In dieser Folge der Christ Study Hour tauchen wir tief in die Bedeutung des Gebets ein. Christopher Kramp beleuchtet, warum wir beten und wie wir unsere Beziehung zu Gott durch dieses kraftvolle Werkzeug stärken können. Entdecke, wie du zu einem „Gebetskämpfer“ wirst und dein Gebetsleben neu entfachst.
Christ Study Hour – Im Glauben Wachsen: 6. Gebetskämpfer
Christopher Kramp · CSH 2026 Q2: Im Glauben wachsen ·Themen: 1. Mose, 2. Mose, Apostelgeschichte, Bibel, Bibelstudium, DanielWeitere Aufnahmen
Serie: CSH 2026 Q2: Im Glauben wachsen
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Transkript
[0:33] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer möchten wir alle Zuschauer auf dem Sender das Wort genauso recht herzlich begrüßen und freuen uns heute ein neues Thema zu haben in unserer Serie "Im Glauben wachsen". Ein Thema, das ganz besonders wichtig für den persönlichen Glauben ist, nämlich wir werden in diesem Thema und nächste Woche uns über das Gebet Gedanken machen. Heute ist das Thema überschrieben mit "Gebetskämpfer" und wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 9. Mai.
[1:11] Und was könnte man Besseres tun, als ein Bibelstudium über das Gebet beginnen? Lade dich herzlich ein mit mir zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns in deinem Wort begegnest, dass du uns so viel über dich offenbarst und dass wir dich immer besser verstehen dürfen. Danke, dass wir zu dir reden dürfen und dass du durch dein Wort, durch deinen Geist zu uns sprichst. Danke, dass du unser Freund bist. Und Herr, wir möchten dich jetzt bitten, dass wir in den kommenden Minuten deine Stimme zu unserem Herzen hören, dass wir neu motiviert werden, tatsächlich mit dir so zu reden, wie mit einem Freund und unsere Sorgen, Nöte, Probleme dir vorzulegen. Danke für dieses unfassbare Privileg. Vergib uns, dass wir es zu wenig nutzen und schenk uns heute neue Kraft, Gnade und Erkenntnis über das Gebet. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.
[2:19] Warum beten wir? Es gibt einen ganz außergewöhnlichen Psalmenanfang, Psalm 116, der, wie ich finde, eine besonders beeindruckende und schöne Begründung gibt, warum wir zu Gott beten. Das heißt, der Psalm 116 und dort ab Vers 1: "Ich liebe den Herrn." Was für ein schöner Beginn für einen Psalm, oder? "Ich liebe den Herrn, denn er hat erhört meine Stimme und mein Flehen, denn er hat sein Ohr zu mir geneigt. Darum will ich ihn anrufen, mein Leben lang." Warum beten wir zu Gott? Der Psalmist hier betet nicht aus Tradition. Er betet nicht, weil die Eltern ihm gesagt haben, er sollte es tun. Er betet nicht, weil er hofft, vielleicht was zu gewinnen. Er betet zu Gott, weil er Gott lieb hat. Und er hat Gott lieb, weil er Erfahrung mit ihm gemacht hat. Er hat zu Gott gefleht, Gott hat ihn erhört und er ist ihm so lieb geworden, dass er sagt: "Und weil ich dich so lieb habe, weil du mich erhört hast, deswegen möchte ich mein ganzes Leben lang dich anrufen. Ich möchte mein ganzes Leben lang zu dir beten."
[3:38] Der höchste und schönste Grund zu Gott zu beten ist, weil wir ihn mögen. Nicht einfach nur, weil wir dort quasi eine Hotline haben, wo wir mit unseren Problemen äh durchkommen. Nicht einfach nur, weil uns das vielleicht irgendwie einen geistlichen Vorteil bringt, sondern beten wir zu Gott, weil wir gerne mit ihm reden. So wie man gerne sich, wenn man sich drauf freut, Freunde bei sich zu Hause zu haben, weil man mit ihnen reden kann, weil man mit Freunden gerne redet, weil man sie mag, redest du gerne mit Gott, weil du ihn magst, weil er so wunderbar für dich gewirkt hat. Ich habe erlebt, dass Gott meine Stimme und mein Flehen gehört hat. Ich habe Gott lieb. Und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass du das auch sagen kannst und dass wir lernen, zu Gott deswegen zu beten und mehr zu beten, weil uns bewusst wird, wie wunderbar er eigentlich ist und wie wunderbar er für uns gewirkt hat, was er Tolles alles in unserem Leben bewirkt hat.
