Veröffentlicht am
237 Klicks

In dieser neunten Folge der Christ Study Hour 2025 Q1 beleuchtet Andreas Lederer die tiefgreifende Frage nach der Koexistenz von Freude und Leid in einer Welt, die von einem liebenden, allwissenden und allmächtigen Gott geschaffen wurde. Er erklärt den biblischen Begriff der Theodizee und nutzt das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen, um den Ursprung des Bösen und den „kosmischen Konflikt“ zwischen Gott und Satan darzulegen. Der Vortrag zeigt auf, warum Gott das Böse nicht sofort beendet und wie der Sündenfall als Vertrauensbruch das Bild Gottes im Menschen zerstörte.


Weitere Aufnahmen

Serie: Christ Study Hour 2025 Q1: Gottes Liebe und Gerechtigkeit

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:34] Ein herzliches Willkommen an alle Zuschauer bei Joel Media und auch an alle, die über den Livestream auf daswort.tv zugeschaltet sind. Ich freue mich wirklich, dass ihr heute dabei seid in diesen überaus spannenden Themen, die wir momentan studieren dürfen. Und ich kann euch versprechen, dass das Thema, was wir uns heute angucken werden, noch mal richtig spannend wird. Es hat so richtig in sich. Und bevor wir uns jetzt dem Thema widmen wollen, bevor wir so richtig eintauchen möchten, möchte ich euch einladen, dass wir um Gottes Führung und Leitung bei dem Studium heute bitten.

[1:13] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danke sagen, dass du uns das Leben gibst. Ich möchte dir danke sagen, dass du uns so reich beschenkst, Herr. Und ich möchte dir danke sagen, dass du dich uns auf so wunderbare Weise offenbart hast. Und ich möchte Danke sagen für dein Wort, was wir immer wieder studieren dürfen, Herr, indem du uns Wahrheiten offenbarst, Herr, über dich, über das Leben. Herr, danke für diese kostbaren Schätze, die wir in deinem Wort finden dürfen. Und ich bitte dich jetzt von ganzem Herzen: Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist. Hilf, dass das, was du uns sagen möchtest, dass wir es recht verstehen, dass es in unser Herz eingepflanzt wird und dass es dort Frucht bringt. Und ich bitte dich, Herr, jetzt auch um jeden einzelnen Zuschauer, dass du jedem, der hier dabei ist, genau das gibst, Herr, was er braucht. Darum bitten wir dich von ganzem Herzen, und wir laden dich ein, hier mit uns gegenwärtig zu sein in diesem Studium, denn es geht um dich, Herr, es geht um dein Wort, um deine Wahrheit. Darum bitten wir dich, und wir danken dir im Namen Jesu. Amen.

[2:32] Das Thema heute ist, wie ich schon angesprochen hatte, ein sehr, sehr spannendes, was auch viele, viele Leute bewegt, auch über die Christenheit, über den christlichen Glauben hinaus. Und zwar stellen sich viele Menschen die Frage: Wie können Freude und Leid, wie können Gutes und Böses auf dieser Welt nebeneinander koexistieren? Für viele Menschen stellt das ein großes Rätsel dar. Die unterschiedlichsten Theorien wurden entworfen, um diese Frage zu beantworten. Viele Menschen in der gesamten Geschichte haben versucht, eine Antwort auf genau diese Frage zu erhalten. Und viele Religionen, viele Philosophien, alle möglichen Weltanschauungen, haben etwas zu dem Diskurs beigetragen und haben auch einen Erklärungsansatz dafür geliefert, warum Freude und Leid in dieser Welt vorhanden sind und wie sie zueinander stehen. Und die Erklärungen, die fallen mal logischer, mal nicht so logisch aus. Aber wir sehen einfach, dass so viele Menschen sich über diese Frage Gedanken machen. Das zeigt einfach, dass es eine Frage ist, die am Herzen des Menschen arbeitet, die in einer existenziellen, in einer tiefen Art und Weise berührt. Und vielleicht hast du dir diese Frage auch schon einmal gestellt. Vielleicht gehst du gerade durch eine Zeit, wo du Trauer, wo du Leid, wo du schlimme Dinge erlebst, und du fragst dich: Warum das?

[4:30] Für viele passt der Blick in die Welt da draußen, wie alles in dieser Welt zugeht, wie die Dinge dieser Welt laufen, für viele passt der Blick darauf nicht mit dem Konzept eines liebenden, eines allwissenden und eines allmächtigen Gottes zusammen. Bei vielen drängt sich die Frage auf: Wenn Gott so ist wie eben beschrieben, wenn er uns wirklich liebt, wenn er alles weiß, wenn er alles kann, wieso beendet er dann nicht in einem Augenblick alles Leid? Wieso nimmt er mir nicht meinen Kummer, meine Schmerzen, meine Sorgen? Und vielleicht, vielleicht hast du dir genau diese Frage auch mal gestellt. Und wenn du dir diese Frage gestellt hast, dann bist du wirklich in bester Gesellschaft. Denn auch in der Theologie stellen sich Bibelleser, Theologen, Philosophen genau diese Frage: Wie passt das Konzept eines liebenden, allwissenden und allmächtigen Gottes mit dem Zustand der Welt zusammen? Man nennt diese Wissenschaft, diese Erklärung der Frage, die nennt man auch Theodizee.

