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In dieser Episode der „Christ Study Hour“ widmet sich Christopher Kramp dem Epilog des Johannesevangeliums (Kapitel 21). Er beleuchtet die Begegnung des auferstandenen Jesus mit seinen Jüngern am See Genezareth, die wundersame Fischfang und insbesondere Jesu dreifache Frage an Petrus nach seiner Liebe. Der Vortrag betont Jesu Gegenwart im Alltag, seine vergebende Gnade und die Wiederherstellung von Petrus in seinen Dienst, und lädt die Zuhörer ein, Jesus persönlich kennenzulernen und ihm zu folgen.


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Serie: Christ Study Hour 2024 Q4: Jesus im Johannesevanhelium

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.julmedia.de. Wie immer möchte ich auch alle diejenigen herzlich begrüßen, die jetzt auf dem Sender das Wort uns zugeschaltet sind. Wir sind ans Ende gelangt unserer Serie über das Johannesevangelium, in der wir ganz besonders verschiedene Aspekte von Jesus betrachtet haben. Die Serie hieß "Jesus im Johannesevangelium". Wir haben verschiedene Themen uns angeschaut, haben das letzte Mal die Kreuzigung und Auferstehung betrachtet. Es bleibt jetzt noch ein Epilog, ein Nachwort, letzte Gedanken sozusagen. Mit diesem Epilog und seinem Titel "Jesus und sein Wort kennen" wollen wir uns noch einmal vor Augen führen, was es für dich und für mich persönlich bedeutet, Jesus zu kennen. Nein, wir wollen noch mehr! Wir wollen nicht nur uns vor Augen führen, was es bedeutet, wir möchten Jesus kennen. Ich wünsche mir so sehr, lieber Freund, liebe Freundin, dass du Jesus wirklich kennst und dass du sein Wort kennst. Wir bereiten uns mit diesem Thema "Epilog: Jesus und sein Wort kennen" auf das Bibelgespräch am 28. Dezember vor und wollen noch einmal ein paar Verse im Johannesevangelium lesen, um Jesus besser kennenzulernen. Wir möchten ihn bitten, dass er uns jetzt in diesem Studium segnet, und ich lade dich ein, dass wir ein kurzes Gebet sprechen.

[2:20] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du Jesus gesandt hast und danke, dass Johannes unter der Inspiration des Heiligen Geistes ein so tiefgreifendes, ein so berührendes, ein so beeindruckendes Bild von Jesus uns zeichnet. Danke, dass wir dich durch Jesus kennenlernen dürfen. Danke, dass du dich uns offenbarst, und Herr, vergib, dass wir so oft vernachlässigt haben. Danke für all die Schätze, die du uns gezeigt hast. Danke für deine Gnade und Geduld. Und Herr, wenn wir jetzt zwar diese Serie beenden, mögen wir niemals das Forschen in deinem Wort beenden. Herr, wir wünschen uns so sehr, bei dir zu bleiben. Möchten dich bitten, dass du uns jetzt dein Wort so erklärst, wie du es gemeint hast, dass wir in deiner Gegenwart still werden, zuhören, gestärkt werden. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist, der uns an all das erinnern soll, was Jesus gesagt hat. Hab Dank, dass Jesus jetzt für uns eintritt. In seinem Namen beten wir, dass du dein Wort nicht leer zurückkehren lässt, sondern dass du es ausführen lässt, wozu du es jetzt sendest, wo du es gesandt hast und jetzt immer noch zu uns sendest, der Heilige Geist es uns vor Augen führt. Dank dafür. Amen.

[4:21] Amen. Jesus trifft seine Jünger wieder einmal. Johannes 21 und dort Vers 1: "Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum am See von Tiberias." Man hätte fast schon den Eindruck gehabt, das Johannesevangelium ist vorbei. In Vers 30 und 31 wird eine allgemeine Aussage gemacht über die Zeichen, die geschrieben stehen in diesem Buch und warum sie geschrieben stehen. Aber das ist noch nicht das Ende. Das Ende kommt erst ab Kapitel 21 Vers 24. In Vers 30 und 31 von Johannes 20 ist dieser große Grundgedanke noch einmal deutlich geworden, dass alles, was geschrieben steht im Johannesevangelium, das eine Ziel hat, dass wir durch den Glauben an Jesus Leben haben in seinem Namen. Und dann offenbart sich Jesus noch einmal, noch eine Geschichte, die hier als letztes berichtet wird. Er trifft seine Jünger nicht zum ersten Mal nach der Auferstehung, ein weiteres Mal.

[5:34] Was war geschehen? Vers 2 und 3: "Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa." Hier erfahren wir seinen Herkunftsort zum ersten Mal. Und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern. Sieben der Elf, einer ist ja nicht mehr, haben sich hier zusammengetan, sind gemeinsam am See Genezareth in Galiläa. Simon Petrus spricht zu ihnen: "Ich gehe fischen." Sie sprechen zu ihm: "So kommen wir auch mit dir." Da gingen sie hinaus und stiegen sogleich in das Schiff, und in jener Nacht fingen sie nichts. Petrus hat den Vorschlag gemacht, er hat die Initiative ergriffen, hat gesagt: "Ich gehe fischen." Sein Vorbild wirkt, die anderen folgen ihm. Die Rückkehr zur alten Beschäftigung ist erfolglos.

