Veröffentlicht am
212 Klicks

In dieser Christ Study Hour beleuchtet David Thiel die biblischen Bücher Rut und Ester im Kontext der Serie „Analogien, Bilder, Symbole – biblische Texte verstehen“. Er zeigt auf, wie diese alttestamentlichen Erzählungen tiefe Parallelen zu Jesus Christus und dem kosmischen Konflikt zwischen Gott und Satan offenbaren. Von Noomis Exil als Analogie zum Sündenfall bis hin zu Hamans Hochmut als Spiegelbild Satans Widerstand wird Gottes rettendes Eingreifen für sein Volk eindrücklich dargestellt.


Weitere Aufnahmen

Serie: Analogien Bilder Symbole - biblische Texte verstehen

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wir sind mittlerweile in der 11. Woche des zweiten Quartals dieses Jahres und studieren immer noch das Thema Analogien, Bilder und Symbole. In dieser Woche geht es um das Thema Ester und Rut. Und wir möchten uns mit diesem Programm auf das Sabbatschul- oder Lektionsgespräch am 13. Juni vorbereiten.

[1:13] Doch bevor wir das tun, bevor wir starten, möchte ich euch einladen, mit mir gemeinsam zu beten.

[1:24] Lieber Gott, wir danken dir für eine weitere Christ Study Hour. Wir danken dir dafür, dass du dich uns in deinem Wort offenbart hast und dass wir die Möglichkeit haben, dich kennenzulernen durch dein Wort. Und wir wollen dich auch heute einladen, dass du hier mitten unter uns bist, dass du auch ganz besonders bei mir bist, dass du mir die richtigen Worte in den Mund legst, dass du bei jedem bist, der zuschaut und dass wir durch deinen Geist etwas offenbart bekommen über dich, dass wir dich erkennen, dass wir dich verstehen, dass wir dich besser kennenlernen können. Darum bitte ich dich in deinem kostbaren Namen. Amen.

[2:08] Lasst uns direkt einsteigen in die erste Geschichte. Wir haben heute das Thema Ester und Rut. Und vielleicht stellt sich jemand die Frage, ja, warum jetzt Ester und Rut? Das sind ja auch einfach nur zwei Geschichten aus der Bibel und ja, das stimmt. Aber wenn wir uns die Geschichten näher anschauen, dann sehen wir, dass wir diese Geschichten auf Jesus Christus beziehen können, dass diese Geschichten Symbole und Vergleiche aufweisen, die wir auf Jesus Christus beziehen können. Und das möchte ich heute versuchen, euch nahezubringen. Und deswegen lasst uns direkt anfangen mit der ersten Geschichte. Wir fangen mit Rut an und machen dann mit Ester weiter.

[3:02] Also, ich lade euch ein, mit mir Rut aufzuschlagen. Rut Kapitel 1 und dort lesen wir die ersten fünf Verse und ich lese nach der Neues Leben Bibelübersetzung. Ich beginne ab Vers 1.

[3:19] "Zu der Zeit, das ist der allererste Vers in dem Buch Rut, zu der Zeit, als die Richter in Israel regierten, verließ ein Mann aus Bethlehem in Juda das Land, weil eine Hungersnot ausgebrochen war. Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen zog er ins Land Moab, um sich dort als Fremder niederzulassen. Der Name des Mannes war Elimelech und seine Frau hieß Noomi. Ihre beiden Söhne hießen Machlon und Kilion. Sie gehörten zur Sippe Efrat aus Bethlehem im Land Juda. Als sie das Gebiet von Moab erreichten, blieben sie dort. Eines Tages starb Elimelech und Noomi blieb mit ihren Söhnen allein zurück. Die beiden heirateten moabitische Frauen. Die eine hieß Orpa, die andere Rut. So lebten sie etwa 10 Jahre dort. Dann starben auch Machlon und Kilion, und Noomi blieb zurück ohne ihren Mann und ihre Söhne."