[6:00] Der berühmte Naturwissenschaftler, könnte man fast sagen, Charles Darwin definiert Theodizee folgendermaßen. Er sagt: Gemeint sind dabei verschiedene Versuche, eine Antwort auf die Frage, wie das Leiden in der Welt mit der Annahme zu vereinbaren sei, dass ein Gott sowohl allmächtig, allwissend als auch gut sei. Und weil er, weil dieser Charles Darwin zum Beispiel zu seiner Zeit für sich keine befriedigende Antwort auf diese Frage gefunden hat, hat er seinen ganzen Glauben an einen Gott, der so beschrieben ist, über Bord geworfen. Und das Ergebnis seiner weiteren Überlegungen war die Evolutionstheorie. Und viele, viele, viele Menschen, die sich mit genau dieser Frage beschäftigt haben, kamen zu keinem Ergebnis, das sie befriedigt hat. Und als Folge haben sie dann gesagt: Das passt nicht zusammen. Wenn die Welt so aussieht, kann Gott nicht allmächtig, allwissend und liebend sein. Also fällt wahrscheinlich eine dieser Charaktereigenschaften von Gott weg. Weil, wenn es so wäre, wenn er das alles hätte, dann wäre es ja nicht so. Und so haben die Leute in der Geschichte auch immer wieder angefangen, Gott zu beschneiden und einen Gott zu kreieren, wie er nach ihren Vorstellungen zum Zustand dieser Welt passt.

[7:46] Wir sehen also, die Frage ist hochbrisant. Und wenn man sich mal so überlegt, wenn man einfach mal diese zwei Fakten sich anguckt: Okay, der Zustand der Welt ist so, wie wir ihn hier sehen. Und auf der anderen Seite soll es einen liebenden, einen allwissenden, einen allmächtigen Gott geben. Wenn man diese beiden Sachen gegeneinander stellt, dann ist es kein Wunder, dass viele bei der Harmonisierung, bei dem In-Einklang-Bringen von diesen zwei Konzepten in Schleudern kommen. Und es ist kein Wunder, dass, wenn Leute sich nur diese beiden Sachen angucken, dass sie zu keinen Antworten kommen und vielleicht sogar ihren Glauben an einen Gott, wie er beschrieben ist, dass sie den über Bord werfen. Aber kann es sein, dass die Rechnung nicht ganz so simpel ist, wie sie scheint? Kann es sein, dass Informationen außer Acht gelassen werden, die den Fakt des Zustands dieser Welt und Gott, wie er sich durch sein Wort darstellt? Kann es sein, dass es Fakten, dass es Informationen gibt, die diese beiden Konzepte, diese beiden Wahrheiten vereinbaren? Wir möchten uns heute in diesem Studium zusammen anschauen, was das Wort Gottes dazu zu sagen hat, was er in seinem Wort zu dieser Frage zu sagen hat. Denn wenn jemand angeklagt ist, dann ist es auch sinnvoll, den Angeklagten selbst zu Wort kommen zu lassen. Und genau das, genau das möchten wir jetzt tun.

[9:31] Wir möchten unsere Bibeln aufschlagen und Matthäus 13, die Verse 24 bis 30 zusammenlesen. Dort heißt es: „Ein anderes Gleichnis legt er ihnen vor – also Jesus – und sprach: Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut. Und die Knechte des Herrn traten herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen in deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber sprach: Nein, damit ihr nicht beim Zusammenlesen des Unkrautes zugleich mit ihm den Weizen ausreißt. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, dass man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune.“

[11:01] Das Gleichnis redet von einem Mann, der ausgegangen ist zu säen. Und bevor er gesät hat, hat er sich mit Sicherheit lange darauf vorbereitet, diese Saat einzusäen. Er hat den Boden gelockert, er hat Dünger verwendet, er hat geguckt, dass die Pflanzen, die dort wachsen sollen, eine optimale Nährstoffzufuhr haben. Die Leute von euch, die gerne im Garten arbeiten, Hobbygärtner vielleicht oder beruflich, die wissen, was alles gemacht werden muss, bevor man endlich am Ende die Saat säen kann. Und die Bibel sagt auch, dass unser Hausherr hier, er hat das beste Saatgut ausgewählt, das er bekommen konnte. Die Bibel spricht vom guten Samen. Auch die, die ein bisschen Ahnung von Gartenarbeit haben, die wissen, dass sich die Samen teilweise von ihrer Qualität unterscheiden können. Aber unser Hausherr hat auch darauf geachtet, dass er wirklich den besten Samen hat. Er hat also alles perfekt gemacht, alles perfekt vorbereitet, ausgesät. Jetzt musste es nur noch wachsen. Nach getaner Arbeit hat sich dann der Hausherr mit seinen Knechten hingelegt, und sie haben geschlafen. Und ich kann mir vorstellen, was das für ein tolles Gefühl für sie gewesen ist. Sie haben ihr Bestes gegeben, sie haben alles fertig gemacht, und jetzt, jetzt konnten sie einfach ruhen. Man würde heute sagen: Chillen und warten, bis alles wächst. Ich kenne das von mir aus dem Studium, wenn man irgendwie in stressigen Phasen noch viel abzugeben hat, viel fertig zu machen hat, was für ein Gefühl das dann ist, wenn man fertig geworden ist und einfach darauf zurückblicken kann und sagen kann: Ich habe mein Bestes gegeben, und jetzt ist endlich Feierabend. Ich glaube, alle, die arbeitstätig sind, alle, die studieren oder in irgendeiner Weise einer Beschäftigung nachgehen, ich denke, ihr könnt das auch verstehen, was für ein schönes Gefühl. Allerdings passieren manchmal Dinge im Leben, die man so ohne Weiteres nicht erwartet hätte. Als der Hausherr und seine Knechte sich hingelegt haben und sich entspannen wollten, da kam jemand, der unserem Hausherrn wohl nicht so gut gesonnen gewesen ist. Und er schlich sich auf sein Feld und weil er unserem Hausherrn wohl so richtig eins auswischen wollte, weil er ihn gar nicht leiden konnte, hat er Unkraut mitten unter seinen Weizen, unter seine Weizensaat gesät. Wie krass! Er wollte das gute Werk, was unser Hausherr da gemacht hat, die Mühen, die er sich gegeben hat, er wollte das alles behindern und vielleicht sogar zunichtemachen.