[6:27] Als es aber schon Morgen geworden war, stand Jesus am Ufer, doch wussten die Jünger nicht, dass es Jesus war. Jesus war schon da, sie haben es nur nicht gewusst. Wie oft geht es uns so, dass wir nicht bemerken, dass Jesus schon längst da ist und wir in Verzweiflung immer noch rumrudern und uns fragen, warum das nicht geklappt hat oder jenes Projekt gescheitert ist und wir nicht sehen, dass er schon längst da ist. Mir ist es schon so gegangen und ich weiß, wie erstaunt ich war, als mir bewusst geworden ist, diesen Vers las, dass es genau meine Situation ist. Man ärgert sich über etwas, man hat etwas versucht, es ist gescheitert, man fragt sich, warum es nicht geklappt hat und vergisst, man merkt gar nicht, dass Jesus schon längst eine Lösung hat. Wie oft gehen wir durch den Alltag und merken nicht, dass Jesus viel näher ist, als wir denken? Lieber Freund, liebe Freundin, ob es dir bewusst ist oder nicht: Jetzt, wo wir hier die Bibel aufschlagen und über Jesus reden, ist er gegenwärtig. Er hat es versprochen: "Da, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind." Und auch ich glaube, das gilt auch über die Technik, und wenn nur ein einziger Mensch dieses Video sehen würde in diesem Moment, sind wir ja sozusagen digital versammelt. Jesus ist gegenwärtig. Ist dir das bewusst?

[8:18] Vers 5: "Da spricht Jesus zu ihnen: 'Kinder, habt ihr nichts zu essen?'" Sie antworteten ihm: "Nein." Jesus interessiert sich dafür, ob seine Jünger Essen haben. Jesus redet nicht nur von abstrakten Dingen, im Grunde redet er eigentlich selten von abstrakten Dingen. Selbst die Dinge, die so hoch sind, dass sie für unseren Verstand kaum zu erfassen oder gar nicht zu erfassen sind, bricht er herunter in praktisch, handgreiflich, also praktisch verstehbare Dinge. Aber Jesus interessiert sich auch für die ganz einfachen Dinge des Alltags. Interessiert sich, ob wir genügend zu essen haben. Er fragt: "Habt ihr Essen?" Sie sagen: "Nein." Vers 6: "Er aber sprach zu ihnen: 'Werft das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, so werdet ihr finden.'" Da warfen sie es aus und konnten es nicht mehr einziehen wegen der Menge der Fische. Jesus hilft in den alltäglichen Dingen, die uns so beschäftigen. Warum tut er das? Er tut es aus dem ersten Grund, weil er dich und mich mag, weil er möchte, dass es uns gut geht. Wir haben in Johannes gelesen, dass er gekommen ist, dass wir das Leben haben und es im Überfluss haben, wie es in Johannes 10 und dort Vers 10 heißt: "Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben." Er möchte, dass es uns gut geht, und er möchte, dass wir merken, dass er da ist. Und oft merken wir es erst, wenn wir seine Kraft im Alltag entdecken, so wie bei den Jüngern, als sie plötzlich merken, dass hier ein Wunder geschieht. Fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen.

[10:03] Vers 7: "Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Simon Petrus: 'Es ist der Herr!'" Johannes merkt es: "Das ist Jesus selbst." Johannes hatte Jesus nicht gleich sofort erkannt. Johannes hatte mehr mit Jesus Zeit verbracht als wahrscheinlich alle anderen Jünger. Er hatte die größten Geheimnisse von Jesus erfahren, er hatte sich am meisten für Jesus interessiert, war ihm am nächsten gekommen, auch rein zwischenmenschlich. Und trotzdem hat er hier zuerst Jesus nicht erkannt. Es kann uns gut passieren, auch wenn wir eine tolle Beziehung mit Jesus haben, dass wir oft gar nicht merken, wie nah er uns ist und was er alles für uns tut.

[10:46] Johannes ruft zu Simon Petrus: "Es ist der Herr!" Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er das Obergewand um sich, denn er war nur im Untergewand, und warf sich in den See. Petrus möchte zu Jesus. Was ist deine Reaktion, wenn du merkst, dass Jesus gegenwärtig ist? Ist dir schon mal passiert, dass du redest mit einem Menschen, plötzlich merkst du, dass die Gedanken, die dir kommen, dass die Worte, die dir kommen, von Jesus kommen? Du möchtest einem Menschen helfen, plötzlich hast du eine Idee, du merkst plötzlich, dass du mit deinen Worten, mit deiner Gegenwart, mit deinem Zuhören plötzlich einem Menschen hilfst, Jesus besser kennenzulernen, ihn zu trösten, für ihn da zu sein. Du merkst plötzlich, dass Jesus gegenwärtig ist. Du bist vielleicht niedergeschlagen, plötzlich merkst du, dass Gott dich tröstet durch Dinge, durch kleine Dinge, durch ein Wort, etwas, das dir plötzlich Mut macht, und du merkst: Jesus ist gegenwärtig. Er hat dir vergeben, er will dich zu sich ziehen. Du merkst plötzlich, du hast es zwar nicht verdient, aber er interessiert sich für dich. Was ist deine Reaktion? Kann man da ruhig sitzen bleiben und sagen: "Ach, na ja, egal"? Nein, wenn du merkst, Gott ist gegenwärtig – jedenfalls so geht es mir, und ich glaube, wahrscheinlich dir auch – da gibt es eine Reaktion. Wir möchten uns verneigen und sagen: "Danke, Herr, danke, Herr, ich bin eigentlich gar nicht würdig, dass du hier in der Nähe bist." Wir möchten unbedingt bei ihm sein. Petrus wirft sich in den See, er möchte zu ihm.

[12:12] Vers 8 und 9: "Die anderen Jünger aber kamen mit dem Schiff, denn sie waren nicht fern vom Land, sondern etwa 200 Ellen weit, und zogen das Netz mit den Fischen nach." Wie sie nun ans Land gestiegen waren, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und einen Fisch darauf liegen und Brot.

