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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2024 4th Nr 4   <<<

In dieser vierten Folge der Christ Study Hour über Jesus im Johannesevangelium beleuchtet Christopher Kramp die Zeugnisse von Christus als dem Messias. Der Fokus liegt auf Johannes dem Täufer, der Jesus als das Lamm Gottes identifiziert und dessen Identität tief in der Heiligen Schrift verwurzelt ist. Die Sendung des Johannes, den Weg für Jesus zu bereiten, wird ebenso thematisiert wie die Demut Jesu, der bereits vor seiner öffentlichen Wirksamkeit das Erlösungswerk begonnen hat.


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Serie: Christ Study Hour 2024 Q4: Jesus im Johannesevanhelium

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Transkript

[0:37] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt auch ein herzliches Willkommen allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort zur vierten Folge unserer Serie über Jesus im Johannesevangelium. Heute soll es um Zeugnisse gehen, Zeugnisse von Christus als dem Messias. Es soll darum gehen zu sehen, wie verschiedene Menschen Jesus getroffen haben und durch Wort und Tat bezeugt haben, was sie mit ihm erlebt haben, dass sie ihn als den Messias angenommen haben, oder dass wir durch die Geschichten sein Handeln und sein Wirken als Messias erkennen können. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 26. Oktober. Wir werden viel Zeit im ersten Kapitel von Johannes verbringen und uns dann auch noch, wenn die Zeit es erlaubt, zum dritten Kapitel bewegen.

[1:42] Bevor wir beginnen, möchten wir Gott einladen, dass er unser Studium segnet, dass wir nicht nur lesen und hören von Menschen, die Jesus bezeugt haben, sondern dass wir selbst zu Zeugen seiner Güte, seiner Gnade, seiner Wahrheit werden, dass wir seine Liebe erfahren und weitergeben, dass wir, dass du und ich, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir Jesus als Christus bezeugen. Er hat so viel Gutes in meinem Leben getan. Heute an diesem Tag hat er mich so gesegnet. Ich möchte das bekennen und ich glaube, dass du das auch bekennen kannst und möchtest. Und gemeinsam wollen wir Gott einladen, dass er jetzt in den kommenden Minuten unseren Glauben stärkt und uns ermutigt, für Jesus Zeugnis zu geben. Lasst uns gemeinsam beten.

[2:37] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen. Danke, dass wir im Johannesevangelium Jesus in all der Schönheit seines Charakters, in all der Tiefe seiner Gedanken, all der Gnade seiner Handlung, dass wir Jesus in diesem Johannesevangelium so deutlich sehen können. Es sei ein helles Licht, das unser Herz bescheint. Wir wollen uns zu diesem geistlichen Licht wenden, wir wollen uns zu Jesus wenden. Wir möchten dich bitten, dass du uns in den kommenden Minuten im Johannesevangelium zeigst, wie Jesus wirklich ist. Ihm wollen wir vertrauen, ihm folgen, durch ihn leben und dadurch einmal auch für immer bei dir sein. Das bitten wir in seinem Namen, weil er jetzt für uns eintritt. Amen.

[3:34] Wir beginnen heute in Johannes Kapitel 1 ab Vers 19. Es ist dies sozusagen die erste Geschichte, wenn man so möchte, im Johannesevangelium. Es beginnt ja in der Ewigkeit in Vers 1. Wir haben diese Verse das letzte Mal ausführlich angeschaut und in Vers 19 finden wir jetzt die erste, tatsächlich erste Handlung, die man jetzt nachvollziehen kann, die Johannes beschreibt, die ersten Gespräche, die ersten Dialoge mit Menschen, die hier aufeinandertreffen. Vers 19: „Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du?“ Da kommt eine Gesandtschaft aus Priestern und Leviten. Wir wissen aus 5. Mose 17, Vers 9 bis 11, dass sie die Bibel sehr gut kennen sollten. Sie sollten auch in schwierigen Fällen wissen, was die Bibel zu sagen hat. Die Kombination von Priestern und Leviten kommt im gesamten Neuen Testament nur hier vor. Sie kommen zu ihm und fragen ihn diese entscheidende Frage nach seiner Identität: „Wer bist du?“

[5:04] Diese Frage nach der Identität ist die Gelegenheit für Johannes, Zeugnis zu geben. Oft werden auch wir gefragt, was wir genau glauben, zu welcher Glaubensgemeinschaft wir gehören, wie wir uns geistlich identifizieren. Das ist eine Gelegenheit, Jesus zu bezeugen. Später in Johannes 5, Vers 33, macht Jesus deutlich, dass diese Delegation direkt vom Sanhedrin, vom obersten Gerichtshof des jüdischen Volkes in der Zeit, kam. Das war keine kleine Delegation. Johannes soll sich hier sozusagen vor den Abgesandten der höchsten Instanz rechtfertigen. Er selbst war aus priesterlichem Geschlecht, er hätte durchaus auch den Anspruch gehabt, Priester werden zu können. Er wird gefragt: „Wer bist du?“

[5:59] Übrigens, wenn im Johannesevangelium von „den Juden“ die Rede ist, dann ist damit meistens die Oberschicht des judäischen, des jüdischen Volkes gemeint, was man oft daran sehen kann, dass eine Menge daneben noch erwähnt wird, eine Volksmenge, wo es ja auch viele jüdische Menschen gegeben hat. Vers 20: „Und er bekannte und leugnete es nicht, sondern bekannte dieses Wort.“ „Bekannte“ ist jetzt hier zweimal erwähnt, es wird besonders betont, das ist das Zeugnis. Er sagt: „Ich bin nicht der Christus.“ Emphatisch im Griechischen heißt es: „Ich bin nicht der Christus.“ Das impliziert, dass, obwohl er es nicht ist, jemand anderes es ist. Das Zeugnis von Johannes beginnt damit, dass er von sich selbst wegweist. Er steht im Mittelpunkt, alle schauen auf ihn, alle Augen sind auf ihn gerichtet. Der Sanhedrin selbst weiß nicht genau, wie sie mit diesem neuen Propheten umgehen sollen. Er hätte eine Revolution starten können, wenn er die Waffe in die Hand genommen hätte, um gegen die Römer zu ziehen. Tausende wären ihm gefolgt. Aber Johannes beginnt nicht erst in Kapitel 3 zu sagen: „Er muss zunehmen, ich muss abnehmen.“ Sein Zeugnis über Jesus beginnt damit, dass er es nicht ist.

[7:28] Vers 21: „Und sie fragten ihn: Was denn bist du Elia?“ Und er sprach: „Ich bin es nicht.“ „Bist du der Prophet?“ Gemeint ist die Stelle aus 5. Mose 18, Vers 15, wo Gott durch Mose das Kommen eines Propheten vorhergesagt hat, der so wie Mose sein würde. Und er antwortete: „Nein.“ Mit der Frage nach Elia war der Bezug zu Maleachi Kapitel 3 gegeben. Ganz am Ende von Maleachi wird das Kommen des Elias vorhergesagt. In Matthäus 11, Vers 13 und 14, wird deutlich, dass Johannes geistlich die Aufgabe des Elia gehabt hat, in einem geistlichen Sinne, so steht es auch in Lukas 1, Vers 17. Er war zwar nicht Elia selbst, denn viele dachten, dass damals Elia buchstäblich vom Himmel herabkommen würde. Er war eine Verkörperung der geistlichen Botschaft und der geistlichen Kraft, die den Dienst von Elia ausgezeichnet hatte. Aber selbst das konnte er für viele im Volk nicht sein. Seine Aufgabe war die Wiederherstellung und Bekehrung des Volkes, so wie es die Aufgabe von Elia damals zur Zeit von Ahab gewesen ist. Aber indem er von vielen abgelehnt worden ist, insbesondere von der Oberschicht, konnte er auch für sie nicht der geistliche Elia sein. Er konnte für sie seine Mission nicht erfüllen. Es fällt auf, dass die Antworten von Johannes in diesen Versen immer kürzer werden: von „Ich bin nicht der Christus“ zu „Ich bin es nicht“ zu „Nein“.

