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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2024 3rd Nr 13   <<<

In dieser Folge der CSH Spezialserie widmet sich Christopher Kramp den letzten Stunden Jesu, seiner Kreuzigung und Auferstehung, basierend auf Markus 15, Vers 16 bis 16, Vers 20. Er beleuchtet die Demütigungen, die Jesus erlitt, die symbolische Bedeutung der Dornenkrone und die Erfüllung alttestamentlicher Prophezeiungen. Zudem korrigiert er frühere Aussagen zur Häufigkeit alttestamentlicher Zitate im Markusevangelium und betont Jesu freiwilliges Opfer für die Menschheit.


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Serie: CSH 2024 Q3 Spezial – Das Markusevangelium

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt ein herzliches Willkommen allen Zuschauern auch auf dem Sender Das Wort.

[0:44] Wir sind ans Ende gelangt unserer CSH Spezialserie über das Markusevangelium. Wir wollen heute den letzten und wichtigsten Abschnitt des gesamten Evangeliums uns anschauen, der Abschnitt, der von der Kreuzigung, dem Tod und der Auferstehung von Jesus Christus spricht in Markus 15, Vers 16 bis Kapitel 16, Vers 20.

[1:15] Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 28. September. Und wie immer gilt natürlich, dass wir auch heute den kompletten Abschnitt, den wir uns hier vorgenommen haben, studieren. In dieser Hinsicht haben wir das Markusevangelium in ungefähr gleich große Teile aufgeteilt.

[1:36] Bevor wir aber beginnen, möchte ich noch ganz kurz eine Ergänzung und Korrektur zur Lektion vor zwei Wochen, zur Lektion 11 hier anbringen. Und zwar bezüglich Markus 14, 1 bis 11, die Geschichte von dem Verrat durch Judas, insbesondere in Vers 10 und 11.

[2:01] Korrigierend zu unseren Ausführungen dort und ergänzend dazu möchten wir auf dieses noch hinweisen, dass nach dem Buch "Desire of Ages" Seite 563 und 564, beziehungsweise "Das Leben Jesu" Seite 554, Judas bereits am sechsten Tag vor dem Passah, am Sabbat, eventuell Samstagabend, direkt nach dem Fest bei Simon, dem Sanhedrin, den Verrat geboten hat.

[2:29] Und deswegen beziehen sich Markus 14, Vers 10 und 11 und auch der Parallelvers in Matthäus schon auch direkt auf die Stunden direkt nach dem Fest des Simon.

[2:38] Sie sagt allerdings aber auch dann weiter im Englischen auf Seite 76, im Deutschen auf Seite 711, dass Judas diesen Pakt mit den Obersten kurz vor dem Passah noch einmal erneuert hat. Und das ist dann offensichtlich am Mittwoch gewesen, und davon spricht dann Lukas 22, Vers 1 bis 6.

[2:59] Da nun aber Matthäus und Markus auch in einem Zusammenhang mit dem Mittwoch stehen – wir denken da Markus 14,1 und Matthäus 26,1 und 2 – könnte man folgendermaßen das Ganze harmonisieren: Am Sabbat hat Judas nach dem Fest bei Simon einen Bund mit den Obersten geschlossen, am Mittwoch diese Abmachung dann erneuert, so wird das dann von Lukas berichtet.

[3:26] Und Matthäus und Markus berichten ebenfalls von diesem Ereignis, als sie in der Chronologie am Mittwoch angekommen sind, aber liefern die Vorgeschichte vom Sabbat dazu, sodass dann in ihrem Bericht der Verrat des Judas sozusagen, wo dann beide Ereignisse am Sabbat und am Mittwoch thematisch zusammengefasst werden und nicht mehr chronologisch differenziert werden. Das also noch als Ergänzung, um das entsprechend klarzustellen.

[3:54] Jetzt wollen wir uns aber mit den letzten Stunden von Jesus Christus beschäftigen, die er am Kreuz von Golgatha für uns verbracht hat, seinen Tod und dann die wunderbare Botschaft der Auferstehung gemeinsam studieren.

[4:12] Und damit wir tatsächlich diese Botschaft, auch diese Worte in unserem Herzen ganz tief bewegen, dass sie wirklich etwas bewegen in unserem Herzen, uns verändern, denn durch das Anschauen können wir gerettet und verwandelt werden, sagt uns die Bibel. Möchten wir den Heiligen Geist einladen, unsere Herzen wirklich zu beeindrucken, und wir möchten beten, dass Gott uns in einer besonderen Weise heute Jesus offenbart, wie es die Bibel sagt.

[4:49] Wollen wir gemeinsam beten? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass die Evangelien uns auf so eine interessante und auch berührende Art und Weise diese besonderen Tage, den Freitag, den Sabbat und den Sonntag dieser Passionswoche so nahebringen, dass, wenn wir mit offenem Herzen darüber nachdenken, dass wir direkt in Kontakt mit dir kommen.

[5:25] Herr, wir möchten Dich bitten, dass die Worte, die wir lesen, vor unserem inneren Auge zu Bildern werden, die uns berühren, dass die Kraft deines Wortes uns anspricht und wir verstehen, dass all das, was Jesus dort erlebt hat, wegen mir ist, wegen meiner Sünden und wegen dem, was ich gegen dich rebelliert habe.

[5:53] Möchten Dich bitten, dass du unsere Erfahrung mit dir vertiefst und dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern ausführt, wozu du es gesandt hast, und wir mit festen, festen, mit unseren Füßen auf dem festen Grund stehen, dem Grund, dass Jesus für uns gestorben, auferstanden ist und jetzt für uns lebt und jetzt für uns eintritt.

[6:21] Darauf wollen wir uns berufen, dafür Danke sagen und in seinem Namen beten. Amen.

[6:35] Wir beginnen in Markus Kapitel 15 und dort Vers 16 bis 19.

[6:41] Die hier beschriebene Auspeitschung und Verspottung von Jesus fand, wie wir das letztes Mal am Ende schon erläutert haben, chronologisch zwischen Vers 14 und 15 statt.

[6:49] Danach hat Pilatus noch einen letzten Versuch unternommen, Jesus zu retten, wie er in Johannes 19, Vers 4 bis 15 beschrieben wird.

[6:59] Jesus – und das war die Überlegung von Pilatus – sollte offensichtlich ausgepeitscht werden und dann freigelassen werden, um sozusagen den Juden ein Stück weit entgegengekommen zu sein, den Obersten.

[7:15] Wir lesen in Vers 16: „Da führten ihn die Kriegsknechte hinein in den Hof, das ist das Prätorium, und sie riefen die ganze Schar zusammen.“

[7:23] Alle in Jerusalem stationierten römischen Soldaten, die an dieser Schar zugehörten, zumindestens sollten an dieser Erniedrigung und Verhöhnung teilnehmen.

[7:35] Es handelt sich wohl hier um eine Kohorte, das heißt wohl bis zu 400 Soldaten.

[7:42] Diese Kohorten hatten nicht immer die Sollstärke, aber wir sind deutlich mehr als 20 oder 30 Soldaten aktiv gewesen.

[7:49] Johannes ist dann der Einzige, der Johannes 19, Vers 1 auch ausdrücklich die Auspeitschung von Jesus erwähnt.

[7:58] Noch das hat Jesus gelitten wegen mir und wegen meinen Sünden.

[8:10] Vers 17: „Sie legten ihm einen Purpurmantel um, flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf.“

[8:16] Ein Purpurgewand war extrem teuer, und zwar, weil man, um nur 1,5 Gramm Purpursaft herzustellen, 12.000 dieser besonderen Purpurschnecken benötigte.

[8:29] Und daher wurde ein Purpur gewandt als Zeichen des besonderen Reichtums eigentlich vor allem von hochrangigen Senatoren, Imperatoren und dann von Kaisern und Königen getragen.

[8:45] Es war dann später in der Kaiserzeit das Zeichen des Kaisers, der Purpur.

[8:51] Jesus sollte damit als König der Juden verspottet werden, denn er bekam ja keine Krone aus Gold, sondern eine Dornenkrone.

[9:00] Die Dornen (1. Mose 3, Vers 17 und 18) – ein Symbol für die Sünde und ihre Folgen. Es heißt dort: „Und zu Adam sprach er, nämlich Gott: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach, du sollst nicht davon essen, so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen.