[12:37] Ein Kohlenfeuer. In Johannes 18, drei Kapitel früher, in Vers 18, heißt es: "Es standen aber die Knechte und Diener um ein Kohlenfeuer, das sie gemacht hatten, denn es war kalt, und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmte sich." Es gibt zwei Kohlenfeuer im Johannesevangelium: eines, das die Kriegsknechte gemacht haben, die Diener des Hohen Priesters, und eines, das Jesus gemacht hat. Es gibt ein Kohlenfeuer, an dem Petrus Jesus verleugnet, es gibt ein Kohlenfeuer, an dem Petrus zu Jesus findet und Petrus ihn einlädt. Ein Kohlenfeuer mitten in der Nacht, ein Kohlenfeuer, als der Morgen aufgegangen ist. Ein Kohlenfeuer, als Jesus dabei ist, gekreuzigt zu werden, ein Kohlenfeuer, als er als der Auferstandene zu den Jüngern sagt: "Kommt und frühstückt!"

[13:38] Jesus begegnet seinen Jüngern erneut. Vielleicht begegnet er auch dir heute erneut. Vielleicht hast du schon große Erfahrung mit ihm gemacht, vieles erlebt, aber du brauchst heute eine erneute Begegnung mit Jesus. Und wenn es am Frühstückstisch ist, vielleicht hörst du, siehst du dieses Video, während du isst, am frühen Morgen.

[14:05] In Vers 10 heißt es: "Jesus spricht zu ihnen: 'Bringt her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt.'" Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz auf das Land, voll großer Fische, 153. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht. Ein Wunder, ein übernatürlich guter Fang. Sie hatten das schon mal erlebt: die ganze Nacht nichts gefangen. In Lukas 5. Hier scheint Johannes vorauszusetzen, dass wir auch das Lukasevangelium kennen, denn diese Geschichte wird so bei Johannes nicht erzählt. Sie hatten die ganze Nacht gefischt und nichts gefangen. Lukas 5 Vers 5: "Und Simon antwortete und sprach zu ihm: 'Meister, wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen.'" Als Jesus gesagt hat in Vers 4 zu Simon: "Fahre hinaus auf die Tiefe und lasst eure Netze zu einem Fang herunter." Damals war folgendes Wunder passiert: Vers 6: "Und als sie das getan hatten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz begann zu reißen." Diesmal reißt das Netz nicht, einmal das Wunder ist noch größer.

[15:25] Was war die Reaktion in Vers 8 damals? "Als aber Simon Petrus das sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: 'Herr, gehe von mir hinweg, denn ich bin ein sündiger Mensch.'" Damals hatte Simon Petrus erkannt, dass er ein sündiger Mensch ist. Und trotzdem hat er noch eine ganze Reihe von vielen weiteren Sünden begangen. In der Gegenwart Jesu hat er erkannt: "Ich bin ein sündiger Mensch." Er wusste, ich brauche Jesus, aber sein weiteres Leben als Jünger Jesu hatte so manche Episode offenbart, wo er offensichtlich das vergessen hatte. Als Jesus ihm sagte: "Du wirst mich verraten", da ist ihm offensichtlich nicht durch den Kopf gegangen: "Ich bin ein sündiger Mensch." Er hat sich nicht an Jesus geklammert, hatte nicht Angst davor vor sich selbst, sondern hielt sich für ziemlich geeignet, für Jesus zu kämpfen. Aber ich glaube, in diesem Moment in Johannes 21 wird sich Simon erinnert haben, wie das damals war, als sie nach durchfischter Nacht ohne einen einzigen Fisch plötzlich auf Jesu Geheiß wieder etwas gefangen haben und gemerkt haben, dass Gott übernatürlich gewirkt hat. Wird sich daran erinnert haben, dass er damals zu den Füßen Jesu niederfiel mit den Worten: "Herr, geh weg von mir, geh von mir hinweg, denn ich bin ein sündiger Mensch." Jetzt hat er noch viel, viel, viel mehr Grund, diese Worte zu sagen. Jesus schändlicherweise nicht einmal, dreimal, trotz Warnungen dazwischen. Der Hahn krähte ja bereits einmal nach der ersten Verleugnung. Trotz ausreichend Zeit, ungefähr eine Stunde war zwischen der zweiten und dritten Verleugnung gewesen, er hatte ihn trotzdem immer weiter verleugnet, hatte geschworen, hatte sich verflucht. Nur der Blick von Jesus hat ihm das Leben, das ewige Leben, gerettet. Bin mir sicher, Simon Petrus hat bis in die tiefsten Fasern seines Körpers, seines Herzens, seines Denkens gespürt und gewusst: "Ich bin ein sündiger Mensch." Wie hat er sich gewünscht, dass all das nicht geschehen wäre!

[17:54] Johannes 21 Vers 12: "Jesus spricht zu ihnen: 'Kommt zum Frühstück!'" Jesus sagt zu den Jüngern: "Kommt zum Frühstück!" Hast du schon mit Jesus gefrühstückt? Früh am Morgen Zeit mit Jesus verbracht, all deine Sünde, all deine Schwachheit, all deine Schuld zu ihm gebracht? Kommt zum Frühstück! "Aber keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: 'Wer bist du?' Denn sie wussten, dass es der Herr war." Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen und ebenso den Fisch. Er meint das wirklich ernst: "Frühstückt mit mir!" Jesus ist nicht nur bei uns, wenn wir in die Gemeinde gehen, wenn wir die Bibel aufschlagen oder das Sabbatschulheft. Jesus will bei uns sein, wenn wir frühstücken, wenn wir uns Gedanken machen, was der Tag bringt, wenn wir nach einer schlaflosen Nacht mit Augenringen aufwachen. Jesus lädt uns ein: "Komm zum Frühstück!"

[19:09] Vers 13, Vers 14: "Das war schon das dritte Mal, dass sich Jesus seinen Jüngern offenbarte, nachdem er aus den Toten auferweckt war." Nein, es war nicht das allererste Mal, dass sie ihn sahen. Sie hatten ihn schon gesehen in seinem verherrlichten Körper. Sie hatten schon plötzlich, schon an dem Sonntag, als er auferstanden war, abends plötzlich ihn in ihrer Mitte gehabt. Selbst nach zwei Erscheinungen ist es für die Jünger noch immer ungewöhnlich, Jesus wieder zu sehen. Und sie frühstücken, sie essen das Brot und sie essen von den Fischen. Wahrscheinlich nicht alle 153.

