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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2024 4th Nr 6   <<<

In dieser Folge der Christ Study Hour vertieft Christopher Kramp das Thema „Mehr Zeugnisse über Jesus“ anhand von Johannes 3, Verse 25-36. Er beleuchtet das demütige Zeugnis Johannes des Täufers, der trotz seines eigenen Erfolgs auf Jesus hinweist und dessen Wachstum über sein eigenes stellt. Die Botschaft unterstreicht die überragende Bedeutung Jesu als das Wort Gottes und die Notwendigkeit, ihn in den Mittelpunkt unseres Glaubens und Dienstes zu stellen.


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Serie: Christ Study Hour 2024 Q4: Jesus im Johannesevanhelium

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Transkript

[0:05] [Musik] [Applaus]

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer möchten wir auch alle Zuschauer auf dem Sender Das Wort begrüßen.

[0:45] Wir sind mitten im Studium des Johannesevangeliums, wobei wir uns explizit mit Jesus im Johannesevangelium beschäftigen. Aus verschiedenen Perspektiven, aus den Blickwinkeln verschiedener Geschichten, wollen wir die verschiedenen Aspekte von Jesus, von seiner Natur, seinem Wesen, seinem Charakter, seinem Wirken so verstehen, dass wir ihm im Alltag besser folgen können.

[1:18] Heute soll es um weitere Zeugnisse über Jesus gehen. Wir haben schon in den vergangenen beiden Folgen uns verschiedene Zeugnisse angeschaut, die Menschen über Jesus im Johannesevangelium gegeben haben. Das Thema heute: "Mehr Zeugnisse über Jesus". Und damit wollen wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 9. November.

[1:42] Bevor wir beginnen und einige interessante Abschnitte des Evangeliums uns gemeinsam anschauen wollen, möchten wir Gott bitten, dass er uns hilft, sein Wort so zu verstehen, wie er es gemeint hat. Und ich lade dich ein, dass wir mit einem Gebet starten.

[2:02] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dein Wort haben und dass es zu uns spricht und dass in deinem Evangelium, den Evangelien, die wir in der Bibel haben, dass wir dort Jesus kennenlernen können. Ich möchte dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns jetzt stärkst, dass du uns hilfst, unsere Aufmerksamkeit ganz auf dich zu richten, dass du im Mittelpunkt unserer Gedanken stehst und dass wir Jesus erkennen, wie er wirklich ist. Herr, offenbare uns Jesus, damit wir ihm folgen können, er, der für uns das Leben, die Wahrheit, das Licht, das Brot ist, die Tür, der gute Hirte, der Weinstock, mit dem wir verbunden sein wollen. Herr, wir möchten dich bitten, dass dieses Studium uns noch näher zu Jesus bringt. Du hast es versprochen, dass dein Wort nicht leer zurückkommen wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und Herr, das möchten wir jetzt in Anspruch nehmen und danken dir dafür im Namen Jesu.

[3:14] Amen. Wir wollen beginnen in Johannes Kapitel 3, und dort ab Vers 25 finden wir ein weiteres Zeugnis von Johannes dem Täufer über Jesus.

[3:28] Wir hatten bereits in Johannes 1 gesehen, was und wie Johannes der Täufer über Jesus gesagt hat. In Johannes 3, Vers 25, finden wir nun eine weitere Begebenheit, in der Johannes der Täufer die Gelegenheit erhält, durch die Umstände des Geschehens ein Zeugnis über Jesus zu geben.

[3:54] Johannes 3, Vers 25: "Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einigen Juden wegen der Reinigung."

[4:02] Alles beginnt interessanterweise mit einer theologischen Debatte. Die Frage war, was die Taufe genau bewirkt. Reinigung war ein großes Thema, ähm, ist es ja schon im Alten Testament.

[4:17] Und wir wissen aus Markus 7, dass die Juden zur Zeit Jesu, die Obersten, durch ihre zusätzlichen Regeln der Waschungen ein ganzes kompliziertes System der Reinigung geschaffen hatten. Die Botschaft des Johannes war auch in dieser Hinsicht interessant, denn Johannes machte deutlich: Es ging nicht darum, einfach die Hände, die Füße, die Polster, das Geschirr zu waschen, sondern sich selbst. Schon im Alten Testament wird immer wieder deutlich, dass wir uns geistlich waschen sollen. Wir denken da zum Beispiel an Jesaja Kapitel 1.

[5:01] Eine Diskussion, die von den Jüngern des Johannes ausgeht und die dann nicht nur mit den Obersten der Juden und den, ja, denen, die anderer Meinung waren als Johannes der Täufer, ausgefochten wird, sondern die auch zu einem Konflikt mit den Jüngern von Jesus führt.

[5:21] Offensichtlich haben die Jünger von Johannes behauptet, dass die Taufe des Täufers eine ganz entscheidend größere Qualität hatte als die, die durch Jesus und seine Jünger durchgeführt worden ist.

[5:36] Wir lesen in Vers 26: "Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis abgelegt hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm."

[5:51] Die Jünger von Johannes beschweren sich bei Johannes. Sie wissen ja noch, dass Johannes der Täufer Zeugnis abgelegt hatte über Jesus. Dieses Zeugnis hatten wir studiert in Johannes Kapitel 1, als Jesus vorbeiging dort und anwesend war bei der Predigt von Johannes dem Täufer, und Johannes gesagt hatte: "Siehe, das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt." Sie hatten das Zeugnis gehört, aber nicht verstanden. Mit anderen Worten, die Jünger beschweren sich bei Johannes, dass dessen Zeugnis tatsächlich eintrifft und seine Mission erfolgreich ist.

[6:32] Das erinnert uns fast ein bisschen an Jona. Satan benutzt hier die Jünger, um Johannes zu versuchen. Wenn er ihnen jetzt recht gibt, dann würde das einen schweren Schlag gegen den Dienst Jesu bedeuten. Obwohl der Einfluss von Johannes dem Täufer im Abnehmen begriffen ist, immer mehr und mehr Menschen folgen jetzt Jesus nach, könnte er doch noch durch eine, durch Eifersucht angefachte Kritik an Jesus das Evangelium stark gefährden. Aber Johannes denkt nicht so, er denkt nicht, wie wir Menschen es oft tun. Johannes war von der Liebe Gottes verwandelt. Der Satan versuchte ihn durch seine eigenen Jünger, die Jünger des Johannes, zu versuchen und dadurch dem Werk Jesu zu schaden.

[7:30] Aber Johannes nutzte diese für ein Zeugnis. Was machen wir, wenn unser Ego herausgefordert wird? Wenn Menschen insinuieren, dass andere zu Unrecht geehrt werden und wir mehr Ehre eigentlich verdient hätten? Stimmen wir zu? Lassen wir uns das gefallen? Oder nutzen wir die Gelegenheit, wenn andere uns erhöhen wollen, Zeugnis über Jesus zu geben?

[8:03] Vers 27: "Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann sich nichts nehmen, es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben."

