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Manuskript zur Sendung   >>>  CSH_Manuskript_2026 1st Nr 6   <<<

In dieser Folge der Christ Study Hour beleuchtet Christopher Kramp Philipper 3, Verse 1-16, unter dem Thema „Vertrauen auf Christus allein“. Er betont die Wichtigkeit der Wiederholung biblischer Wahrheiten für die Stärkung des Glaubens und warnt vor fleischlichen Vorzügen. Kramp erklärt die wahre Herzensbeschneidung durch Christus und ermutigt dazu, alle menschlichen Errungenschaften als „Dreck“ zu betrachten, um Christus zu gewinnen und auf das Ziel der Vollendung in ihm zuzujagen.


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Serie: CSH 2026 Q1: Die Briefe von Paulus an die Philipper & Kolosser

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Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort zur sechsten Folge unseres Bibelstudiums der beiden Briefe von Paulus an die Philipper und an die Kolosser.

[0:58] Heute wollen wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 7. Februar, und es geht heute um den ersten großen Teil von Philipper Kapitel 3, die Verse 1 bis 16. Sehr interessante Verse mit einer ganz besonderen geistlichen Botschaft für dich und für mich. Eine Botschaft, die wir alle ganz dringend benötigen. Das Thema ist Vertrauen auf Christus allein.

[1:31] Und ich denke, wir alle haben in unserem Leben schon erlebt, dass wir manchmal auch auf andere Dinge vertraut haben. Und diese Worte von Paulus hier in Philipper 3 wollen uns heute durch den Geist Gottes neu darauf ausrichten, unser Vertrauen allein auf Jesus zu setzen.

[1:53] Bevor wir damit beginnen, diese Verse zu lesen, zu durchdenken, zu studieren, anhand auch von Parallelversen, möchte ich dich einladen, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir mit einem kurzen Gebet in dieses Studium hineingehen.

[2:05] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen. Möchten dir danke sagen, dass du zu unserem Herzen sprichst, dass dein Wort so klar und deutlich offenbart, wie du bist und wie wir durch deine Kraft sein können. Ich möchte danke sagen für den Philipperbrief, für all die wunderbaren Wahrheiten, die Tiefen der Schönheit deines Charakters, die wir daran entdecken können. Herr, wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist, dass dein Wort zu uns spricht, dass wir dir begegnen und dass wir gestärkt werden in unserem Vertrauen auf dich, Herr Jesus, dass wir uns ganz auf dich verlassen, mit dir leben und dir in allem die Ehre geben, Herr. Das bitten wir in deinem Namen. Amen.

[2:53] Philipper Kapitel 3 und dort Vers 1. Paulus schreibt im Übrigen: "Meine Brüder, freut euch in dem Herrn. Euch dasselbe oder wie in der Schlachter ergänzt wird, euch immer wieder dasselbe zu schreiben ist mir nicht lästig. Euch aber macht es gewiss."

[3:14] Paulus hat ein Hauptmotiv im Philipperbrief, und das ist die Freude. Wir haben schon in Kapitel 1 Vers 4 gelesen, wie er gesagt hat: "Indem ich allezeit in jedem meiner Gebete für euch alle mit Freuden Fürbitte tue." Oder in Vers 18: "Was tut es? Jedenfalls wird auf alle Weise, sei es zum Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich. Ja, ich werde mich auch weiterhin freuen." Vers 25: "Und weil ich davon überzeugt bin, so weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allein sein werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben." Kapitel 2, Vers 2: "So macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid und gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht seid." Kapitel 2, Vers 17: "Wenn ich aber auch wie ein Trankopfer ausgegossen werden sollte über dem Opfer und dem priesterlichen Dienst eures Glaubens, so bin ich doch froh und freue mich mit euch allen." Vers 18: "Gleicherweise sollt auch ihr froh sein und euch mit mir freuen." Vers 29: "So nehmt ihn nun auf im Herrn mit aller Freude und haltet solche in Ehren." Gegen Ende des Briefes wird er schreiben in Philipper 4 Vers 4: "Freut euch im Herrn allezeit, abermals sage ich, freut euch."

[4:40] Das große Hauptmotiv und eines der großen Hauptmotive des Philipperbriefes ist es, sich zu freuen, trotz der Schwierigkeiten, trotz der Anfechtung, trotz der Verfolgung. Er sagt: "Freut euch in dem Herrn."

[4:56] Und dann sagt er, dass er weiß, dass er sich wiederholt. Paulus hätte ja viele andere interessante theologische Einsichten schreiben können, aber in seinen Briefen wiederholt er sich immer wieder. Wenn man auch die Briefe miteinander vergleicht, stellt man fest, dass er oft ganz ähnliche Dinge schreibt. Der Galaterbrief erscheint in vielen Punkten oft wie eine Zusammenfassung des Römerbriefes.

[5:19] Warum schreibt Paulus immer wieder dieselben Dinge? Er weiß, dass die Wiederholung der bekannten Wahrheit zur Stärkung und zur Festigung im Glauben führt. Wir denken oft, dass Stärkung im Glauben dadurch kommt, dass wir immer neues Licht entdecken und neue Wahrheiten entdecken. Aber Paulus wusste: Gestärkt werden wir im Glauben, wenn wir über das, was wir schon wissen, nachdenken.

[5:49] In 1. Korinther 15 und dort Vers 1 und 2, da schreibt er Folgendes an die Korinther: "Ich erinnere euch aber, ihr Brüder, an das Evangelium, dass ich euch verkündigt habe, dass ihr auch angenommen habt, indem ihr auch feststeht." Er schreibt die Dinge also nicht, weil sie ständig vergessen werden, sondern er schreibt die Wahrheiten des Evangeliums immer wieder an Menschen, die diese Wahrheiten angenommen haben und verstehen und darin gegründet sind. Warum?

[6:18] "Durch dass ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, dass ich euch verkündigt habe. Es sei denn, dass ihr vergeblich geglaubt hättet." Paulus weiß, wenn man momentan im Evangelium festgegründet ist, ist das keine Garantie dafür, dass man auch noch in zwei Jahren fest im Evangelium gegründet ist. Deswegen muss man sich immer wieder mit der Wahrheit beschäftigen, um dabei zu bleiben.

[6:49] Nicht nur Paulus spricht von der Wiederholung der bekannten Wahrheiten. Auch andere Apostel haben diese Wichtigkeit deutlich erkannt. 2. Petrus Kapitel 1 und dort Vers 13: "Ich halte es aber für richtig, solange ich in diesem Leibeszelt bin, euch aufzuwecken, indem ich euch erinnere." Petrus wusste, echte Erweckung kommt nicht dadurch, dass man ständig neue Dinge hört, von denen man noch nie etwas gehört hat. Echte Erweckung kommt dadurch, dass man sich an die Dinge erinnert, die man eigentlich ja schon weiß, aber irgendwie oft aus den Augen verliert oder nicht so richtig vor Augen hat.

