[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.julmedia.de! Wie immer gilt ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf dem Fernsehsender Das Wort. Wir beginnen eine neue Serie der CSH, ein neues Quartal hat begonnen, und es geht um vielleicht das schönste Thema, das man sich überhaupt in der Bibel aussuchen kann: Es geht um Jesus im Johannesevangelium. Wir haben gerade erst im letzten Quartal in unserer Spezialserie das Markusevangelium im Detail studiert, und wir wollen jetzt in den kommenden drei Monaten uns mit dem Johannesevangelium beschäftigen, aber nicht so sehr, indem wir einfach das gesamte Evangelium Vers für Vers, Abschnitt für Abschnitt hindurchstudieren, sondern indem wir uns ganz besonders auf den einen konzentrieren, der das Zentrum natürlich von jedem biblischen Buch bildet: Jesus Christus. Und wir werden sehen, und wahrscheinlich ist uns das auch schon vorher aufgefallen, dass gerade das Johannesevangelium in einer ganz besonders schönen Art und Weise die Person Jesus, seinen Charakter, sein Wirken, sein Wesen herausstellt. Und wenn wir Jesus im Johannesevangelium betrachten, dann werden wir durch das Anschauen gerettet und durch das Anschauen verwandelt. Wir wollen heute in diesem ersten Thema uns mit Zeichen beschäftigen, die den Weg weisen. Damit bereiten wir uns vor auf das Bibelgespräch am 5. Oktober: Zeichen, die den Weg weisen. Das sind Geschichten im Johannesevangelium, die besonders auch als Zeichen erwähnt werden, nicht einfach nur als Wunderhandlungen, sondern als Zeichen, die uns auf tiefe geistliche Wahrheiten hinweisen. Heute und nächste Woche soll es um solche besondere Zeichen im Johannesevangelium gehen.
[3:00] Bevor wir beginnen und Gottes Wort studieren und dadurch Jesus besser kennenlernen, wollen wir Gott bitten, dass genau das, was Jesus im Johannesevangelium jedem von uns versprochen hat, dass er den Heiligen Geist senden wird, der uns in alle Wahrheit führt, der uns überführen wird von Sünde, Gerechtigkeit und von dem Gericht, ist der Heilige Geist, der uns trösten soll in unserem Herzen, genau das bewirkt, was Jesus versprochen hat. Wollen wir mit einem Gebet starten?
[3:42] Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass Du ein Gott der Gnade bist, dass Du ein Gott bist, der so voller Liebe ist, und dass Du zu mir, zu jedem von uns persönlich sprichst, dass Du uns aufhilfst, wo wir gefallen sind, dass Du uns stärkst, wo wir schwach sind, dass Du uns Weisheit schenkst, wo wir nicht mehr weiter wissen. Danke, dass wir uns in unserer Schwachheit und Kleinheit ganz fest an Dich klammern dürfen. Herr, heute wollen wir in den kommenden Minuten aus Deinem Wort Dinge lernen, die uns im Alltag die Kraft geben, die wir brauchen, Dinge, die uns näher zu Jesus bringen, dass unsere Wurzeln im Wort tiefer, ja, tiefer hineinschlagen, dass wir gegründet sind. Herr, wir wünschen uns, ich wünsche mir, dass unsere Freundschaft zu Jesus, meine Freundschaft zu Jesus tiefer wird und beständiger. Herr, wir möchten uns von ganzem Herzen Dir übergeben und Dich bitten, dass Du unser Lehrer bist und dass Dein Wort nach Deiner Verheißung nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu Du es gesandt hast. Herr, darum bitten wir Dich und danken, dass Du versprochen hast, dass Du es tun wirst, weil Du uns lieb hast, weil Du das Beste für uns möchtest. Amen.
[5:20] Jesus im Johannesevangelium, vom ersten bis zum letzten Vers ist Jesus das Zentrum dieses Buches. In Johannes 1 und dort in den ersten Sätzen, Vers 1 bis 3, geht es um Jesus: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden, und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“
[6:04] Das Johannesevangelium beginnt mit Jesus. Es beginnt mit dieser unfassbar großen Wahrheit, dass Jesus schon immer da war, dass er bei Gott war, dass er Gott war, dass er den Gedanken Gottes hörbar gemacht hat, das Wort Gottes, das alles, was es gibt im Universum, alles, was jemals entstanden ist, alles, was erst nicht da war und dann in die Existenz gerufen worden ist, alles ist durch Jesus entstanden. Das Johannesevangelium beginnt mit Jesus, dessen Göttlichkeit all unser Fassungsvermögen übersteigt. Er ist Gott, er ist von Anfang an.
[7:04] Er ist das Wort, das zu dir und mir spricht. Wenn wir an das Ende des Johannesevangeliums gehen, dann finden wir im letzten Satz Jesus. Es heißt hier in Johannes 21, Vers 25: „Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat, und wenn sie eines nach dem anderen beschrieben würden, so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären. Amen.“
[8:07] So sehen wir, dass am Anfang und am Ende Johannes uns daran erinnert, dass Jesus Christus in seiner Göttlichkeit, in seinem menschlichen Wirken, in dem, was er für uns, das heißt für dich und für mich, getan hat, dass er alles übersteigt, was wir uns vorstellen können, was wir fassen können. Und doch ist Jesus uns ganz nahe. Obwohl wir ihn in seiner Göttlichkeit nicht, bei weitem nicht völlig begreifen können, obwohl wir längst nicht alles wissen, was er auf dieser Erde gesagt und getan hat, können wir ihn doch persönlich kennenlernen. Er ist ja das Wort Gottes, das die komplizierten, für uns viel zu hohen Gedanken Gottes – sagt Jesaja nicht, dass Gottes Gedanken so viel höher sind, wie der Himmel höher ist als die Erde – dass wir die unfassbaren Gedanken Gottes, dass wir sie nachempfinden können, nachdenken können, weil Jesus sie uns in unserer Sprache, in unsere Lebenswelt übertragen, auf unser beschränktes Verständnis heruntergebrochen, diese Gedanken nahebringt und offenbart und uns Stück für Stück durch den Heiligen Geist in alle Wahrheit führt. Er ist es, der auf dieser Erde gelebt hat als ein Mensch, und bei dem jedes Wort, jede Handlung, jeder Gedanke, den er weitergegeben hat, eine Offenbarung dessen war, wie Gott ist. Jesus ist zwar unfassbar groß, aber gerade das beschreibt das Johannesevangelium: Er ist auch unglaublich nah.
[9:50] Nah. Menschen haben ihn getroffen. Gerade das Johannesevangelium legt einen besonderen Schwerpunkt darauf, wie Menschen Jesus im Alltag begegnet sind und durch die Begegnung mit ihm verändert worden sind.