[14:04] Und zunächst sah man noch nichts, aber dann, der Weizen wuchs und wuchs und wuchs, stellte man fest, dass nicht nur der Weizen wuchs, sondern dass da auch auf einmal Unkraut gewesen ist. Und die Knechte, die unserem Hausherrn geholfen hatten, die konnten das überhaupt nicht verstehen. Die dachten sich wohl: Wir haben doch alles richtig gemacht, vorbereitet, der beste Samen. Wo kommt das jetzt auf einmal her? Sie waren wohl ganz erstaunt, warum und woher das Unkraut kam. Und ist diese Frage, ist sie nicht im Wesen genau die Frage, die wir Menschen, die sich die Menschen heute auch stellen: Wenn Gott allwissend, allliebend, gut, gerecht, allmächtig ist, warum gibt es so viel Böses? Wenn er alles perfekt gemacht hat, warum gibt's so viel Leid, Kriege, Krankheit, Hunger? Woher kommt das alles? Warum ist es Teil der menschlichen Erfahrung hier, wenn doch alles perfekt geschaffen wurde?

[15:21] Und die Knechte des Hausherrn stellen auch dem Hausherrn im Prinzip die gleiche Frage: Herr, woher dieses Unkraut? Woher kommt es? Und in Vers 28 beantwortet der Hausherr dann die Frage: Das hat ein Feind getan, sagt unser Hausherr seinen Knechten. Später in den Versen 37 bis 40 erklärt uns Jesus dann, dass im Gleichnis er, er selber, der Sämann, der Hausherr ist, der den guten Samen aussät. Beim Acker handelt es sich um die Welt. Und Satan ist der Feind, der das Unkraut sät. Das Gleichnis präsentiert uns also einen Konflikt, einen Kampf, der herrscht, einen Konflikt zwischen Hausherr und Feind, einen Konflikt zwischen Gott und Satan. Und das Gleichnis zeigt uns, dass nicht Gott der Urheber des Unkrauts, der Urheber des Bösen ist, sondern der Feind ist es, der es ausgesät hat. Satan ist es, der Urheber des Bösen ist. Und der Gedanke ist schon sehr beruhigend. Aber es drängt sich immer noch die Frage auf: Okay, Gott ist nicht Urheber des Bösen, Satan ist Urheber des Bösen. Gott hat das Böse nicht gewollt. Aber warum beendet Gott nicht sofort im selben Augenblick das Böse? Warum lässt er es zu, dass es noch besteht? Warum lässt er es zu, dass ich durch Leid gehe, dass ich Schwierigkeiten im Leben erfahre, dass ich existenziellen Nöten begegnen muss? Wieso nimmt er das alles nicht sofort? Und diese Frage, die stellen sich auch unsere Knechte, die Knechte des Hausherrn. Denn als sie das Unkraut gesehen hatten, überkam sie sofort der Eifer, und sie fragten den Hausherrn: Herr, sag uns, dass wir gehen sollen und lass es uns sofort ausreißen! Aber unser Hausherr hielt dieses Vorgehen nicht für eine gute Idee. Er weiß nämlich: Wenn man jetzt schon das Unkraut herausreißt, dann geht dabei zu viel von dem guten Weizen kaputt. Das zu frühe Ausreißen, das würde zu Kollateralschäden führen, zu negativen Auswirkungen, die so schlimm wären, dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch darauf verzichten muss. Denn es wäre nicht wieder rückgängig zu machen, was dadurch entstehen würde.

[18:34] Und so sagt unser Hausherr zu den Knechten: Lasst beides miteinander wachsen, und wenn es gewachsen ist und die Zeit der Ernte da ist, dann sammelt das Unkraut, bündelt es und werft es ins Feuer. Und den Weizen erntet und bringt es in meine Scheune. Wir sehen also auch hier im Gleichnis: Gott möchte dem Bösen ein Ende setzen. Gott möchte, dass das Böse nicht endlos seinen Lauf nimmt, sondern es gibt einen Punkt, und ab diesem Punkt wird das Böse vernichtet werden. Ab diesem Punkt gibt es das Böse nicht mehr.

[19:22] Wir lesen: Wenn er es sofort machen würde, es würde mehr Schaden anrichten, als dass es Gutes bewirken würde. Und warum das genauso ist, das werden wir uns im Verlauf noch genauer ansehen. Aber zuerst möchten wir betrachten, wie das Leid, wie das Böse, wie das Schlechte überhaupt Teil der Erfahrung, der menschlichen Erfahrung hier auf dieser Erde werden konnte, obwohl die Welt doch perfekt geschaffen wurde, nach biblischem Zeugnis.

[19:55] In 1. Mose 31 lesen wir, dass Gott nach seinem Schöpfungswerk alles betrachtete, und es war perfekt, es war sehr gut. Aber woher kam dann das Böse? Adam und Eva, unsere ersten Eltern, die wurden in ein Paradies – nennt man es auch – gesetzt. Sie wurden in einen Garten gesetzt, in dem sie tagtäglich, jede Stunde, ja, jede Minute phänomenale Beweise der Liebe und der Fürsorge Gottes hatten. Ich denke, wir können uns gar nicht ausmalen, in was für einer Schönheit sie dort gelebt haben. Alle möglichen Bäume mit Früchten, mit Nahrung für sie. Tiere, mit denen sie kuscheln konnten, auf die sie Acht geben konnten. Es war alles perfekt, es war alles wundervoll. Und Gott war sogar in engster Gemeinschaft dort mit ihnen.