[8:11] Diese große Lektion, die musste schon Nebukadnezar im Buch Daniel lernen. Immer wieder macht die Bibel deutlich, dass alles, was wir sind und haben, ein Geschenk Gottes ist. Jedes gute Geschenk, sagt Jakobus 1, Vers 17, kommt von Gott aus dem Himmel. Alles, was wir sind, sind wir allein durch die Gnade. Jeremia 1, Vers 5 macht deutlich, dass sogar unser gesamter Lebensentwurf, unsere Lebensaufgabe von Gott geplant ist. Und es kommt ja natürlich darauf an, ob wir das auch so annehmen oder nicht. Aber wir können nichts Gutes tun, wenn es uns nicht von Gott gegeben ist. Wir können kein deutendes Werk verrichten, wir können keine Ambition verfolgen, die zum Guten ist, wenn es nicht von Gott kommt. Jesus sagt: "Getrennt von mir könnt ihr nichts tun." Du und ich, lieber Freund, liebe Freundin, wir können ohne Jesus nichts tun. Alles, was wir sind, egal ob beachtet oder unbeachtet von der Welt, egal ob mit vielen Menschen, die uns zuhören oder vielleicht mit niemandem, alles, was wir haben, alles, was wir sind, jede Position, die wir bekleiden, die im Werk Gottes eine Rolle spielt, ist einzig ein Geschenk von Gott. Johannes macht das ganz deutlich: Er hat aus sich selbst heraus keine Ehre verdient. Jede Aufgabe im Werk Gottes ist ein Geschenk Gottes, eine Aufgabe, die Gott gibt. Selbst Jesus hat, das macht Hebräer 5, Vers 4 und 5 deutlich, die Aufgabe, Hoher Priester im Himmel zu sein, sich nicht selbst einfach genommen, sondern sie ist ihm von Gott gegeben worden.

[10:10] Vers 28: "Ihr selbst bezeugt mir, dass ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt."

[10:19] Er erinnert sie an das Zeugnis, dass sie ja durchaus noch im Hinterkopf hatten. Die Tatsache war den Jüngern wohl bekannt, wie wir in Vers 26 gesehen haben, aber sie hatten dieses Zeugnis nicht verstanden. Nicht Johannes ist der Christus, das hat er deutlich gesagt: "Ich bin nicht der Christus, sondern nur der Vorläufer." Wir erinnern uns an Johannes 1, wo er das mehrmals deutlich gemacht hat.

[10:45] Mit anderen Worten, die Jünger von Johannes, die jetzt schon seit vielen, vielen Monaten ihm folgten, seine Predigten gehört hatten und auch dabei waren, als er auf Jesus hingewiesen hatte, haben nicht begriffen, wie ernst es dem Johannes war, dass wirklich Jesus im Mittelpunkt steht und nicht er selbst.

[11:09] Man kann offenbar einer prophetischen Bewegung als getauftes Glied angehören, denn die Jünger des Johannes waren ja offensichtlich getauft, denn sie waren die Jünger von Johannes dem Täufer. Man kann also einer prophetischen Bewegung als getauftes Glied angehören und doch den eigentlichen Zweck dieser Bewegung, der auf Jesus gerichtet ist, übersehen.

[11:36] Kann es sein, dass auch uns das passiert, dass wir vielleicht einer prophetischen Bewegung, der Adventbewegung, angehören, die tatsächlich ihre Identität in der biblischen Prophetie findet, so wie Johannes seine Identität in der biblischen Prophetie gefunden hat?

[11:53] Eine Bewegung, die die Taufe predigt, so wie Johannes die Taufe gepredigt hat, die sich für eine Kleidungsreform und Gesundheitsreform einsetzt, so wie Johannes das durch sein Leben auch repräsentiert hat. Könnte es sein, dass wir, so wie die Jünger des Johannes, all das annehmen, all das mit Überzeugung vertreten und dabei übersehen, dass all das von Johannes dem Täufer ein Wegzeichen war, ein Wegweiser, damit Jesus erhöht wird?

[12:28] Kann es sein, dass wir vor lauter Begeisterung für die Prophetie und für die Reform und für Prediger, die all das predigen, wir übersehen, wie sehr es eigentlich allein um Jesus gehen muss? Dass die ganze Bewegung einen christozentrischen Zweck hat, Jesus zu erhöhen. Und wenn Jesus mehr und mehr im Mittelpunkt steht, wenn seine Gerechtigkeit jedes andere Thema einnimmt und durchdringt, nicht beseitigt, sondern durchdringt, wenn jedes Thema mehr und mehr aus dem Blickwinkel der Liebe, der Gnade und der Gerechtigkeit Jesu betrachtet wird, dann ist das für uns – dann sollte es für uns ein Grund zur Freude sein und nicht zur Eifersucht oder zum Ärger.

[13:23] Johannes 3, Vers 29: "Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams aber, der da steht und ihn hört, ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt."

[13:43] Jesus – Verzeihung – Johannes verwendet hier das bekannte Symbol von der Ehe. Wir finden in der Bibel immer wieder diese Idee, dass Gott sozusagen eine Ehe, geistlich gesprochen, mit seinem Volk eingeht. Wir haben im Sendemanuskript eine ganze Reihe von Belegversen, Parallelversen, die wir hier aus Zeitgründen nicht anführen können, aber die ihr ausführlich studieren könnt.

[14:09] Gott ist im Alten Testament der Bräutigam. Wir denken an Jesaja 54, wo Gott der Schöpfer das Volk Gottes wieder annimmt. In Jeremia 2, Vers 2 war der Bräutigam beim Exodus, er macht einen Ehebund mit Israel, Hesekiel 16, Vers 8 und so weiter und sofort.

[14:26] Interessanterweise bedeutet das, wenn Gott im Alten Testament der Bräutigam ist und Johannes hier darauf verweist, dass der Bräutigam Jesus ist, ist das ein weiterer Hinweis darauf, dass das Johannesevangelium, wie schon im ersten Vers, ganz deutlich die volle Gottheit, die Göttlichkeit Jesu, bestätigt.

[14:55] Johannes sagt deutlich: "Ich bin nicht der Bräutigam, ich bin nur der Freund des Bräutigams." Er freut sich, wenn die Gemeinde Gottes Jesus findet. Wenn wir unsere Mission erfüllen, die Gott uns individuell gegeben hat, dann werden wir voll Freude sein. Johannes freute sich über jeden Menschen, der zu Jesus kam.

[15:18] Damals war die Tradition des Bräutigamfreundes, der eine Art Trauzeuge war, in Judäa gut bekannt. Es gab jeweils einen Vertrauten des Bräutigams und der Braut. Die beiden waren so eine Art Vermittler vor der Hochzeit. Sie fungierten als Diener bei der Hochzeit und brachten das Paar zur Hochzeitskammer. Rabbinische Tradition beschreibt zum Beispiel Mose als den Freund der Braut, der dann Israel in 2. Mose 19 zum Bund mit Gott führt.

[15:50] Die Aufgaben des Freundes des Bräutigams waren, den Bräutigam zur Braut zu führen und nach der Hochzeit gute Beziehungen zwischen den Familien zu sichern, vor allem den guten Ruf der Braut zu verteidigen.

[16:06] Johannes hatte ein Ziel: dass Jesus und das Volk Gottes zusammenkommen. Das war sein großes Ziel. Wenn Jesus in der Gemeinde angenommen wurde, durch jeden Einzelnen, der sich zu Jesus bekannte, war das ein Grund zur Freude für Johannes den Täufer. Was ist dein Ziel, wenn du für Gott arbeitest? Dass Menschen mir folgen, dass die dir folgen, oder ist es unser Ziel, dass Menschen einfach Jesus folgen?

[16:38] Johannes bezeugte, dass er mit Jesus zusammenarbeitet, dass er für Jesus arbeitet und nicht für sich selbst. "Hoch erfreut", sagt er, "mit Freude erfreut", ein ganz typisches Idiom so im Original. Er sagt: "Diese meine Freude, diese Freude, die meine ist, die ist jetzt erfüllt."

