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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2024 2nd Nr 8   <<<

In dieser Folge der ‚Christ Study Hour‘ beleuchtet Christopher Kramp die zentrale Bedeutung von Daniel 8:14 und Daniel 12 für die Adventbewegung. Er erklärt, wie Jesus symbolisch als Bote das versiegelte Buch Daniel zur ‚Zeit des Endes‘ um 1798 entsiegelt, um seinem Volk wichtige Wahrheiten zu offenbaren. Die Sendung betont, warum das Verständnis dieser Prophezeiungen für Gläubige heute entscheidend ist und wie Gott sein Volk durch sein Wort führt.


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Serie: CSH 2024 Q2 - Vom Schatten zum Licht

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Transkript

[0:36] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour, zum allerersten Mal aus unserem neuen Studio in Burgkirchen an der Alz.

[0:46] Wir sind gerade eingezogen und haben angefangen, dieses Studio aufzubauen. Es wird sich sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten das eine oder andere ein wenig verändern.

[0:54] Wir freuen uns, dass Gott uns hierher geführt hat und dass wir weiterhin das Evangelium für dich und die ganze Welt verbreiten dürfen.

[1:05] Wir wollen heute weitermachen in unserer Studienserie über das biblische Thema "Vom Schatten zum Licht".

[1:18] Wir begrüßen natürlich auch wie immer alle Zuschauer auf Das Wort und wollen heute in der achten Folge uns mit dem Heiligtum beschäftigen.

[1:30] Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 25. Mai. Es geht um die Wahrheit des biblischen Heiligtums. Diese Wahrheit ist ein Licht in der Adventbewegung gewesen.

[1:47] Ja, diese Wahrheit ist der Grundstein all dessen, was die Adventbewegung ausmacht. Und nachdem wir in der letzten Woche die Wiederkunftshoffnung studiert haben, wollen wir heute uns beschäftigen mit der Frage: Was genau ist 1844 passiert und warum ist das wichtig für uns heute? Und warum ist es wichtig, diese Dinge zu verstehen, und was bedeuten sie für uns persönlich?

[2:17] Bevor wir damit beginnen, möchten wir Gott einladen, dass er uns für dieses essentiell wichtige Thema mit seinem Heiligen Geist durch die Bibel führt, dass er unser Lehrer ist. Ich lade dich ein, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir gemeinsam jetzt ein Anfangsgebet sprechen.

[2:34] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du uns deinen Plan offenbart hast, wie du uns, die wir in Sünde gefallen sind und so oft gegen dich rebelliert haben, wie du uns zurückziehst zu dir. Du hast dich durch das Heiligtum uns dargestellt im Alten Testament und auch im Neuen Testament. Wir möchten verstehen heute, was die Botschaft für unsere Zeit ist bezüglich des Evangeliums, bezüglich des Heiligtums. Herr, wir möchten zu deinen Füßen sitzen, wir möchten die Wahrheit für unsere Zeit so verstehen, wie du sie uns gegeben hast. Wir möchten gestärkt werden, dass wenn Menschen diese Wahrheit angreifen, wir aus der Bibel wissen, warum wir glauben und was wir glauben. Herr, wir möchten dich bitten, dass bei all dem insbesondere du persönlich zu unseren Herzen sprichst. Jeder von uns lebt in einer anderen Situation, jeder von uns hat einen anderen Rucksack zu tragen, andere Kämpfe zu kämpfen. Herr, ich möchte dich bitten, dass niemand dieses Video sieht, der nicht am Ende gemerkt hat, dass deine Stimme zu ihm persönlich gesprochen hat. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[3:54] Wir beginnen in Daniel Kapitel 8 und dort Vers 14. Dieser Vers ist das Fundament, die Grundsäule sozusagen unserer Adventbotschaft. Daniel 8 Vers 14, dort heißt es: "Er sprach zu mir: Bis zu 2300 Abenden und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden."

[4:16] Wir wollen heute versuchen, aus der Bibel genau zu verstehen, was es damit auf sich hat und warum das für uns heute wichtig ist.

[4:26] Zunächst wollen wir uns anschauen, was direkt im selben Kapitel durch den Engel über diesen Vers gesagt worden ist. Dieser Vers hat ja eine Reihe von Elementen: Es geht um 2300 Abende und Morgen, es geht um das Heiligtum, das gerechtfertigt werden soll. Wir werden uns anschauen, was das bedeutet. Die Erklärung, die der Engel in demselben Kapitel in Vers 26 gibt, ist kurz. Er sagt nämlich in Daniel 8 Vers 26: "Was aber über das Gesicht von den Abenden und Morgen gesagt worden ist, das ist wahr, und du sollst das Gesicht verwahren."

[5:04] "Denn es bezieht sich auf fernliegende Tage." In Daniel 8 wird uns nur gesagt, dass dieser Vers 14 wahr ist. Nun, als bibelgläubige, als bibeltreue Studenten des Wortes Gottes, gehen wir davon aus, dass das die Wahrheit ist. Und es wird uns gesagt, dass es sich auf ferne Zeit bezieht und von Daniel verwahrt werden soll. Mit anderen Worten, es gibt also keine konkrete Auslegung, keine Erklärung des Verses in dem Kapitel.

[5:43] Diese Idee, dass diese Wahrheit sozusagen verwahrt wird und noch zurückgehalten wird oder nicht richtig verstanden wird, die findet sich auch am Ende desselben Buches in Daniel 12 und dort Vers 4. Dort heißt es: "Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden daran forschen und die Erkenntnis wird zunehmen."

[6:06] Nun, ganz offensichtlich ist nicht das gesamte Buch Daniel mit all seinen 12 Kapiteln vollständig versiegelt gewesen, denn es gab eine Reihe von Kapiteln, die man schon zur Zeit Daniels und auch in den Jahrhunderten später gut verstehen konnte. Daniel 1 z.B., Daniel 2, Daniel 3 und einige andere Kapitel waren gut verständlich. Auch Daniel 9 hätte man verstehen können zur Zeit von Jesus und eigentlich auch verstehen sollen.

[6:35] Wenn also hier von einer Versiegelung die Rede ist, dann wird es sich offensichtlich insbesondere um den Teil handeln im Buch Daniel, der bereits vorher gesagt worden ist, dass er verwahrt werden sollte: die Wahrheit über die 2300 Abende und Morgen. Die Tatsache, dass der Engel sagt, dass das wahr ist, ist offensichtlich nicht einfach nur redundant. Ich habe es vorhin gerade gesagt, wir gehen davon aus, dass es wahr ist, und natürlich ist die Bibel an jedem Ort, an jeder Stelle wahr. Die Tatsache, dass der Engel – und das muss ich vielleicht hier noch besser betonen, das war vielleicht von mir nicht so gut ausgedrückt – die Tatsache, dass der Engel sagt, dass es die Wahrheit ist, betont, wie wichtig es ist, diesen Vers zu verstehen, betont, wie wichtig es ist, dass dieser Vers nicht angegriffen werden darf. Es handelt sich um Wahrheit, Wahrheit, die sogar vom auslegenden Engel insbesondere als Wahrheit und damit als besonderes gekennzeichnet ist.

[7:47] In Daniel 12 wird uns also gesagt, dass das Buch versiegelt wird, und wir schlussfolgern, dass es sich also insbesondere um diese Wahrheit von Daniel 8 Vers 14 auch handelt. Und uns wird hier jetzt gesagt, dass sie versiegelt wird bis zur Zeit des Endes.

[8:02] Wir haben also einen zeitlichen Referenzpunkt, ab wann die Wahrheit verstanden werden würde. Die Zeit des Endes kennt der Bibelleser bereits aus Daniel 11, denn dort heißt es ab Vers 32: "Und er wird die – das ist der König des Nordens, das Papsttum – und er wird die, welche gegen den Bund freveln, durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten. Die Leute aber, die ihren Gott kennen, werden festbleiben und handeln. Und die Verständigen im Volk werden die vielen unterweisen. Sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen. Und dem unterliegen werden sie ein wenig Hilfe erlangen, und es werden sich viele heuchlerisch an sie hängen. Auch von den Verständigen werden letztlich unterliegen, damit unter ihnen eine Läuterung geschehe, eine Sichtung und Reinigung bis zur Zeit des Endes. Und es währt bis zur bestimmten Zeit."