[7:27] So finden wir auch im vorletzten Buch der Bibel, in Judas, in Vers 5, diesen Gedanken: "Ich will euch aber daran erinnern, obgleich ihr dies ja schon wisst." Und dann kommt eine Wahrheit aus dem Alten Testament, nämlich dass der Herr, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten errettet hatte, das zweite Mal diejenigen vertilgte, die nicht glaubten.

[7:51] Interessanterweise finden wir in der Bibel eine ganze Reihe von Wiederholungen. Matthäus, Markus und Lukas wiederholen – also Markus und Lukas wiederholen eine ganze Menge von dem, was auch schon in Matthäus steht. In den Chroniken wird vieles von dem wiederholt, was in den Königen steht und so könnten wir auch in Samuel. Und das Buch Fünfte Mose, ein ganz besonderes Beispiel, enthält im Wesentlichen vor allem in weiten Teilen Wiederholungen. Aber gerade deswegen ist dieses Buch so besonders wertvoll, wie uns Jesus zeigt, der in allen drei Versuchungen mit diesem Buch den Satan besiegt hat.

[8:27] Warum ist die Wiederholung so entscheidend? 2. Korinther Kapitel 3 und dort Vers 18: "Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht" – das meint im Kontext, dass wir beim Lesen des Alten Testamentes Christus im Zentrum haben und sozusagen Christus in allen Seiten des Alten Testamentes erkennen – "Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn."

[9:18] Manchmal habe ich dieses Bild verwendet, um das zu illustrieren. Stell dir vor, ich rufe dich an einem gegebenen Tag, einem Sonntag zum Beispiel, um 9 Uhr morgens an und frage dich: "Glaubst du, dass Jesus dein Erlöser ist und für dich am Kreuz gestorben ist?" Dann würdest du wahrscheinlich sagen: "Ja, das glaube ich." Und nehmen wir an, rein hypothetisch, du würdest dann 12 Stunden lang einfach nur Schrott im Fernsehen schauen, Schrott im Internet schauen, dich mit nichtigen Dingen beschäftigen, und 12 Stunden später um 21 Uhr rufe ich dich wieder an und frage dich: "Glaubst du, dass Jesus dein Erlöser ist, der am Kreuz von Golgatha für dich gestorben ist?" Du würdest wahrscheinlich dann immer noch ja sagen, aber das Wissen, dass das richtig ist, hätte dein Leben nicht verändert an diesem Tag.

[10:11] Die Wahrheit verändert uns nur, wenn sie unsere Aufmerksamkeit hat. Möchte es noch mal sagen: Wahrheit verändert uns nur, wenn sie unsere Aufmerksamkeit hat. Nur wenn wir über die Wahrheit nachdenken, wenn sie unsere Aufmerksamkeit hat, dann kann der Geist Gottes diese Wahrheiten in unserem Herzen verankern und sie hineinschreiben.

[10:37] Paulus wusste das. Deswegen sagt er: "Euch immer wieder dasselbe zu schreiben ist mir nicht lästig. Es macht mir nichts aus. Ich weiß aber, dass ihr dadurch fest werdet, dass ihr dadurch gewiss werdet, dass ihr im Glauben gestärkt werdet."

[10:53] Die erste und wichtigste oder eine der wichtigsten Lektionen in dieser Woche, diesem Thema, die wir heute jetzt hier schon mitnehmen wollen, ist diese, dass wir uns mit den bekannten Wahrheiten beschäftigen wollen, dass wir uns die Dinge, die wir wissen, die wir theoretisch als wahr anerkannt haben, dass wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, dass wir drüber nachdenken. Wir werden dann übrigens merken, dass wir viele Dinge doch gar nicht richtig verstanden haben, dass es dort Tiefen gibt, die wir gar nicht ergründet haben. Wir müssen aber nicht immer nach neuen Erkenntnissen suchen. Wenn wir uns mit dem Bekannten beschäftigen, werden wir eine Frische und eine Tiefe und eine Schönheit sehen, die wir vorher nicht gesehen haben. Wir werden im Glauben gestärkt, wenn wir das, was wir theoretisch glauben, auch wirklich mit Interesse durchdenken und in unserem Leben integrieren, wenn wir es wirklich tatsächlich auch ausleben, eben glauben, wenn wir uns immer wieder und immer wieder und immer wieder mit den Dingen beschäftigen, die Gott uns in seinem Wort gibt.

[11:52] Wollen wir uns das vornehmen? Wieder bewusst uns Zeit zu nehmen, über Dinge nachzudenken, die wir wissen, aber die wir vielleicht oft gar nicht wirklich gedanklich vor Augen haben.

[12:05] Wir lesen weiter in Vers 2. Paulus warnt jetzt die Gläubigen in der Gemeinde. Er sagt: "Habt Acht auf die Hunde, habt Acht auf die bösen Arbeiter, habt Acht auf die Zerschneidung." Eine sehr drastische Warnung.

[12:24] "Hunde" ist hier natürlich metaphorisch gemeint, in demselben Sinne wie auch in Offenbarung Kapitel 22, wo es heißt ganz am Ende in Vers 15: "Draußen aber sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut." Ein Bild für Ungläubige, die verloren gehen werden.

[12:51] "Böse Arbeiter" – damit sind Menschen gemeint, die auch umherziehen und, wie sie vorgeben, das Wort Gottes predigen. Wir wissen aus den anderen Briefen, vor allem zum Beispiel aus dem Galaterbrief, dass es solche Menschen gab, die die neubekehrten Christen wieder vom Christentum abziehen wollten.

[13:10] Galater Kapitel 6 Vers 12 und 13 gibt hier uns interessante Hinweise: "Alle, die im Fleisch wohl angesehen sein wollen, nötigen euch, dass ihr euch beschneiden lasst, nur damit sie nicht um des Kreuzes des Christus willen verfolgt werden. Denn nicht einmal sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz, sondern sie verlangen, dass sie euch beschneiden lasst, damit sie sich eures Fleisches rühmen können." Da sind Männer und ja, da sind Menschen unterwegs, die offensichtlich das Christentum als eine Art Sonderlehre des Judentums ansehen und versuchen, die neubekehrten Christen jetzt von diesen Sonderlehren, von dem Kreuz von Christus abzubringen und sie wieder zu den Mainstream-Richtungen des Judentums zurückzubringen, zu den Pharisäern oder vielleicht auch den Sadduzäern.

[14:02] Und da haben wir auch noch ein Beispiel in Galater Kapitel 5 Vers 1 bis 3: "So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen. Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts nützen." Und da sehen wir also, dass Menschen dort unterwegs waren, die den Christen gesagt haben, sie müssten eigentlich sich beschneiden lassen, wenn sie wirklich vor Gott angenehm sein sollen, aber gleichzeitig gelehrt haben, dass Christus und das Kreuz unwichtig seien. Ja, Menschen, die die Verfolgung wegen des Kreuzes ähm ja, also die sich vom Kreuz distanziert haben, um nicht verfolgt zu werden und ähm entsprechend dann neubekehrte Christen so gelehrt haben. Paulus nennt sie die bösen Arbeiter.