[4:47] Wir wollen uns ein paar Personen anschauen heute, die besonders gebetet haben oder von denen wir, besser gesagt, besondere Lektionen lernen können für das Gebet. In Daniel Kapitel 2 finden wir das Gebet von Daniel, nachdem er mit seinen drei Freunden in größter Krise, nämlich unter Androhung und der Gefahr sein Leben zu verlieren, sich zurückgezogen hatte zum Gebet. Sie hatten Gott darum gebeten, dass er ihnen das Geheimnis offenbart, was der König Nebukadnezar, der zweite Nebukadnezer, geträumt hat. Gott hat es ihnen geoffenbart. Und dann lesen wir in Vers 20 von Daniel 2. Daniel begann und sprach: "Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn sein ist beides: Weisheit und Macht." Daniel dankt Gott für das, was er getan hat. Ich glaube, wir danken Gott viel zu wenig. Ich danke Gott zu wenig. Er dankt ihm, dass er das Geheimnis des Traumes offenbart hat und er sagt etwas Interessantes über Gott. Er sagt: "Gott, du hast Weisheit und Macht." Wenn Gott nur Weisheit hätte, dann könnte er zwar vieles Kluges sagen, aber er könnte wenig bewirken. Wenn Gott nur Macht hätte, dann müssten wir uns vor ihm fürchten, denn wir wüssten nie genau, wie er seine Macht einsetzt. Aber Gott hat beides, er hat Weisheit und Macht. Er ist gut und mächtig.
[6:09] Vers 21: "Er führt andere Zeiten und Stunden herbei. Er setzt König ab und setzt König ein. Er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand." Gott lenkt den Lauf der Weltgeschichte. Und alle Weisheit, so sagt die Bibel, kommt von Gott. Wir lesen in Kolosser als eine Parallelstelle, die das auch beschreibt, in Kolosser Kapitel 2 und dort ab Vers 2: "Damit ihre Herzen ermutigt werden, in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters und des Christus, in welchem alle Schätze der Weisheit und der Kenntnis verborgen sind." Daniel dankt Gott, weil er weiß: Alles, was ich kann und weiß und sagen kann, habe ich nur von Gott. Danken wir Gott in unseren Gebeten für alles, was er uns geschenkt hat, für unsere Weisheit, für unsere Klugheit, für die ganzen Talente, die er uns gegeben hat.
[7:07] Wir lesen weiter in Daniel 2. Es heißt weiter in Vers: "Er offenbart, was tief und verborgen ist. Er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht." Bei Gott ist keine Finsternis. Das heißt in 1. Johannes 1, Vers 5, dass in Gott kein, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist. Und doch weiß Gott, was in der Finsternis ist. Er kennt auch die, er weiß, was auch auf der anderen Seite des großen Kampfes passiert. Man kann Gott nicht überraschen. Er weiß alles, selbst das Finstre.
[7:41] Und dann lesen wir Vers 23: "Dir, dem Gott meiner Väter, sage ich Lob und Dank, dass du mir Weisheit und Kraft verliehen hast." Erinnern wir uns an Vers 20. Dort heißt es: "Denn sein ist beides: Weisheit und Macht." Gott ist weise, Gott ist mächtig, aber er behält das nicht für sich, sondern er gibt von seiner Weisheit ab. Er gibt von seiner Kraft ab. Er verleiht Weisheit und Kraft. Und Daniel weiß, wenn ich dann vor dem König stehe und ihm erstens den Traum sage und zweitens dann deute, dann ist es nicht meine Weisheit und auch nicht meine Kraft. Deswegen sagt Daniel ja auch ganz deutlich in Kapitel 2, Vers 30: "Mir aber ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit, die ich vor allen Lebenden voraushätte, offenbart worden, sondern damit der König die Deutung bekannt gemacht werde und du erfährst, was dein Herz zu wissen wünscht." Die Weisheit kommt von Gott und Daniel dankt dafür.