[17:00] Vers 30, der berühmte Satz: "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen." Lieber Freund, Jesus muss zunehmen und wir müssen abnehmen, auch in unserem Leben, in unserem Dienst. Wir können von Johannes lernen, was es bedeutet, ein echtes Zeugnis über Jesus zu geben. Wer wirklich für Jesus Zeugnis geben möchte, der wird Jesus erhöhen und nicht sich selbst. Der wird nicht von sich selbst reden, sondern der wird von Jesus reden und von dessen Güte. Er wird froh sein, wenn Menschen Jesus nachfolgen, ganz egal, ob sie dann noch seine Predigten hören oder nicht. Lasst uns von Johannes lernen.

[17:52] Selten hat ein Mensch so edle, so wertvolle Worte gesprochen. Selten hat ein Mensch einen solchen echten Adel gezeigt wie Johannes der Täufer, als er nicht dem eigenen Ich Raum gegeben hat, sondern zufrieden war, dass jemand anders berühmter war als er selbst, weil er wusste: Das ist das, was den Menschen hilft. Das ist besser für die Menschen.

[18:18] Es ist für die Menschen besser, wenn sie bei Jesus sind, als wenn sie bei mir sind. Lasst uns von Johannes dem Täufer lernen. Jesus muss wachsen. "Die Mehrung seiner Herrschaft und des Friedens hat kein Ende", sagt Jesaja 9, Vers 6. Der Stein wächst in Daniel 2, bis er die ganze Erde erfüllt. Das Reich Gottes, Matthäus 13, Vers 31 und 32, ist zwar ein kleines Senfkorn, aber es wächst, es wächst und wird am allergrößten.

[18:50] Vers 31: "Der von oben kommt, ist über allen. Der von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der aus dem Himmel kommt, ist über allen."

[19:05] Jesus hat eine überragende Bedeutung. Johannes ist nur ein Mensch, aber Jesus ist nicht nur ein Mensch. Obwohl er Fleisch geworden ist, ist er das Wort Gottes. Er ist das Wort Gottes, und das Wort wurde Fleisch. Da ist, obwohl Johannes und Jesus beide Menschen waren und beide predigten und beide zur Taufe aufriefen, und Johannes sogar ein bisschen berühmter am Anfang war oder deutlich berühmter als Jesus – das hat sich dann ein bisschen verschoben – ein himmelweiter Unterschied zwischen den beiden gewesen. Denn Johannes war, auch wenn vom Heiligen Geist erfüllt, nur ein Mensch, aber Jesus kam von oben, wie Johannes 1 ab Vers 1 deutlich macht: "Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und das Wort war Gott." Und deswegen ist Jesus von überragender Bedeutung.

[20:14] Vers 32: "Und er bezeugt..." Johannes gibt ein Zeugnis hier. Er sagt zu den Jüngern: "Ihr bezeugt mir, dass ich das gesagt habe." Und jetzt spricht er davon, auch was Jesus bezeugt.

[20:27] Vers 32: "Und er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an." Eine ganz enge Parallele hier zu Johannes Kapitel 3, Vers 11, zu der Nikodemus-Episode, wo es hieß: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an." Wir sehen hier, dass Johannes der Täufer so sehr mit Gottes Geist erfüllt ist, dass die Worte, die er spricht, in seinem Zeugnis eine fast wörtliche Reflektion dessen sind, was Jesus selbst gesagt hat. So sehr können wir mit dem Geist Jesu erfüllt sein, dass wenn wir für ihn Zeugnis geben, wir Worte finden, die dem ähnlich, dem nahekommen, was Jesus selbst gesagt hat. Oder anders ausgedrückt: Ganz deutlich spricht Jesus selbst durch das Zeugnis des Johannes.

[21:32] Vers 33: "Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, dass Gott wahrhaftig ist."

[21:40] Wieder sehen wir, dass die vorherige Aussage, wie auch in Johannes 1 am Anfang, nicht bedeutet, dass niemand ihn angenommen hat. Im Wesentlichen oder in großen Teilen ist Jesus zwar abgelehnt worden, aber es war keine kategorische Aussage. So ähnlich hatten wir das in Johannes 1, Vers 11 und 12 gesehen. Dort wie hier gibt es Menschen, die Jesus persönlich angenommen haben. Und wer das annimmt, wer das Zeugnis von Jesus annimmt, der bestätigt – im Griechischen kann man auch übersetzen: der besiegelt – dass Gott wahrhaftig ist. Dass Gott wahrhaftig ist, sagt die Bibel an vielen Stellen, er kann gar nicht lügen. In 1. Johannes sagt dann derselbe Johannes, der dieses Evangelium schreibt, in Kapitel 5 und dort Vers 10: "Wer nicht glaubt, macht Gott zum Lügner", da Gott durch Christus sich offenbart hat. Mit anderen Worten, indem wir Jesus glauben, bestätigen wir sozusagen Gott. Also, wir bekräftigen vor dem Universum, dass Gott mit dem, was er gesagt hat und was er denkt, Recht hat. Es geht also, es geht im großen Kampf um die Behauptungen Satans über Gott, und unser Glaube ist letztlich auch eine Bestätigung, eine Besiegelung der Wahrhaftigkeit Gottes. Jeder Unglaube ist letztlich ein Vorwurf, dass Gott lügen würde. Natürlich wird durch unseren Unglauben Gott nicht tatsächlich zum Lügner – er sagt immer die Wahrheit – aber wir lassen den Anschein, wir erwecken sozusagen den Anschein, dass er... unser Zeugnis ist dann, dass Gott ein Lügner wäre, was dann zwar ein falsches Zeugnis ist, aber trotzdem ja seine Wirkung auf wiederum andere Menschen hat. Wollen wir also durch unseren Glauben ein Zeugnis geben dafür, dass Gott wirklich wahrhaftig ist und man seinem Wort vertrauen kann?

[23:54] Vers 34: "Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß."

[24:04] Jesus redet die Worte Gottes, er ist das Wort Gottes (Johannes 1, Vers 14). Und Jesus ist erfüllt mit der ganzen Fülle des Heiligen Geistes. Kolosser 1, Vers 19 sagt: "Die Fülle Gottes wohnte in Christus leibhaftig."

[24:27] Johannes macht deutlich, dass wenn Jesus spricht, dass wir nicht einen Rinnsal haben an Inspiration, sondern die volle Quelle, das Wort Gottes, das zu uns spricht.

[24:43] Vers 35: "Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben."

[24:46] Dieser Vers ist sehr interessant. Wir haben schon gesehen, es gibt Parallelen zwischen dieser Begebenheit und der Geschichte mit Nikodemus. Dort finden wir einen ganz ähnlichen Vers in Johannes 3, Vers 16. Dort heißt es: "Denn so hat Gott die Welt geliebt." Wir erinnern uns an die bronzene Schlange in Vers 14 und 15. "Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat." Johannes 3, Vers 16 sagt: "Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab." In Johannes 3, Vers 35 heißt es jetzt: "Der Vater liebt den Sohn und hat deswegen alles, die ganze Welt, in seine Hand gegeben."

[25:36] Beide Aussagen gehören zusammen: Aus Liebe zur Welt hat Gott seinen Sohn der Welt gegeben, aber aus Liebe zum Sohn hat Gott auch ihm alles, die ganze Welt, gegeben. Jesus wird König über diese Welt sein für alle Ewigkeit. Wenn wir also annehmen, dass Jesus gegeben worden ist für uns, weil Gott uns so liebt, dann müssen wir auch glauben, dass wir unser Leben Jesus geben sollen, weil Gott auch Jesus unendlich liebt. Jesaja 42, Vers 1: "Gott liebt seinen Gesalbten und hat alles in seine Hand gegeben", wie Psalm 2, Vers 8 oder auch Epheser 1, Vers 22 deutlich machen.

