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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2024 1st Nr 2

In dieser Folge der „Christ Study Hour“ widmet sich Christopher Kramp dem Thema „Lehre uns beten“ aus der Serie über die Psalmen. Er beleuchtet, wie die Psalmen uns das Gebet lehren – von Davids Morgengebeten bis hin zur Bedeutung von aufrichtigem Flehen. Kramp betont, dass Gebet eine intensive, persönliche Beziehung zu Gott ermöglicht und durch Gottes Gnade jederzeit möglich ist, selbst in Zeiten unerklärlichen Leides.


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Serie: CSH 2024 Q1 - Die Psalmen

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf dem Sender "Das Wort".

[0:44] Wir sind heute in der zweiten Folge unserer neuen Serie über die Psalmen.

[0:55] Wir haben das letzte Mal einige Hintergrundinformationen und Einleitungsgedanken zu diesen fünf Büchern der Psalmen uns angeschaut, um besser zu verstehen, was das eigentlich für ein Buch ist, dieses Buch der Psalmen.

[1:10] Und wollen heute beginnen, uns einige Psalmen genauer anzuschauen. Wir werden im Verlauf der nächsten wenigen Monate eine ganze Reihe von verschiedenen Psalmen kennenlernen. Heute wird das vor allem Psalm 44, Psalm 22, Psalm 13 und Psalm 60 sein.

[1:28] Bevor wir das aber tun, werden wir uns ein wenig damit beschäftigen, was die Psalmen über das Gebet sagen. Denn das Thema unserer heutigen Lektion in dieser Woche, mit der wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 13. Januar, heißt: "Lehre uns beten."

[1:53] Und was wäre passender, als mit einem Gebet zu beginnen?

[1:57] Lieber Vater im Himmel, das, was die Jünger gebetet haben: "Lehre uns beten", das hat davon gezeugt, dass sie sich nach einer tieferen, nach einer innigeren Beziehung zu dir gesehnt haben.

[2:21] Und Herr, du weißt, wie oft auch unsere Gebete formal abgleiten können. Herr, wir möchten lernen, mit dir wirklich zu sprechen. Wir möchten lernen, unsere Emotionen, unsere Gedanken, unsere Pläne, unsere Sorgen, unsere Freude, alles mit dir zu teilen, damit du alles nehmen kannst und heiligen kannst, sodass es uns nicht schadet. Herr, wir wollen dich hören und mit dir sprechen. Wir möchten dich bitten, dass, wenn wir jetzt über das Gebet und die Psalmen nachdenken, dass du nach deiner Verheißung gegenwärtig bist und dass du zu uns sprichst. Danke für deine unvorstellbar große Gnade. Danke, dass du uns wiederhergestellt hast. Danke, dass du zu jedem einzelnen von uns, der heute dieses Video sieht oder anhört, zu jedem von uns sprichst. Und Herr, wir wollen unsere Herzen jetzt öffnen, um dich besser kennenzulernen. Das bitten wir im Namen Jesu, der jetzt für uns eintritt. Amen.

[3:52] In Lukas Kapitel 11 und dort Vers 1 lesen wir: "Und es begab sich, dass er an einem Ort im Gebet war. Jesus betet, und als er aufhörte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: 'Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.'"

[4:14] Nun, Jesus hat bei dieser Gelegenheit ihnen dann erneut das Vaterunser gezeigt. Wir wollen diesen Vers aber als Impuls nehmen, grundsätzlich darüber nachzudenken, auch was uns die Psalmen über das Beten lehren können, bevor wir dann uns einige Psalmen, wie schon erwähnt, konkret genauer anschauen wollen.

[4:41] In Psalm 5 und dort Vers 2 bis 4 finden wir so eine Beschreibung des Morgengebetes, wie David es selbst erlebt und praktiziert hat. In Psalm 5 ab Vers 2 heißt es: "Vernimm, oh Herr, meine Worte, achte auf mein Seufzen, höre auf die Stimme meines Schreis, mein König und mein Gott, denn zu dir will ich beten. Herr, in der Frühe wirst du meine Stimme hören, in der Frühe werde ich dir zu Befehl sein und Ausschau halten."

[5:17] David betont, dass er früh morgens gebetet hat, weil Gott sein König war. Deswegen wollte er zu ihm beten. Und dieses Gebet, das hat eine gewisse Intensität, die sich steigert. Er sagt erst: "Vernimm, Herr, meine Worte, achte auf mein Seufzen, höre auf die Stimme meines Schreis." Da hat sich dieses Morgengebet immer mehr aufgeladen, ist immer intensiver geworden. Er wollte seine Stimme hörbar machen und wollte gleichzeitig Ausschau halten, zu Befehl sein, was Gott ihm für diesen Tag sagen möchte. Wir dürfen jeden Morgen unser Herz vor Gott ausschütten, ihm sagen, was uns auf dem Herzen liegt, und gleichzeitig hören, was uns Gott für den heutigen Tag zu sagen hat.

[6:12] Nicht nur morgens sollten wir beten. In Psalm 55 und dort Vers 18 heißt es: "Abends, morgens und mittags will ich beten und ringen, so wird er meine Stimme hören." Auch hier sehen wir: Dieses Gebet ist nicht eine formale Prozedur, die man abarbeitet, sondern da ringt jemand mit Gott. Interessanterweise steht hier "abends, morgens und mittags", und das hat natürlich damit zu tun, dass biblisch gesehen der Tag am Abend beginnt und mit dem Abend sozusagen das Abendgebet das erste, dann das Morgengebet nach der Nacht und dann mittags noch ein drittes Gebet stattfindet. Und das ist ein guter Ratschlag, sich mehrmals am Tag auch ganz bewusste Gebetszeiten und damit verbunden auch Bibellese-, Bibelstudienzeit zu nehmen, um immer wieder die manchmal überwältigende Routine des Alltags zu unterbrechen, damit Gott erneut zu uns sprechen kann, besonders, wenn wir uns auf ihn ausrichten können.

[7:10] In Psalm 141 finden wir eine sehr schöne Metapher für unser Gebet. Dort heißt es in Vers 2: "Lass mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir, das Aufheben meiner Hände wie das Abendopfer." Unsere Gebete sind wie Rauchopfer, die zu Gott emporsteigen. Das Räucherwerk vom Räucheraltar im Heiligtum war das, was am nächsten zum Allerheiligsten war. Nicht der Schaubrottisch mit den Broten, nicht der siebenarmige Leuchter, der das Licht verbreitete, sondern dieser Räucheraltar stand am nächsten zum zweiten Vorhang, und sein Rauch ging über diesen Vorhang, der oben nicht ganz geschlossen war, in das Allerheiligste hinein, um deutlich zu machen: Es gibt nichts, was uns so nahe zu Gott bringt, nicht einmal das Bibelstudium, nicht einmal das Zeugnisgeben. Nichts bringt uns so nahe zu Gott wie das Gebet.

[8:11] Und ich möchte für mich die Entscheidung fällen, das Gebet mehr zu schätzen und Zeit mit Gott im Gebet zu verbringen.

