seinem Wort als etwas wieder natürliches darstellen, etwas, was nicht mehr in die Kultur passt, nicht mehr in unser menschliches, humanistisches Verständnis. Hier gibt es einige Lehren im Wort Gottes, die heute als abnormal gelten oder als überholt oder vielleicht sogar als politisch inkorrekt und die man bewusst missverstehen kann, wenn man will, wenn man die Perspektive falsch wählt.

[30:43] Und Jesus wusste das, aber er hat sich trotzdem nicht gescheut, diese Dinge zum richtigen Zeitpunkt, im richtigen Geist und mit der richtigen Vorbereitung deutlich und ohne Abstriche anzusprechen, auf die Gefahr hin, dass die überwältigende Mehrheit seiner Nachfolge ihn verlassen hat. Denn nur die Wahrheit führt zum Heil.

[31:05] Wir können es uns nicht leisten, bei aller Liebe und bei aller Langmut und bei allem folgerichtigen Evangelisieren, können wir es uns nicht leisten, von der Wahrheit auch nur einen Zentimeter abzurücken. Auch bei den Dingen, die vielleicht unbequem sind, die vielleicht nicht so viel Freude machen, einem anderen nahezubringen, wenn es um Lebensstil, um Gesundheit, um christliche Standards und um Dinge geht, wo vielleicht jemand etwas aufgeben muss um Jesu Willen, was ihm im ersten Moment vielleicht als absurd erscheint. Aber mit der richtigen Perspektive und mit der richtigen Vorbereitung ist es notwendig und richtig und wichtig.

[31:39] Denn in Vers 64 wird deutlich: "Aber es sind endlich unter euch, die nicht glauben, denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten und wen er verraten würde." Dieser Vers ist sehr wichtig, denn er zeigt, dass diese Testwahrheiten sozusagen offenbaren, wer bisher nur mitgelaufen ist und wer wahrhaftig glaubt. Denn jemand, der wirklich sein Herz Jesus übergeben hat und der am Kreuz von Golgatha wirklich niedergefallen ist und der den Erlösungsplan verstanden hat und Jesus liebt von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt, der wird auch die Dinge annehmen, die vielleicht auf den ersten Moment ihm seltsam erscheinen. Aber weil Jesus es sagt, weil Jesus sein bester Freund ist und weil er Jesus liebt, wird er all das tun, was Jesus ihm sagt.

[32:27] Und jeder, der an dieser Stelle sich von Jesus abwendet, beweist das ja schon vorher nicht hundertprozentig mit ganzem Herzen, wie es nachgefolgt ist. Denn auch als Jesus diese Testwahrheit hier verkündigt, gibt es Menschen, die gerade wegen seines Wortes bei ihm bleiben. Wir können das lesen in Vers 68 und 69. Da sagt nämlich Petrus: "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens, und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes." Und weil wir das erkannt und geglaubt haben, folgen wir auch dir in diesem Schritt.

[33:02] Ein wahrer Gläubiger, ein wahrer bekehrter Mensch wird auch den Testwahrheiten Jesus folgen. Wir brauchen also keine Angst zu haben, dass jemand, der wirklich Jesus liebt, abgeschreckt wird, wenn wir die Wahrheit zum angemessenen Zeitpunkt predigen. Wir können Fehler machen, indem wir die Wahrheit viel zu früh predigen, ohne dass jemand überhaupt richtig Jesus kennenlernen kann. Aber wenn wir jedem Menschen die Gelegenheit geben, die Grundsätze des Evangeliums zu verstehen, Jesus kennenzulernen, den großen Kampf zu verstehen, dann werden wir jeden Menschen, der wirklich Jesus liebt, auch dahin bringen können, durch Gottes Geist und seine Gnade, dass er alle Testwahrheiten annimmt, die die Bibel uns zeigt.

[33:45] Denn letztendlich ist Gehorsam ein Zeichen wahrer Liebe. Jesus sagt das in Johannes 14, Vers 15, sehr bekannter Vers.