[9:23] Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Gewächs des Feldes essen.“

[9:31] Jesus hat im Garten – Verzeihung – im Garten Eden gezeigt, dass die Konsequenzen der Sünde darin bestehen würden, dass der Erdboden dem Menschen Dornen tragen würde.

[9:45] Aber das sollte sich letztlich auch zum Segen auswirken, denn durch diese schlimme Konsequenz hatte der Mensch Gelegenheit, über die Folgen der Sünde nachzudenken.

[10:00] Aber damit nicht genug. Derselbe Jesus trägt jetzt für uns hier am Kreuz die Dornenkrone.

[10:11] Er akzeptiert die Dornen, als ob er sagen wollte: „All diese Sünden und Dornen sind ein gutes Bild für die Sünde.“ So ein Dorn ist ein verkümmertes Blatt sozusagen, das nicht das entfaltet, was eigentlich ursprünglich mal gedacht war, etwas, das sticht, so wie der Egoismus um sich sticht.

[10:32] Und Jesus nimmt diese Dornen als ein Symbol dafür, dass er alle meine Sünden auf sich nimmt, dass er der König für jeden Sünder ist, der ihm das glaubt.

[10:45] In Matthäus 27 wird noch ergänzt, dass sie ihm auch ein Rohr in die Hand gegeben haben.

[10:50] Vers 18: „Und sie fingen an, ihn zu grüßen: Sei gegrüßt, König der Juden! Und sie schlugen sein Haupt mit einem Rohr – das ist dieses Rohr, das haben sie ihm aus der Hand dann wieder genommen –, spuckten ihn an, beugten die Knie und fielen vor ihm nieder.“

[11:03] Jesus wird nicht nur nicht wie ein König behandelt, was er eigentlich verdient hätte, sondern sein rechtmäßiger Anspruch, König zu sein als Schöpfer der Welt und einzig sündloser Mensch und freiwilliger Retter der Menschen, dieser Anspruch wird noch extrem ins Lächerliche gezogen.

[11:23] Das eine ist Gewalt und rohe Gewalt, das andere ist Spott und Hohn, das ist manchmal noch schwerer zu ertragen als körperliche Gewalt.

[11:39] Nach dieser unfassbaren Erniedrigung wird er noch einmal zu Pilatus gebracht, und er führt ihn zu den Menschen.

[11:47] Das wird dann nur in Johannes 19, Vers 4 bis 15 beschrieben, aber die wollen endgültig Barabbas haben, und Pilatus entscheidet sich dann letztlich, Barabbas freizulassen und Jesus kreuzigen zu lassen.

[11:59] Dort sind wir dann ja in Markus 15, Vers 5 schon gewesen.

[12:04] Vers 20: „Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus, den Purpurmantel, und legten ihm seine eigenen Kleider an.“

[12:14] Sie haben seinen Purpurmantel ausgezogen, aber die Dornenkrone dem Kopf gelassen, und sie führten ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen.

[12:28] Er wird jetzt aus Jerusalem hinausgeführt, so wie das Fleisch der roten Kuh in 4. Mose, ich glaube, es ist 4. Mose 19, wenn ich das nicht falsch in Erinnerung habe, genau, außerhalb des Lagers verbrannt werden sollte.

[12:52] Hat Jesus das Opfer außerhalb der Stadt für uns gebracht.

[13:00] Vers 21: „Und sie zwangen einen Vorübergehenden, der vom Feld kam, Simon von Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, ihm das Kreuz zu tragen.“

[13:09] Gegenüber Matthäus gibt hier Markus noch wichtige Details. Simon kam gerade vom Feld, er hatte das vorhergehende wohl nicht richtig mitbekommen, und er ist der Vater von Alexander und Rufus, die offensichtlich den Lesern des Markusevangeliums bekannt gewesen sein müssen.

[13:31] Einen Alexander gibt es in der – also den Namen Alexander gibt es im Neuen Testament dann noch öfter bei verschiedenen Personen, von denen allerdings keine so wirklich mit diesem Alexander hier identisch zu sein scheint.

[13:44] Aber es gibt einen Rufus interessanterweise in Römer 16, Vers 13 in der Gemeinde Rom, und der könnte vielleicht hier wirklich gemeint sein.

[13:52] Dann wäre das ein weiteres Indiz dafür, dass Markus speziell auch für eine römische Leserschaft, unter anderem vielleicht auch die römische Gemeinde, dieses Evangelium mit intendiert hat, mitgedacht hat.

[14:07] Kyrene liegt in Nordafrika, das war ursprünglich mal eine griechische Kolonie im heutigen Libyen.

[14:19] Nur Lukas berichtet in Lukas 23, Vers 27 bis 32, dann noch von Worten Jesu, die dieser mit den trauernden Frauen gewechselt hat auf dem Weg zum Kreuz.

[14:31] Vers 22: „Und sie brachten ihn auf den Platz Golgatha, das heißt übersetzt Schädelstätte.“

[14:39] Jesus war schon völlig erschöpft. Er hatte nach der schweren Auspeitschung und den vielen Schlägen war er ja seit seiner Gefangennahme in Gethsemane immer wieder körperlich auch misshandelt worden.

[14:51] Er war geschlagen worden bei den Verhören, er war geschlagen worden bei Herodes Antipas, er war hier bei Pilatus geschlagen worden.

[15:01] Er war völlig, völlig am Ende körperlich, so dass er nicht einmal das Kreuz tragen konnte und Simon von Kyrene es tragen musste.

[15:10] Und jetzt sind sie angekommen hier in Golgatha. Golgatha ist die griechische Variante von aramäisch Gulgolta, das heißt übersetzt „der Schädel“, ähnlich auch Hebräisch Gulgolet, „der Schädel“.

[15:26] Vers 23: „Sie gaben ihm Mürrenwein, aber er nahm ihn nicht.“

[15:37] Nur Markus berichtet von dem Wein, der mit Myrrhe angereichert ist. Matthäus 27 berichtet dann zusätzlich auch noch von Essig gemischt mit Galle.

[15:43] Es war üblich, den Gekreuzigten einen Betäubungstrank zu reichen, aber Jesus weigert sich, diesen zu nehmen.

[15:50] Er möchte nicht betäubt sein. Zum einen möchte er seinen klaren Verstand behalten – auch das ein wichtiges Argument, warum wir Alkohol ablehnen als bibeltreue Christen.

[16:08] Zum anderen hat Jesus die volle Konsequenz aller unserer Sünden, auch mit all den körperlichen Qualen, die das brachte, auf sich genommen und keine Abkürzung gesucht, keine Abkürzung, keine Erleichterung in Anführungsstrichen akzeptiert.

[16:29] Vers 24: „Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darüber, was jeder bekommen sollte.“

[16:38] In Matthäus 27, Vers 35 wird noch natürlich ergänzt, dass sich dadurch die berühmte Prophezeiung in Psalm 22, Vers 19 erfüllt hat.

[16:47] Überhaupt dieser Psalm 22 erfüllt sich in vielen Details jetzt hier bei der Kreuzigung.

[16:54] Und Vers 25 bringt dann ein Detail, das nur Markus interessanterweise berichtet: „Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.“

[17:04] Diese Kreuzigung Jesu fand also gegen 9 Uhr morgens statt. Alle Verhöre – das bei Hannas, das bei Kajaphas, dann das bei Pilatus, bei Herodes Antipas und dann das zweite bei Pilatus danach noch einmal – waren also zuvor passiert am äußerst frühen Morgen im Morgengrauen.

[17:33] Und die Inschrift, Vers 26, die seine Schuld anzeigte, war darüber geschrieben: „Der König der Juden.“

[17:35] Bei Matthäus lautet sie: „Dies ist Jesus, der König der Juden.“ Lukas 23 hat: „Dieser ist der König der Juden.“ Und Johannes 19 überliefert in Vers 19: „Jesus, der Nazarener, der König der Juden.“

[17:52] Wenn wir alles zusammennehmen, dann haben wir die volle, vollständige Inschrift, die lautet: „Dies ist Jesus, der Nazarener, der König der Juden.“

[18:04] Lukas erzählt uns dann noch, dass die Inschrift in Griechisch, Latein und Hebräisch geschrieben war, so dass jeder Vorübergehende genau wusste, warum Jesus gekreuzigt worden war.