[8:23] Wann dürfen wir beten? Ganz egal, wie es uns geht. In Psalm 102 und dort Vers 1 wird beschrieben, was Psalm 102 zum Inhalt hat: "Ein Gebet des Elenden, wenn er verzagt ist und seine Klage vor dem Herrn ausschüttet." Wenn es einem Menschen so geht, dass er alles nur noch hinschütten kann, wenn er innerlich entmutigt ist, dann darf er, kann er, soll er beten. Nicht nur, wenn es uns gut geht, sondern auch wenn wir nicht mehr weiter wissen, können wir uns immer vertrauensvoll an Gott wenden.

[8:56] Gebete können intensiv sein und voller Emotion, wie wir schon gesehen haben. In Psalm 88 und dort Vers 14 sagt hier der Psalmist von den Söhnen Korachs: "Ich aber schreie zu dir, Herr, und am Morgen kommt dir mein Gebet entgegen." Ja, als ob er quasi das Gebet auf Gott wirft, sagt: "Das Gebet kommt dir entgegen, ich schreie zu dir." Gebet ist voller Emotion.

[9:27] Wohin richten wir unser Gebet? In Psalm 5 von dort ab Vers 5 heißt es: "Denn du bist nicht ein Gott, dem Gesetzlosigkeit gefällt. Wer böse ist, darf nicht bei dir wohnen. Die Prahler bestehen nicht vor deinen Augen. Du hasst alle Übeltäter, du vertilgst die Lügner. Den Blutgierigen und Falschen verabscheust du, Herr." Und jetzt kommt das "aber": "Ich aber darf durch deine große Gnade eingehen in dein Haus. Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempelgewand in Ehrfurcht vor dir."

[9:56] David sagt: "Wenn ich ein Prahler gewesen wäre, wenn ich böse wäre, wenn ich gesetzlos, sündig wäre, wenn ich lügen würde, wenn ich ein Übeltäter wäre, blutgierig und falsch, dann würde mein Gebet bei Gott nicht ankommen." Menschen, die in Sünde leben und an Sünde festhalten und gegen Gott rebellieren, deren Gebet wird nichts bewirken. Und dann sagt er: "Ich aber darf" – und jetzt kommt es – "nicht, weil er so gut ist, sondern durch Gottes große Gnade eingehen in dein Haus." Durch Gottes Gnade ist er nicht mehr gesetzlos, durch Gottes Gnade ist er nicht mehr böse, durch Gottes Gnade ist er nicht mehr ein Prahler, durch Gottes Gnade ist er kein Übeltäter, kein Lügner, nicht mehr blutgierig und falsch. Durch Gottes Gnade kann er beten.

[10:42] Weißt du, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir nur deswegen zu Gott beten können, weil es Gottes Gnade gibt? Nein, wir erbitten nicht nur Gottes Gnade – das tun wir zu oft –, aber dass wir bitten können, ist allein nur Folge der Tatsache, dass Gott schon Gnade für uns hat. Gäbe es keine Gnade für uns, könnten wir auch nicht mehr beten. Allein durch Gottes Gnade können wir eingehen in sein Haus. Er sagt: "Ich will anbeten zu seinem heiligen Tempelgewand."

[11:14] Die Israeliten beteten damals zum Heiligtum. Damals war das Heiligtum auf der Erde, zur Zeit Davids dann in Jerusalem. Auch wir dürfen beten, nicht nach Jerusalem, sondern dort, wo jetzt das Heiligtum ist, nämlich im Himmel, wie Psalm – Verzeihung – wie Hebräer 8 uns deutlich macht. In Vers 1 dort heißt es, ja, in Hebräer Kapitel 8 und dort Vers 1: "Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel, einem Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Stiftshütte, die der Herr errichtet hat und nicht ein Mensch." Wir dürfen zum Heiligtum beten, dort ist Jesus für uns und tritt für uns ein.

[11:59] In Hebräer 4 heißt es: "Deswegen, da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchstritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Vers 15: Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, wie sie auch in den Psalmen ausgedrückt werden, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten." Wie treten wir mit Freimütigkeit hinzu zu diesem Thron der Gnade dort im himmlischen Heiligtum, wo kein Mensch momentan von der Erde hinkommen kann? Wir treten hinzu durch den Glauben, indem wir beten, "damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe."

[12:49] Dieses Hinzutreten geschieht durch das Gebet. Und so finden wir in der Offenbarung das Bild von Jesus, der die Gebete empfängt. In Offenbarung 8 Vers 3: "Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar. Der hatte ein goldenes Räucherfass, und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar darbringe, der vor dem Thron ist." Steigen die Gebete empor, und dort im Himmel, dort im himmlischen Heiligtum, steht jemand, der noch seine Gerechtigkeit, seine Verdienste hinzufügt, nämlich Jesus Christus, unser Hohepriester.

[13:37] Es ist auch wichtig, dass wir wirklich mit aufrichtigem Herzen beten. In Psalm 17 und dort Vers 1 heißt es: "Höre, oh Herr, die gerechte Sache, vernimm meine Klage, achte auf mein Gebet, das nicht von falschen Lippen kommt." Wir sollen nicht mit falschen Lippen beten, sondern ganz aufrichtig, was wir wirklich von Herzen meinen.

[14:02] Wir brauchen eine Zuversicht, dass Gott unser Gebet erhört. In Psalm 6 Vers 10, einem sehr emotional herausfordernden und tiefgehenden, traurigen Psalm, heißt es am Ende dann mit dieser wunderbaren Wendung zum Guten in Vers 10: "Der Herr hat mein Flehen gehört, der Herr nimmt mein Gebet an." Diese Zuversicht, dass Gott gehört hat, dass Gott das Gebet angenommen hat, dass er für uns eintritt, diese Zuversicht brauchen wir beim Gebet. Und wir dürfen ihn dann auch dafür loben, dass er eingegriffen hat. In Psalm 66 und dort Vers 20 lesen wir diese Worte: "Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht abgewiesen noch seine Gnade von mir gewendet hat."

[14:55] Wenn wir erlebt haben, dass Gott für uns eingetreten ist, wenn wir erlebt haben, dass unser Gebet erhört worden ist, dürfen wir, sollen wir, müssen wir ihm danken, weil er es so sehr verdient. Liebe Freund, liebe Freundin, ich möchte Gott danken von ganzem Herzen für so viele Gebetserfahrungen, die ich in meinem Leben schon machen durfte, auch in jüngster Zeit. Kannst du auch Gott von Herzen danken, dass er deinem Schreien, deinem Flehen zugehört hat und sich für dich und deine Emotionen und für deine tiefsten Bedürfnisse, für deine Befindlichkeiten interessiert hat und dich an die Hand genommen hat und sich neben dich gestellt hat und dich Schritt für Schritt hindurchträgt, durch was auch immer du gerade gehen musst? Wollen wir Gott dafür danken und wollen wir uns vornehmen, noch mehr so zu beten, wie es die Psalmen und natürlich auch viele andere Texte der Bibel uns zeigen, dass durch das Gebet unsere Beziehung zu Gott noch viel inniger und lebendiger und tiefer wird.

[16:10] Wir wollen jetzt, wie angekündigt, uns einige wenige Psalmen genauer anschauen: Psalmen mit verschiedenen Hintergründen und verschiedenen Botschaften, die aber allesamt für unser biblisches Verständnis und unser Glaubensleben heute von großer Bedeutung sind.