[10:04] In Johannes 20 und dort Vers 30 bis 31 beschreibt Johannes, der als Jünger wohl wie kein anderer das Wesen Jesu aufgesogen hat, warum er dieses Buch hier geschrieben hat. In Johannes 20, Vers 30 und 31 lesen wir: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind.“ Wir haben gerade gelesen, hätte man noch viele Bücher schreiben können. Aber Johannes hat vieles nicht aufgeschrieben. Warum hat er also die Geschichten ausgewählt, die wir jetzt im Johannesevangelium finden und mit denen wir uns auch in den kommenden drei Monaten beschäftigen wollen? Er erklärt es: „Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“
[11:08] Johannes wollte keine chronologische Biografie von Jesus schreiben, das hätte er gar nicht auf Papier bringen können, so viel wäre es gewesen, sondern er hatte ein ganz praktisches, evangelistisches Ziel: Er wollte, dass Menschen Jesus als ihren Erlöser annehmen. Er hat die Geschichten ausgewählt, von denen er und der Inspiration des Heiligen Geistes wusste, dass diese Geschichten, die ihn berührt haben, in besonderer Weise auch dich und mich berühren werden. Das Johannesevangelium ist geschrieben, dass durch das Lesen und das Nachdenken über diese Geschichten wir an Jesus als unseren Erlöser glauben und dadurch ewiges Leben haben. Das ist der Schlüsselgedanke im Johannesevangelium, wie ihn Jesus selbst in solch einem Gespräch mit einem Menschen, mit Nikodemus, in Johannes 3, Vers 16 ausgedrückt hat, jenem wohl berühmtesten Vers der ganzen Bibel, Johannes 3, Vers 16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
[12:27] Lieber Freund, liebe Freundin, glaubst du heute an Jesus? Ist Jesus dein persönlicher Erlöser? Dann darfst du wissen, dass du nicht verloren gehst, sondern dass du ewiges Leben hast. Solange du an Jesus festhältst, solange ich an Jesus festhalte, haben wir das Leben, das Leben, das in Jesus ist, das ewige Leben, dass er uns schenken möchte, das ewige Leben, das Licht für unser Leben.
[13:04] „Jeder, der an ihn glaubt.“ Johannes 3, Vers 16 zeigt, es gibt eine Bedingung, nämlich Glaube. Und dieser Glaube ist nicht irgendein Glaube. Es ist nicht der Glaube, den die Dämonen haben, wie Jakobus 2, Vers 19 sagt, die auch glauben, dass Gott existiert und zittern, die zwar von vielen Dingen überzeugt sind, weil sie wissen, dass es wahr ist, aber die diese Wahrheiten niemals oder dies jetzt nicht mehr in ihrem Leben anwenden. Die Dämonen wissen vieles, was theologisch korrekt ist, aber sie glauben nicht, dass Gott das Beste für sie will. Sie haben ihr Leben nicht Gott übergeben, sie haben keine liebevolle Beziehung zu ihrem Schöpfer Jesus Christus.
[13:50] Echter, rettender Glaube ist das Ziel des Johannesevangeliums.
[13:56] Jede Geschichte, jede Predigt, die hier aufgeschrieben ist, jedes Gleichnis soll uns zeigen, was echter, rettender Glaube ist, so wie es in dem Vers 16 steht: „Denn so hat Gott die Welt geliebt“, so wie es in Vers 14 und 15 beschrieben ist: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Was war damals in der Wüste das Besondere gewesen, das Menschen dazu geführt hat, dass Menschen gerettet werden konnten? Wir alle kennen die Geschichte, wie sie in 4. Mose 21 beschrieben wird. Da kamen die Schlangen, weil das Volk gemurrt hatte, und die Schlangen bissen die Menschen, und diese fingen an zu sterben wegen der giftigen Bisse der Schlangen.
[15:00] Das heißt, in 4. Mose 21 und dort ab Vers 8: „Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine Seraphschlange und befestige sie an einem Feldzeichen, und es soll geschehen, wer gebissen worden ist und sie ansieht, der soll am Leben bleiben. Da machte Mose eine eherne Schlange und befestigte sie an dem Feldzeichen. Es geschah, wenn eine Schlange jemand biss und er die eherne Schlange anschaute, so blieb er am Leben.“
[15:33] Das Leben bestand darin, auf die Lösung zu schauen, wegzuschauen von den Problemen, wegzuschauen von den todbringenden Schlangen, hinzuschauen zu der Lösung, wo aufgrund der Verheißung Gottes das Problem der Schlange gelöst war. Hier am Boden lebendige Schlangen, giftig und tödlich, dort auf dem Feldzeichen, Symbol für den Kampf und den Krieg, der die Standarte des Volkes Israel sozusagen sollte, eine bronzene Schlange sein, eine Schlange, die nicht lebendig ist. Die hier lebendige Schlange ist dort tot, und wer auf diese tote Schlange schaute, dem konnten die lebendigen Schlangen hier unten nichts anhaben.
[16:29] Lieber Freund, liebe Freundin, wir alle werden von Satan versucht, wir alle haben mit Sünde zu kämpfen, wir alle haben mit Sorgen, Nöten, Problemen, Schwierigkeiten, mit all den Dingen zu kämpfen, die unser Leben bitter machen wollen. Aber wenn wir wegschauen von den Schlangen unseres Lebens, wegschauen von den Dingen, die uns angreifen wollen, und hinschauen zu Jesus Christus am Kreuz, dort wo alle meine Sünden schon hängen, dort wo alle meine Schuld bereits getragen worden ist und bezahlt worden ist, dort wo jede Versuchung überwunden ist, wenn ich dorthin schaue, dann können mir die Schlangen, die mich vorher gebissen haben, gebissen mit einem Biss, der zum Tod führt, nichts mehr anhaben. Obwohl ich gebissen worden bin, werde ich nicht sterben, weil Jesus für mich gestorben ist.
[17:38] Lieber Freund, liebe Freundin, Jesus ist für dich und für mich, für alle unsere Sünden gestorben, und was wir im Johannesevangelium sehen wollen, ist, wie jede Geschichte uns diese Wahrheit von vielen Perspektiven ausbeleuchtet, sodass wir an Jesus glauben, dass wir auf das Kreuz schauen und durch das Kreuz gerettet werden, so wie die Israeliten damals durch das Schauen auf das Kreuz gerettet worden sind. Und so wie es 2. Korinther 3, Vers 18 sagt, dass wir durch das Anschauen durch den Heiligen Geist verwandelt werden. Das ist das Ziel des Johannesevangeliums. Das wollen wir heute tun und die nächsten Male. Wir wollen diesen Zeichen folgen, die uns den Weg weisen, den Weg nach Golgatha, den Weg zum himmlischen Heiligtum, wo Jesus heute das, was er vor 2000 Jahren auf Golgatha für uns vollbracht hat, anwendet, sodass du es und sodass ich es in unserem Alltag erleben dürfen, und zwar ohne Abstriche.
[18:53] Lieber Freund, liebe Freundin, Jesus hat dich lieb und er wünscht sich, dass wir, du und ich, dass wir ewiges Leben haben. Dafür ist er gekommen, und deswegen schreibt Johannes dieses Evangelium, um dir den Weg zu zeigen, um mir den Weg zu zeigen, um uns Jesus zu zeigen. Denn er sagt im Johannesevangelium in Johannes 14, Vers 6: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ Wenn wir ewiges Leben haben wollen, wenn wir bei Gott sein wollen, dann gibt es nur einen Weg, nur ein Opfer, nur eine Wahrheit, nur einen Erretter, nur einen Hohenpriester, nur einen König, nur einen echten Freund, der das Beste von uns will: Jesus Christus. Ihn wollen wir kennenlernen, ihn wollen wir besser verstehen. Er soll unser Freund und Erlöser sein.