[18:15] Hebräisch kann in dem Fall möglicherweise auch Aramäisch meinen, weil im Neuen Testament manchmal die aramäische Muttersprache Hebräisch genannt wird, weil ja die Hebräer jetzt Aramäisch redeten.

[18:26] Soweit wir das sehen können, durch diese Inschrift machte Pilatus deutlich, dass die Juden niemanden als ihren König haben wollten, denn Jesus war ja nicht auf sein Betreiben getötet worden, sondern auf ihr Betreiben.

[18:41] Und sie hatten ja dann ausdrücklich gesagt in Johannes 19, Vers 15, dass sie keinen anderen König haben als den römischen Kaiser.

[18:48] Wer sich also als König ausgab, wurde von ihnen des Todes würdig befunden. Das war die Botschaft, und das war natürlich eigentlich kein schwerer Schlag für die Obersten, denn das war nichts anderes als eine bedingungslose Anerkennung der römischen Oberhoheit.

[19:07] In ihrem Versuch, Jesus loszuwerden, hatten die jüdischen Obersten letztlich ihre eigenen Ziele und Wünsche völlig verraten und sich mit ihren schlimmsten Feinden verbinden müssen, sodass diese sagen konnten: „Wann immer die Juden einen König haben wollen – das haben sie sich ja gewünscht –, wann immer sie einen König haben wollen, werden sie ihn des Todes für schuldig befinden.“

[19:38] In ihrem unbegründeten Hass gegen Jesus haben sie ihre eigenen Ideale verraten.

[19:44] Sie wollten doch unbedingt einen König, und jetzt haben sie ausgerechnet ihn dem Pilatus überbracht, weil sie mit der Begründung, er habe sich zum König gemacht, sie wollten einen anderen König haben.

[19:59] Und als sie Gottes Plan für ihr Leben nicht akzeptierten, haben sie ihr eigenes Leben ruiniert, buchstäblich.

[20:11] Vers 27: „Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.“

[20:16] Eigentlich hätte Barabbas in ihrer Mitte sein sollen. Sie sind wohl alle drei – Barabbas und die beiden anderen – für den Tod vorbereitet worden, aber Barabbas wurde freigelassen, und Jesus nahm seinen Platz ein.

[20:34] Vers 28: „Da wurde die Schrift erfüllt, die spricht.“ Das ist ein ganz singulärer Fall, das einzige Mal in dem gesamten Evangelium, dass Markus eine Erfüllung des Alten Testamentes vermerkt, ohne dass es vorher auch schon bei Matthäus gestanden hat.

[20:54] „Da wurde die Schrift erfüllt, die spricht: Und er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden.“

[21:01] Diese Auslegung von Jesaja 53, Vers 12 geht auf Jesus selbst zurück, der in Lukas 22, Vers 37 seinen Jüngern genau das gesagt hatte, dass das passieren wird, dieser Vers sich in seinem Leiden sich jetzt erfüllen würde.

[21:20] Und damit, mit dieser Erkenntnis, müssen wir noch eine kleine Korrektur vornehmen, und zwar in Bezug auf die allererste Lektion vor knapp drei Monaten.

[21:31] Dort haben wir nämlich im Bezug auf Markus 1, Vers 23, als dort auch das Alte Testament zitiert worden ist, behauptet, dass das der einzige Fall sei, wo Markus als Schreiber selbst auf die Erfüllung der alttestamentlichen Prophetie eingeht.

[21:47] Aber wie wir hier sehen, gibt es einen zweiten Fall, und den müssen wir jetzt also hier ergänzen und entsprechend Lektion 1 für Markus 1, Vers 23 korrigieren.

[21:56] Es gibt einen zweiten Fall, nämlich Markus 15, Vers 28.

[22:01] Vers 29: „Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten den Kopf und sprachen: Ha, der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen aufbaust, rette dich selbst und steige vom Kreuz herab!“

[22:14] Das entspricht Matthäus 27, Vers 39 und 40. Markus hat noch dieses zusätzliche verächtliche „Ha“, das hier noch so als ganz lebendiges Detail noch dazu kommt.

[22:29] Und in diesen Worten schwingt immer noch der Anklagepunkt der falschen Zeugen aus der Nacht mit, die hatten ja genau das vorgeworfen, wie wir in Markus 14, Vers 57 und 58 gelesen haben.

[22:39] All das geht zurück auf die Worte von Jesus in Johannes 2, Vers 19, die wir damals auch schon uns angeschaut haben im Zusammenhang mit Markus 14, als er bei der ersten Tempelreinigung in Johannes 2, Vers 19 die Worte gesagt hatte: „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“

[22:59] Das Krasse jetzt ist, dass diese Worte drei Jahre zuvor tatsächlich eine Prophezeiung auf diesen Moment war, denn er würde innerhalb von drei Tagen den Tempel seines Leibes aufrichten.

[23:10] Und sie nehmen diese Worte falsch verstanden und benutzen sie quasi als Waffe gegen ihn, um sozusagen ihn dazu zu bringen, in ihren Augen vermeintlich die Worte zu erfüllen, aber in Wirklichkeit damit die Worte gerade nicht zu erfüllen.

[23:29] Erstaunlich, wie Menschen Worte Gottes verdrehen können.

[23:34] Sie haben dieses Wort, das sich gerade vor ihren Augen eigentlich erfüllte, so verdreht, als ob in Wirklichkeit es nur erfüllt werden könnte, wenn die Erfüllung nicht stattfindet.

[23:45] Jetzt zeigt sich, wie satanisch diese ganze Sache gewesen ist.

[23:51] Die Versuchung ist enorm, denn Jesus hat ja die Kraft, er hat tatsächlich die Kraft, vom Kreuz herabzusteigen, aber er ist ja nicht dort, weil er nicht anders kann.

[24:00] Er hatte direkt in Gethsemane, bevor er gefangen genommen worden ist, deutlich gemacht, dass er das freiwillig alles erduldet, indem er zuallererst einmal seine Herrlichkeit offenbart hat, zumindest ein Teil davon, und all diejenigen, die gekommen waren, um ihn zu fangen, erst einmal auf den Boden gefallen sind.

[24:19] Dadurch war eigentlich von vornherein klar: Alles, was er jetzt erduldet, erduldet er, weil er es freiwillig erduldet.

[24:26] Er hätte vom Kreuz absteigen können, aber er möchte für mich und für dich sterben.

[24:32] Er möchte auch für die sterben, die ihn hier so schmähen.

[24:42] Weil er für sie sterben möchte, um ihnen eine Chance auf das ewige Leben zu ermöglichen.

[24:46] Und auch nach dem Kreuz hatten die Obersten noch weiter die Gelegenheit, das ewige Leben zu ergreifen.

[24:52] Pfingsten kam ja die Predigt der Jünger, und so mancher Priester hat dann auch das Evangelium noch angenommen.

[24:56] Weil er also für sich sterben möchte, um ihnen diese Chance zu geben, geht er auf ihren Vorschlag nicht ein, obwohl er es könnte.

[25:06] Denn ganz ehrlich, hätten die Obersten wirklich an Jesus geglaubt, wenn er vom Kreuz gestiegen wäre?

[25:13] Dadurch hätten sie auch nicht rettenden Glauben gelernt, der sich allein auf der Grundlage der Bibel gründet.

[25:23] Sie hatten so viele Wunder gesehen, sie hatten Zeichen über Zeichen gesehen.

[25:27] Sie wussten ganz genau, dass Jesus nichts Böses getan hatte.

[25:32] Sie wussten, dass er ein ganz Besonderer ist, ein ganz besonderer Mensch, und ich denke, viele von ihnen ahnten, wussten, merkten, dass er mehr als nur Mensch ist.

[25:45] Ein weiteres Zeichen hätte in ihnen nicht Glauben entstehen lassen.

[25:50] Der Glaube, das macht die Bibel deutlich, kommt aus dem Wort Gottes. Sie hätten einfach nur das Wort Gottes über den...

[25:55] einfach nur das Wort Gottes über den Messias mit Jesus vergleichen können, hätten sehen können, er ist. Ihm fehlten nicht Zeichen, ihm fehlte Glauben.