[16:29] Wir beginnen mit Psalm 44. Dort heißt es: "Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korachs. Ein Maskil. Oh Gott, mit unseren eigenen Ohren haben wir es gehört, unsere Väter haben es uns erzählt, was du für Taten getan hast zu ihrer Zeit, in den Tagen der Vorzeit." Ist das nicht etwas, womit wir uns gut identifizieren können, wenn wir das Alte Testament, das Neue Testament lesen, wenn wir uns auch vielleicht mit der Kirchengeschichte, der Reformation beschäftigen? Dann sehen wir, welche gewaltigen Taten Gott getan hat, bis in die Adventgeschichte hinein sehen wir, wie Gott gewirkt hat.

[17:08] Dann heißt es weiter: "Du hast mit deiner Hand die Heidenvölker vertrieben, sie aber gepflanzt. Du hast Völker zerschmettert, sie aber ausgebreitet. Denn nicht mit ihrem Schwert haben sie das Land gewonnen, und nicht ihr Arm hat ihnen geholfen, sondern deine rechte Hand und dein Arm und das Licht deines Angesichts, denn du hattest Wohlgefallen an ihnen." Das bezieht sich natürlich auf die Einnahme Kanaans, die nur möglich war, weil Gott ihnen voranging, weil Gott ihre Schlachten geschlagen hat und Gott für sie eingetreten ist. Sie haben das Land nicht mit ihrem Schwert, nicht mit ihrer militärischen Macht oder Erfahrung, sondern durch Gottes Wirken und Macht erobert.

[17:50] Und dann steht in Vers 5 dieser Satz des Glaubens: "Du bist derselbe, mein König, oh Gott, gebiete du Rettung für Jakob." Das, was du damals getan hast, kannst du heute immer noch. So hat auch Daniel gebetet in Daniel 9, als er in Babylon im Exil ist, und er sagt: "Gott, der du uns damals aus Ägypten herausgeführt hast, hab Erbarmen und lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum." Die Idee ist auch dort: Du, der du früher so Großes getan hast, du bist immer derselbe, du hast dich nicht geändert. Deine Macht von damals ist deine Macht von heute. Du kannst uns heute noch genauso retten. Deswegen bittet der Psalmist hier: "Gebiete Rettung für Jakob."

[18:30] "Durch dich wollen wir unsere Feinde niederstoßen, in deinem Namen wollen wir unsere Widersacher zertreten. Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen, sondern du rettest uns von unseren Feinden und machst zu Schanden, die uns hassen." Der Psalmist sagt: "Das, was du damals gemacht hast, kannst du heute auch tun." Und er wendet das persönlich auf sich an. Er sagt: "Nicht mein Bogen, nicht mein Schwert", genauso wie damals es nicht ihr Schwert war, das das Land Kanaan erobert hat. Hier sehen wir, wie ein Mensch im Glauben die Erfahrungen Gottes für sich, in die Erfahrung des Volkes Gottes mit Gott für sich in Anspruch nimmt und sagt: "Das kannst du heute auch tun."

[19:10] "In Gott rühmen wir uns alle Tage, und deinen Namen loben wir ewiglich." Was für ein wunderbarer Psalm, was für eine ermutigende Botschaft, was für eine stärkende Aussage! Und dann kommt ein "Sela". Bis heute weiß niemand genau, was das "Sela" eigentlich wirklich ist. Das sieht aus wie ein Zwischenspiel. Es könnte eine Art Gedankenmoment sein, wo man inne hält. Auf jeden Fall ist dieses "Sela" immer dort, wenn ein größerer Abschnitt zu Ende ist. Es gliedert den Psalmtext, wo immer es vorkommt, und bringt einen neuen Abschnitt.

[19:50] Und der Unterschied zu dem, was bisher war, könnte nicht stärker sein. Denn jetzt in Vers 10 heißt es: "Und doch hast du uns verworfen und zu Schanden werden lassen und bist nicht ausgezogen mit unseren Herrschern. Du hast uns zurückweichen lassen vor dem Feind, und die uns hassen, haben sich Beute geraubt." Mit solch großen Erwartungen hatte der Psalmist begonnen. Er hatte die Taten Gottes in der Vergangenheit gesehen und war sich sicher: Gott kann auch jetzt uns retten. Aber die Realität war sehr ernüchternd. Es gab keine Siege, man ist zurückgewichen, man ist beraubt, erbeutet worden, zu Schanden geworden.

[20:37] Kennst du das, dass man mit Emotion und mit Optimismus und mit vollem Glauben davon ausgeht, dass Gott dasselbe tut, was er damals schon mal getan hat, und dann hat es den Anschein, als würde nichts davon passieren? Die Siege, die man erhofft hat, bleiben aus. Es geht weiter in Vers 12 und 13: "Du hast uns wie Schafe zum Fraß hingegeben und hast uns unter die Heiden zerstreut. Sie kommen in fremde Länder. Du hast dein Volk um ein Geringes verkauft und hast nicht viel dafür verlangt." Dem Volk geht es dramatisch schlecht, und der Psalmist fragt sich, warum. "Du hast uns der Beschimpfung unserer Nachbarn ausgesetzt, dem Hohn, dem Spott und Hohngelächter derer, die uns umgeben. Du hast uns zum Sprichwort unter den Heiden gemacht, dass die Völker den Kopf über uns schütteln. Alle Tage ist meine Schmach vor mir, und meine Scham bedeckt mein Angesicht, wegen der Stimme des Spötters und Lästerers, wegen des Feindes, des Rachgierigen." Es ist so schlimm, es steht so schlimm mit dem Volk Gottes, dass sogar die Nachbarvölker sie auslachen, verspotten. Und der Psalmist spürt das ganz individuell, er spürt das persönlich.

[21:47] Er sagt: "Alle Tage ist meine Schmach vor mir." Vorher hat er immer von "uns" gesprochen, "wir", aber jetzt geht ihn das ganz persönlich an. Er versteht das nicht, er kann es nicht begreifen. Wir alle haben solche Momente erlebt, in denen wir den Eindruck hatten: Wo ist Gott? Warum geschieht das jetzt? Warum greift er nicht ein?

[22:22] Und dann kommt eine interessante Passage. Denn wir wissen aus der Bibel, dass oft solche Situationen eintreten, weil das Volk vom Herrn abgefallen ist, weil sie anderen Göttern hinterhergelaufen sind. Aber hier Vers 18 steht jetzt: "Dies alles ist über uns gekommen, und doch haben wir dich nicht vergessen noch treulos gehandelt gegen deinen Bund. Unser Herz hat sich nicht zurückgewandt, noch sind unsere Schritte abgewichen von deinem Pfad. Dennoch hast du uns zermalmt am Ort der Schakale und uns mit Todesschatten bedeckt."

[22:49] "Hätten wir den Namen unseres Gottes vergessen und unsere Hände ausgestreckt zu einem fremden Gott, würde Gott das nicht erforschen? Er kennt ja die Geheimnisse des Herzens." Mit anderen Worten: Wenn wir das gemacht hätten, dann wüssten wir, warum. Aber hier spricht ein Psalmist und sagt: "Ich weiß nicht, warum es so ist. Damals war es doch anders, warum ist es heute so?"