[4:35] Also schauen wir uns diese ersten Verse genauer an. Wir haben die Familie von Elimelech. Elimelech und seine Frau Noomi, die aufgrund der Hungersnot in Bethlehem in das Nachbarland Moab jenseits des Jordans flüchteten. Und es ist schon eine seltsame Ironie, dass in Bethlehem, dessen Name Haus des Brotes bedeutet, eine Hungersnot herrscht.

[5:04] Die Fülle, die in dem Namen Bethlehem, Beth-Haus Lechem, das Brot ähm versprochen wird, erinnert an den Garten Eden selbst, der eine reiche Vielfalt an Bäumen und Früchten vorzuweisen hatte.

[5:23] Und wenn wir in das erste Buch Mose gehen in Genesis Kapitel 2, Vers 16, dann lesen wir: "Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen."

[5:37] Der Garten Eden bot den Menschen einen enormen Wohlstand und das Wort Eden selbst bedeutet Genuss. Eden war ein Ort der Freude, des Genießens, des Vergnügens, der Zufriedenheit. Im Englischen könnte man Pleasure oder Delight auch sagen. All das unter der Obhut eines überaus großzügigen Schöpfers.

[6:10] Doch aufgrund ihres Ungehorsams gegenüber Gott mussten Adam und Eva diesen Ort des Vergnügens verlassen. Sie lebten nicht länger ein unschuldiges, sorgenfreies und üppiges Leben, sondern in ihrem Leben mussten sie sich nun mit harter Arbeit, mit Hungern und mit Schmerzen auseinandersetzen.

[6:32] Gott sprach zu Adam und das lesen wir in Genesis Kapitel 3 nach dem Sündenfall: "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden" und so weiter und so fort.

[6:52] Genauso wie Noomi mussten auch Adam und Eva ihr Bethlehem, ihr Haus des Brotes, verlassen.

[7:05] Der Genuss Edens war ein großzügiges Geschenk Gottes. Doch es war nicht bedingungslos. Nur solange sie sich im Umfeld ihres Gottes befanden und mit ihm in Harmonie lebten, konnte diese paradiesische Ordnung aufrechterhalten werden. Die Menschen waren jedoch frei, sich dafür oder gegen diese Ordnung zu entscheiden.

[7:32] Doch wenn sie sich von Gott abwenden, müssen sie auch die Verantwortung für diese Entscheidung selbst übernehmen. Adam und Eva wurden also verbannt. Wir kennen die Geschichte. Wir kennen die Geschichte vom Sündenfall. Eva isst von der Frucht, Adam isst von der Frucht und das Gesetz, das Verbot wurde übertreten und sie mussten den Garten Eden verlassen. Und was jetzt passiert ist ein Überlebenskampf für Adam und Eva. Sie müssen den Acker bebauen. Sie müssen diesen Acker hart bebauen, pflegen. Sie konnten nicht einfach im Garten an einen x-beliebigen Baum gehen und von den Früchten essen, sondern sie mussten hart dafür arbeiten und sie vermissten mit ganz großer Sicherheit den Genuss, die Großzügigkeit, den Luxus, den der Garten Eden ihnen gegeben hatte.

[8:31] So auch Noomi. Noomi bat darum, dass ihr Name in Mara geändert werden würde, weil ihr Leben von Bitterkeit überschattet war. Ihr Leben war nur der Schatten dessen, was es früher einmal war. Noomi lebte im Exil.

[8:58] Ihr Mann war gestorben, so wie ihre beiden Söhne und auf einmal stand sie da ohne Sicherheiten, ohne Perspektive, denn eine Frau in der damaligen Zeit, die unverheiratet war, die keinen Mann hatte, diese Frau konnte eigentlich für sich selbst nicht sorgen. Sie hatte keine Sicherheiten, sie hatte keine Absicherungen. Sie war komplett auf sich alleine gestellt und konnte sich selbst nicht versorgen.