[26:34] Vers 36: "Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der..."

[26:44] wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. Auch hier haben wir den Gedanken, den wir aus Johannes 3 Vers 16 kennen: Durch den Glauben haben wir ewiges Leben, durch Unglauben werden wir verloren gehen. Wir sehen also hier, dass es eine ganze Reihe von interessanten Parallelen gibt und Johannes der Täufer letztlich die gleiche Botschaft predigt, die Jesus auch dem Nikodemus gepredigt hat.

[27:17] Und das zeigt uns, dass ein Mensch, der nicht sich selbst im Werk Gottes erhöhen möchte, sondern Jesus erhöhen möchte, dass er dabei durch den Geist die Worte sprechen wird und sprechen kann, die Jesus ihm gibt. Er wird dann in seiner Botschaft mit Jesus übereinstimmen. Möchtest du die Botschaft Jesu weitergeben? Dann lass uns von Johannes lernen, uns selbst abnehmen, damit Jesus wachsen kann, auch in unserem Leben, und seine Botschaft, seine Worte, sein Evangelium sichtbar werden, hörbar werden, auch in unserem Leben.

[28:07] Wie schon gerade angesprochen, gibt es interessante Parallelen zwischen Nikodemus und der Episode, die wir hier gelesen haben. In beiden Fällen geht es um theologische Streitfragen, die an Jesus beziehungsweise an Johannes den Täufer herangetragen werden. In beiden Fällen geht es um eine limitierte Anerkennung Jesu, die nur auf Äußerlichkeiten beruht. Ja, Nikodemus sagt: „Wir anerkennen, dass du ein Lehrer bist, weil du die Zeichen tust.“ Die Jünger von Johannes anerkennen natürlich Jesu Dienst in gewisser Weise, weil ja Johannes ihn ja selbst bestätigt hat und bezeugt hat.

[28:45] In beiden Geschichten haben wir diese Erklärung, dass Jesus vom Himmel kommt. In beiden geht es darum, dass Jesus wachsen muss beziehungsweise in Johannes 3 Vers 14, Vers 15, dass er erhöht werden muss. In beiden finden wir die Idee, dass allein der Glaube an Jesus zum Leben führt und dass es trotzdem eine oder zudem eine weitgehende Ablehnung des Zeugnisses von Jesus gibt.

[29:11] In der Lektion wird jetzt ein bisschen Bezug genommen auf Johannes 1 Vers 32 bis 36. Das überspringen wir hier aus dem einfachen Grund, weil wir das schon in der Lektion Nummer 4 uns genauer angeschaut haben. Wer möchte, kann da noch einmal nachschlagen, auch im Sendemanuskript.

[29:35] Wir wollen jetzt zur nächsten Geschichte gehen in Johannes 6 und dort ab Vers 51. Johannes 6 ab Vers 51. Wir sind hier in der Geschichte am Tag nach der Speisung der 5000. Wir haben ja Teile davon uns auch schon genauer angeschaut und es geht jetzt hier in Johannes 6 ab Vers 51 um die sich zuspitzende Krise, die dort an diesem Tag um das Passah des Jahres 30 herum dazu geführt hat, dass viele Jünger von Jesus Jesus letztlich verlassen haben.

[30:17] Jesus hatte, nachdem am Tag nach der Speisung der 5000 wieder viele Menschen zu ihm kommen, deutlich gemacht, dass er sehr genau wusste, dass es weltliche Motive waren, die schon am Tag zuvor dazu geführt hatten, dass man Jesus zum König machen wollte, worauf Jesus das sofort unterbunden hat und sich zurückgezogen hat. Er hat den Menschen deutlich gemacht, dass sie für die geistliche Speise wirken sollen und nicht für die irdische und hat dann deutlich gemacht, dass er das Brot ist, das aus dem Himmel herabgekommen ist und dass er allein ewiges Leben geben kann.

[30:53] Wir lesen ab Vers 51 in Johannes 6: „Ich bin“, sagt Jesus, „ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, das ist mein Fleisch, dass ich geben werde für das Leben der Welt.“

[31:15] Wieder haben wir die Idee, dass Jesus vom Himmel herabgekommen ist. Das Bild von dem lebendigen Brot ist natürlich ein Bild. Wir denken auch an das lebendige Wasser in Johannes 4 Vers 10 und 11. Er betont hier das Brot, das er geben wird, anders als Mose, der ja hier von der Menschenmasse als Vergleich herangezogen worden ist, als sie gesagt haben: „Was für ein Zeichen tust du? Mose hat uns doch hier das Manna gegeben.“

[31:47] Was bedeutet das konkret, was Jesus hier sagt: „Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.“ Jesus macht deutlich, es gibt eine Sache allein, die unser geistliches Leben stärkt, einen einzigen Zugang zum ewigen Leben, und das ist der Tod Jesu für meine Sünden. Ohne dass ich Jesus als meinen Erlöser annehme, kann ich nicht gerettet werden. Ich kann kein ewiges Leben haben. Ewiges Leben zu haben, das Brot des Lebens essen, bedeutet zu glauben, dass Jesus für mich gestorben ist.

[32:43] Er sagt, dass ich geben werde für das Leben der Welt. In Johannes 1 Vers 29 hatte der Täufer gesagt, dass Jesus die Sünden der Welt hinwegnimmt. In Johannes 3 Vers 16 haben wir gesehen, dass Jesus gegeben vom Vater, weil der die Welt so liebt, damit die Menschen ewiges Leben haben können.

[33:08] Das Brot als Symbol für die Erlösung durch den Glauben. Am Abend zuvor hatte Jesus unfassbare Mengen an Brot produziert, und zwar für jeden Einzelnen war mehr als genügend da. Es war mehr da, als 5000 Männer plus Frauen plus Kinder essen konnten. Und damit wollte er jetzt deutlich machen, durch die Verbindung dieses Wunders mit den jetzigen Worten, dass für jeden Menschen, egal ob Mann oder Frau oder Kind, es für jeden Menschen genügend Erlösung da ist. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du Jesus glaubst, ist mehr als genügend Erlösung vorhanden. Du wirst gar nicht alles essen können in deinem Leben, was Jesus dir an Segen schenken möchte.

[34:18] Vers 52: „Da stritten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?“ Wie oft wird die geistliche Wahrheit, die Jesus ausdrückt, durch eine übertrieben buchstäbliche Interpretation so ein bisschen ins Lächerliche gezogen? Nikodemus meinte, man könne doch nicht wieder in den Mutterleib hineingehen, wenn man noch mal neugeboren werden will. Genauso hat auch die Samariterin die Worte Jesu zunächst zu buchstäblich verstanden.

[34:57] Geistliche Dinge, sagt 1. Korinther 2 Vers 14, müssen geistlich beurteilt werden. Dem natürlichen Menschen erscheinen sie als eine Torheit. Gottes Wort werden wir nur richtig verstehen, wenn wir auch geistlich denken wollen und offen sind für das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben.

[35:18] Dieses Missverständnis war aber eigentlich gar nicht nötig. Es hätte kein Missverständnis geben müssen, denn Jesus hatte ja in Vers 47 bereits ganz deutlich gesagt, was er meinte. Er hat in Vers 47 gesagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben.“ Also ganz deutlich, es ging darum, an Jesus zu glauben, und jetzt wollte er ein bisschen genauer erklären, was das bedeutet, an ihn zu glauben.