[9:23] Nun sprachen sie zu ihm: „Wer bist du denn?“ Erneut wird dieser Punkt jetzt hervorgehoben: „Ist deine Identität, damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben? Was sagst du über dich selbst?“

[9:43] Als Johannes gefragt wird, was seine Identität ist, da schaut er nicht in sein Innerstes, er konsultiert nicht seine Gefühle, er schaut nicht auf seine Familiengeschichte oder auf seine Umgebung, seine Herkunft. Wenn Johannes gefragt wird, was ist deine Identität, schaut Johannes in die Bibel. Die Heilige Schrift gibt ihm seine Identität. Und so kann es auch mit dir und mir sein, lieber Freund, liebe Freundin: Nicht unsere genetische Herkunft, nicht unsere Abstammung, nicht unsere geografische Umgebung, nicht unsere Kultur, nicht unser Beruf, unsere Wünsche, unsere Hobbys sollten unser im Kern ausmachen, sondern das Wort Gottes. Das Wort Gottes ist die einzige sichere Grundlage für eine Identität, die bis in die Ewigkeit reicht.

[10:45] Vers 23: Er sprach, Zitat: „Ich bin die Stimme eines Rufenden, die ertönt in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.“ Er nahm seine Identität aus der Bibel und wusste: Ich habe eine Aufgabe von Gott, um das Ankommen Gottes vorauszubereiten. Dieser Punkt wird nicht nur von Johannes berichtet, dass Johannes der Täufer sich als die Erfüllung von Jesaja 40 ab Vers 1 gesehen hat. Das wird von Matthäus berichtet, das wird von Markus berichtet, das wird von Lukas bestätigt und von Johannes hier noch einmal aufgegriffen. Es ist das erste Detail in den Evangelien, das von allen vier Evangelisten genannt wird. Und wer sich mit den Evangelien ein bisschen auskennt, weiß: Es gibt gar nicht so viele Geschichten, die von allen vier bestätigt werden. Das sind sicherlich Geschichten von besonderer Bedeutung.

[11:52] Auch Johannes sagt: „Ich bin eine Stimme.“ Aber Jesus in Johannes 1, Vers 1, er ist das Wort. Wir können eine Stimme für Gott sein, aber Jesus ist das Wort Gottes. Wenn wir ganz kurz zu Jesaja gehen, Jesaja 40, und diese Verse uns anschauen, aus denen Johannes der Täufer zitiert hat, dann lesen wir in Vers 1: „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.“ Auch hier die Wiederholung betont besonders: Bei dieser Botschaft geht es darum, Gottes Volk zu trösten. „Rede zum Herzen Jerusalems und ruft ihr zu, dass ihr Frondienst vollendet, dass ihre Schuld abgetragen ist, denn sie hat von der Hand des Herrn zweifaches empfangen für alle ihre Sünden.“ Gottes Botschaft, die uns trösten soll, soll unser Herz erreichen. Die Knechtschaft ist vorbei, das Ende des Exils – eine gute Nachricht, typologisch eine Nachricht vom Ende der Knechtschaft durch die Sünde. Vers 3: „Die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße unserm Gott.“ Der Rufende soll in der Wüste den Weg für Gott vorbereiten. Und Gott wird hier mit seinem Namen JHWH, in den deutschen Bibeln meistens mit „Herr“ wiedergegeben, angesprochen oder ausgedrückt, er wird hier genannt. Wenn Johannes nach dem ausdrücklichen Zeugnis aller vier Evangelisten die Erfüllung dieses Verses ist, dann hat er den Weg für JHWH, für den Gott des Alten Testamentes, bereitet. Aber ohne jeden Zweifel ist klar, dass Johannes den Weg für Jesus bereitet hat. Und auch das ergibt wieder die klare Schlussfolgerung, dass JHWH auch ein Name von Jesus ist und dass Jesus Gott ist und auch im Alten Testament zu uns spricht als das Wort Gottes, der den Vater offenbart.

[14:09] Vers 4: „Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden. Was uneben ist, soll gerade werden und was hügelig ist, zur Ebene.“ Das entsprach den Gepflogenheiten damals, wenn ein König auf dem Weg war, sollte ihm die Reise bequem gemacht werden. Es gibt eine Vorbereitung, bevor Jesus hier auf die Erde kam, sollte das Volk vorbereitet werden. Bevor Jesus wiederkommt in den Wolken des Himmels, braucht es eine Vorbereitung: die Arbeit des ersten Elia – Verzeihung, des zweiten Elia – und die Arbeit des dritten Elia, wenn wir an die biblische Typologie denken. Denn das Kommen des Elia erfüllt sich auch noch einmal am Ende der Zeit. Und wir können etwas lernen von diesem Vers: So wie Johannes in der Wüste den Weg bereitete für das erste Kommen von Jesus, so ist es unsere Aufgabe heute, in der Kraft und im Geist Elias das Kommen Jesu in den Wolken des Himmels vorzubereiten. Das Tal soll erhöht werden, jeder Berg und Hügel erniedrigt werden. Den Armen soll das Evangelium gepredigt werden, die Niedergeschlagenen sollen aufgerichtet werden, aber die hocherhabenen, stolzen sollen sich demütigen.

[15:19] Vers 5: „Und die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren und alles Fleisch miteinander wird sie sehen, denn der Mund des Herrn hat es geredet.“ Hier geht es um das Wort Gottes. Das sieht man auch in den nächsten Versen in Vers 6 bis 8 ganz deutlich. Und dann in Vers 9 bis 11 sieht man ganz deutlich, dass es um die Verkündigung des Evangeliums geht. Und man sieht dort auch, dass dort das erste Kommen Jesu und auch schon Gedanken des zweiten Kommens Jesu miteinander verbunden sind. Dieser Vers hier, Vers 5, erfüllt sich dann in Johannes 1, Vers 14: „Das Wort wird Fleisch und das Fleisch, die Menschen sehen Gottes Herrlichkeit.“ Die Herrlichkeit des Herrn, heißt es hier, wird sich offenbaren und alles Fleisch miteinander wird sie sehen. Johannes sagt: „Wir sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Und dann, wenn Jesus wiederkommt in den Wolken des Himmels, wird jedes Fleisch, alles Fleisch, seine Herrlichkeit sehen. Eine Vorbereitung auf das erste Kommen Jesu, eine Vorbereitung auf das zweite Kommen Jesu. Wir können, wir müssen von Johannes dem Täufer lernen.

[16:33] Zurück zu Johannes Kapitel 1 und seinem Zeugnis. Als er am ersten Tag davon spricht, dass er den Weg bereitet und er dann in den folgenden Versen folgendes sagt in Vers 26, als sie fragen, warum er tauft, da sagt er in Vers 26: „Johannes antwortet ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt. Dieser ist der, der nach mir kommt, der vor mir gewesen ist, und ich bin nicht würdig, ihm den Schuhriemen zu lösen.“ Johannes will gar nicht über sich selbst reden, er will über Jesus reden. Er will, dass Jesus im Mittelpunkt steht. Er sagt: „Jesus ist näher, als ihr denkt, er ist mitten unter euch und er ist viel größer und viel würdiger als ich. Er kommt zwar nach mir, ich bereite ihm den Weg, aber er ist vor mir gewesen, denn Johannes 1, Vers 1, sagt: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott. Er war schon immer.“

[17:35] Vers 29: An diesem Tag, als Johannes bekannt hat, dass nicht er der Christus ist, sondern dass der Christus unter ihnen ist, da hatte niemand mit dem Handzeichen gezeigt, dass er gemeint sei. Jesus steht in der Menge, aber er macht keine Anstalten, sich selbst zu promoten. Er macht keine Anstalten, sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken, weil er nämlich genauso ist, er ist demütig und sanftmütig.