[8:53] Hier wird deutlich: Die Zeit des Endes ist der Zeitpunkt, wo die Verfolgung des Volkes Gottes im Mittelalter durch den König des Nordens zu Ende kommt. Denn diese Verfolgung, die beschrieben wird in diesen vier Versen, geht bis zur Zeit des Endes, und es handelt sich dabei nicht um eine vage Andeutung, sondern um eine bestimmte Zeit. Es gibt also einen Zeitpunkt, wo diese langanhaltende Verfolgung, die wir schon aus Daniel 7 und Daniel 8 kennen, erst einmal, wenn wir Offenbarung 13 hinzunehmen, beendet wird. Und das ist die Zeit des Endes.

[9:31] In Daniel 12 wird jetzt die Frage gestellt: Wann gehen diese unerhörten Zustände, dass das Volk Gottes so lange vom kleinen Horn, vom König des Nordens, verfolgt wird, wann gehen die zu Ende? Wir lesen das ab Vers 5: "Und ich, Daniel, schaute, und siehe, da standen zwei andere da, der eine an diesem Ufer des Flusses, der andere am jenseitigen Ufer des Flusses. Und einer sprach zu dem in Leinen gekleideten Mann – der ist bereits in Daniel 10 am Anfang vorgestellt worden, es handelt sich um niemand anderen als um Jesus Christus selbst –, der oberhalb der Wasser des Flusses stand: Wie lange wird es dauern, bis diese unerhörten Zustände, diese Zustände der Verfolgung aus Daniel 11 Vers 31 bis 35, zu Ende sind?"

[10:16] "Da hörte ich den in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses war, wie er seine rechte und seine linke zum Himmel erhob." Also hier sehen wir Jesus, wie beide Hände, Verzeihung, zum Himmel erhob und bei dem schwor, der ewig lebt. Jesus schwört, und das ist eigentlich etwas, was an sich, also an sich für sich genommen schon eine sehr interessante Sache ist. In Hebräer 6 wird uns deutlich, dass Gott selbst ja eigentlich gar nicht schwören müsste, weil alles, was er sagt, was wir haben, interessanterweise, wenn ich so darüber nachdenke, einen ähnlichen Punkt wie in Daniel 8, wo der Engel sagt: "Das ist die Wahrheit." Das wird noch mal extra betont, das, was eigentlich sowieso klar sein sollte. Wenn Gott schwört, dann sollten wir eigentlich wissen, dass Gott immer die Wahrheit sagt. Wenn er also schwört, dann will er uns, die wir so langsam im Begreifen sind und manchmal auch schnell im Zweifeln, er will uns eine extra Zuversicht geben. Das ist der Gedanke, der in Hebräer 6 deutlich wird: eine extra Zuversicht, dass wir wissen dürfen, dass das wirklich stimmt.

[11:29] Jesus selbst schwört, und wir haben einige Stellen in der Bibel, wo Gott schwört. Wir erinnern uns an 1. Mose 22, wo er schwört, dass der Same Abrahams siegreich sein wird und alle sich in ihm segnen werden – und dann ein Hinweis auf Jesus natürlich und sein Erlösungswerk. Wir erinnern uns an 4. Mose, wo in Kadesch-Barnea Gott schwört, dass die erste Generation zwar nicht in das gelobte Land gehen wird, aber trotzdem die Herrlichkeit Gottes auf der ganzen Erde sich ausbreiten wird. Es geht also, wenn Gott schwört, immer um wichtige Dinge.

[12:00] Dinge, Dinge, die mit der Verbreitung des Evangeliums auf der ganzen Welt auch zu tun haben. Jesus schwört. Es geht um die Frage: Wann ist die Zeit des Endes? Wann hören die Verfolgung durch das Papsttum auf? Und damit verbunden ist die Frage: Wann wird dieses Buch verstanden werden? Wann wird es entsiegelt? Denn es wird entsiegelt zur Zeit des Endes. Und die Antwort, die Jesus nicht nur gibt, sondern durch einen Schwur für uns Menschen extra betont, damit wir wirklich das als Wahrheit annehmen, ist: "Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit." Und wenn die Zerschmetterung der Kraft des Heiligen Volkes vollendet ist – das ist genau diese Zeit der Verfolgung des Volkes Gottes –, so wird das alles zu Ende gehen.

[12:50] Die Zeitperiode von dreieinhalb Zeiten kennen wir aus Daniel Kapitel 7, und auch dort ist es die Zeit, in der das Volk Gottes durch das kleine Horn verfolgt wird. Diese Zeitspanne kennen wir auch aus Offenbarung 12 Vers 6 und 14, wo uns deutlich gemacht wird, dass es sich um 1260 Tage handelt, die nach Hesekiel 4 Vers 6 1260 Jahre bedeuten. Diese Zeitspanne geht von 538 bis 1798. Das haben wir bereits in einer früheren Lektion uns ausführlicher angeschaut.

[13:23] Interessant ist jetzt, dass wir in Offenbarung 10 genau an dieser Stelle anknüpfen können. In Offenbarung 10 und dort Vers 1 und 2 lesen wir: "Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabsteigen, bekleidet mit einer Wolke, und ein Regenbogen war auf seinem Haupt, und sein Angesicht war wie die Sonne, und seine Füße wie Feuersäulen. Und der hielt in seiner Hand ein offenes Büchlein, und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken aber auf die Erde."

[13:54] Hier haben wir Jesus. Wir kennen das daran, dass sein Angesicht leuchtet wie die Sonne, was wir auch in Offenbarung 1 Vers 16 finden, wo es heißt: "Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne in ihrer Kraft." Als Johannes auf Patmos Jesus in der Vision dort sieht. Jesus hat auch auf dem Verklärungsberg geleuchtet wie die Sonne. Es ist Jesus, der hier in Offenbarung 10 als ein starker Engel herabsteigt.

[14:27] Nun, ein Engel ist per Definition ein Bote, und in der Bibel werden Menschen als Engel bezeichnet. Wir denken da an die sieben Sendeschreiben in Offenbarung 2 und 3. Es wären noch physische Engel natürlich als Engel bezeichnet, aber auch Jesus wird immer wieder in der Bibel als ein Engel dargestellt, nicht weil er ein Engel physisch ist im Schöpfungssinne – er ist ja kein geschaffenes Wesen –, sondern weil ein Engel schlicht und ergreifend ein Bote ist. Und die Bibel hat eine ganze Reihe von Namen und Titeln für Jesus, je nachdem, welcher Aspekt seines Wirkens dargestellt werden soll. Er wird das Lamm Gottes genannt, wenn es darum geht, dass er für unsere Sünden gestorben ist. Er wird Immanuel genannt, wenn es darum geht, dass er mit uns ist, dass er die Göttlichkeit und die Menschheit miteinander verbindet in sich selbst. Er wird das Wort Gottes, wenn es darum geht, dass er uns mitteilt, wer Gott ist und wie Gott ist und was Gott denkt. Und er wird Michael genannt, wenn es darum geht, dass er den Charakter Gottes widerspiegelt. Und so können wir immer weitergehen. Er wird ein Engel genannt, wenn er eine Botschaft hat, wenn er seinem Volk etwas sagen möchte.

[15:51] Halten wir fest: Jesus hat hier in Offenbarung 10 Vers 1 eine Botschaft, und diese Botschaft können wir genauer eingrenzen, denn Jesus hat einen Regenbogen auf seinem Haupt. Und der Regenbogen ist in der Bibel ein Symbol für den Bund. Wir denken an die Geschichte der Sintflut und das direkt danach Geschehene in 1. Mose 9, wo Gott einen Bund schließt mit der Erde. Wir denken daran, dass in Offenbarung 4 der Thron Gottes umgeben ist von einem Regenbogen, um deutlich zu machen, dass der Bund – und wir werden auf dieses Thema gleich noch mehr einzugehen haben und uns näher damit beschäftigen –, dass der Bund das ist, was die Königsherrschaft Gottes definiert und sozusagen komplett einschließt. Alles, was Gott tut, tut er nach den Prinzipien dieses Bundes, und wir werden gleich noch mehr über diesen Bund erfahren.

