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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2024 3rd Nr 11   <<<

Diese Episode der CSH Markusevangelium-Serie widmet sich Markus 13:14-14:31, der Endzeitrede Jesu. Christopher Kramp beleuchtet die Prophezeiung des „Gräuels der Verwüstung“ und ihre mehrfachen Erfüllungen, von der Zerstörung Jerusalems bis zum Aufkommen des Papsttums und den Ereignissen der Endzeit. Zudem werden Warnungen vor falschen Christussen und Propheten sowie die kosmischen Zeichen vor Jesu Wiederkunft detailliert besprochen.


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Serie: CSH 2024 Q3 Spezial – Das Markusevangelium

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt wie immer auch allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort.

[0:44] Wir sind schon relativ am Ende unserer CSH Spezialserie über das Markusevangelium. Wir sind dabei, das gesamte Markusevangelium in ungefähr gleich großen Abschnitten Woche für Woche zu studieren. Heute bereiten wir uns auf das Bibelgespräch am 14. September vor, aber wie immer wollen wir hier einfach schrittweise vorangehen.

[1:12] Wir sind bisher gekommen bis Markus 13, Vers 13. Wir befinden uns mitten in der Endzeitrede Jesu. Wir werden dort heute weitermachen und dann ungefähr auch das Ende des 13. Kapitels und ungefähr die erste Hälfte des 14. Kapitels uns anschauen.

[1:31] Wir sind mittendrin in den letzten Tagen vor der Kreuzigung. Eine ganz besondere Gelegenheit für uns, Jesus, sein Wirken, sein Denken, seine Persönlichkeit, seinen Charakter in besonderer Weise besser kennenzulernen. Und damit wir nicht einfach nur Verse lesen, sondern wirklich Jesus erkennen und das Evangelium, das er uns auch in gerade diesen letzten Tagen vor der Kreuzigung gezeigt und auch vorgelebt hat, damit wir das erkennen können und auch für uns persönlich in Anspruch nehmen können, möchten wir Gott einladen, dass er zu unseren Herzen spricht.

[2:16] Wir möchten mit einem Gebet dazu starten, und ich lade dich dazu ein, lieber Freund, liebe Freundin.

[2:23] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir die Evangelien haben, danke für das Markusevangelium und all die interessanten Dinge, die wir dort lernen können. Aber Herr, wir wollen heute nicht einfach nur interessante Dinge lernen, wir wollen Jesus besser kennenlernen. Und darum bitte ich dich, dass du zu mir sprichst, zu uns sprichst, dass dein Geist unser Herz erfüllt.

[2:45] Danke, dass deine Gnade jeden Tag neu ist. Danke, dass du ein Gott der Wiederherstellung bist. Danke, dass deine Liebe, deine Vergebung uns mit dir ins Reine bringen. Danke, dass wir dir vertrauen dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist und dass du uns Jesus offenbarst, wie er damals in Jerusalem gelebt und gewirkt hat.

[3:22] Wir wollen ihm ähnlicher werden und ihn als unseren persönlichen Erlöser annehmen. Das bitten wir in seinem Namen. Amen.

[3:34] Wie gesagt, wir sind in der Endzeitrede von Jesus in Markus 13. Wir sind bis Vers 13 gekommen, als Jesus gesagt hatte: „Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“

[3:49] Es ist dies die berühmte Endzeitrede von Jesus, die einzige lange Predigt, die Markus, wie schon das letzte Mal behandelt, ausführlich darstellt. Markus 13 ist ziemlich deutlich parallel zu Matthäus 24 und auch entsprechend Lukas 21.

[4:09] Die Endzeitgleichnisse, die dann in Matthäus 25 aufgeschrieben sind, finden sich bei Markus nicht.

[4:21] Vers 14: Jesus predigt hier weiter, und wir haben gelernt in Vers 3, dass hier nur ein kleiner Kreis der Jünger, nämlich vier: Johannes, Andreas, Petrus und Jakobus, dort dabei gewesen sind bei dieser Gelegenheit. Jesus sagt ihnen jetzt folgendes in Vers 14: „Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, da stehen seht, wo er nicht soll – Matthäus sagt an der Stelle an heiliger Stätte –, wer es liest, der achte darauf, dann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist.“

[4:58] Der Gräuel der Verwüstung soll dort stehen, wo er nicht soll, an heiliger Stätte. In Klagelieder 1, Vers 10 wird deutlich, dass Heiden eigentlich nicht in das Heiligtum eindringen dürfen.

[5:12] Was damit genau gemeint ist, kann man nachlesen in Lukas 21, Vers 20. Dort heißt es: „Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagert seht, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe ist.“

[5:34] Jesus sagt voraus, dass Kriegsheere die Stadt umlagern würden, und das erfüllte sich im Jahre 66. Jesus bezieht sich dabei auf die Prophezeiung aus Daniel 9, Vers 27, dass auf Flügeln von Gräueln ein Verwüster kommen wird. Verwüstung dann kommen wird, nachdem der Messias durch sein eigenes Volk abgelehnt und getötet worden ist.

[6:01] All das erfüllt sich im Jahre 66, als die Römer unter dem Stadthalter Syriens, Gaius Cestius Gallus, zum ersten Mal Jerusalem belagert haben. Und wir kennen die Geschichte: Diese Belagerung ist noch einmal dann aufgegeben worden, und das war das Zeichen für alle Christen in der Stadt, dann sofort die Stadt zu verlassen.

[6:27] Die sind dann ins Ostjordanland gegangen nach Pella und haben dann die danach folgende erneute Belagerung und Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 entkommen.

[6:44] Das Buch Daniel kennt aber noch eine weitere Erfüllung des Gräuels der Verwüstung, nämlich in Daniel 8, Vers 13 und 11, Vers 31. Wir lernen aus Daniel 12, Vers 4 bis 13, dass sich im Jahre 508 ebenfalls ein Ereignis stattfinden soll.

[7:05] Heute haben wir hier nicht die Zeit, das ausführlich geschichtlich uns anzuschauen. Das kann man an anderer Stelle dann noch einmal nachstudieren. Aber dort soll ein entscheidendes Ereignis stattfinden, das die Entwicklung des Papsttums ankündigt, so wie die erste Belagerung der Stadt Jerusalem das weitere dann angekündigt hat.

[7:30] Und das ist interessant, weil in Offenbarung 11, Vers 2, dann die 1260 Jahre, die ja dann ab dem Jahre 538 beginnen, dargestellt werden als eine heidnische Besetzung, also in der Symbolsprache der Offenbarung dargestellt werden als eine heidnische Besatzung Jerusalems.

[7:49] Da geht's darum, dass Jerusalem, die heilige Stadt, zertreten wird von Heiden, und zwar für 1260 dort als 1260 Tage beziehungsweise 42 Monate dargestellt. Und das heißt, diese Zertretung, diese Zerstörung sozusagen des symbolischen Jerusalems, das ein Bild dort für die Gemeinde und auch ja für die Christenheit ist, diese symbolische Zerstörung, der geht sozusagen eine erste in Anführungsstrichen Belagerung voraus, die wir auf das Jahr 508 datieren können.

[8:31] In aller Kürze sieht es so aus, und da können wir heute hier nicht aus Zeitgründen so weit eingehen, aber es sieht so aus, dass in diesem Jahr möglicherweise die Entscheidung festgemacht worden ist durch den Ostgotenkönig Theoderich, dass man einen Papst nicht richten darf, auch wenn er Fehler gemacht hat.

[8:50] Und das wäre eine sehr interessante Erfüllung genau dieses ganzen Komplexes, dass durch diese Entscheidung dann die bald darauf einsetzende Vormachtstellung des Papstes und auch die dann sich ergebenden Verfolgungen vorangekündigt worden sind. Und wir wissen, dass auch damals in jener Zeit, in der Zeit der Spätantike des Frühmittelalters, sich dann treue Nachfolger immer mehr an einsamere Orte zurückgezogen haben, zum Teil sogar buchstäblich in die Berge, wie die Waldenser dann zum Beispiel.