[21:03] Aber Gott gab den Menschen nur ein Gebot, eine Anweisung, die sie beachten mussten, neben den Aufträgen zu bewahren und allem vorzustehen. Er gab ihnen ein Gebot. Und in 1. Mose 2 dort heißt es: „Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten. Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du des Todes sterben.“

[21:45] Gott wollte seine Geschöpfe nicht dazu zwingen, ihn zu lieben und ihm zu vertrauen. Er möchte, dass sie sich freiwillig und aus der tiefsten Tiefe ihres Herzens und aus Überzeugung. Er möchte, dass sie sich aus diesen Gründen ihm zuwenden, nicht weil sie müssen oder weil sie keine andere Wahl haben, sondern weil sie wollen, weil sie ihm vertrauen, weil sie ihn lieben, weil sie glauben: Da ist einer, der das Beste für mich möchte. Und diese Freiheit, die gewährt Gott und setzt dort einen Baum hin, wo er sagt: Davon esst nicht. Wahre Liebe erfordert nämlich Freiheit. Und Freiheit birgt immer ein Risiko. Adam und Eva hatten wirklich allen Grund, Gott zu vertrauen. Sie hatten allen Grund zu glauben: Da ist der, der das Beste für uns möchte. Aber eines Tages war Eva alleine im Garten unterwegs, und dort begegnete Satan, verkleidet als wunderschöne Schlange. Und er hatte ein Ziel: Misstrauen säen, Misstrauen bei den Menschen säen darüber, ob Gott wirklich das Beste für sie möchte.

[23:22] Die Schlange wollte den Gedanken nähren: Ja, Gott hat euch das ganze Gute hier gegeben, aber da gibt es etwas, das ist noch besser für euch. Das, was er eigentlich nicht will, dass ihr tut, ich sag euch: Wenn ihr genau das macht, es wird phänomenal! Ihr werdet aufsteigen, mehr Erkenntnis haben, größer werden, als ihr jetzt seid. Gott möchte euch einschränken, er möchte euch klein halten, aber das wird eine tolle Erfahrung für euch. Er will den Menschen klarmachen: Da gibt es noch etwas Besseres als das, was Gott euch gibt, was Gott für euch vorbereitet hat.

[24:14] Im biblischen Bericht heißt es dann, dass Eva dachte, dass es gut wäre, von dem Baum zu essen. Und so aß sie, und sie gab auch ihrem Mann. Und vielleicht denkst du dir jetzt: Okay, dann haben sie halt von dieser Frucht gegessen. Na und? Was ist da, was ist da so schlimm dran? Das ist doch kein Drama? Vielleicht schießt dir diese Frage durch den Kopf. Aber was hier passiert, dieser Clash, dieses Zusammenkommen, was hier passiert ist, diese Situation, die zeigt uns etwas über den Kern, über eines der Kernelemente des großen Kampfes. Es geht nämlich im großen Kampf zentral auch um die Frage: Wem glaube ich? Wem vertraue ich? Von wem denke ich, dass er das Beste für mich will? Echte Liebe, lieber Freund, liebe Freundin, drückt sich immer im Vertrauen aus. Und Vertrauen führt dazu, dass man auf die Person hört, der man vertraut, da man sich sicher ist, dass diese Person das Beste für einen möchte. Und bevor Adam und Eva, bevor sie beide, jeder für sich individuell, bevor sie Gottes Willen übertreten haben und bevor sie von der Frucht aßen, mussten sie sich beide für sich die Frage stellen: Glaube ich und vertraue ich Gott, dass das, was er sagt, dass das, was er für mich will, das Beste für mich ist? Glaube ich, dass er das Beste für mich im Sinn hat? Der Sündenfall stellt also in erster Linie einen Vertrauensbruch dar. Und nachdem Adam und Eva diese Entscheidung getroffen haben, war die Welt nicht mehr die gleiche. Die Welt war nicht mehr der Ort, wie Gott sie geschaffen hat, wie Gott sich gedacht hat, wie sie zu sein hat. Die Schöpfung verändert sich, die Natur veränderte sich, und auch die Natur des Menschen hat sich verändert. Vor dem Sündenfall war der Mensch perfekt zum Bilde Gottes geschaffen. Und in 1. Mose 8, Vers 21, ein paar Kapitel später, lesen wir dann, dass das Trachten des menschlichen Herzens böse ist von seiner Jugend an. In Römer 7, Vers 18, bekennt Paulus, dass da nichts Gutes in ihm ist. Die Sünde hat das Bild des Menschen, das Bild Gottes im Menschen zerstört. Und alles Gute, was heute geschieht, was heute noch auf dieser Welt passiert, ist direkt auf das Wirken Gottes durch seinen Heiligen Geist zurückzuführen. Darauf ist es zurückzuführen, wenn der Mensch sein Herz dafür öffnet. Und das Ziel der Erlösung ist es, das Bild Gottes im Menschen wiederherzustellen. Und in 1. Mose 3, Vers 15, gleich nach dem Sündenfall, gleich nach dieser krassen Begebenheit des Vertrauensbruchs in der Beziehung zwischen Gott und Mensch, gleich da erklärt Gott, verspricht Gott: Ich...

[27:45] Gott verspricht: Ich überlasse den Menschen nicht sich selber, sondern ich werde kommen und ihn retten. Und das Vertrauen möchte ich wiederherstellen.

[28:05] Doch woher? Wir haben gerade gesehen, wie das Böse Teil der menschlichen Erfahrung geworden ist, wie es auf diese Welt gekommen ist. Doch bevor es durch den Urheber Satan, durch den Sündenfall, in diese Welt gekommen ist, wo kam es davor her, bevor es diese Erde infiziert hat?

[28:27] Bei Ellen White lesen wir: „Das Gesetz der Liebe war die Grundlage der göttlichen Herrschaft. Das Glück aller erschaffenen Wesen war von ihrer vollkommenen Übereinstimmung mit den erhabenen Grundsätzen der Gerechtigkeit abhängig. Gott wünscht sich von allen seinen Geschöpfen einen Dienst aus Liebe und eine Anerkennung, die einer bewussten Wertschätzung seines Charakters entspringt.“

[28:59] In anderen Worten lesen wir hier: Gott ist Liebe, und die Grundlage all dessen, was Gott tut, ist Liebe. Und die Erwartungen, die er an seine Nachfolger stellt, die Erwartungen, die er in seinen Geboten ausdrückt, sind ein Ausdruck seines Charakters, seiner Liebe. Und wie es im Text geschrieben steht, hängt Freude, Friede, Glück, wahres Glück, davon ab, dass wir in Übereinstimmung zu diesem Prinzip der Liebe stehen.