[26:03] Vers 31 und 32: „Gleicherweise spotteten aber auch die obersten Priester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.“ Hier haben wir insbesondere jetzt die obersten Priester, die habe ich gerade schon mitgemeint, aber hier werden sie jetzt erwähnt, samt den Schriftgelehrten, und sprachen: „Andere hatte er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.“ Auch hier so ein Spott dahinter. „Der Christus, der König von Israel, steige nun vom Kreuz herab, damit wir sehen und glauben.“ Auch die, welche mit ihm gekreuzigt wurden, schmähten ihn. Die Obersten werden hier besonders betont, weil ihre Schuld besonders groß ist. Matthäus 27 hat das Gleiche sogar noch etwas ausführlicher.

[26:47] Interessant ist dann in Lukas 23, denn während Matthäus und Markus nur davon berichten, dass beide Verbrecher links und rechts neben ihm ebenfalls ihn schmähen, berichtet Lukas 23, dass im Laufe der Zeit sich bei einem der beiden Verbrecher etwas fundamental ändert, dass einer noch kurz vor dem Tod sich zu Jesus bekennt, das ewige Leben ergreift und als Überwinder stirbt und einmal das ewige Leben erhalten wird, wie Jesus ihm dann am Kreuz noch versichert.

[27:21] Ebenfalls nur bei einem Evangelisten, in dem Fall Johannes, wird uns berichtet, wie Jesus noch am Kreuz für seine Mutter Maria sorgt und sie dem Johannes, dem Jünger, der ihm am nächsten gewesen ist, in die Obhut gibt.

[27:38] Vers 33: „Als aber die sechste Stunde anbrach, kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.“ Also gegen 12 Uhr mittags. Zu dieser Zeit ist eine Finsternis am allerwenigsten zu erwarten. Es war ausdrücklich ein übernatürliches Zeichen. Die Natur konnte nicht länger zuschauen, wie ihr Schöpfer so schlimm leidet. Jesus hatte zu diesem Zeitpunkt schon etwa drei Stunden am Kreuz ausgeharrt. Die Finsternis wird uns hier gesagt, währte bis etwa 15 Uhr.

[28:21] Und dann heißt es in Vers 34: „Und um die neunte Stunde, also ungefähr 15 Uhr, rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: Eloi, Eloi, lama sabachtani?“, das heißt übersetzt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Diese Worte entsprechen Psalm 22, Vers 2. Dieser berühmte Psalm, der so in so vielen Details die Kreuzigung von Jesus vorschattet. Aber Jesus zitiert hier nicht das Hebräische des Alten Testamentes. Er spricht denselben Gedanken in seiner eigenen Muttersprache Aramäisch aus, wobei die Fassung bei Markus mit dem „Eloi“ im Vergleich zu „Eli“ in Matthäus sogar dem Aramäischen „Elahi“ genauer entspricht. Allerdings ist auch die Version von Matthäus im Aramäischen gut bezeugt.

[29:15] Jesus hat also nicht einfach eine Show abgezogen, hat nicht einfach nur einen auswendig gelernten Bibelvers zur richtigen Zeit zitiert. Es war sein tiefstes, innerstes Herzensanliegen, diese Worte auszusprechen. Die kamen aus ihm heraus, gequält wie er war: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Aber selbst in der Verlassenheit von Gott, selbst in der Bedrücktheit durch alle Sünden der gesamten Welt, angegriffen von Satan und all seinen Helfershelfern, kamen doch nur Worte aus seinem Herzen, die in völliger Harmonie mit der Bibel waren. Obwohl alle Sünden der Welt auf ihn gelegt worden waren, obwohl er sich mit sämtlichen Sünden von mir und von dir und von allen Menschen identifiziert hatte, die Schuld für sie bereit war zu bezahlen, hat er doch selbst nicht mit einem Wimpernschlag gegen Gottes Wort gehandelt. Er hat alles auf sich genommen und doch nicht mitgesündigt, hat die Sünde auf sich genommen und ihr doch innerlich widerstanden. Er hat dafür bezahlt, ohne Teil an ihr zu haben, ohne mitzumachen. Er hat den vollen Preis bezahlt und gleichzeitig die Sünde besiegt, den Satan besiegt und dann, wie wir sehen werden, auch noch den Tod.

[30:55] Bis zuletzt sind die Worte Jesu missverstanden worden. Wir haben gesehen, wie immer wieder in den Evangelien seine Worte missverstanden worden sind. Das wird vor allem dann im Johannesevangelium immer wieder sehr deutlich. Hier heißt es jetzt in Vers 35: „Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia.“

[31:16] Einer aber lief und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: „Halt, lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen.“ Bis zuletzt bitterer Spott. Matthäus 27 wird deutlich, dass das nicht nur der eine gesagt hat, sondern dass die Umstehenden diese Worte aufgegriffen haben. Jesus war kurz davor zu sterben und seine tiefsten emotionalen Gedanken, seine, das, was er als sein Herz ausgeschüttet hat, das so belastet war von dem, von der drückenden Schuld, die auf ihn gelegt worden war, diese tiefe, für uns Menschen in ihrem ganzen Ausmaß niemals völlig zu begreifende Trennung von Gott dem Vater. Dieser sensibelste Punkt der Geschichte der Welt wird von den Zuschauern mit Spott und mit Lustigmachen beantwortet. Gott in menschlichem Fleisch ist verzweifelt, getrennt von seinem Vater, nicht wissend, ob er jemals wieder leben wird. Und die, für die er das tut, drehen seine Worte um und verspotten ihn. Kann es sein, dass wir nicht im Geringsten ahnen, wie tief das Evangelium geht? Kann es sein, dass wir oft nicht begreifen, wie weit Jesus für uns gegangen ist und dass wir mit unseren unbedachten Worten ihn oftmals viel mehr verletzen, als uns das bewusst ist?

[33:41] Vers 37: „Jesus aber stieß einen lauten Schrei aus und verschied.“ Lukas 23, Vers 46 und Johannes 19, Vers 30 offenbaren noch die letzten Worte Jesu vor seinem Tod. Lukas 23, Vers 46: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Und Johannes 19, Vers 30: „Es ist vollbracht.“ Diese Worte zeigen, dass Jesus nicht als Verlierer, obwohl es nach menschlichen Augen so ausgesehen haben mag, sondern als Sieger am Kreuz gestorben ist. Er hatte den Erlösungsplan bis zum letzten Punkt vollbracht. Das Opfer war gebracht. Jetzt konnte auf dieser Grundlage der Erlösungsplan im Himmel angewendet werden, im himmlischen Heiligtum. Die Grundlage war gelegt. Er hatte den Kelch bis zum letzten Tropfen ausgetrunken. Dieser Kelch, der in seinen Händen gezittert hatte. Er war gestärkt worden und hatte ihn freiwillig bis zum letzten Tropfen ausgetrunken.

[34:55] Vers 38: „Und der Vorhang im Tempel riss von oben bis unten entzwei.“ Auch dies ein klar übernatürliches Ereignis. Es zeigte an, dass das jüdische Opfersystem, wie es im Tempel praktiziert wurde, ans Ende gelangt war. Weil es war ja der 14. Nisan. Es sollte ja jetzt wieder das Passahlamm geschlachtet werden. Ein Passahlamm ist frei und lebendig fortgelaufen. Das Zerreißen des Tempels hat zu viel Aufmerksamkeit erregt. Es war ein Symbol für eine ganz wesentliche Sache. Hebräer 9, Vers 8 bis 12 zeigt uns das. Achtung, gut zuhören, gerne nachlesen im Manuskript, dass das Heilige im irdischen Tempel ein Gleichnis, Achtung, ein Gleichnis für den gesamten irdischen Heiligtumsdienst ist, es gab ja im irdischen Tempel das Heilige und das Allerheiligste. Und Hebräer 9 macht deutlich, dass das Heilige ein Gleichnis für den gesamten irdischen Heiligtumsdienst ist, nämlich für den täglichen Dienst im Heiligen und für den jährlichen Dienst im Allerheiligsten am großen Versöhnungstag. Und dass das Allerheiligste im irdischen Tempel ein Gleichnis für den gesamten himmlischen Heiligtumsdienst ist, nämlich den Dienst Jesu im Heiligen, im himmlischen Heiligen, als Priester und dann der antitypische Versöhnungstag im Allerheiligsten seit 1844. Indem der Tempel zerreißt, wird deutlich in diesem Gleichnis, dass nun die Zeit des irdischen Tempels vorbei ist, dass nun der Weg geöffnet ist in das himmlische Heiligtum mit seinen zwei Abteilungen, die nacheinander im Dienst von Jesus eine Rolle spielen.