[20:03] Vers 15: "Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: 'Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese?'" Spricht zu ihm: "Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe." Er spricht zu ihm: "Weide meine Lämmer." Simon hat von sich selbst geglaubt, dass er Jesus mehr liebt als Johannes und mehr liebt als Nathanael und mehr liebt als Matthäus. Dass auch wenn alle anderen Jesus verlassen, er würde bis in den Tod für ihn gehen. Und so fragt ihn Jesus: "Liebst du mich mehr als diese?" Vers 16: "Wiederum spricht er zum zweiten Mal zu ihm: 'Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich?'" Er fragt ja nicht mehr: "Liebst du mich mehr als andere?", er fragt nur: "Liebst du mich?" Er antwortete ihm: "Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe." Spricht zu ihm: "Hüte meine Schafe." Und das dritte Mal fragte ihn: "Simon, Sohn des Jonas, hast du mich lieb?" Und das Griechische ist hier nicht mehr "agapeo", die tiefe, aufopferungsvolle Liebe, sondern die freundschaftliche "phileo", die freundschaftliche Liebe so zwischen zwei Freunden. Mit anderen Worten: "Hast du mich mehr lieb? Liebst du mich mehr als alle anderen? Liebst du mich? Hast du mich lieb?" Und Simon versteht. "Da wurde Petrus traurig, dass er ihn das dritte Mal fragte: 'Hast du mich lieb?'" Da sprach zu ihm: "Herr, du weißt alle Dinge, du kennst die Vergangenheit, du kennst die Zukunft, du weißt, was in meinem Herzen vor sich geht. Du weißt, dass ich dich lieb habe." Jesus spricht zu ihm: "Weide meine Schafe." Jesus hatte ihn gewarnt, aber er hatte die Warnung nicht ernst genommen, er hat sie nicht hören wollen, er dachte, Jesus übertreibt. Aber jetzt weiß er: Jesus hat nicht übertrieben. Jesus wusste ganz genau, dass die Liebe, die Petrus für ihn hatte, noch längst nicht so stark war, wie Petrus dachte. Er dachte, dass seine Liebe so stark ist, dass er mehr Jesus liebt als alle anderen. In Wirklichkeit war seine Liebe so schwach, dass sie angesichts des Gruppendruckes römischer Soldaten und fremder Personen in sich zusammensank. Er war nicht bereit, für Jesus in den Tod zu gehen. Jesus kannte ihn besser als er sich selbst.

[23:05] Vergeben. Petrus, der damals gesagt hatte: "Herr, ich bin ein sündiger Mensch", erkennt jetzt, wie tief er von Jesus durchleuchtet wird. Lieber Freund, liebe Freundin, es gibt absolut gar keine Herzenskammer, keinen Gedanken, kein Motiv, keine Assoziation, nichts, was uns betrifft, was Gott nicht völlig wüsste. Wir handeln aber meistens so, als ob es Dinge gäbe, die Gott nicht wüsste, die wir besser wissen als er. Vielleicht haben sich einige Jünger gefragt, ob man Simon Petrus noch als Apostel gebrauchen kann. Er, der öffentlich Jesus abgesagt hatte, mit einem Fluch geschworen hatte, dass er Jesus nicht kennt – kann der noch einer der Gemeindeleiter sein in der entstehenden weltweiten Gemeinde der Christen? Jesus sagt in Vers 15: "Weide meine Lämmer." Er sagt in Vers 16: "Hüte meine Schafe." Er sagt in Vers 17: "Weide meine Schafe." Jede Frage und jede Antwort entgegnet Jesus: "Wirke für mich, arbeite für mich!" Er setzt ihn wieder in den Dienst ein. Jesus hat Petrus vergeben, und er vergibt ihm nicht einfach nur so privat, sondern er vergibt ihm so und setzt ihn öffentlich wieder in den Dienst, damit auch alle anderen – Johannes und Nathanael und Matthäus und Thomas – dass sie alle wissen: Wenn Petrus jetzt wieder predigt, wenn Petrus jetzt wieder Gemeindeleitungsaufgaben übernimmt und wenn Petrus jetzt wieder für Gott aktiv ist, dann nicht, weil er selbst gerufen worden, sich selbst gerufen hat, sondern weil Gott ihn gerufen hat. Gott ist gut. Er lädt uns zum Frühstück, um uns wiederherzustellen. Er sieht unsere aktuelle Not, er sieht die tiefe Not. Er sieht, dass wir kein Essen haben, aber er sieht auch, dass wir Vergebung brauchen. Er schenkt übernatürlich viele Fische, um deutlich zu machen, dass seine Gnade alles übertrifft, was wir uns vorstellen können. Hast du mit Jesus gefrühstückt? Hast du die Erfahrung gemacht, dass Jesus dich wiederherstellt? Ist es vielleicht eine Zeit, dass wir ihm erneut begegnen, wiederum seine Offenbarung sehen, hören?

[26:07] Vers 18 und 19: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst." Dies aber sagt er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Nachdem er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: "Folge mir nach!" Das, was er ganz am Anfang den Jüngern sagte, sagt er jetzt zu Petrus wieder. Wir fangen von vorne an, wir machen weiter, du kommst wieder zurück, du bist wieder hergestellt. Und er offenbart ihm auch taktvoll, dass er die Wiederkunft nicht erleben wird, dass er sterben wird.

[26:54] erleben wird, dass er sterben wird, sogar wie er sterben wird. Er kennt die ganze Lebensgeschichte. Als Simon zu ihm kam, hat Jesus ihm in die Augen geschaut, hat alles gesehen: seine ganze Vergangenheit und seine ganze Zukunft.