[34:04] Johannes 14 und dort Vers 15. Dort lesen wir Johannes 14, Vers 15: "Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote." Ihr kennt auch Matthäus 13, Vers 10, wo es heißt, dass die Erfüllung des Gesetzes die Liebe ist. Jeder, der Jesus liebt, wird auch seine Gebote halten. Wir brauchen keine Angst haben, zum angemessenen Zeitpunkt das zu predigen und zu sagen, was Jesus fordert und was seine Gebote und seine Anforderungen an uns sind. Jemand, der Jesus liebt, wird dem willig und aus Liebe Gehorsam zollen, und wir können daran erkennen, ob jemand wirklich ernsthaft bekehrt ist.

[34:52] In 1. Johannes 5 wird dieser Gedanke noch einmal ausgedrückt. 1. Johannes 5, Vers 2 und 3. Dort heißt es: "Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer." Vers 2 sagt: "Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten."

[35:09] Und noch gemeinsam ein Gleichnis anschauen, das Jesus gesagt hat, das bekannt ist in Lukas 8. Meistens wird es im Zusammenhang mit Matthäus 13 studiert. Das Gleichnis von den vier Böden. Und hier wollen wir sehen, dass diese vier Böden nicht nur vier Typen von Menschen darstellen, sondern auch vier Phasen sozusagen. Und das ist sehr interessant zu beobachten.

[35:32] In Lukas 8 und dort Vers 4 bis 15. Aus Zeitgründen lesen wir nicht das ganze Gleichnis, sondern wir schauen uns nur diese vier Böden einmal an und zwar aus der Perspektive von vier verschiedenen Phasen sozusagen. Und die Idee ist, dass diese vier Böden Menschen darstellen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten, also bis zu unterschiedlichen Phasen kommen.

[35:56] Der erste Boden, wo es heißt, dass der Seemann ausging, um zu säen, und als er säte, fiel etliches an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf. Und die Erklärung sagt, dass der Satan es wieder von ihnen wegnahm, das Wort Gottes, so wie es in Vers 11 beschrieben wird. Dieser erste Boden stellt Menschen dar, die das Wort Gottes zwar hören, aber nicht einmal darüber nachdenken. Sie hören es irgendwo, sie sehen es irgendwo, es geht hier rein, es geht dort raus, weil der Weg fest getrampelt ist, fest eingefahren sind ihre Ideen und Traditionen, Gedanken. Sie hören etwas aus dem Wort Gottes, aber es bekommt nicht mal die Gelegenheit, tiefer zu sinken, weil sie schon fest eingefahren sind, weil sie ihre feste Meinung haben, von der sie nicht abrücken wollen, weil sie zu beschäftigt sind auf den Wegen des Lebens, sodass sie gar nicht groß mit dem Wort Gottes etwas anfangen wollen.

[36:46] Der zweite Boden ist anders. Der zweite Boden ist nicht so fest getrampelt. Der zweite Boden ist locker genug, und so können wir sehen, dass dem zweiten Boden der Samen hineinfällt. Das heißt hier in Vers 6: "Und anderes fiel auf den Felsen, und als es aufwuchs, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte." Also es konnte aufwachsen, es war also nicht auf fest getrampelten Boden gewachsen, es konnte in die Erde hinein, aber da war Felsen hinunter. Und wir lesen in Vers 13: "Die aber auf dem Felsen sind, die, welche das Wort, wenn sie es hören, mit Freuden aufnehmen." Das heißt, wir haben hier Menschen, die über das Wort Gottes nachdenken und schnell begeistert sind, in den ersten Schritten, als sie die Milch trinken. Aber dann heißt es: "Wenn sie es hören, mit Freuden aufnehmen, aber sie haben keine Wurzel, sie glauben nur eine Zeit lang, und zur Zeit der Versuchung oder der Prüfung, das heißt, wenn die Testwahrheiten kommen, fallen sie wieder ab." Das sind große Steine in ihrem Herzen, die sie nicht aufgeben wollen, und die Prüfung, wenn folgerichtig evangelisiert wird, zeigt, dass diese Menschen nicht wirklich Jesus nachfolgen möchten. Sie sind schnell begeistert, aber sie kommen nur bis zu Schritt 2.