[36:45] Jesus ist jetzt der Hohepriester im himmlischen Heiligtum, wie Hebräer 4, Vers 14 bis 16 und Hebräer 8, Vers 1 bis 12 zeigt. Der Tod Jesu beendet das irdische Opfersystem und ist die Grundlage für das, was Jesus jetzt seitdem im Himmel für uns tut als Hohepriester. Matthäus 27, Vers 51 bis 53 hat auch noch das Erdbeben und das Öffnen der Gräber sowie die Erscheinung der Auferstandenen dann nach der Auferstehung Jesu am Sonntag.

[37:19] Vers 39: „Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüberstand, sah, dass er so schrie und verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!“ Vielleicht war das einer der entscheidendsten Punkte für Markus im Schreiben dieses Evangeliums. Ein römischer Soldat – wir erinnern uns sehr daran, dass Markus insbesondere an Heiden, vor allem wohl römische Heiden, geschrieben hat – ein römischer Soldat bekennt am Kreuz, dem entscheidenden Ereignis des gesamten Evangeliums, dass Jesus Gottes Sohn ist. Das war ja das Gesamtanliegen des Markusevangeliums, wie wir es in Markus 1, Vers 1 gesehen haben. Dort heißt es ja in Markus 1, Vers 1: „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“ Und Markus schreibt dieses Evangelium, um Römern und natürlich anderen Heiden deutlich zu machen: Jesus ist der Sohn Gottes. Und hier ist jetzt ein römischer Hauptmann am Kreuz und aufgrund dessen, was er sieht und hört und wahrnimmt, sagt er: „Wahrhaftig, dieser Mensch, Jesus Christus, war Gottes Sohn.“

[38:33] Vers 40 und 41: „Es sahen aber auch Frauen von Ferne zu, unter ihnen waren auch Maria Magdalena und Maria, die Mutter des jüngeren Jakobus und des Joses, sowie Salome, die ihm auch, als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten, und viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.“ Johannes Markus erwähnt hier im Vergleich zu Matthäus 27 noch die Salome extra, lässt aber die Mutter von Johannes und Jakobus weg, die Matthäus 27, Vers 55 und 56 berichtet. Johannes 19, Vers 25 erwähnt dann auch noch eine Tante von Jesus und eine weitere Maria. Frauen waren sehr wichtig im Dienst von Jesus, haben einen wertvollen Dienst dort für ihn getan, schon während seines Wirkens, wie uns Lukas 8, Vers 1 bis 3 zeigt.

[39:29] Vers 42: „Und als es schon Abend geworden war – es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat, es ist jetzt also der Freitagabend zum Sabbat-Anfang –, da kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der selbst auch auf das Reich Gottes wartete, der wagte es, ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu.“ Dieser Josef wird von allen vier Evangelisten erwähnt. Arimathäa ist die griechische Form von Ramataim-Zofim, dem Ort, das Rama in Ephraim. Dieser Ort wird in Samuel 1, Vers 1 erwähnt und ist dann im Buch Samuel eine immer wiederkehrende Größe. Es ist nämlich der Geburtsort von Samuel und auch der Wohnort von Samuel. Von diesem Ort aus hat Samuel das israelitische Volk gerichtet. Also im Leben von Samuel ein ganz entscheidender Ort. Von diesem Ort kommt dieser Josef. Er ist ein Ratsherr, das heißt, er ist ein Mitglied des Sanhedrin. Ähnlich wie Nikodemus war er Jesus zugetan. Er wartete auf das Reich Gottes, heißt es hier.

[40:40] Vers 44: „Pilatus aber wunderte sich, dass er schon gestorben sein sollte, und er ließ den Hauptmann herbeirufen und fragte ihn, ob er schon so lange gestorben sei. Und als er es von dem Hauptmann erfahren hatte, überließ er dem Josef den Leib.“ Normalerweise dauerte das Leiden am Kreuz mehrere Tage. Es ist ein langsamer, ein schrecklicher Tod. Die Tatsache, dass Jesus bereits am Freitagabend nach etwa sechs Stunden tot ist, beweist, dass er nicht an den körperlichen Folgen der Kreuzigung starb, sondern an dem gebrochenen Herzen, das mit meinen Sünden, mit deinen Sünden beladen war. In Jesaja 53 und dort Vers 6 lesen wir: „Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg, aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.“ Und in Psalm 69 und dort in Vers 21 heißt es: „Die Schmach über Jesus“ – hier prophetisch gesprochen – „die Schmach hat mein Herz gebrochen und ich bin elend. Ich wartete auf Mitleid, aber da war keines. Sie gaben mir Galle zur Speise und Essig zu trinken in meinem Durst.“ Die Schmach, die Sünde hat Jesus das Herz gebrochen. Daran ist er gestorben, an deiner und an meiner Sünde.

[42:21] Johannes 19, Vers 32 bis 34 zeigt uns, wie die römischen Soldaten geprüft haben und dann erkannt haben, dass Jesus bereits gestorben.

[42:30] Vers 46: „Da kaufte dieser, also Josef von Arimathäa, Leinwand und nahm ihn herab, wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war, und er wälzte einen Stein vor den Eingang des Grabes.“ Das wichtige Detail, das Matthäus 27 hier noch ergänzt, ist, dass es sein eigenes Grab gewesen war, das gerade erst neu in den Felsen geschlagen worden war.

[42:54] Vers 47: „Maria Magdalena aber und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er hingelegt wurde.“ Auch in Matthäus 27, Vers 61 wird deutlich: Die beiden Frauen saßen dem Grab gegenüber. Lukas 23, Vers 55: Sie haben gesehen, wie Jesus dort in dem Grab begraben worden ist. Und der Stein war offensichtlich von einer solchen Größe, dass ein Mann, vielleicht auch mit Hilfe von anderen Männern, ihn wegrollen konnte, aber für Frauen sicherlich, zumindest für die Frauen, die hier berichtet werden, zu schwer. Was nur Matthäus berichtet, was bei Markus weggelassen ist, ist die Tatsache, dass dann am nächsten Tag, am Sabbat wohlgemerkt, die Juden, die obersten Juden, zu Pilatus gehen und um eine spezielle Bewachung des Grabes von Jesus bitten und dieses Grab dann mit einem römischen Siegel versiegelt wird. Das ist offensichtlich den Frauen, die bei der Beerdigung, beim Begräbnis dabei gewesen sind, so nicht bekannt gewesen, denn die folgenden Verse implizieren, dass sie gar nicht wissen, dass dort eine größere römische Anzahl von Soldaten, eine größere Anzahl von römischen Soldaten am Grab stehen sollte.

[44:20] Markus 16, ab Vers 1: „Und als der Sabbat vorüber war, kaufte Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Gewürze, um hinzugehen und ihn zu salben.“ Samstagabend nach Sabbatschluss offensichtlich kaufen die Frauen diese Gewürze. Was Markus gar nicht selbst berichtet, was nur Matthäus auch nur in wenigen Versen andeutet, ist die eigentliche Auferstehung Jesu. In Matthäus 28, Vers 2 bis 4 wird das Herabkommen des Engels beschrieben, das Erdbeben, das die Auferstehung Jesu begleitet. Und Matthäus ist auch der Einzige, der dann die Bestechung der römischen Soldaten in Matthäus 28, Vers 11 bis 15 berichtet. Im großen Ganzen ist die Perspektive aller vier Evangelisten, dass sozusagen die ersten Zeugen dann schon auf ein leeres Grab treffen.

[45:27] Vers 2: „Und sehr früh am ersten Tag der Woche, also früh am Sonntagmorgen, als die Sonne aufging, kamen sie zu dem Grab.“ Sie kommen mit ihren Gewürzen, sie möchten Jesu toten Leichnam salben. Vers 3: „Und sie sagten zueinander: Wer wälzt uns den Stein von dem Eingang des Grabes?“ Es war ihnen also offensichtlich nicht bekannt, dass eigentlich dieses Grab mit einem Siegel versiegelt war, dass römische Soldaten dort standen und sie eigentlich davon hätten abhalten sollen. Sie gehen davon aus, dass man den Leichnam Jesu noch sehen könnte, dass man den Stein wegrollen könnte.