[29:41] Weiter heißt es: „Bevor das Böse entstand, war das Universum von Friede und Freude erfüllt. Alles war in vollkommener Harmonie mit dem Willen des Schöpfers. Die Liebe zu Gott stand über allem, und die Liebe untereinander war ungeteilt.“

[29:58] Als Jesus einmal gefragt wurde, was ist das höchste Gebot, da antwortete er in Matthäus 22 in den Versen 36 bis 40: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken.“ Das ist das erste und das größte Gebot. Und das zweite, das ist ihm vergleichbar: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

[30:39] Jesus fasst hier also den Sinngehalt seines ganzen Gesetzes, welches ja ein Ausdruck seines Charakters ist, kurz zusammen. Und wenn wir danach leben, dann ist das die Grundlage für echte Freude, echten Frieden, echtes Glück, echte Harmonie. Und jedes Mal, wenn wir mit seinem Willen brechen, dann brechen wir mit diesem Prinzip der Liebe. Und jedes Mal, wenn wir mit diesem Prinzip der Liebe brechen, dann belasten wir Beziehung, entweder zu uns selber, zu unseren Nächsten oder zu Gott.

[31:25] Der direkte Gegensatz zu diesem Prinzip der Liebe, zu diesem göttlichen Ausdruck seines Charakters, ist die Selbstsucht. Luzifer war nach Christus der, der die höchsten Ehren im Himmel gehabt hatte.

[31:48] Allerdings entwickelte er nach und nach in seinem Herzen das Verlangen, sich selber zu erhöhen, selbst mal an der Spitze zu stehen, selber mal den Ruhm, das Lob, die Anerkennung zu kassieren. Er wollte nicht, dass nur Gott und Jesus das alles bekommen, er wollte es auch. Und so wurde er eifersüchtig auf die Position, die Jesus gehabt hatte. Und die Eifersucht, die beherrschte ihn und sein Herz immer mehr, bis er anfing, Gott, sein Gesetz und seine Regierungsform als zweifelhaft darzustellen.

[32:27] Wir lesen bei Ellen White: „Satan hat Gott als selbstsüchtig und unterdrückerisch dargestellt, als jemand, der alles fordert und nichts gibt, als jemand, der den Dienst seiner Geschöpfe zu seinem eigenen Ruhm fordert und kein Opfer für ihr Wohl bringt.“ Am Ende hat er Gott für das beschuldigt, was in seinem eigenen Herzen gewesen ist, und er hat Gott so dargestellt, wie er selber gewesen ist.

[33:02] Vielleicht ist es manchmal bei uns Menschen genauso, dass wir andere Menschen so einschätzen, dass wir anderen Menschen Dinge unterstellen, die eigentlich mehr Aussagekraft über uns selber haben als über den anderen.

[33:21] Die Selbstsucht, der Drang, der Wunsch nach Selbsterhöhung hat am Ende zu Satans Rebellion geführt, zu seiner Rebellion und zur Rebellion seiner Engel, die sich von ihm haben täuschen lassen.

[33:36] Und wir haben uns angeschaut, dass Liebe die Grundlage der Herrschaft und des Gesetzes Gottes ist und ein Ausdruck seines Charakters ist.

[33:49] Ellen White schreibt: „Die Essenz der Sünde beziehungsweise das ihr zugrunde liegende Prinzip ist die Selbstsucht. Der Geist der Selbstsucht hingegen ist der Geist Satans.“

[34:04] Sowie also die Sünde der direkte Gegensatz zu den Anforderungen des Gesetzes Gottes ist, so ist auch die Selbstsucht als der Sünde zugrunde liegendes Prinzip der direkte Gegensatz zur Liebe, welche das Prinzip von allem ist, was Gott tut.

[34:31] Und von diesem Geist der Selbstsucht, mit diesem Virus, wurde der Mensch nach dem Sündenfall infiziert.

[34:45] Und es ist schon beeindruckend, wenn wir auf Jesus schauen, von dem Satan gesagt hat, dass er ein Tyrann ist. Es ist beeindruckend, wenn wir auf ihn schauen, dass er für uns die Krone der Herrlichkeit abgelegt hat, dass er für uns den himmlischen Gesang, die himmlischen Chöre, die Anbetung der Engel verlassen hat und dass er für uns hier auf diese Welt gekommen ist, dass er sich von seinen eigenen Geschöpfen hat behandeln lassen wie ein Übel, einfach, und dass er sich von seinen eigenen Geschöpfen hat töten lassen für uns, damit wir einmal bei ihm sein können, damit wir Hoffnung haben.

[35:37] Und das alles zeigt uns, dass es nichts gibt, was er nicht getan hätte, um uns zu retten, dass es nichts gibt, was er nicht getan hätte, um uns Hoffnung zu schenken, weil er uns so unendlich liebt. Und sogar am Kreuz, als er dort hing, die Nägel durch seine Hände und Füße getrieben, als er dort hing am Kreuz in dieser Stunde übelster Qualen, selbst da hat er nicht an sich selber gedacht, selbst da hat er nicht gezürnt, sondern auch in diesem Augenblick lag sein Fokus darauf, wie kann ich noch Menschen für das Reich Gottes gewinnen, wie kann ich noch Menschen für das ewige Leben gewinnen? Und so hat er in der Stunde seiner Todesqualen, in seiner dunkelsten Stunde, hat er noch einen Menschen fürs Reich Gottes retten können.