[14:51] Er spricht von der "Zerschneidung". Und das können wir besser verstehen, wenn wir jetzt Vers 3 lesen. Er sagt dort: "Denn wir" – gemeint sind also die Christen – "denn wir sind die Beschneidung, die wir Gott im Geist dienen und uns in Christus rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen."

[15:11] Wir haben gerade gesehen, diese Irrlehrer, die haben weltlich gedacht, die haben auf Fleisch vertraut, auf menschliche Vorzüge, und wir werden das gleich noch auch hier in Philipper 3 sehen. Paulus macht ein ganz interessantes Argument. Die Irrlehrer hatten offensichtlich behauptet, die Beschneidung, die fleischliche Beschneidung, sei die Beschneidung am Fleisch, die körperliche Beschneidung sei heilsnotwendig. Und Paulus zeigt jetzt eine komplett andere Perspektive. Er sagt, die Bekehrung zu Christus, das ist die wahre Beschneidung, das ist die Herzensbeschneidung, während die fleischliche Beschneidung, die diese Irrlehrer predigen, weil sie nämlich mit dem ausdrücklichen Ziel auch verbunden ist, sich von Christus zu distanzieren, ist eigentlich gar keine Beschneidung mehr im biblischen Sinne, sondern eine Zerschneidung.

[16:04] Schon im Alten Testament wird deutlich, dass die Beschneidung am Fleisch eine Metapher auch war für die Beschneidung des Herzens. Das sieht man ganz deutlich, wenn man die Geschichte in 1. Mose 17 anschaut, wo die Beschneidung von Gott erstmals befohlen wird, als Gott mit Abraham den Bund neu aufrichtet oder ihn aufrichtet, ihn bestätigt, nachdem Abraham den Bund aus 1. Mose 15 durch seine Sünde mit der Hagar und den ganzen Dingen, die dadurch entstanden sind, ähm ja, das Ganze in eine Richtung gegangen war, die Gott so nicht geplant hatte.

[16:41] Er sagt dort in Vers 1: "Als nun Abraham, als Abraham 99 Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Wandle vor mir und sei untadelig." Das Ziel war, dass Abraham in seinem Charakter, in seiner Glaubenserfahrung, eine Neuausrichtung erfährt, dass er tatsächlich auch untadelig ist. Es heißt in Vers 2: "Und ich will meinen Bund schließen zwischen mir und dir und will dich über alle Maßen mehren." Gott sagt zu ihm in Vers 4: "Siehe, ich bin der, welcher im Bund mit dir steht, und du sollst ein Vater vieler Völker werden." Gott sagte ihm, ich habe einen Bund mit dir, aber ich möchte den Bund mit dir erneuern. Das wird sogar dadurch deutlich, dass ihm ein neuer Name gegeben wird: Aus Abram wird Abraham.

[17:26] Und dann heißt es in Vers 7: "Und ich will meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinem Samen nach dir von Geschlecht zu Geschlecht als einen ewigen Bund, dein Gott zu sein und der deines Samens nach dir." Und dann kommt die Beschneidung, die ab Vers 10 erklärt und dann auch durchgeführt wird.

[17:44] Und interessanterweise kommt dann als Nächstes noch im gleichen Kontext, in diesem gleichen Gespräch, das Gott mit Abraham führt, Folgendes in Vers 15: "Und Gott sprach weiter zu Abraham: Du sollst deine Frau Sarai nicht mehr Sarai nennen, sondern Sarah soll ihr Name sein, denn ich will sie segnen und will ihr auch von dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich will sie segnen, und sie soll zu Nationen werden, und Könige von Völkern sollen von ihr kommen." Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: "Sollte einem Hundertjährigen ein Kind geboren werden und Sarah, die 90-Jährige, sollte gebären?" Und Abraham sprach zu Gott.

[18:28] Und jetzt kommt eine interessante und wichtige und eigentlich die Schlüsselstelle. Abraham schlägt Gott einen eigenen Plan vor, nämlich den, den er selbst in eigener Kraft, eigenen Fleisch, sozusagen fleischlich geplant und durchgeführt hatte: "Ach, dass Ismael vor dir leben möchte." Er hatte 13 Jahre lang geglaubt, dass Gott damit in Ordnung ist, dass jetzt Ismael als Sohn der Hagar sein Erbe sein würde. Aber Gottes Reaktion ist sehr deutlich. Vers 19: "Da sprach Gott: Nein."

[19:02] Ich glaube, dieses Nein ist die eigentliche Beschneidung in diesem Kapitel. Die Beschneidung des Fleisches ist nur ein Symbol für dieses Nein. Abraham hat einen Bund mit Gott gemacht, aber dann in Kapitel 16 auf Vorschlag seiner Frau einen menschlichen Weg gegangen, der gegen Gottes Gesetz war und hatte geglaubt, dass das doch irgendwie mit Gottes Plan übereinstimmen könnte. Und Gott sagt zu ihm dann in Vers 1: "Wandle vor mir und sei untadelig." Auch wenn du 13 Jahre jetzt im Glauben gelebt hast, dass alles okay ist, möchte ich dir sagen, du brauchst eine Herzensveränderung. Dein Gedanke in deinem Herzen, dass Ismael die Erfüllung der Prophetie ist, dieser Gedanke muss weggeschnitten werden. Nein.

[19:49] Und dass das schmerzhaft ist, das kann sich wohl jeder Vater, jede Mutter vorstellen. Wir alle wissen, dass unsere Lebenspläne uns oft sehr wertvoll sind. Und Gott illustriert die Schmerzhaftigkeit dieses Wegschneidens unserer liebgewordenen Pläne und Ideen und Gedanken und Wünsche dadurch, dass Abraham an seinem Glied beschnitten werden soll, an dem intimsten Punkt seines Körpers, den der am meisten beschützt. Symbol dafür, dass unsere intimsten Wünsche und Gedanken, unsere Pläne, die wir für unser Leben haben, beschnitten werden müssen. Eine Herzensbeschneidung.

[20:42] 5. Mose 30 und dort Vers 6. Verspricht Gott, dass wenn wir uns zu ihm kehren von ganzem Herzen, seine Gebote halten wollen und wenn wir es uns zu Herzen nehmen, dass wir gesündigt haben, dann wird er uns sammeln von allen Enden der Erde, vom Ende des Himmels, heißt es hier. Und dann heißt es, dass er uns in das Land zurückbringen wird und uns Gutes tun wird, mehr als unsere Väter uns segnen wird. Vers 6: "Und der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, dass du den Herrn, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst."

[21:17] Die Herzensbeschneidung ist schon im Alten Testament das eigentliche Ziel. Paulus nimmt diesen Gedanken auf in Römer Kapitel 2 und sagt jetzt Folgendes. Vers 28: "Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist. Auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht, sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist und seine Beschneidung geschieht am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott." Das ist die wahre Beschneidung. Deswegen sagt Paulus: "Ihr, die in eurem Herzen echte Herzensbeschneidung erlebt habt, die ihr echte Bekehrung erlebt habt, die ihr jetzt bereit seid, eure Pläne Gott zu übergeben."