[18:02] So spricht Johannes am zweiten Tag wieder über ihn. Am folgenden Tag, heißt es in Vers 29, sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Johannes sieht ihn jetzt buchstäblich, er identifiziert ihn, er zeigt quasi mit dem Finger auf ihn und sagt: „Das ist das Lamm Gottes.“ In 1. Mose 22, da hatte Abraham, als er mit Isaak auf den Berg ging, davon gesprochen, dass Gott für ein Lamm sorgen würde. Und tatsächlich musste Isaak nicht geopfert werden, aber damals gab es im Busch einen Widder. Diese Idee von dem Lamm als Ersatz, die war noch offen. Jesus, das Lamm Gottes, das für uns stirbt. Wir denken an das Passahlamm in 2. Mose 12 ab Vers 2, das Symbol der Befreiung, als das Blut dieses Lammes an die Türpfosten gestrichen wurde in jener Nacht. In diesem Moment wurden sie frei. Johannes hatte sich auch mit Jesaja 53 beschäftigt, Knecht Gottes, der die Sünde und Schuld von uns allen auf sich nimmt. Das heißt in Jesaja 53 über ihn in Vers 7: „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.“

[19:59] Siehe, das Lamm Gottes! Er, der die Prophezeiung des Alten Testamentes erfüllen würde. Er, der die Sünden tragen würde, hinwegnehmen würde, auf sich nehmen würde, selbst tragen würde, hochheben würde, von uns wegtragen würde. Jesus kümmert sich um deine und meine Sünde. Er hat sich schon am Kreuz um deine und meine Sünde gekümmert. Er hat für sie den Preis bezahlt. Und wenn wir es ihm glauben und diese Sünden ihm geben, dann dürfen wir wissen: Im himmlischen Heiligtum wendet er genau diese Tatsache, dass er dafür gestorben ist, auf unser Leben praktisch an. Matthäus 1, Vers 21, hatte bereits gesagt: „Er wird sein Volk erretten von seinen Sünden“, nicht in ihren Sünden, sondern von ihren Sünden. Viele andere Texte, die wir im vorliegenden Manuskript haben, sprechen davon, dass Jesus sich mit unserer Sünde identifiziert hat, um uns davon zu retten.

[21:09] Johannes spricht zu der ganzen Menge und sagt: „Siehe!“ Er möchte, dass jeder einzelne auf Jesus blickt, weg von Johannes, hin auf Jesus. Er sagt nicht, das ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnehmen wird, sondern der Prozess der Erlösung ist längst im Gange. Jesus ist getauft worden, er hat schon ungefähr 30 Jahre lang ein sündloses Leben gelebt, er ist schon Mensch geworden, er hat gerade den Satan in der Wüste besiegt. Das Erlösungswerk ist längst im Gange. Als die meisten Menschen auf Jesus aufmerksam werden, hat er schon Größtes für sie getan, ohne dass sie das gewusst haben. Lange bevor wir auf Jesus und seine Bedeutung für uns langsam aufmerksam werden, hat er schon das Größte und Mächtigste für uns getan. Wir können das nur im Glauben annehmen und nach und nach immer besser verstehen, was er schon getan hat für uns und immer noch weiter tut.

[22:10] Vers 30: „Das ist der, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich.“ Jetzt kann Johannes seine Worte Jesus zuordnen und sagen: „Genau, er ist es gewesen, ich habe von ihm gesprochen, er ist es.“

[22:32] Vers 31: „Und ich kannte ihn nicht, aber damit er Israel offenbar würde, darum bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen.“ Er und Jesus, sie hatten sich nicht abgesprochen, sie hatten nicht einfach das ausgeklüngelt. Sie kannten sich nicht, obwohl sie verwandt waren, hatten sich vor der Taufe nie getroffen. Es sollte keine Gerüchte geben über eine gemeinsame Absprache. Johannes war, so sagt Lukas 1, in der Wüste gewesen. Jesus, so wissen wir aus Lukas 2, 39 bis 40, in Nazareth in Galiläa. Und Johannes sagt hier, seine ganze Mission besteht darin, nicht Follower zu bekommen, nicht Menschen zu sich zu ziehen. Seine ganze Mission besteht darin, zu Jesus zu führen. Auch die Taufe hat genau dieses Ziel.

[23:24] Vers 32: „Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen, und er blieb auf ihm.“ Daher wissen wir, dass das, was hier jetzt geschrieben ist, nach der Taufe und damit auch nach der Versuchung in der Wüste und auf dem Tempel und auf dem Berg passiert ist. Jesus kommt als Sieger hier und ist ganz demütig. Er stellt sich nicht in die Mitte und sagt: „Übrigens, was ich alles Tolles gemacht habe!“ Er steht einfach da in der Mitte und hört einem anderen zu predigen. Was hätten wir getan, wenn wir Jesus gewesen wären? Die Stimme Gottes des Vaters buchstäblich gehört hätten bei unserer Taufe, den Heiligen Geist in Form einer Taube buchstäblich hätten auf uns kommen sehen und dann in der Wüste und auf dem Berg und auf dem Tempel den Satan persönlich besiegt zu haben, der sich 4000 Jahre lang auf diese größte Schlacht vorbereitet hatte. Hätten wir uns nicht schnell gerühmt und gesagt: „Wir haben was zu berichten, wir haben eine tolle Erfahrung gemacht, wir möchten jetzt mal predigen!“ Nicht so Jesus. Ich kann noch viel von Jesus lernen und vermutlich du auch. Jesus stellt sich einfach in die Menge und hört Johannes zu. Er, der Erlöser der Welt, der für sie alle sterben wird, der für sie alle gerade schon den Satan besiegt hat, der die Macht der Versuchung gebrochen hat, er steht dort und hört einem anderen zu, dankbar und demütig.

[25:16] Johannes weist auf ihn und sagt: „Er ist es!“

[25:19] Vers 33: „Und ich kannte ihn nicht, aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Der, auf den du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist der, der mit dem Heiligen Geist tauft.“ Jesus hat nicht nur den Heiligen Geist einmal kurz empfangen, sondern der Heilige Geist blieb auf ihm. Er war ja ohnehin schon von Kindheit an, von Geburt an mit dem Heiligen Geist erfüllt. Er wuchs im Geist, so sagt uns die Bibel in all seinen...

[25:50] So sagt uns die Bibel in all seinen Lebensjahren: als Kind, als Teenager, als Jugendlicher, als junger Erwachsener, dann als Erwachsener. Der Geist kam auf ihn und blieb auf ihm. Er ist es, der mit Heiligem Geist tauft.

[26:05] Menschen können uns in Wasser taufen als Bekenntnis unseres Glaubens an Gott, als Bekenntnis, dass wir gesündigt haben und von Gott durch sein Evangelium reingewaschen werden sollen. Menschen können uns ins Wasser führen, aber nur Jesus kann uns im Heiligen Geist taufen. Kein Mensch kann uns das geben. Wir müssen zu Jesus.

