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Mirjam Giebfried beleuchtet die beiden größten Gebote: Gottes Liebe und Gerechtigkeit. Sie untersucht biblische Stellen, die zeigen, dass sowohl Liebe zum Nächsten und zu Gott als auch Gerechtigkeit Gebote sind. Der Vortrag betont, dass wahre Liebe und Gerechtigkeit nur durch eine innere Herzensveränderung durch Gott möglich sind, die uns befähigt, seine Gebote von ganzem Herzen zu befolgen.


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Serie: Christ Study Hour 2025 Q1: Gottes Liebe und Gerechtigkeit

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Transkript

[0:34] Hallo und ein herzliches Willkommen zu unserer Christ Study Hour hier bei J Media. Wir haben uns letzte Woche schon weiter mit dem großen Thema Gottes Liebe und seine Gerechtigkeit beschäftigt und auch heute wollen wir uns etwas anschauen. Nicht die Frage, was Gott sonst noch hätte tun können, sondern wir wollen uns die beiden größten Gebote, wie es in dem Titel heißt, Liebe und Gerechtigkeit, anschauen.

[1:08] Und bevor wir tiefer einsteigen, lade ich euch ein, mit mir gemeinsam zu beten. Unser Vater im Himmel, ich danke dir. Danke, Herr, dass wir dein Wort haben, dass es uns zeigt, wie lieb du bist und wie gerecht du bist. Danke, dass wir dich kennenlernen dürfen, so nicht so wie die Welt darstellt, nicht so wie unsere eigene Vorstellung es sich ausmalt, sondern wie du wirklich bist. Ja, wir wollen jetzt von dir lernen und wir wünschen uns, dass du uns durch deinen Geist leitest, dass du uns deine Gegenwart schenkst, sodass etwas von deiner Liebe und von deiner Gerechtigkeit auf uns abfärben kann. Bitte lehre uns durch dein Wort, lass uns zum einen Neues erkennen, aber auch das, was wir vielleicht schon wissen, drücke du es uns fest aufs Herz, dass wir mehr und mehr zu den Menschen werden, die du in uns siehst. Ich danke dir jetzt schon dafür. Amen.

[2:20] Als ich so diesen Titel gelesen habe, habe ich mir die Frage gestellt: Sind Liebe und Gerechtigkeit überhaupt Gebote? Wo in der Bibel lesen wir davon, dass wir lieben sollen, du sollst lieben, oder dass wir Gerechtigkeit üben sollen? Wir kennen die Zehn Gebote vielleicht auswendig, aber da ist die Formulierung vielleicht nicht ganz so direkt enthalten. Und deswegen lass uns dieser Frage ein bisschen nachgehen: Ist Liebe ein Gebot? Das ist vielleicht der leichtere Teil von beiden. Wir können dazu 3. Mose 19, Vers 34 aufschlagen, ein Vers, der uns explizit sagt, dass wir lieben sollen. Und zwar wissen wir mittlerweile auch, dass Liebe nichts Abgeschottetes ist, nicht in einem Vakuum ist, sondern immer mit einem Gegenüber zu tun hat. In 3. Mose 19, Vers 34 steht: "Der Fremdling, der sich bei euch aufhält, soll euch gelten, als wäre er bei euch geboren, und du sollst ihn lieben wie dich selbst, denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen im Land Ägypten. Ich, der HERR, bin euer Gott." Also hier geht es um einen Fremden, der geliebt werden soll. Aber wir haben auch die Formulierung, dass wir unseren Nächsten lieben sollen. Da können wir kurz ins Neue Testament springen, in Matthäus 5, Vers 43, wo es heißt: "Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen", wobei sich Jesus auch hier wieder auf das Alte Testament bezieht. Auch in Matthäus 19, Vers 19 sagt, bekräftigt er das noch einmal, dass wir unseren Nächsten lieben sollen, denn da heißt es, Moment, in Matthäus 19, und genau, doch Vers 19: "Ehre deinen Vater und deine Mutter, und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Hier ist es am Ende des Verses. Aber wir sollen nicht nur Menschen lieben, wir sollen nicht nur Fremdlinge oder den Nächsten lieben, wir sollen zuallererst Gott lieben, denn das wird in 5. Mose 6, Vers 5 ganz deutlich. Dort sagt Gott nicht nur einfach: "Liebe mich und geh dann weiter", sondern er führt es aus und er sagt: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft." Wenn wir uns das einmal vor Augen führen, was das bedeutet: Nicht nur mit deiner besten Kraft, nicht nur mit einem Großteil deiner Kraft, nicht nur mit Gott soll nicht nur einen großen Platz in unserem Herzen einnehmen, sondern hier steht: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und nicht nur mit deinem ganzen Herzen, sondern auch mit deiner ganzen Seele, auch mit deiner ganzen Kraft." Ich glaube, das ist ein hoher Anspruch, der hier steht und der nicht von ungefähr kommt, denn Gott bekräftigt es auch dadurch, dass diese Formulierung noch an anderen Stellen in der Bibel kommt. Noch weiter in 5. Mose in Kapitel 11, dort steht in Vers 1: "So sollst du nun den Herrn, deinen Gott, lieben und seine Ordnung, seine Satzungen, seine Rechtsbestimmungen und Gebote halten alle Zeit." Auch hier heißt es, dass wir Gott, unseren Herrn, lieben sollen. Und auch in 5. Mose 19, Vers 9 steht genau das: "Wenn du nämlich darauf achtest, dieses ganze Gebot zu tun, dass ich dir heute gebiete, dass du den Herrn, deinen Gott, liebst und alle Zeit in seinen Wegen wandelst." Also wir sehen ganz deutlich, zu lieben ist tatsächlich ein Gebot. Wir sollen unsere Nächsten lieben, wir sollen Gott lieben.