[46:04] Vers 4: „Und als sie aufblickten, sahen sie, dass der Stein weggewälzt war; er war nämlich sehr groß.“ Sie kommen näher und sehen völlig erstaunt, dass der Stein bereits weggerollt ist. Noch immer, da sie ja nicht wissen, dass hier Soldaten gewesen sind, die ja jetzt auch nicht mehr da sind, müssen die wahrscheinlich erstmal gedacht haben: Na ja, jemand anders hat ihn weggenommen, ja, hat vielleicht schon eine Salbung vorgenommen, eine, von der sie nichts gewusst haben. Sie sind vielleicht zu spät gekommen oder so.

[46:47] Die Frauen kommen offenbar nicht alle aus derselben Richtung, zumindest nicht alle, ja, und auch nicht alle kommen nicht alle quasi gemeinsam dort an. Denn Johannes 20, Vers 1 und 2 berichtet, dass Maria Magdalena zuerst dort ankommt, das leere Grab sieht und sofort, ohne mit den Frauen weiter zu reden, zu den Jüngern läuft, um davon zu berichten, dass das Grab leer sei.

[47:16] Vers 5: „Und sie gingen in das Grab hinein und sahen einen jungen Mann zur Rechten sitzen, bekleidet mit einem langen weißen Gewand, und sie erschraken.“ Das sind die restlichen Frauen ohne Maria Magdalena. Der junge Mann ist der Engel in menschlicher Form gehüllt, der gerade den Stein weggerollt hatte. Er hat sich in menschliche Form gehüllt, um die ängstlichen Frauen nicht unnötig zu erschrecken. Er kam in majestätischer Herrlichkeit, um die römischen Soldaten zu vertreiben, aber so etwas war nicht nötig, um diesen ängstlichen Frauen zu begegnen. Er verhüllt seine Herrlichkeit und tritt als in menschlicher Form, sieht so aus wie ein Mensch, ihnen gegenüber.

[48:04] Vers 6: „Er aber spricht zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten.“ Es ist der Engel, der ihnen die wunderbare Botschaft der Auferstehung Jesu mitteilt.

[48:24] Und jetzt Vers 7: „Aber geht hin, sagt seinen Jüngern und dem Petrus, dass er euch nach Galiläa vorangeht. Dort werdet ihr sehen, wie er euch gesagt hat.“ Diese Formulierung von Johannes Markus ist besonders und bemerkenswert. Petrus hatte massiv geleugnet, dass er Jesus überhaupt kennt. Er hatte das unter Eid getan, hatte sich sogar verflucht. Man würde also denken, dass er sich offiziell aus dem Kreis der Jünger eigentlich verabschiedet hat. Aber er hatte natürlich dann unter dem Blick von Jesus tiefe Reue empfunden, hatte geweint, hatte sich selbst schlimme Vorwürfe gemacht. Jesus wollte ihn wissen lassen, dass er noch immer als vollwertiges Mitglied im Kreis der Apostel willkommen ist, dass er wieder aufgenommen werden kann, dass er wieder hergestellt werden kann. Liebe Freunde, das weiß ich aus eigener Erfahrung: Gott ist ein Gott der Wiederherstellung. Und er wird explizit mit Namen genannt, der Petrus, damit er weiß: Jesus kennt seinen Fall, er hat ihm vergeben. Er hat es ja vorher schon gesehen und er soll das wissen, dass er eine neue Chance bekommt. Dass Jesus nach Galiläa gehen würde, um dort die Jünger zu treffen, hat er ihnen ja schon zuvor in Markus 14, Vers 28 gesagt.

[49:41] Lukas 24, in Vers 7 berichtet dann noch ergänzend, dass die Frauen dann – wahrscheinlich haben sie das kaum richtig fassen können – noch einmal zum Grab gegangen sind und dann sogar zwei Engel gesehen haben, die die Botschaft, die wir gerade gelesen haben, im Wesentlichen noch einmal wiederholen.

[50:01] Vers 8: „Und sie gingen schnell hinaus und flohen von dem Grab, es hatte sie aber ein Zittern und Entsetzen befallen, und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich.“ Es ist eine gute Botschaft und trotzdem sind die Frauen völlig erschreckt. Matthäus 28, Vers 8 ergänzt, dass sie hinausgingen, um den Jüngern von ihrer Entdeckung zu berichten. So sagt das auch Lukas 24, Vers 9. Das heißt also, Johannes Markus scheint hier also sagen zu wollen, dass sie auf dem Weg zu den Jüngern niemandem davon berichtet haben.

[50:36] An dieser Stelle müssen wir vielleicht ganz kurz einen etwas technischen, aber vielleicht nicht ganz uninteressanten Exkurs einschalten. Denn nach der Meinung sehr vieler Bibelwissenschaftler soll angeblich das Markusevangelium hier in Vers 8 ursprünglich enden. Man geht, viele gehen davon aus, dass die letzten zwölf Verse eigentlich eine spätere Hinzufügung sind, der sogenannte lange Markusschluss. Das basiert darauf, dass in dem Codex Sinaiticus und im Codex Vaticanus, den beiden besonders sehr alten Unzialhandschriften, also den Kodizes, in Markus 16, Vers 8 Schluss ist, dass das Markusbuch zu Ende. Und so auch dann noch in einer sehr, in einer späten Minuskel aus dem 12. Jahrhundert, auch in syrischen, sahidischen und armenischen Manuskripten finden wir dasselbe. Demgegenüber muss man allerdings festhalten, dass in vielen anderen, ebenfalls sehr wertvollen und alten Kodizes – also Codex Alexandrinus, Codex Ephraemi Rescriptus, Codex Bezae, Codex Washingtonianus, Codex Koridethi – in vielen wichtigen Minuskeln, im Textus Receptus, allgemein in den lateinischen Übersetzungen und auch in anderen syrischen und koptischen, also in dem Fall bohairischen Manuskripten, diese Verse enthalten sind. Es ist also nicht so, dass die Mehrheit der Manuskripte das nicht hätte, sondern es ist die Minderheit der Manuskripte, die nur bis Vers 8 geht, aber davon halt zwei sehr alte. Es gibt dann in einigen späten...

[52:12] Also, es gibt dann in einigen späten Manuskripten noch anstatt Vers 9 bis 20 einen noch anderen, sehr kurzen Schluss, der aber sicherlich nicht echt ist. Und verkompliziert wird die Sache noch dadurch, dass es im Codex Washingtonianus, der Vers 9 bis 20 hat, zwischen Vers 14 und 15 auch noch mal einen längeren Einschub gibt, der aber ebenfalls unecht angenommen wird.

[52:34] In der Wissenschaft werden einige Argumente vertreten, warum ursprünglich das Markusevangelium nur bis Vers 8 hätte gehen sollen. Die wollen wir uns kurz anschauen.

[52:44] Das erste Argument ist: Codex Sinaiticus und Codex Vaticanus, die das nur bis 8 haben, seien alt und die besten Manuskripte. Nun, ob das die besten Manuskripte sind, ist äußerst umstritten. Das ist eine lange Diskussion über die Qualität dieser beiden Kodizes. Auf jeden Fall gibt es aber auch andere, wie schon erwähnt: Codex Washingtonianus ist kaum älter. Auch Alexandrinus, Ephraemi Rescriptus und Bezae sind wichtige und ernstzunehmende frühe Manuskripte, und die enthalten alle Vers 9 bis 20.

[53:11] Das zweite Argument ist: Matthäus und Lukas hätten Markus nur bis Markus 16, Vers 8 gekannt und den Rest dann nicht mehr verarbeitet. Aber das Argument basiert auf der unbewiesenen Hypothese, dass Markus das erste Evangelium gewesen sei. Aber das ist aus historischen Gründen unwahrscheinlich, wie wir schon in Lektion 1 erörtert haben. Wenn also Matthäus älter ist, dann gibt es auch keinen Grund, dann ist das ganze Argument für das Matthäusevangelium sowieso schon hinfällig. Und bei Lukas sehen wir tatsächlich, dass er Markus 16, Vers 12, den wir noch gleich studieren werden, aufgreift und auch dann noch weitere Details dazu liefert.

[53:47] Weiteres Argument ist, dass Vers 9, wo also Jesus der Maria Magdalena erscheint, im Widerspruch zu Vers 7 stünde, denn in Vers 7 gesagt wird, Jesus werde den Jüngern in Galiläa erscheinen. Aber das ist kein Widerspruch, das sind einfach zwei verschiedene Ereignisse. In Vers 15 wird dann tatsächlich auch diese Begegnung mit den Jüngern in Galiläa thematisiert.