[26:35] Es reicht nicht, bei Johannes dem Täufer zu bleiben. Dort hört man zwar die Wahrheit, man wird auf Jesus hingewiesen, man wird auch getauft, aber man wird nicht mit dem Heiligen Geist getauft. Dazu muss man von Johannes dem Täufer zu Jesus selbst.

[26:56] Lieber Freund, liebe Freundin, kein YouTube-Video, kein Prediger, keine Evangelisation, kein Bibelarbeiter, kein Evangelist, niemand kann dich mit Heiligem Geist taufen. Menschen können dir die Wahrheit predigen, Menschen können dir das Wort Gottes auslegen, Menschen können dich auf Jesus hinweisen und dich sogar im Wasser taufen, aber kein Mensch kann dich mit dem Heiligen Geist taufen. Das kann nur Jesus.

[27:32] Wir sind dankbar für jeden Johannes den Täufer, aber wir müssen zu Jesus, wir müssen zu Jesus.

[27:39] Vers 34: „Und ich habe es gesehen und bezeuge, dass dieser der Sohn Gottes ist.“ Genau das ist das große Thema vom Johannesevangelium, eines der großen Themen. Es gibt so viele große Themen im Johannesevangelium: die Göttlichkeit Jesu.

[28:02] Er sagt: „Ich habe es gesehen“, er sagt: „Ich habe es bezeugt.“ Johannes spricht nicht von etwas, was er nur auswendig gelernt hat. Er hat eine persönliche Erfahrung mit Jesus gemacht und die bezeugt er. Lieber Freund, liebe Freundin, wir müssen eine persönliche Erfahrung mit Jesus haben, die wir weitergeben können.

[28:21] Wir müssen wissen, dass er zu uns gesprochen hat, wissen, dass er uns geführt hat, zurückschauen können und sagen können: „Jesus hat mich hier sicher geführt, ich bin dankbar.“ Wir müssen ihn bekennen mit dem, was er für uns getan hat.

[28:34] Und ich kann sagen, Jesus hat in meinem Leben in den vergangenen Jahren, vergangenen Monaten, den vergangenen Tagen, ja, in den vergangenen Stunden immer wieder und immer wieder Großes bewirkt. Dinge, die ich nie verdient hätte, aber die er tut. Und ihm möchte ich die Ehre geben.

[29:05] Lieber Freund, liebe Freundin, jeder, der zu Jesus kommt, wird nicht enttäuscht werden. Johannes wusste das, und deswegen war sein größter Wunsch, dass die Leute nicht ihm zuhören, sondern Jesus zuhören und zu Jesus gehen.

[29:28] Vers 35: „Am folgenden Tag stand er wiederum da und zwei seiner Jünger. Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes!“

[29:48] Es ist der dritte Tag. Noch immer, nach zwei Tagen Bekenntnis von Johannes, ist noch niemand seiner Nachfolger zu Jesus gegangen, noch keiner. Aber Johannes lässt nicht locker. Es ist ein großes Anliegen, das ist nicht nur ein Nebenpunkt in seinen Predigten. Tag für Tag bezeugt er Jesus und hat diesen dringenden Wunsch, dass unter diesen vielen Hunderten oder Tausenden Menschen im Zuhören doch wenigstens einige direkt zum Erlöser gehen mögen, gerettet zu werden.

[30:16] Zwei seiner Jünger stehen dort, zwei verstehen, was Johannes sagen möchte. Einer von ihnen ist der Evangelist, der sich im gesamten Johannesevangelium niemals mit Namen nennt. Er geht sogar so weit, während die anderen drei Evangelisten immer „Johannes der Täufer“ sagen, nennt dieser Johannes der Evangelist den Täufer einfach nur Johannes.

[30:49] Der andere, der mit ihm dabei ist, das ist Andreas. Johannes und Andreas hören Johannes den Täufer und sie folgen einfach Jesus.

[31:08] Indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: „Siehe, das Lamm Gottes!“ Es sind immer wieder dieselben Worte, es ist der Hinweis auf Jesus und ihn als Gekreuzigten.

[31:24] Johannes der Evangelist hat diese Worte niemals vergessen. Noch viele Jahrzehnte später beschreibt er in einem seiner großartigen Werke, der Offenbarung, also seinem dem Buch der Offenbarung, Jesus immer und immer wieder als das Lamm Gottes.

[31:49] Wenn wir uns die Verse 29 bis 36 kurz anschauen – wir haben das im Sendemanuskript auch grafisch dargestellt –, dann finden wir in Vers 29 und in Vers 35 und 36 diesen zweimaligen Hinweis von Johannes: „Siehe, das Lamm Gottes!“

[32:05] Dann finden wir in Vers 30 einen Hinweis auf Jesu Präexistenz und in Vers 34 einen Hinweis darauf, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

[32:13] Dann finden wir in Vers 31 und 33 zweimal den Hinweis darauf, dass es keine Absprache gegeben hat und was die Mission des Täufers ist.

[32:25] Und dann finden wir im Zentrum dieses kleinen Chiasmus, sozusagen, finden wir das Zeugnis des Johannes in Vers 32: das Herabsteigen und Bleiben des Geistes. Das Zeugnis von Johannes, eingerahmt von diesen dann wiederkehrenden Gedanken, um deutlich zu machen: dies, Vers 32, das Zeugnis von Johannes spielt hier eine besondere Rolle.

[32:48] Doch zurück zu den beiden Jüngern, zu Andreas und Johannes, die auf den Täufer hören und die tatsächlich genau das tun, was Johannes die ganze Zeit predigt, was alle zwar hören, aber sonst keiner tut: Sie gehen zu Jesus.

[33:07] Vers 37: „Und die beiden Jünger hörten ihn reden, sie hörten ihn reden und folgten Jesus nach.“ Die Worte haben ihr Herz berührt.

[33:16] Sie haben zwar die Worte nicht richtig verstanden, selbst Johannes hatte nicht bis ins Letzte genau verstanden, was das genau bedeutet, das Lamm Gottes. Der Täufer hatte sie auch nicht weiter ausgelegt, aber sie kamen jetzt zu Jesus.

[33:34] Es war eine prophetische Botschaft, die Christus und sein Kreuz im Zentrum hatte. Diese Botschaft führt sie zu Jesus.

[33:42] Und so eine Botschaft haben wir heute auch, liebe Freunde. Wir haben eine prophetische Botschaft, die Christus und sein Kreuz im Zentrum hat, in Offenbarung 14. Und wenn wir diese Botschaft predigen als ein Zeugnis, wie Matthäus 24 Vers 14 sagt, wenn es heißt: „Dies Evangelium wird gepredigt werden in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen.“ Wenn wir das so predigen, werden Menschen Jesus nachfolgen.

[34:11] Zwei Menschen tun das einzig Richtige: Sie folgen nicht länger dem Prediger der Wahrheit, sondern der Wahrheit selbst.

[34:27] Vers 38: „Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt ‚Lehrer‘, ja, ‚mein Großer‘ wörtlich – wo wohnst du?“

[34:37] Jesus wendet sich um, er sieht sie, er betrachtete sie. Das Wort bedeutet auch ein genaueres Studieren der Person. Er guckt sie an. Er fragt diese Frage, die auch uns fragt: „Was sucht ihr?“ Er möchte nicht, dass jemand ihm nachfolgt, einfach nur, weil er von einem Prediger gedrängt worden ist. Ist es hier freier Wunsch, ihm zu folgen? Was ist euer Anliegen? Was wünscht ihr euch?

[35:07] Die Frage von Jesus. Und dann antworten sie mit einer Frage: „Rabbi, wo wohnst du?“ Sie fragen explizit nach ihm, nicht nach einer Sache, sie fragen nicht nach einem Thema, sondern sie wollen ihn besser kennenlernen.