[7:09] Aber ist auch Gerechtigkeit ein Gebot Gottes? Vielleicht müssen wir da ein bisschen länger nachdenken, wo in der Bibel steht, dass wir Gerechtigkeit tun sollen. Ich glaube, wir tun gut daran, wenn wir dabei auf einen Vers in Micha stoßen, denn in Micha 6 und dort Vers 8 heißt es: "Es ist dir gesagt, oh Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert." Klingt ein bisschen so wie 5. Mose 10, Vers 12. "Was anders als Recht tun, das beinhaltet die Gerechtigkeit, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott." Und hier haben wir beides in einem. Hier haben wir beides zusammen: "Was anderes als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott." Das zeigt uns auch, dass wir nicht an den Punkt kommen dürfen zu sagen: "Oh, ich bin so lieb, ich bin so gerecht, so liebevoll und gerecht." Nein, Demut gehört auch dazu. Noch ein anderer Vers bestätigt, dass Gerechtigkeit auch ein Gebot Gottes ist, und zwar Jesaja 56 und dort Vers 1. Jesaja 56, Vers 1: "So spricht der HERR: Bewahrt das Recht und übt Gerechtigkeit, denn mein Heil ist nah, um herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, um geoffenbart zu werden." Also Gott sagt, wir sollen Recht bewahren und Gerechtigkeit üben. Ein "So spricht der HERR", ein "Du sollst" weist auch darauf hin, dass es sich hier um Gebote handelt.

[9:24] Wir haben also gesehen, dass Liebe und Gerechtigkeit Gebote sind und Gott fordert uns auf, unseren Nächsten, aber auch Fremdlinge, also Menschen, die wir gar nicht so gut kennen, zu lieben. Wir haben auch gesehen, dass Gott uns aufträgt, Gerechtigkeit zu üben. Und wir wissen aus unserem Alltag, dass es Konsequenzen hat, wenn man sich nicht an die Regeln hält. Wenn zum Beispiel in einer Firma Vertragsbestimmungen aufgestellt werden, dann kann es einem sogar drohen, aus der Firma entlassen zu werden, wenn man sich nicht daran hält.

[10:11] Das stellt uns also vor die nächste wichtige Frage: Wie kann das praktisch aussehen, dass ich Liebe und dass ich Gerechtigkeit übe? Denn wir müssen uns im Bewusstsein sein, es ist nicht einfach nur so ein Angebot, nicht einfach nur einen Rat, den wir annehmen oder verwerfen können, ohne dass es Konsequenzen hat, sondern je nachdem, ob wir uns entscheiden, Gottes Gebot treu zu befolgen oder auch nicht, wird sich das auf unser Leben und auch auf das andere auswirken.

[10:59] Wir finden eine Geschichte in Matthäus 22, Vers 34 bis 40, die ich gerne mit euch gemeinsam lesen möchte. Sie ist sehr bekannt. In Matthäus 22 ab Vers 34, und dort behandelt Jesus genau diese Frage nach dem Gebot. Wir haben jetzt gesehen, dass es Gebote sind, aber noch eine weitere Frage, die sich auch aufdrängt bei dem Titel der Sabbatsschule, ist: Sind das auch wirklich die beiden größten Gebote? Bevor wir noch dazu kommen, wie wir das Ganze praktisch anwenden können, ich lese mal ab Vers 34: "Als nun die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte ihm, das ist Jesus, eine Frage, um ihn zu versuchen, und sprach: Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? Und Jesus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten." Nun, welches der Zehn Gebote ist es, das Jesus hier zitiert? Er zitiert nicht die Zehn Gebote, sondern er zitiert, was wir soeben schon in 5. Mose 6, Vers 5 gelesen haben und was in 5. Mose 10, Vers 12 auch noch mal so anders formuliert wiederholt wird.

[13:01] Aber wenn wir diese beiden vergleichen, dann können wir schon eine Antwort darauf finden, wie wir praktisch Liebe üben können und auch Gerechtigkeit. Dann lasst uns noch einmal zurück zu 5. Mose 10, Vers 12 gehen, ein Vers, den ich wirklich sehr gerne habe. 5. Mose 10, Vers 12. Dort hatten wir gelesen: "Und nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, von dir, als nur, dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele?" Vorher hatte ich das betont, dass wir in 5. Mose 6, Vers 5 die Formulierung haben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all unserer Kraft sollen wir Gott lieben. Und jetzt haben wir hier die Formulierung, dass wir auch etwas von ganzem Herzen und mit unserer ganzen Seele tun sollen.

[14:13] In meiner Bibel steht, wir sollen Gott lieben und wir sollen ihm dienen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele.