[16:50] Und dann wird Jesus hier dargestellt mit einer Wolke, und seine Füße waren wie Feuersäulen. Und wenn wir Wolke und Feuersäule gedanklich vor Augen führen, wo die in der Bibel schon mal vorgekommen sind, dann können wir gar nicht anders, als an das Volk Israel zu denken, das von eben diesem Jesus in einer Wolken- und einer Feuersäule durch die Wüste geführt worden ist.

[17:16] Halten wir fest: Jesus kommt herab, symbolisch als ein Bote, um sein Volk, das Volk Gottes, so wie im Alten Testament zu führen an einen neuen Ort. Sozusagen, das Volk Gottes soll sich bewegen. Und Jesus hat eine Botschaft, Achtung, gut merken, bezüglich des Bundes, und diese Botschaft soll dazu führen, dass das Volk Gottes geführt wird.

[17:46] Nun, er hat dabei ein Büchlein in der Hand. Die Schlachter übersetzt "ein offenes Büchlein", aber besser könnte man noch sagen: ein geöffnetes Büchlein, ein Büchlein, das verschlossen gewesen ist, das geschlossen gewesen ist, das geöffnet worden ist. Nun, wenn ein Bote auftritt und eine Botschaft verkündigt und dabei aus einem Schriftstück liest, dann – oder ein geöffnetes, sagen wir so, ein geöffnetes Schriftstück in der Hand trägt, dann ist der Schluss sehr naheliegend, dass die Botschaft, die er predigt oder die er mitteilt, aus diesem Schriftstück kommt. Das einzige Buch in der Bibel, das einmal für eine gewisse Zeit versiegelt worden ist, geschlossen worden ist, wo bestimmte Wahrheiten verschlossen worden sind, ist das Buch Daniel.

[18:34] So können wir sehen, biblisch, dass Jesus hier das Buch Daniel als Bote verkündet, und das ist, glaube ich, sehr interessant. Das Buch Daniel wird nicht einfach von irgendjemandem neu entdeckt, es gibt nicht einfach ein paar Prophetie-Experten, die sich mehr mit Daniel beschäftigen, sondern es ist Jesus selbst, der symbolisch vom Himmel herabkommt, um das Buch Daniel seinem Volk nahezubringen, um durch die Botschaft des Buches Daniels das Volk zu führen.

[19:06] Und es heißt in Vers 3: "Und er rief mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt." Was heißt das? Natürlich denken wir daran, dass der Löwe der König der Tiere ist. Wir denken eventuell auch an Jesaja 21, wo auch die Botschaft vom Fall Babylons eine Rolle spielt. Ich möchte darauf hinweisen, dass es eine ganz besondere Parallele hier zu Offenbarung 10 gibt, und zwar in Amos Kapitel 3. Und es scheint mir so zu sein, dass tatsächlich Offenbarung 10 nicht nur auf Daniel 12 zurückgeht, wie wir gleich sehen werden, sondern auch auf Amos 3. In Amos 3 und dort Vers 7 heißt es:

[19:50] "Nein, der Herr tut nichts, ohne dass er – Achtung – sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart hat. Jetzt kommt's: Der Löwe brüllt, wer sollte sich nicht fürchten? Gott, der Herr, redet, wer sollte nicht weissagen?" Es gibt mehrere Elemente hier, die in Offenbarung 10 wiederkehren werden. Gott redet, er offenbart sein Geheimnis den Propheten, und das soll geweissagt werden, prophetisch weitergegeben werden. Und das Ganze mit dem Bild eines Löwen: Ein Löwe brüllt, dann fürchtet man sich. Wenn Gott redet, muss diese Prophezeiung auch ausgesprochen und weitergegeben werden. Mit anderen Worten, Gott möchte – oder Jesus hier in Offenbarung 10 ist ja auch Gott – möchte, dass die von ihm gegebene Prophezeiung in Daniel auch wirklich vom Volk verstanden wird.

[20:45] Gott hat eine Prophezeiung gegeben, er will nichts tun, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, z.B. Daniel, gegeben und offenbart hat. Dieses Geheimnis soll aber auch verstanden werden. Der Löwe hat gebrüllt, wer fürchtet sich nicht? Gott hat geredet, wer weissagt? Also, es soll geweissagt werden, und das wird für Offenbarung 10 jetzt auch gleich noch ganz wichtig.

[21:05] Wie schon gesagt, Offenbarung 10 knüpft also offensichtlich auch an Daniel 12 an – nicht an Amos 3, sondern an Daniel 12. Das Buch wird jetzt entsiegelt. Wir sind also im Jahr 1798, und die Parallele zu Daniel 12 ist noch deutlicher, wenn wir zu Vers 5 gehen.

[21:21] "Und der Engel – das ist wiederum Jesus, nicht wahr, der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah – erhob seine Hand zum Himmel und schwor bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist und die Erde und was darauf ist" – ein Hinweis auch auf die Schöpfung, interessant auch für die Botschaft, um die es dann hier gehen wird – "es wird keine Zeit mehr sein, sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er in die Posaune stoßen wird, soll das Geheimnis Gottes vollendet werden, wie er seinen Knechten, den Propheten, als Heilsbotschaft verkündet hat."

[21:59] Als 1798 der Papst gefangen genommen wird, hat Jesus seinem Volk das Buch Daniel nahegebracht, und es gab überall in den verschiedenen Denominationen Menschen, die auf die Stimme Jesu gehört haben, die das Buch Daniel studiert haben. Und wiederum finden wir hier einen Schwur von Jesus. In Daniel 12 am Ende des Buches Daniels hatte er geschworen, dass im Jahre 1798 dieses Buch entsiegelt werden würde, dass viele es durchforschen werden würden und dann die Erkenntnis sich mehren würde. Wir haben heute nicht die Zeit, aber ich glaube, dass Daniel 12 auch...

[22:37] Zeit, aber ich glaube, dass Daniel 12 auch zeigt, welche konkrete Bewegung dann diese Botschaft von Daniel verstehen würde und weitergeben würde und dann zum Träger dieser Botschaft werden würde, nämlich die Bewegung, die nach den weiteren Versen von Daniel 12 auf das Jahr 1843 gewartet hat. Aber das würde hier zu weit führen, aber das lohnt sich, das genauer anzuschauen, nämlich die Adventbewegung.

[23:06] Und hier in Offenbarung finden wir auch einen Schwur, aber hier geht es jetzt nicht um die Entsiegelung oder den Zeitpunkt, wann das Buch entsiegelt wird, um die 1260 Jahre, sondern er schwört, dass es keine weitere Zeitprophezeiung geben wird. Es wird keine Zeit mehr geben, sondern etwas anderes wird passieren. Es wird – und nach 1844, also nachdem diese letzte Prophezeiung sich dann erfüllt hat – keine weitere Zeitprophezeiung geben. Aber es ist noch nicht das Ende, denn es gibt etwas, was vollendet werden muss, nämlich das Geheimnis Gottes, wie er es seinen Knechten, den Propheten, verkündet hat. Und das erinnert uns an Amos 3, denn dort ging es ja darum, dass Gott nichts tut, außer dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, offenbart – selbe Formulierung. Interessant ist hier, dass die Offenbarung das als eine Heilsbotschaft, mit anderen Worten, als ein Evangelium bezeichnet. Es geht also um die Vollendung des Evangeliums, des wahren Evangeliums, das auf der biblischen Prophetie basiert. Denn das wahre Evangelium basiert im Alten wie im Neuen Testament auf der Prophetie, seit 1. Mose 3,15. Die Botschaft von Jesus – wir erinnern uns an Markus 1, Verse 15 und 16 – basiert auf dem Evangelium. Jesus selbst hat gepredigt: "Die Zeit ist erfüllt." Vers 14 und 15 ist es gewesen, Entschuldigung. Er sagt ja, dass sich Daniel erfüllt hat und deswegen predigt er das Reich Gottes. Und hier werden wir sehen, erfüllt sich auch der letzte Abschnitt dieser Zeitprophezeiung aus Daniel 8 und 9. Die Parallele zu Amos 3 ist ganz faszinierend. Die Botschaft also ist, dass mit 1844 eine Vollendung des Evangeliums stattfindet, das Gott durch alle Zeiten im Alten und im Neuen Testament seinen Propheten offenbart hat.