[35:18] Ein kurzes Gespräch am Feldrand über eine theologische Streitfrage ist ihnen nicht genug, damit sind sie nicht zufrieden. Sie wollen ihn besser kennenlernen, sie wollen seine Worte gründlich kennenlernen, sie wollen viel Zeit mit ihm verbringen. Lieber Freund, liebe Freundin, bist du zufrieden, wenn jemand dir deine theologische Frage beantwortet, oder möchtest du Zeit mit Jesus verbringen?

[35:44] Möchtest du Zeit mit dem Erlöser verbringen? Wie viele hören Predigten und sind damit zufrieden, und wie wenig gehen danach zu Jesus und sagen: „Herr, ich möchte dich besser kennenlernen, nimm mich zu dir nach Hause. Ich möchte wissen, wie du bist, ich möchte deine Stimme hören.“ Liebe Freunde, ich möchte mich persönlich dafür entscheiden, heute mehr Zeit mit Jesus zu verbringen. Du auch?

[36:33] Diese Jünger kommen nicht, um zu kritisieren, sie kommen nicht, um Fehler zu finden, sie kommen, um das Wort Gottes kennenzulernen. Und plötzlich sehen sie, wie Jesus ihnen das Alte Testament aufschließt, wie sie Licht sehen, wo sie vorher nichts verstanden haben.

[36:47] Sie erkennen die Themen der Wahrheit plötzlich immer klarer. Johannes sieht die allerersten Strahlen dessen, was er in Johannes 1 Vers 14 beschreibt: „Wir sahen seine Herrlichkeit, voller Gnade und Wahrheit.“

[37:02] Es heißt hier Vers 39: „Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.“ Das ist nach jüdischer Zählweise etwa 16 Uhr. Und das ist jetzt eigentlich die Anmerkung, um zu erklären, was wann das Folgende passiert. Nachdem sie fast den gesamten Tag bei ihm gewesen sind, ereignet sich jetzt am späten Nachmittag Folgendes.

[37:32] Vers 40: „Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden! – das heißt übersetzt ‚den Gesalbten‘. Und er führt ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas' Sohn. Du sollst Kephas heißen! – das heißt übersetzt ‚ein Stein‘.“

[37:58] Wir haben nicht viel Zeit, über all das zu sprechen, was in diesen Versen enthalten ist, aber nur so viel.

[38:05] Vielleicht, es war nur ein Tag gewesen, den Andreas mit Jesus verbracht hatte, aber schon nach einem Tag weiß ich sicher: „Wir haben den Messias gefunden!“ Lieber Freund, liebe Freundin, du brauchst nicht vier Jahre Theologiestudium, du brauchst nicht jahrelang auf einer Bibelschule oder ein langes Seminar belegen. Es reicht ein Tag mit Jesus und von seinem Wort lesen, hören, um zu wissen, dass Jesus für dich die Rettung ist.

[38:31] Niemand braucht lange Zeit, wenn er wirklich von Herzen Jesus kennenlernen will. Jesus offenbart sich gerne, und sobald wir das erkannt haben, werden wir den Drang haben. Niemand muss uns motivieren, niemand muss uns schicken oder vielleicht sogar drangsalieren. Andreas ging von ganz alleine zu seinem Bruder und sagte: „Hey du, wir haben den Messias gefunden! Das musst du dir anschauen, du musst ihn kennenlernen, komm mit zu ihm.“

[38:55] Und Simon, der noch eine so wichtige Rolle in den Evangelien dann spielen wird, er kommt zu Jesus und stellt fest: Jesus kennt ihn. Er kennt Jesus so gut wie gar nicht, aber Jesus kennt ihn sehr gut. Und wieder bestätigt sich das, was wir schon vorher gesagt haben: Wenn wir zu Jesus kommen, wenn wir ihn kennenlernen, kennt Jesus uns schon lange sehr gut. Nicht nur kennt er unsere Vergangenheit, er kennt auch unsere Zukunft.

[39:29] Er kennt uns durch und durch. Lass uns ihm vertrauen, er kennt uns.

[39:38] Vers 43 und 44: „Am folgenden Tag wollte Jesus nach Galiläa reisen. Da findet er Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.“

[39:52] Das ist jetzt der vierte Tag in Folge. Jesus will nach Galiläa reisen, das ist seine Heimat. Seit seiner eigenen Taufe war er dort nicht gewesen. Er hatte es im Sinn, und er findet den Philippus, der von den anderen Evangelisten immer nur in den Apostellisten erwähnt wird, aber Johannes ist der einzige, der ihn hier auch in Geschichten erwähnt.

[40:33] Jesus sagt zu ihm: „Folge mir nach, folge mir nach, geh mit mir gemeinsam den Weg.“ Das ist, wie man es auch wörtlich übersetzen könnte: „Geh mit mir gemeinsam den Weg.“ Jesus schickt uns nicht einfach irgendwohin, um eine Mission zu erfüllen. Er lädt uns ein, mit ihm gemeinsam auf dem Weg zu sein.

[40:55] Ich möchte mir neu vornehmen, mit Jesus zusammenzugehen, ihm zu folgen, mit ihm gemeinsam auf dem Weg zu sein.

[41:14] Philippus tut dasselbe, was auch Andreas getan hat. In Vers 45: „Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben: Jesus, den Sohn Josefs, von Nazareth.“ „Wir haben gefunden!“

[41:31] Die beiden sind offensichtlich befreundet, sie kennen sich. Interessant ist, dass Nathanael noch einmal vorkommt in Johannes 21 und dort Vers 2. Und dort lernen wir, dass er aus Kana ist. Genau dorthin will Jesus ja gehen, denn dort ist er eingeladen zu einem Hochzeitsfest.

[41:56] In Johannes 21 Vers 2 heißt es: „Und Nathanael von Kana in Galiläa.“ Philippus erzählt, was er weiß, und er bezieht sich auf das Alte Testament. Und er hat in manchem auch absolut Recht, denn tatsächlich hat Mose von Jesus geschrieben und auch die Propheten haben von Jesus geschrieben. Aber nicht alles, was er sagt, ist richtig, als er sagt, Josef sei der tatsächliche Vater von Jesus. Da irrt er sich.

[42:20] Da ist eine theologische Unwahrheit in seinem Missionsbemühen. Philippus hat noch viel zu lernen.

[42:28] Aber Gott kann ihn trotzdem gebrauchen. Wenn wir erst einen Tag mit Jesus verbracht haben, heißt es noch nicht, dass wir alles theologisch richtig verstehen. Das heißt noch nicht, dass wir alle Wahrheiten erkannt haben. Es heißt noch nicht, dass wir alle Missverständnisse in unserem Kopf beseitigt bekommen haben. Wir lernen ja Stück für Stück. Wir werden sehen, wie die Apostel noch über Jahre viele Dinge nicht gelernt haben, manche Dinge erst gelernt haben, nachdem Jesus schon Jahre im Himmel war.

[42:57] Wir werden nicht dann Missionare, wenn wir alles theologisch verstanden haben, sondern wenn wir Jesus kennengelernt haben und für ihn wirken wollen, weil wir anderen erzählen wollen, was wir mit ihm erlebt haben.

[43:12] Philippus hat noch viel zu lernen, aber er bringt schon jemanden zu Jesus. Vielleicht weißt du nicht viel, vielleicht hast du sogar noch ein paar falsche Ideen im Kopf, die Gott noch korrigieren muss, aber du kannst jetzt schon anfangen, Menschen zu Jesus zu bringen.