[9:24] Wir denken auch an die Iroschotten in Großbritannien und an andere.

[9:30] Da das Ganze allerdings natürlich als Endzeitrede auch eine Anwendung auf die allerletzte Zeit findet, gibt es auch eine endzeitliche Erfüllung dieses Gräuels der Verwüstung. Und auch dafür haben wir heute nicht ausführlich Zeit, aber so wie in Daniel 11, oder wie die Dinge, die in Daniel 11 beschrieben sind, historizistisch noch mal eine Anwendung haben werden dann teilweise in der Endzeit, so wie es Offenbarung 13 ja schreibt, dass das Tier dann noch einmal seine Macht bekommen wird, die tödliche Wunde noch mal geheilt wird, so wird auch dieser Gräuel der Verwüstung auch noch mal so ein Ereignis sein, das die dann kurz darauf folgenden Katastrophen und Verfolgungen ankündigen wird.

[10:19] Jesus ermutigt explizit zum Studium des Propheten Daniel. Wer die Offenbarung kennt, der weiß, dass in Offenbarung 10 Jesus sogar mit dem geöffneten Büchlein Daniel erscheint und der ganzen Welt die Botschaft aus dem Buch Daniel predigt.

[10:36] Vers 15 und 16: „Wer aber auf dem Dach ist, der steige nicht hinab ins Haus und gehe auch nicht hinein, um etwas aus seinem Haus zu holen. Und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, um sein Gewand zu holen.“

[10:47] Das entspricht Matthäus 24, Vers 17 und 18. Die Gefahr ist so groß, dass höchste Dringlichkeit geboten ist. In Lukas 17, Vers 31 bis 33 wird auch explizit Bezug auf Lots Frau genommen, die zwar die Stadt verlassen hat, aber nur mit ihrem Körper sozusagen.

[11:06] Ihr Herz ist immer noch in der Stadt geblieben. Als sie sich umdreht, wird sie zu einer Salzsäule, wie uns 1. Mose 19, 15 bis 26 berichtet. Es geht also wirklich um Leben oder Tod.

[11:24] Und dann kommt ein sehr interessanter Vers in Vers 17: „Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!“ Vielleicht geht es dir auch so wie mir: Ich habe lange Zeit bei diesem Vers daran gedacht, dass Jesus hier möglicherweise sagen möchte, dass diejenigen, die stillen und die schwanger sind, eine schwere Flucht haben werden, dass man also diese Schwangeren und diese Stillenden, dass man das auf die Fliehenden bezieht.

[11:49] Aber mittlerweile bin ich durch Studium auf den Punkt gekommen: Es geht hier eigentlich gar nicht um die Flüchtenden, sondern es geht um diejenigen, die in der Stadt Jerusalem zurückbleiben werden. Denn im Alten Testament finden wir solche Weherufe, also nicht direkt als Weherufe formuliert, aber Verse, die über das schreckliche Schicksal von Schwangeren und Stillenden sprechen, sei es selbstverschuldet oder auch fremdverschuldet, immer im Kontext von Belagerung.

[12:16] Wir haben einige Bibelverse hier im Sendemanuskript dazu aufgeschrieben: 5. Mose 28 zum Beispiel. In den Klageliedern gibt es eine Reihe von Versen, auch in Hosea 14, da geht's dann um die Belagerung von Samaria. Aber es ist das gleiche Prinzip: Es ist in einer Belagerung, dass die Schwangeren und Stillenden dann, sei es durch fremdes Einwirken oder auch selbst, dann zum Teil schlimme Dinge tun müssen oder auch dann selbst tun.

[12:52] Da werden dann Kinder getötet, zum Teil gegessen. Jesus deutet also hiermit an, dass die kommende Zerstörung Jerusalems, von der ja die Jünger wissen wollten, nachdem Jesus gesagt hat, dieser bei diesem Tempel wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben, dass diese kommende Zerstörung eine weitere Erfüllung von 5. Mose 28 ist.

[13:16] 5. Mose 28 wird ja deutlich gemacht, dass, wenn das Volk gehorsam ist, wird es gesegnet. Wenn es die Gebote bricht, dann wird der Fluch kommen, und der wird sich immer weiter steigern bis zur völligen Zerstörung. Es wird also eine Heftigkeit der Zerstörung geben, wie sie auch schon im 6. Jahrhundert vor Christus durch die Babylonier stattgefunden hat, als auch schlimme Dinge in Jerusalem passierten.

[13:37] Und in Lukas 21 finden wir tatsächlich dann auch die Bestätigung, dass das gemeint ist. Ab Vers 21 heißt es: „Dann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist, und wer in Jerusalem ist, der ziehe fort aus ihr, und wer auf dem Land ist, der gehe nicht hinein in sie. Denn das sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht. Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!“

[14:01] Es geht also nicht um die Fliehenden, sondern um diejenigen, die in der Stadt bleiben, wenn dann die Tage der Rache kommen. Denn Begründung: „Es wird große Not im Land sein und Zorn über dieses Volk, und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwerts und gefangen weggeführt werden unter alle Heiden.“

[14:18] Das gilt natürlich nicht für die Fliehenden, die dann rechtzeitig aus Jerusalem herausgeflohen sind. Und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind. Das ist dann auch der direkte Bezug auf die typologische Auslegung in Offenbarung Kapitel 11.

[14:37] Es sind also die Zurückbleibenden, die nicht das Zeichen vom Gräuel der Verwüstung, wie Daniel gesagt hat, beachten, die in der Stadt bleiben, die, über die dann ein Wehe ausgerufen wird. In der Bibel wird ein Wehe ohnehin immer über die ausgerufen, die Gottes Wort nicht folgen und nicht gehorsam sind.

[14:57] Ganz ähnlich hat sich Jesus dann auch noch einmal kurz vor seiner Kreuzigung in Lukas 23, Vers 28 und 29 geäußert.

[15:07] Vers 18 in Markus 13: „Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter geschieht.“ In Matthäus 24, Vers 20 wird da auch noch der Sabbat dazu erwähnt.

[15:22] Vers 19: „Denn jene Tage werden eine Drangsal sein, wie es keine gegeben hat von Anfang der Schöpfung, die Gott erschuf, bis jetzt, und wie es auch keine mehr geben wird.“

[15:30] Jesus betont also, wie außergewöhnlich intensiv diese Krise sein wird. Es ist eine unvergleichliche Krise, und das sowohl auf der lokalen Ebene, als in den Jahren 66 bis 70 Jerusalem durch die Römer angegriffen und dann letztlich zerstört worden ist, als auch auf der typologischen Ebene, die 1260 Jahre der Vorherrschaft des Antichristen.

[16:03] Auch das eine unvergleichliche Krise in ihrer Art, die ja ab 538 begann, wobei 508 als die erste Belagerung gelten kann. Diese 1260 Jahre gehen dann bis in das Jahr 1798.

[16:21] Wir wissen auch durch Daniel 12, Vers 1, dass es noch eine große Bedrängnis geben wird ganz am Ende, direkt vor der Wiederkunft.

[16:30] Können wir kurz hier auch lesen in Daniel 12, Vers 1. Da heißt es: „Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht, denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet.“

[16:53] So wie es sozusagen eine dreifache Anwendung des Gräuels der Verwüstung gibt: einmal die Belagerung 66 durch Cestius Gallus, dann 508 mit Ereignissen, die das Aufkommen des Papsttums ankündigen, und dann am Ende der Zeit.