[24:59] Die Frage ist jetzt also, was genau muss an dem Evangelium vollendet werden, das so wichtig ist, dass es als eine besondere Wahrheit in Daniel 8, Vers 14, dargestellt wird, dann verwahrt wird für eine lange Zeit bis in das Jahr 1798. Und als dieses Jahr gekommen ist, als die Verfolgung des Volkes abgeschlossen ist, niemand Geringeres als Jesus selbst die Verkündigung dieser Wahrheit aus Daniel 8, Vers 14, zur Chefsache macht, sozusagen, und als ein Symbol-Engel diese Botschaft über den Bund in der ganzen Welt verbreitet und dazu sein Volk auffordert, ihm zu folgen und es ihm gleich zu tun. Was muss an dem Evangelium vollendet werden, dass Jesus zweimal in Daniel 12 und in Offenbarung 10 schwört, um diesen Punkt zu markieren? Es heißt ja hier, dass das Geheimnis in der siebten Posaune vollendet werden soll. Nun, wir haben heute hier nicht die Zeit, die Posaunen ausführlich anzuschauen. Wir haben dazu eine eigene kleine Serie auf Juli Media, die könnt ihr euch bei Gelegenheit dann noch anschauen. Aber in Offenbarung 8, Verse 3 und 4, finden wir denselben Jesus interessanterweise auch als einen Engel dargestellt in Offenbarung 8, Verse 3 und 4: "Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, der hatte ein goldenes Räucherfass, und dem wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar, der vor dem Thron ist. Und der Rauch des Räucherwerks stieg auf vor Gott zusammen mit den Gebeten der Heiligen aus der Hand des Engels." Jesus befindet sich am Räucheraltar, und der ist, obwohl er zum Allerheiligsten gehört, natürlich im Heiligen. Jesus dient in der Zeit, als die Posaunen beginnen, im Heiligen. Wenn wir dann ans Ende der Posaunen gehen, in die siebte Posaune, machen wir eine interessante Beobachtung. Dort heißt es in Vers 19, Offenbarung 11, Vers 19: "Und der Tempel Gottes im Himmel, das himmlische Heiligtum, wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes – Achtung! – die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel." Es geht Jesus ja bei dieser Botschaft, dieser Wahrheit, um den Bund. Wir erinnern uns an den Regenbogen. Die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel. Und die Bundeslade steht wo? Die steht im Allerheiligsten. Wenn sie sichtbar wurde, dann wird jetzt der Weg ins Allerheiligste geoffenbart. In der Gemeinde Philadelphia lesen wir davon, dass Gott eine Tür öffnet. Am Beginn der Posaunen ist Jesus im Heiligen. In Offenbarung 10, in der sechsten Posaune – das gehört zur sechsten Posaune, das ist von der vom Aufbau der ganzen Struktur ganz offensichtlich – gehört zur sechsten Posaune. In der sechsten Posaune finden wir denselben Engel Jesus, der als am Heiligen dort ähm im am Altar dient. Wir finden wir jetzt auf symbolisch natürlich auf die Erde kommt und seinem Volk sagt: "Kommt, folgt mir, ich habe eine Botschaft bezüglich des Buches Daniels." "Kommt und folgt mir." Und dann sehen wir in der siebten Posaune, als Jesus geschworen hat, dass in der siebten Posaune: Es wird keine weiteren Zeitprophezeiungen geben, aber in der siebten Posaune wird das Evangelium vollendet werden. Dann sehen wir in der siebten Posaune, wie die Tür zum Allerheiligsten aufgegangen ist. Offensichtlich geht es darum, dass Jesus vom Heiligen ins Allerheiligste gegangen ist. Wir denken an Daniel 7, Daniel Kapitel 7, Verse 9 und 10, wo das Gericht beginnt im Himmel. Dort heißt es ja passenderweise in Vers 9: "Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter sich setzte. Sein Gewand war schneeweiß und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle. Sein Thron waren Feuerflammen und dessen Räder ein brennendes Feuer. Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm und Zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht setzte sich und die Bücher wurden geöffnet." Throne wurden aufgestellt. Sie sind dort aufgestellt worden, wo sie vorher nicht gewesen sind. Eine Bewegung vom Heiligen ins Allerheiligste. Übrigens, wenn man sich Daniel 7 und Daniel 8 anschaut, dann findet man, dass die Weltreiche dort dargestellt werden, parallel sind, kommt man dann zu Rom und kommt zum kleinen Horn, zum Papsttum. Und dann findet man, dass die Darstellung des himmlischen Gerichtes in Daniel 7, Verse 9 und 10 bis Vers 14, parallel ist zu Daniel 8, Vers 14. Die Reinigung, die Rechtfertigung – da kommen wir gleich noch zu, was das bedeutet – des himmlischen Heiligtums hat offensichtlich zu tun, wird parallel geführt mit dem Gericht. Und dieses Gericht beginnt, als Throne sich bewegen an den Ort, wo jetzt das Gericht stattfindet. In Offenbarung 10 haben wir gesehen, das Evangelium wird vollendet, indem dort der Weg ins Allerheiligste sichtbar wird.

[30:02] Das heißt, Jesu Botschaft ist ganz deutlich: Der Erlösungsplan wird vollendet, indem Jesus seinen Dienst, den er auf der Erde begonnen hat und den er im Heiligen durch seinen Tod und seine Auferstehung im Zentrum des Erlösungsplanes, wo er den Sieg errungen hat, befestigt hat. Diesen Dienst, den er dann im himmlischen Heiligtum, im Heiligen, für viele Jahrhunderte durchgeführt hat, der wird zur Vollendung gebracht, indem er ins Allerheiligste geht, dort wo die Bundeslade ist.

[30:31] Einige interessante Punkte wollen wir uns gleich anschauen. Auf der Erde haben aber diejenigen, die das Buch Daniel studiert haben, nicht so wirklich all das begriffen. In Daniel 8, Vers 14, heißt es ja dann: "Wird das Heiligtum gerechtfertigt werden" oder nach einigen Übersetzungen auch "gereinigt werden". Und ein Hauptgrund, warum Miller damals sich dafür entschieden hat, zu glauben, dass das Heiligtum die Erde ist, war nicht einfach nur, weil das natürlich ein wesentlicher Grund war, allgemein angenommen, aber er hat sich tatsächlich Gedanken gemacht, ob es nicht auch das himmlische Heiligtum sein könnte. Eine Reihe von Optionen durchgespielt, das kann man in seinen Schriften nachvollziehen. Und seine Begründung, warum er nicht an das himmlische Heiligtum diesbezüglich denken wollte, war interessant. Er sagte nämlich: "Das himmlische Heiligtum ist so rein. Im Himmel ist nichts Böses, nichts Sündiges. Was soll da gereinigt werden?" Und man kann diesen Gedanken in sich nachvollziehen, aber es ist natürlich biblisch nicht ganz richtig, eigentlich sogar total falsch. Denn in Hebräer 9, Vers 23, steht: "So ist es also notwendig, dass die Abbilder der im Himmel befindlichen Dinge hierdurch – das heißt, durch das Blut, also durch Blut – gereinigt werden. Die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Opfer als diese", also nicht durch Tieropfer, sondern durch das Opfer Jesu. Der Himmel selbst, das himmlische Heiligtum, muss gereinigt werden.