[43:29] Bring sie nicht zu dir, bring sie zu Jesus! Denn dann wird auch deine theologische, der theologische Irrtum, der vielleicht in deinem Kopf herumkriecht, sie nicht schaden, ihm nicht schaden zufügen, weil du sie zu Jesus bringst und nicht zu dir.

[43:49] Es würde kaum Irrlehren geben und nicht ständig irgendwelche Splittergruppen, wenn Menschen zu Jesus gebracht werden würden, anstatt zum Prediger oder zum Evangelisten oder zu deiner neuen Theorie-Predigt. Lasst uns Menschen zu Jesus bringen! Jesus wird ihnen keine Irrlehren präsentieren. Auch wenn wir nicht alles richtig verstanden haben, wenn wir sie zu Jesus bringen, besteht keine Gefahr für denjenigen, der bei Jesus ist.

[44:14] Und Nathanael Vers 46 sprach zu ihm: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“

[44:25] Kennst du das, dass man eine Frage gestellt bekommt, auf die man keine Antwort hat? Nathanael hatte durchaus Grund, das zu fragen. Das war kein Gerücht, dass er über sieben Ecken gehört hatte. Kana, seine eigene Heimatstadt oder sein eigenes Heimatdorf, liegt nur etwa 10 bis 15 km entfernt von Nazareth, das auch einer der Gründe, warum dann Maria wahrscheinlich dort auch in Kana Leute kannte, deswegen dann bei der Hochzeit zu Kana auch eingeladen ist. Nathanael kannte dieses Dorf, er war wahrscheinlich oft da gewesen, er kannte Leute aus dem Dorf. Menschen können sich kennen, wenn dort nur 10 bis 15 km dazwischen sind. Er wusste ganz genau, dass dieses Bergdorf, das damals vielleicht 500 Einwohner gehabt haben könnte, berüchtigt war über die Grenzen des Dorfes hinaus. Und seine Frage beginnt im Griechischen: „Aus Nazareth...“

[45:22] Philippus erlebt am ersten Tag seines Jüngerseins die beiden Hürden des Zeugnisgebens: erstens falsche eigene Behauptung, die gar nicht der Wahrheit entsprechen, und zweitens schwierige Fragen, auf die man keine Antwort hat.

[45:33] Das ist bis heute am meisten gefürchtet. Viele geben keine Bibelstunden, sie wollen keine Predigt halten, sie wollen kein Hauskreis leiten, weil sie Angst haben, es könnte eine Frage kommen, auf die ich keine Antwort habe. Lieber Freund, liebe Freunde, das wird immer passieren. Das passiert mir, das wird bis in alle, also bis zur Wiederkunft passieren, und ich vermute, auch in der Ewigkeit werden immer wieder Fragen auftauchen, die wir selbst nicht beantworten können, wo wir halt zu Jesus gehen und ihn dann fragen werden, was die Antwort ist.

[46:06] Erlösung macht uns nicht allwissend. Erlösung zeigt uns, wo das Wissen ist, das Wissen, das wir brauchen, um erlöst zu werden: bei Jesus.

[46:19] Und so tut Philippus das einzig Richtige, er tut genau das, was auch wir tun können: Er imitiert Jesus. Er sagt nämlich hier, als es heißt: „Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ Philippus spricht zu ihm: „Komm und sieh!“ Du musst nicht auf alle Fragen eine Antwort haben. Du musst wissen, wie Jesus mit Menschen umgeht, und Jesus sagt zu Menschen: „Kommt und seht!“

[46:46] Je mehr wir das Wirken und die Worte von Jesus studieren, desto mehr werden wir auch wissen, wie wir in unangenehmen Situationen, wo wir keine Antwort haben, wo wir nicht weiter wissen, wie wir reagieren können, und zwar auf genau die Art und Weise, die richtig ist.

[46:57] Hätte Nathanael, hätte Philippus versucht, eine eigene Antwort zu geben, wer weiß, vielleicht hätte er noch eine Sache gesagt, die nicht ganz richtig gewesen wäre. Statt eine eigene Antwort zu ergründen, führte er ihn zu Jesus. Das Beste, was er tun kann. Lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns Menschen zu Jesus führen.

[47:21] Vers 47: „Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht zu ihm: Siehe, ein Israelit, in dem keine Falschheit ist!“ Wieder macht Jesus deutlich, wie schon bei Simon Petrus, dass er alles von Nathanael kennt.

[47:41] Interessant ist, er sagt nicht zu Nathanael: „Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist“, sondern er sagt es von ihm.

[47:52] Keine Falschheit ist ein echter Israelit. Und hier wird deutlich, was einen Israeliten in Gottes Augen ausmacht: Es ist der Charakter, nicht die Genetik. Durch Glauben und durch Überwinden, durch die Annahme des Evangeliums, durch das Leben aus dem Wort Gottes sind wir Israeliten.

[48:20] So kann sowohl im Alten und auch im Neuen Testament jeder ein Israelit sein, der dem Israel Jesus sich anschließt und ihm folgt, ihm glaubt, aus seinem Wort lebt.

[48:38] Vers 48: „Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.“ Lieber Freund, liebe Freundin, wenn wir wie Philippus hinausgehen und Menschen erreichen wollen, dann sprechen wir zu Menschen, die Gott schon kennt. Gott ist vor uns bei ihnen gewesen. Wir klopfen vielleicht an der Tür und treffen jemand zum ersten Mal, wir fassen zum ersten Mal Mut, um einen Menschen anzusprechen, aber Gott hat schon längst ihr Leben durchleuchtet, kennt ihr Herz, kennt ihre Emotionen, kennt ihre Sorgen und Nöte, ihre Freuden und Wünsche. Und wenn wir mit Jesus zusammenarbeiten, kann er uns gebrauchen, diese Menschen zu ihm zu führen, wenn sie offen sind.

[49:21] Jesus kennt alle Umstände, er kennt die Gedanken und er weiß, er sagte: „Ich habe dich dort gesehen.“ Jesus ist Mensch, aber er macht auch deutlich, dass er als Gott allgegenwärtig ist.

[49:42] Vers 49: „Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!“ Jesus ist der wahre König.

[49:56] Vers 50: „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum. Du wirst Größeres sehen als das.“

[50:10] Vers 51: „Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen.“

[50:19] Wir haben letztes Mal gesehen, in Johannes 1 Vers 12 und 13, ist: diejenigen, die an Jesus glauben, die im Glauben ihn annehmen, dass sie Kinder Gottes werden können. Wir sehen hier einige Menschen, einfache Menschen, nicht die gebildetsten, aber Menschen, die Jesus kennenlernen wollen, seinen Worten glauben und durch den Glauben erkennen, wer er ist.

[50:45] Kein wissenschaftliches Studium, keine historische Untersuchung, keine Meditation, nichts hätte ihnen geholfen, um zu erkennen, dass Jesus der Messias ist. Die einzige Möglichkeit war, sich für ihn zu interessieren, seine Worte kennenzulernen und diesen Worten dann zu glauben. Dadurch erkennen sie ihn, und dadurch können auch wir ihn erkennen, indem wir uns für seine Worte interessieren und seine Worte glauben.