[27:07] Wir haben damals gelesen in Johannes 1 und dort Vers 40: Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden!“ Das heißt übersetzt: „Den Gesalbten.“ Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: „Du bist Simon, Jonas Sohn. Du sollst Kefas heißen!“ Das heißt übersetzt: „Ein Stein.“

[27:43] Jesus kennt unsere Vergangenheit, er kennt unsere Zukunft. Und wenn wir zu Jesus kommen, wenn wir uns aus dem Boot werfen, um bei Jesus zu sein, wenn wir uns an seinen Füßen festhalten und wenn wir sagen: „Geh hinweg, ich bin ein sündiger Mensch!“, ihn festhalten, weil wir sagen, wie Jakob: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich!“, dann werden wir die Gnade Gottes sehen.

[28:09] Weißt du, dass Gottes Gnade weit über das hinausragt, was ich mit meinen Worten beschreiben könnte? Gottes Liebe und Gnade sind so viel größer, so viel umfassender als alles, was wir sonst menschlich erfahren können. Ich habe Gottes Gnade erlebt, immer wieder in meinem Leben. Gott stellt wieder her, das ist ein Wunsch. Wollen wir das in Anspruch nehmen? Wollen wir das wahrnehmen, ernst nehmen, sodass wir es nicht mit Füßen treten, was Gott uns schenkt?

[29:01] Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: „Herr, wer ist der dich verrät?“ Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: „Herr, was ist aber mit diesem?“

[29:15] Petrus hat gehört, was in seinem eigenen Leben passieren wird. Er hat gehört, wie er sterben wird. Und jetzt sieht er Johannes, der ja immer mindestens genauso nah bei Jesus war wie er. Die beiden haben sich immer mal wieder ein Rennen geliefert, wer näher bei Jesus ist. Und zumindestens bei der Frage, wer zuerst beim Grab war, hatte Johannes das Rennen gewonnen, war zuerst beim Grab gewesen, hat reingeschaut, dann kam Petrus.

[29:44] Die beiden haben am meisten mit Jesus Zeit verbracht. Und als Petrus jetzt hört, was Jesus zu ihm gesagt hat, geht sein Gedanke zu Johannes und denkt: „Was ist mit diesem? Was denkst du über ihn? Was ist dein Plan mit ihm?“ Wie oft wollen wir wissen, was Gott über andere denkt, was er mit anderen geplant hat? Wir vergleichen uns vielleicht mit anderen und sagen: „Ja, ich bin... was ist mit dem?“

[30:06] Die Antwort von Jesus ist eine Antwort an uns alle. Vers 22: Jesus spricht zu ihm: „Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!“

[30:22] Nun, es ist missverstanden worden, was Jesus gesagt hat. Vers 23 klärt dieses Missverständnis auf: „Daher kam dieses Wort auf unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und doch hatte Jesus nicht zu ihm gesagt, er sterbe nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?“ Da muss man, da sieht man, wie wichtig es ist, genau zu lesen, genau zuzuhören.

[30:40] Johannes klärt das auf. Die haben viele gedacht, das muss ja bedeuten, Johannes stirbt nicht, zumal er auch der letzte war, der noch lebte von allen Aposteln, länger alle überlebte und so sich ja vielleicht dachte: Jesus kommt wieder, bevor er stirbt. Aber das hatte Johannes nie, das hatte Jesus nie gemeint und Johannes auch nicht so verstanden.

[31:02] Der Punkt war: Jesus sagt, wenn es denn so wäre, dass Johannes noch ein paar Jahrhunderte lebt, zehntausende, wenn es denn so wäre, dass er bis zur Wiederkunft lebendig bleibt, was, das betrifft dich doch nicht! Entscheidend ist, dass du gerettet wirst, dass du mir nachfolgst. Wenn ein anderer länger lebt als du, spielt das keine Rolle für dich. Wenn ein anderer gesünder ist als du, spielt das keine Rolle. Wenn ein anderer mehr Talente von Gott bekommen hat, wenn ein anderer mehr missionarischen Erfolg hat, ist das nicht deine Sache. „Folge du mir nach!“, sagt Jesus zu mir und zu dir.

[31:36] Wir vergleichen uns zu viel. Das war eines der Hauptprobleme der Jünger. Sie haben sich immer verglichen und gefragt: „Wer hatte jetzt den größten Glauben? Wer hat die beste Position verdient?“ War nicht das ist, was sie noch bis kurz vor der Kreuzigung diskutiert haben: „Wer hat den höchsten Posten?“ In der Aussage von Petrus: „Wenn dich alle anderen verlassen, ich werde bei dir bleiben“, spiegelt sich genau dieses Denken: „Ich bin weiter als die anderen.“

[32:07] Und Jesus versucht, ihm höflich dieses Denken auszutreiben. Sagt: „Pass auf, dein ewiges Leben hängt daran, wie du zu mir stehst.“ Statt auf andere zu schauen, müssen wir auf Jesus schauen und unser Leben mit dem Leben von Jesus in Harmonie bringen.

[32:34] Hast du mit Jesus gefrühstückt? Ist es nicht Zeit, dass wir wieder eine neue Begegnung mit Jesus haben, dass wir uns neu fokussieren, wegschauen von anderen Menschen, über die wir uns vielleicht ärgern oder wo wir uns wundern, was Gott wohl dazu sagt, dass wir hinschauen auf Jesus und seine unverdiente Gnade, seine Vergebung für meine Sünden in Anspruch nehmen, sodass wir tatsächlich die Lämmer und die Schafe für Jesus weiden können, dass wir ganz egal, wo Gott uns hinstellt, als wiederhergestellte Mitarbeiter Jesu seine Liebe und seine Gnade weitergeben dürfen?

[33:28] Vers 24: Das ist der Jünger, der von diesen Dingen Zeugnis ablegt und dies geschrieben hat. Und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. Es sieht so aus, als ob hier noch andere ein Zeugnis, dieser Vers, ein Zeugnis von anderen beinhaltet, die sozusagen die Wahrhaftigkeit des Berichtes von Johannes verbürgen.