[20:07] Ist dein Wunsch, zurück zu Johannes 20 in diesen Versen, in Vers 30 und 31, die wir gelesen haben: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ In diesen Versen wird jemand angesprochen. Das heißt ja, „damit ihr glaubt und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ Wer sind diese „ihr“? Wer sind die Adressaten des Johannesevangeliums? Wir bekommen einen interessanten Einblick in diese Frage, wenn wir uns kurz anschauen, wo diese beiden Verse stehen. Sie stehen ja gar nicht ganz am Ende des Johannesevangeliums, sie stehen in Kapitel 20. Das Schlusswort ist erst am Ende von Kapitel 21. Und manchmal haben Leute den Eindruck gehabt, das wäre hier schon ein erster Schluss gewesen, und dann wäre noch Kapitel 21 noch mal so drangehängt worden. Aber ich glaube, das ist gar nicht der Fall. Ich glaube, Vers 30 und 31 sind nicht einfach das Schlusswort, und dann kommt noch mal eine Geschichte mit einem zweiten Schlusswort, sondern diese beiden Verse stehen hier aus einem bestimmten Grund. Johannes weiß es noch nicht am Ende, aber fügt sie hier ein, weil sie so gut zu der Geschichte passen, die gerade vorher berichtet worden ist, zu dem Vers, der direkt davor steht, zu der Aussage von Jesus, die in diesem Vers zu finden ist. Dort steht nämlich in Vers 29, nachdem Thomas bei der ersten Offenbarung Jesu vor seinen Jüngern nach der Auferstehung nicht dabei gewesen ist und dann den Jüngern nicht geglaubt hatte, dass Jesus wirklich auferstanden ist, und er dann erst einige Tage später Jesus sieht und dann glaubt, als er die Wunden sieht und ausruft in Vers 28: „Mein Herr und mein Gott!“, dann antwortet Jesus zu ihm folgendes in Vers 29: „Jesus spricht zu ihm: Thomas, du glaubst, weil du mich gesehen hast. Glückselig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“
[22:29] Eine Kernaussage des Johannesevangeliums ist es, dass wir Glauben brauchen, der auch dann noch wirklich funktioniert, der dann noch trägt, wenn wir nicht sehen können. Thomas hatte Jesus lebendig gesehen, er konnte ihn anfassen. Aber als Johannes das Johannesevangelium schreibt, schreibt er zu Menschen, die Jesus nicht mehr gesehen haben. Johannes ist das vielleicht letzte Buch der Bibel überhaupt, das geschrieben worden ist, auf jeden Fall eines der allerletzten mit der Offenbarung zusammen, als gegen Ende des ersten Jahrhunderts Johannes dieses Evangelium schreibt. Da gibt es schon drei Evangelien: Matthäus, Markus und Lukas. Und die Frage, die man sich vielleicht stellen kann, ist: Warum braucht es noch ein viertes Evangelium? Es fällt auf, dass dieses Evangelium so anders ist als die anderen drei, die doch relativ viel ähnliches Material bieten mit unterschiedlichen Perspektiven und besonderen Details. Aber Johannes hat offensichtlich noch eine ganz andere Perspektive. Johannes sieht offenbar, dass es jetzt in der zweiten, dritten Generation von Christen so viele gibt, die Christen geworden sind, die aber niemals Jesus persönlich gesehen haben. Sie sind niemals mit ihm von Dorf zu Dorf gezogen, sie haben niemals in so einer Volksmenge gestanden und die Heilungswunder gesehen, sie haben die Stimme seiner Worte nie gehört. Und Johannes hat diesen Wunsch, denen, die Jesus nicht mehr gesehen haben und auch nicht sehen können, weil Jesus jetzt Hohepriester im himmlischen Heiligtum ist, dass sie ihn doch persönlich kennenlernen und dass sie in ihrem Glauben gestärkt werden, dass sie zwar ihn nicht sehen, aber doch glauben, weil „glückselig sind die, die nicht sehen und doch glauben“, wie Jesus sagt. Und dann fügt Johannes sozusagen als Kommentar ein und sagt: „Schau, lieber Leser, weil Jesus sagt: ‚Glückselig sind die, die nicht sehen und doch glauben‘, deswegen schreibe ich dieses Buch. Denn Jesus hat noch viele andere Zeichen getan, die in diesem Buch nicht geschrieben sind, aber die ich aufgeschrieben habe“, sagt er in Vers 31: „Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt – denn glückselig sind die, die nicht sehen und doch glauben –, diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ Das Buch, das Johannesevangelium, ist sozusagen die Antwort auf das, was Jesus in Vers 29 sagt: „Glückselig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“ Wer das Johannesevangelium studiert und die Zeichen ernst nimmt, die uns den Weg weisen zum Kreuz, die uns zeigen, dass Jesus für uns gestorben ist, wie er gestorben ist und warum er gestorben ist, wer diese Zeichen ernst nimmt und ihnen glaubt, der hat den Glauben, um den es hier geht. Der wird zu dem Glauben geführt, der ewiges Leben möglich macht, oder der uns mit dem ewigen Leben verbindet, besser gesagt, möglich gemacht hat es ja Gott.
[26:06] Das Johannesevangelium möchte dir, lieber Freund, liebe Freundin, und mir einen solchen tiefen, echten, rettenden Glauben schenken. Und was wir sehen können im Johannesevangelium – wir haben ja schon den letzten Vers gelesen, wo es hieß: „Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat, und wenn sie eines nach dem anderen beschrieben würden, so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären. Amen.“ Was wir also hier sehen, ist, dass es bei diesem Glauben nicht darum geht, wie viel Fakten wir angehäuft haben. Wenn es darum gegangen wäre, hätte Johannes noch viel mehr Bücher geschrieben. Gäbe es Johannesevangelium Kapitel, das erste Johannesevangelium, das zweite, das dritte, das vierte, dann gäbe es so viele Bücher, die man alle lesen müsste. Aber darum geht es nicht. Es geht nicht darum zu wissen, was Jesus alles getan hat. Es geht darum zu glauben, dass das, was er getan hat, mir zeigt, wie Gott ist, wie Gott mich sieht.
[27:23] zeigt, wie Gott ist, wie Gott mich sieht und was Gott alles tut, damit ich trotz meiner vielen Sünden, die ich begangen habe, ewiges Leben haben kann, wenn ich es ihm glaube und im Glauben ihm folge aus Liebe.
[27:46] Es basiert also in allem, was wir hier betrachten, auf der persönlichen Beziehung zu Jesus. Das ist das, was Jesus gesagt hat, dass das ewige Leben darin besteht, dass wir Gott erkennen, nicht dass wir viel theoretisches Wissen ansammeln, sondern dass wir eine persönliche Beziehung zu ihm haben, eine persönliche Beziehung zu dem, den er gesandt hat: Jesus Christus.
[28:11] Wir wollen beginnen und heute uns drei Geschichten anschauen, die uns den Weg weisen wollen: den Weg zu Jesus, den Weg zum ewigen Leben. In Johannes 2 beginnen wir.
[28:28] In Vers 1 und 2: „Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen.“ Ein freudiges Ereignis, ein Ereignis, wie wir alle es schon erlebt haben. Eine Hochzeit ist ein schöner, gesellschaftlicher, sozialer, freudiger Anlass. Jesus nimmt die Einladung an. In 1. Mose 2 sehen wir, wie Jesus die Ehe geschaffen hat.
[29:02] Jesus hat die erste Hochzeit ins Leben gerufen. Er, der alles geschaffen hat, alles, was entstanden ist, ist durch ihn entstanden. Er hat auch Mann und Frau geschaffen, er hat die Ehe gestiftet. Und Jesus ist gerne bei einer Hochzeit. Er nimmt diese Einladung an, bei diesem freudigen, gesellschaftlichen Zusammensein dabei zu sein, und er nimmt seine Jünger mit. Wer Jesus folgt, der hat auch Anteil an den schönen, den segensreichen Momenten des Lebens. Nachfolge Jesu beinhaltet auch, dass Jesus uns mit zur Hochzeit nimmt.