[17:13] Viele Ausleger sehen bei diesem Gräuel der Verwüstung einen Bezug zum Sonntagsgesetz, das dann die kommenden Ereignisse einläutet und so ein Warnsignal wird. So gibt es dann auch eine dreifache Anwendung dieser außergewöhnlichen Krise, dieser Trübsalszeit, dieser Drangsal: einmal die Zeit, als tatsächlich dann im jüdischen Krieg Jerusalem zerstört worden ist, dann diese 1260 Jahre Vorherrschaft des Antichristen, und dann ganz am Ende noch einmal sozusagen als kurzzeitige Wiederholung dessen, was im Mittelalter passiert ist, diese außergewöhnliche letzte Krise.

[17:59] Interessanterweise wurde auch die Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier im 6. Jahrhundert vor Christus in den Klageliedern und auch im Buch Daniel in Daniel 9, Vers 12 als eine außergewöhnliche Zerstörung ohne Parallele beschrieben. Ist also auch ein biblisches Bild, das hier auch aufgegriffen wird: eine außergewöhnliche Zerstörung.

[18:25] Vers 20: „Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Mensch gerettet werden. Aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.“

[18:43] Gegenüber Matthäus 24, Vers 22 wird hier nun ganz explizit betont, dass es Gott ist, der die Verkürzung bewirkt. In Matthäus 24 hieß es nur, dass diese Tage verkürzt werden. Wir wissen, dass die 1260 Jahre der Vorherrschaft des Antichristen nicht bis ganz zum Schluss, bis ins Jahr 1798, Verfolgung gesehen hat, sondern dass die Verfolgung schon ungefähr in der Mitte des 18. Jahrhunderts weitgehend aufgehört hat.

[19:10] Wir können also durchaus auch analog davon ausgehen, dass der jüdische Krieg wohl kürzer verlaufen ist, als man es hätte erwarten können. Auch insbesondere ist dieser Vers eine ganz wichtige Zusage für die letzte Trübsalszeit in der Endzeit: Gott wird die Tage auch dann verkürzen.

[19:33] „Und wenn dann jemand zu euch sagen wird: 'Siehe, hier ist der Christus!' oder 'Siehe, dort!', so glaubt es nicht! Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.“

[19:53] Auch das haben wir natürlich in Matthäus 24. Hier wird letztlich die Warnung, die schon in Markus 13, Vers 5 und 6 ausgesprochen worden ist, neu aufgenommen. An verschiedenen Stellen hat Jesus vor falschen Propheten gewarnt, auch wir denken an die Bergpredigt in Matthäus 7.

[20:17] Falsche Christusse und falsche Propheten treten natürlich bis heute auch buchstäblich auf. Es gibt aber auch eine interessante prophetische Erfüllung: Das Papsttum hat ja den Anspruch, Jesus Christus auf Erden zu vertreten.

[20:34] Und weil es das Evangelium aber von Jesus verfälscht, ist dieses Papsttum der Antichrist, sozusagen der, der gegen Christus ist, der sich selbst aber als Stellvertreter Christi ausgibt. Und entsprechend haben wir diese Dinge ja in Daniel 7, 2. Thessalonicher 2 und Offenbarung 13 vorhergesagt.

[20:55] Also falsche Christusse verweist auch auf den Antichrist, während der abgefallene Protestantismus in Offenbarung 13 ab Vers 11 in der Offenbarung auch als der falsche Prophet bezeichnet wird, wenn man dort Offenbarung 13 mit Offenbarung 19, 20 vergleicht und auch Offenbarung 16, 13 erwähnt diesen falschen Propheten.

[21:17] Also Jesus warnt nicht nur allgemein vor Quacksalbern und Menschen, die sich selbst als Jesus ausgeben. In diese Warnung mit eingeschlossen ist auch diese Warnung von diesen Endzeitmächten, dem Antichristen und dem falschen Propheten, dem abgefallenen Protestantismus.

[21:35] Vers 23: „Ihr aber habt acht! Siehe, ich habe euch alles vorher gesagt.“ Markus betont hier ganz besonders das „alles“. Jesus sagt uns alles voraus, was notwendig für uns ist, damit wir uns auf die Krise vorbereiten können.

[21:53] Vers 24 und 25: „Aber in jenen Tagen, nach jener Drangsal, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne des Himmels werden herabfallen, und die Kräfte im Himmel erschüttert werden.“

[22:03] Nachdem die Verfolgung schon vor dem Ende der 1260 Jahre abgeflaut ist (siehe Vers 19 und Vers 20), finden diese Ereignisse statt. Am 19. Mai 1780 war der berühmte schwarze Tag mit der ungewöhnlichen Sonnenfinsternis und dann einem Blutmond anschließend in Amerika.

[22:25] Bis heute gibt es dafür keine wissenschaftliche Erklärung, dass es sich um eine astronomische Sonnenfinsternis gehandelt hat, ist ausgeschlossen. Ein Vulkanausbruch ist nirgends belegt. Heute wird meistens die Theorie vertreten, dass damals Waldbrände dieses außergewöhnliche, übernatürliche Phänomen ausgelöst haben.

[22:50] Das erscheint eigentlich kaum richtig plausibel, wenn man sich die Zeitzeugen anhört und liest, was dort alles gewesen ist. Aber natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass Gott auch sich natürlicher Mittel benutzt hat, um ein außergewöhnliches, übernatürliches Ereignis dann zu erreichen.

[23:08] Wir erinnern uns, dass die übernatürliche Teilung des Roten Meeres durch einen Wind erfolgt ist, den Gott dazu benutzt hat. Dann haben wir am 12. und 13. November 1833 den Sternenfall, den berühmten Sternenfall von 1833. Der ist tatsächlich ausgelöst durch diese Leoniden-Meteore.

[23:32] Das Auftreten 1833 war mit Abstand das jemals spektakulärste, jemals von einem Meteorstrom beobachtete Sternschnuppen-Geschehen. Es sind pro Stunde bis zu 200.000 Sternschnuppen beobachtet worden.

[23:53] Diese Dinge, die hier angesprochen werden, werden ja dann auch im sechsten Siegel in Offenbarung 6 vorhergesagt.

[24:01] Vers 26: „Und dann wird man den Sohn des Menschen in den Wolken kommen sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ Die Zeichen der Zeit münden dann in die herrliche Wiederkunft von Jesus.

[24:16] Jesus kommt mit den Wolken des Himmels, das sagt uns auch Offenbarung 1, Vers 7, das sagt Apostelgeschichte 1, Vers 9 bis 11. Und es wird eine globale Reaktion der Menschen geben, die in Matthäus 24, Vers 30 dann noch ergänzt wird.

[24:33] Vers 27: „Und dann wird er seine Engel aussenden und seine Auserwählten sammeln von den vier Windrichtungen, vom äußersten Ende der Erde bis zum äußersten Ende des Himmels.“

[24:47] Matthäus erwähnt noch den Posaunenschall. Und wenn wir wissen wollen oder eine interessante Parallele zu dem äußersten Ende des Himmels ist 5. Mose 30, Vers 4, wo Gott sagt, dass egal, wo wir sind, und wenn wir am äußersten Ende des Himmels sind, wenn wir umkehren, wenn wir bereuen, wird er uns von dort sammeln.

[25:08] Vers 28: „Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter treibt, so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.“ Das Gleichnis vom Feigenbaum macht deutlich: Die Blätter sind ein Zeichen der bald stattfindenden Ernte. Die Ernte der Feigen findet im fünften Monat des...

[25:32] Die Feigen findet im fünften Monat des jüdischen Jahres statt, das ist ungefähr unser Juli und August. Dann wendet Jesus dieses Gleichnis praktisch an für die Jünger: "So auch ihr, wenn ihr seht, dass dies geschieht, so erkennt, dass er nahe vor der Tür ist." Die Zeichen der Zeit sind also wie die Blätter des Feigenbaumes, ein Zeichen, dass bald die Ernte ansteht. Und in Offenbarung 14 wird ja die ab Vers 14 die Wiederkunft Jesu auch als eine Ernte beschrieben. Vers 30, 31: "Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles, bis dies alles geschehen ist. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen." Diese Worte finden sich bei Matthäus und Markus und Lukas identisch. Das kommt relativ selten vor, dass so gar keine Abweichung festzustellen ist. Und das zeigt, was für einen großen Eindruck diese Worte auf die Jünger gemacht haben, dass man sie so ganz exakt wörtlich dann immer wiedergegeben hat.