[33:50] Dann kommt Vers 25: „Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat, und wenn sie eines nach dem anderen beschrieben würden.“ Oh, was würde ich dafür geben, das zu haben! Ein chronologischer Bericht des Lebens Jesu. Weil Johannes sagt uns, so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären. Amen.

[34:12] Und so darf ich mich begnügen und du auch mit dem, was uns überliefert ist, was Matthäus, Markus, Lukas und Johannes aufgeschrieben haben. Und wenn wir diese Geschichte, wie diese hier, genau anschauen, merken wir, wir brauchen gar nicht mehr. Wir brauchen das immer und immer wieder.

[34:33] Wir brauchen eine Begegnung mit dem freundlichen Jesus, der schon da ist, der uns einlädt, der sich für unsere körperlichen, mentalen, alltäglichen Bedürfnisse interessiert, uns hilft, mehr schenkt, als wir eigentlich brauchen. Aber das ein großes Ziel ist, dass wir endlich uns selbst, dass wir endlich erkennen, wie schwach wir sind und wie sehr wir ihn brauchen, dass wir endlich seine Vergebung in Anspruch nehmen und die Wiederherstellung, die er schenkt.

[35:16] Lasst uns mit Simon Petrus mit Jesus frühstücken. Und wenn uns Jesus offenbart, dass unsere Liebe nicht so stark ist, wie wir dachten, dann wird uns das beschämen, dann wird uns das zur Reue führen und es wird uns neu motivieren, Jesus mehr lieb zu haben. Denn darum geht es. Es geht darum um Jesus. Oder es geht doch bei all dem, was wir hier studieren, geht es doch um Jesus und ihm zu folgen. Lieber Freund, liebe Freundin, ich möchte Jesus folgen. Du auch?

[36:00] In Johannes 15, und damit wollen wir dieses Studium abschließen, sagt uns Jesus, wie das nicht eine Eintagsfliege bleibt, sondern wie diese Entscheidung verstetigt wird. Das ist, was ich mir so sehr wünsche, dass ich nicht ab und zu bei Jesus bin, sondern dass ich bei Jesus bleibe und wachse.

[36:21] In Johannes 15, damals auf dem Weg nach Gethsemane, hat Jesus, als er an einem Weinberg vorbeikam, im Dunkeln und überschattet von den Ereignissen, die bald kommen werden, seinen Jüngern folgende unsterbliche, tröstliche Worte gesagt. Er sagte in Johannes 15, Vers 1: „Ich bin der wahre Weinstock.“ Ja, Israel war ein Weinstock, den Gott aus Ägypten genommen hat und den in Kanaan eingepflanzt hat. Der war der Weinberg, für den Gott alles getan hatte. Aber Israel war nur ein Typus auf Jesus. Jesus ist der wahre Weinstock.

[36:57] Und er sagt: „Mein Vater ist der Weingärtner.“ Gott selbst trägt Sorge dafür, dass wir in Jesus bleiben und so Frucht entsteht. Gott der Vater ist nicht der unbeteiligte Zuschauer, der einfach nur zuguckt und schaut, ob es denn klappt, ob wir uns denn genug anstrengen und ob wir es am Ende hoffentlich schaffen. Nein, er selbst arbeitet an uns, dass wir in Jesus bleiben. Gott der Vater selbst ist der aktive Weingärtner. Gott selbst, der Vater, möchte, dass du und ich in Jesus bleiben.

[37:29] Wenn wir uns also die Frage stellen, wie kann ich in Jesus bleiben? Vielleicht hast du auch die Erfahrung gemacht wie ich, dass es so leicht ist, den Kontakt zu Jesus zu verlieren, so leicht ihn aus den Augen zu verlieren, so leicht wieder in alte Muster zu rutschen oder alte Gedanken wieder hochkommen zu lassen. Wenn du dich fragst, wie es ist möglich, bei ihm zu bleiben, dann wisse, du hast den größten, stärksten, besten Alliierten auf deiner Seite, der genau das will, der genau dein Anliegen teilt: Gott den Vater. Es gibt keinen größeren, keinen stärkeren, keinen Mächtigen, keinen, der mehr über dich weiß und mehr dir helfen kann als Gott der Vater. Du hast den besten Mitarbeiter, wenn es darum geht, in Jesus zu bleiben: Gott der Vater selbst.

[38:09] „Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg. Jede aber, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.“ Gott der Vater begutachtet, ob wir Früchte bringen oder nicht. Und übrigens, er schneidet nicht die kleinen Früchte weg. Er sagt nicht: „Die Frucht ist zu klein, sie ist zu schwach, die nichts.“ Nein, er schneidet nur die Reben weg, die gar keine Frucht bringen. Gott beurteilt zwar, wie groß und wie schön die Frucht ist, aber wenn da Frucht ist, dann arbeitet er daran, dass die Frucht größer wird, dass es mehr Frucht gibt. Wenn die Frucht noch klein und schwach ist, dann schneidet er uns nicht weg, sondern er sorgt dafür, er arbeitet an uns, dass es mehr Frucht gibt. Er reinigt uns.

[38:52] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn deine Frucht nur klein ist, wenn sie noch schwach ist, wenn sie nicht so gut ist, wie du dir gehofft hast, aber das Frucht. Und wenn es ein wenig Frucht ist, dann wisse, Gott arbeitet daran, dass es mehr Frucht gibt. Gott wird dich nicht wegschneiden, weil deine Frucht nicht groß genug ist. Er wird die wegschneiden, die behaupten, Frucht zu haben und keine haben. Er sortiert nicht die schwachen Christen aus, er sortiert die Heuchler aus.