[29:56] Vers 3 und 4: „Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. Jesus spricht zu ihr: Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“
[30:12] Die Aussage von Jesus – und das können wir mit Johannes 19, Vers 26 und 27 vergleichen – ist sehr höflich. Damals war es üblich in jener Gegend, Frauen, denen man großen Respekt entgegenbrachte, mit dieser Anrede anzusprechen: „Frau“. Wir sehen das bei Jesus, als er in Vers 26 von Johannes 19 am Kreuz für seine Mutter sorgt und sagt: „Frau, siehe, dein Sohn!“
[30:43] Trotzdem muss Jesus einen deutlichen Punkt machen. Maria hatte gehofft, dass sie vielleicht einen besonderen Draht zu Jesus hat, dass sie vielleicht sozusagen aufgrund des „Vitamin B“s, der besonderen Beziehung, der Verwandtschaft zu ihm, ihn dazu bringen könnte, jetzt etwas zu tun, was sie für gut und richtig hielt. Aber Jesus muss hier gleich zu Beginn deutlich machen – etwas, was für uns sehr wichtig und auch tröstlich ist –, dass niemand aufgrund von Blutsverwandtschaft, durch genetische Nähe, einen besseren Zugang zu ihm hat als jemand, der das nicht hat. Im Reich Gottes zählt nicht unsere genetische Nähe zu Jesus, sondern unser Glaube. Niemand kann sagen, dass er besseren Zugang zur Gnade Gottes hat, weil er irgendwie leibhaftig mit Jesus verwandt ist. Bei Gott zählt nur der Glaube.
[31:41] Und Jesus macht deutlich, dass er nach einem festgelegten Zeitplan handelt. Wir hatten in Markus 1, Vers 14 und 15 im letzten Quartal gelesen, wo Jesus gesagt hat in Vers 15: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nah. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ Jesus rennt seinem eigenen Zeitplan nicht davon. Schon in der Schöpfung hat er alles Stück für Stück getan, an jedem Tag sein bestimmtes Werk. Jesus hat einen Plan, und den folgt er, dem folgt er Schritt für Schritt.
[32:19] Vers 5: „Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch gesagt hat, das tut!“ Maria ist die Interpretin jetzt an dieser Stelle der Worte Jesu, denn sie hat ja genau gehört, wie er gesprochen hat, welcher Ton in den Worten lag. Und sie hatte ihn auf jeden Fall nicht so verstanden, dass er nicht helfen möchte. Er war nicht abgeneigt zu helfen, aber Maria hatte in ihrer Bitte ein paar Gedanken mitverwoben, die Jesus so nicht stehen lassen konnte und die er korrigieren musste. Aber Maria wusste, dass Jesus gerne hilft, und sie hatte hinter dem impliziten Tadel seine Bereitschaft zur Hilfe gesehen und gehört.
[33:01] Jesus kümmert sich um sowohl die kleinen als auch die großen Sorgen unseres Lebens, egal ob es ein geistliches Bedürfnis ist oder ein körperliches Bedürfnis, ein emotionales oder ein soziales Bedürfnis. Hier in Johannes 2 haben die Menschen ein soziales Problem: Die Feier ist in Gefahr. In Johannes 3 hat Nikodemus ein geistliches Problem. In Johannes 4 hat die Frau am Jakobsbrunnen ein emotionales, mentales Problem. Sie sehnt sich nach echter Liebe, hat nur Fehlentscheidungen diesbezüglich bisher getroffen. Und in Johannes 5 hat der Mann am Teich Betesda ein körperliches Problem. Und Johannes zeigt uns, wie auf all den verschiedenen Ebenen Jesus unsere Probleme sieht, Mitleid mit uns hat und uns helfen möchte und helfen kann, helfen will.
[34:11] Vers 6 und 7: „Es waren aber dort sechs steinerne Wasserkrüge nach der Reinigungssitte der Juden, von denen jeder zwei oder drei Eimer fasste. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben hin.“
[34:28] Jesus benutzt Reinigungskrüge für dieses Wunder. Damit hatte man sich eigentlich immer ganz gründlich gewaschen. In Markus 7, Vers 3 und 4 wird das beschrieben, wie die Juden, wenn sie irgendwo draußen auf dem Markt oder so gewesen sind, wie sie sich die Hände waschen, wie sie gründlich mit der Faust sich ganz gründlich waschen, wie sie auch ihr Besteck und ihre Polster waschen. Dort steht immer das Wort „taufen“, wie sie das untertauchen und sauber machen.
[34:59] Jesus bindet die Diener mit ein. Jesus tut nicht alles allein. Was der Mensch tun kann, das soll er auch tun. Was dem Menschen unmöglich ist, das tut Jesus. Menschen können Wasser in den Wasserkrug tun, aber nur Jesus kann aus dem Wasser Traubensaft machen. Ohne den Gehorsam der Diener hätte es diesen Traubensaft nicht gegeben. Sie haben fast 240 Liter Wasser in die Krüge gefüllt. Das war schon auch eine gewisse Anstrengung.
[35:32] Vers 8 bis 10: „Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Und sie brachten es hin. Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte – und er wusste nicht, woher es war, die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es –, da rief der Speisemeister den Bräutigam und sprach zu ihm: Jeder Mann setzt zuerst den guten Wein vor und dann, wenn sie trunken geworden sind, den geringeren; aber du hast den guten Wein bis jetzt behalten!“
[36:09] Wenn Jesus etwas tut, dann ist das immer Topqualität. Jesus macht nichts Halbgares. Was Jesus tut, übertrifft alles, was Menschen tun können. Es ist besser und wertvoller als alles, was ein Mensch aus eigener Kraft tun kann. Ich habe in meinem Leben erlebt und erlebe in meinem Leben, dass Gottes Wirken das Beste ist, was es gibt. Sein Wirken hat höchste Qualität, nicht nur wenn es darum geht, Wasser zu Traubensaft zu machen, sondern auch wenn es darum geht, zu trösten, wieder aufzuhelfen, zu stärken, zu ermutigen, zu unterrichten. Ich habe niemals in meinem Leben einen besseren Lehrer als Jesus gehabt. Niemand gibt solch einen hochqualitativ guten Unterricht. Niemand kann so trösten wie Jesus, niemand kann so Mut machen wie Jesus. Ich habe viele Menschen gehabt, die mir Mut machen wollten und Mut gemacht haben, aber niemand kann so stärken, so ermutigen, wie Jesus es kann. Niemand kann so viel Freud machen, so schöne Freude geben, uns so überraschen und so begeistern, wie Jesus es kann. Niemand kann uns solch eine Ruhe schenken. Menschen bieten an, dass man mal durch bestimmte Angebote sich entspannen kann und relaxen kann, aber niemand kann eine solche Ruhe geben, solche innere Zufriedenheit wie Jesus. Was Jesus in unserem Leben tut, hat die höchste Qualitätsstufe.