[26:42] Nun, Jesus hatte – was hat es mit Vers 30 auf sich? Jesus hatte bereits in Matthäus 23, Vers 9 bis 36, in seiner Rede gegen die Obersten Israels gesagt, dass in seiner Generation die Obersten Judäas das Maß ihrer Väter voll machen würden und das Blut der Märtyrer auf sie kommen würde. Das war also das Gericht. Die Zerstörung Jerusalems würde also innerhalb dieser Generation eintreffen, das also der Lebenszeit der Apostel. Und tatsächlich sind die Römer dann knapp 40 Jahre später vor Jerusalem aufmarschiert. Und dieses Ereignis bildet den Typus für die prophetischen Ereignisse der Endzeit, die in diese Endzeitrede natürlich ebenfalls mitgedacht sind.

[27:31] Vers 31. Jesus bezieht sich hier offensichtlich auf Psalm 102, Vers 26 bis 28. Auch Jesaja 51, Vers 6, sagt, dass Gottes Heil und seine Gerechtigkeit ewig bleiben. In Psalm 102 ist es Gott selbst, der immer derselbe bleibt. Indem also Jesus seine eigenen Worte auf dieselbe Stufe mit den Worten des Alten Testamentes und auch mit Gott selbst stellt, macht er deutlich, dass seine Worte Gottes Wort sind und deswegen natürlich auch Teil der Bibel geworden sind. Jesaja 40, Vers 8, sagt uns: Gottes Wort ist ewig. Und das ist wichtig für uns zu wissen, dass in dieser Welt alles zusammenbrechen wird. Himmel und Erde werden vergehen, aber Jesu Worte werden bleiben. Wenn wir auf etwas wirklich Verlässliches bauen wollen, müssen wir auf das Wort von Jesus bauen. Seine Worte sind garantiert und seine Worte sind ein echtes Fundament. Ich habe in meinem Leben erlebt, dass man sich auf Jesu Worte, auf seine Verheißungen wirklich verlassen kann. Er hat sie in meinem Leben immer erfüllt, wenn ich sie in Anspruch genommen habe. Und ich möchte dich einladen, lieber Freund, liebe Freundin, dass auch du die Verheißungen Jesu für dich in Anspruch nimmst, dein Haus auf dieses feste Fundament baust, dein Lebenshaus.

[29:03] Vers 32: "Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater." Gegenüber Matthäus 24, Vers 36, hat Markus noch diesen interessanten Zusatz: "Auch nicht der Sohn." Er selbst, Jesus, sagt in Apostelgeschichte 1, Vers 7, dass der Vater die Zeiten und die Zeitpunkte festgesetzt hat. Wir dürfen also nicht über den exakten Zeitpunkt der Wiederkunft spekulieren. In der Regel wird der Vers so verstanden, dass Jesus als Menschensohn, das heißt als Mensch, den Zeitpunkt der Wiederkunft nicht kennt und uns in seiner Menschheit gegenüber uns gegenüber in dieser Hinsicht keinen Vorteil hat. In Matthäus 24 wird jetzt noch die Zeit vor der Sintflut angesprochen als ein Typus, aber Markus hat das weggelassen.

[30:08] Vers 33: "Habt acht, wacht und betet, denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist." Das ist unsere Aufgabe. Wir müssen nicht spekulieren, wann Jesus wiederkommt. Wir müssen wachen und wir müssen beten. Achtsam sein, wachen und beten, das ist unsere persönliche Aufgabe. Und die Frage, die ich mir stellen muss, ist: Bin ich achtsam, wache ich und bete? Gegenüber Matthäus 24 ist diese Aussage etwas ausführlicher, und gerade dass wir hier zum Gebet aufgefordert werden, ist bedeutsam. Es geht also beim Wachen nicht nur darum, dass wir die Zeichen der Zeit beobachten und genau wissen, wie sich die Prophetie erfüllt, sondern dass wir selbst auch wachen, dass wir bei Jesus bleiben. Es kann sein, dass Menschen vielleicht die Zeichen der Zeit erkennen, aber selbst Jesus aus den Augen verlieren. Und wir haben nichts gewonnen, wenn wir genau wissen, was in der Welt vor sich geht, aber wir Jesus aus den Augen verloren haben. Deswegen müssen wir wachen und beten, Acht haben auch auf uns selbst, dass wir bei Jesus Christus bleiben. Das möchte ich tun.

[31:27] Auch Vers 34 bis 36: "Es ist wie bei einem Menschen, der außer Landes reiste, sein Haus verließ und seinen Knechten Vollmacht gab und jedem sein Werk, und dem Türhüter befahl, dass er wachen solle. So wacht nun, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, am Abend oder zur Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen, damit er nicht, wenn er unversehens kommt, euch schlafend findet." Dieses Gleichnis findet sich in dieser speziellen Form so nur bei Markus. Matthäus 24 hat in Vers 45 bis 51 eine ähnliche Grundkonstellation. Da geht es darum auch, dass der Hausherr die Heimat für eine Zeit lang verlässt. Allerdings werden dort in Matthäus 24 noch andere Aspekte aus dem Gleichnis gezogen. Jesus hat also ein etwas längeres Gleichnis erzählt mit verschiedenen Gedanken, die damit verknüpft waren. Und Matthäus und Markus berichten halt unterschiedliche Lehren aus diesem Gleichnis, die Jesus alle dann damals vorgetragen hat. Bei Markus liegt der besondere Fokus auf dem Türhüter, dessen Aufgabe das Wachen ist. Und das soll dazu dienen zu illustrieren, dass wir ja nicht genau wissen, wann der Zeitpunkt der Wiederkunft ist. Wir müssen also bereit sein, wir müssen wachsam sein. Schlaf, das Motiv vom Schlafen findet sich natürlich auch in Matthäus 25 bei den zehn Jungfrauen, die dann eingeschlafen sind. Und so auch Lukas 21, Vers 34, hat dieses Motiv, so dass wir sehen können, dass Jesus hier bestimmte Punkte immer wieder angesprochen hat.

[33:10] Vers 37: "Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wacht!" Hier sehen wir, dass die Endzeitpredigt nicht allein auf die vier Jünger Johannes, Andreas, Petrus und Jakobus beschränkt gewesen ist. Die ist nur wenigen gepredigt worden, aber sie gilt doch ausdrücklich allen Menschen. Und deswegen ist es insbesondere unsere Aufgabe, dort wo wir das Evangelium verkündigen, auch die Endzeitrede Jesu weiterzugeben. Es ist kein Insiderwissen für Eingeweihte. Und deswegen ist die Endzeitprophetie auch ganz wesentlicher Bestandteil des ewigen Evangeliums, das in Offenbarung 14, Vers 6 und 7, überall weltweit verkündet werden soll.

[34:03] Wir kommen nun zu Markus Kapitel 14. Es war aber zwei Tage vor dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote. Und die obersten Priester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. Sie sprachen aber: "Nicht während des Festes, damit kein Aufruhr unter dem Volk entsteht." Ausführlicher berichtet noch Matthäus 26, Vers 1 bis 5, von diesem Plan der Schriftgelehrten. Wir sind jetzt am Mittwoch vor der Kreuzigung. Der nächste Tag, nachdem wir schon eine ganze Reihe von Dingen an dem Dienstag gesehen haben, was dann in dieser Endzeitrede gipfelte, nachdem Jesus dort den Tempel verlassen hatte. Jetzt sind wir am Mittwoch. Und die Pläne zur Ermordung, die sind schon früher gereift. Wir wissen schon, dass nach der Auferweckung des Lazarus einige Tage zuvor, noch bevor diese letzte Woche begonnen hat, man konkret in diese Richtung beratschlagt hat.