[23:11] Und hier sehen wir etwas, was wir auch im Buch Hiob sehen, etwas, das schon im Alten Testament und auch im Neuen Testament – zur Zeiten des Alten und Neuen Testamentes – nicht immer die Menschen begriffen haben, was aber Gott sehr deutlich sagen möchte: Auch gläubigen Menschen gelingt nicht immer alles. Auch gläubige Menschen, treue Menschen wie Hiob, erleben Zeiten des unerklärlichen Leides, Zeiten, in denen es subjektiv so aussieht, als würde Gott sie verlassen.

[23:39] Zeiten, in denen es subjektiv so aussieht, als ob Gott nicht so eingreift wie früher. Auch Treue werden verfolgt, auch Gläubige werden geschlagen, ausgelacht, verspottet.

[23:58] Und dann steht in Vers 23: „Ja, um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, wie Schlachtschafe sind wir geachtet.“ Das Volk Gottes wird physisch dezimiert, umgebracht. Und es ist diese Passage, die Paulus in Römer 8 herausgreift, als er ab Vers 31 sagt: „Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt. Wer will verurteilen? Christus ist es, der gestorben ist, ja mehr noch, der doch auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt.“ Sein Punkt ist also ganz deutlich: Nichts kann uns von der Erlösung trennen. Wir wissen, dass wir erlöst sind, weil Jesus tritt für uns ein. Gott ist für uns, was kann uns davon trennen? Das ist eine rhetorische Frage.

[25:04] Und dann kommt die konkrete Anwendung in Vers 35: „Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?“ Also alles äußerliche Dinge, die von außen uns physisch, mental attackieren, aber die unsere Beziehung zu Gott nicht kappen können. Es ist allein die Sünde, die uns von Gott trennt. Verfolgung trennt uns nicht von Gott. Drangsal, Angst, Hunger, Gefahr, Blöße – all das trennt uns nicht von Gott.

[25:39] Und dann sagt er in Vers 36: „Wie geschrieben steht: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, wie Schlachtschafe sind wir geachtet.“ Und dann steht Vers 37: „Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.“

[25:52] Und wenn wir jetzt also Psalm 44 alleine lesen, werden wir vielleicht uns fragen: Was ist hier los? Aber mit Römer sehen wir, dass Psalm 44 von einer Situation spricht, in der Gott sein Volk noch immer genauso liebt, auch wenn es Drangsal erlebt, auch wenn es zerstreut wird, auch wenn es Verfolgung und Tod erleidet. Seine Liebe hört nicht auf, und niemand, auch nicht die schlimmste Verfolgung, kann sie von Gottes Liebe trennen.

[26:28] Psalm 44 Vers 24: „Herr, erhebe dich! Warum schläfst du? Wache auf und verstoß uns nicht für immer! Warum verbirgst du dein Angesicht und vergisst unser Elend und unsere Bedrängnis?“ Und hier, wenn wir jetzt Römer gesehen haben, dann merken wir plötzlich was ganz Interessantes: Wir sehen in Römer objektiv die biblische Wahrheit. Wir sehen, dass Gott genauso sie noch liebt, immer noch für sie da ist und sie erhält. Aber wir sehen subjektiv die, die gerade da drin sind, die das versuchen zu verstehen, die den Eindruck haben, als hätte Gott sie vergessen, die den Eindruck haben, als würde er sich verbergen, die den Eindruck haben, als würde er sich nicht kümmern, als würde er schlafen. Aber im gesamtbiblischen Bild sehen wir jetzt, dass das nur ein subjektiver Eindruck ist, und wir lernen nicht nur, dass wir diesen subjektiven Eindruck ausdrücken können, sondern auch, dass es eine dahinterliegende Wahrheit gibt. So wie Hiob im Buch Hiob seine tiefsten Emotionen ausgedrückt hat und wir trotzdem lernen: Es gibt noch eine dahinterliegende Wahrheit, die der Hiob in seiner Situation nicht gleich sofort erfassen konnte.

[27:28] Vers 26: „Denn unsere Seele ist in den Staub gebeugt und unser Leib klebt am Erdboden.“ Was für eine plastische, bildliche Darstellung für die Niedergeschlagenheit derer, die hier beteten: „Mache dich auf und komm uns zu Hilfe und erlöse uns um deiner Gnade willen!“ Es endet mit diesem Wunsch nach Erlösung durch Gnade, nach Rettung, die auf Gottes Barmherzigkeit basiert.

[27:59] Was für ein beeindruckender und lebensnaher und hilfreicher Psalm, der uns zeigt, der uns eine Perspektive schenkt auf viele Situationen auch in unserem Leben.

[28:15] Nicht minder dramatisch und in die Tiefe gehend ist Psalm 22, ein Psalm, der von David stammt. Das heißt, dem Vorsänger nach der Melodie „Hinde der Morgenröte“, ein Psalm Davids, ein Psalm, der aber auf das Engste, wie wir sehen werden, mit Jesus Christus verknüpft ist.

[28:34] „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Hier haben wir erneut diesen subjektiven Eindruck einer völligen Trennung von Gott. „Warum bleibst du fern von meiner Rettung, von den Worten meiner Klage? Mein Gott, ich rufe bei Tag und du antwortest nicht, und auch bei Nacht und ich habe keine Ruhe.“

[29:07] Jesus hat genau das gefühlt, als er am Kreuz von Golgatha für deine und für meine Sünden beladen hing. War die Trennung von Gott durch die Sünde so real, dass er ausrief in Matthäus 27 Vers 46: „Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, Lama sabachtani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

[29:42] Diese Worte „Eli, Eli, Lama sabachtani“ sind nicht Hebräisch, obwohl Psalm 22 auf Hebräisch verfasst ist. Hat Jesus nicht einfach den ihm sicherlich bekannten hebräischen Text zitiert, sondern er hat denselben Gedanken, denselben Wortlaut quasi in seiner eigenen Muttersprache auf Aramäisch ausgedrückt. Er hatte das Wort Gottes und auch die Psalmen so sehr verinnerlicht, dass er in seiner größten, unvorstellbaren Not seinen Kummer immer noch in Worten ausdrückte, die letztlich ein Echo, ein Zitat aus der Bibel waren, auch wenn es in seiner eigenen Sprache, in seinen eigenen Worten gewesen ist.

[30:23] Jesus hing am Kreuz, und obwohl der Vater in der Finsternis neben ihm stand, konnte er das nicht spüren. Und für ihn sah es so aus, als ob der Vater ihn für immer verlassen hat, obwohl der Vater dort noch stand. Was objektiv die Wahrheit ist, war die Sünde doch so real, dass der Eindruck der Trennung, der Eindruck, das Gefühl des Verlassenseins eine absolute Realität war.

[31:06] Die Sünde hatte Jesus von Gott getrennt. Die Sünde, die du und ich begangen haben, und die Jesus freiwillig auf sich genommen hat.

[31:18] David hat wahrscheinlich kaum geahnt, dass, als er in seiner tiefen Verzweiflung diesen Psalm geschrieben hat, in seinen verzweifelten Worten bereits das Evangelium durchleuchtete, wie wir es heute verstehen können, wenn wir die Parallele zu Jesus sehen. Und das zeigt uns, dass Gott auch aus den tiefsten Verzweiflungen unserer Seele uns immer wieder zu Jesus zurückführen kann.