[37:58] Und das Besondere ist, dass Jesus dies beinahe im Verborgenen tut. Er macht keine Anstalten, öffentlich jetzt darauf hinzuweisen, dass er es ja war, der dieses Wasser zu Traubensaft gemacht hat. Ja, der Speisemeister und der Bräutigam scheinen überhaupt nichts davon mitbekommen zu haben, zunächst einmal, wer dieses unglaubliche, dieses großartige, besser gesagt, dies großartige Wunder getan hat. Jesus wirkt und bleibt doch im Hintergrund, weil Jesus nicht auf sich selbst aufmerksam machen möchte, in dem Sinne, dass er sich selbst erhöhen möchte. Jesus tut so viel Gutes in unserem Leben, und wir merken oft gar nicht, dass er es war. Er segnet uns mit so viel grandiosen Dingen. Wann immer wir sagen müssen: „Das war wirklich eine tolle Sache, das war wirklich ein echter Segen!“, dann war es Jesus, auch wenn uns manchmal gar nicht bewusst ist, wie er das getan hat oder wann und wo. Jesus segnet uns viel mehr auch im Alltag, als wir das oft bemerken.
[39:17] Und Jesus beweist durch dieses Wunder, dass er schöpferische Qualität hat. Wir können nur Wasser bringen, aber er kann aus dem Wasser Traubensaft machen. Und dieser Traubensaft ist ein Symbol für das Blut des neuen Bundes, wie Jesus dann später kurz vor seiner Kreuzigung beim Abendmahl mit den Jüngern (Matthäus 26, Vers 28) sagt, wo er sagt, als er den Traubensaft trinkt und weitergibt: „Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Es kam aus diesen Reinigungskrügen, dieser Traubensaft, und sollte damit anzeigen, dass das, was Jesus als Wunder für uns tut, dass er für uns stirbt, dass er sein Leben hingibt, dass er sein Blut vergießt für meine Sünden, dass dieses Blut reinigende Kraft hat. Sagt nicht die Offenbarung, auch geschrieben von Johannes, in Offenbarung 7 und dort Vers 14: „Das sind die, welche aus der großen Drangsal kommen, und sie haben ihre Kleider gewaschen und sie haben ihre Kleider weiß gemacht in dem Blut des Lammes.“ So wie die Juden damals sich die Hände gründlich gewaschen haben, müssen wir unser Leben gründlich waschen im Blut Jesu.
[40:57] Und da ist genügend für alle da. Es waren große, voll mit Wasser gefüllte Krüge, die Jesus vollständig zu Traubensaft gemacht hat. Jesus ist für jeden von uns gestorben. Es ist genügend Blut des neuen Bundes da, um uns alle zu reinigen.
[41:25] Vers 11: „Diesen Anfang der Zeichen machte er in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn.“ Ihr Glaube wurde gestärkt, ihr Glaube wurde vertieft. Sie verstanden mehr von ihm. Sie haben noch nicht alles verstanden, was dieses Zeichen bedeutete. Sie haben noch nicht verstanden, dass er für sie sterben würde. Das kam erst mit der Zeit. Und doch hat, obwohl sie noch nicht alles verstanden, das Anschauen dieses Wirkens Jesu ihren Glauben gestärkt. Vielleicht verstehen wir nicht alles, was die Bibel uns sagt, vielleicht verstehen wir nicht alles, was Gott in unserem Leben tut, vielleicht verstehen wir nicht alles, was er uns sagen möchte. Aber wenn wir auf ihn schauen und von ihm lernen wollen, wenn wir die Herrlichkeit dahinter wahrnehmen, dann wird unser Glaube gestärkt.
[42:27] Vielleicht sollten wir hier nur ganz kurz noch darauf eingehen und erklären, dass natürlich Jesus hier keinen alkoholischen Wein gemacht hat. Zum einen sagt die Bibel ganz deutlich in verschiedenen Versen in den Sprüchen, dass der alkoholische Wein unser Denken vernebelt, uns betrunken macht und es uns unmöglich macht, weise Entscheidungen zu fällen. Zum anderen haben wir gesehen, dass der Traubensaft ein Symbol ist für das Blut des neuen Bundes, und das ist rein. Es verdirbt nicht das Gehirn, sondern erfrischt das Gehirn. In Jesaja 65 und dort Vers 8 wird deutlich, dass man den Saft der Traube nicht verderben soll, denn in ihm ist ein Segen. Und schließlich sagt die Bibel ganz deutlich, dass ein Priester und ein König keinen Alkohol trinken sollen. In 3. Mose, Kapitel 10, und auch in Sprüche 31, Vers 4 und 5 ist das. Ich schaue ganz kurz nach, ob das auch wirklich stimmt. Sprüche 31 und dort genau Vers 4 und 5. Jesus ist Priester und König, und die Bibel macht deutlich, in 3. Mose können wir vielleicht auch noch aufschlagen, in 3. Mose, Kapitel 10, dass der Alkohol niemals in das Heiligtum gelangen soll. In 3. Mose 10 und dort in Vers 9: „Du und deine Söhne mit dir sollen weder Wein noch berauschendes Getränk trinken, wenn ihr in die Stiftshütte geht, damit ihr nicht sterbt. Das ist eine ewige Ordnung für eure künftigen Geschlechter.“ Damit sollte deutlich gemacht werden, wenn sich Menschen Gott nahen, sollen sie nicht Alkohol in sich haben. Die Geschichte von Nadab und Abihu zeigt dir, was passiert, wenn das missachtet ist. In der Nähe Gottes hat Alkohol nichts verloren, und hier war Gott gegenwärtig im Fleisch. Da hatte Alkohol nichts verloren.
[45:00] Die Herrlichkeit wurde offenbar, und zwar – und das ist das Interessante an Johannes 2 – mitten im Alltag auf einer Hochzeitsfeier wurde die Herrlichkeit Gottes offenbar und hat den Glauben der Jünger gestärkt. Offenbarung 18, Vers 1 sagt uns, dass die Herrlichkeit Gottes die gesamte Erde erfassen soll. Offenbarung 18, Vers 1: „Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.“ Wie wird diese Herrlichkeit die Erde erleuchten? Wenn Jesu Wirken im Alltag sichtbar wird, wenn wir in unserem Alltag Jesus so wirken lassen, wie er hier wirken durfte, wirken konnte, wie hier wirken durfte, dann wird auch in unserem Leben – und wenn es bei Hochzeitsfeiern ist – die Herrlichkeit Gottes offenbar. Ist es nicht dein Wunsch, dass in unserem Leben – das ist mein Wunsch auf jeden Fall – dass in meinem Alltag, in deinem Alltag die Herrlichkeit Jesu offenbar wird? Gott ist so gut. Lass uns das im Alltag erleben!
[46:16] Fast ein Jahr später, in Johannes 4, Vers 46, kam Jesus wieder nach Kana. In Vers 46 heißt es: „Jesus kam nun wieder in Kapitel 4 nach Kana.“ Er kam – Verzeihung – nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. „Und da gab es einen königlichen Beamten, dessen Sohn lag krank in Kapernaum.“ Wir wissen, dass das fast ein Jahr später gewesen ist. Vers 35 (Frau am Jakobsbrunnen) macht deutlich, dass das im elften Monat gewesen ist. Und die Hochzeit zu Kana war ja noch vor dem ersten Monat gewesen, denn in Kapitel 2 ab Vers 1 wird dann das Passah beschrieben. Also möglicherweise war die Hochzeit sogar noch im Spätherbst, im Winter gewesen, kurz nach der Taufe von Jesus. So hat man den Eindruck beim Lesen, dass wir durchaus davon ausgehen können, dass hier ungefähr ein Jahr zwischen diesen beiden Geschichten vergangen ist.