[14:25] Womit ist also das Gebot der Liebe eng verbunden? Es ist mit dem Gebot, Gottes Gesetz zu befolgen, eng verbunden. Gott von ganzem Herzen zu lieben bedeutet, Gottes Gebote von ganzem Herzen zu tun, ihm von ganzem Herzen zu dienen. Aber wie kann das geschehen? Wir schauen uns oft Gottes Gebote an, sein Gesetz an, und vielleicht scheitern wir schon am Sabbat. Vielleicht denken wir uns: "Oh, es fällt mir jetzt schon so schwer, überhaupt erstmal die Gebote zu halten. Wie soll ich sie dann noch von ganzem Herzen und mit ganzer Seele halten? Wie schaffe ich das? Wie schaffe ich das, von ganzem Herzen nicht zu lügen, wenn mir doch so danach ist und ich manchmal nur so gerade knapp dran vorbeikomme oder nicht wieder zu begehren? Wie kann das passieren?" Gott sei Dank haben wir eine Antwort darauf, und zwar liegt sie in 5. Mose 30 und dort Vers 6, denn dort heißt es: "Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst."

[16:04] Also, um überhaupt erst einmal Gott lieben zu können, um überhaupt Gott dienen zu können, muss Gott etwas für uns tun. Wir können das nicht aus uns heraus, so sehr wir uns noch anstrengen und versuchen, unsere Emotionen vielleicht aufzubauschen. Nein, wir können das nicht tun. Gott muss etwas für uns tun. Und ich finde das ganz interessant, dass hier dieses Bild der Beschneidung verwendet wird, was damals den Israeliten sehr vertraut war. Eine Beschneidung wurde in der Regel von einem Priester vorgenommen. Bei etwa acht Wochen alten Babys wurde die Vorhaut der Jungen entfernt.

[16:57] Und genauso wie es ein anderer getan hat, genauso muss Gott etwas für uns tun. Wir können unser Herz nicht verändern, aber Gott kann es machen. Auch an unseren Herzen muss etwas entfernt werden. Ich glaube, deswegen wird dieses Bild auch noch so bedeutsam, denn Gott sagt nicht einfach nur: "Ja, ich muss dein Herz nehmen und das neu formen oder sonst irgendetwas damit tun." Nein, er sagt: "Ich muss etwas wegschneiden." Und was ist das, was weggeschnitten werden muss? Eigentlich ist das doch die Sünde, die unsere Herzen so oft einnimmt, die uns daran hindert, Gott von ganzem Herzen lieben zu können. Es sind böse, es sind schlechte, es sind sündige Gedanken.

[17:54] Was können wir dazu tun, wenn wir jetzt gesagt haben, Gott muss etwas für uns tun, er muss unsere Herzen beschneiden? Was können wir dazu tun? Na ja, selbst damals im alten Israel war das so, dass das Kind, das Baby, zum Priester gebracht werden musste. Und auch so dürfen wir im Gebet zu unserem Priester, zu Jesus, gehen und sagen: "Herr, ich möchte ein neues Herz. Ich möchte, dass du die Sünde wegschneidest. Ich will dich von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieben. Ich kann es nicht aus mir heraus. Herr, hilf du mir dabei." Das darf unser Gebet sein.

[18:42] Lasst uns vielleicht – ich hatte das eigentlich an anderer Stelle angedacht – aber lasst uns ein bisschen springen, denn wir hatten später in der Lektion noch die Stelle in Matthäus 23 ab Vers 3. Dort werden die Pharisäer und Schriftgelehrten ermahnt oder gescholten, besser gesagt. Und dort gibt es viele Weherufe, wo es heißt in Matthäus 23 ab Vers 23: "Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässigt, nämlich das Recht und das Erbarmen und den Glauben." Kommt uns das bekannt vor? Es gibt etwas besonders Wichtiges im Gesetz, Jesus sagt, und dazu gehört Recht oder Gerechtigkeit. "Diese sollte man tun, jenes nicht lassen. Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt! Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reinigt, inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit. Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr getünchten Gräbern gleicht, die äußerlich zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind. So erscheint auch ihr äußerlich für den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit."

[20:40] Und hier ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir hatten gerade davon gesprochen, dass etwas beschnitten werden muss, dass wir Gott überhaupt lieben können. Gott muss eine Änderung an unseren Herzen vornehmen. Auch das ist etwas Inwendiges. Und eigentlich spricht Jesus hier an der Stelle genau darauf an, dass auch bei den Pharisäern und Schriftgelehrten inwendig etwas falsch war. Es war nicht nur zu ihrer Zeit so, sondern dieses Problem gab es schon viel früher, schon über die Jahrhunderte hinweg, und es taucht zum Beispiel auch dann auf, wenn wir Jesaja 1, Verse 16 und 17 lesen, denn dort steht: "Wascht, reinigt euch, tut das Böse, das ihr getan habt, von meinen Augen hinweg. Hört auf, Böses zu tun. Lernt Gutes tun, trachtet nach dem Recht." Ich sage das auch heute immer wieder: Recht, Gerechtigkeit, das hängt so eng miteinander zusammen. Wir haben zwei Wörter im Deutschen, aber im Grunde genommen können wir sagen, dass es das gleiche Thema ist. "Trachtet nach dem Recht, bestraft den Gewalttätigen, schafft der Waise Recht, führt den Rechtsstreit für die Witwe."