[31:45] Vers 4: „Aber du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels.“ Hier steht etwas ganz Außergewöhnliches: Gott wohnt. Wir wissen, er wohnt im himmlischen Heiligtum. Wir wissen auch, er wohnte zur Zeit im Alten Testament im Heiligtum auf der Erde. Er wohnt auch in unserem Herzen durch den Heiligen Geist. Aber hier steht, er wohnt unter den Lobgesängen Israels. Die Psalmen sind sozusagen eine Art Wohnung Gottes.

[32:21] Wer die Psalmen studiert, der betritt sozusagen auch eine Art Heiligtum, denn das Heiligtum ist nichts weiter als Gottes Wohnung bei uns. Und in den Psalmen kommen wir dieser Verbindung von Gott und Mensch in all ihren emotionalen Lagen ganz besonders nah. Und es ist kein Wunder, dass all die Psalmen ja für das Heiligtum geschrieben worden sind. Der Heiligtumsdienst war eben nicht eine trockene, formale Zeremonie, sondern war genau für diese tiefsten persönlichen Erfahrungen mit Gott gedacht. Er wohnt im Heiligtum unter den Lobgesängen Israels, unter den Psalmen, die dort am Heiligtum mit diesen Inhalten gesungen worden sind.

[33:13] Vers 5 und 6: „Auf dich haben unsere Väter vertraut, die vertrauten, und du hast sie errettet. Zu dir riefen sie und haben Rettung gefunden. Auf dich vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.“ Das ist dieselbe Argumentation wie auch in Psalm 44. Damals hat Gott geholfen. Es gibt viele Glaubenshelden, auf die man sich berufen kann.

[33:35] Aber die Realität, die David beschreibt, ist jetzt eine, die dem zu widersprechen scheint: „Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. Alle, die mich sehen, spotten über mich. Sie reißen den Mund auf und schütteln den Kopf: Er soll doch auf den Herrn vertrauen, der soll ihn befreien, der soll ihn retten, ja, er hat ja Lust an ihm.“

[33:54] All das hat sich im Leben von Jesus gezeigt. Er wurde verachtet, und als er am Kreuz von Golgatha hing, da gingen die Leute wirklich vorbei und schüttelten ihren Kopf und lachten ihn aus und sagten noch: „Er soll sich selbst befreien.“ All das hat sich bis in den Wortlaut buchstäblich erfüllt. Man kann das nachlesen in Jesaja 53 und vor allem in Matthäus 27 Vers 39 bis 43.

[34:17] Vers 10: „Ja, du hast mich aus dem Leib meiner Mutter gezogen. Du warst meine Zuversicht schon an meiner Mutter Brust. Auf dich bin ich geworfen vom Mutterschoß an. Vom Leib meiner Mutter her bist du mein Gott.“ David hat sein Leben lang mit Gott gelebt. Jesus ist schon von Mutterleib an heilig gewesen und hat schon seit seiner Geburt die Erfüllung mit dem Heiligen Geist erlebt und ist durch Gottes Geist sein ganzes Leben lang geführt worden.

[34:45] Vers 12: „Sei nicht fern von mir, denn Drangsal ist nah und kein Helfer ist da. Es umringt mich große Tiere – Verzeihung – große Stiere, Mächtige von Baschan umzingeln mich. Sie sperren ihr Maul gegen mich auf wie ein reißender und brüllender Löwe.“ David beschreibt diese immense Gefahr, in der er sich befindet. Jesus war in enormer Gefahr. Natürlich sind diese Löwen und Stiere nur Symbole für die reale politische Gefahr für Leib und Leben, die David damals hatte und die Jesus, als er verurteilt wurde, sich gegenübersah.

[35:24] Vers 15: „Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, und alle meine Gebeine sind ausgerenkt. Mein Herz ist geworden wie Wachs, zerschmolzen in meinem Innern. Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen. Und du legst mich in den Staub des Todes. Denn Hunde umringen mich, eine Rotte von Übeltätern umgibt mich. Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben. Ich kann alle meine Gebeine zählen. Sie schauen her und sehen mich schadenfroh an.“

[35:55] Es wäre interessant zu wissen, wie viel davon David buchstäblich tatsächlich so gefühlt hat oder inwieweit das auch teilweise poetische Überhöhung ist und literarische Ausgestaltung. Aber auf jeden Fall hat David körperlich gelitten. Aber eins ist sicher: Jesus hat all das hier im buchstäblichsten Sinne erlebt. Seine Gelenke waren wirklich ausgerenkt, als er dort am Kreuz hing. Seine Kraft war wirklich vertrocknet wie eine Scherbe. Seine Zunge klebte wirklich am Gaumen, denn er rief aus, dass ihm dürstete, und er lag im Staub des Todes. Er war wirklich von Übeltätern umringt, und sie haben tatsächlich seine Hände und Füße durchgraben – Wundmale, die er selbst nach seiner Auferstehung, seiner Verherrlichung, noch immer trägt und noch immer tragen wird. Und ja, auch Jesus haben sie schadenfroh angesehen.

[36:55] „Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los über mein Gewand.“ Auch das hat sich buchstäblich erfüllt am Kreuz von Golgatha. „Du aber, oh Herr, sei nicht ferne! Oh meine Stärke, eile mir zu Hilfe! Errette meine Seele von dem Schwert, meine Einsame von der Gewalt der Hunde! Errette mich aus dem Rachen des Löwen! Ja, du hast mich erhört und gerettet von den Hörnern der Büffel.“

[37:24] Hier in Vers 22 schlägt es um. Bevor wir uns die nächsten Verse anschauen, lohnt es sich vielleicht noch einmal kurz nachzudenken, was uns Psalm 22 bis hierhin lehrt. David versteht nicht, warum es ihm so dreckig geht, wo doch Gott in der Vergangenheit immer und immer wieder geholfen hat.

[37:47] Aber wenn wir diesen Psalm im gesamtbiblischen Kontext sehen, dann sehen wir, dass die Erfahrung von David zu einem Typus wird, zu einer Illustration, zu einem Wegweiser zu Jesus Christus, der das alles noch deutlicher und noch viel schlimmer als David selbst erlebt hat. Ja, es gibt für manche Situation, für manche Erfahrung menschlich keine Erklärung. Manches werden wir erst im Himmel verstehen. Aber was wir wissen dürfen, dass egal wie dreckig es uns geht, auch wenn wir das Gefühl haben, dass es uns schlimmer geht als anderen Volk Gottes vor uns, wenn wir nicht verstehen, warum es nicht besser zu werden scheint, dürfen wir eines wissen: Jesus hat dasselbe durchgemacht. Wir sind nicht allein.

[38:40] Und wenn wir uns im Glauben wie Hiob festhalten, wie David festhalten an Gott, dann wird unsere Erfahrung für andere, die das dann sehen, hören, zum Fingerzeig auf Jesus. Die Erfahrung von Hiob wurde zum Typus auf Jesus. Die Erfahrung von Josef, der ungerechtfertigterweise ins Gefängnis kam, wurde zum Typus auf Jesus. Die Erfahrung von David hier wurde zum Typus auf Jesus. Wenn Gott es zulässt, dass wir leiden, obwohl es nicht verdient ist, und wir im Glauben an ihm festhalten, dann lässt er das nur zu, weil dadurch wir und oder andere näher zu Jesus kommen werden.