[32:03] Was Miller nicht verstanden hatte, war die biblische Heiligtumslehre, dass nämlich Sünde tatsächlich in einem ziemlich konkreten Sinne übertragen wird, dass Sünde vom Sünder in das Heiligtum übertragen wird und dort dann ist und mit dieser Sünde im Heiligtum auch umgegangen werden muss. Mit anderen Worten, weil man die Funktionsweise des Heiligtumsdienstes und damit die tieferen Zusammenhänge des Erlösungsplanes nicht richtig durchdrungen hatte, dadurch kam es zu der großen Enttäuschung 1844. Und das zeigt uns, wie entscheidend es für die Auslegung der Prophetie ist, dass wir das Evangelium so gut wie nur möglich verstehen. Je besser wir das Evangelium verstehen, desto besser werden wir auch die Prophetie verstehen. Je weniger wir das Evangelium erleben und verstehen, desto weniger werden wir auch die Prophetie korrekt auslegen. Deswegen gehören das Evangelium von Jesus Christus und die biblische Prophetie untrennbar zusammen. Und jeder, der sich wirklich für Jesus und sein Evangelium interessiert, wird sich auch für die Prophetie interessieren. Denn Jesus selbst kommt ja als ein Bote 1798 symbolisch und möchte, dass sein Volk das Buch Daniel, die Prophetie, versteht, liest und weitergibt.

[33:25] In Offenbarung 10, Verse 10 und 11. Verzeihung, Offenbarung 10, Verse 10 und 11, sehen wir diese Enttäuschung. Da heißt es: "Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es auf, und es war in meinem Mund süß wie Honig. Als ich es aber aufgegessen hatte, wurde es mir bitter im Bauch. Und er sprach zu mir: 'Du sollst nochmals weissagen über viele Völker und Nationen und Sprachen und Könige.'" Da haben wir wieder Amos 3. Es soll geweissagt werden. Jesus hatte ja gebrüllt wie ein Löwe. Es muss geweissagt werden. Man hatte zwar die Botschaft falsch verstanden, aber Jesus hatte natürlich etwas Tatsächliches gemeint, etwas Reales gemeint. Jesus hat ja nicht einfach nur eine Enttäuschung herbeigeführt, sondern Jesus hat eine tatsächliche Botschaft. Und manchmal fokussieren wir uns bei 1844 so sehr auf die Enttäuschung und weniger auf das, was Jesus sagen wollte. Er wollte nämlich sagen: "Das Evangelium wird vollendet in der siebten Posaune. Studiert Daniel, das jetzt Siegel ist, wo in Daniel 8, Vers 14, davon gesprochen wird." Es gibt also eine Botschaft, die real ist, die Jesus weitergeben wollte, die nur partiell verstanden wurde von der Adventbewegung in den 1840ern, die aber weiter gepredigt werden soll.

[34:38] Und der Hinweis im nächsten Vers hat dann den Blick gerichtet auf das Thema, das es zu studieren galt, um diese Botschaft von Jesus besser zu verstehen. Es heißt nämlich in Offenbarung 11, Vers 1, was eigentlich thematisch unbedingt noch zu Kapitel 10 gehören muss. Die Kapiteleinteilung ist auch hier nicht so günstig. Es heißt hier: "Und mir wurde eine Messrute, eine Messrute gegeben, gleich einem Stab, und der Engel stand da und sagte: 'Mache dich auf und miss den Tempel Gottes samt dem Altar und die, welche daran anbeten.'" Das Messen wird in der Bibel manchmal auch mit dem Gericht in Verbindung gebracht. Wir denken da an Matthäus 7, ab Vers 1. Es geht also um das Heiligtum. Die Adventgläubigen sollten sich intensiver mit dem Heiligtum und auch dem Gericht beschäftigen, damit sie die Botschaft, die Jesus seit 1798 in die Welt tragen möchte, jetzt auch wirklich so verstehen, wie er es schon immer gemeint hat, damit sie das, was Jesus offenbart hat seinen Knechten, den Propheten, auch weitergeben können. Das ist auch geweissagt wird, dass es auch in die Welt gelangt. Und das bringt uns zu der Frage, was mit diesem Heiligtum wirklich gemeint ist und was es damit auf sich hat im Bezug vor allem natürlich auch auf Daniel 8, Vers 14, auf 1844.

[36:02] Wir wissen aus Hesekiel 28, dass es schon vor dem Sündenfall im Himmel ein Heiligtum sozusagen gegeben hat, einen Ort, an dem Gott seinen Thron hat, der ähm der Luzifer war ein Schirm der Cherub. Natürlich ist dort nicht das Problem der Sünde behandelt worden, aber Gott hat dort gewohnt und bestimmte Elemente, die wir später aus dem Heiligtumsdienst kennen, sind schon dort gegenwärtig gewesen. Die Bibel sagt uns in Hebräer 8, Vers 2, dass Gott selbst das himmlische Heiligtum aufgerichtet hat. Lesen wir ganz deutlich in Hebräer Kapitel 8, Vers 2: "Einen Diener des Heiligtums, einen Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Stiftshütte, die der Herr errichtet hat und nicht ein Mensch." Das irdische Heiligtum, sei es die Stiftshütte in der Wüste, der salomonische Tempel, dann später der Tempel, der von Zerubbabel gebaut worden ist oder der von Herodes umgebaut und massiv ausgebaut worden ist, auch der nie gebaute Tempel Hesekiel, sind alles detailgenaue, aber sehr verkleinerte Illustration. 2. Mose 25, Vers 9, macht er deutlich, dass das Heiligtum nach einer Kopie, also einer Kopie eines Mose gezeigten Originalplanes, gewesen ist. Nun, dieses himmlische Heiligtum, der Ort der Gegenwart Gottes in einem ganz konkreten Sinne, den es ja sozusagen schon immer auch gegeben hat. Dieses himmlische Heiligtum wird in Vers 6 im selben Kapitel genauer definiert: "Nun aber hat er einen umso erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde." Das himmlische Heiligtum ist das Heiligtum des neuen Bundes. Und jetzt fangen wir an zu verstehen, warum Johannes, warum Jesus in Offenbarung 10 einen Regenbogen trägt. Er hat ja eine Botschaft bezüglich des Bundes. Und das Heiligtum – und das ist ja in Daniel 8, Vers 14, geht es das Heiligtum des neuen Bundes. Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Das irdische Heiligtum, die Stiftshütte, salomonischer Tempel, war immer mit dem alten Bund in Verbindung. Und solange es keinen alten Bund gab, gab es auch kein Heiligtum. Es gab kein irdisches Heiligtum. Es gab bei Abraham und bei Isaak und bei Jakob, die von dem alten Bund so noch nichts wussten. Der wird ja erst geschlossen, als das Volk Israel aus Ägypten rauskommt, nach Jeremia 31. Da gab es auch kein irdisches Heiligtum. Das himmlische Heiligtum hat es schon den Tempel Gottes hat es schon immer gegeben. Und den neuen Bund in seinen Kernprinzipien auch, aber dazu gleich noch mehr.

[39:08] Die Grundidee des Heiligtums besteht ja darin, dass Gott bei seinem Volk wohnen möchte. 2. Mose 25 und dort Vers 8 macht das ganz deutlich. 2. Mose 25, Vers 8: "Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohnen möchte." Und deswegen ist es das Heiligtum des Bundes. Denn der Bund hatte damit zu tun, dass Gott und die Menschen sich miteinander verbinden. Deswegen steht im Allerheiligsten an dem wichtigsten Ort des Heiligtums eine Bundeslade. Offenbarung 21 und dort Vers 3 finden wir diese Idee, wie sich am Ende dann schlussendlich auf der neuen Erde in Vollendung erfüllen wird: "Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: 'Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen. Sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.'" Das ist das Ziel des gesamten Heiligtumsdienstes.

[40:06] Worauf basiert dieser neue Bund? Der neue Bund basiert auf dem Blut von Jesus. Das wird ganz deutlich in Matthäus 26 und dort Vers 28: "Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden." Das Blut Jesu ist das Blut des neuen Bundes. Der neue Bund basiert auf dem Blut Jesu. Das Heiligtum des neuen Bundes wendet also das Blut von Jesus an. Dieses Blut ist die Grundlage des gesamten himmlischen Heiligtumsdienstes, so wie das Blut der Opfertiere Grundlage des gesamten irdischen Heiligtums gewesen sind. Und dieses Blut ist absolut notwendig, denn nach Hebräer 9 und dort Vers 22 – Hebräer 9 und dort Vers 22 – heißt es: "Und fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung." Und da der neue Bund im Kern Vergebung erreichen möchte, braucht er Blut.