[22:18] Hier geht es um eine Waschung, eine Reinigung. Und wir können gleich einen Bogen schlagen, wenn wir noch einen Vers dazunehmen, der uns deutlich macht, was eigentlich gewaschen werden muss.

[22:36] Denn in Jeremia 4, Vers 14, das sagt uns Gott ganz deutlich: "Wasche dein Herz rein von deiner Bosheit, oh Jerusalem, damit du gerettet wirst. Wie lange sollen deine heillosen Pläne in deinem Herzen bleiben?"

[23:07] All das bekräftigt, dass Gott unsere Herzen verändern muss. Aber in dem Fall ist es doch auch ein Appell an die Menschen selbst, ihr Herz zu nehmen und zu waschen. Man fragt sich, wie kann das geschehen? Ist hier von einer Blutreinigung die Rede, oder wie ist es gemeint mit dem Herz zu waschen? Der Jeremia 4, Vers 14 gibt uns da etwas Aufschluss, denn es heißt hier: "Es ist von heillosen Plänen die Rede." Das heißt hier: "Wasche dein Herz rein von deiner Bosheit." Das Herz steht in der Bibel eigentlich für die Gedanken. Und das passt auch zu Jesaja 1, Vers 16. Ich springe gerade ein bisschen, wo es auch heißt, dass wir aufhören sollen, Böses zu tun. Dieses Aufhören beginnt aber nicht dann erst, wenn wir am Ende des Jahres uns neue Vorsätze machen, sondern das Aufhören beginnt schon dabei, welche Bahnen unsere Gedanken verfolgen.

[24:26] Jesus hat nicht gesagt, dass diese ihr Tun ändern sollen, sondern er sagt: "Etwas inwendig stimmt mit euch nicht."

[24:41] Gott sagt nicht, wir sollen unsere Fingernägel beschneiden, sondern er sagt, wir sollen unsere Herzen beschneiden lassen. Ich glaube, viel zu oft lassen wir Übel in uns weiter gedeihen und wir lassen Gott nicht so anders an die Wurzel des Problems. Aber was wir tun können, ist, zu ihm zu gehen und ganz offen zu sagen: "Herr, prüfe mich, zeig mir, was da nicht stimmt. Und wenn du mich geprüft hast, dann will ich dir auch die Erlaubnis geben, dass du es verändern kannst."

[25:35] Denn das beinhaltet oder das ist eigentlich die Voraussetzung dafür, dass wir Gott von ganzem Herzen lieben können, wenn unser Herz nicht mehr von der Sünde eingenommen ist, sondern wenn es von der Sünde befreit wird und mit Gottes Liebe geführt werden kann. Ja, ihr erinnert euch sicherlich auch an Römer 5, Vers 8, wo es heißt, dass der Heilige Geist es ist, der unsere Herzen mit Gottes Liebe erfüllt. Er kann es nur dann machen, wenn vorher das Herz gereinigt worden ist.

[26:17] Ja, wir überspringen den reichen Jüngling und hüpfen ein bisschen weiter zum Montag, wo die Überschrift hieß: "Die zwei größten Sünden". Und dazu lasst uns einmal gemeinsam, wenn ihr auch eine Bibel habt, dürft ihr sie gerne mit aufschlagen, Psalm 135, die Verse 13 bis 19 lesen. Psalm 135, Verse 13 bis 19: "Oh HERR, dein Name währt ewig, HERR, dein Gedenken bleibt von Geschlecht zu Geschlecht. Denn der HERR wird sein Volk Recht schaffen und Mitleid haben mit seinen Knechten. Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, von Menschenhand gemacht. Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht. Ohren haben sie und hören nicht, auch ist kein Odem in ihrem Mund. Ihnen gleich sind die, welche sie machen, ein jeder, der auf sie vertraut. Haus Israel, lobe den HERRN! Haus Aaron, lobe den HERRN! Haus Levi, lobe den HERRN! Die ihr den HERRN fürchtet, lobt den HERRN! Gelobt sei der HERR von Zion aus, er, der in Jerusalem wohnt. Halleluja!"

[27:43] Ist interessant, dass diese Verse mit "Oh HERR, dein Name währt ewig" beginnen – also nicht der ganze Psalm, aber die Verse, die wir jetzt gelesen haben – denn das zeigt uns, Gottes Name steht eigentlich für seinen Charakter. Und sein Charakter ist Liebe, ja, das finden wir in 1. Johannes. Sein Charakter währt aber auch auf ewig. Ihr dürft es gerne in 1. Korinther 13, Vers 8 nachlesen, dort heißt es auch: "Die Liebe hört niemals auf." Und das zeigt uns auch, warum wir die Liebe so sehr brauchen, weil Menschen vergehen so leicht. In Jakobus 1 heißt es, ich glaube dort in den Versen so um Vers 14 herum, ich habe mir das jetzt nicht aufgeschrieben, aber dort heißt es, dass Menschen auch vergehen können wie eine Blume. Nein, in Vers 9 heißt das so: "Der Reiche dagegen seine Niedrigkeit, denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen." Reichtum vergeht, aber Liebe bleibt. Es gibt so vieles, was vergänglich ist. Auch die ganzen schlechten Eigenschaften werden, Gott sei Dank, müssen wir es sagen, vergehen. Aber die Frage ist dann, woraus unser Charakter besteht. Haben wir die Liebe Gottes, weil dann werden wir auch ewig bestehen können.