[39:16] Vers 3: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.“ Wenn wir die Worte Jesu annehmen, sind wir rein durch das Wort, das Jesus gesprochen hat. Er hatte das bereits vorher gesagt in Vers 10 von Kapitel 13: „Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat es nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen die Füße, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.“

[39:47] Einer lebte in bewusster, verheimlichter Sünde. Einer war ein Heuchler. Die anderen waren schwach. Die anderen hatten zwar Früchte, aber die Früchte waren noch ziemlich unreif oder nicht besonders groß oder sie dachten viel größer von ihren Früchten, als sie waren. Wir denken an Petrus und die anderen Apostel. Aber sie waren aufrichtig und Gott hat sie gereinigt. Manchmal war der Schneideprozess sehr schmerzhaft, aber sie alle haben danach noch mehr Frucht gebracht. Der eine, der weggeschnitten wurde, war Judas, der nur so tat, als ob, der aber innerlich etwas ganz anderes wollte und sich von Jesus innerlich distanziert hatte.

[40:45] Die anderen hatten das Wort Jesu angenommen, einer hat es innerlich verachtet. Hast du das Wort Jesu angenommen? Dann darfst du wissen, dass Gott der Vater nichts unversucht lassen wird, damit deine Frucht immer größer und schöner wird.

[41:00] Vers 4: „Bleibt in mir und ich in euch, gleich wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.“

[41:11] Vers 5: „Ich bin der Weinstock, ich bin der Weinstock“, sagt er, „und ihr seid die Reben. Ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“

[41:23] Lieber Freund, liebe Freundin, ohne Jesus sind wir nichts. Wir können nichts von dem vollbringen, was in Galater 5, Vers 22 uns als Frucht des Geistes beschrieben wird. Hast du schon mal versucht, aus eigener Kraft das zu tun, was hier steht? Galater 5, Vers 22: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“

[41:50] Lieber Freund, liebe Freundin, ohne Jesus kannst du nichts davon dauerhaft in deinem Leben haben, nichts. Aber mit Jesus wird diese Frucht wachsen. Nur mit Jesus ist das möglich. Getrennt von ihm können wir nichts tun. Und deswegen scheitern wir so oft, weil wir versuchen, Gott zu beeindrucken, weil wir versuchen, etwas selbst zu tun, um irgendwie Applaus bei Jesus zu bekommen, weil wir so toll sind, aber das wird immer scheitern. Wir müssen es uns von Jesus schenken lassen, bei ihm bleiben, aus Dankbarkeit es in Anspruch nehmen, ausleben, was er uns vorgelebt hat, in seinen Fußtritten gehen, die Werke tun, die er zuvor, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir in denen wandeln sollen. Wenn wir in ihm bleiben, verbunden mit ihm, dann werden wir Frucht bringen und zwar viel Frucht.

[42:35] Vers 6: „Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt, und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen.“ Ohne Jesus gehen wir verloren.

[42:53] „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.“ Was bedeutet es, in Jesus zu bleiben? Es bedeutet, in seinem Wort zu bleiben. Es bedeutet, da aus dem zu leben, aus jedem Wort, das aus Gottes Mund hervorgeht, das Wort zu nehmen, daraus zu glauben, dass es die Wahrheit beschreibt, zu leben, als ob es wahr ist, so dass wir erleben, dass es wahr ist. So bleiben wir bei Jesus. Wir müssen ihn und sein Wort kennen, er uns offenbart. Und wenn wir uns wirklich für ihn interessieren, interessieren wir uns für das, was er gesagt hat.

[43:23] Es gab Menschen damals, die studierten die Bibel, aber sie interessierten sich nicht für Jesus. Johannes 5, Vers 39: „Ihr forscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.“ Es gab damals Menschen, die interessierten sich für die Bibel, aber nicht für Jesus. Heute gibt es manchmal Menschen, die interessieren sich für Jesus, aber nicht für die Bibel. Wenn du bei Jesus bleiben willst, musst du dich für sein Wort interessieren. Und wenn du bei ihm bleiben willst, musst du in seinem Wort nach ihm suchen und durch das Wort zu ihm gehen und über ihn lernen und bei ihm bleiben. Denn das Wort Gottes weiß von der ersten Seite bis zur letzten, von: „Im Anfang sprach Gott, im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“, bis zur Offenbarung 22, wo es heißt: „Ja, komm, Herr Jesus! Und die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen.“ Vom Anfang bis zum Ende weist sie auf Jesus hin. Wenn wir dabei bleiben und daran glauben und Jesus lieb haben, dann bleiben wir in ihm.

[44:23] Vers 8: Dann werden wir Gebetserfahrung erleben, wie es hier steht in Vers 7: „So werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.“ Vers 8: „Dadurch wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“ Gott wird verherrlicht dadurch, dass wir als die Schüler Jesu viel Frucht bringen, viel Gnade, viel Freude, viel Liebe, viel Sanftmut, viel Geduld, viel Selbstbeherrschung. Das verherrlicht Gott den Vater.

[44:50] Vers 9: „Gleich wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch.“ Haben wir eine Ahnung, wie sehr Gott der Vater Jesus liebt? Sie, die seit Ewigkeiten in sündloser Harmonie immer zusammen gewesen sind. Diese Liebe überschreitet alles, was wir uns vorstellen können. Jesus sagt: „Mit dieser Liebe liebe ich euch“, ohne Einschränkung, unendlich. Aber wir müssen uns entscheiden, diese Liebe anzunehmen und wir müssen uns entscheiden, in ihr zu bleiben. Denn Liebe zwingt niemanden. Liebe ist immer eine... letztlich funktioniert sie nur, wenn sie von beiden Seiten freiwillig kommt. Ansonsten ist es eine einseitige Sache. Ansonsten werden wir angestrahlt von der Liebe, der wir uns aber entziehen und deswegen von ihr nicht profitieren. Wir können von der Liebe nur profitieren, wenn wir in ihr bleiben.