[47:23] Vers 47: „Als dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er zu ihm und bat ihn, er möchte herabkommen und seinen Sohn gesund machen, denn er lag im Sterben.“ Da sprach Jesus zu ihm: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.“ Jesus sagt diese Worte hier nicht ohne Grund. Beim Passahfest in Johannes 2, Vers 23, heißt es hier: „Als er aber am Passahfest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, weil sie seine Zeichen sahen, die er tat, die die Wunder waren, es die sie überzeugten, dass Jesus jemand Besonderes ist.“ Wenn wir in Johannes 3 dann zu Nikodemus gehen, finden wir genau das ausgedrückt. Er sagt nämlich: „Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist, denn“ – Begründung – „niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.“ Der Glaube vieler Juden hier am Anfang des Dienstes Jesu basierte darauf, dass er Wunderheilungen durchgeführt hatte, dass er Zeichen getan hatte, die sie als übernatürlich erkannten und deswegen ihm Glauben schenkten oder deswegen überzeugt waren, dass er von Gott gesandt ist.
[48:35] Aber dann finden wir in Johannes 4 die Geschichte mit der Samariterin und dann mit den Samaritern in der Stadt Sychar, und dort heißt es in Vers 29: „Aus jener Stadt aber glaubten viele Samariter an ihn um des Wortes der Frau willen, der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“ Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben, und er blieb zwei Tage dort. „Und noch viel mehr Leute glaubten um seines Wortes willen. Und zu der Frau sprachen sie: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen, wir haben selbst gehört und erkannt, dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus ist.“ Die Samariter haben nicht ein einziges Wunderzeichen gesehen, keine Wunderheilung. Sie glauben, obwohl sie keine Wunder gesehen haben. Sie glauben aufgrund der Worte von Jesus.
[49:27] Das ist der Glaube, der am Ende trägt. Denn Paulus sagt in Römer 1, Vers 17: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Er zitiert Habakuk 2, Vers 4 dabei. Jesus sagt in der Wüste in Matthäus 4, Vers 4: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.“ Paulus sagt: „Der Gerechte lebt aus Glauben.“ Jesus sagt: „Der Mensch lebt aus Gottes Wort.“ Die Worte Gottes sind Leben, und sie sind die echte, die tragfähige Grundlage des Glaubens, so dass man auch dann glaubt, wenn man nicht mehr sieht.
[50:10] Aber dieser Mann, dieser königliche Beamte in Diensten von Herodes Antipas, er kam offensichtlich, wie das die Worte Jesu hier offenbaren, mit der Einstellung, dass er nur dann an Jesus glauben würde, wenn der hier jetzt ein Wunder für ihn tut. Wie oft machen wir unseren Glauben abhängig von Zeichen, die wir erwarten, von Wundern, die Jesus tun soll?
[50:46] Jesus sieht die Motive, und er sieht die Gedankengänge hinter der Bitte. Während die umstehenden Menschen nur die Bitte gehört haben, hat Jesus die Motive und die Gedanken dahinter gesehen. So wie auch bei Maria, wo er auch einiges zu korrigieren hatte hinter der Bitte. Jesus nimmt unsere Bitten wahr, aber er sieht auch, welche zum Teil ungesunden Motive und welche ungesunden Gedanken damit verbunden sind. Und er will uns helfen, aber er muss diese ungesunden Gedanken und die falschen Motive von unserer Bitte entfernen.
[51:26] Der königliche Beamte spricht zu ihm: „Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!“ Er versteht jetzt, dass sein Zweifel das Leben seines Kindes kosten könnte.
[51:46] Er klammert sich im Glauben an Jesus, so wie sich der Vater des mondsüchtigen Jungen an Jesus geklammert hat und gesagt hat in Markus 9,24: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Lieber Freund, liebe Freunde, wenn du von Zweifeln geplagt bist, wenn du den Eindruck hast, dass du zu schwach bist, um zu glauben, klammer dich einfach an Jesus in deiner Hilflosigkeit, in deiner Sündhaftigkeit, in deiner Schwachheit, in deiner Verlorenheit. Klammer dich einfach an ihm und bitte ihn, dir den Glauben zu geben, den du brauchst. Er steht an der Tür und sagt: „Ich biete dir diesen Glauben an, kostenlos, das Gold, das im Feuer geläutert ist.“ Wenn wir zu den Füßen Jesu fallen, ihn festhalten und sagen: „Ich lasse dich nicht los, es sei denn, du segnest mich.“ Wenn wir sagen: „Hilf mir, hilf meinem Unglauben!“, dann wird er uns niemals, niemals – das habe ich in meinem Leben so oft erlebt – niemals wird er uns davon schicken.
[52:51] Niemals. Er hilft uns nämlich wirklich gerne. Jesus spricht zu ihm: „Geh hin, dein Sohn lebt!“ Diese Worte sind interessanterweise ganz ähnlich wie die Worte, die Elia zur Witwe von Zarpat sagte, nachdem ihr Kind gestorben und dann wieder auferweckt worden war. Als ob Jesus sozusagen durch die Zeilen sagen möchte: „Selbst wenn dein Kind sterben würde, wäre das noch nicht das Ende.“
[53:30] Bei Jesus gibt es keine Eile, dass man noch schnell was erreichen muss, weil es sonst keine Möglichkeit mehr gäbe.
[53:33] es sonst keine Möglichkeit mehr gebe. Gott hat tausend Wege, von denen wir nichts wissen. Und der Mensch glaubte dem Wort, dass Jesus zu ihm sprach, und ging hin. Und das ist jetzt genau der Punkt: Er hatte zwar noch gar kein Wunder gesehen – das Wunder war zwar schon geschehen jetzt – aber er hat es nicht gesehen, und er glaubt trotzdem. Glückselig sind, die glauben und nicht sehen. Und er ging hin. Das ist der Glaube, der rettet. Das ist der Glaube, den wir brauchen, wenn wir auf das Kreuz schauen, auch wenn wir keine Wunder sehen um uns links und rechts, auch wenn scheinbar die Situation die gleiche bleibt. Wenn wir glauben, dass wir Errettung erleben, wenn wir glauben, dass Gott uns vergeben hat, weil er es gesagt hat, weil Jesus es gesagt hat, wenn wir das glauben, haben wir den Glauben, durch den wir ewiges Leben haben, heute und hier, weil er es gesagt hat.
[54:38] Als er aber noch unterwegs war, kamen ihm seine Knechte entgegen und berichteten ihm und sprachen: „Dein Sohn lebt!“ Selbe Worte, wie Jesus gesagt hatte. Auch das ist eine ganz besondere Sache, denn sie hatten ja Jesus gar nicht gehört. Nun erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war, und sie sprachen zu ihm: „Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber“, gegen 13 Uhr. Da erkannte der Vater, dass es eben in der Stunde geschehen war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: „Dein Sohn lebt!“ Und er glaubte samt seinem ganzen Haus. Der Vater hatte solch einen tiefen Glauben, dass er nicht einmal auf dem so schnell wie möglich nach Hause gegangen ist. Der hätte das durchaus noch am selben Abend erreichen können, wenn er sich beeilt hätte. Er hat sich Zeit gelassen, weil er auf das Wort Jesu vertraut hatte. Ihm war nicht mehr bange, wird es auch wirklich eingetreten sein? Er hat darauf vertraut und er wurde nicht enttäuscht. Lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns Jesu Worten so vertrauen. Ich möchte das lernen, dass, wenn er sagt, dass unsere Sünden vergeben sind, wir nicht jetzt ständig in Angst sind: „Sind sie auch wirklich vergeben? Sind sie wirklich vergeben?“, sondern wir darauf vertrauen, dass sie vergeben sind, weil er es uns versprochen hat. Und er wird dieses Wunder getan haben, wenn wir es ihm glauben.