[9:36] Noomi konnte das Land ihres Mannes Elimelech nicht ohne die Unterstützung der Familie ihres Mannes in Besitz nehmen. Die Familie hatte ein Erbe im verheißenen Land. Aber ganz allein konnte sie das nicht in Angriff nehmen. Und so erhoffte sie sich, dass ihre Schwiegertochter Rut, die Frau ihres verstorbenen Sohnes, dass sie einen nahen Verwandten ihres Mannes heiraten würde, damit Elimelechs Erbe wieder zurückbeansprucht werden konnte.

[10:21] Und wenn wir in Rut Kapitel 2 lesen, da begegnen wir zum ersten Mal Boas, wenn ich mich nicht täusche.

[10:46] Und Boas ist ein Verwandter von Elimelech. Und dieser Boas, von dem wir in Kapitel 2 lesen, wird von Christen als Typus für Jesus Christus selbst verstanden. Christus ist nicht nur unser Schöpfer, sondern er hat sich darüber hinaus auch zu unserem Verwandten gemacht, zu unserem Bruder, zu einem Menschen aus Fleisch und Blut. Und das ist der Grund auch, warum Jesus sich immer wieder selbst als den Menschensohn bezeichnet, weil er als Gott selbst zum Menschen geworden ist.

[11:26] Jesus ist bereit, dich zu seiner Braut zu nehmen, mit dir persönlich einen ganz festen Bund quasi wie einen Ehebund zu schließen, damit du wieder dein Erbe, dein Haus des Brotes, deinen Garten Eden im verheißenen Land in deiner eigentlichen Heimat wieder zurückgewinnen kannst.

[11:57] Jesus möchte uns zu sich nehmen.

[12:10] Da gibt es noch jemanden, der einen Anspruch auf uns hat. Das ist eine ganz einfache Frage. Das ist natürlich Satan.

[12:22] Schauen wir uns die Geschichte in dem Buch Hiob an.

[12:32] Hiob Kapitel 1, eine sehr bekannte Szene aus der Bibel. Wir haben die Geschichte: Das Buch Hiob leitet ein mit Hiob selbst. Hiob wird vorgestellt. Es wird gezeigt, wer Hiob ist. Er ist ein Rechtschaffener, ein tadelloser Mann Gottes, der Gott treu ist, der versucht, jede Sünde, die seine Kinder vielleicht begangen haben, ja, begangen haben. Er versucht, jede dieser Sünden für jede dieser Sünden auch eine Sühnung zu bewirken, indem er für seine Kinder Opfer bringt, weil sie ja eventuell gesündigt haben mögen.

[13:15] Und als dann diese himmlische Versammlung stattfindet, von der wir in Hiob 1 ab Vers 6 lesen, da versammeln sich alle Engel, aber auch dieser eine Widersacher, der Satan. Und zum ersten Mal wird er hier auch als Satan bezeichnet.

[13:34] Und im Gespräch merken wir ganz klar, wie sowohl Gott als auch Satan zu Hiob steht. Gott freut sich über die Treue und Rechtschaffenheit Hiobs. Aber währenddessen beansprucht Satan eben diesen Hiob als einen der Seinen und deutet an, dass Hiobs Herz nicht wirklich Gott gehöre, dass Hiob nur rechtschaffen sei, da er so viele Segnungen von Gott empfangen hatte. Und der Rest des Hiob-Buches dreht sich eigentlich nur um diese Frage.

[14:13] Wir sehen also, dass es auch einen Gegenspieler gibt, der auch einen Anspruch auf die Menschen hat. Und wenn wir z.B. in den Judasbrief schauen, dann wird das ganz deutlich und das ist sehr interessant, was Judas schreibt in Judas Vers 9. Es gibt leider kein Kapitel, weil der ganze Judasbrief ein einziges Kapitel ist. Lass es uns anschauen in Judas Vers 9. Das ist das letzte Buch vor der Offenbarung und dort lesen wir in Vers 9: "Der Erzengel Michael (hier ist Jesus mitgemeint) dagegen, als er mit dem Teufel Streit hatte (damit ist der Teufel, der Satan gemeint) und über den Leib Moses einen Wortwechsel führte, wagte kein lästerndes Urteil zu fällen, sondern sprach: Der Herr strafe dich."