[51:23] Vers 51: „Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich!“ Zum ersten Mal hier, 23-mal kommt das vor im Johannesevangelium: „Amen, Amen“ im Griechischen. Und das verweist natürlich auf das Aramäische, das Jesus dort gesprochen hat. „Amen, Amen“, eine besonders betonte Aussage von Jesus. Er sagt: „Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen.“

[51:46] offen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen. Damit bezieht er sich auf die Jakobsleiter aus 1. Mose 28, Vers 1, wo Jakob nach seiner Schuld, nach seinem Weggehen von zu Hause, in seiner tiefsten Verzweiflung einen Traum von Gott bekommt, indem er eine Leiter sieht, die von ganz unten bis ganz oben geht, von der Erde bis zum Himmel. Jesus sagt, dass er diese Leiter ist. Er ist die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Er ist Gott und Mensch, und genau das macht das Johannesevangelium deutlich. Es beginnt in Vers 1 mit den Worten: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Da ist die Himmelsleiter ganz oben. Und in Vers 51 endet es mit den Worten: „auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen.“

[52:43] Und wenn man sich dieses ganze Kapitel anschaut – Leute haben versucht zu strukturieren, wie das eigentlich aufgebaut ist –, dann glaube ich eigentlich, ist es eine durchgehende Himmelsleiter. Was meine ich damit? Am Anfang des Kapitels, da finden wir Jesus als Gott und Schöpfer, als Leben und Licht, das in die Welt scheint. Dort wird Johannes der Täufer noch nicht einmal erwähnt. Dann in Vers 6 bis 14 wird diese Idee gezeigt, dass Johannes der Täufer auf ihn hinweist, weil dieses Licht in die Welt kommen wird, das Wort wird Fleisch. Und dann in Vers 15 und 18 wird schon sein Name genannt: Jesus Christus. Er gibt Aufschluss über den Vater. Es wird immer ein bisschen klarer jetzt, was gemeint ist, oder es kommt immer näher zur Erde sozusagen. Das sieht man dann in Vers 19 bis 28, denn dort ist Jesus jetzt auf der Erde, aber noch unerkannt, irgendwo in der Menge. Johannes der Täufer, er wird jetzt als in einer echten Begebenheit geschildert. Wir sind jetzt sozusagen auf der Erde, wie wir schauen, was Johannes der Täufer tut und sagt. Und dann in Vers 29 bis 34 ist Jesus nicht mehr einer unter der Menge, er wird jetzt identifiziert, wir können ihn sozusagen sehen. Und dann in Vers 35 bis 44 schickt Johannes der Täufer die Jünger zu ihm, die ihn kennenlernen, bis wir merken in Vers 45 bis 51: Jesus ist mitten da in unserem Alltag hier auf der Erde. In Vers 1 ist er Gott von Ewigkeit, in Vers 51 ist er mitten bei uns im Alltag unter dem Feigenbaum. Er ist Gott mit uns. Und das gesamte Kapitel 1 in Johannes ist wie eine unfassbar künstlerische, beeindruckende, tiefgehende Darstellung dieser Himmelsleiter. Man kann sozusagen diese Himmelsleiter gedanklich mit hinabgehen, wie Jesus, der Gott ist, hier auf diese Erde kommt, Fleisch wird, um den Vater zu offenbaren, der mitten unter den Menschen steht, dann erkannt wird, dann kann man ihn sehen, dann begegnen wir ihm, dann lädt er uns ein, dann merken wir: Er ist mitten da im Alltag, Gott und Mensch. Johannesevangelium ist unglaublich schön und tief. Wenn du das Johannesevangelium liest, Kapitel 1, dann malt Johannes dir diese Himmelsleiter, die in Vers 51 Jesus erwähnt, buchstäblich vor Augen. Ist nicht schön? Ich finde das ganz beeindruckend.

[55:11] Ein paar Minuten haben wir noch. Wir wollen sie kurz nutzen, um wenigstens ein paar wesentliche Gedanken zu Johannes 3 zu erwähnen.

[55:19] In Johannes 3 finden wir die berühmte Geschichte von Jesus und Nikodemus. Vers 1: „Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, namens Nikodemus, ein Oberster der Juden. Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.“ Jesus lässt sich von der Schmeichelei nicht beeindrucken. Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Jesus weiß, dass ein Glaube, der nur auf Wunderzeichen basiert, nicht tragfähig sein wird. Jesus ist mehr als nur ein Lehrer, er ist unser allereinziger Erlöser. Nikodemus muss noch viel verstehen, wenn er das Reich Gottes sehen möchte, denn Erlösung geschieht nicht durch eine Lebensverbesserung, sondern durch eine Neugeburt, die von Gott ausgeht, wie wir es in Kapitel 1, Vers 12 und 13 gesehen haben: nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern wir müssen aus Gott geboren sein und im Glauben das annehmen, was Gott durch Jesus für uns tut. Ohne Wiedergeburt kann man das Reich Gottes nicht erleben, weder auf dieser Erde noch kann man in den Himmel kommen, noch auf der neuen Erde dann mit Jesus leben.

[56:46] Vers 4 und 5: „Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweiten Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden.“ Jesus lässt sich von dem Sarkasmus und dem Unglauben des Nikodemus nicht beeindrucken. Er lässt sich von der Schmeichelei nicht beeindrucken, er lässt sich von dem Sarkasmus nicht beeindrucken. Hier können wir so viel wieder mal von Jesus lernen. So leicht werden wir durch das eine oder das andere, durch übermäßiges, durch Lobhudelei oder durch Kritik und durch Sarkasmus abgelenkt von unserem Weg. Aber Jesus lässt sich nicht beeindrucken, er bleibt bei Gott und der Wahrheit, die er dem Nikodemus sagen möchte. Jesus antwortete, Vers 5: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“ Er erklärt seine Worte, er wiederholt sie und erklärt sie näher, wie das Gott so oft macht, durch Wiederholung eine tiefere Erklärung zu geben. Wiedergeburt wird durch den Heiligen Geist bewirkt und durch die Wassertaufe symbolisiert. Und wir brauchen beides, wir brauchen die Taufe und wir brauchen die Taufe also in Wasser und die Taufe mit dem Heiligen Geist. Und das zeigt uns, dass niemand gerettet werden kann, der nicht persönlich zu Jesus kommt, denn man kann von Johannes dem Täufer in Wasser getauft werden, aber Johannes der Täufer sagt: „Ich kann euch zwar in Wasser taufen, aber Jesus allein kann euch mit dem Heiligen Geist taufen.“ Wer nicht zu Jesus kommt und ihn seinen persönlichen Erlöser macht, kann nicht gerettet werden, auch wenn er Gemeindemitglied ist.

[58:33] Vers 6: „Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.“ Nur der Heilige Geist kann geistliches Leben schenken, geistliches Denken. Das kann ein Mensch nicht selbst produzieren, das ist unmöglich.

[58:46] Vers 7: „Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden.“ Jesus wünscht sich, dass Nikodemus die Wahrheit annimmt. Er weiß ja, dass es diesem stolzen Mitglied des Sanhedrin schwerfällt, unglaublich schwerfällt, sich vorzustellen, dass er vielleicht nicht gerettet ist. Und Jesus versucht, ihm eine Brücke zu bauen, sagt: „Wundere dich nicht, ärgere dich nicht darüber, versuch jetzt da nicht, hier dich dazu zu entrüsten, hör mir zu, ich möchte dich retten.“

[59:20] Jesus sagt uns zwar die ganze Wahrheit, aber so, dass wir sie möglichst annehmen können. Und das können wir von Jesus lernen, dass wir nicht nur die Wahrheit anderen Menschen vor den Kopf knallen, sondern die so sagen, dass wir ihnen eine Brücke bauen, diese ganze Wahrheit auch anzunehmen.

[59:34] Vers 8: „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ Jesus erklärt das Wirken des Heiligen Geistes. Man kann es nicht kontrollieren oder umfassend bestimmen. Bevor wir es merken, wirkt der Geist schon an uns, bevor Gott in 1. Mose 1, Vers 3, sagte: „Es werde Licht!“, und es wurde Licht, war der Geist Gottes schon da.