[39:29] So mancher hat sich bekehrt, weil er einen Märtyrer hat sterben sehen. Calvin ist zum evangelischen Glauben gekommen, weil er einen Märtyrer sah. Dieser Märtyrer wurde zu Unrecht verurteilt, er wurde zu Unrecht verbrannt, er litt körperliche Schmerzen. Und das war sehr kostbar in Gottes Augen, und er ließ es zu, weil dadurch ein anderer Mensch Jesus finden konnte.

[39:57] Vielleicht ist das eine zu selten betrachtete Perspektive auf die Frage des Leides, dass wenn wir leiden, wir eine besondere Gemeinschaft mit Jesus haben, der noch viel mehr für uns gelitten hat, so wie Abraham, der litt, als er Isaak opfern sollte.

[40:29] Aber hier in Vers 22 wendet sich das Blatt. Hier in Vers 22 kommt die Erhörung. Dann geht es weiter in Vers 23: „So will ich meinen Brüdern deinen Namen verkündigen, inmitten der Gemeinde will ich dich loben. Ihr, die den Herrn fürchtet, lobt ihn! Ihr alle vom Samen Jakobs, ehrt ihn und scheut euch vor ihm, du ganzer Same Israels! Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend der Armen.“ Gott lässt uns nicht für immer im Staub des Todes und hat sein Angesicht nicht vor ihm verborgen, und als er zu ihm schrie, er hörte ihn. Vielleicht dauert es länger, als wir gedacht haben, vielleicht kommt es anders, als wir uns vorgestellt haben, aber Gott ist treu.

[41:07] „Von dir soll mein Loblied handeln in der großen Gemeinde. Ich will meine Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten. Die Elenden sollen essen und satt werden. Die den Herrn suchen, werden ihn loben. Euer Herz soll ewiglich leben.“ Freude und Erlösung für alle, die nach Gott suchen, für alle, die an ihm festhalten.

[41:27] Und dann heißt es: „Daran werden gedenken und zum Herrn umkehren alle Enden der Erde, und vor dir werden anbeten alle Geschlechter der Heiden.“ Ich vermute, dass David kaum verstanden hat, was er hier eigentlich geschrieben hat, dass im Zusammenhang mit diesem Leid, das er selbst erlebt hat, das ein Typus war auf die Kreuzigung von Jesus. Es gibt kaum, es gibt eigentlich im gesamten Alten Testament keine so ausdrückliche Schilderung der Kreuzigung Jesu wie in Psalm 22. Und in diesem Zusammenhang heißt es, werden sich Menschen aus allen Nationen bekehren. Sie werden aus allen Geschlechtern der Heiden vor Gott anbeten. Es wird diese Kreuzigung Jesu sein, die dazu führen wird, dass Menschen aus allen Völkern, Nationen, Stämmen und Scharen sich zu Gott wenden wird. Das Leid von Jesus und sein Sterben für meine Sünde und für deine Sünde wird Menschen auf der ganzen Welt erreichen.

[42:24] Und wir hören Matthäus 24 Vers 14, wir hören Offenbarung 14 Vers 6 und wir hören Apostelgeschichte 1 Vers 8, dass das Evangelium bis an die Enden der Erde gehen soll. Denn das Königreich gehört dem Herrn, und er ist Herrscher über die Nationen. Nicht umsonst heißt das Evangelium ja in Matthäus 24 Vers 14, dass in die ganze Welt gehen soll, das Evangelium vom Königreich.

[42:51] Jesus ist der wahre König, er ist König der Könige. Warum ist er der König? Weil er der größte Diener ist. Denn wer der Erste sein will, der sei aller Diener. Weil er bereit war, für meine Sünden und für deine Sünden zu sterben, wird er einmal über uns für alle Ewigkeiten herrschen. Es gibt keinen besseren Chef als der, der bereit ist, die Fehler der Angestellten auf sich zu nehmen, gerade zu stehen, wo er selbst nichts verkehrt gemacht hat, damit andere nicht bestraft werden. Und deswegen ist Jesus der König der Könige. Am Kreuz wurde er sogar als König der Juden bezeichnet.

[43:38] „Es werden essen und anbeten alle Großen der Erde, und vor ihm werden ihre Knie beugen alle, die in den Staub hinabfahren, und wer seine Seele nicht lebendig erhalten kann.“ Hier wird gesagt, dass sie alle vor Jesus beugen werden. Und lesen wir nicht in Philipper genau das, in Philipper Kapitel 2 und dort ab Vers 9? Dort heißt es, Philipper 2 ab Vers 9: „Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über alle Namen ist, damit in dem Namen Jesus sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist zur Ehre Gottes des Vaters.“

[44:18] Das steht hier schon in Psalm 22 im Zusammenhang mit diesem Typus auf die Kreuzigung Jesu. Genauso wie in Philipper 2 steht, dass Jesus sich erniedrigt hat, dass er gehorsam wurde, gehorsam bis zum Tod am Kreuz, und deswegen erhöht worden ist und alle Nationen ihn anbeten werden und aus allen alle Knie sich vor ihm beugen werden. Genauso beschreibt Psalm 22 die Erniedrigung Jesu, den Kreuzestod und die dadurch entstandene Rettung Gottes, so dass die, die Gott suchen, ewig leben werden, dass die Elenden satt werden und dass Menschen aus allen Völkern sich zu Gott bekehren werden, so dass am Ende sogar alle ihre Knie beugen werden – eine Anerkennung, dass Jesus Christus König der Könige ist.

[44:58] Vers 31: „Wird ihm dienen, wird dem Herrn als Geschlecht zugezählt werden. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit, die Gerechtigkeit Jesu Christi, die Gerechtigkeit aus Gnaden, aus Glauben, verkündigen dem Volk, das geboren wird, dass er es vollbracht hat.“ Hier wird ein Same dem Herrn zugezählt werden. Hier kommt eine neue Gruppe von Menschen als neues Volk Gottes hinzu. Hier ist eine Andeutung dessen, dass es ein neues Volk Gottes geben wird aufgrund dieser Kreuzigung von Jesus. Menschen aus allen Völkern, Nationen, Stämmen, die die vorher nicht Volk gewesen sind, werden jetzt Volk Gottes sein, wie es Römer 9 so wunderbar beschreibt mit Bezug auf Hosea Kapitel 2, wo es heißt in Römer 9 und dort ab Vers 24: „Als solche hat er auch uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden, wie er auch durch Hosea spricht: Ich will das mein Volk nennen, was nicht mein Volk war, und die Geliebte, die nicht Geliebte war. Und es soll geschehen an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, da sollen sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden.“

[46:06] David drückt das so aus: „Ein Same wird ihm dienen, wird dem Herrn als Geschlecht zugezählt werden. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit verkündigen dem Volk, das geboren wird, das noch nicht da ist, dass er es vollbracht hat.“ Und es endet, dieser ganze Psalm endet mit diesem Gedanken: „Er hat es vollbracht.“

[46:27] Und hier ist ein ganz tiefer Gedanke, denn er ist

[46:31] Gedanke, denn er ist ja Gott. Gott hat es vollbracht. In Psalm 22 leidet David und dankt dann, dass Gott ihn erhört hat und das aufgrund Gottes Rettung in seinem Leid, dass Gott durch seine Rettung alle Nationen erreichen wird, dass Gott es vollbracht hat.