[35:51] Sein Fleisch zu essen bedeutete natürlich nicht buchstäblich sein Fleisch zu essen, aber er wollte damit deutlich machen, dass der Glaube an ihn weitergehen muss als nur ein Glaube, dass Jesus ein guter Mann ist oder ein Prophet oder ein Lehrer, sondern der Erlöser für die Sünde.

[36:08] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du Jesus nur für einen guten Kumpel hältst oder für einen mächtigen König oder für einen wunderwirkenden Sozialreformer, dann wird das nicht für das ewige Leben reichen. Du musst glauben, dass er deine Sünde, alle deine Sünden am Kreuz auf sich genommen hat, getragen hat. Und wenn wir das glauben, und zwar das glaubt man nicht einmal und ist dann gerettet, sondern daraus lebt man. Man lebt aus diesem Glauben, wie Römer 1 Vers 17 sagt: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Woraus lebt? Er lebt aus jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorkommt. Das sagt Jesus ja schon in Matthäus 4 Vers 4. Wir müssen glauben, so wie wir täglich essen, so müssen wir täglich glauben, dass Jesus für uns gestorben ist.

[37:12] Vers 53: „Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch.“ Es wird noch deutlicher, so dass man es absolut nicht missverstehen kann. Wahrlich, wahrlich, wenn Jesus das sagt, Amen, Amen, dann wissen wir, jetzt kommen zentrale, unumstößliche Aussagen, die Fundamente unseres Glaubens sind.

[37:45] Es war ja offensichtlich, dass das nicht buchstäblich gemeint sein kann. Die Menschenmenge war wahrscheinlich viel zu groß, als wenn man das hier kannibalistisch hätte deuten wollen. Jesus macht deutlich: Ewiges Leben ist nicht etwas, was wir in uns haben. Wenn wir nicht die Erlösung annehmen, die Jesus uns anbietet, haben wir kein Leben in uns. Übrigens interessanterweise auch ein interessantes Argument gegen eine grundsätzlich unsterbliche Seele. Dieses Konzept einer unsterblichen Seele widerspricht diesem Gedanken. Wir haben kein ewiges Leben, wenn wir nicht vom Fleisch Jesu und von seinem Blut essen und trinken, das heißt an seinen Kreuzestod glauben.

[38:38] Vers 54: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“ Wiederum bezieht sich Jesus hier auf Verse, die er vorher schon gesagt hatte, in Vers 39 zum Beispiel: „Und das ist der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich es auferwecke am letzten Tag.“ Vers 40: „Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“

[39:14] Jesus hatte all das schon gesagt, ohne das Bild vom Fleisch essen und vom Blut trinken, und trotzdem hatten sie über ihn gemurrt. Vers 41: „Da murrten die Juden über ihn.“ Das heißt, dass sie jetzt sich an der Wortwahl in Vers 51 und 54 und 53 stoßen, ist vorgeschoben. Als Jesus noch nicht davon sprach, dass man sein Fleisch essen muss und sein Blut trinken muss, haben sie trotzdem schon über ihn gemurrt.

[39:51] Wenn Menschen sich an Worten stoßen und damit das Evangelium ablehnen, dann ist das mitunter wie hier nur vorgeschoben. Dann sucht man nach einem Grund, nicht glauben zu müssen, wenn man es bewusst missverstehen möchte. Aber wer das ganze Kapitel liest, sieht ganz deutlich, welcher Geist hier geherrscht hat unter den Menschen, die Jesus jetzt ablehnten.

[40:17] Vers 55: „Denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und mein Blut ist wahrhaftig Trank.“ Er ist das wahre Brot. In Johannes 1 Vers 9 wird er das wahre Licht bezeichnet. Das, was uns wirklich am Leben hält, ist der Glaube an den Kreuzestod Jesu.

[40:41] Vers 56: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.“ Die Verbindung mit Jesus ist nur möglich, lieber Freund, liebe Freundin, wenn wir dauerhaft an das Kreuz glauben. Er macht es ganz deutlich: Wer Jesu Fleisch isst und wer sein Blut trinkt, der bleibt in ihm und ich in ihm.

[41:12] Vielleicht fragst du dich auch mal so wie ich: Wie kann ich besser bei Jesus bleiben? Wie kann ich in ihm bleiben? Wie kann die Verbindung so eng sein, dass sie durch nichts, durch keine Umstände, durch keine innere Versuchung, durch nichts getrennt wird? Jesus sagt das, das Geheimnis: Wenn wir uns ständig, täglich, so wie wir Brot essen, so wie wir uns täglich ernähren, wenn wir täglich über den Kreuzestod nachdenken, dann bleiben wir bei Jesus. Und deswegen ist er so deutlich, und deswegen wiederholt er diesen Punkt so oft, weil wir alle haben genau das nötig, dass wir nicht nur einmal begeistert von Jesus sind, ihn zum König machen wollen und dabei unsere eigene Agenda so ein bisschen noch durchdrücken möchten, dass wir wirklich Jesus folgen und bei ihm bleiben. Das ist das Entscheidende für die Endzeit, dass wir bei Jesus bleiben und ihn nicht verlassen. Und wer sind diejenigen, die ihn nicht verlassen? Es sind diejenigen, die von seinem Kreuzestod leben, die das glauben und daran festhalten.

[42:34] Vers 57: „Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters Willen lebe, so wird auch der, welcher mich isst, um meinetwillen leben.“ Die Formulierung ist recht außergewöhnlich. Nirgendswo sonst im Neuen Testament wird Gott der Vater als der lebendige Vater bezeichnet. Aber wir finden Jeremia 10 Vers 10: „Gott ist der wahre, der lebendige Gott.“ Auch Jesus ist das lebendige Brot. Er hat Leben in sich selbst, wie die Bibel uns sagt. Das hat Gott der Vater ihm erlaubt, dass auch als er Mensch gewesen ist, er Leben in sich selbst haben konnte. Johannes 5 Vers 26.

[43:23] Jesus hat zwar aus sich selbst heraus gelebt, er existiert aus sich selbst heraus. Er hat sich abhängig vom Vater gemacht, um uns zu erreichen und ein Vorbild zu sein.

[43:42] Wenn wir an den Kreuzestod Jesu glauben, wenn wir persönlich glauben, dass Jesus meine Sünden getragen hat, glaubst du das, lieber Freund, liebe Freundin? Glaubst du, dass Jesus alle deine Schuld am Kreuz auf sich genommen hat, sich damit identifiziert hat? Wenn wir das glauben, dann leben wir durch Jesus.

[44:10] Vers 58: „Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie das Manna, das eure Väter gegessen haben und sind gestorben. Wer dieses Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.“ Hier wird noch einmal zusammengefasst, was die ganzen letzten Verse Jesus gesagt hat, und er macht einen Aufruf.

[44:32] Vers 59: „Dies sprach er, als er in der Synagoge von Kapernaum lehrte.“ Er bringt alles auf einen Punkt, macht deutlich, dass es nicht das Manna war, das Menschen erretten wird. Denn die Israeliten, die das Manna gegessen haben, 40 Jahre in der Wüste, sechs Tage die Woche, sind trotzdem, weil ihnen der Glaube fehlte, die allermeisten von ihnen gestorben. Das Manna schenkt kein ewiges Leben. Selbst dieses unfassbar große Zeichen, das in den Augen mancher, die hier waren, ein angeblich größeres Zeichen gewesen war als die 5000 Männer, die Jesus satt gemacht hat mit den fünf Broten und zwei Fischen, auch dieses Zeichen vom Manna konnte kein ewiges Leben geben. Deswegen macht Jesus ganz deutlich: Das ewige Leben hängt nicht an fünf Broten und zwei Fischen, die ich vermehre. Es hängt nicht an dem Manna, sondern es hängt an mir. All das, die fünf Brote und zwei Fische vermehrt, waren ein Symbol für das Evangelium durch Jesus. Das Manna in der Wüste war natürlich ein Symbol für Jesus, den man im Glauben annehmen muss.