[8:37] Es heißt in Vers 23: "Dir, dem Gott meiner Väter, sage ich Lob und Dank, dass du mir Weisheit und Kraft verliehen und mich jetzt wissen lassen hast, was wir von dir erbeten haben, denn die Sache des Königs hast du uns wissen lassen." Daniel bedankt sich für die Gebetserhörung. Wie oft danken wir dafür, dass Gott unser Gebet erhört hat? Von Daniel kann man eine ganze Menge lernen, allein schon aus diesem Gebet, aber es ist nicht das Einzige. Es gibt mehrere tolle Gebete im Buch Daniel.
[9:04] Eines wollen wir noch kurz herausgreifen in Daniel Kapitel 6, Vers 11 und 12. Dort heißt es in Daniel 6, Vers 11 und 12: "Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt unterschrieben war..." Es geht um das Edikt, das in den Versen vorbeschrieben wird, wo die Obersten dem König Darius vorschlagen, er solle ein Gesetz erlassen, dass man zu keinem Gott beten darf für 30 Tage, außer dass man etwas vom König erbittet.
[9:32] Daniel hat erfahren, dass es staatswegen aus gesetzlich verboten ist, zu Gott zu beten, aber das hält ihn nicht ab. Es heißt hier: "Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt unterschrieben war, ging er hinauf in sein Haus, wo er in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hatte. Und er fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete und dankte vor seinem Gott, ganz wie es zuvor immer getan hatte." Daniel war kein Rebell. Daniel wollte nicht provozieren, aber Daniel wollte auch nicht den Eindruck hinterlassen, indem er jetzt vielleicht sich hätte heimlich getroffen und da niemand das gesehen hat. Dann hätte er den Eindruck erweckt, dass er mit diesem Gesetz übereinstimmt. Er hätte den Eindruck erweckt, dass es okay ist, für 30 Tage nicht zu Gott zu beten. Und er wollte deutlich machen: Das ist nicht okay. So etwas kann man nicht verbieten. Er betet sichtbar weiter. Niemand. Wieder Eltern, noch Verwandte, noch unsere Peers, die mit Gruppendruck versuchen, vielleicht in der Schule, im Studium, wo auch immer, auf uns einzuwirken. Nicht einmal der Staat. Niemand kann uns verbieten, zu Gott zu beten.
[10:46] Vers 12: "Da stürmten jene Männer herein und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott." Gott hat es nicht aufgehalten, dass diese Männer ihn dann gefangen genommen haben, dass er in die Löwengrube geworfen worden ist. Wer betet, kann Widerstand erfahren. Wer betet, kann in große Not geraten. Aber wer betet, weiß, dass Gott seinen Engel senden wird, notfalls in das Feuer und in die Löwengrube.
[11:17] Und noch etwas fällt auf, wenn wir hier in Vers 11 noch einmal lesen. Das heißt: "Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt unterschrieben war, ging er hinauf in sein Haus, wo er in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hin nach Jerusalem hin hatte. Und er fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete, dankte vor seinem Gott, ganz wie es zuvor immer getan hat." Er dankt und bittet und kniet dabei.
[11:44] Nun lehrt die Bibel nicht, dass Gebete nur dann gültig sind, wenn sie im Knien vorgetragen worden sind. Es gibt manchmal Situationen, in denen kann man gar nicht anders, man muss schnell beten. Wer Auto fährt auf der Autobahn und ein schnelles Stoßgebet beten muss, der kann nicht hinknien. Es gibt Menschen, die haben äh körperliche Gebrechen, sie können nicht knien. Und doch sagt uns die Bibel immer wieder, dass, wenn es uns möglich ist, dass die bevorzugte Gebetshaltung der Frauen und Männer Gottes in der Bibel das Knien gewesen ist. Jesus selbst hat uns das vorgemacht in Lukas Kapitel 22.