[22:04] Und das ist die Frage, die sich mir und dir stellt: Sind wir bereit, in unserem Leben unsere Pläne, unsere Gedanken Gott zu übergeben und ihn wirken lassen? Das ist Herzensbeschneidung, und das muss ich jeden Tag neu für mich entscheiden. Das musst du jeden Tag neu für dich entscheiden, dass wir diese Herzensbeschneidung haben möchten, dass wir darin leben möchten, dass wir bei ihr bleiben möchten.

[22:33] Kolosser Kapitel 2 und dort Vers 11 und 12. Dort lesen wir: "In ihm" – das heißt in Christus – "seid ihr auch beschnitten mit einer Beschneidung, die nicht von Menschenhand geschehen ist, durch das Ablegen des fleischlichen Leibes der Sünde in der Beschneidung des Christus, da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe. In ihm seid ihr auch mit auferweckt worden durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat."

[23:02] Paulus sagt, die wahre Beschneidung ist die Beschneidung, die Christus durchführt durch das Ablegen des fleischlichen Leibes der Sünde. Nun, Paulus wusste, das bedeutet nicht, dass wir sündloses Fleisch bekommen. Es bedeutet nicht, dass das Fleischliche in unserem Körper plötzlich nicht mehr existent ist. Er sagt ja in Galater 2, Vers 20: "Ich bin mit Christus gekreuzigt, und nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Und was ich noch im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes." Gemeint ist damit, dass Paulus sagt, in der Bekehrung erfahre ich und glaube ich, dass nicht mehr ich, mein Fleisch, mein altes Ich das Leben bestimmt, sondern das ist tot. Ich halte mich sozusagen der Sünde für tot. Das ist die Idee, die in Römer 6 ganz deutlich ausgeführt wird, sondern ich glaube, dass am Kreuz Jesus meine Sünde getragen hat, und jetzt lebe ich im Glauben an ihn, und jetzt darf der Geist mein Leben regieren und nicht mehr das Fleisch.

[24:06] Das ist die wahre Beschneidung. Die Beschneidung, von der die bösen Arbeiter, von denen er spricht, nichts wissen.

[24:17] Die echte, die wahre Beschneidung des Herzens, im Geist Gott dienen. Das heißt hier in Vers 3: "Denn wir sind die Beschneidung, die wir Gott im Geist dienen und uns in Christus Jesus rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen." Jesus hatte gesagt, dass Gott Anbeter suchte, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

[24:38] Paulus sagt in Galater 6 und dort Vers 14 im Zusammenhang mit den Irrlehrern. Er sagt: "Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt."

[25:03] Und die Frage, die wir uns stellen wollen, ist: Erleben wir momentan in unserem Leben diese Herzensbeschneidung? Vertrauen wir allein auf Gott? Dienen wir ihm im Geist? Oder vertrauen wir auch auf unser eigenes Fleisch? Vertrauen wir auf unsere eigene Abstammung, unsere eigene Nationalität, unsere eigenen Errungenschaften, unsere Ausbildung, unsere Finanzen, unsere Intelligenz, unsere emotionalen Fähigkeiten? Vertrauen wir darauf oder vertrauen wir allein auf das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben?

[25:43] Paulus macht das jetzt ganz deutlich, was er meint. Ab Vers 4. Er macht deutlich, dass er, wenn es darauf ankommen würde, eine ganze Reihe von fleischlichen Vorzügen hat. Aber er weiß, so wie Jesus in Johannes 3, Vers 6 sagt: "Was vom Fleisch ist, das ist fleischlich. Was vom Geist ist, das ist geistlich." Und wenn wir nicht geistlich sind, so Johannes 3, Vers 5, können wir das Reich Gottes nicht sehen. Mit anderen Worten, Jesus hat dem Nikodemus damals schon deutlich gemacht: Das Fleisch nützt gar nichts.

[26:26] Es heißt dort in Johannes 3 und dort Vers 5 und 6: "Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch. Und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist." Und jetzt sagt Paulus, deswegen ermahnt er die Philipper und sagt: "Achtet darauf, dass ihr nicht auf dieses Argument reinfallt, dass fleischliche Vorteile, menschliche Vorteile, irgendwie etwas uns vor Gott erwerben." Die wahre Beschneidung ist die Beschneidung des Herzens durch den Heiligen Geist.

[27:05] Er sagt ab Vers 4: "Obwohl auch ich mein Vertrauen auf Fleisch setzen könnte, wenn ein anderer meint, er könne auf Fleisch vertrauen, ich viel mehr." Er macht also deutlich, wenn es auf menschliche Vorteile, auf menschliche Errungenschaften ankäme, dann würde er den Irrlehrern in nichts nachstehen.

[27:21] Vers 5: "Beschnitten am achten Tag, so wie es in 1. Mose 17, Vers 12 befohlen wird." Jesus selbst ist ja auch in Lukas 2, Vers 21 am achten Tag beschnitten worden. "Aus dem Geschlecht Israels." Paulus hat später selbst Zeugnis drüber gegeben, dass er ein Jude, als eine jüdische Identität hat, zum Beispiel Apostelgeschichte 22, Vers 3. "Vom Stamm Benjamin." So sagt es auch in Römer Kapitel 11, Vers 1. Wir lesen in den Büchern, die die Zeit nach dem babylonischen Exil beschreiben, Esra und Nehemia, die Verse sind hier angegeben im Sendemanuskript, dass neben den Judäern auch die Benjaminiten unter den Rückkehrern gewesen sind. Und Paulus kommt aus diesem Stamm Benjamin.

[28:10] Er sagt weiter: "Ein Hebräer von Hebräern." Mit anderen Worten, auch seine Eltern, vielleicht auch denkt er hier auch an die Vorfahren, waren bereits Hebräer. Er ist also nicht da irgendwie dann später dazugekommen, seine Familie, sondern hat eine lange Tradition. So scheint hier der Gedanke zu sein.

[28:29] "Im Hinblick auf das Gesetz ein Pharisäer." Also in der Frage, es gab ja im Judentum verschiedene Auslegungen des Alten Testamentes. Es gab verschiedene Auslegungsschulen, Interpretationen. Er sagt in dieser Hinsicht, wenn man also mich fragt, wo du sozusagen theologisch stehst, sagt er, da war ich ein Pharisäer. Das war eine der antiken jüdischen Religionsparteien natürlich, die wir auch in den Evangelien immer wieder antreffen. Sie hatte vor allem im einfachen Volk einen großen Rückhalt und war dafür bekannt, alle religiösen Vorschriften mit großer vorgeblicher Kompromisslosigkeit einzuhalten und das auch sehr offen zur Schau zu stellen.

[29:15] Wir lesen interessanterweise in Apostelgeschichte 23 und dort Vers 6: "Da aber Paulus wusste, dass der eine Teil aus Sadduzäern, der andere aus Pharisäern bestand, rief er in die Ratsversammlung hinein: Ihr Männer und Brüder, ich bin ein Pharisäer und der Sohn eines Pharisäers. Wegen der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten werde ich gerichtet." Also schon der Vater von Paulus war ein Pharisäer. Er sagt selbst in Apostelgeschichte 26 und dort Vers 5: "Da sie mich von früher her kennen, wenn sie es bezeugen wollen, dass ich nach der strengsten Richtung unserer Religion gelebt habe als ein Pharisäer."