[29:31] Vielleicht habt ihr das auch bemerkt gehabt in 5. Mose 30, Vers 6, als wir das gelesen haben, da heißt es ganz, ganz am Schluss, dass wir Gott lieben sollen und eigentlich dazu, dass wir leben können, damit du lebst. Jesus, du kannst gerne noch einmal in 5. Mose 30, Vers 6 auch nachschlagen.

[29:58] Also, wir waren in Psalm 135.

[29:58] Nachschlagen. Also, wir waren in Psalm 135 und hatten dort gelesen: „Oh HERR, dein Name wird ewig.“ Dann wird Gott erst einmal den Götzen gegenübergestellt als ein lebendiger Gott, und die Götzen, die nur aus Stein sind, die nichts tun können. Gott hat Mitleid, während die Götzen ganz gleichgültig sind, gleichgültig gegenüber dem, was auf der Welt passiert. Und dann ist es interessant, in Psalm 135, Vers 18, steht: „Ihnen gleich, also den Götzen gleich, sind die, welche sie machen, ein jeder, der auf sie vertraut.“ Einer, der einen Götzen macht und auf einen Götzen vertraut, ist wie einer, der einen Mund hat und doch nicht redet, ist wie einer, der Ohren hat und doch nicht hört, ist wie einer, in dem kein Leben ist, der also tot ist.

[31:06] Wir können da auch von einem geistlichen Tod sprechen, denn es gibt diese zwei Wege: zum einen der Weg des Lebens für denjenigen, der Gott liebt und seine Gebote hält, und der Weg des Todes – eigentlich, ähm, was sich dann noch erfüllt, dass der Mensch eigentlich schon ja zum Tode verurteilt ist, während er noch am Leben ist, für denjenigen, der lieber sich an Götzen hält statt an Gott. Das passt auch zu dem Bild in Hesekiel 37, wo dieses Bild von den toten Gebeinen da ist. Israel in seiner abtrünnigen Zeit, das war geistlich tot.

[31:58] Und das ist ein Thema, das auch für uns relevant ist, denn wir reden so gerne von geistlicher Erweckung. Oder ich kenne das zu gut, dass man sich in einem Gebetskreis befindet und dann werden die Anliegen gesammelt und dann betet man für Bruder XY und für Schwester Z, ähm, weil sie Gebrechen haben, krank sind, weil sie in einer Not sind. Und dann gibt es auch oft noch jemanden, der sagt: „Lasst uns für Erweckung beten.“ Erweckung, ein Wort, das wir vielleicht am ehesten noch mit Auferweckung im Deutschen verbinden können. Im Englischen ist es noch ein bisschen deutlicher: Revival. Es hat etwas mit wieder zum Leben kommen zu tun. Ist etwas, was wir brauchen, was aber auch zeigt, in welchem Zustand man sich davor befindet, denn wenn man erst wieder zum Leben erwachen muss, dann war man vorher tot, geistlich tot. Tot durch Sünde, die wir immer noch hegen.

[33:17] Weil wir – auch das muss man dazu sagen – wir bedauern so oft die Geschichte des alten Israels und fragen uns: „Wie konnten die nur wieder Götzen machen? Also, was sollte das denn mit den Steinen und mit dem Holz? Was haben die sich eigentlich dabei gedacht?“ Aber sind wir wirklich besser als das Israel damals? Sind wir wirklich besser, oder stehen wir auch so oft in der Gefahr oder geben auch dieser Gefahr nach, dass wir uns doch wieder von Gott abwenden, dass wir in unserer Sünde festhalten, dass wir etwas anderes über ihn stellen und unsere Herzen gar nicht so voller Liebe zu ihm sind? Weil das war ja das eigentliche Problem, und dieses Problem hat sich durch die Zeitalter hindurch immer wieder durch die Menschheit gezogen.

[34:20] Lasst uns noch ein bisschen weitergehen. In Sacharja 7 sind uns die Verse 9 bis 14 angegeben, auch im Lektionsheft. Wir werden heute wieder nicht alles abdecken, aber ein paar wichtige Aspekte anschauen. Ich lese einmal Sacharja 7 ab Vers 9: „So spricht der HERR der Herrscharen: Übt getreulich Recht und jeder erweise seinem Bruder Gnade und Erbarmen! Kommt dir das bekannt vor? Wir haben heute einige Verse wieder, die ganz ähnlich und gleich klingen: Bedrückt nicht die Witwen und Waisen, auch nicht den Fremdling und den Armen, und keiner sinne Böses in seinem Herzen gegen seinen Bruder! Aber damals weigerten sie sich, darauf zu achten, und sie waren halsstarrig und verstopften die Ohren, um nicht zu hören. Und sie machten ihre Herzen so hart wie Diamant und wollten das Gesetz nicht hören, noch die Worte, die der HERR der Herrscharen durch seinen Geist, durch die früheren Propheten gesandt hatte. Daher kam ein großes Zorngericht über sie. Und es geschah ebenso: Wie sie nicht gehört hatten, als er rief, ebenso, spricht der HERR der Herrscharen, hörte auch ich nicht, als sie riefen, sondern ich verwehte sie wie ein Sturm über alle Heidenvölker, die ihnen unbekannt waren. Das Land wurde hinter ihnen her verwüstet, dass niemand mehr hindurchzieht und zurückkehrt. Und so haben sie das liebliche Land zur Wüste gemacht.“ Eine tragische Geschichte, die wir hier finden.