[12:26] Das lesen wir in Vers 41. "Und er riss sich von ihnen los." Wir sind hier im Kontext in Gethsemane. "Und er riss sich von ihnen los, ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder, betete." Jesus hat in Gethsemane im Knien gebetet.
[12:48] Schauen wir in die Apostelgeschichte. Dort haben wir ein paar Beispiele. Apostelgeschichte 7 und dort Vers 60. Stephanus, der jetzt gesteinigt wird. Das heißt in Vers 60: "Und er kniete nieder, während er gesteinigt wird, zu seinem letzten Gebet, das er in diesem Leben gebetet hat." "Er kniete nieder und rief mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an. Nachdem er das gesagt hatte, entschlief er."
[13:11] Apostelgeschichte 9 und dort Vers 40. Petrus ist in äh in Joppe. Tabita ist tot. Er wird gerufen, um für sie noch etwas zu tun. Und es heißt hier in Vers 40: "Da ließ Petrus alle hinausgehen, kniete nieder und betete." Als Petrus für die Auferweckung der Tabita gebetet hat, hat er gekniet.
[13:44] Apostelgeschichte 20 und dort Vers 36. Paulus hat auf der Durchreise hier in äh Mil stopp gemacht. Die Ältesten von Ephesus kommen lassen, ihnen eindringlich äh vor den falschen äh von den räuberischen Wölfen, die von innen heraus die Gemeinde zerreißen werden. Er hat sie daran erinnert, was er ihnen alles beigebracht hat und sie ja geradezu eingeschworen darauf, bei Jesus und im Evangelium zu bleiben. Und dann lesen wir in Vers 36: "Und nachdem er dies gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen allen."
[14:19] Ganz ehrlich, ich glaube, dass wir manchmal sowohl privat als auch in Gottesdiensten ein bisschen mehr knien können. Nicht, dass das Knien eine eine Sache an sich wäre, wodurch ein Gebet automatisch erhört wird. Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Aber ich glaube, dass es etwas verloren gegangen ist und dass es eigentlich eine gute Einstellung ist, im Gebet auch wieder zu knien.
[14:55] Vielleicht weißt du es nicht, lieber Freund, liebe Freundin, aber vor jedem Video, das wir hier drehen bei Joelmedia, knien wir nieder und beten um Gottes Segen. Und ich glaube, es wäre eine Sache, die uns in unserem Leben, in unseren Gemeinden helfen würde, wenn wir vielleicht auch, wo es möglich ist, auch wieder mehr dazu kommen, uns bei Gebeten immer wieder auch hinzuknien.
[15:26] Jemand, von dem wir zwar kein wörtliches Gebet überliefert haben, wie bei Daniel, aber der offensichtlich viel gebetet haben muss. Das war Henoch in 1. Mose 5 und dort ab Vers 22 haben wir diese wenigen Sätze, die wir über ihn hier in 1. Mose überhaupt erfahren, aber es sind bedeutende Sätze, kraftvolle Sätze. Das heißt, Vers 21: "Und Henoch lebte 65 Jahre, da zeugte er Metusalah. Und Henoch wandelte mit Gott 300 Jahre lang, nachdem er Metusalah gezeugt hatte, und zeugte Söhne und Töchter. Und die ganze Lebenszeit Henochs betrug 365 Jahre. Und Henoch wandelte mit Gott, und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn hinweggenommen."
[16:08] Mit Gott zu wandeln bedeutet auch offensichtlich, mit ihm eine Verbindung zu haben, mit ihm Seite an Seite zu gehen. Das heißt, beim Propheten Amos, in Amos Kapitel 3, da gibt es diese pointierte Frage: "Gehen noch zwei miteinander, ohne dass sie übereingekommen sind?" Wenn Henoch und Gott 300 Jahre lang zusammengegangen sind, dann müssen sie das gleiche Ziel gehabt haben. Sie müssen miteinander gesprochen haben. Sie müssen sich miteinander verbunden haben.