[37:57] Da gibt es Menschen dann, die sind wie der dritte Boden. Der Samen wird ausgesät, er fällt tatsächlich in den Boden, und es sind auch keine wirklichen Steine. Das heißt, es kann eine Wurzelbildung stattfinden. Das heißt, Menschen hören das Wort Gottes, sie nehmen es auf, sie denken darüber nach und sie nehmen auch die Testwahrheiten an, die zum richtigen Zeitpunkt gepredigt werden, sodass sie jetzt verwurzelt sind in der Bibel und in der Wahrheit. Sie fangen an, feste Speise zu kauen. Aber selbst das reicht noch nicht aus, denn die Bibel sagt uns, dass Simon Anthos fiel mitten unter die Dornen und die Dornen, die mit ihm aufwuchsen, erstickten es. Das Problem ist hier nicht, dass keine Verwurzelung stattgefunden hat, dass keine Erdung stattgefunden hat, aber das Problem ist, dass es da noch andere Dinge gibt, die nicht ausgerottet wurden, dass es noch andere Dinge gibt, die jetzt das Wachstum behindern.

[38:55] Vers 14 sagt uns: "Was aber unter die Dornen fiel, das sind die, welche es gehört haben, aber sie gehen hin und werden von Sorgen und Reichtum und Vergnügung des Lebens erstickt und bringen die Frucht nicht zur Reife." Das heißt, hier ist schon Frucht da, sie kann aber nicht reifen, weil etwas nicht wirklich herankommt, nämlich Sauerstoff und genügend Licht und Wärme. Sie werden erstickt, der Heilige Geist kommt nicht wirklich heran, sodass der Heilige Geist diese Frucht, die schon da ist, reifen kann. Menschen, die das Wort Gottes gehört haben, die darüber nachgedacht haben, die sogar die Testwahrheiten angenommen haben, die aber durch die Sorgen des Lebens, durch die Vergnügung, durch die Dinge, die Satan immer wieder hereinbringt, es dem Heiligen Geist nicht gestatten, das Werk zur Veränderung zu bringen.

[39:44] Und dann ist da der vierte Boden. Auch hier wird das Wort ausgesät, wie bei allen vier Böden. Und wie auch bei Boden zwei und drei, kommt das Wort in die Gedanken hinein. Es bleibt nicht oberflächlich, rein ins Ohr, raus aus dem Ohr, sondern es kommt in die Gedanken hinein, es fällt in den Boden hinein. Und wie auch im Boden drei kann es tatsächlich Wurzel bilden. Aber im Gegensatz zu Boden drei und im Gegensatz zu allen anderen Böden kann dieser Boden volle Frucht bringen, weil auch die Dornen und Disteln nicht mehr da sind.

[40:22] Vers 15 sagt uns: "Dass in dem guten Erdreich aber sind die, welche das Wort, das sie gehört haben, in einem feinen und guten Herzen behalten und Frucht bringen in standhaftem Ausharren." Es sind diejenigen, die warten, die Schritt für Schritt weitergehen und dies dem Heiligen Geist erlauben, diese Frucht des Geistes, die in Galater 5 Vers 22 beschrieben wird, zur Vollendung zu bringen, schrittweise.

[40:52] Und wenn wir also sehen, wie das Evangelium funktioniert, und Markus 4 Vers 26 bis 29 spricht ja auch davon, dann können wir sehen, dass folgerichtiges Evangelisieren bedeutet, dass all diese Schritte getan werden müssen. Das Wort muss ausgesät werden, es muss hineinkommen. Das heißt, wir müssen darüber nachdenken, es muss Wurzeln schlagen. Das heißt, wir müssen auch die Testwahrheiten annehmen. Aber selbst wenn wir die Testwahrheiten angenommen haben, ist es noch keine Garantie, auf jeden Fall im Himmel dabei zu sein. Es gibt viele Menschen, die viele Testwahrheiten angenommen haben und trotzdem verloren gehen werden, weil sie nämlich dann im Laufe ihres Lebens dem Heiligen Geist nicht erlaubt haben, diese Pflanze ihres eigenen Glaubens wachsen zu lassen und zur Vollendung zu bringen.