[1:00:15] Vers 9 und 10: „Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann das geschehen? Jesus erwiderte und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?“ Ein Lehrer sollte wissen, wovon er spricht. Jesus möchte dem Nikodemus deutlich machen, dass er sogar die entscheidendsten Dinge des Evangeliums noch gar nicht versteht.

[1:00:35] Vers 11: „Wahrlich, wahrlich“ – das dritte Mal in diesem Kapitel, das vierte Mal im Johannesevangelium – „ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.“ Nikodemus war zu Jesus gekommen mit den Worten: „Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.“ Jesus antwortet in gewisser Weise darauf in Vers 11: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen.“ Nikodemus weiß gar nicht, wovon er spricht. Jesus weiß ganz genau, was er predigt, er offenbart den Vater, er kennt den Vater ganz genau.

[1:01:16] Jesus ist der Repräsentant einer Gruppe, die durch den Heiligen Geist mit Gott dem Vater in Verbindung steht, die eine Gewissheit hat über Erlösung und Gnade, über Erfülltsein mit dem Heiligen Geist, ein geistliches Wissen, das nur geistlich erkannt werden kann.

[1:01:35] Vers 12: „Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde?“ Die Kernidee scheint die zu sein, oder ist die: Wenn die Schriftgelehrten nicht einmal den irdischen Dienst von Jesus verstehen und annehmen, wie wollen sie dann jemals den himmlischen Dienst verstehen, den er nach seinem Tod, seiner Auferstehung im Himmel vollziehen wird? Sie warten auf das endgültige himmlische Königreich, aber sie verstehen es noch nicht einmal, als das Königreich Fleisch geworden vor ihnen steht als Mensch. Dahinter steckt die Idee, dass das Reich Gottes im irdischen Dienst von Jesus leichter zu verstehen ist als im himmlischen Dienst. Wenn wir also Jesu Wirken auf der Erde nicht richtig verstehen, dann werden wir auch seinen Heiligtumsdienst und das Untersuchungsgericht im Himmel viel weniger verstehen, noch viel weniger verstehen. Man könnte auch sagen, es sieht so aus, als ob Jesus sagen möchte, dass wenn wir das sein Leben hier auf dieser Erde, sein Wirken, seine Worte auch der Schlüssel sind, um dann den noch tiefer gehehenden Dienst im Himmel, den er jetzt für uns tut, verstehen zu können. Ich möchte das mehr studieren. Du auch? Lass uns das mehr studieren.

[1:02:53] Vers 13: „Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen, der im Himmel ist.“ Das ist offensichtlich hat eine metaphorische Bedeutung, denn natürlich sind Henoch und Elia schon vorher in den Himmel aufgestiegen. Aber hier geht es um etwas anderes. Der Sohn des Menschen in Vers 13, das bezieht sich auf Daniel 7, Vers 13 und 14, wo in der Vision der Weltmächte dann Daniel schließlich den Sohn des Menschen sieht, der für alle Ewigkeit König der Welt wird. Dieser himmlische Menschensohn kommt dort zum Uralten an Tagen. Niemand hat sonst solch einen Zugang zu Gott als Jesus.

[1:03:42] Nur der, der bei Gott war und der Gott ist, kann hinabkommen und uns sagen, wie der Vater ist. Niemand sonst kann uns so sagen, kann uns in dieser Form erklären, wie Gott ist, als der, der Gott war und Gott ist. Deswegen beginnt das Evangelium in Johannes 1 mit den Worten: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Und dann wird es Fleisch, und wir sahen die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters, er hat Aufschluss über den Vater gegeben, wie Vers 18 uns sagt.

[1:04:27] Nur Jesus kann uns zeigen, wie Gott der Vater ist, denn nur er war so bei dem Vater, wie er es war. Vers 14 bis 16, damit enden wir: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der in ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Denn so hat Gott die Welt geliebt. Dieses „so“ ist so entscheidend. Wir kennen die Geschichte aus 4. Mose 21, Vers 4 bis 9. Und so wie damals diese Schlange ein Symbol dafür war, dass die Schlangen, die die Israeliten bissen und zu Tode bissen, dass das Problem dieser Schlangen, das aufgrund ihrer Meuterei über sie gekommen war, dass dieses tödliche Problem dort an dem Feldzeichen schon gelöst ist. Der dorthin schaute, sagt 4. Mose 21, Vers 9: „Wer darauf blickte, war gerettet.“ Solange er schaute auf das Zeichen Gottes, dass das Problem, das ihn hier angriff, dort schon gelöst ist. Solange er darauf hinschaute, war er gerettet und blieb am Leben.

[1:05:43] Jeder, der glaubt, dass Jesus die Schlangen unseres Lebens auf sich genommen hat, sich mit ihnen identifiziert hat, mit deinen und mit meinen Sünden, dass er für meine und deine Schuld bezahlt hat, jeder, der das glaubt, indem er auf Jesus schaut, hat ewiges Leben. Denn die Sünden, die mich hier angreifen, sind dort schon besiegt. Die Schuld, die mich hier um den Verstand bringen will, die ist dort schon bezahlt. Die Versuchungen, die mich immer wieder von Gott wegbringen wollen, die sind dort schon besiegt am Kreuz von Golgatha.

[1:06:38] „Leben.“ Vers 16: „Denn so auf diese Art und Weise, mit anderen Worten, denn so hat Gott, denn so wie in 4. Mose 21, denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn, seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

[1:07:21] Glaubst du, dass Jesus deine Schuld bezahlt hat? Glaubst du, dass Jesus am Kreuz von Golgatha für dich gestorben ist? Lasst uns heute von ganzem Herzen ihn erneut als unseren Erlöser annehmen. Lasst uns ihn erhöhen und lasst uns ein Zeugnis geben von dem, was er in unserem Leben getan hat, damit noch viele Menschen nicht zu uns kommen, sondern zu Jesus. Lass uns Menschen nicht zu Predigern bringen, sondern zu Jesus. Lass uns Menschen nicht zu uns bringen, sondern zu Jesus. Lass uns erzählen, was wir bei Jesus erlernt haben, gelernt haben. Denn je näher wir bei Jesus sind, desto mehr werden wir auch bei anderen sein, wenn wir sie zu Jesus bringen.

[1:08:04] Ist dein Wunsch, Jesus von ganzem Herzen nachzufolgen und ihm zu glauben? Ein Zeugnis für alle Heidenvölker, dass Gott die Wahrheit gesagt hat und man ihm vertrauen kann. Ich möchte heute bekennen: Gott ist treu, und was er sagt, stimmt. Und die Kraft seines Evangeliums ist eine Kraft, die ich in meinem Leben erleben darf. Gott sei gelobt dafür. Lass uns beten.

[1:08:32] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du durch dein Wort zu uns sprichst. Danke, dass die Kraft des Heiligen Geistes unsere Herzen berührt. Und Herr, wir möchten dich noch viel besser kennenlernen. Wir möchten bei dir bleiben und zuhören, was du uns zu sagen hast. Herr, erfülle uns mit deinem Heiligen Geist, taufe uns mit deinem Geist und hab Dank, dass wir wissen dürfen, dass wenn wir auf Jesus schauen, wir gerettet werden und verwandelt werden, weil er alle meine Sünden und alle meine Schuld und alle meine Fehler getragen hat. Er ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt und meine Sünde hinwegnimmt. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Amen.

[1:09:39] Gott segne deine Entscheidung. Nächste Woche wollen wir weiter dieses wunderbare, wunderschöne Evangelium studieren, wollen Jesus noch besser kennenlernen. Eine ganze Ewigkeit brauchen wir, ihn immer besser kennenzulernen. Ich freue mich schon darauf. Möge Gott dich und dir viel Freude schenken, darin Jesus in seinem Wort immer besser kennenzulernen. Amen.


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