[35:09] Entsprechend kann man das Griechische hier auch übersetzen: Sie suchten beständig, sie suchten fortlaufend, wie sie ihn töten könnten. Allerdings kommt man zu dem Schluss, dass man nicht während des Passahfestes Jesus umbringen möchte. Zu viele Leute sind gegenwärtig, die dann vielleicht für ihn Partei ergreifen könnten. So wird also an dem Mittwoch interessanterweise der Beschluss gefasst, der Plan gefasst, die Ermordung noch um gut eine Woche zu verschieben, bis das Passahfest vorbei sei. Offensichtlich wollte Satan verhindern, dass sich der Typus zur Befreiung des Passah genau an dem Tag dann durch Jesus erfüllen würde. Doch gegen Gottes Plan gibt es keine List. Es folgt jetzt in Vers 3 bis 9 die berühmte Geschichte von der Salbung in Betanien, die offensichtlich hier nicht chronologisch korrekt eingeordnet ist. Es ist einer der wenigen Fälle, wo Markus tatsächlich einmal chronologisch hin und her springt. Das hat natürlich damit zu tun, dass er hier der Einteilung von Matthäus folgt, der auch diese Geschichte hier einsortiert zwischen dem Mordplan der Obersten und dann dem Verrat durch Judas. Wir wissen aus Johannes 12, Vers 1, dass diese Geschichte in Wirklichkeit sechs Tage vor dem Passah stattfand, also vier Tage vorher. Offensichtlich hat Matthäus und damit auch dann Markus, der übernommen hat, versucht so einen Kontrast herzustellen zwischen dem Judas, der jetzt für 30 Silberlinge seinen Herrn verrät, und der Maria, die für 300 Denare ihren Erlöser salbt.

[37:14] Eigentlich ist der Handlungszusammenhang hier in Markus 14 so: Am Mittwoch beschließen die Obersten, dass die Ermordung noch aufgeschoben werden soll, einige Tage. Aber genau an diesem Tag macht ihn dann – das werden wir gleich sehen in Vers 10 und 11 – Judas den Vorschlag, ihn geheim zu verraten. Und zwar für 30 Silberlinge. Und dadurch entsteht eine neue Dynamik. Und damit wird deutlich, also die Hauptereignisse am Mittwoch sind der Plan, die Ermordung zu verschieben, und dann Judas' Angebot, ihn geheim zu verraten, sodass jetzt eine Verschiebung nicht mehr notwendig ist. Und genau in diesem Zusammenhang platzierte dann Matthäus den Bericht von der Salbung, um einen Kontrast zwischen der Maria und dem Judas herzustellen. Und Markus hat diese Einteilung dann übernommen. Wie gesagt, die Salbung fand eigentlich am sechsten Tag vor dem Passah statt, das heißt ein Tag vor dem triumphalen Einzug in Jerusalem. Das heißt an einem Sabbat. Das ist uns vielleicht gar nicht so bewusst, aber diese Salbung von Jesus durch Maria, das war der letzte Sabbat, den Jesus vor seinem Tod erlebt hat. Es war ein ganz besonderer Sabbat, ein besonderes Gastmahl. Und Johannes 12 berichtet uns auch dann davon. Und auch Lukas 7, dort Lukas hat die ganze Geschichte schon weitaus früher eingeordnet, ganz offensichtlich thematisch, wenn man dort den größeren Kontext sich anschaut. Vers 3: "Und als er in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen war – also ein Mann, der vom Aussatz geheilt worden ist, natürlich durch Jesus – und zu Tisch saß. Simon war jemand, der auch sich als der Nachfolger Jesu bezeichnete. Da kam eine Frau mit einem Alabasterfläschchen voll Salböl, echter, kostbarer Narde. Und sie zerbrach das Alabasterfläschchen und goss es auf sein Haupt."

[39:22] Markus ergänzt gegenüber Matthäus, dass es sich um Narde handelt. Dieses Gewürz kommt aus dem Himalaya. Das ist das Nardostachys jatamansi, das heißt auf Sanskrit Nalada, und das haben dann die Perser Narda genannt, und da haben das dann die Griechen übernommen. Es wird schon im Hohelied erwähnt, auch als Salböl. Und wir wissen von römischen Autoren, dass damals zur Zeit Jesu sich gerade Männer gerne die Haare mit Nardenöl so eingeschmiert haben. Die Frau, ich hatte schon erwähnt, ist natürlich Maria, die Schwester von Martha und Lazarus, wie aus Johannes 12 deutlich hervorgeht. Vers 4: "Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen: 'Wozu ist diese Verschwendung des Salböls geschehen?'" Markus macht es nicht so deutlich wie Matthäus 26, dass es die Jünger sind, die sich beschweren. Johannes 12 sagt dann sogar explizit, dass es Judas Iskariot war, der sich negativ über die Tat geäußert hatte, obwohl er in Wirklichkeit eigentlich geldgierig war. Vers 5: "Man hätte dies doch um mehr als 300 Denare verkaufen und den Armen geben können." Und sie murrten über sie. 300 Denare sind 300 Tageslöhne. Wenn wir also einen Tageslohn von 100 € annehmen wollten, dann kämen wir auf eine Größenordnung von ca. 30.000 €. Das ist eine ganze Menge Geld. Vers 6 und 7: "Jesus aber sprach: Lasst sie! Warum beunruhigt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und ihr könnt ihnen Gutes tun, wann immer ihr wollt. Mich aber habt ihr nicht allezeit." Markus berichtet diese Worte etwas ausführlicher als Matthäus. Er stellt sich also ganz besonders hier auch in den Mittelpunkt. Wir können lernen, wir können immer Gutes tun, aber es gibt auch spezielle Situationen, wo wir für Gott etwas ganz Besonderes tun können. Und das dann bedeutet, dass wir vielleicht andere gute Werke gerade nicht tun können, weil wir etwas ganz Besonderes Wichtiges für Jesus tun können. Jesus macht uns keinen Vorwurf, wenn wir etwas Gutes unterlassen haben, weil wir etwas Bestes getan haben.

[41:41] Vers 8: "Sie hat getan, was sie konnte. Sie hat meinen Leib im Voraus zum Begräbnis gesalbt." Einen Tag vor dem triumphalen Einritt in Jerusalem, der ja, wie wir gelernt haben, an einem Sonntag gewesen ist, sagt Jesus, dass er sterben wird. Und möglicherweise war diese Bemerkung von Jesus auch ein Grund, warum Matthäus und dann Markus die Geschichte in den Zusammenhang des Mittwochs eingereiht haben. Denn an diesem Mittwoch – das geht aber nur aus Matthäus 26, Vers 2, hervor – hat Jesus noch einmal explizit seinen Tod vorher gesagt. Vers 9: "Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium verkündigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch von dem sprechen, was diese getan hat, zu ihrem Gedenken." Marias Gabe, so verschwenderisch sie auf den ersten Blick für die Menschen damals aussah, ist ein sehr berührendes Bild für das Evangelium. Sie ist dankbar und sie spiegelt etwas aus Dankbarkeit wider von der überaus verschwenderischen, in Anführungsstrichen, Liebe, die Gott zu uns hat. Gott hat sein Bestes gegeben. Und es wird deutlich, dass Maria echte Bekehrung erlebt hat. Das wird ganz explizit in Lukas 7, Vers 36 bis 50, erwähnt: Ihr ist viel vergeben worden, deswegen liebt sie auch viel. Wir wissen aus Lukas 7, Vers 39 und 47, und auch aus Markus 16, Vers 9, dass Maria eine schwere Sünderin gewesen ist. Jesus hat ihr viel vergeben, und entsprechend groß ist ihre Dankbarkeit. Hat Jesus dir viel vergeben? Wenn wir wissen, wie viel uns Jesus vergeben hat, dann werden wir auch gerne etwas für ihn investieren. Nicht weil wir etwas verdienen müssen, sondern aus Dankbarkeit. Jesus hat mir persönlich so viel vergeben, und ich möchte für ihn leben und etwas geben, vielleicht mehr als andere Menschen es für notwendig erachten. Gerne mehr, um zu zeigen, wie viel Jesus für mich gegeben hat. Ist es auch dein Wunsch?