[36:16] Lasst uns diesen Verlauf der Geschichte noch einmal kurz rekonstruieren. Was ist hier passiert? Gott sagt ihnen in Vers 8, dass sie recht handeln sollen, sie sollen Recht üben. Darüber hinaus sollen sie auch Gnade und Erbarmen zeigen. Und das ist ganz interessant, dass hier beides miteinander verschränkt ist. Ja, manchmal denken wir: „Ja, entweder Gerechtigkeit oder die Gnade.“ Aber bei Gott, das ist beides zusammen, denn seine Gerechtigkeit schließt die Gnade nicht aus. Dann sagt Gott, dass sie die Witwen, die Waisen, die Armen, also die Schwächeren in der Gesellschaft, nicht bedrücken oder unterdrücken sollen. Und es heißt auch, dass keiner Böses in seinem Herzen gegen seinen Bruder sinnen soll. Ein bisschen unverständlich vielleicht ausgedrückt, das heißt, wir sollen nicht schlecht über andere denken.

[37:27] Können wir das heute genauso auf uns übertragen? Geht das heute? Geht dieser Ruf Gottes heute noch genauso für uns, dass wir gerecht handeln sollen, dass wir aber auch barmherzig sein sollen, dass wir nichts Böses über andere denken sollen? Wenn wir schon allein diesen Punkt nehmen, dann muss ich mich immer wieder an der eigenen Nase packen und sagen: „Hör auf, so zu denken!“ Das ist auch etwas, ich habe vorhin schon über die Gedanken gesprochen.

[38:00] Etwas, was mir sehr wichtig ist, dass ich, dass du heute mitnimmst: Gehorsam Gottes Geboten gegenüber fängt schon im Denken an. Wir sollen nicht böse gegen unseren Bruder denken, denn wie können wir schlechte Gedanken, so ein: „Ach, was hat der denn heute schon wieder gemacht?“ oder ein: „Wie kann man nur?“ oder „Ach, solche Gedanken“ – die stehen dem im Wege, dass wir unseren Bruder lieben können, unseren Nächsten lieben können. Gott möchte, dass wir das wegtun, dass unsere Herzen auch mit Liebe zu unserem Nächsten erfüllt sein können.

[38:50] Auch, dass wir Schwächere nicht unterdrücken. Oh, wie oft passiert das gerade in der freien Wirtschaft zum Beispiel. Na ja, es ist so Wettbewerbsdenken und auf Kosten von anderen schaffen sich die einen Erfolg. In der Schule ist es doch oft ähnlich. Aber auch im Sozialen: „Na ja, hältst du zu mir oder hältst du zu jemand anderem?“ Wie oft haben wir das, dass wir ähm auf Schwächere oder dass wir versucht sind, auf Schwächere herabzuziehen? Wir sollen das nicht tun, denn die Israeliten waren uns ein Negativbeispiel. Sie haben sich geweigert, auf Gott zu hören. Sie haben ihre Herzen verhärtet, sie sind hartherzig geworden wie Diamant. Das ist schon eine krasse Aussage, denn was gibt es Härteres als Diamant?

[39:54] Ähm, und dann schickt Gott ein Zorngericht. Man könnte sagen: „So recht!“ Aber auch hier sehen wir wieder Gottes Gnade und Barmherzigkeit, denn das, was er den Menschen gesagt hat, das hat er selbst auch ausgeübt. Gott schickt zum einen Gerechtigkeit, aber zum anderen auch gleichzeitig Erbarmen mit, denn sie geraten jetzt in Not und jetzt will Gott ihnen eigentlich etwas beibringen. Es klingt so ein bisschen: „Na ja, wie du mir, ich so ich dir.“ „Jetzt siehst du mal, was du angerichtet hast.“ Aber ich glaube, Gott wollte ihnen eben genau zeigen, was sie die ganze Zeit gemacht hatten, um ihnen eine Lektion zu erteilen, denn sie rufen jetzt zu Gott und Gott sagt: „Ich höre jetzt auch mal nicht. Ihr wolltet nicht auf mich hören, ihr habt eigentlich die Kommunikation in dem Fall unterbrochen.“ Und Gott macht ihnen klar, wie sie vorher damit umgegangen sind, wie sie auch mit ihren Mitmenschen umgegangen sind, um die sie sich nicht kümmern wollten.