[56:14] Jesus heilt durch sein Wort. Er war nicht anwesend gewesen in Kapernaum, und trotzdem ist dieser Junge geheilt worden. Psalm 33, Vers 6 und Vers 9: „Er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da.“ Das Wort von Jesus reicht. Später wird nicht der königliche Beamte, sondern ein römischer Hauptmann ebenfalls Jesus um Hilfe bitten für seinen Knecht. Und als Jesus dann auf dem Weg ist, wird der Hauptmann sagen: „Du brauchst gar nicht kommen, sprich du nur ein Wort!“ Das ist der Glaube, den Jesus dann auch besonders betont in Matthäus 8, Vers 8 bis 10, den er sonst in Israel nicht gefunden hat: auf das Wort Jesu zu vertrauen. Johannes 5, Vers 1: „Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.“ Das kann nur das Passah gewesen sein, weil, wie wir gesehen haben in Johannes 4, Vers 35, bereits, dass alle anderen Feste, die ja bis zum siebten Monat stattfanden, wieder vorbei waren. Denn wenn es vier Monate vor der Ernte in Johannes 4,35 ist, dann ist das schon der neunte Monat. In Johannes 2, Absatz 1 hatten wir ein Passah, das Passah im Jahre 29 – Verzeihung, 28. Jetzt sind wir hier im Passah des Jahres 29. Absatz 2: „Es ist aber in Jerusalem beim Scharftor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat.“ Und dann wird dort einiges beschrieben. Wir springen zu Vers 5: „Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte.“ Immer gewartet hatte, dass, wenn sich das Wasser dort bewegt, er vielleicht dort hineinsteigen konnte, weil man dachte, dass jemand, der zuerst dort hineinstieg, gesund wird.
[58:24] Als Jesus diesen da liegen sah, und erfuhr – hier ist es die Schlachter-Übersetzung nicht besonders gut, eigentlich kann man einfach übersetzen: „Und er wusste es.“ Und er wusste, weil er natürlich weiß, was im Menschen ist. Er muss da nicht erst Informationen einholen, wie uns Johannes 2,24.25 zeigen. Jesus kannte die Menschen, er kannte nicht nur ihre Vergangenheit, er kannte sogar ihre Zukunft. Jesus wusste natürlich, was diesem Mann widerfahren war und dass er schon so lange hier war, als dass er so lange in diesem Zustand war. Spricht er zu ihm: „Willst du gesund werden?“ Jesus sieht den Leidenden. Lieber Freund, liebe Freundin, Jesus sieht dich und mich in unserem Leid, und er kennt alle Umstände, und er weiß auch, wie viel wir selbst daran Anteil vielleicht haben, dass wir in diesem Zustand sind. Er weiß alles, aber seine Frage, auf die sich alles dann fokussiert, ist: „Willst du gesund werden?“ Jesus kommt nicht in unser Leben, um mit uns nur die Ursachen zu diskutieren, warum wir krank sind oder leiden oder warum wir schlimme Dinge in unserem Leben erlebt haben. Er kommt nicht einfach dazu, um in unser Leben, um einfach nur Diagnosen zu stellen oder Dinge zu zerreden. Er kommt mit der Lösung: „Willst du gesund werden?“ Er wusste, dass diese Heilung am Sabbat ihm Probleme bereiten würde. Er hätte ja noch einen Tag warten können. Bei 38 Jahren würden wir vielleicht menschlich denken, kommt es auf einen Tag nicht mehr an. Aber dieser Mann litt, und jeder Tag Leiden ist zu viel Leiden in den Augen von Jesus.
[1:00:15] Jesus hat Mitleid mit uns, und Jesus wartet nicht, bis es irgendwann angenehmer ist, uns zu helfen. Auf die Gefahr hin, dass es ihm Probleme bereitet, will er diesen Mann heute und hier an diesem Sabbat damals helfen. Vers 7: „Der Kranke antwortete ihm: ‚Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird. Während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab.‘“ In gewisser Weise bittet er Jesus hier indirekt um Hilfe. Er sagt: „Ich muss dann das Wasser, um geheilt zu werden, muss ich das Wasser, aber ich habe niemanden.“ Es sieht so fast aus, als ob er sagt: „Ja, vielleicht könntest du mich ja dann tragen? Vielleicht bist du stark genug und schnell, schneller als die anderen.“ Aber Jesus muss nicht auf die richtige Zeit warten, wenn da wieder was sich bewegt. Er braucht gar kein Wasser. Jesus ist nicht einfach ein Helfershelfer, der uns Richtung Lösung tragen kann.
[1:01:26] Lösung. Und das muss der Mann verstehen. Jesus ist nicht nur eine Hilfe, damit wir unser Ziel erreichen. Jesus ist das Ziel! Vers 8: „Jesus spricht zu ihm: ‚Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher!‘“ Es sind Befehle, durch die Jesus heilt. Drei Befehle: „Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher!“ Der Mann hätte denken können: „Das ist menschlich gesehen unmöglich! Diese Befehle kann man nicht ausführen, denn ich bin ja krank und ich bin es seit 38 Jahren, und alle Versuche bisher, mich überhaupt in die Richtung zum Wasser zu bewegen, waren schmerzhaft und unerfolgreich, erfolglos.“ Für uns Menschen scheint es unmöglich, wenn Gott Dinge gebietet, wenn er Befehle gibt, wenn er uns seine Gebote gibt. Es erscheint uns unmöglich. Aber die Worte Jesu sind nicht nur ein Gebot, sie sind nicht nur ein Befehl, sie sind nicht nur ein Arbeitsauftrag. Die Worte Jesu enthalten die Kraft, die notwendig ist, um diesen Befehl ausführen zu können. Jesus sagt: „Es werde Licht!“, und die Wahrheit dieses Wortes ist stärker als die Realität, stärker als die Finsternis, als die Leere, das Chaos. Jesus sagt: „Es werde Licht!“, und es wurde Licht. Jesus sagt: „Steh auf!“, und er sagt ihm damit, dass Jesus nicht nur bereit ist, ihm die Krankheit wegzunehmen, die ihn 38 Jahre lang geplagt hat. Denn wenn er nur die Krankheit ihm weggenommen hätte, wenn er jetzt dann wieder gesund gewesen wäre, hätte er trotzdem nicht laufen können. Jeder, der mal längere Zeit krank gewesen ist, weiß: Man kann gesund werden und muss trotzdem danach noch zur Reha, man muss die Muskeln langsam wieder aufbauen. Jesus sagt nicht nur: „Ich nehme dir die Krankheit weg.“ Er sagt: „Ich gebe dir Muskelkraft!“ Und zwar nicht irgendwann über einen langen Reha-Prozess. „Ich gebe dir jetzt die heilende Kraft, sodass du nicht mehr krank bist und laufen kannst.“ Lieber Freund, liebe Freundin, Jesus nimmt mir nicht nur die Schuld, er nimmt nicht nur die Konsequenz, er nimmt nicht nur die Strafe für meine Sünde von mir. Er vergibt mir nicht nur die Sünde, er schenkt mir auch Muskelkraft, geistliche Muskelkraft. Die Gebote Gottes, die in meiner Sündhaftigkeit mir unmöglich erscheinen und auch unmöglich sind, dass ich diese Gebote in seiner Kraft halten kann.