[54:10] Ein letztes Argument ist, dass Markus 16, Vers 9 bis 20 eine spätere Zusammenfassung einfach der anderen Evangelien sei, so nach dem Motto: Da fehlte irgendwie so gefühlt was, dann hat man sich die anderen Evangelien genommen und ein bisschen was zusammengefasst. Aber das ist auch eigentlich nicht plausibel, denn Markus berichtet hier, wie wir gleich sehen werden, noch Details, die nicht einfach nur eine Zusammenfassung der anderen Evangelien sind. Zum Beispiel berichtet er, das werden wir gleich noch sehen, in Vers 12 und 13, dass die beiden Emmausjünger, nachdem sie in Jerusalem wieder ankommen, zum Teil auf Unglauben treffen. Das hätte man aus Lukas 24, Vers 33 und 34 nicht herauslesen können. Wenn also hier jemand nur Lukas zusammengefasst hätte, dann hätte man das nicht so geschrieben. Markus 16,13 ist also sicherlich original. Er bringt ein Detail, was man sonst nicht erwartet hätte, und das belegt seine Originalität.

[55:03] Das heißt, die Argumente gegen Vers 9 bis 20 sind also nicht stichhaltig und es ist auch sehr unwahrscheinlich. Es ist auch sehr unvorstellbar, dass ein Evangelium, ein antikes Buch überhaupt so mitten, so ohne Weiteres so aufhört, ohne dass die Sache zu einem vernünftigen Ende gebracht ist. Das spricht vielleicht einen modernen Leser an, der vielleicht Bücher gelesen hat, die dann so im Nebel enden und ohne klares Ende. Aber so was ist für die Antike gar nicht bezeugt. Also, das ist an vielen Stellen nicht hieb- und stichfest, was dort in der Wissenschaft meistens behauptet wird.

[55:44] Wir können also mit gutem Gewissen auch Vers 9 bis 20 als ganz, ganz originalen Markustext nehmen. Es ist wahrscheinlich gut möglich, dass dann bei einigen Manuskripten sozusagen die letzte Seite dann vielleicht gefehlt hat, dann nicht mehr abgeschrieben worden ist, und so ein paar Manuskripte halt eben ohne diesen letzten Schluss entstanden sind. Das ist aus meiner Sicht eine sehr viel natürlichere Erklärung.

[56:12] Aber kommen wir jetzt zu diesen letzten Versen und ihrer Bedeutung für das Evangelium und für unser Leben.

[56:18] In Vers 9 heißt es: „Als er aber früh am ersten Tag der Woche auferstanden war“ – wir sind also immer noch am Sonntag – „erschien er ja zuerst der Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.“

[56:32] Maria Magdalena hat ja die Engel nicht getroffen, hatte diese Begegnung nicht miterlebt, weil sie ja, wie wir gesehen haben, in Johannes 19 und 20, zuerst gleich, also Johannes 20, sofort gleich zu den Jüngern gelaufen war. In Johannes 20 wird dann auch ergänzt, dass aufgrund des Berichtes von Maria Magdalena, Johannes und Petrus zum leeren Grab laufen und sehen, dass es leer ist. Maria folgt ihnen, und während die anderen beiden dann wieder weggehen, bleibt sie am Grab. Und dann geschieht genau das, Verzeihung, was hier in Vers 9 beschrieben ist. Sie ist der erste Mensch, der vom auferstandenen Jesus mit Worten begrüßt wird. Ja, die Soldaten haben zwar Jesus auch gesehen, aber sie ist die erste, die seine echte, deutungsvolle, eine echte, ja, bedeutsame Begegnung mit Jesus hat. Und das zeigt, was für eine große Bedeutung sie auch für ihn gehabt hat, wie sehr sie wertgeschätzt worden ist von ihm.

[57:46] Ausgerechnet mit dieser Frau, die von anderen als so überaus sündig angesehen worden war, wenn wir uns an Lukas 7, Vers 36 bis 50 erinnern. Und hier gibt Markus uns dieses besondere Detail, das wir auch im Zusammenhang mit der Salbung in Bethanien erwähnt haben, dass sie sieben Mal von Jesus befreit worden ist, sieben Mal von einem Dämon befreit worden ist. Eine ganz berührende Geschichte, die in Johannes ja dann ausführlich dargestellt ist.

[58:13] Vers 10: „Diese ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die trauerten und weinten.“ Das entspricht Johannes 20, Vers 18.

[58:24] Markus berichtet hier im Detail den Zustand der Jünger, die noch immer am Boden zerstört sind.

[58:31] Vers 11: „Und als diese hörten, dass er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht.“ Die Jünger wissen zwar nun, dass das Grab leer ist, das hatten Petrus und Johannes gesehen, aber die können sich nicht vorstellen, dass Jesus tatsächlich buchstäblich von den Toten auferstanden ist. Ihr Glaube ist sehr schwach in diesen Stunden.

[58:56] In Matthäus 28, Vers 9 und 10 wird dann auch noch berichtet, wie Jesus den anderen Frauen erschienen ist, nachdem er Maria Magdalena erschienen ist. Und zwar ist es ganz interessant, wenn man, also wenn man Johannes 20, Vers 17 sieht, dann erkennt man, dass er Maria Magdalena erschienen ist, bevor er zum Vater aufgefahren ist.

[59:22] Aber in Matthäus 28, Vers 9 und 10 umfassen die dann schon seine Füße, sie berühren ihn. Er war dann also schon beim Vater. An der Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Übersetzung in Matthäus 28, Vers 9 in der Schlachter 2000-Bibel nicht hilfreich ist. Das liegt an der Manuskriptlage in Matthäus 28, und dort in Vers 9 heißt es in der Schlachter: „Und als sie gingen, um es seinen Jüngern zu verkünden, sieh, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Sie traten hinzu und fassten seine Füße und beteten ihn an.“

[1:00:04] Es ist wichtig, dass hier viele alte Manuskripte nur sagen: „Und Jesus erschien ihnen.“ Das heißt, dieser Zusatz „als sie gingen, um es seinen Jüngern zu verkünden“, der dürfte dadurch entstanden sein, dass einige Abschreiber versehentlich die Folgezeile in Vers 8 noch mal abgeschrieben haben. Da heißt es ja: „Und mit großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkünden.“ Also, tatsächlich war es so: Sie haben die Engel gesehen, sind dann gelaufen mit großer Freude, um es den Jüngern zu verkünden, haben es den Jüngern verkündet. In der Zwischenzeit ist Jesus der Maria erschienen, war noch nicht beim Vater, ist dann zum Vater aufgefahren, und dann ist Jesus einem späteren Zeitpunkt den Frauen erschienen, als er beim Vater gewesen ist.

[1:00:52] Vers 12 von Markus 16: „Danach offenbarte er sich zwei von ihnen auf dem Weg in einer anderen Gestalt, als sie sich aufs Land begaben.“

[1:01:00] Das ist die berühmte Geschichte von den Emmausjüngern, die dann in Lukas 24, Vers 13 bis 33 ausführlich erzählt wird. All das spielt noch immer am Sonntag. Wir sind jetzt schon dann am späten Nachmittag, am späten Nachmittag, wenn man die Geschichte dort nachliest.

[1:01:16] Vers 13: „Und diese gingen hin und verkündeten es den übrigen; aber auch ihnen glaubten sie nicht.“

[1:01:21] Wie wir schon gesagt haben, wird in Lukas 24, Vers 33 und 34 deutlich, dass im Obergemach einige schon von der Auferstehung gehört haben und die Botschaft angenommen haben. Als die beiden Emmausjünger ankommen, sagen einige: „Petrus hat ihn gesehen, Jesus ist auferstanden.“ Markus gibt uns hier das erstaunliche Detail, dass obwohl jetzt sozusagen der Bericht von den Frauen vorliegt, von Petrus und den Emmausjüngern, es immer noch Jünger gab, die es nicht für möglich gehalten haben und daher nicht glauben.

[1:01:55] Danach, Vers 14: „Offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tisch saßen, und tadelte ihren Unglauben und die Härte ihres Herzens, dass sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hatten.“

[1:02:12] Nun offenbart sich Jesus seinen Jüngern, und die Parallelstellen sind Lukas 24 und auch Johannes 20, Verzeihung, Vers 20 bis 24.