[30:05] Noch einmal zurück zur Apostelgeschichte 23 und dort Vers 8. Dort wird von Lukas erklärend hinzugefügt: "Die Sadduzäer sagen nämlich, es gäbe keine Auferstehung, auch weder Engel noch Geist. Die Pharisäer aber bekennen sich zu beidem." Also anders als die hellenistisch geprägten, liberalen, so von der Philosophie auch durchdrungenen Sadduzäer, glaubten die Pharisäer also fest an die biblischen Wunder. Er war also nach heutigen Maßstäben ein bibeltreuer, konservativer sozusagen, zumindestens äußerlich der Form nach seinen theologischen Überzeugungen nach.

[30:49] Vers 6: "Im Hinblick auf den Eifer ein Verfolger der Gemeinde." So lesen wir ausdrücklich in der Apostelgeschichte in Apostelgeschichte 8, Vers 1: "Saulus aber hatte seiner Ermordung zugestimmt, und an jenem Tag erhob sich eine große Verfolgung gegen die Gemeinde in Jerusalem, und alle zerstreuten sich in die Gebiete von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel." Vers 3: "Saulus aber verwüstete die Gemeinde, drang überall in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und brachte sie ins Gefängnis." Dann Kapitel 9, Vers 1: "Saulus aber, der noch Drohung und Mord schnaubte gegen die Jünger des Herrn, ging zum Hohenpriester." Es war ihm nicht genug in Jerusalem, seine Meinung durchzudrücken oder in Judäa. Er wollte sogar im Ausland die Christen verfolgen. Also er übertraf die anderen noch an Eifer, es heißt hier in Vers 2: "Und er bat sich von ihm Briefe, also vom Hohenpriester nach Damaskus an die Synagogen in der Absicht, wenn er irgendwelche Anhänger des Weges fände, ob Männer oder Frauen, sie gebunden nach Jerusalem zu führen." Er hat es wirklich allen anderen noch gegenüber noch übertrieben, was die was den Eifer für seine Konfession, für das Pharisäertum betraf.

[32:14] Er erwähnt das immer wieder in den verschiedenen Berichten, wo er dann Zeugnis gibt. Wir können auch noch den Galaterbrief dazu nehmen in Galater Kapitel 1 und dort Vers 14, wo er sagt – und im Judentum viele, lesen Vers 13: "Ihr habt von meinem ehemaligen Wandel im Judentum gehört, dass ich die Gemeinde Gottes über die Maßen verfolgte und sie zerstörte und im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlecht übertraf durch übermäßigen Eifer für die Überlieferung meiner Väter." Er war ganz 180% überzeugt von dem, was die Pharisäer glaubten.

[32:55] Das sagt dann weiter hier in Vers 6: "Im Hinblick auf die Gerechtigkeit im Gesetz untadelig gewesen." Was meint er damit? Er meint hier die Anwendung des Buchstabens des Gesetzes auf das äußere Leben. Also Paulus hat niemals selbst getötet, er hat niemals selbst gestohlen, noch hat er niemals selbst die Ehe gebrochen. Er hat diese Dinge, den Wortlaut des Gesetzes, äußerlich hundertprozentig korrekt eingehalten.

[33:33] In Römer 9, Vers 31 hat er später selbst reflektiert, was das für eine Art von Gerechtigkeit ist, die er dort praktiziert hat. Er sagte in Vers 31 in Römer 9: "Dass aber Israel, das nach dem Gesetz der Gerechtigkeit strebte, das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht hat." Warum? Also er hat selbst reflektiert, ich bin gar nicht gerecht gewesen, weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken des Gesetzes, denn sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes. Er hat versucht, aus eigener Kraft äußerlich die Gebote zu halten und dabei den eigentlichen Charakter des Gesetzes und damit die Gerechtigkeit Gottes völlig verkannt.

[34:22] In Römer 7 wird das noch deutlicher. Da sagt er nämlich in Vers 9: "Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war." Er hat zwar also äußerlich gesehen nach der Gerechtigkeit des Gesetzes gelebt, war untadelig nach dem Maßstab, den die Pharisäer angelegt haben, aber jetzt in der Retrospektive sagt er, ich war ohne Gesetz. Mir war die Bedeutung, die geistliche Tiefe des Gesetzes gar nicht bewusst. Und dann sagt er, als aber das Gebot kam, als ihm sozusagen aber durch den Geist Gottes bewusst wurde, was das Gesetz Gottes eigentlich alles umfasst, da starb er. "Da lebte die Sünde auf und ich starb."

[35:02] Dann hat er zum ersten Mal erkannt, dass er ein echter Sünder ist. Die Gerechtigkeit der Pharisäer und Sadduzäer war eine rein äußerliche, dem Buchstaben nach, ohne die Prinzipien der Liebe Gottes und den Charakter Gottes zu verstehen. Weswegen Jesus schon in der Bergpredigt gesagt hatte in Matthäus Kapitel 5 und dort Vers 20: "Ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen." Wie Paulus lebte, war er vor Menschen tadellos und vor Gott völlig ungeeignet für das Himmelreich.

[35:59] Nikodemus war so jemand, deswegen ihm Jesus gleich sofort ins Gesicht gesagt hat, wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wie es in Johannes Kapitel 3 und dort Vers 3 heißt: "Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen." Aus Wasser und Geist geboren. Eine komplette Neuschöpfung. So wie 2. Korinther 5, Vers 17 sagt: "In Christus sind wir eine neue Schöpfung. Alles ist neu geworden. Das Alte ist vergangen."

[36:42] Paulus hat diese Erfahrung gemacht. Ihm ist bewusst geworden, dass alles, was vor Menschen groß und gigantisch galt, vor Gott eigentlich gar nichts wert ist. Er sagt selbst in Philipper 3 und dort Vers 7: "Aber was mir Gewinn war, das habe ich um des Christus willen für Schaden geachtet."

[37:01] Bei seiner Bekehrung in Apostelgeschichte 9, als er auf dem Weg nach Damaskus von Jesus aufgehalten wird und in seinem Licht plötzlich erkennt, wie Gott wirklich ist und wie er wirklich ist. Als Jesus, der Sohn Davids, ihn ruft: "Saulus, Saulus" – also er ruft, Verzeihung, er ruft "Saul, Saul" in hebräischer Sprache, deutlich zu machen, du bist wie Saul, der David verfolgt. Da ist ihm bewusst geworden, wer er eigentlich wirklich ist.

[37:41] Und all das, was ihm in Vers 5 und 6 vor der Begegnung mit Jesus als sein großer Vorteil erschien, ist ihm jetzt nach seiner Bekehrung als Schaden deutlich geworden. Er betont das noch einmal in Vers 8: "Ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Jesu Christi." Seine Geburt, seine Nationalität, seine Ausbildung, seine konfessionelle Bindung an die Gruppe der Pharisäer, sein Eifer für deren Tradition – all das, sagt er, ist Schaden verglichen mit der Erkenntnis von Jesus Christus.