[44:11] Vers 10 und 11: Hier findet sich jetzt der Verrat des Judas. Jetzt sind wir wieder am Mittwoch. Wir sind wieder an dem selben Tag wie Vers 1 und 2. Gerade Lukas 22 hat dazu dann auch noch einige wichtige Zusatzinformationen. Vers 10: "Da ging Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, hin zu den obersten Priestern, um ihn an sie zu verraten. Sie waren aber erfreut. Sie aber waren erfreut, als sie das hörten, und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte eine gute Gelegenheit, um ihn zu verraten." Lukas 22 ergänzt dann noch, dass Judas explizit zum Instrument Satans wurde. Der Satan fährt in ihn und wirkt durch ihn. Markus erwähnt nicht den genauen Betrag, dass es 30 Silberlinge sind. Das macht Matthäus in Kapitel 26. Dafür erwähnte aber die große Freude der Obersten, was auch dann bei Lukas zu finden ist.

[45:13] Weil ja jetzt es möglich ist, Jesus gefangen zu nehmen, ohne dass da die große Volksmenge es erst einmal realisiert. Und damit ist der ganze Grund weggefallen, aufgrund dessen man ja noch am selben Tag zuvor, am selben Tag, beschlossen hatte, Jesus erst einmal nicht zu ermorden, sondern das aufzuschieben. Dieser Grund fällt weg. Sie können ihn also jetzt gleich gefangen nehmen, ohne erst einmal Angst zu haben, Angst haben zu müssen vor der Volksmenge. Und das ist der Grund, warum sie sich so sehr freuen. Sie waren aber erfreut.

[45:48] Jetzt kommt Vers 12 bis 16, die Geschichte von der Vorbereitung auf das Passahmahl. Die findet sich natürlich auch in Matthäus 26. Markus ist hier deutlich ausführlicher. Petrus war einer bei den beiden Jüngern gewesen, die mit der Vorbereitung betraut gewesen sind. Das sagt uns Lukas 22, Vers 8. Und auch in Lukas haben wir dann diese ausführliche Variante. Vers 12: "Und am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als man das Passah schlachten sollte, sprachen seine Jünger zu ihm: 'Wo willst du, dass wir hingehen und das Passah zubereiten, damit du es essen kannst?'" Die Zeitangabe erscheint hier als ziemlich problematisch auf den ersten Blick, denn es muss sich um den Donnerstag handeln. Am folgenden Tag, am darauffolgenden Tag, haben die Obersten in der Früh das Passah noch nicht gegessen. Das sagt Johannes 18 ganz deutlich. Und Johannes 13, Vers 1, sagt explizit, dass das Abendmahl vor dem Tag des Passah stattfand. Jesus starb ja als das wahre Passah, 1. Korinther 5, Vers 7, an einem Freitag. Das macht Matthäus 26 ganz deutlich. Also wissen wir, das Passah, der 14. Nisan, war ein Freitag. Und von der Erzählweise des Markus haben wir jetzt gesehen, dass er jeden einzelnen Tag seit dem triumphalen Einzug, also den Sonntag, dann am Montag die Reinigung des Tempels, am Dienstag die verschiedenen Gespräche mit den verschiedenen Pharisäern, Sadduzäern und so weiter. Jetzt war der Mittwoch dran. Es also jeder Tag wird chronologisch deutlich abgesetzt.

[47:26] Es ist der Tag nach dem Tag, an dem zwei Tage vor dem Passah gewesen ist. Matthäus 26 bietet die gleiche Formulierung: "Am ersten Tag der ungesäuerten Brote", was den ersten Tag des Passahfestes meint. Wir müssen wirklich eine korrekte Interpretation dieser Formulierung haben, damit wir eine Harmonie zwischen den Evangeliumsberichten erzeugen können. Entscheidend ist hier Matthäus 26, Vers 2, denn dort heißt es in Bezug auf den Mittwoch: "Ihr wisst", sagt Jesus, "dass in zwei Tagen das Passah ist. Dann wird der Sohn des Menschen ausgeliefert, damit er gekreuzigt werde." Also Matthäus selbst sagt, dass am Tag des Passah die Kreuzigung stattfinden wird. Und sowohl die Auslieferung als auch die Kreuzigung sind am Freitag gewesen. Das sagt auch Matthäus. Das heißt, nach Jesu eigener Aussage ist der Freitag der Tag des Passah. Jesus hat das deutlich gemacht. Matthäus wusste also aber natürlich, dass das Abendmahl vor der Auslieferung stattfindet. Das heißt, er kann nicht im Sinn gehabt haben, Jesus zu widersprechen. Ja, also Matthäus sagt nicht in Matthäus 26, Vers 2, dass also – wenn anders gesagt, wenn Matthäus aufschreibt, dass Jesus am Mittwoch gesagt hat: "In zwei Tagen werde ich sterben", und dann, und zwar am Tag des Passah, dann kann er nicht gemeint haben, dass das Passah am Donnerstag gewesen ist. Das heißt, wir müssen uns überlegen, was hier eigentlich in Matthäus 26, Vers 17, und Markus 14, 12, gemeint ist, weil Matthäus sich nicht gegenseitig widersprechen kann. Oder besser gesagt, wir gehen davon aus, weil das inspirierte Wort Gottes ist, dass sich diese beiden Stellen nicht widersprechen. Es ist hilfreich, sich daran zu erinnern, dass für die Israeliten der Tag am Abend begann, mit dem Sonnenuntergang (siehe 3. Mose 23, Vers 32). Das heißt, der dunkle Teil unseres Donnerstages gehörte biblisch schon zum Freitag, dem 14. Nisan. Damit der erste Tag des Passahfestes begann also ja schon am Donnerstagabend und ging dann bis zum Freitagabend. Wir wissen, am Freitagabend begann dann der Sabbat. Wenn wir also alle Bibelstellen harmonisieren wollen, dann müssen wir Matthäus 26, Vers 17, und hier Markus 14, Vers 12, so verstehen, dass gegen Sonnenuntergang am Donnerstag, als der 14.

[50:11] Sonnenuntergang am Donnerstag, als der 14. Nissan dann begann. Lukas sagt, dass das Passah kam, dass jetzt sich die Jünger gefragt haben, wo er das Passahmahl halten möchte. Es ist natürlich selbstverständlich, dass Jesus das Passahmahl nicht mehr an dem eigentlichen Zeitpunkt des Passahs essen konnte, weil er dann ja sterben würde. Er musste also es vorher essen, und möglicherweise haben die Jünger das auch dann schon verstanden. Sie hatten immer wieder gehört, dass er sterben würde, auch wenn sie das zum Teil nicht so richtig begriffen haben, was das genau bedeutet.