[41:38] Folgerichtiges Evangelisieren ist der gesamte Prozess vom Ausstreuen des Samens bis zum Einbringen der Ernte. Denn die Bibel sagt uns, das ist in Markus 4 Vers 29, dort heißt es: "Wenn aber die Frucht es zulässt, schickt er sogleich die Sichel hin, denn die Ernte ist da." Und Offenbarung 14 Vers 14 und 15 bezieht das deutlich auf die Wiederkunft.

[42:06] Ein letzter Gedanke, wie wir gerade gesehen haben, kann es nur der Heilige Geist tun in unserem Leben, diese ausgesäte Frucht auch tatsächlich zur Vollendung zu bringen. Und wir wollen einen letzten Gedanken hier lesen. Letzter Abschnitt in Johannes 16 Vers 7 und 8. Dort heißt es: "Aber ich sage euch die Wahrheit, es ist gut für euch, dass ich hingehe, denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden."

[42:39] Das ist folgerichtige Evangelisierung. Jesus sagt: "Ich habe angefangen, aber der Heilige Geist wird vollenden." Er wird nichts Eigenes tun, sondern er wird das tun, was ich auch getan habe. Der Heilige Geist vollendet das, was Jesus mit seinem Erdenleben angefangen hat. Und wenn der Heilige Geist nicht kommt, dann wird das Werk nicht vollendet. Und dann ist der Anfang umsonst gewesen.

[42:58] Und was macht der Heilige Geist, der also den Anfang vollenden soll und das Werk zur Vollendung bringen soll? Wir lesen im Vers 8: "Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht." Mit anderen Worten, er ist derjenige, der die unbequemen Wahrheiten sagt. Ja, der Heilige Geist ist derjenige, der im Laufe des Prozesses des folgerichtigen Evangelisierens uns dazu treibt, auch die Sünde deutlich beim Namen zu nennen, die Gerechtigkeit Jesu in ihrer ganzen Tragweite zu betrachten und auch das Gericht biblisch anzusprechen, so wie es uns die Bibel offenbart.

[43:41] Und wenn das geschieht, dann kann Vers 13 Realität werden. Vers 13 sagt er: "Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten, denn er wird nicht selbst aus sich reden, sondern was er hören wird, das wird er reden und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen." Wir haben diesen Vers heute am Anfang schon mal gehört.

[44:00] Wenn das geschieht, wenn wir selbst erleben, wie der Heilige Geist in unserem Leben die Frucht zum Wachsen bringt, dann werden wir geistlich sein und nicht mehr fleischlich. Wir können dann Lehrer sein und andere Menschen die Milch geben, dass auch sie dann diesen Prozess beginnen können.

[44:15] Folgerichtiges Evangelisieren bedeutet, Schritt für Schritt im Glauben zu wachsen und auch dann dem Glauben weiter zu wachsen, wenn der Heilige Geist auch unbequeme Wahrheiten über mich zu Tage fördert und mir mit dem Finger auf die Brust zeigt und sagt: "Du, diese Sache ist Jesus ein Ärgernis. Möchtest du sie aufgeben für Jesus?"

[44:40] Wenn der Heilige Geist so in deinem Herzen spricht und die Sünde offenbart, bist du bereit, ihm zu folgen und den nächsten Schritt an seiner Seite zu gehen, damit du ein Lehrer sein kannst, um anderen zu helfen in diesem gleichen Prozess. Bist du dafür bereit? Bist du dazu bereit, dass der Heilige Geist in deinem Leben dich Schritt für Schritt führen kann und folgerichtig, denn der Heilige Geist weiß, wie es geht, dich folgerichtig vorbereiten kann auf den Himmel? Dann wird unter seiner Leitung auch du, wirst du dann befähigt werden, auch das mit anderen Menschen zu tun. Gott segne euch in deinem Studium weiterhin. Wir werden uns nächste Woche hier wiedersehen auf www.joelmedia.de. Dann werden wir die nächste Folge haben von Evangelisation und Zeugnis geben und wir werden sehen, was wir weiter studieren können. Es wird sehr spannend. Wir werden Gott segne euch bis dahin und bis bald.


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