[38:23] "Um dessen Willen ich alles eingebüßt habe und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne." Für ihn bedeutet jetzt, Christus zu erkennen, das einzige echte Ziel im Leben. Es übertrifft alles andere bei Weitem.

[38:48] Und wir müssen uns die Frage stellen, wir wollen uns die Frage stellen: Können wir mit Paulus einstimmen? Können wir sagen, alles, was uns früher wichtig war und Ansehen, unser Können, unsere Abstammung, vielleicht unsere Nationalität, die Tatsache, was alles gut gelaufen ist in unserem Leben, dass wir von Menschen so gut angesehen sind – uns bewusst, können wir können wir mit Paulus sagen, das ist eigentlich, das ist alles Dreck verglichen mit der persönlichen Beziehung, mit der Freundschaft, die wir mit Jesus haben?

[39:32] Vers 9. Was ist das große Lebensziel von Paulus? Er sagt ja, ich achte es für Dreck. Vers 8: "Damit ich Christus gewinne." Vers 9: "Und in ihm erfunden werde." Er möchte Christus haben und in Christus bleiben, "indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt." Also nicht, indem ich selbst versuche, die Buchstaben zu erfüllen, "sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens."

[40:08] Paulus hatte im Evangelium diese Gerechtigkeit Gottes erkannt. Deswegen schreibt er an die Römer in Römer 1 und dort Vers 16 und 17: "Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen, denn es wird darin geoffenbart, die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben." Wie geschrieben steht: "Der Gerechte wird aus Glauben leben." Im Glauben hat Paulus erkannt: Jesus schenkt mir. Er gibt mir seine Gerechtigkeit, und zwar rechnet er sie mir zu und er verleiht sie mir.

[40:55] Sein großes Ziel ist eine untrennbare Einheit mit Jesus, weil er dadurch das erreicht, was er durch eigene Kraft, durch ein bloßes äußerliches Halten der Buchstaben des Gesetzes niemals erreichen kann, nämlich die Gerechtigkeit Gottes in seinem Leben.

[41:14] Vers 10: "Um ihn zu erkennen." Das ist das große Ziel, Jesus zu erkennen. Jesus selbst hatte gesagt in Johannes 17 und dort in Vers 3: "Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen." Paulus weiß, deswegen ist es so entscheidend, Jesus zu kennen, weil das der einzige Weg zum ewigen Leben ist. Jesus hat gesagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich."

[41:55] Er sagt also hier in Vers 10: "Um ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung." Was bedeutet das? Paulus zeigt immer wieder in seinen Briefen, dass die Kraft der Auferstehung Jesu nicht nur theologisch, historisch uns beweist, dass Jesus auferstanden ist, sondern dass diese Kraft in unserem Leben wirken kann. Wir schauen ganz kurz ein paar an, ein paar in Römer 6, um dann ein paar Bibelstellen dazu zu lesen.

[42:26] Römer 6 ab Vers 4: "Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit gleich wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln."

[42:43] Es heißt Vers 8: "Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden." Dieses mit Christus sterben ist ja diese Beschneidung des Herzens, wie wir hier in Vers 5 und 6 lesen. "Denn wenn wir mit ihm eins gemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, so dass wir der Sünde nicht mehr dienen."

[43:20] Mit Christus gestorben, mit Christus auferstanden. Das ist ein Thema, das sich bei Paulus immer wieder hindurchzieht.

[43:29] Römer 8, Vers 10 und 11: "Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot, um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt."

[43:58] Epheser Kapitel 1, Vers 19 bis 21. Wir merken, die Kraft der Auferstehung ist die Kraft, die uns ein neues Herz schenkt. Epheser 1, Vers 19 bis 21: "Was auch die überwältigende Größe seiner Kraftwirkung an uns ist, die wir glauben gemäß der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, die hat er wirksam werden lassen in dem Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen Regionen, hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in dieser Weltzeit, sondern auch in der zukünftigen." Er sagt also hier, diese Kraft, die an uns wirkt, die hat er auch wirksam werden lassen bei der Auferstehung Jesu Christi.

[44:50] Kolosser Kapitel 2 und dort Vers 13, dort heißt es: "Er hat auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, mit ihm lebendig gemacht, indem er euch alle Übertretungen vergab." Vergebung durch Jesus Christus. Gnade, Liebe und Glaube führen zu einer neuen Schöpfung unseres Herzens. Die Kraft der Auferstehung in unserem Leben.

[45:24] Nicht nur Paulus hat diesen Punkt verstanden und gepredigt. Petrus sagt dasselbe in 1. Petrus 1, Vers 3: "Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten."

[45:47] Was ist also das große Ziel von Paulus? Philipper 3, Vers 11. Sie haben gesehen, sein großes Ziel ist, in Christus erfunden zu sein, Christus zu gewinnen. Vers 11: "Damit ich zur Auferstehung aus den Toten gelange." Paulus meint hier selbstverständlich die Auferstehung des Lebens, wie sie in Johannes 5, Vers 29 bezeichnet wird, oder auch als die erste Auferstehung bekannt, wie sie in Offenbarung 20, Vers 4 bis 6 beschrieben wird.

[46:17] Interessanterweise ist dieser Hinweis hier in Vers 11, dass das Ziel von Paulus, Christus zu erkennen, ihn dazu führen wird, an der Auferstehung der Toten teilzuhaben, ist ein Hinweis darauf, dass er vor allem, wenn man auch 2. Thessalonicher 2, Vers 1, dazu nimmt, in den weiteren Versen dann 2. Thessalonicher 2 insgesamt, wo er davon spricht, dass die Wiederkunft noch nicht direkt bevorsteht, sondern dass sich erst die Prophetie erfüllen muss, ist ein Hinweis darauf, dass Paulus wohl doch die Prophetie so verstand, dass Jesus nicht zu seinen Lebzeiten wiederkommen würde. Zumindestens erwartet er hier die Auferstehung aus den Toten.

[47:04] Wie dem auch sei, in jedem Fall wird deutlich, dass Paulus jetzt, wo er hier in Rom an die Philipper schreibt, weiß, dass er noch nicht vollendet ist. Er sagt in Vers 12: "Nicht, dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre. Ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin."

[47:27] Paulus ist noch nicht am Ziel, er ist noch nicht am Ende. Also was macht er? Er dreht sich nicht um und beklagt all die Dinge, die falsch gelaufen sind in seinem Leben. Er wendet sich auf das Ziel zu und jagt auf das Ziel zu. Er ist nicht niedergeschlagen, sondern er läuft weiter.

[47:43] Hebräer Kapitel 12 macht einen ähnlichen Punkt, wenn es dort heißt ab Vers 1: "Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert."

[48:32] Paulus will weiterlaufen. Paulus will nicht aufgeben. Paulus schaut nicht zurück. Paulus schaut nach vorne auf das Ziel. Er weiß, Christus hat ihn ergriffen. So will auch er das Geschenk von Jesus ergreifen. Hier sieht man ganz deutlich, dass nicht wir etwas tun müssen, damit Gott endlich uns rettet, sondern Gott ergreift uns. Aber um dieses Geschenk auch wirklich anzunehmen, müssen auch wir uns ausstrecken danach.