[16:49] Henoch wandelte mit Gott nicht für ein paar Stunden, ein paar Tage, für 300 Jahre. Manchmal wird so gesagt: "Ja, wir sollten jetzt eng mit Gott leben, weil die Zeit ist reif und Jesus kommt bald wieder und die Zeit ist knapp und wir haben nicht mehr viel Zeit. Wir sollten jetzt endlich mit Gott ganz ernst machen." Und obwohl da ein Punkt ist in dieser Sache, sollten wir doch nicht deswegen mit Gott leben, einfach nur, weil die Zeit ausläuft. Henoch lebte 300 Jahre, und es waren noch viele mehr Jahrhunderte bis zur Sintflut, geschweige bis zur Wiederkunft. Er wandelte 300 Jahre lang mit Gott, nicht, weil es so dringend war im Sinne, dass jetzt das Weltende bevorstand, sondern weil es sich lohnt, mit Gott zu wandeln. Egal, ob das Weltende bevorsteht und noch Jahrtausende ins Land gehen werden, wie im Fall von Henoch.
[17:38] Und diese enge, ständige Verbindung, die weitaus mehr gewesen sein muss als nur ein Morgen- und ein Abendgebet, die hat Henoch auf den Himmel vorbereitet, so dass Gott ihn in den Himmel nehmen konnte. Und damit wird er zu einem Vorbild für uns alle, die wir auch hoffen, verwandelt zu werden. Vielleicht in unserer Lebenszeit noch Jesus zu sehen. Das hoffe ich so sehr, dass Jesus bald wieder kommt. Also er kommt bald wieder, dass wir in unserer Lebenszeit noch sehen und nicht sterben, sondern verwandelt werden, wie es in 1. Thessalonicher Kapitel 4 heißt in Vers 16 und 17 und ab Vers 15: "Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrig bleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen. Denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken zur Begegnung mit dem Herrn in die Luft. Und so werden wir bei dem Herrn sein alle Zeit."
[18:47] Wir wollen verwandelt werden in einem Augenblick, wie es 1. Korinther 15, Vers 51 und 52 beschreibt. Hier noch zeigt uns, dass das Gebetsleben, das Leben mit Gott, das Wandeln im Alltag mit Gott nicht ab und zu mal, sondern beständig uns genau darauf vorbereitet.
[19:06] Noch eine Person, deren Gebete ganz außergewöhnlich gewesen oder ganz besonders gewesen sind, dass man viel davon lernen kann. So eine Person ist Mose gewesen. In 2. Mose 33 finden wir ein bemerkenswertes Gespräch zwischen Mose und Gott. 2. Mose 33 und wir lesen ab Vers 15. Dort heißt es, wie Mose – und wir sind hier im Kontext bei der Geschichte vom goldenen Kalb. Das Volk hat bereut. Aber die Frage ist: Wird Gott mit ihnen mitgehen? Gott hatte vorgeschlagen am Anfang von Kapitel 33, dass er einen Engel sendet, der sie nach Kanaan bringen wird, aber dass er selbst nicht mitgehen wird. Und Mose und das Volk tragen Trauer, denn sie wünschen sich, dass Gott mit ihnen geht.
[19:47] Es heißt hier in Vers 15 und 16: "Er, also Mose, sprach zu ihm: Wenn du nicht selbst mitgehst, so führe uns nicht von hier hinauf." Mose sagt: Wir wollen nicht einfach das gelobte Land sehen, wir wollen mit dir hinein. Wir wollen nicht einfach nur geführt werden, wir wollen von dir geführt werden. Wir wollen nicht einfach nur Manna essen, wir wollen es mit dir erleben. So wie Henoch mit Gott wandelte, möchte Mose nicht einfach nur Segnungen haben und Gebetserhörung erleben. Er möchte mit Gott gehen.