[46:53] Kennst du noch eine Stelle in der Bibel, wo Gott spricht: „Es ist vollbracht“? Sagt er nicht das in Johannes Kapitel 19 und dort in Vers 30: „Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.“

[47:17] David sagt, das alles wird geschehen. Es wird ein neues Volk Gottes geben. Es werden noch mehr zum Volk Gottes hinzugefügt werden. Es werden alle ihre Knie beugen, weil Gott es vollbracht hat. Aber wann hat Gott gesagt: „Es ist vollbracht“? Als er genau das Leid durchlebte, das David hier im ersten Teil des Psalms 22 beschreibt. Als Gott der Mensch wurde, das Leid erlebt von dem David erlöst werden wollte. Er hat es vollbracht, indem er dieses Leid auf sich genommen hat, es selbst erlebt hat. Dadurch hat er es vollbracht.

[48:15] Und so ist dieser Psalm eine wunderbare Predigt, wie Gott uns rettet, indem er sich mit uns identifiziert. David hatte vermutlich kaum ein Verständnis davon, konnte es kaum ahnen, dass er in seinem Leid, das er Gott vor die Füße warf, in einer unglaublichen Nähe zu Gottes Heilsplan war, weil Gott ihn retten würde, indem Gott selbst Mensch würde und das durchlebte, was er jetzt erlebt, um ihn so zu retten, dass er Gott es vollbracht hat.

[49:04] Was für ein Psalm und was für eine Botschaft! Wenn wir leiden, leidet Gott mit. Er wendet unseren Blick darauf, dass Jesus noch mehr gelitten hat und dass er nun mal nur uns Leid zulässt, weil wir oder andere dadurch noch näher zu Jesus kommen, der uns retten wird.

[49:37] Ein Psalm, der sehr bekannt geworden ist, weil er auch dieses Thema vom Leid und vom Unverständnis thematisiert oder von den Fragen, die ein leidender Mensch hat. Besser gesagt, es ist Psalm 13. Wir wollen ihn uns ganz kurz anschauen. Er ist kurz und er hat eine interessante Struktur, die sehr einfach zu überschauen ist, deswegen ja immer wieder gerne auch analysiert worden ist.

[50:05] In Psalm 13 ab Vers 1 heißt es: „Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.“ Es kommen jetzt vier rhetorische Fragen: „Wie lange, oh HERR, willst du mich ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Angesicht vor mir? Wie lange soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen tragen Tag für Tag? Wie lange soll mein Feind sich über mich erheben?“

[50:26] Wie lange, wie lange, wie lange? Wie oft stellen wir die Frage: „Gott, wie lange noch?“ Stellst du dir auch die Frage, wie lange du noch Sorgen hegen sollst in deiner Seele? Wie lange dieses Gefühl anhalten soll, dass Gott uns ganz vergessen hat? Auch das ist ein subjektives Empfinden, natürlich nicht die objektive Realität, aber ein reales Empfinden, das manchmal messerscharf in unser Herz hineinschneidet. Vier rhetorische Fragen, die den subjektiven Eindruck schildern, verlassen zu sein.

[50:56] Dann kommen zwei Aufforderungen in Vers 4 und 5: „Schau her und erhöre mich, oh HERR, mein Gott! Erleuchte meine Augen, dass ich nicht in den Todesschlaf versinke, dass mein Feind nicht sagen kann: Ich habe ihn überwältigt! Und meine Widersacher nicht frohlocken, weil ich wanke.“ Er bittet: „Schau her, höre mich!“ Er bittet: „Erleuchte meine Augen!“ Der Feind soll nicht triumphieren.

[51:19] Und dann kommt Vers 6: „Ich aber vertraue auf deine Gnade.“ Inmitten des Leides, inmitten der ungeklärten Fragen, inmitten dieses Wunsches, dass Gott erhören soll, sagt er: „Ich vertraue darauf, ich vertraue auf deine Gnade.“ Und dieser Glaube, dieses Vertrauen auf die Gnade Gottes führt zur Wende: „Mein Herz soll frohlocken in deinem Heil.“ Durch den Glauben bekommen wir Zugang zu der Gnade, die uns das Evangelium offenbart, wodurch wir plötzlich einen tiefen inneren Frieden bekommen. Und dann sagt er am Ende: „Ich will dem HERRN singen, weil er mir wohlgetan hat.“

[52:00] In wenigen Versen beschreibt hier David die gesamte Spannbreite dessen, was ein Mensch durchlebt, von der tiefsten Verzweiflung bis zu der Erfahrung, der Gebetserfahrung: „Gott hat mir wohlgetan, ich will ihm einen Psalm singen.“

[52:17] Zum Ende wollen wir noch kurz auf Psalm 60 eingehen. Psalm 60 ist ein Psalm, der geschrieben wurde im Zusammenhang mit großen militärischen Siegen, die David gegen die Aramäer und sein General Joab gegen die Edomiter geschlagen hatte.

[52:34] Und das heißt dann ab Vers 3: „Oh Gott, du hast uns verworfen, du hast uns zerstreut, du bist zornig gewesen. Stelle uns wieder her!“ Auch hier haben wir wieder ein ähnliches Motiv, wie wir es auch schon zum Beispiel in Psalm 44 gesehen haben. „Du hast das Land erschüttert und zerspalten. Heile seine Brüche, denn es wankt. Du hast dein Volk hartes sehen lassen, du tränktest uns mit Taumelwein.“

[52:58] Und dann steht in Vers 6: „Du hast denen, die dich fürchten, ein Banner gegeben.“ Also das ist militärische Sprache, ein Banner, eine Standarte, „dass sie sich erheben um der Wahrheit willen.“ Also der Gedankengang ist ganz klar: „Gott, es ging uns schlecht als Volk. Stell uns wieder her! Wir sind zerstreut worden, aber du hast uns doch, die wir ja noch dein Volk sind. Wir sollen doch für die Wahrheit einstehen.“

[53:23] Und dann kommt ein Sela. „Damit deine Geliebten befreit werden, rette durch deine Rechte und erhöre uns.“ Und dann kommt eine Antwort Gottes in Vers 8: „Gott hat gesprochen in seinem Heiligtum.“ Da sehen wir wieder, wie eng die Psalmen mit dem Heiligtum verbunden sind. „Ich will frohlocken, ich will Sichem verteilen und das Land Sukkot ausmessen. Gilead gehört mir und Manasse gehört mir und Ephraim ist die Festung meines Hauptes, Juda mein Herrscherstab.“

[53:51] Also Gott identifiziert sich mit seinem Volk. Gott sagt: „Ihr seid mein Volk, ihr gehört mir, ihr seid meine Herrschaftsinsignien sozusagen.“ Er bestätigt sein Volk. Und dann sagt er: „Moab ist mein Waschbecken, auf Edom werfe ich meinen Schuh. Jauchze mir zu, Philisterland!“ Mit anderen Worten, die Feinde, die Nachbarn werden besiegt. Sie sollen Teil Israels werden, sie sollen dann zu Gott kommen.