[49:07] Alles, was wir brauchen für ein gottesfürchtiges Leben, ist uns geschenkt. 2. Petrus 1, Vers 3: "Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandeln in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat, durch seine Herrlichkeit und Tugend." Und dann heißt es Vers 4: "Durch welche uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht." Wir sind von Gott ergriffen. Es ist uns alles geschenkt. Vers 5: "So setzt eben deshalb allen Eifer daran." Wir wollen uns ausstrecken, weil Gott sich nach uns ausgestreckt hat.

[49:51] Paulus sagt, ich bin noch nicht vollendet. Ich laufe noch. Am Ende seines Lebens, kurz vor seinem Tod, in 2. Timotheus 4 und dort Vers 7, da finden wir diese ermutigende Aussage. 2. Timotheus 4, Vers 7: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird. Nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben."

[50:35] Paulus sagt, das christliche Leben ist ein Glaubenskampf, ein Lauf, der ein Ziel hat, das man erreichen kann. Das Ziel ist erreichbar. Das christliche Leben ist nicht ein Hamsterrad. Es ist ein Lauf auf ein Ziel zu. Und ja, wir sind manchmal vom Weg abgekommen, und ja, Gott muss uns manchmal wieder zurückbringen, und manchmal müssen wir Schritte, einen Weg noch mal neu laufen, den wir eigentlich schon gelaufen sind, weil wir wieder abgefallen sind, aber am Ende steht ein Ziel, das man erreichen kann. Paulus sagt hier auf dem Weg: "Ich habe es noch nicht erlangt. Ich strecke mich aus, ich bin noch nicht vollendet." Aber er sagt kurz vor seinem Tod: "Ich habe den Lauf vollendet."

[51:25] Er selbst hat ja in Philipper 1 gesagt in Vers 6: "Weil ich davon überzeugt bin, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi", bis zur Wiederkunft bzw. bis zu unserem Tod, denn unser Tod ist das letzte Ereignis, was wir erleben vor der Wiederkunft.

[51:50] Und diesen Gedanken, den wir gerade in Vers 12 gelesen haben, von dem noch nicht am Ziel sein und sich danach ausstrecken und danach jagen, der wird in Vers 13 und 14 noch einmal ganz ausführlich beschrieben und wiederholt und vertieft. Er sagt in Vers 13: "Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe." Sie sollen nicht denken, dass er über dem Boden schwebt, ein super Heiliger ist, der nie Probleme hat, der nie angefochten wird, der nie Versuchung hat. Er sagt: "Ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe." "Eines aber: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt und jage auf das Ziel zu." Nein, er geht nicht gemütlich und denkt, der Weg ist das Ziel. Er sieht ein Ziel vor sich, und darauf jagt er zu. "Jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus."

[52:50] Paulus legt sein Hauptaugenmerk nicht auf die Fehler, die Sünden und Versäumnisse der Vergangenheit. Er vertraut allein auf Christus. Er vertraut nicht auf seine Abkunft, seine Herkunft, seine menschlichen Errungenschaften. Er vertraut allein auf Christus, und weil er auf Christus vertraut und ihn kennt und die Gerechtigkeit Gottes, die sich im Evangelium offenbart, durch den Glauben erfahren hat, hat er die Kraft und die Kapazität, wegzuschauen von der Vergangenheit und hinzuschauen, weil er weiß, dass sich Jesus darum kümmert. Wenn er in ihm erfunden wird, wird sich Jesus um die Vergangenheit kümmern. Er schaut jetzt auf das Ziel, und auch wenn er noch nicht am Ziel ist, auch wenn er noch im Glauben wachsen muss, auch wenn es noch Dinge zu lernen gibt, auch wenn noch Dinge weggeschnitten werden müssen, er jagt auf das Ziel zu.

[53:49] Lieber Freund, liebe Freundin, kennen wir Jesus so gut, dass wir wissen können, er kümmert sich um unsere Vergangenheit? Er ist für alles, was dort schiefgelaufen ist, gestorben. Und weil er für all das gestorben ist und weil wir das glauben und weil wir in ihm erfunden werden, können wir uns jetzt darauf konzentrieren, das Ziel zu erreichen. Wir können uns darauf konzentrieren, weiterzulaufen, weil wir davon überzeugt sind, dass während wir laufen, Christus in uns das Werk, das er angefangen hat, auch vollenden wird. Nein, wir laufen nicht alleine. Wir laufen nicht, damit Jesus uns applaudiert. Wir laufen, weil Christus in uns läuft. Weil Christus uns treibt. Weil Christus uns zu diesem Ziel hinführt. Weil er in uns sein Werk vollendet.

[54:43] Der Kampfpreis. Dieses Wort kommt auch in 1. Korinther 9 vor. Es wird verwendet hier von Paulus im Kontext von sportlichen Wettkämpfen, wie zum Beispiel damals die olympischen Spiele, die ja dort stattgefunden haben in Griechenland. 1. Korinther 9, Vers 24: "Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis, den Kampfpreis, erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt." Niemand wird Olympiasieger, indem er einfach gemütlich vor sich hergeht. Olympiasieger wird man, wenn man mit ganzer Kraft, mit ganzem Herzen, mit allem Einsatz versucht, ans Ziel zu kommen.

[55:31] Gott sagt: "Ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet." 5. Mose 30, in Vers 1 und 2: "Es wird aber geschehen, wenn alle diese Worte für dich kommen werden, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Heidenvölkern, unter die dich der Herr, dein Gott, verstoßen hat. Und wenn du umkehrst zu dem Herrn, deinem Gott, und seine Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele."

[56:16] Von ganzem Herzen, von ganzer Seele, wenn wir laufen mit allem, was wir haben, weiterlaufen, auf das Ziel zujagen, werden Überwinder, Sieger am Thron Gottes stehen, am gläsernen Meer. Offenbarung 7, Vers 9: "Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen, die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Kleidern, und Palmzweige waren in ihren Händen." Siegespreis.

[57:04] Jesus ist der Sieger, und wenn wir uns auf ihn verlassen, wenn wir nicht auf unsere eigene Intelligenz, unsere eigenen Errungenschaften, unsere eigene Abstammung, unsere eigene Tradition verlassen, wenn wir uns allein auf ihn verlassen und seine Gerechtigkeit zugerechnet und verliehen im Glauben akzeptieren, dann kann der Sieger Jesus in uns sein Werk vollenden bis zum Tag Jesu Christi, dass wir mit ihm, durch ihn und für ihn auch Sieger sein können. Und darauf hat sich Paulus konzentriert. Das war sein großes Ziel. Darauf ist er zugejagt. Wollen wir das auch tun? Wollen wir auch darauf zujagen auf dieses große Ziel?

[57:59] Vers 15: "Lasst uns alle, die wir gereift sind, so gesinnt sein. Und wenn jemand etwas anders denkt, so wird euch Gott auch das offenbaren."