[41:08] Hier ist auch eine wichtige Lektion für uns, denn vielleicht befinden wir uns auch in einer ähnlichen Lage. Wenn du Ungerechtigkeit gegen dich wahrnimmst, dann halt einen Moment inne und denke darüber nach: Hast du vielleicht jemandem Unrecht getan? Wenn du Gottes Gerechtigkeit nicht siehst, dich danach sehnst, dass Gott für dich einschreitet und jetzt Recht spricht, dann überleg du dir: Was warst auch du an der Stelle? Was hast du getan, als Gott dich gerufen hat? Oder wie ging es vielleicht Gott in der Vergangenheit mit dir? Denn das ist ja genau das, was die Israeliten hier erlebt haben. Sie haben – also Gott sagt: „Wenn sie dann rufen, dann will ich mal nicht hören.“ Wir haben so oft Gebetsanliegen und fragen uns: „Herr, warum tust du nichts?“ Aber vielleicht ist Gott oben im Himmel und denkt sich: „Ich habe dir doch was gesagt, warum tust du nichts? Ich habe dir doch gesagt, du sollst mich lieben, du darfst mir dein Herz im Vertrauen übergeben. Ich habe dir doch gesagt, du sollst dich um deinen Nächsten kümmern, um seine Bedürfnisse, um seine Nöte, du sollst für ihn da sein. Warum tust du nichts?“ Sehen wir, dass manchmal Gottes Umgang ähm mit uns uns auch zur Selbstreflexion dienen soll?

[43:09] Lasst uns noch ein Stückchen weitergehen. Ähm, wir hatten schon von Matthäus 23 gelesen. Später kommt dann auch noch im Sabbatschulheft das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Ich glaube, bei den Gleichnissen tun wir gut daran, wenn wir sie lesen und durchdenken. Es sind oft sehr bildlich geschrieben, ähm, so dass man, so dass die Botschaft eigentlich oft auch leicht verständlich ist. Und ihr könnt gerne auch das Buch „Christi Gleichnisse“ da zur Hand nehmen, um es noch besser zu verstehen. Ich werde heute nicht mehr darauf eingehen, aber Psalm 82 wollen wir uns noch kurz anschauen.

[43:56] Psalm 82, der ist nicht allzu lang, sodass wir ihn lesen können. Dort steht: „Ein Psalm Asafs. Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten der Mächtigen richtet er: Wie lange wollt ihr ungerecht richten und die Person des Gottlosen ansehen? Schafft Recht dem Geringen und der Waise, den Elenden und Armen lasst Gerechtigkeit widerfahren! Befreit den Geringen und Bedürftigen, errettet ihn aus der Hand der Gottlosen! Aber sie erkennen nichts und verstehen nichts, sondern wandeln in der Finsternis. Es wanken alle Grundfesten der Erde. Ich habe gesagt: Ihr seid Götter und allesamt Söhne des Höchsten. Dennoch sollt ihr sterben wie ein Mensch und fallen wie einer der Fürsten. Mache dich auf, oh Gott, richte die Erde, denn du bist Erbherr über alle Völker!“

[45:10] Ein bewegter Psalm. Auch dort wird eine Geschichte erzählt. Gott steht in der Gottesversammlung, und dann wird diese Frage gestellt: „Wie lange wollt ihr ungerecht richten und die Person des Gottlosen ansehen? Schafft Recht dem Geringen und der Waise, den Elenden und Armen lasst Gerechtigkeit widerfahren!“ Das ist ein Echo von vielem, was wir heute schon gelesen haben. Gott, es ist wirklich ein Anliegen, dass wir uns um Schwächere kümmern, um Bedürftige in unserer Gesellschaft, um diejenigen, die nicht für ihr eigenes Recht einstehen können. Zu früheren Zeiten waren es oft Kinder, die nicht so gehört worden sind. Zu unserer Zeit sind es vielleicht auch einfach ja, die Armen in unserer Gesellschaft, aber auch weiter weg. Es gibt einige, die vielleicht auch einfach nicht so gebildet sind und deswegen, oder ja, die auch ungerecht behandelt werden und nicht für ihr eigenes Recht einstehen können. Wir dürfen die Augen aufmachen und um uns herschauen, denn wir sollen nicht so sein wie diejenigen, die sich selbst Götzen schnitzen und einen Mund haben, der nicht redet, die stumm sind wie einer, der Ohren hat und nicht hört, sondern wir dürfen einen Mund haben, um für andere aufzustehen.

[46:50] Wir dürfen Ohren haben, ein offenes Ohr für andere, aber natürlich auch für Gott. Hier heißt es noch: „Befreit den Geringen und Bedürftigen, errettet ihn aus der Hand der Gottlosen!“ Das ist auch interessant, denn in diesem Psalm kommt so heraus, dass oft gottlose Menschen erst recht andere ungerecht behandeln. Und da stellt sich die Frage: Wo stehen wir? Setzen wir uns für andere, die ungerecht behandelt worden sind, ein, oder machen wir es einfach nach, unterstützen wir es, sehen wir zu? Und traurigerweise steht auch hier in Vers 5: „Aber sie erkennen nichts und verstehen nichts, sondern wandeln in der Finsternis.“ Hier gibt es viele Bilder, die man miteinander verknüpfen könnte. Gott, der uns doch zu seinem Licht ruft.