[1:04:07] Vers 9: „Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Liegematte auf und ging umher.“ Er hätte sagen können: „Ich warte erstmal, bis ich irgendwelche, bis ich fühle, dass ich gesund geworden bin. Ich warte mal darauf, dass ich irgendwie jetzt hier mal was merke, und dann werde ich es versuchen. Vielleicht gib mir irgendeinen Hinweis darauf, woran ich erkennen kann.“ Hätte er fragen können. Aber er hat einfach auf das Wort von Jesus gehandelt. Er hat Jesus buchstäblich beim Wort genommen, hat sich an das Wort geklammert, hat sich auf das Wort gestellt, und er stand. Lieber Freund, liebe Freundin, ich habe in meinem Leben erlebt: Wenn wir uns auf das Wort Jesus stellen, mit nacktem Glauben, mit nichts anderem als einem Vertrauen darauf, dass, weil Gott es gesagt hat, es stimmt und es wird, weil er die Kraft hat, dann tut er Wunder in meinem Leben und in deinem auch. Er vergibt uns die Schuld und schenkt uns die Kraft, für ihn wirken zu können, obwohl wir uns selbst so unwürdig fühlen und auch so unwürdig alleine sind. Er gibt die geistliche Muskelkraft. Sie ist sofort da. Das heißt: Sogleich wurde der Mensch gesund. Jesus' heilende Kraft ist sofort da. Lieber Freund, liebe Freundin, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Das kannst du ausprobieren, und du kannst es erleben, wenn du ihm glaubst. Probier es aus, nimm ihn beim Wort, und du wirst sehen, du wirst sehen: Er nimmt dir deine Schuld, er nimmt dir die Sünde, und er schenkt dir Kraft, ihm zu folgen und sein Wort zu tun.
[1:05:52] Es war aber Sabbat an jenem Tag. Vers 10: „Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten: ‚Es ist Sabbat, es ist dir nicht erlaubt, die Liegematte zu tragen.‘“ Jesus hatte offensichtlich hier menschliche Regeln nicht beachtet, weil ihm das die Mission, die Gott ihm aufs Herz gelegt hatte, für die er ihn gesandt hatte, und das Wohlergehen von Menschen wichtiger waren als menschengemachte Regeln, die gar nicht aus dem Wort Gottes kamen. Er antwortete ihnen: „Der mich gesund machte, der sprach zu mir: ‚Nimm deine Liegematte und geh umher!‘“ Wieder hatte Jesus seine eigene Person gar nicht in den Vordergrund geschoben. Der Mann wusste nicht einmal, wer es genau war, wie die Person hieß. Wir sehen hier etwas vom Charakter Jesu. Ihm ging es nicht darum, selbst berühmt zu werden, sondern es ging darum, dass dieser Mann nicht mehr leiden muss. Das war sein Anliegen.
[1:06:53] Er tat nicht etwas, um angesehen zu werden. Er tat es, obwohl nicht mal der Geheilte genau wusste, wer es war. Ihm war es wichtig, dass der Geheilte gesund ist. Da fragten sie ihn: „Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hatte: ‚Nimm deine Liegematte und geh umher?‘“ Aber der Geheilte wusste nicht, wer es war, denn Jesus war weggegangen, weil so viel Volk an dem Ort war. Vers 14: „Danach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: ‚Siehe, du bist gesund geworden. Sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt.‘“ Da ging der Mensch hin und verkündigte den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Es gibt noch ein Gebot, das Jesus ihm gibt. Das erste war: „Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher!“, und wir haben gesehen, dass das aus menschlicher Sicht unmöglich war aufgrund seines Leidenszustandes, aber dass die Kraft Gottes ihm die Krankheit nahm und die Kraft gab zu gehen. Und Jesus fügt hier ein zweites Gebot an: „Sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt.“ Denn es ist offensichtlich möglich, Erlösung zu erleben, es ist möglich, Gottes Segen zu erleben und ihn danach wieder aus den Augen zu verlieren und wieder zurückzufallen. Es gibt kein „einmal gerettet, immer gerettet.“ Allein diese Geschichte macht das ganz deutlich. „Sündige hinfort nicht mehr!“ Das klingt in unseren Augen, in unseren Ohren scheinbar unmöglich. Die Worte: „Sündige hinfort nicht mehr!“, klingen für uns so wie die Worte: „Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher!“, für den Kranken am Teich Bethesda klang. Aber er glaubte Jesus und er ging. Ich möchte neu lernen, Jesus zu glauben, dass er mich gesund macht, dass er mich heil macht, und dass er durch sein Wort die Kraft hat, dass ich auch gehorsam bleibe. Ist das dein Wunsch? Möchtest du Jesus so kennenlernen als deinen Erlöser, der dich rettet und verwandelt? Liebe Freunde, die Zeit reicht uns nicht mehr aus, den Rest dieses ganzen Kapitels noch zu betrachten. Schaut euch das Sendemanuskript an, wo wir noch ab Vers 16 bis Vers 47 sich zu den Versen noch verschiedene Kommentare haben, Parallelstellen, die das noch vertiefen. Das ist ein sehr lohnender Abschnitt, aber an dieser Stelle, glaube ich, haben wir den wichtigsten Punkt erreicht unseres Studiums. Jesus will dich retten, und er will, dass du bei ihm bleibst. Er kann uns die Krankheit der Sünde nehmen, und er kann uns auch vor dem Sündigen bewahren durch dieselbe Kraft, durch dasselbe Wort. Und wenn wir das eine erlebt haben, dürfen wir aus dem Glauben auch das andere annehmen und darauf vertrauen. Möchtest du heute sagen, dass ich Jesus folgen möchte? Möchtest du Jesus in den folgenden Wochen besser kennenlernen? Möchtest du diesen Glauben haben, der ewiges Leben in unser Leben bringt, weil Jesus für mich gestorben ist, alle Schuld bezahlt hat und mir ein neues Leben ermöglicht? Möchtest du seine Herrlichkeit im Alltag sehen und auf sein Wort allein vertrauen? Ist das dein Wunsch? Dann lass uns auch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, ich bin dir wirklich von Herzen dankbar, von ganzem Herzen, dass du zu mir und zu uns gesprochen hast. Herr, das ist nicht selbstverständlich. Es ist ein Wunder, dass wir sündige, schwache Menschen, die wir eigentlich nur den Tod verdient hätten, dass du zu uns sprichst und durch uns sprichst und uns bei dir haben möchtest. Herr, wir möchten dich von ganzem Herzen bitten, dass das, was wir heute verstanden und gelernt haben, in unseren Herzen bleibt und dass wir Jesus als unseren Erlöser festhalten, ihm glauben und ihm vertrauen und durch den Glauben ewiges Leben haben. Hab Dank dafür. Wir haben dich lieb. Amen. Nächste Woche werden wir uns mit weiteren Zeichen beschäftigen. Dort wird es dann darum gehen, auch ganz besonders die Göttlichkeit Jesu zu verstehen. Wir werden Jesus in weiteren Aspekten kennenlernen, unseren Glauben vertiefen können und unsere Freundschaft zu ihm stärken. Lieber Freund, liebe Freundin, bis dahin wünsche ich dir Gottes reichen Segen. Studiere die Bibel, aber vor allem studiere sie so, dass du Jesus als deinen Freund hast. Gott mit dir. Amen.
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