[20:19] Ich frage dich: Bist du damit zufrieden, wenn du einfach das ewige Leben erreichst und in diesem Leben schöne Gebetserfahrungen erlebst? Oder möchtest du, dass du das alles auch mit Jesus, mit seiner Gegenwart erlebst? Wenn Gott uns anbieten würde, dass er uns ins gelobte Land bringt und uns bewahrt auf dem Weg, aber nicht selbst mit uns geht, würde uns das reichen?
[20:43] Mose sagt: "Nein." Mose betet um die Gegenwart Gottes, nicht nur um ein Gebetsanliegen im Sinne von, dass man jetzt ein Ziel erreicht oder vor einer Krankheit bewahrt wird oder dies und jenes bekommt. Er bittet um die Gegenwart Gottes. Wie oft beten wir eindringlich wie Mose um die Gegenwart Gottes in unserem Leben?
[21:06] Mose sagt weiter, Vers 16: "Denn woran soll denn erkannt werden, dass ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, ich und dein Volk, als daran, dass du mit uns gehst, sodass ich und dein Volk ausgezeichnet werden vor jedem Volk, das auf dem Erdboden ist." Mose sagt: Die Gnade, die du uns erweist, die wird daran sichtbar, dass du in unserem Leben gegenwärtig bist.
[21:28] Ohne Gegenwart Gottes möchte ich nirgendwo hingehen. Beten wir auch so, dass wir die Gegenwart Gottes so dringend haben möchten?
[21:33] Vers 17: Gott antwortet: "Und der Herr sprach zu Mose: Auch dies, was du jetzt gesagt hast, will ich tun, denn du hast Gnade gefunden vor meinen Augen und ich kenne dich mit Namen." Gott sagt, dass er Mose persönlich kennt. Das bedeutet nicht, dass äh Gott andere Menschen nicht kennt. Das heißt in Matthäus 7, Vers 21 bis 23, über Menschen, die glaubten, mit Jesus eine besondere Beziehung zu haben, dass Jesus ihnen sagen wird: "Er kennt sie nicht." Matthäus 7, Vers ab Vers 21: "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt. Weicht von mir, ihr Gesetzlosen." Natürlich hat Jesus gewusst, dass es diese Personen gibt. Er kannte ihren Namen im Sinne von einer intellektuellen Kenntnis.
[22:32] Aber mit "kennen" ist weder hier noch in 2. Mose 33 einfach gemeint, dass man wusste, dass jemand existiert. Gemeint ist, was steht in äh Mose 4, Vers 1: "Und Adam erkannte seine Frau und sie wurde schwanger." Eine enge, tiefe Beziehung. Jesus sagt vielen vorgeblichen Christen am Ende der Zeit: "Ich kenne euch gar nicht." Wir haben nie wirklich eine echte Verbindung gehabt. Ihr habt einfach nur eure Show abgezogen und das Ganze dann immer mit mit Christus untertitelt. Wir kennen uns nicht.
[23:04] Aber dem Mose sagt Jesus, dass er ihn kennt. Kann Jesus über dich und mich sagen, dass er uns kennt, dass wir eine Freundschaft haben? Wenn man Jesus fragen würde: "Kennst du den Christopher?" Kennst du, kannst du deinen Namen einsetzen? Würde Jesus sagen: "Ja, ich kenne ihn mit Namen. Wir haben eine enge Freundschaft, wir reden viel, wir tauschen uns aus."
[23:41] Vers 18: Mose betet weiter. Er beantwortete: "So lass mich doch deine Herrlichkeit sehen." Das ist nicht einfach eine Gedanke, der plötzlich kommt, sondern hat mit dem Vorhergehenden zu tun. Sein Argument scheint zu sein: Ich möchte wirklich wissen, dass du mit uns gehst. Ich möchte das sehen. Deswegen zeig mir deine Herrlichkeit, damit ich weiß, dass du unter uns bist, dass deine Gegenwart da ist. So groß ist der Wunsch von Mose, mit Gott zu sein, dass er sogar sagt: Bitte, dann zeig mir deine Herrlichkeit, dass ich es weiß.