[15:20] Also, wir erinnern uns, Mose starb am Ende des fünften Buches Mose, zumindest lesen wir es dort, auf dem Berg Nebo und kann nicht in das gelobte Land, das Land Kanaan, eintreten. Und er wurde eben dort auch begraben und Ellen White schreibt, wie Christus Mose vom Tode auferweckt hatte.

[15:46] Und in dem Buch "Wie alles begann" lesen wir: "Satan wurde seine Beute entrissen. Infolge der Sünde war Mose unter die Gewalt Satans geraten und aus diesem Grund hatte Satan seinen Anspruch auf Mose." Ich zitiere hier aus dem genannten Buch "Wie alles begann", geschrieben von Ellen White auf Seite 457.

[16:20] "Zum ersten Mal stand Christus im Begriff, einen Toten Leben zu schenken. Als sich der Herr des Lebens und seine Engel dem Grab näherten, fürchtete Satan um seine Vormachtstellung. Mit seinen bösen Engeln war er zur Stelle, um jedes Eindringen in seinen Herrschaftsbereich abzuwehren. Er prahlte damit, dass dieser Diener Gottes sein Gefangener geworden sei. Er erklärte, dass nicht einmal Mose in der Lage gewesen sei, Gottes Gesetz zu halten. Er habe sich die Ehre angemaßt, die Gott zustehe, die gleiche Sünde, die zu seiner eigenen Verbannung aus dem Himmel geführt habe. Durch diese Übertretung sei Mose unter Satans Herrschaft geraten."

[17:16] Es ist so interessant, wenn wir dieses Kapitel bzw. diesen Ausschnitt aus dem Buch "Wie alles begann" lesen, dass jeder Mensch der Gegenstand eines hart umkämpften, ja, eines hart umkämpften Gegenstands eines kosmischen Konflikts ist. Kannst du dir vorstellen, dass Gott und Satan um dich kämpfen, dass Gott dich auferwecken will, dass er dich retten will, dass er dich zu sich holen will und Satan das herausfordert und dich in seine Gefangenschaft reißen möchte?

[18:09] In Rut gehen wir zurück zu dem Buch Rut. In Kapitel 4 reist Boas nach Bethlehem in die Stadt, in der Christus als unser Erlöser geboren wurde, auf die Welt kam. Und das Tor eines Dorfes, das ist der Ort, an dem Rechtsstreitigkeiten entschieden werden. Es ist also, so hat es auch der Autor des Lektionshefts beschrieben, der Typus für eine Gerichtsszene. Sie spiegelt die Gerichtsszene aus Daniel 7, Vers 13 bis 14 und die weiteren Verse wider.

[18:58] Wenn wir uns Daniel Kapitel 7 anschauen, das machen wir mal ganz kurz, einfach nur um uns einen Überblick zu verschaffen über das Kapitel selbst.

[19:15] Da haben wir erst die Situation mit den Tieren, mit den vier Tieren und dem Horn schließlich und dann auf einmal in Vers 9. Da sehen wir, wie Throne aufgestellt wurden und wie ein Hochbetagter sich setzte und Bücher geöffnet wurden. Und selbst hier lesen wir von einem Gericht. Allerdings, was wird hier gerichtet? Denn wenn wir den Kontext beachten, dann sehen wir, dass es sich hier nicht um die Menschen geht, sondern es geht hier um das Horn, um diese herausfordernde, anmaßende Macht, politische Macht, denn das Gericht ist ein Ereignis, was für die Heiligen ist. Die Heiligen, also diejenigen, die sich an Gott hängen, die ihm nachfolgen wollen, die müssen sich vor dem Gericht nicht fürchten.

[20:39] Das Gericht fällt zugunsten der Heiligen aus, aber nur weil Christus den Preis für uns bezahlte, so wie es Boas letztendlich für seine Braut tat. Wenn wir wieder zurückgehen in die Geschichte von Rut.