[50:51] Vers 13: Und er sendet zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen: "Geht in die Stadt! Da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt." Dem folgt das ist natürlich jetzt alles neu gegenüber Matthäus. Diese Detailinformationen sind neu bei Markus. Die Stadt ist natürlich Jerusalem. Und wo er hineingeht, da sagt zu dem Hausherrn: "Der Meister lässt fragen: Wo ist das Gastzimmer, in dem ich mit meinen Jüngern das Passah essen kann?" Insgesamt ist die ganze Geschichte natürlich ganz stark auch an Markus 11, Vers 1 bis 7, wo der triumphale Eintritt auf eine ganz ähnliche Weise vorbereitet worden ist, indem Petrus und Johannes vorgeschickt werden. Vers 15: "Und er wird euch einen großen Obersaal zeigen, der mit Polstern belegt und hergerichtet ist. Dort bereitet es für uns zu." Das heißt, da die logistischen Fragen da dann schon geklärt sind, müssen nur noch Essensvorbereitungen vorgenommen werden, und das hat dann offensichtlich nicht viel Zeit in Anspruch genommen. Vers 16: Und seine Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und sie bereiteten das Passah.

[52:01] War also so wie beim triumphalen Einzug, alles so wie Jesus es vorher gesagt hatte. Vers 17: Und als es Abend geworden war, kam er mit den Zwölfen. Jesus feiert mit seinen Jüngern jetzt das Passah. Man kann Lukas 22 und dort Vers 15 so verstehen, dass er ganz bewusst dieses Passah ein wenig vorgezogen hat um ein paar Stunden, damit er es noch einmal vor seinem Tod feiern kann. Er sagt nämlich in Vers 15 in Lukas 22: "Und er sprach zu ihnen: 'Mich hat herzlich verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide.'" Also Jesus und seine Jünger, so sieht es aus, haben das Passah bewusst am Abend, am, also am Donnerstagabend dann nach Sonnenuntergang schon gegessen, weil am Freitagabend Jesus schon tot sein würde. Das hat Jesus ganz deutlich, ganz klar so verstanden.

[53:06] Und wenn mit Vers 12 bereits die Abenddämmerung gemeint ist, dann müsste hier mit Vers 17 der fortgeschrittene Abend gemeint sein. Vers 18: Und als sie zu Tisch saßen und aßen, sprach Jesus: "Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir ist, wird mich verraten." Diese Ankündigung des Verrats findet sich bei Johannes, Markus, so wie bei Matthäus 26, Vers 21 bis 26, vor dem Bericht über die Einsetzung des Abendmahles, obwohl zuerst chronologisch erst das Abendmahl eingesetzt worden ist und Jesus danach den Verräter identifiziert hat. Das kann man deutlich aus Johannes 13, Vers 30, ersehen, weil Judas sofort nach seiner Identifizierung das Abendmahl verlassen hat. Deswegen hat Lukas 22 dann die richtige Reihenfolge. Und Johannes bietet dann auch noch den Bericht von der Fußwaschung, der hier bei den anderen Evangelisten nicht erwähnt wird.

[54:14] Es heißt ja hier, sie saßen zu Tisch. Das ist allerdings eine nicht so günstige Übersetzung. Eigentlich müsste man wörtlich übersetzen, dass er lag, ja, dass sie da gelegen haben. Man hat damals so auf Esscouchen gelegen, den linken Arm gestützt und dann mit dem rechten Arm gegessen. Und wenn so alle so auf Couchen gelegen haben, dann ist Jesus auch von Couch zu Couch gegangen und hat den Jüngern so liegend die Füße gewaschen. Vers 19: Da fingen sie an, betrübt zu werden und fragten ihn einer nach dem anderen: "Doch nicht ich?" und der nächste: "Doch nicht ich?" In Johannes 13 wird dann noch ergänzt, dass Johannes explizit nachfragt, und zwar weil Petrus ihn anstiftet dazu, wer es denn sei. Vers 20: Er aber antwortet und sprach zu ihnen: "Einer von den Zwölfen, der mit mir das Brot in die Schüssel taucht." In Johannes 13 wird da noch präzisiert: Jesus hat seinen Bissen eingetaucht und ihn Judas gegeben. Und der hätte das ablehnen können, aber indem er diesen Bissen annimmt und weiß, ja, dass Jesus weiß, entscheidet er sich jetzt. Das ist eine letzte Chance. Er entscheidet sich dann vollständig Jesus zu verraten. Vers 21: "Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre für jenen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre." Jesus wäre in jedem Fall gestorben, denn der Plan der Erlösung hatte das vorgesehen, und die Prophetie hatte es ja vorhergesagt. Aber niemand ist gezwungen gewesen, Jesus zu verraten. Das war die eigene Entscheidung von Judas, und er musste sie moralisch selbst verantworten. Und den eigenen Erlöser der Welt zu verraten, der auch ihn erlöst hätte, wenn er das gewollt hätte. Das ist eine unfassbar schlimme Sache.

[56:17] Nun folgt bei Matthäus und bei Markus hier in Vers 22 bis 25 die Einsetzung des Abendmahls, wie gesagt, eigentlich chronologisch vor der Identifizierung des Verräters. Vers 22: Und während sie aßen, nahm Jesus Brot, sprach den Segen, brach es, gab es ihnen und sprach: "Nehmt, das ist mein Leib." Jesus verleiht dem Passahbrot eine ganz neue Bedeutung. Er hatte das schon in Johannes 6, Vers 21 bis 58, ausgeführt und diesen Gedanken erklärt: Wir leben davon, dass Jesus für uns gestorben ist. Wir leben buchstäblich davon, dass Jesus unser Erlöser ist. Das muss uns bewusst sein. Das muss so wie, dass wir täglich Brot essen, müssen wir uns täglich davon geistlich ernähren, dass Jesus für uns gestorben ist. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns jeden Tag Zeit nehmen über das Leben und vor allem auch über den Tod, das Leiden und den Tod und die Auferstehung Jesu nachzudenken, weil das unser geistliches Leben ist. Und ich möchte heute die Entscheidung fällen, jeden Tag über Jesus und sein Leiden für mich und seinen Tod nachzudenken. Möchtest du auch so eine Entscheidung fällen? Ich glaube, dass uns das geistlich sehr stärken wird und wichtig ist, damit wir unser geistliches Leben aufrechterhalten können.

[57:44] Vers 23 und 24: Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen denselben, und sie alle tranken daraus. Und er sprach zu ihnen: "Das ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird." Jesu Tod war die Unterschrift unter den neuen Bund. Der war ja schon in Jeremia 31, Vers 33 und 34, vorhergesagt worden. Allein durch seinen Tod wird es also möglich, dass unsere Sünden vergeben werden. Dadurch können wir eine direkte persönliche Beziehung zu Jesus haben, zu Gott haben und werden durch Gottes Geist befähigt, nach Ezechiel 36 Gottes Gesetz zu halten. Das ist genau das, was der neue Bund beinhaltet, wie wir es auch in Hebräer 8, Vers 10 bis 12, sehen können: echte Sündenvergebung, eine direkte Beziehung zu Gott und Gehorsam durch Gottes Kraft, durch seinen Geist. Die ganze Erlösung zielt darauf, dass du und ich diesen neuen Bund persönlich erleben. Hast du in deinem Leben den neuen Bund erlebt? Lass uns darum beten, jeden Tag in diesem neuen Bund leben zu können, weil wir die Erlösung, die Jesus für uns erworben hat, für uns persönlich anwenden.

[58:59] "Wahrlich, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu trinken werde im Reich Gottes." Damit deutet Jesus an, er wird nicht auf dieser Erde bleiben, sondern er wird dann in den Himmel gehen. Johannes berichtet dann noch sehr ausführlich in Johannes 13, Vers 31, und dann das ganze Johannes 14. Kapitel, dass Jesus noch sehr ausführlich über sein Gehen und insbesondere über das Kommen des Heiligen Geistes gesprochen hat. Und das zeigt natürlich auch, dass der Heilige Geist Jesus personifiziert, aber dennoch nicht Jesus mit Jesus identisch ist, denn Jesus würde gehen, und der Heilige Geist wird dann kommen. Interessanterweise berichten sowohl Lukas in Lukas 22, Vers 31 bis 38, als auch Johannes 13, Vers 36 bis 38, dass schon während des Passahmahles Petrus zum Ausdruck gebracht hat, dass er unter keinen Umständen Jesus verlassen würde, worauf Jesus schon während des Passahs, des Abendmahles, ihm angekündigt hat, dass er ihn dreimal verraten würde, ehe der Hahn kräht. Also Jesus hat dort schon angekündigt, dass sich die Prophezeiung über ihn erfüllen würden, erfüllen werden und er wie ein Krimineller behandelt werden wird. Das ist deswegen so interessant, weil dann, nachdem sie das Mahl verlassen haben und durch die Straßen Jerusalems gehen Richtung Ölberg, noch einmal Petrus auf seine Verleugnung hin angesprochen wird, wie wir jetzt sehen werden, diesmal in Vers 26 bis 31 in Markus.