[36:42] Und als er da hing am Kreuz, schaute er nicht auf sich selber und seine eigenen Bedürfnisse. Als er seine Mutter sah, da bat er seinen Jünger Johannes, dass er sich um sie kümmern würde. Was für eine Liebe, was für eine Selbstlosigkeit!

[37:01] Ich finde es so, so schön, wie Ellen White schreibt, dass sogar die Engel, die ihn ja so gut kannten, dass sie selbst in Staunen darüber geraten sind, wer eigentlich ihr Herr ist, wie ihr Herr ist, dass selbst sie es nicht begreifen konnten, wie schön er ist.

[37:28] Wie viel mehr Grund, ihr Lieben, haben wir darüber, wie viel mehr Grund haben wir darüber zu staunen!

[37:38] Dieser Drang nach Selbsterhöhung, diese Selbstsucht, dieses Prinzip der Sünde, das, dieses Hauptmerkmal Satans, das wird in dem folgenden Bericht noch einmal sehr deutlich in der Versuchungsgeschichte.

[37:57] Nachdem Jesus sich hat taufen lassen, zog er für 40 Tage in die Wüste zurück, um sich für seinen öffentlichen Dienst vorzubereiten. Und am Ende dieser Zeit lesen wir von einer eindrucksvollen Begegnung. In Lukas 4 ab Vers 1 lesen wir: „Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt und 40 Tage vom Teufel versucht. Und er aß nichts in jenen Tagen, und zuletzt, als sie zu Ende waren, war er hungrig.“

[38:46] Diese Geschichte erinnert uns auch an andere Begebenheiten. Sie erinnert uns zum Beispiel daran, wie das Volk Israel 40 Jahre durch die Wüste ging und ständig gegen Gott murrte, weil sie die Angst hatten, Gott würde sich nicht richtig, nicht gut genug um sie kümmern.

[39:07] Diese Geschichte erinnert uns auch an Mose, wie er auf den Sinai gestiegen ist, um von Gott das Gesetz, diesen Ausdruck seines Charakters, seiner Liebe, zu erhalten, wo er Wahrheiten über den Bund erfahren hat, den Gott mit den Menschen schließen möchte. Auch dort war er 40 Tage in der Gegenwart Gottes, ohne zu essen und zu trinken.

[39:40] Aber mir kommt, wenn ich das lese, noch eine andere Geschichte in den Sinn, die so ähnlich gelagert ist.

[39:51] Wie Satan damals Eva verführte und den Menschen so zu Fall brachte, so möchte Satan jetzt auch Jesus, Gott selber, Mensch gewordener Gott, so möchte er ihn jetzt überwinden und möchte es verhindern, dass er das makellose Opferlamm sein kann, was zur Erlösung der Welt, was zur Erlösung der Menschheit notwendig ist.

[40:21] Er möchte den Plan, den göttlichen Plan der Erlösung, zum Scheitern bringen.

[40:29] Wir stehen hier also vor einer äußerst bedeutenden Auseinandersetzung. Satan hat es damals schon bei Eva geschafft, das Vertrauen zu brechen, sie zu verführen, Gottes Willen zu übertreten und das Vertrauen zu brechen, dass Gott das Beste für sie möchte. Satan hat es damals schon geschafft. Würde er es jetzt auch bei Jesus schaffen?

[41:04] Während Eva in einem perfekten Paradies, in einer perfekten Umgebung, wo sie immer ständig Beweise der liebenden Fürsorge Gottes hatte, während Eva dort gefallen ist, musste Jesus dem Fürsten der Finsternis in der Wüste gegenübertreten.

[41:29] Er hat lange nichts mehr gegessen, die Sonne, die sengende Sonne, knallte vom Himmel runter, er hatte Hunger. Die Umstände schienen für Eva viel besser gewesen zu sein als für Jesus.

[41:48] Und genau in diesen Umständen setzt Satan jetzt an. Er fordert Jesus auf, dass, wenn dieser doch wirklich der Sohn Gottes ist, Steine zu Brot machen könnte.

[42:09] Zuerst sät Satan Zweifel über die Identität: „Wenn du wirklich Gottes Sohn bist“, so möchte er ihn herausfordern.

[42:21] Ich meine, Jesus hatte als Gott, als Schöpfer, er hatte alle Möglichkeit. Er konnte diese Steine zu Brot machen. Er hätte dieser Aufforderung sofort nachkommen können. Doch er setzte seine Göttlichkeit nicht zur Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse ein, sondern er vertraute Gott, dass dieser für ihn sorgen würde. In diesem Punkt ist sein Vorbild.

[42:50] Und so kam die Attacke Satans, und er wehrte sie ab mit dem Schild des Vertrauens in Gott, dass dieser bei ihm ist und das Beste für ihn will. Und er wehrte den Angriff ab und er zückte das Schwert der Wahrheit Gottes, das Schwert des Wortes, und schwang es gegen den Erzfürsten der Finsternis und entgegnete ihm: „Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.“

[43:34] Aber der Teufel gab nicht auf. Er wollte Jesus rumkriegen, er wollte den Erlösungsplan verhindern. Und so brachte er ihn auf die hohe Zinne eines Tempels.

[43:51] Und wieder kommt er mit der gleichen Masche und beginnt: „Wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann spring doch herunter!“

[44:03] Und der argumentiert sogar mit der Bibel und sagt: „Warum nicht? Es steht doch da geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa auf einen Stein stößt.“

[44:25] Ich finde, hier schwingt ein bisschen der Gedanke mit: „Hey, guck mal, wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann mach das doch! Ich meine, wenn du und der Vater, wenn ihr so eine enge Verbindung habt, dann wird er dir doch helfen, dann wird er dich doch retten aus dieser Situation. Und außerdem, er hat doch sogar in seinem Wort versprochen. Also Jesus, go for it, beweis es mir!“

[44:53] Aber Jesus erkannte, wie der Teufel zwar die Bibel zitierte, aber den eigentlichen Sinn des geschriebenen Wortes völlig verdrehte.