[24:09] Gott antwortet in Vers 19: "Und der Herr sprach: Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen und will den Namen des Herrn vor dir ausrufen. Und wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig. Und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich." Gott erklärt seine Herrlichkeit. Sie besteht in seinem Charakter, in seinem Wesen, in seiner Bereitschaft zu vergeben, in der Tatsache, dass, wenn er vergibt, er wirklich vergeben hat. Jesus zeigt uns den Charakter Gottes. "Wir sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."
[24:44] Aber das tatsächliche Angesicht Gottes kann ein sündiger Mensch nicht sehen. Vers 20: "Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. Doch sprach der Herr: Sie, es ist ein Ort bei mir, da sollst du auf dem Felsen stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, so stelle ich dich in die Felsenkluft und will dich mit meiner Hand so lange bedecken, bis ich vorübergegangen bin. Wenn ich dann meine Hand zurückziehe, so darfst du hinter mir her sehen, aber mein Angesicht soll nicht gesehen werden."
[25:09] Wir werden einmal in der Ewigkeit Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Das steht in Offenbarung 22, Vers 3 und 4. Aber in dieser Welt, in diesem sündigen Zustand können wir Gott nicht von Angesicht zu Angesicht sehen. Aber er sagt: "Pass auf, ich lass dich so nahe heran an mich, wie es nur möglich ist, ohne dass du Schaden nimmst."
[25:28] Gott hält uns nicht auf Distanz. Gott bringt uns, die wir so so die wir die wir so tief gefallen sind, er bringt uns so nahe an sich heran, wie es nur irgendwie geht, ohne dass wir durch seine Herrlichkeit gleich verzehrt werden. Gott wünscht sich Nähe.
[25:52] Und dann offenbart er tatsächlich Mose seinen Charakter noch einmal in 2. Mose 34. Mose kommt auf den Berg und es heißt in Vers 5: "Da kam der Herr in einer Wolke herab und trat dort zu ihm und rief den Namen des Herrn." Er hat seinen Charakter erklärt. "Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue, der tausend Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft ist."
[26:19] Wenn Gott vergibt, dann nicht, weil er nicht mehr straft, sondern weil er die Strafe auf sich selbst genommen hat am Kreuz von Golgatha in der Person von Jesus Christus. Sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied.
[26:38] Gott offenbart auf dem Berg seinen Charakter. Mose kommt ihm so nahe, wie es nur möglich ist. Und als er dann zurückkommt, in Vers 29 lesen wir: "Als nun Mose vom Berg Sinai herabstieg und die beiden Tafeln des Zeugnisses waren in der Hand Moses, als er vom Berg hinabstieg. Da wusste Mose nicht, dass die Haut seines Angesichts strahlte, weil er mit ihm geredet hatte." Die Herrlichkeit hat abgestrahlt auf Mose, weil er mit Gott geredet hatte im Gebet um die Nähe Gottes hat die Herrlichkeit auf Mose abgestrahlt.
[27:15] Wir sind aufgerufen, in dieser Welt ein Licht zu sein. Jesus sagt: "Ihr seid das Licht der Welt." Jesaja 60 sagt uns, wie wir das Licht der Welt sein können. Jesaja 60 und dort Vers 1: "Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir." Wir können leuchten, geistlich gesprochen, so wie Mose buchstäblich geleuchtet hat. Warum? Wenn wir mit Gott so nah, wenn wir Gott so nahe wie möglich kommen, wenn wir seinen Charakter studieren, wenn wir mit ihm reden als Freunde, dann wird sein Charakter, so wie bei Mose, von uns leuchten und dass wir die ganze Erde erleuchten.
[27:58] In Offenbarung 18 und dort Vers 1 lesen wir Offenbarung 18, Vers 1: "Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen. Der hatte große Vollmacht und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit." Der laute Ruf, der dann in Vers 4 kommt: "Kommt aus ihr heraus, mein Volk!" ist nur möglich, wenn wir in einer engen Gebetsgemeinschaft mit Gott, so wie Mose sie in 2. Mose 32 bis 34 erlebt hat, die Herrlichkeit Gottes selbst besser verstehen, ihm so nahe kommen wie nur möglich, dann werden wir diese Herrlichkeit weitergeben können, so wie Mose geleuchtet hat.