[45:42] Wie bleiben wir in ihr? Vers 10: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleich wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.“ Jesus hat seine Verbindung zum Vater aufrechterhalten, indem er seine Gebote hielt. Indem wir Gottes Gebote aus Liebe halten, halten wir auch die Verbindung zu ihm. Sein Gehorsam, Jesu Gehorsam, ist das Vorbild für unseren Gehorsam. Gehorsam bedeutet Gemeinschaft. Und das ist, was wir lernen müssen. Wenn wir Gott gehorchen, haben wir Gemeinschaft mit ihm. Wir sehnen uns so oft nach Gemeinschaft mit ihm und glauben, es könnte eine Gemeinschaft ohne Gehorsam geben. Aber wie soll das möglich sein? Wenn wir gehorchen, haben wir Gemeinschaft mit ihm, denn wir dürfen erfahren und glauben, dass er das Beste für uns will.

[46:37] Vers 11: „Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.“ Wenn wir das annehmen, ist das die beste Entscheidung unseres Lebens. Dann werden wir dauerhaft große Freude haben. Zu viele Christen haben zu wenig Freude. Jesus hat gesagt, wenn ihr das tut, was hier steht, werdet ihr Freude haben, ihr werdet große Freude haben und diese Freude wird bleiben, nicht einfach so ein kurzer Kick, ein kurzer emotionaler Höhepunkt, wenn man irgendwie vielleicht was Tolles gelernt hat, sondern eine dauerhafte Freude inmitten dieser sündigen Welt.

[47:11] Paulus sagt nicht ohne Grund in Philipper Kapitel 4 und dort Vers 4: „Freut euch im Herrn alle Zeit! Abermals sage ich: Freut euch! Der Friede Gottes, Vers 7, der allen Verstand übersteigt, er wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.“

[47:30] Lasst uns in Jesus bleiben, auch wenn sich dieses Studienheft schließt, auch wenn dieses Thema beendet wird. Lasst uns nicht unsere Beziehung zu Jesus beenden, die soll bleiben. Wir wollen in ihm bleiben, wie die Rebe im Weinstock. Und wenn wir verstehen, dass alles, was wir sind und haben, von Jesus kommt, jeder gute Gedanke, jeder richtige Impuls ein Geschenk Gottes ist, jeder gute Charakterzug allein durch Jesus kommt, dann werden wir mehr als genug haben, ihm zu danken und verstehen, wie abhängig wir von ihm sind. Möchtest du diese Freude haben?

[48:15] Ein letzter Vers für diese Lektionsreihe in Johannes 12 und dort Vers 32. Dort lesen wir, wie Jesus sagt in Vers 32: „Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.“ Wir wissen, was das bedeutet, dass er von der Erde erhöht werden soll. Denn wir wissen aus Johannes 3, dass dort stand in Johannes 3 und dort Vers 14: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht“

[48:49] damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Wenn er erhöht wird am Kreuz von Golgatha, zieht er alle Menschen. Die Frage ist nur: Sind sie bereit, auch zu glauben? Wenn wir über Jesus sprechen als den gekreuzigten Jesus im Johannesevangelium, Jesus in der ganzen Bibel, dann wird das einen Einfluss auf jeden Menschen haben. Und du und ich werden durch das Kreuz angezogen, sanft gezogen, eingeladen mitzumachen, eingeladen zu kooperieren mit der Kraft Gottes, die die Kraft hat, uns genau in die richtige Richtung zu bringen. Eingeladen zu glauben, dass Gott schon längst angefangen hat, in uns zu wirken, so wie er das dem Nikodemus sagt. Wir müssen nichts initiieren, wir müssen realisieren, dass Gott schon längst an uns angefangen hat zu wirken und ihm dankbar sein, ihm glauben und ihm folgen. Und dann sind wir gerettet und dann werden wir auf dem Weg bleiben, solange wir das Kreuz schauen.

[50:10] Möchtest du heute mit Jesus leben, dein ganzes Leben ihm anvertrauen, realisieren, dass er schon angefangen hat, dich zu retten, dass er schon angefangen hat, dich zu segnen, dass er schon angefangen hat, an deinem Leben zu wirken, dich zu ziehen, dass er schon für dich gestorben ist und schon längst seinen Heiligen Geist gesandt hat? Möchtest du ihm glauben? Möchtest du ihm vertrauen und dich allein auf ihn verlassen?

[50:44] Ich möchte heute diese Entscheidung erneuern. Du auch? Lass uns gemeinsam beten.

[50:50] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Herr, wir realisieren, dass du mehr für uns tust, als wir das in der Regel uns überhaupt vorstellen. Und Herr, wir wünschen uns so sehr, dass wir bei dir bleiben. Wir haben heute gelernt, lieber Vater, dass du selbst aktiv dafür arbeitest, dass wir in Jesus bleiben. Und Herr, wenn wir uns gegen dich entschieden haben in der Vergangenheit, haben wir eigentlich jedes Mal dagegen dein Wirken gehandelt. Und Herr, dafür möchten wir uns von ganzem Herzen bitten, möchten dich bitten, dass wir lernen, auf dich zu vertrauen. Danke für all das, was du getan hast. Danke, dass Jesus am Kreuz von Golgatha für mich, für uns alle gestorben ist und danke, dass wir dadurch Frieden haben dürfen. Danke, dass unsere Sünden abgewaschen sind und danke, dass du uns wiederherstellst, wieder einsetzt und uns zeigst, wie sehr du uns lieb hast. Wir wollen dich kennen aus deinem Wort, leben heute und morgen und jeden weiteren Tag. Amen.

[52:12] Damit endet diese Serie. Nächste Woche werden wir mit einer neuen Serie beginnen. Ihr dürft gespannt sein auf spannendes Bibelstudium, tiefgreifende Gedanken, wenn wir uns über die verschiedenen Aspekte des Evangeliums eingehender Gedanken machen werden, Gottes Liebe und Gerechtigkeit, seinen Charakter eingehender studieren werden. Möge Gott euch segnen und viel Freude schenken im Studium seines Wortes.

[52:58] Amen. [Musik]


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