[45:10] Jesus wusste: „Ich brauche Gott nicht zu manipulieren, ich brauche ihn nicht zu versuchen, um zu wissen, wer ich bin und wie er zu mir steht.“

[45:23] Er war sich dessen bewusst, und so nahm er wieder den Schild des Glaubens und des Vertrauens in Gott, wehrte die Attacke Satans ab und schlug mit dem Schwert der Wahrheit Gottes, mit dem Schwert des Wortes, und erwiderte: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!“

[45:50] Jesus wusste, dass, wenn er das getan hätte, dass dies keine Tat des Glaubens gewesen wäre. Es wäre eine Tat der Anmaßung, eine Tat der Skepsis, eine Tat des Missbrauchs der Fürsorge Gottes.

[46:06] Aber Satan gab immer noch nicht auf. Er wagte noch einen dritten Versuch.

[46:17] Und nun in diesem Moment zeigt der Teufel auch unter anderem, worauf er hinaus möchte.

[46:26] Er führt Jesus auf einen hohen Berg, und er zeigt ihm alle Reiche und Herrlichkeiten der Welt. Hätte Jesus heute gelebt, hätte Satan ihm wahrscheinlich das Weiße Haus gezeigt, den Bundestag, er hätte ihm diese ganzen prunkvollen Bauten, die in der arabischen Welt entstehen, die hätte er ihm alle gezeigt.

[46:53] Und Satan sagte zu Jesus: „Das alles kann dein sein. Ich will dir das alles geben. Du musst nur niederfallen vor mir und mich anbeten.“

[47:05] Da sehen wir wieder den Geist Satans, diesen Geist der Selbsterhöhung, diesen Geist des „Ich will im Zentrum stehen“. Er geht so weit, dass er sogar vom Schöpfer selber, von seinem Schöpfer, angebetet werden möchte.

[47:22] Und hätte Jesus das getan, dann hätte er anerkannt, dass Satan der rechtmäßige und göttlich anerkannte Herrscher der Erde gewesen wäre.

[47:37] Aber Jesus weiß, dass die Wege, die Satan anbietet, leere Wege sind, die nur ins Verderben führen.

[47:45] Er weiß, dass er für etwas anderes gekommen ist, und er ist sich dessen bewusst, was sein Ziel und was seine Mission ist.

[47:56] Und dass der Weg, den Gott für ihn vorbereitet hat, der beste Weg ist. Und so wehrt er die Attacke wieder mit dem Schild des Glaubens, des Vertrauens in seinen Vater, ab. So wehrt er die Attacke ab und schlägt den Fürsten der Finsternis ein letztes Mal hier in dieser Begebenheit mit dem Schwert des Wortes und entgegnet ihm: „Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“

[48:34] In Eden da hat Satan Zweifel gesät, er hat Zweifel gesät über Gottes Wort und ob das, was Gott für die Menschen möchte, wirklich das Beste ist.

[48:51] Bei Jesus da hat er immer wieder Zweifel gesät, Zweifel über seine Identität, dass er sich doch endlich mal beweist.

[49:09] Doch während der Fall von Adam und Eva, wie es Römer 5, 12 bis 21 sagt, während ihr Fall Leid, Tod und Böses in die Welt gebracht haben, so eröffnet der Sieg Jesu, sein Plan der Erlösung, so eröffnet es uns das Geschenk der Erlösung, das Geschenk, gerettet zu werden, das Geschenk, Hoffnung zu haben auf das, was kommen wird: eine Welt ohne Böses, ohne Trauer, ohne Kummer, in engster Gemeinschaft mit ihm.

[49:52] Auch heute befinden wir uns, jeder einzelne, in einem Kampf, wie Adam und Eva damals, wie Jesus damals. Ob wir wollen oder nicht, wir stecken mitten drin. Und auch wir, ihr Lieben, wir müssen uns tagtäglich die Frage stellen: Wem glaube ich? Wem vertraue ich? Wem vertraue ich wirklich?

[50:20] Glaube ich, dass Gott das Beste für mich will, dass er mich unendlich liebt, dass er dein Bestes möchte, dass er dich vermisst und dich nach Hause holen will?

[50:41] Jesus wusste, wer der Vater ist. Jesus wusste, wer er ist, erkannte seine Identität.

[50:52] Jesus wusste, wie der Vater zu ihm steht und erkannte das Wort Gottes. Und auch die, die wir heute mitten in diesen großen kosmischen Konflikt geworfen wurden, auch wir müssen uns diesen Dingen im Klaren sein. Auch wir müssen diese Dinge immer wieder reflektieren und unser Herz und unseren Verstand damit füllen.

[51:25] Wer Jesus wirklich ist, wie er zu uns steht, was er für uns möchte und wer er für uns sein möchte.

[51:37] Und dies alles offenbart er uns unter anderem durch sein Wort.

[51:42] Und gerade in der zweiten Begebenheit, gerade in der Versuchungsgeschichte Jesu, sehen wir, wie wichtig es in diesem kosmischen Konflikt ist, der auch um uns, um jeden einzelnen, tobt, wie es ist, das Wort zu kennen und nicht nur zu kennen, sondern es gründlich zu kennen. Denn Satan möchte uns sogar mit der Verdrehung des Wortes verführen.

[52:14] Durch tägliches Bibelstudium haben wir die Möglichkeit, dass Gott in unser Leben hineinspricht.

[52:23] Was ist das für ein unendliches Vorrecht!

[52:27] Mit Gottes Hilfe dürfen wir den Lügen und dem Betrug des Teufels entgegentreten.

[52:36] Er möchte uns davor beschützen, er möchte uns davor bewahren. Denn der Teufel möchte uns zerstören, er möchte Leid, Schmerz, Kummer über uns bringen und er möchte uns töten. Aber Gott möchte das Leben für uns.