[45:48] Vers 60: „Viele nun von seinen Jüngern, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede.“ Wörtlich steht dort im Griechischen: „Hart ist diese Rede.“ Damit geht der Satz los. Dieses Empfinden, das als zu krass, „wer kann sie hören?“ Die Reaktion kommt jetzt nicht einfach nur von irgendwelchen aus der Menschenmasse, sondern von Jüngern von Jesus selbst.

[46:11] Das Murren der Juden in Vers 41 und 42 springt offensichtlich auf etliche der Jünger von Jesus über. Matthäus 11 Vers 16 hatte Jesus dem Täufer sagen lassen, dass glücklich ist, wer nicht Anstoß nimmt an ihm. Jetzt fangen Jünger an, Anstoß zu nehmen an Jesus.

[46:37] Vers 61: „Da aber Jesus bei sich selbst erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis?“ Das Wort Ärgernis hier, Skandalit, so ärgert euch das, ist das ein Skandal für euch, was ich hier sage? Jesus weiß, wenn wir uns innerlich über sein Wort beschweren. Vielleicht können wir in der Gemeinde ein schönes Gesicht machen, uns nett anziehen und den Eindruck erwecken, als würden wir alles glauben und zu allem Ja und Amen sagen, aber Jesus weiß, wenn wir uns innerlich über sein Wort beschweren. Jesus ist Gott, er sieht und weiß alles. Vor Gott ist alles aufgedeckt, Hebräer 4 Vers 13.

[47:19] Vers 62: „Wie nun, wenn ihr den Sohn des Menschen dorthin auffahren seht, wo er zuvor war?“ Mit anderen Worten, wenn ihr euch über diese Worte ärgert, was werdet ihr dann sagen, wenn Jesus in den Himmel fährt? Jesus bezieht sich hier offensichtlich bei dem Sohn des Menschen, der auffahren wird, auch auf Daniel 7 Vers 13 und 14, wo er zum Vater ins Gericht gebracht wird und dort das ewige Königreich empfängt. Zumindest sind die Worte „Sohn des Menschen“ auf jeden Fall aus Daniel 7 hier wiederum entlehnt.

[48:02] Wir hatten schon in Johannes 3 Vers 13 gesehen, dass Jesus sich als den Menschensohn bezeichnet, der aus dem Himmel herabgestiegen ist. Ja, und der dann, also Vers 13 heißt es: „Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, selbst außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen, der im Himmel ist.“ Wenn also die Jünger sich schon daran stoßen, dass ihr ewiges Leben von Jesus abhängt, dass er für sie sterben wird, was werden sie dann sagen, wenn sie erkennen sollen, dass er Gott ist, der auch wieder in den Himmel zurückgehen wird?

[48:51] Vers 63: „Der Geist ist es, der lebendig macht. Das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.“ Der Geist macht lebendig. Auch hier haben wir wieder eine Parallele zu Johannes 3, wo Jesus dem Nikodemus gesagt hatte: „Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.“ Mit anderen Worten, Jesus macht deutlich: Ihr müsst meine Worte geistlich verstehen. Wenn wir das Wirken des Heiligen Geistes nicht zulassen, werden wir, obwohl wir vielleicht sogar eine Zeitenlang Jünger von Jesus gewesen sind, ihn wieder verlassen. Wir haben mehr Bibeltexte hier im Sendemanuskript, die ihr euch dann alleine anschauen könnt.

[49:36] Wir lesen weiter in Vers 64: „Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.“ Jesus weiß ganz genau, wer mitläuft, wer heuchelt und wer es ernst meint.

[49:59] Wir werden sehen, diese Geschichte zeigt, es gibt zwei Gruppen von Menschen. Keine von den beiden Gruppen waren zu diesem Zeitpunkt vollkommen. Keine von den beiden Gruppen hatte vollständig verstanden, was das Evangelium aussagt. Aber eine Gruppe war offen zu lernen. Das waren die Jünger um Petrus, die dann geblieben sind. Aber viele der anderen Jünger waren dazu nicht bereit. Und Jesus sagt ihnen ganz: „Ihr glaubt nicht. Was euch fehlt, ist Glaube.“

[50:34] Vers 65: „Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben.“ Echte Nachfolge Jesu ist immer ein Geschenk und nur aus Gottes Kraft möglich. Wenn wir versuchen, aus eigener Kraft Jesus nachzufolgen, weil das politische, familiäre, sonstige Vorteile nach sich ziehen könnte, dann werden wir irgendwann damit wieder aufhören. Nur wenn es Gottes Wirken in uns ist, nur wenn wir uns ziehen lassen vom Heiligen Geist, dann werden wir auch bei Jesus bleiben. Dann wird es echte Nachfolge aus dem Glauben sein.

[51:18] Vers 66: „Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm.“ Das Griechische sagt wirklich: „Weg von Jesus, hin zu den zurückliegenden.“ Damit sind die zurückliegenden Dinge gemeint. Sie sind also wieder dorthin gegangen, von wo sie eigentlich einmal gekommen sind. Sie sind wieder in ihren alten Beruf, in ihre alten Dinge. Das, was sie für Jesus aufgegeben hatten, haben sie jetzt wieder aufgesucht.

[51:57] Das war die große Krise in Galiläa, ein Jahr vor der Kreuzigung. Viele Jünger haben Jesus dauerhaft verlassen, weil sie gemerkt haben, es geht hier nicht darum, einfach nur Fan eines Stars zu sein. Es geht hier nicht darum, einfach eine möglichst gute Position beim baldigen König abbekommen zu können, sondern hier geht es darum, sein gesamtes Leben abhängig zu machen von Jesus und ihm völlig zu vertrauen und das ganze ewige Leben von ihm abhängig zu machen.

[52:46] Vers 67: „Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen?“ Interessanterweise im Deutschen klingt das ein bisschen... im Griechischen kommt das...

[52:56] bisschen im Griechischen kommt das raus, dass die Frage eigentlich so was ist wie: Ihr werdet nicht auch gehen? Oder eine Frage, die so formuliert ist, dass sie eigentlich eher eine, dass sie eine negative Antwort erhofft. Jesus wünscht sich, dass sie bleiben. Jesus macht es nicht. Jesus sagt nicht: Wollt ihr auch gehen? Ja, so Jesus ist nicht beleidigt, sondern Jesus hofft – er weiß es ja – aber die Art und Weise, wie er es formuliert, macht deutlich, dass er ihnen deutlich macht: Ich wünsche mir so sehr, dass ihr bleibt. Diese Frage war an alle zwölf gerichtet. Wir werden gleich sehen: Jesus wusste, einer von den Zwölfen wird zwar jetzt bleiben, aber später gehen. Aber sein Wunsch, dass sie alle bleiben, galt allen.

[53:58] 12. Da antwortet ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens. Niemand, lieber Freund, liebe Freundin, ist eine Alternative zu Jesus. Petrus hatte die Worte gehört. Wir wissen, dass Petrus diese Worte nicht mal richtig begriffen hat. Denn als später Petrus von Jesus hört, dass Jesus nach Jerusalem gehen wird, dass er dort gefoltert wird, dass er geschlagen wird, dass er gekreuzigt wird und sterben wird, dann will Petrus nichts davon hören. Petrus hat also die Worte hier in Johannes 6, Vers 51 und folgende, nicht theologisch korrekt verstanden, aber er wollte an Jesus festhalten. Und das war der entscheidende Punkt. Er hat gespürt, dass diese Worte sein Leben bedeuten, dass diese Worte sein Leben verändern, auch wenn er sie noch gar nicht völlig durchdrungen hatte, sogar den entscheidenden Kerngedanken noch gar nicht richtig begriffen hatte, hat er trotzdem gemerkt: Diese Worte sind für mein ewiges Leben entscheidend.