[1:02:32] Genau, Vers 15 bis 18. Hier haben wir jetzt am Ende von Markus noch den Missionsauftrag, wie auch in Matthäus 28, Vers 16 bis 20 aufgezeichnet ist.

[1:02:43] Markus gibt, wie so oft, zusätzliche Details hier uns bekannt.

[1:02:48] Vers 15: „Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.“ Das entspricht natürlich Matthäus 28, Vers 19 und 20: „Geht hin, macht zu Jüngern“ und so weiter. Die gute Nachricht von Jesus soll in der ganzen Welt verkündigt werden.

[1:03:09] Vers 16: „Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“

[1:03:13] Die einzige Bedingung für das ewige Leben ist echter rettender Glaube. Das hatte Jesus schon in Johannes 3, Vers 16 deutlich gemacht. Die Taufe ist das äußere Zeichen dieser inneren Bekehrung, und jeder wahrhaft Glaubende wird aus Glauben – denn Glauben, so zeigt uns Römer 1,17, und Matthäus 4,4 ist das Leben aus jedem Wort – wird sich aus Glauben taufen lassen. Es gibt einzelne Fälle, wo Menschen logistisch nicht mehr getauft werden können. Wir denken an den Verbrecher am Kreuz in Lukas 23. Der Verdammungsgrund ist daher also nicht die fehlende Taufe, sondern der fehlende Glaube. Jemand, der getauft hätte werden können, aber dies nicht getan hat, beweist damit, dass ihm echter Glaube gefehlt hat.

[1:03:59] Vers 17 und 18: „Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; Schlangen werden sie aufheben; und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“

[1:04:16] Die Verkündigung des Evangeliums wird von mächtigen Zeichen begleitet werden. Nicht nur die Apostel, sondern auch die, die durch die Apostel zum Glauben kommen würden, würden diese Wunder tun können, damit Hindernisse in der Mission effektiv überwunden werden können.

[1:04:30] Diese Zeichen waren kein Selbstzweck, sondern dienten zur Verbreitung des wahren Evangeliums.

[1:04:35] Vers 19: „Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.“

[1:04:47] Vielleicht noch ein Gedanke zu den Zeichen und Wundern. Manchmal haben wir den Eindruck, dass Zeichen und Wunder auf die Zeit des Neuen Testaments beschränkt sind, auf die Zeit des ersten Jahrhunderts. Aber dem ist nicht so. Ich glaube, dass auch am Ende der Zeit vor der Wiederkunft es Zeichen und Wunder geben wird.

[1:05:03] Es wird viele falsche Zeichen geben, Offenbarung 13 zeigt das, Matthäus 24 zeigt das, wir haben das auch in Markus 13 gelesen. Aber es wird auch echte Zeichen geben, wenn das wahre Evangelium, die wahre Botschaft der drei Engel in der Endzeit gepredigt werden wird mit Vollmacht in der Kraft Jesu durch den Heiligen Geist, durch den Spätregen. Dann wird es viele Hindernisse in der Mission geben, die durch Zeichen und Wunder, durch Gottes besonderes Eingreifen überwunden werden, nicht damit die Gläubigen sich irgendwie selbst präsentieren können, sondern weil es für die Verbreitung notwendig ist. Und Gott wird große Zeichen tun. Ich glaube, er wird größere Zeichen tun am Ende als zur Zeit der Apostel im ersten Jahrhundert.

[1:05:45] Vers 19: „Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.“

[1:05:53] Bei Matthäus gab es noch keinen direkten Bericht über die Himmelfahrt. Unter den Evangelien gibt es sonst nur noch in Lukas 24, Vers 51 einen Hinweis darauf. Die ausführlichste Beschreibung der Himmelfahrt gibt es dann in der Apostelgeschichte, in Apostelgeschichte 1, Vers 4 bis 11.

[1:06:11] Und dann kommt Vers 20: „Sie aber gingen hinaus und verkündigten überall, und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die begleitenden Zeichen. Amen.“

[1:06:20] Das ist die kürzeste Zusammenfassung der gesamten Apostelgeschichte, die man nur geben kann. Kein anderes Evangelium, weder Matthäus, Lukas oder Johannes, berichtet von der durch Wunder bestätigten Mission der Apostel.

[1:06:39] Matthäus endet kurz vor der Himmelfahrt, Johannes endet auch vor der Himmelfahrt. Und Lukas hat dann für all das, was hier in Vers 20 steht, ein eigenes Buch konzipiert, nämlich die Apostelgeschichte.

[1:06:50] Aber Markus kondensiert die gesamte Apostelgeschichte in die denkbar kürzeste. Das ist ganz typisch Markus: auf den Punkt gebracht. Und hat das in das Evangelium integriert, sozusagen als der krönende Abschluss. Jetzt Jesus im Himmel zur Rechten Gottes, und seine Apostel, seine Jünger, seine Gemeinde geht siegreich hinaus und verkündet überall das Wort, und die Zeichen bestätigen, dass Gott mit ihnen ist. Was für ein wunderbares Bild, was für eine wunderbare Hoffnung, was für einen Aufruf auch an uns, Teil von Vers 20 zu werden in der Kraft des Heiligen Geistes.

[1:07:27] Haben die Jünger Jesu, die sogar noch hier an die Auferstehung am Sonntag gezweifelt hatten, dann einige Wochen später in der Kraft des Geistes den Auftrag Jesu umgesetzt.

[1:07:40] Angesichts der Tatsache, dass das Markusevangelium ja insbesondere auch mit Blick auf Heiden geschrieben worden ist, ist dieser Schluss sehr, sehr passend. Das Evangelium verbreitet sich in der ganzen Schöpfung, in der ganzen Welt.

[1:07:55] Und die Frage heute am Ende dieses Markusevangeliums ist: Lieber Freund, liebe Freundin, hast du Jesus als deinen persönlichen Erlöser, der für dich gestorben und auferstanden ist, angenommen? Möchtest du ihn annehmen, vielleicht erneut annehmen, und möchtest du anderen Menschen von dieser wunderbaren guten Nachricht überall erzählen?

[1:08:22] Dann lass uns diese Entscheidung durch ein Gebet besiegeln.

[1:08:30] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir uns in den vergangenen Wochen und Monaten so intensiv mit dem Markusevangelium beschäftigen konnten. Wir haben so viel gelernt, ich habe so viel gelernt, und wir danken dir für all die Einsichten, für all die spannenden Dinge, die wir lernen konnten. Aber Herr, vor allem wünschen wir uns, dass das, was wir heute noch einmal uns besonders angeschaut haben, den Tod und die Auferstehung Jesu, dass dies das Zentrum unseres Glaubens ist, unser ganzes Leben danach ausgerichtet ist, das zu erfahren, was das für uns bedeutet, und es anderen weiterzugeben.

[1:09:07] Lass uns auch deine Jünger sein. Schenk uns Glauben, Glauben an das, was die Bibel uns sagt, Glauben an das, was Jesus am Kreuz für uns getan hat, Glauben an seinen Sieg und an sein Eintreten jetzt im himmlischen Heiligtum für uns. Und glauben daran, dass du mit deiner Kraft in uns wirkst, an uns wirkst, durch uns wirkst, uns veränderst und uns zu Instrumenten machst in deiner Hand, um noch viele Menschen zu Jesus zu bringen.

[1:09:35] Das bitten wir in seinem Namen. Amen.

[1:09:39] Unsere CSH Spezialserie ist damit an ihr Ende gekommen, aber unser Bibelstudium natürlich nicht. Und wir werden in den nächsten drei Monaten gleich weitermachen mit den Evangelien.

[1:09:50] Wir werden uns in den nächsten drei Monaten Jesus anschauen, wie er im Johannesevangelium präsentiert wird. Es wird sehr spannend werden. Wir werden wieder auch eine Reihe von verschiedenen Sprechern haben, so Gott will, und wir werden uns gemeinsam durch das Johannesevangelium, durch die verschiedenen Geschichten, nicht immer chronologisch, hindurcharbeiten und versuchen, Jesus Christus noch besser kennenzulernen. Und dazu seid ihr herzlich eingeladen.

[1:10:14] Erzählt anderen von dieser tollen Möglichkeit, das Wort Gottes kennenzulernen. Und bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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