[58:20] Die Gläubigen in der Gemeinde Philippi sind schon seit vielen Jahren im Glauben. Die sind im Glauben gewachsen. Sind keine Anfänger. Viele von ihnen sind schon reife Christen. Manchmal wird gesagt, das Ziel der christlichen Heiligung sei es, ein reifer Christ zu sein. Das wäre sozusagen das höchste Ziel. Aber Paulus schreibt zu Gläubigen, die er reif nennt, und zeigt ihnen, es gibt noch ein Ziel, auf das man zujagen kann, auf das man zujagen soll. Obwohl er selbst auch ein reifer Christ ist nach allen Standards, die wir anlegen können, weiß er selbst, dass obwohl er ein gereifter Christ ist, er noch nicht im Ziel ist.

[59:10] Und wenn wir sagen, dass das einzige Ziel im christlichen Leben daran besteht, ein reifer Christ zu sein, dann verkennen wir, was der Paulus sagen möchte. Auch wenn wir schon gereift sind im Glauben und gewachsen sind, Erwachsene sozusagen im Glauben sind, gibt es trotzdem noch ein Ziel, auf das wir zujagen. Er hat es selbst uns gesagt in Philipper 1, Vers 10: "Damit ihr prüfen könnt, worauf es ankommt, sodass ihr lauter und ohne Anstoß seid, bis auf den Tag des Christus." Das Ziel ist es, unverklagbar zu sein.

[59:47] Paulus zeigt, er selbst, ein gereifter Christ, wie er die Sache sieht. Er zeigt, dass er sich auf nichts verlassen kann, was aus eigener Kraft kommt. Er sich allein auf Christus verlassen möchte. Er das Ziel hat, bei der Auferstehung der Toten dabei zu sein, und er in Christus erfunden sein möchte. Sein Ziel ist es nicht nur, Christus zu haben, sondern in Christus zu bleiben und den Kampfpreis am Ende zu bekommen, zu laufen bis ans Ziel. Auch wenn er jetzt schon gereift ist, gibt es keinen Grund, sich zurückzunehmen und sagen: "Na, ich bin ja ein gereifter Christ, jetzt bin ich ja ungefähr so, jetzt muss ich nur noch warten, dass Gott wiederkommt." Er läuft weiter auf das Ziel, am Tag des Christus unverklagbar zu sein, untadelig, ohne Anstoß.

[1:00:32] Vers 15: "Lasst uns alle, die wir gereift sind, so gesinnt sein. Und wenn jemand etwas anders denkt, so wird euch Gott auch das offenbaren." "Lasst uns alle so gesinnt sein", sagt er. Er hatte in Kapitel 2, Vers 5 gesagt: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war." Jesus ist das große Vorbild für unsere Gesinnung, für unser Denken, für unsere Einstellung. Jetzt zeigt Paulus in Philipper 3 auch, dass seine eigene Betrachtung, nämlich hier seine eigene Lebenseinstellung, wegzuschauen von der Vergangenheit, hinzuschauen auf Christus und das Ziel, dass auch das ein Vorbild ist, dem wir nacheifern sollen.

[1:01:15] Und er sagt, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, Dinge, die man in einzelnen Details anders sieht, so muss das kein Hindernis für die Gemeinde Gottes sein, wenn sie alle bereit sind, sich unter die Führung Gottes zu stellen, der uns durch den Heiligen Geist in alle Wahrheit führt, wie Jesus versprochen hat. "So wird euch Gott auch das offenbaren." Wir können nicht erwarten, mit allen immer einer Meinung zu sein in jedem theologischen Detail, aber wir können das Ziel haben, alle so zu denken, wie Paulus hier denkt in Philipper 3: wegzuschauen von den eigenen Errungenschaften und den fleischlichen Vorteilen, hinzuschauen allein auf Christus und auf seine Gerechtigkeit, wegzuschauen von der Vergangenheit, hinzuschauen auf das Ziel und sich nicht darauf auszuruhen, dass man schon gereift ist, auf das Ziel der Vollkommenheit des Charakters hinzujagen. Der gehört zu denen, die hier in Vers 15 beschrieben werden.

[1:02:35] Auch wenn wir in manchen theologischen Einzelheiten vielleicht unterschiedlich Meinung sein sollten, denn je mehr wir auf das Kampfziel zujagen durch Christus, in Christus, für Christus, mit Christus, desto mehr kann Gott uns auch die Dinge offenbaren durch seinen Heiligen Geist, die wir bisher unterschiedlich oder falsch verstehen.

[1:02:57] Vers 16: "Doch wozu wir auch gelangt sein mögen, lasst uns nach derselben Richtung wandeln und dasselbe erstreben." Und hier sehen wir einen großen Bogen zurück zu Philipper Kapitel 2, Vers 1 bis 4: "Gibt es nun bei euch Ermahnung? Gibt es nun Ermahnung in Christus?" Wir erinnern uns, das haben wir angeschaut, wenn Christus uns zur Seite steht, gibt es Zuspruch der Liebe, Verheißungen der Liebe Gottes, die uns Zuspruch geben. Gibt es die Gemeinschaft, die Unterstützung des Heiligen Geistes? Gibt es Herzlichkeit und Erbarmen? "So macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht seid. Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen."

[1:03:54] Paulus sagt das noch mal in Philipper 3, Vers 16. Er hat ja geschrieben in Philipper 3, Vers 1: "Euch immer wieder dasselbe zu schreiben ist mir nicht lästig. Euch aber macht es gewiss." Lasst uns diese Wahrheiten immer wieder neu durchdenken. Lasst uns diese Entscheidung heute fällen, dass wir uns ganz auf Christus konzentrieren. Ich möchte mich neu entscheiden, ganz auf Christus zu vertrauen und seine Gerechtigkeit, mich auf das Ziel zu konzentrieren, auch wenn ich ein gereifter Christ sein mag, auf das Ziel, das noch vor mir liegt, hinzujagen, damit ich Christus erkenne, in ihm erfunden werde und bis in alle Ewigkeit bei ihm bleibe. Ist das dein Wunsch? Dann lass uns gemeinsam beten.

[1:04:46] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Hab Dank, dass die Botschaft des Philipperbriefes so klar und deutlich in unsere Herzen spricht. Hab Dank, dass du uns heute gezeigt hast, dass das Werk der Vollendung in uns ein erreichbares Ziel ist, weil du es erreichen kannst. Herr, gib, dass wir wegschauen von uns und hinschauen auf dich. Wegschauen von der Vergangenheit und hinschauen auf das, was du in uns doch alles bewirken kannst und willst. Herr, darum bitten wir dich, dass wir jeden Tag erkennen, wie notwendig es ist, uns allein auf dich zu verlassen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:05:40] Damit verabschieden wir uns von euch heute. Nächste Woche geht es weiter mit dem Abschluss des Philipperbriefes. Dann wird der Nico Osburg euch durch diese Verse, diese spannenden Verse führen. Das wird sehr interessant werden. Schaltet dann unbedingt wieder ein. Bis dahin wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes und im Anwenden dieser Dinge, dieser Prinzipien auf unser Leben. Gott mit euch.


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