[41:15] Diesen Bund, dieser Bund wird angesprochen in Daniel Kapitel 9, Vers 27. Daniel 9, Vers 27: "Und er wird mit den vielen einen festen Bund schließen eine Woche lang, und in der Mitte der Woche wird Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen." Jesus hat einen festen Bund geschlossen, den Bund, den er seit 1. Mose 3, Vers 15, versprochen hat. Wir denken noch an Galater 3, Vers 8, wo es heißt, dass dem Abraham das Evangelium gepredigt worden ist. Diesen Bund, den Gott versprochen hat, den hat er durch seinen Tod festgemacht. Deswegen wird er der neue Bund genannt. Die Prinzipien des neuen Bundes – wir werden sie, glaube ich, noch gleich noch mal zusammenfassen – diese Prinzipien gab es schon immer. Schon Adam und Eva kannten die Prinzipien des neuen Bundes, aber sie konnten nur sozusagen im Glauben darauf, dass Jesus sein Versprechen auch wahr machen würde, diesen Bund annehmen, denn das zugrunde liegende Blut war noch nicht vergossen worden. Also für 4000 Jahre ungefähr sind Menschen erlöst worden auf der Basis, dass Gott versprochen hatte, dass das dazu notwendige Blut dann zur Verfügung stehen würde. Und als Jesus tatsächlich gestorben ist, sind all diese Versprechen erfüllt worden und gleichzeitig die Grundlage geschaffen worden für alle weiteren, die dann noch kommen würden. Und das bedeutete hier in Daniel 9, dass die Tür für die Tieropfer sozusagen, also die, dass sozusagen die Möglichkeit, das Evangelium durch Tieropfer typologisch zu erleben, jetzt geschlossen worden ist. Denn es gab jetzt einen direkteren Weg. Die Schlacht- und Speisopfer würden aufhören durch den Tod Jesu.

[42:57] Und in Hebräer 10 wird uns deutlich in Vers 19 und 20: "Da wir nun, ihr Brüder, Kraft des Blutes Jesu Freimütigkeit haben zum Eingang in das Heiligtum" – gemeint ist natürlich das himmlische Heiligtum – "den er uns eingeweiht hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, durch das heißt, durch sein Fleisch." Wir haben jetzt einen neuen Weg. Gott hat mit dem Tod Jesu den bisherigen, die bisherige Tür sozusagen geschlossen. 4000 Jahre lang konnte das Evangelium nur durch diese Tieropfer vermittelt und erfahren werden. Jetzt, als Jesus das Opfer selbst gebracht hat, auf das alle die Opfer hingewiesen haben, wurde diese Tür geschlossen, und es war jetzt erwartet, dass alle wahren Gläubigen Jesus dabei auch folgen, dass sie nicht weiter Tieropfer bringen, sondern an dieses eine Opfer so glauben, wie Gott es jetzt von ihnen sich wünschte, dass nämlich ihr Glaube jetzt in das himmlische Heiligtum, wo Jesus symbolisch sozusagen sein Blut tatsächlich anwendet. Und deswegen dürfen wir im Glauben zu ihm kommen. In Hebräer 4, Verse 14 bis 16, ist genau das die Grundlage: "Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe." Das ist genau die Idee: Der Weg ist jetzt frei, nicht mehr durch Tieropfer, sondern durch den Glauben an Jesus im himmlischen Heiligtum, wo er...

[44:42] Heiligtum, wo er dient. Und Hebräer 6 macht ganz deutlich, dass Jesus dort für uns vorgelaufen ist.

[44:49] Das heißt, hier diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere hinter den Vorhang, wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen ist, der Hohepriester in Ewigkeit geworden ist nach der Weise Melchisedeks. Wir wollen kurz etwas zu diesem Vers sagen.

[45:06] Es ist immer wieder darüber diskutiert worden: Ist dieser Vorhang nun der Vorhang zum Heiligen oder der Vorhang zum Allerheiligsten? Und es gibt viele, die glauben, dass Jesus nach seiner Himmelfahrt direkt in das Allerheiligste gegangen sei und dort dann all die Zeit gedient hat. Aber das ist aus mehreren Gründen falsch.

[45:25] Zunächst einmal stellt sich ganz deutlich heraus, dass Paulus in der Lage ist, zwischen zwei Vorhängen zu unterscheiden. Er macht nämlich ganz deutlich in Hebräer 9 Vers 3, dass das Heiligtum auch einen zweiten Vorhang gehabt hat. Es gibt also einen Vorhang zum Heiligen, einen Vorhang zum Allerheiligsten. Wenn man den Vers genau liest, wird ganz deutlich: Jesus ist ein Vorläufer, er ist uns vorausgegangen. Das heißt, er ist dort, wo wir noch nicht sind. Und was uns trennt, also physisch sozusagen, Jesus und uns Gläubige, ist der Vorhang. Nun, wenn damit der Vorhang zum Allerheiligsten gemeint sein würde, dann würde es bedeuten, dass wir Gläubigen uns im Heiligen befinden und wir nicht ins Allerheiligste können und Jesus für uns dorthin vorgegangen ist. Aber das ist Quatsch, denn wir sind nicht im – das ist unmöglich – wir sind nicht im himmlischen Heiligtum, auch nicht im Heiligen. Wir sind im sozusagen im Vorhof auf der Erde, dort, wo Jesus das Opfer gebracht hat und wo er das Leben neu sich gegeben hat. Wir sind dort am Vorhof. Und was uns von dem Hohenpriester trennt, ist genauso wie im himmlischen, wie im irdischen Heiligtumsdienst der erste Vorhang, der den im Heiligen dienenden Priester von dem gläubigen Volk im Vorhof trennt. So sind wir physisch als Gläubige von Jesus im Heiligen getrennt. Also, ich rede jetzt von der Zeit von Paulus bis 1844, ja? Also, Paulus will hier so verstanden werden, dass Jesus ins – und der Vorhang reicht hinter den oder die Hoffnung reicht hinter den Vorhang des ins Heilige hinein – ähm, dass Jesus mittlerweile ins Allerheiligste gegangen ist. Das ist ja die Botschaft der siebten Posaune, das ist die Botschaft von Offenbarung 10, dass er jetzt einen Weg öffnet vom Heiligen ins Allerheiligste. Aber das ist noch nicht die Botschaft von Paulus an die Hebräer, denn zu dieser Zeit war diese Wahrheit noch versiegelt.

[47:24] Gehen wir, Verzeihung, zu Hebräer 9 und dort Vers 6. Hebräer 9 und dort Vers 6: „Da nun dies so eingerichtet ist, betreten zwar die Priester alle Zeit das vordere Zelt zur Verrichtung des Gottesdienstes.“ Paulus weiß, es gibt zwei Phasen des Heiligtumsdienstes. Es gibt den im irdischen Heiligtumsdienst, den Dienst im Heiligen, den täglichen Dienst, der jeden Tag vonstatten ging. Aber es gab auch einen Dienst, der nur einmal im Jahr am 10. Tischri am großen Versöhnungstag stattfand. In Vers 7: „In das zweite Zelt aber geht einmal im Jahr nur der Hohepriester, und zwar nicht ohne Blut, das er für sich selbst und für die Verirrung des Volkes darbringt.“ Halten wir fest: Auch dieser Dienst im Allerheiligsten basiert auf dem Blut. Und wenn der Dienst im Allerheiligsten auf der Erde genauso auf dem Blut der Tieropfer basiert wie der Dienst im Heiligen, dann ist das alles auch übertragbar auf das himmlische Heiligtum. Der Dienst Jesu im Allerheiligsten basiert genauso wie sein Dienst im Heiligen auf dem Blut des neuen Bundes, das ja auf Golgatha vergossen hat.