[1:00:52] Wie gesagt, diese erste Ankündigung findet sich nur bei Lukas und bei Johannes. Markus bringt jetzt diese zweite Ankündigung, die wir auch in Matthäus 26, Vers 30 bis 35, finden. Vers 26: Und nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Der Lobgesang bestand traditionellerweise aus Psalm 113 bis 118. Und gerade der Schluss von Psalm 118 ist äußerst beeindruckend und muss insbesondere auf Jesus sehr intensiv gewirkt haben. Da stehen, da werden Sachen gesungen, wie zum Beispiel in Vers 22: "Der Stein, den die Baumeister verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden." Vers 24: "Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen uns freuen und fröhlich sein in ihm." Vers 26: "Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn." Vers 27: "Der Herr ist Gott, er hat uns Licht gegeben. Bindet das Festopfer mit Stricken an die Hörner des Altars." Das wird alles sehr deutlich zu Jesus gesprochen haben, der ja die Erfüllung all dieser typologischen und prophetischen Aussagen gewesen ist. Jesus verlässt mit den elf Jüngern, die noch übrig geblieben sind, nachdem Judas von dannen gegangen ist, das Haus, und er geht durch die vollen Straßen langsam durch die Stadt Richtung Ölberg. Vers 27: Und Jesus spricht zu ihnen: "Ihr werdet in dieser Nacht alle an mir Anstoß nehmen, denn es steht geschrieben: 'Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.'" Jesus bereitet sie jetzt auf die kommenden Stunden vor. Er zitiert Sacharja 13, Vers 7. In Johannes 13 war bisher nur Petrus gewarnt worden. Jetzt werden alle Jünger gewarnt, und es wird deutlich gesagt, dass alle ihn verlassen werden. Vers 28: "Aber nach meiner Auferweckung will ich euch nach Galiläa vorangehen." Diese Worte sind wie ein Hoffnungsstrahl. Jesus wird nicht für immer tot bleiben, sondern er wird mit ihnen wieder dorthin gehen, wo sie so viel mit ihm erlebt haben. Vers 29: Petrus aber sagte zu ihm: "Wenn auch alle Anstoß nehmen, doch nicht ich!" Erneut ergreift Petrus das Wort, nachdem er ja schon gewarnt worden ist, dass er ihn dreimal verleugnen werde. Trotz dieser Warnung glaubt Petrus noch immer, dass ihn eine außergewöhnliche Treue zu Jesus auszeichnen. Und das ist auch so, das ist interessant jetzt zu sehen, weil es uns hilft zu verstehen, warum dann Petrus am Ende gefallen ist. Er war sich ganz sicher, er hat es gemeint, was er gesagt hat, aber er kannte sich selbst nicht. Und als Jesus ihn gewarnt hat, hat er diese Warnung nicht für voll genommen. Er hat sich besser eingeschätzt, als er war, und die Warnungen Jesu ignoriert. Vers 30: Und Jesus spricht zu ihm: "Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." Markus bringt hier ein ganz wesentliches Detail, das ohne jeden Zweifel auf den persönlichen Bericht von Petrus, um den es ja geht, zurückgeht. Beim ersten Mal, und so macht das ganz deutlich in Lukas und auch in Johannes, hatte Jesus nur gesagt: "Ehe der Hahn kräht." Diesmal sagt er: "Ehe der Hahn zweimal kräht." Matthäus berichtet zwar diese Warnung, hat aber die genaue Formulierung nicht differenziert, aber Markus macht das, das von Petrus wahrscheinlich genau gehört. Angesichts der fehlenden Einsicht von Petrus gibt Jesus ihm ein zusätzliches Warnzeichen, nämlich: Der Hahn wird ein erstes Mal krähen, und das wird dann wie eine rote Flagge sein, wie ein Alarmzeichen, wie eine Sirene, doch noch umzukehren, bevor er noch weiter in die Verleugnung sich verstrickt.

[1:05:05] Ist nicht interessant? Petrus erkennt seine eigene Schwäche nicht, und Jesus gibt ihm deswegen noch ein zusätzliches Warnzeichen. Vers 31: Er aber sagte desto mehr: "Wenn ich auch mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen." Das Gleiche sagten aber auch alle. Verzeihung, Petrus versteht all dies nicht und ist umso überzeugter: "Auch wenn alle dich verlassen, ich werde dich niemals verlassen." Und alle Jünger sind sich sicher, dass sie Jesus nie im Stich lassen würden.

[1:05:49] Kennst du dich selbst? Petrus und die Jünger hatten viel mit Jesus erlebt. Sie waren begeistert von Jesus, sie waren Jesus treu, aber sie kannten sich nicht selbst. Sie haben sich für stärker gehalten, als sie waren. Möchtest du heute, lieber Freund, liebe Freundin, die Warnungen von Jesus, auch wenn sie unangenehm sind, auch wenn sie unseren Stolz durchkreuzen, möchtest du die Warnungen von Jesus annehmen, weil er uns besser kennt als wir, weil er Schwächen in uns sieht, die wir gar nicht wahrnehmen? Ich möchte heute mich entscheiden, mich von Jesus warnen zu lassen, auch wenn ich vielleicht die Gefahr nicht sehe. Warnungen annehmen, damit wir uns in unserer Schwachheit auf seine Verheißung und auf seine Erlösung verlassen können. Ich möchte heute mit Jesus im neuen Bund leben. Du auch? Dann lass uns noch gemeinsam beten.

[1:06:45] Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass Du durch Dein Wort zu uns gesprochen hast. Herr, ich weiß aus eigener Erfahrung, und wir alle wissen das, wenn wir ganz ehrlich sind, dass wir uns eigentlich nicht selbst kennen, dass wir schwächer sind, als wir es vermuten, und dass wir oft schon Deine Warnung in den Wind geschlagen haben, nur um hinterher festzustellen, dass Du recht gehabt hast. Herr, lass uns verstehen, dass wenn Du uns warnst in Deinem Wort, durch den Geist der Weissagung, wenn Du uns Warnungen schickst, dass Du nicht übertreibst, sondern dass jede Warnung, die Du uns gibst, dringend notwendig ist für uns. Und wenn wir sie selbst nicht für nötig achten, dann bereiten wir uns vor, Dinge zu tun, die wir niemals uns vorstellen können. Herr, wir möchten Dich bitten, dass wir glauben lernen, der so tief ist, dass wir Dir auch dann glauben, wenn wir selbst die Gefahr nicht sehen, damit wir nicht am Ende verloren, sondern uns an Dich klammern. Wir möchten Dir, Herr Jesus, danke sagen, dass Du alles gegeben hast, und möchten mit Dir im neuen Bund leben. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen. Damit verabschieden wir uns für heute. Nächste Woche werden wir weiter studieren und sehen, wie es in diesen letzten Stunden mit Jesus und seinen Jüngern weitergegangen ist. Bis dann wünsche euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium des Wortes Gottes. Möge Gott euch zeigen, möge er uns zeigen, wie Jesus wirklich ist.

[1:08:53] [Musik] [Applaus] Amen.


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