[55:01] Lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht gibt es Dinge, die du noch nicht richtig verstehst, Dinge, wo falsche Ideen deinen Blick trüben. Aber bleib bei Jesus, halte fest an ihm. Verlass nicht die Bibel. Gott kann dir Stück für Stück die Wahrheit offenbaren. Bleibe bei den Worten des ewigen Lebens.

[55:29] Vers 69: Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes. Das ist vor Matthäus 16, vor der berühmten Stelle, die alle immer zitieren, wenn es darum geht, dass Petrus bekennt, dass Jesus der Christus ist. In Matthäus 16 ist das keine Spontanerkenntnis, sondern schon in Johannes 6, was einige Zeit vorher gewesen ist, mindestens einige Wochen, wenn nicht Monate, macht Petrus deutlich, was er glaubt und was er auch schon vorher geglaubt hat. Auch hier ist es ja keine plötzliche, spontane Erkenntnis, sondern bestätigt das, was auch er und auch die anderen glauben, seit dem ersten Tag. Hat Andreas dem Simon gesagt: Wir haben den Messias gefunden. Das war von Anfang an ihre Überzeugung.

[56:31] Vers 70: Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch zwölf erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel? Diabolos, ein Durcheinanderwerfer. Er redete aber von Judas, Simons Sohn, dem Iskariot. Denn dieser sollte ihn verraten, er, der einer von den Zwölfen war. Jesus wollte nicht, dass Judas gehen würde, aber er wusste, dass, obwohl Judas hier blieb, er später einmal gehen würde. Und Jesus wusste, dass Simon, der hier blieb, später einmal beinahe gegangen wäre, aber sich doch im letzten Entscheid-Moment an Jesus festgehalten hat, an die Worte des Lebens geklammert hat und Vergebung und Wiederherstellung und Wiedereinsetzung erfahren hat und Erfüllung mit dem Heiligen Geist, sodass er zu Pfingsten ein noch größeres Zeugnis geben konnte.

[57:39] Lieber Freund, liebe Freundin, kannst du mit Petrus sagen, auch wenn du nicht alles theologisch verstanden hast: Jesus hat Worte ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass er der Christus ist, der Sohn des lebendigen Gottes.

[58:06] Nur ganz kurz wollen wir ein paar Gedanken noch aus Johannes 7 anschauen. In Johannes 7 und dort ab Vers 37 macht Jesus einen großartigen Aufruf. Es heißt hier: Aber am letzten, dem großen Tag des Festes – das ist einige Zeit später beim Laubhüttenfest des Jahres 30, ein halbes Jahr vor der Kreuzigung – stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke. Hier wird jetzt das Bild wieder wie in Johannes 4 vom Trinken verwendet, so wie in Johannes 6 vom Brot essen. Lieber Freund, liebe Freundin, hast du Durst? Sehnst du dich nach einer geistlichen Erfüllung? Lass uns zu Jesus kommen. Bei ihm können wir trinken. Vers 38: Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben. Denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. Es war der letzte große Tag. Es war ein Tag, an dem nach dem Zeugnis von 3. Mose 23, Vers 36, am 22. Tischri keine Arbeit stattfinden soll. Das war eine besondere Festversammlung. Die Leute hatten Zeit. Jesus stellte sich hin und sagte: Kommt zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Mit anderen Worten hier ausgedrückt: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke.

[59:31] Wir alle können zu Jesus kommen, wie wir sind. Und wenn wir an ihn glauben, wie die Schrift gesagt hat – also wie können wir zu Jesus kommen? Indem wir die Bibel aufschlagen, lesen, was sie über Jesus sagt und dem glauben, was sie über Jesus sagt. Wir müssen nicht physisch zu Jesus kommen, sondern indem wir dem biblischen Zeugnis über Jesus glauben. Wenn wir dem biblischen Jesus vertrauen, so wie er in den Schriften des Alten und des Neuen Testaments durch Prophezeiung, durch Evangelien, durch Briefe uns vorgestellt wird und wo wir ihn kennenlernen. Wenn wir ihm vertrauen, dann werden wir selbst zu einer Quelle des Wassers, oder besser gesagt, so wie es Jesus richtigerweise sagt in Johannes 4: Die Quelle ist dann in uns. Denn dann haben wir einen direkten Kontakt mit ihm, der die Quelle ist. Wir werden die Quelle bei uns haben und werden erquickt sein, werden erfrischt sein durch den Heiligen Geist. Echter Glaube führt dazu, dass der Heilige Geist uns so sehr erfüllt, dass wir auch anderen erzählen wollen, was Jesus für uns getan hat und tut.

[1:00:46] Vers 40: Viele nun aus der Volksmenge sagten, als sie das Wort hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. Gemeint ist natürlich der Prophet aus 5. Mose Kapitel 18, Vers 15. Andere sprachen: Dieser ist der Christus, also der Messias, was biblisch gesehen eigentlich dasselbe ist. Aber wie wir schon sehen konnten, haben damals die Menschen das durchaus unterschieden, weil sie dachten, dass dieser Prophet jemand anders ist als der Christus, wie wir an Johannes 1 an den Fragen der Leviten und Pharisäer-Priester auch sehen konnten. Andere aber sagten: Kommt der Christus denn aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift, dass der Christus aus dem Samen Davids kommt und aus dem Dorf Bethlehem, wo David war? Hier gibt es Menschen, die Jesus mit der Bibel in der Hand ablehnen.

[1:02:10] Sie haben die richtige Bibelstelle gefunden. Sie wissen aus Micha Kapitel 5, dass aus dem Dorf Bethlehem, aus der Stadt Bethlehem, der Messias kommen soll. Sie wissen aus der Typologie, sie wissen aus dem Alten Testament, aus den Propheten, dass der Messias, der Sohn Davids sein wird. Alles, was sie hätten tun müssen, wäre einmal Jesus kennenzulernen. Sie hätten zu Jesus gehen müssen, ihn fragen müssen, wer er ist, wo er herkommt. Und sie hätten die Geschichte von Bethlehem erfahren. Ihnen fehlte es nicht an biblischer Erkenntnis, ihnen fehlte es an Interesse, sich wirklich für Jesus zu interessieren und die Erkenntnis auch praktisch anzuwenden.

[1:02:35] Vers 43: So entstand und seinetwegen eine Spaltung unter der Volksmenge. Jesus ist zwar kein Spalter, aber die Wahrheit wird immer trennen zwischen denen, die aufrichtig suchen, und denen, die selbst nur auf sich schauen und die kein Interesse daran haben, korrigiert zu werden und die ihre eigene Meinung zum eigenen Gott erheben. Vers 44: Und etliche von ihnen – übrigens, das passiert auch heute noch. Auch heute wird die Predigt des wahren Evangeliums immer eine solche Spaltung herbeiführen.

[1:03:11] Und etliche von ihnen wollten ihn ergreifen, doch legte niemand Hand an ihn. Nun kamen die Diener zu den obersten Priestern und Pharisäern zurück, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?