[48:32] Und dann sagt er interessanterweise noch ein weiterer Punkt ist hier interessant, nämlich dass das für das Volk stattfindet. Es geht also nicht nur um die Reinigung des Heiligtums, es geht auch – das sehen wir in 3. Mose 16 – auch um die Reinigung des Volkes. Vers 8: „Damit zeigt der Heilige Geist deutlich, dass der Weg zum Heiligtum noch nicht offenbar gemacht ist, solange das vordere Zelt Bestand hat.“ Mit anderen Worten – das müssen wir gut jetzt verstehen – solange der Dienst im Heiligen vor sich geht, ist der Weg zum Allerheiligsten nicht offen. Anders ausgedrückt: Wenn der Weg ins Allerheiligste offen ist, endet der Dienst im Heiligen. Es kann nicht gleichzeitig Dienst im Heiligen und im Allerheiligsten stattfinden. Natürlich gibt es auch im Allerheiligsten die Möglichkeit, Vergebung zu bekommen, aber der Priester ist dann nicht mehr im Heiligen, sondern im Allerheiligsten.

[49:31] Offenbarung 11 Vers 19 hat gezeigt, dass in der siebten Posaune der Weg ins Allerheiligste offen ist, geöffnet wird, und dadurch wird das ewige Evangelium vollendet. Das ist der Gedanke von Offenbarung 10 Vers 7. Diese Botschaft, die Gott seinen Knechten gegeben hat seit 1. Mose 3 Vers 15, sie kommt an ihre Vollendung, weil Jesus nicht nur auf die Erde gekommen ist, nicht nur ein perfektes Leben gelebt hat, nicht nur für uns gestorben ist, nicht nur ähm das Leben sich wiedergenommen hat und also wieder auferstanden ist, dass er nicht nur im himmlischen Heiligtum über 1800 Jahre lang für uns gedient hat, sondern jetzt dieses Blut des neuen Bundes im Allerheiligsten anwendet und es zum Gericht kommt, das die Wiederkunft dann einleitet, die Vollendung des Heiligtums.

[50:20] Vers 9 und 10, Hebräer 9 Vers 9 und 10: „Dieses ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit, in welcher Gaben und Opfer dargebracht werden, die, was das Gewissen anbelangt, den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst verrichtet, der nur aus Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen besteht und aus Verordnungen für das Fleisch, die bis zu der Zeit auferlegt sind, da eine bessere Ordnung eingeführt sind.“ Paulus nimmt jetzt diesen Dienst der zwei Abteilungen des irdischen – das, Verzeihung, des Heiligen und des Allerheiligsten – nimmt diese beiden als ein, Achtung, Gleichnis und zwar für seine eigene Zeit. Zur Zeit von Paulus ist ja das irdische abgeschafft worden, oder? Also, der, der im Sinne des Evangeliums hat sich der Fokus verlagert vom irdischen Heiligtum zum himmlischen Heiligtum. Paulus sagt, das ist ein Gleichnis. Wir lesen mal weiter in Vers 11 und 12: „Als aber der Christus kam als ein Hohepriester der zukünftigen Heilsgüter, ist er durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht, das heißt, nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht mit dem Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erlangt.“

[51:32] Paulus kontrastiert also den alten Bund mit dem neuen Bund. Er kontrastiert den alten Bund – das ist also sein Gedanke, sein Ziel, wir müssen Paulus' Argument verstehen. Sein Ziel ist zu sagen, dass der neue Bund jetzt dran ist und nicht mehr der alte. Und um diesen Gedanken zu illustrieren, dass der neue Bund dran ist und nicht mehr der alte. Übrigens, der neue Bund hat mit dem ganzen himmlischen Heiligtum zu tun und der alte Bund mit dem gesamten irdischen Heiligtum. Also sowohl das Heilige als auch das Allerheiligste des irdischen Heiligtums sind der alte Bund. Und das Heilige und das Allerheiligste des himmlischen Heiligtums sind komplett der neue Bund. Also das ist der Vergleich: irdisches Heiligtum, himmlisches Heiligtum. Um das zu illustrieren, verwendet Paulus jetzt hier das Gleichnis und sagt, das ist so wie mit dem Heiligen und Allerheiligsten. Wenn man im Heiligen ist, ist man im Heiligen. Wenn der Weg ins Allerheiligste, also wenn man im Heiligen ist, ist der Weg zum Allerheiligsten nicht offen. Wenn der Weg zum Allerheiligsten ist, ist das Heilige hinter einem, ja, dann geht man ins Allerheiligste, nicht mehr ins Heilige. Wenn der Priester am großen Versöhnungstag, wenn der Priester im Allerheiligsten ist, geht der Glaube dorthin und nicht mehr ins Heilige. Und Paulus sagt, das ist ein Bild, ein Gleichnis für den Wechsel vom irdischen Heiligtumsdienst mit seinem gesamten Heiligtum zum himmlischen Heiligtum mit seinem gesamten Heiligtum. Viele haben das missverstanden und haben gedacht, dass Paulus lehrt, dass Jesus direkt ins Allerheiligste gegangen ist. Aber Paulus will hier deutlich machen, dass das Allerheiligste als Abteilung ein Symbol ist für den gesamten himmlischen Heiligtumsdienst, für den neuen Bund. Und der besteht auch aus zwei Abteilungen, genauso wie der irdische, der aus zwei Abteilungen bestand. Und wenn man das einmal verstanden hat, dann ist die ganze Stelle plötzlich ganz logisch und auch nicht mehr schwer zu verstehen und führt hoffentlich auch

[53:34] nicht mehr dazu, dass Menschen die Adventbotschaft verlassen, weil sie glauben, Jesus wäre gleich ins Allerheiligste gegangen. Das sagt der Text nämlich gar nicht. Der Text sagt, dass Jesus ins himmlische Heiligtum gegangen ist. Und wir erinnern uns, dass als Jesus am Kreuz gestorben ist, als der alte Bund sozusagen beendet wurde, als die Tieropfer abgeschafft und als die Tür für die Tieropfer geschlossen worden ist, erinnern wir uns, dass im Tempel der Vorhang zum Allerheiligsten zerriss als ein Symbol genau dafür, dass nämlich jetzt der Wechsel ist vom irdischen Heiligtum zum himmlischen Heiligtum. Und so wie im irdischen Heiligtum es zwei Abteilungen gab, gibt's natürlich auch im himmlischen zwei Abteilungen. Auch der neue Bund kennt einen zweiphasigen Dienst. Ähm, das hat der

[54:26] Paulus nie in Abrede gestellt. In Offenbarung 3 Vers 7 und 8. Wir haben das schon angesprochen. Hat Jesus seiner Gemeinde zu der damaligen Zeit, zur Zeit um 1844, diese Botschaft hinterlassen: „Dem Engel der Gemeinden Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, so dass niemand zuschließt, und zuschließt, so dass niemand öffnet. Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen, denn du hast deine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet.“ Jesus hat die Tür zum Allerheiligsten geöffnet. Und Jesus ist es, der diese Botschaft durch das Buch Daniel predigt. Und Jesus ist es, der

[55:07] möchte, dass wir über diese Wahrheit nachdenken und sie verstehen. Der neue Bund soll vollendet werden. Was genau musste noch vollendet werden? Schauen wir uns ganz kurz an, was der neue Bund beinhaltet in Hebräer 8 und dort Vers 8 bis 10. Hebräer 8 ist falsch, es muss Hebräer 8 Vers 10 bis 12 sein. Ähm, da heißt es: „Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr. Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen, er kenne den Herrn. Es werden mich alle kennen, vom kleinsten

[55:57] bis zum Größten unter ihnen, denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.“ Was wird vollendet? Indem die Bundeslade in den Blick kommt, wird der Aspekt des neuen Bundes wieder zur vollen Geltung gebracht, der über die zweitausendjährige Christenheit am meisten in Mitleidenschaft geraten ist, nämlich das Gesetz Gottes. Es sind drei Aspekte im neuen Bund, nämlich dass das Gesetz Gottes im Herzen geschrieben ist, dass wir eine persönliche, direkte Beziehung zu Gott haben, nicht auf Mittler, menschliche Mittel angewiesen sind, und dass unsere Sünden vergeben werden. Wir können sehen, wie im Laufe der Kirchengeschichte alle drei Punkte angegriffen worden sind und wie auch alle drei Punkte nach und nach wiederhergestellt worden sind. Sind aber das, was erst seit 1844 durch die Botschaft vom himmlischen Gericht wieder verstärkt klar geworden ist, ist die Bedeutung des Gesetzes Gottes im neuen