[28:36] Mose, das lernen wir, hat für andere gebetet. Er hat für Aaron gebetet, als der versagt hatte. Er hat in 4. Mose 12, Vers 13 für seine Schwester Mirjam gebetet, obwohl die eifersüchtig auf ihn gewesen war, obwohl die ihn herausgefordert hatte, obwohl die quasi sogar gegen Gott rebelliert hatte und zu allem Überfluss auch noch gegen Moses eigene Ehefrau intrigiert hatte. Er hat für sie gebetet.
[29:08] Beten wir für unsere Geschwister, auch wenn sie eifersüchtig auf uns sind, wenn sie unsere Position begehren, gegen uns rebellieren, vielleicht sogar unsere eigenen Familienmitglieder schlecht behandeln. Beten wir für unsere Geschwister.
[29:27] Wir enden mit 2. Mose 32 und dort Vers 31 und 32. Mose betet für das Volk Israel. "Als nun Mose wieder zum Herrn kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde begangen, dass sie sich goldene Götter gemacht haben. Und nun vergib ihnen doch ihre Sünde. Wenn aber nicht, so tilge mich aus deinem Buch, das du geschrieben hast." Mose betet nicht nur für Familienmitglieder, die ihm schwer zugesetzt haben. Er betet für das rebellische Volk, das schwere Sünde auf sich geladen hat und ist bereit, sein Leben für sie zu geben. Beten wir für unsere Gemeinden. Beten wir für unsere Gemeinden, wenn sie in Rebellion sich befinden? Beten wir für unsere Gemeinden, wenn dort Sünde sich ausgebreitet hat? Sind wir bereit? Wären wir bereit, unser Leben für diese Geschwister zu geben?
[30:30] Wir können viel lernen von Mose. Aber in all dem weist uns Mose eigentlich auf den einen hin, der nicht nur sein Leben angeboten hat. Mose konnte ja nicht wirklich sein Leben geben, Gott hat ihm das deutlich gemacht. Aber er weist uns auf den hin, der sein Leben nicht nur angeboten hat, sondern der sein Leben tatsächlich geben konnte, um uns dadurch wirklich zu retten von aller Rebellion und von allem Tanz um das goldene Kalb.
[31:00] Jesus hat für uns gebetet. Jesus hat für uns sein Leben hingegeben und Jesus sehnt sich nach Gemeinschaft mit dir und mir. Wollen wir uns vornehmen, zu ihm zu beten, mit ihm Gemeinschaft zu haben? Dann wollen wir heute mal, weil wir es gerade davon gehabt haben, es gerade äh hier angesprochen haben, vielleicht das tatsächlich auch dadurch zum Ausdruck bringen, dass wir zum Abschluss niederknien.
[31:34] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für die vielen interessanten Einsichten in deinem Wort. Und Herr, wenn wir die Gebete von Daniel und von Mose anschauen, dann haben wir vielleicht den Eindruck, dass wir noch längst da nicht sind, wo sie geistlich gewesen sind. Aber du sagst uns in deinem Wort, dass auch Daniel und Mose und Elia und Henoch und Hiob, dass das alles normale Menschen waren, die auch einen gefallenen Körper gehabt haben, die auch Sünder gewesen sind, die auch mit Dingen zu kämpfen hatten, aber die gelernt haben, dir wirklich zu vertrauen und eine ganz tiefe Freundschaft zu dir hatten. Herr, das wünsche ich mir für mich und für jeden von uns, dass wir lernen, so zu beten wie Daniel gebetet hat, wie Henoch gebetet haben muss, wie Mose gebetet hat. Am allermeisten, dass wir beten, wie Jesus gebetet hat. Das bitten wir in seinem Namen. Amen.
[32:36] Nächste Woche gibt es mehr zum Thema Gebet, auch ganz praktisch dann, was das Gebet für uns bedeutet, wie es uns hilft, im Glauben zu wachsen. Bis dahin wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes und in der Freundschaft mit Jesus. Gott sei mit euch. Amen.
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