[1:03:26] Die Diener antworteten – jetzt kommt eines der bemerkenswertesten Zeugnisse im ganzen Johannesevangelium, in der ganzen Bibel. Männer, die ausgesandt worden waren, um Jesus gefangen zu nehmen. Security-Personal, das waren schon sicherlich eher Jungs von der raueren Sorte, die den spezifischen Auftrag hatten, Jesus festzusetzen. Vers 46: Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch.

[1:04:24] Die Security-Menschen wollten Jesus festnehmen, hörten ihn predigen und sind stehen geblieben und haben zugehört. Die Worte Jesu haben Menschenherzen verändert. Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch. Diese Menschen waren offen, obwohl sie eigentlich einen anderen Plan hatten. Egal, wer wir sind, egal, was wir bisher über Jesus gedacht haben: Wenn wir eine Liebe zur Wahrheit haben, wenn wir offen sind, werden wir feststellen: Die Worte Jesu sind anders als alle anderen Worte. Sie sind unvergleichlich, können weder mit Philosophen, noch mit Staatsmännern, Politikern, Juristen, Dichtern, mit Wissenschaftlern – niemandem kann das, niemand solche Worte wie Jesus, so wie Petrus gesagt hat: Zu wem sollen wir gehen? Du allein hast Worte ewigen Lebens.

[1:05:08] Vers 47: Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid auch ihr verführt worden? Sie halten also Jesus für einen Verführer. Vers 48: Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn? Für sie war das Argument: Wenn die Theologen das nicht glauben, dann kann es nicht wahr sein. Aber es hat schon oft Dinge in der Kirchengeschichte und in der biblischen Geschichte gegeben, wo die Theologen falschlagen und Gott einfachen Menschen die Wahrheit offenbart hat. Das Evangelium ist eines der bekanntesten Beispiele. Vers 49: Aber dieser Pöbel, der das Gesetz nicht kennt, der ist unter dem Fluch. Hier sehen wir schon, was für eine Geisteshaltung diese Obersten gehabt haben. Sie hielten sich für besser, für intelligenter, für ausgebildeter, für gebildeter. Und das Zeugnis der Menschen, die durch Jesus Veränderung erfahren haben, das hat sie nicht interessiert. Dabei hatten sie selbst eigentlich eher das Problem, was sie hier dem Pöbel unterstellt haben.

[1:06:16] Vers 50: Da spricht zu ihnen Nikodemus, der bei Nacht zu ihm gekommen war und einer der ihren war. Und dadurch bekommt jetzt Vers 48 einen ganz neuen Twist. Denn Vers 48 hatten sie gefragt: Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn? Nun, Nikodemus ist kein Jünger von Jesus zu dem Zeitpunkt. Er hat sich nicht offen zu ihm bekannt. Aber die Worte von Jesus damals in Johannes 3, schon einige Zeit her, die wirken in ihm nach. Die hören nicht auf, ihre Arbeit zu tun. Nikodemus bewegt das seit langer Zeit in seinem Herzen. Und er tritt jetzt ein für Jesus.

[1:07:01] Richtet, Vers 51: Richtet unser Gesetz einen Menschen, es sei denn, man habe ihn zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut? Er möchte einen fairen Umgang mit Jesus.

[1:07:14] Und impliziert, dass die Obersten, die sich so sehr des Gesetzes rühmen, selbst nicht nach dem Alten Testament handeln. Vers 52: Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche nach und sieh: Kein Prophet ist aus Galiläa hervorgegangen. Interessant, dass sie einen Menschen zum Bibelstudium auffordern, damit er nicht an Jesus glaubt. Das ist ein bisschen an Johannes 5, als Jesus sagte: Ihr forscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben. Und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen. Ihr Argument war: Bisher gab es keinen Propheten aus Galiläa, deswegen wird es auch keinen mehr geben. Aber dieses Argument hat keine Kraft.

[1:08:03] Denn die Bibel sagt ja interessanterweise in Jesaja Kapitel 8, Vers 23: Doch bleibt nicht im Dunkel das Land, das bedrängt ist, wie in der ersten Zeit das Land Sebulon und das Land Naftali gering machte. So wird er in der letzten Zeit den Weg am See zu Ehren bringen, jenseits des Jordan, das Gebiet der Heiden, Galiläa. Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen. Über den Bewohnern des Landes der Todesschatten ist ein Licht aufgeleuchtet. Nein, aus Galiläa würde nicht einfach ein Prophet kommen. Aus Galiläa würde das große Licht kommen. Das wird dann später in Jesaja 9 noch mehr erklärt: Das Kind, das geboren ist, der Messias, der, dessen Königreich kein Ende nehmen wird. Das würde aus Galiläa kommen. Sie hatten die Bibel dann doch nicht richtig gelesen. Die waren nicht offen für das Wirken Jesu, nicht offen für das Wirken des Heiligen Geistes.

[1:09:16] Und so heißt es in Vers 53: Und so ging jeder in sein Haus. Johannes 8, Vers 1: Jesus aber ging an den Ölberg. Jeder ging in sein Haus, aber Jesus ging zum Beten.

[1:09:32] Was haben wir heute gelernt? Angesichts der Worte und des Wirkens von Jesus haben Menschen Entscheidungen gefällt. Einige haben Jesus als Propheten, manche sogar als Christus angenommen. Andere haben ihn abgelehnt und meinten dabei die Bibel zitieren zu können, obwohl sie sie falsch verstanden haben. Schergen der Pharisäer haben plötzlich erkannt, welche enormen Worte Jesus zu sprechen hat, während die Pharisäer selbst nicht glauben wollten, außer Nikodemus, bei dem die Worte schon wirkten und der sich so ein bisschen für Jesus eingesetzt hat. Das Wirken von Jesus hat verschiedene Reaktionen hervorgerufen. Manche haben für ihn gezeugt, andere gegen ihn.

[1:10:20] Als er in Johannes 6 diese große Predigt vom Wort Gottes, vom Brot des Lebens gehalten hat, dass er das Brot des Lebens ist, da haben sich viele gegen ihn entschieden und haben aufgehört, ihm zu folgen, während andere, Petrus und einige um ihn herum, an ihm festgehalten haben. In Johannes 3 haben die Jünger des Johannes Anstoß genommen an dem Erfolg von Jesus, während Johannes sich gefreut hat.

[1:10:55] Wie ist deine Reaktion auf das Wirken Jesu? Wie reagierst du auf das Wirken Jesu in deinem Leben und im Leben von anderen? Wie reagierst du auf die Worte Gottes, die von Jesus sprechen? Wie reagierst du auf die Botschaft von Jesus? Mit Skepsis oder mit Glauben, mit Vertrauen oder mit Ablehnung? Mit Selbstverleugnung oder mit Selbsterhöhung? Wir haben heute die Wahl. Ich wünsche mir so sehr, dass mein und dein Leben durch die positive, gute Reaktion, die wir zeigen, ein Zeugnis ist für die verändernde Kraft, die durch Jesus und seinen Kreuzestod in unserem Leben wirkt. Ist das auch dein Wunsch?

[1:11:48] Gott segne dich. Lass uns noch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast und dass wir sehen dürfen und erkennen können, dass jeder von uns eine Entscheidung fällen muss. Wir möchten Dich bitten, dass du uns hilfst, die richtige Entscheidung zu fällen, dass wir durch unser Leben ein Zeugnis geben über dich und dein Wirken, ein positives Zeugnis, das Menschen sehen, dass bei dir das ewige Leben zu finden ist. Herr Jesus, das bitten wir in deinem Namen. Amen.

[1:12:37] Nächste Woche wollen wir weiter studieren, wollen weitere Aspekte von Jesus im Johannesevangelium kennenlernen. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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