[47:50] Der in Jesaja 60 zum Beispiel sagt: „Dein Licht ist das Licht Gottes.“ Es heißt in Jesaja 60: „Mache dich auf, werde Licht! Denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“ Also, wenn Gott in unser Leben kommt, möchte er es erhellen. Dann brauchen wir nicht in der Finsternis zu sein. Auch in Johannes 1 heißt es, dass Jesus als das Licht der Welt gekommen ist. Gott möchte hier eine Veränderung auch für unser Umfeld schaffen. Und wir bleiben nur in der Finsternis, wir bleiben nur in diesen alten, schlechten Gewohnheiten, die Gottes Aufforderung nicht gerecht werden, wenn wir uns von Gott abwenden, wenn wir nicht ähm ihm folgen wollen.

[48:57] Und das sollten wir uns noch merken: Wenn jemand nicht auf Gott hört, dann gleicht er diesen gleichgültigen Göttern, das hatten wir auch vorhin gesehen, die nichts erkennen und verstehen. Auch dieses Verständnis hat oft mit diesem Bild von Licht und also von ja, Erleuchtung eigentlich zu tun. Auch da dürfen wir uns hinterfragen, denn ich weiß nicht, wie es euch geht, ich bete oft um Weisheit. Es gibt so viele Fragen im Leben, die zu klären sind, in meinem persönlichen Leben, aber auch was die Gemeinde betrifft, auch darüber hinaus. Und so oft beten wir um Weisheit und um Verständnis, Erkenntnis über Gottes Willen. Hier ist von einer Finsternis die Rede, die diejenigen betrifft, die nicht auf Gott gehört haben. Wir beten oft um Weisheit, aber die Frage ist: Tun wir schon, was wir bisher erkannt haben?

[50:04] Sind wir bereit, dass wir Gottes Ruf von dem, was wir – vielleicht haben wir nicht das große Verständnis von gelehrten Menschen – aber von dem, was wir Einfaches erkannt haben, sind wir bereit, das jetzt schon zu tun, oder wenden wir uns davon ab?

[50:31] Ich möchte noch mit einem Zitat schließen, wo Ellen White sich zuerst auf Jesaja 58 und dort insbesondere Vers 9 bezieht. Sagt das deswegen, dass ihr den Kontext ein bisschen wisst. Und dann sagt sie: „Dann wirst du rufen und der HERR wird antworten.“ Also, das noch das Zitat: „Du wirst schreien und er wird sagen: ‚Hier bin ich!‘ Wenn du das Joch, das Ausstrecken des Fingers und das eitle Reden aus deiner Mitte wegnimmst und deine Seele zu den Hungrigen ausstreckst und die bedrängte Seele sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen.“ Das ist noch Jesaja 58, Vers 9. „Deine Finsternis wird der Mittag sein und der HERR wird dich beständig leiten und deine Seele in der Dürre sättigen und deine Gebeine fett machen, und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, deren Wasser nicht versiegt.“ Das ist diese Verheißung in Jesaja 58, Vers 9.

[51:35] Aber jetzt sagt Ellen White: „Es ist Herzensarbeit, die der HERR verlangt, gute Werke, die aus einem von Liebe erfüllten Herzen entspringen. Alle sollten die obigen Bibelstellen, also Jesaja 58, sorgfältig und unter Gebet betrachten und ihre Motive und Handlungen untersuchen. Die Verheißung Gottes an uns ist an die Bedingung geknüpft, dass wir gehorsam sind und alle seine Forderungen erfüllen.“ Also, sie betont, es ist Herzensarbeit, es ist eine Arbeit am Herzen. Ich muss kurz nachschauen. Ähm, ja, „hard work“, also Herzensarbeit, die Gott hier vorsieht. Und wir haben das an den verschiedenen Stellen heute gesehen: Gott hat uns geboten, dass wir Gerechtigkeit üben, Gott hat uns geboten, dass wir Liebe üben. Und die Voraussetzung dafür ist, dass unser Herz von ihm verändert wird.

[52:50] Die Frage ist: Sind wir bereit dazu? Bist du, bin ich bereit dazu? Lasst uns noch zum Schluss gemeinsam beten. Unser Vater im Himmel, wir haben uns heute vieles angeschaut und vielleicht müssen wir das ein oder andere auch noch erst ein bisschen verarbeiten und tiefer durchdenken. Aber was wir heute gesehen haben, ist, dass du dir von uns wünschst, dass wir Liebe üben und Gerechtigkeit üben. Und das bedeutet auch ganz praktisch, dass wir dein Gesetz von ganzem Herzen tun. Dieser Anspruch ist hoch und wir können ihn selbst nicht erfüllen. Aus uns heraus können wir das nicht. Aber du kannst das tun, wenn du unsere Herzen veränderst. Ja, wir wollen uns heute dir aufs Neue übergeben. Wir bitten dich, dass du unser Leben in deine Hand nimmst, denn du möchtest uns auf diesem ewigen Weg führen, auf dem Weg des ewigen Lebens.

[54:17] Vater, du möchtest unsere Gedanken schon verändern. Und so fällt es uns schwer, dass wir schlechte Gedanken loslassen, dass wir ihnen einfach auch gar nicht mehr nachhängen. Herr, hilf uns, dir alles zu übergeben, die Sünde nicht mehr zu mögen, sondern stattdessen dir Raum zu geben, dass deine Liebe unsere Herzen ganz und ganz und ganz erfüllen kann. Das ist unser Anliegen im Namen Jesu.


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