[57:10] Bund. Und ohne diese Bedeutung des Gesetzes kann das Evangelium nicht vollendet werden. Und deswegen ist das von ganz praktischer Bedeutung. Ein praktischer Aspekt ist z.B., dass der Sabbat, der lange Zeit vergessen worden ist. Damit das Evangelium vollendet ist, Jesus kann nicht wiederkommen, wenn selbst seine treuesten Gläubigen, so wie das 1843/44 der Fall war, den Sonntag halten. Es ist unmöglich. Das Evangelium muss vollendet werden. Auch das Gesetz muss wieder seine vollständige, richtige Position erhalten. In Jakobus 2 wird uns deutlich, was das für eine praktische Konsequenz für uns hat. Vers 12: „Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.“ Wir werden das nächste Mal noch mehr darüber sprechen. Daniel 7 Vers 9 und prüft ja das Gericht die Bücher und damit unsere Werke. Nun, Jesus hat darüber gesprochen, als er gesagt hat in Johannes 3 Vers 21: „Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.“ Das Gericht prüft also nicht, ob wir uns gut genug angestrengt haben, um Gott zu beeindrucken, sondern es prüft, ob wir Gottes Werke auch angenommen haben, so wie Epheser 2 Vers 10 sagt, dass wenn wir durch den Glauben erlöst sind und durch Gnade errettet worden sind und nicht aus uns selbst, dass wir dann, heißt es hier in Vers 10: „Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zu vorbereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“ Das Gericht prüft, ob wir das angenommen haben, ob wir wirklich das Evangelium so verstanden haben und so erlebt haben, dass uns aus Gnaden errettet worden, wir aus Gnaden errettet worden sind und wir jetzt nicht versuchen, uns anzustrengen, sondern Gottes Werke tun. Und ich möchte meinem Leben das besser verstehen und erleben. Du auch?

[1:02:02] Zum Schluss wollen wir uns noch 3. Mose 16 anschauen, denn hier wird dieser große Versöhnungstag beschrieben. 3. Mose 16. Wir lesen nicht komplett das ganze Kapitel, sondern nur die Zusammenfassung ab Vers 29: „Und das soll eine ewig gültige Ordnung für euch sein. Am 10. Tag des siebten Monats sollt ihr eure Seelen demütigen und kein Werk tun, weder der Einheimische noch der Fremdling, der in eurer Mitte wohnt. Denn an diesem Tag, der 10. Tischri, der große Versöhnungstag, wird für euch Sühnung erwirkt, um euch zu reinigen von allen euren Sünden. Sollt ihr gereinigt werden vor dem Herrn. Darum soll es vor euch einen Sabbat der Ruhe sein, und ihr sollt eure Seelen demütigen. Das soll eine ewige Ordnung sein. Und die Sühnung soll ein Priester vollziehen, den man gesalbt und dessen Hand man gefüllt hat, damit er an Stelle seines Vaters als Priester dient. Und er soll die leinenen Kleider anziehen, die heiligen Kleider. Und er soll Sühnung erwirken für das Allerheiligste und die Stiftshütte und für den Altar soll er Sühnung tun, auch für die Priester, für die ganze Volksgemeinde soll er Sühnung erwirken. Das soll euch eine ewige Ordnung sein, dass ihr für die Kinder Israels einmal im Jahr Sühnung erwirkt wegen all ihrer Sünden.“ Der große Versöhnungstag war eine Reinigung des Heiligtums, des gesamten Heiligtums, und eine Reinigung des Volkes.

[1:03:29] Wenn Gott in Vorbereitung der Wiederkunft das himmlische Heiligtum reinigt, weil er es von den Sünden, die durch das Blut Jesu dorthin übertragen worden sind, freimachen möchte, dann ist das nicht nur etwas, an dem wir passiv als Zuschauer teilnehmen und uns freuen, dass wir das Datum ausgerechnet haben, sondern es ist etwas, das uns persönlich betrifft. Jesus möchte mich und dich in besonderem Sinne reinigen. Er möchte uns von Sünde freimachen. Er möchte, dass Sünden nicht nur vergeben werden, sondern dass sie letztendlich im Gericht ausgetilgt werden können, dass nicht immer wieder neue Sünden hinzukommen, sondern dass das Heiligtum dann von Sünde freigemacht wird. Und das treibt uns zu Jesus, denn nur er kann das tun. Und nur in ihm können wir diese Vollendung des Evangeliums erleben. Und nur er hat die Kraft und die Weisheit, um uns dahin zu führen.

[1:04:50] Offenbarung 14 Vers 6 und 7 heißt es: „Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, zu jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk, und der Sprache mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Das ewige Evangelium wird begründet mit Daniel 8 Vers 14. Weil Daniel 8 Vers 14 jetzt aktuell ist, deswegen predigen wir allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen das ewige, das vollendete Evangelium, das jetzt unser Glaube bis ins Allerheiligste geht, wo das Blut Jesu von Golgatha mit dem Gesetz Gottes in völlige Harmonie gebracht wird, wo die Vergebung Jesu uns soweit führt, dass wir das gesamte Gesetz Gottes in seiner Kraft durch das Wirken des Heiligen

[1:05:41] Geistes auch halten können. Das ist die Botschaft, die die ganze Welt gepredigt werden soll. Und niemand kann das ewige Evangelium der Welt predigen, der an 1844 und was dort geschehen ist, nicht mehr glaubt, denn es ist die Begründung, warum wir nochmals weissagen sollen. Denn Jesus hat gesprochen: „Wer wird nicht weissagen, so wie ein Löwe brüllt, und als natürliche Reaktion man sich fürchtet, so muss das geweissagt werden.“ Es ist das Wort Gottes. Jesus selbst möchte, dass wir Daniel studieren, dass wir Daniel 8 Vers 14 diese Wahrheit verstehen. Er hat zweimal geschworen.

[1:06:17] verstehen. Er hat zweimal geschworen, damit wir verstehen, wann es geoffenbart wird und was dort geoffenbart wird. Er hat gesagt, dass 1798 die Zeit sein wird, wo es geoffenbart wird. Er hat gesagt, dass es um die Vollendung des Evangeliums geht. Und wir haben in der Serie gesehen, es geht darum, dass Jesus ins Allerheiligste geht. Es ist Jesus, der möchte, dass wir das studieren und erleben und weitergeben.

[1:06:42] Die Frage heute ist: Möchtest du die biblische Botschaft vom Heiligtumsdienst für dich persönlich besser studieren, besser verstehen, persönlich auf dein Leben anwenden, erleben und dann anderen weitergeben und ihnen diese offenbarende Botschaft, dass Jesus das Evangelium vollendet im Himmel und in unseren Herzen? Möchtest du das mit anderen teilen?

[1:07:05] Dann lass uns gemeinsam jetzt noch beten. Lieber Vater im Himmel, was für eine erstaunliche, gute, schöne und beeindruckende Botschaft, die du uns gegeben hast! Und Herr, vergib uns, dass wir uns zu wenig damit beschäftigen. Herr, gib, dass das unser Denken erfüllt, dass wir gar nicht aufhören können, drüber nachzudenken, dass es uns ganz tief bewegt und dass wir dir folgen. Du hast uns gerufen, diese Botschaft zu predigen. Und Herr, wir möchten dir folgen. Vergib uns, dass wir uns von anderen Dingen ablenken lassen und erfülle uns mit deinem Heiligen Geist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:07:46] Nächste Woche werden wir an diesem Thema weiterstudieren und werden uns mehr Gedanken machen über die Grundlage der Regierung Gottes. Wir werden das Gesetz Gottes genau unter die Lupe nehmen und besser verstehen, was es damit auf sich hat, auch im Zusammenhang mit 1844 und dem himmlischen Heiligtum. Es wird dann wieder sehr spannend werden und auch sehr praktisch. Und ich freue mich, wenn ihr dann wieder einschaltet. Bis dann! Wünsche euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium der Adventbotschaft. Amen.


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