[54:14] Und dann kommt Vers 11: „Wer führt mich in die feste Stadt? Wer geleitet mich nach Edom?“ Das scheint eine dieser Fragen, die auf die gerade erst durchgeführten Militärmanöver sich zu beziehen. Und dann kommt Vers 12: „Hast du uns, oh Gott, nicht verstoßen und ziehst nicht aus, oh Gott, mit unseren Heeren? Kommst du mit oder kommst du nicht mit?“

[55:27] Dann Vers 13: „Schaff uns Hilfe in der Drangsal. Menschenhilfe ist ja nichtig.“ Auf Menschen können wir uns nicht verlassen. Die Idee ist also: „Gott, du musst mit uns ziehen.“ Und was jetzt in Vers 14 steht, hat sich dann in der Besiegung, dem Sieg über die Aramäer und die Edomiter erfüllt: „Mit Gott werden wir gewaltiges vollbringen und er wird unsere Feinde zertreten.“

[55:51] Es macht auf mich den Eindruck, als ob das die Worte von David und den Generälen waren, bevor sie diese Siege errungen haben, im Vertrauen darauf, dass Gott ihnen jetzt helfen wird, nachdem vorher das Volk zerstreut gewesen ist, nachdem vorher es dem Land nicht so gut ging. Gott würde sie wieder zu großer Herrlichkeit führen. Er würde die Feinde zertreten.

[56:13] Und dieser Gedanke am Ende hier ist enorm wichtig, denn obwohl wir heute keine Kriege führen gegen Nachbarvölker, ist der Gedanke ja immer noch ganz präsent, denn diese Kriege gegen Nachbarvölker waren ja nur Illustrationen für den eigentlichen Kampf, den wir alle zu kämpfen haben.

[56:29] In Römer 16 und dort Vers 20 heißt es: „Der Gott des Friedens aber wird in kurzem den Satan unter euren Füßen zermalmen. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch. Amen.“ Bei diesem Kampf hilft uns keine Menschenhilfe. Da brauchen wir allein Gott. Wenn es darum geht, Sünde und Versuchung zu besiegen, kann uns nur Gott helfen.

[56:52] Und vielleicht geht es uns auch so wie den Israeliten in Psalm 60, dass wir sagen: „Das Land ist zerspalten, die Gemeinde ist zerspalten, sie erlebt Niederlage über Niederlage. Aber eigentlich haben wir doch ein Banner, eigentlich sollen wir doch für die Wahrheit einstehen.“ Und Gott antwortet vom Heiligtum und sagt: „Das ist mein Volk, ihr seid mein Volk, ihr seid mein Königreich. Die Prinzipien meines Königreiches sollen sich in diesem Volk hier zeigen.“ Und deswegen sollt ihr für die Wahrheit einstehen.

[57:20] Und wenn dann die Frage gestellt wird: „Wer wird uns geleiten? Wird Gott in den Kämpfen für die Wahrheit, gegen die Sünde, gegen die Rebellion in den persönlichen und auch in den Kämpfen der Gemeinde für die Wahrheit, wird Gott mit uns gehen?“ Dann heißt es: „Mit Gott werden wir gewaltiges vollbringen, mit Gott. Gott wird unsere Feinde zertreten. Er wird den Satan unter unseren Füßen zermalmen.“

[57:42] Das Ganze geht natürlich zurück auf 1. Mose 3 und dort Vers 15, als Gott im Garten Eden versprochen hat. 1. Mose 3, Vers 15: „Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er will dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen.“

[58:01] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du in Sünde gefallen bist, wenn du entmutigt bist, wenn du das Gefühl hast, alles darniederliegt und du kannst für die Wahrheit nicht mehr eintreten, wenn du das Gefühl hast, du bist zu weit gegangen oder der Satan hat dich in seinen Fängen, verzage nicht! Jesus hat versprochen, dass er Krieg führen wird. Jesus hat versprochen, dass er die Feindschaft gegen den Satan neu in dich hineinpflanzt. Jesus hat versprochen, dass er den Feind besiegen wird, dass er treten wird.

[58:25] Am Kreuz von Golgatha hat Jesus den Feind getreten, zertreten, besiegt. Und wenn du ihm das glaubst, dann weißt du, dass das Kreuz das Banner ist, mit dem die Gemeinde vorangeht. Dann weißt du, dass das Kreuz das ist, wofür wir als Wahrheit einstehen. Dann weißt du, dass auch in deinem Leben der Satan unter deinen Füßen zermalmt werden kann, solange du auf das Kreuz schaust. Denn wenn du auf das Kreuz schaust, dann wird der Satan zermalmt. Wo immer das Kreuz ist, dort wird der Satan zertreten. Und wenn wir das Kreuz Jesu in unser Leben bringen, dann wird dort der Satan zertreten, genauso real wie er damals vor 2000 Jahren am Golgatha zertreten worden ist.

[59:10] Jesus ist der Sieger. Und dieser, so auf den ersten Blick so kriegerische Psalm 60, offenbart uns also, wie wir in unserem Leben den Sieg erringen dürfen über Sünde und Versuchung und Teufel und Tod durch Jesus und durch sein Kreuz, durch seinen Tod und seine Auferstehung. Mit ihm werden wir gewaltiges vollbringen und er wird unsere Feinde zertreten.

[59:36] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke für diese wunderbaren Psalmen. Wir sind so tief, so emotional und sie offenbaren solche gewaltigen Schönheiten über das Evangelium. Wir stehen vor voller Staunen vor dir und deinem Wort. Wir möchten dich bitten, dass wir unseren Blick auf Jesus richten. Jesus, der für uns am Kreuz gestorben ist und ihm glauben, dass dort alle unsere Sünden mit ihm hingen und mit ihm gestorben sind und wir jetzt ein neuer Mensch sein dürfen. Dass solange wir auf das Kreuz schauen, der alte Mensch tot sein kann und dein Geist die Taten des Fleisches töten kann. Und dass wenn wir Leid erleben, wenn wir von außen verfolgt, verspottet werden, wenn wir angegriffen werden, nichts davon uns von deiner Liebe scheiden kann, sondern dass wir selbst in diesen Dingen weit überwinden durch ihn, der uns geliebt hat, Jesus Christus. Herr, wir danken dir von ganzem Herzen, dass deine Liebe größer ist als alles, was wir Menschen erfassen können und dass du in der Lage bist, bereit bist, willig bist, uns wiederherzustellen, egal was wir getan haben. Wir möchten unser Leben heute dir ganz geben und dich bitten, dass du uns vergibst und reinigst und uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst und das Vertrauen schenkst, dass auch wenn wir gerade leiden, du da bist und uns retten wirst. Hab Dank dafür. Amen.

[1:01:32] Nächste Woche werden wir weitere Psalmen studieren und in diese tiefen Wahrheiten und großartigen Schätze der Bibel hineintauchen. Bis dann wünschen euch Gottes reichen Segen, viel Freude im Studium, insbesondere der Psalmen. Gott mit euch.

[1:01:54] Amen.


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