[53:04] Wir hatten uns am Anfang angeschaut, dass Gott selber keine Verantwortung für die Sünde trägt. Der Feind hat es getan. Er trägt keine Verantwortung fürs Böse, der Feind hat es getan.

[53:17] Aber es ist noch ein bisschen die Frage im Raum geblieben, nachdem wir uns angeschaut haben, wie die Sünde auf die Erde kam, wie das Böse hier, wie das Böse entstanden ist, nachdem wir uns das angeschaut haben, dass um uns alle so ein kosmischer Konflikt tobt, haben wir immer noch nicht die Frage ganz beantwortet: Warum beendet Gott nicht das Böse sofort?

[53:49] Was ist der Kollateralschaden, wenn er es sofort jetzt machen würde? Was wäre das Negative daran? Ist es nicht ein bisschen unnötig, dass schon seit 6000 Jahren so viel Übel läuft?

[54:12] Bei Ellen White lesen wir: „Wäre Satan unmittelbar vernichtet worden, hätten Gottes Geschöpfe ihrem Herrn mehr aus Furcht als aus Liebe gedient. Der Einfluss des Betrügers wäre nicht völlig beseitigt worden, noch der Geist der Rebellion gänzlich vernichtet. Dem Bösen musste die Möglichkeit gegeben werden, zur Reife zu gelangen. Im Interesse des gesamten Universums und zur Klärung für die Ewigkeit sollte Satan seine Grundsätze umfassend entfalten können. So würden seine Anklagen gegen Gottes Regierung von allen geschaffenen Wesen in ihrer wahren Nichtigkeit erkannt werden, und die Gerechtigkeit und Gnade Gottes sowie die Unveränderlichkeit seines Gesetzes würden für immer außer Frage stehen.“

[55:11] Wir hatten uns angeschaut, dass das eins der Wesensmerkmale des großen Kampfes ist, dass Satan bei den Geschöpfen Misstrauen über Gott säen möchte und dass er möchte, dass die Geschöpfe Gott nicht wirklich als den erkennen, der er ist.

[55:34] Er stellt also im Kern Gottes Charakter, seine Liebe und seine Regierung in Frage.

[55:43] Und hätte Gott das Böse, hätte Gott Satan und die rebellierenden Engel sofort vernichtet, dann wären die Zweifel, die Satan geschürt hat, dann wäre dieser Geist der Rebellion, den Satan hat aufleben lassen, dann hätte der vielleicht noch irgendwo im Untergrund weitergeköchelt, und man hätte nicht ausschließen können, dass es nicht wieder ausbricht.

[56:21] Aber so nach 6000 Jahren Sünde wissen wir ein für alle Mal, wissen die Engel ein für alle Mal, wissen alle anderen geschaffenen Welten ein für alle Mal, wo Satans Rebellion wirklich hinführt.

[56:44] Und wie schön im Gegenzug dazu der Charakter Gottes ist!

[56:53] Und so möchte ich dich heute einladen, lieber Freund, liebe Freundin, wenn du glaubst, dass Satan nur Leid, Tod und Elend über die Menschen bringt, wenn du glaubst, dass das das Einzige ist, was er in dein Leben bringen möchte, wenn du im Glauben annehmen möchtest, dass Jesus dein Bestes will, dass er dich unendlich liebt, dass er dein Bestes möchte, dass er dich vermisst und dich nach Hause holen will, um dir endlich zu begegnen, wenn du glaubst, dass sein Weg, wie er ihn auch in seinem Wort offenbart, das Beste für uns ist, weil er die Liebe ist, dann möchte ich dich einladen, dass wir jetzt gemeinsam uns zu einem Gebet erheben.

[57:59] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danke sagen für dieses Studium. Ich möchte dir danke sagen, dass wir so unendlich viel aus deinem Wort lernen dürfen. Ich möchte dir danke sagen, dass wir so unendlich viel über dich heute lernen können. Herr, du bist die Liebe, und alles, was du tust, wirklich alles, auch wenn es für uns nicht immer verständlich ist, noch nicht verständlich ist, alles, was du tust, Herr, ist ein Ausdruck deiner Liebe, deines Charakters. Und so bitte ich dich, Herr, dass wir inmitten dieses kosmischen Konflikts, der um jeden von uns tobt, Herr, dass wir uns...

[58:43] Um jeden von uns tobt, Herr, dass wir uns für dich entscheiden, für den, der uns liebt, für den, für den wir unendlich kostbar sind und der uns Zukunft und Hoffnung geben möchte. Bitte bewahre uns, Herr, vor den Anfeindungen Satans. Bitte hilf, Herr, dass Satan uns nicht verwirren kann über dich, Herr. Schütze uns davor, Herr. Bitte hilf, Herr, dass wir immer wieder auch den Drang verspüren, tagtäglich in deinem Wort zu lesen, Gemeinschaft mit dir zu haben und dich zu uns sprechen zu lassen.

[59:20] Lassen, Herr. Und so möchte ich jetzt uns alle, Herr, die Zuschauer ganz besonders, in deine Hände legen. Herr, bitte führe und leite du uns in dieser turbulenten Zeit, Herr, und hilf, dass wir eine Entscheidung für dich treffen von ganzem Herzen, aus ganzer Seele, mit all unserem Denken und mit all unseren Kräften, Herr, und dass wir dich an deiner Hand ergreifen und uns von dir nach Hause führen lassen, Herr, und dass wir auf diesem Weg auch Botschafter und Licht für dich sein können und so viele Menschen wie möglich dorthin einladen können, Herr, zu dir. Denn, Herr, nur das Leben mit dir lohnt sich.

[1:00:17] Herr, wir möchten dich loben und preisen und wir danken dir für alles, Herr, dass du so groß und gut bist und uns so unendlich liebst. Und wir möchten darüber staunen, Herr, wer du bist und wie schön du bist.

[1:00:54] [Musik] Amen.


Lizenz

Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.