[21:02] Lasst uns nun zu der zweiten Geschichte gehen, die Geschichte von Ester.

[21:27] Im Bericht über Ester begegnen wir Haman, jemand, der nach Stellung und Macht strebte. Und ihm wurde so ein großes Maß an Ansehen und Macht im Reich gegeben, dass er über allen anderen Fürsten steht. Zum Beispiel lesen wir hier in Ester Kapitel 3, Vers 1: "Nach diesen Begebenheiten erhob der König Ahasveros Haman, den Sohn Hamedathas, den Agagiter, zu höherer Macht und Würde und setzte ihn über alle Fürsten, die bei ihm waren."

[22:06] Haman ist eine sehr mächtige Person geworden, aber er war – und dafür ist er im Buch Ester bekannt – jemand, der das Volk Gottes vehement bekämpft hatte.

[22:18] Schauen wir uns an dieser Stelle zwei Bibeltexte an, zwei weitere. Nämlich zum einen Hesekiel Kapitel 28.

[22:32] Fangen wir an mit Hesekiel Kapitel 28, dort die Verse 11 bis 15.

[22:39] "Weiter ging das Wort des Herrn an mich folgendermaßen: Menschensohn, stimme ein Klagelied an über den König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht Gott der Herr: Oh, du Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommener Schönheit. In Eden, im Garten Gottes warst du mit allerlei Edelsteinen bedeckt: mit Sardes, Topas, Diamant, Chrysolith, Onyx, Jaspis, Saphir, Karfunkel, Smaragd und mit Gold. Deine kunstvoll hergestellten Tamburine und Flöten waren bei dir. Am Tag deiner Erschaffung wurden sie bereitet. Du warst ein gesalbter, schützender Cherub. Ja, ich hatte dich dazu eingesetzt. Du warst auf dem heiligen Berg Gottes und du wandeltest mitten unter den feurigen Steinen. Du warst vollkommen in deinen Wegen vom Tag deiner Erschaffung an, bis Sünde in dir gefunden wurde."

[23:55] Der zweite Text ist in dem Buch Jesaja zu finden. Jesaja Kapitel 14.

[24:11] Und dort lesen wir die Verse 12 bis 15.

[24:17] "Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte? Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen? Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen. Doch ins Totenreich bist du hinabgestürzt in die tiefste Grube."

[24:56] Wir sehen hier ganz deutlich diesen Hochmut, den wir bei Luzifer sehen, den diese Texte beschreiben, den Fall Luzifers. Und wir sehen hier einige Parallelen, wie schon bereits angesprochen, den Hochmut von Luzifer auch bei Haman. Und was macht Luzifer bzw. der Teufel Satan, vor allem nach seinem Fall? Er versucht immer Gott zu bekämpfen und er bekämpft Gott vor allem dadurch, indem er sein Volk bekämpft, indem er gegen sein Volk kämpft, indem er Widerstand leistet, indem er sein Volk verfolgt.

[25:43] Er ist zu einem Widersacher, zu einem bösen Widersacher von Gottes auserwähltem Volk geworden, der sich weigert, sich der Oberhoheit Gottes zu beugen und diese anzuerkennen.

[26:01] Und in der Offenbarung sehen wir, wie dieser ganze Hochmut, wie diese gesamte Arroganz und das Bekämpfen von Gott und von seinem Volk eine Klimax erreicht. Wir sehen das in Offenbarung Kapitel 13.

[26:23] Offenbarung Kapitel 13 in den Versen 3 bis 4. Also eigentlich im ganzen Kapitel, aber ich lese jetzt die Verse 3 bis 4. "Und ich sah, da werden die Tiere beschrieben, das Tier aus dem Meer und dann später das Tier aus der Erde. Und ich sah einen seiner Köpfe wie zu Tode verwundet und seine Todeswunde wurde geheilt und die ganze Erde sah verwundert nach dem Tier oder dem Tier nach. Und sie beteten den Drachen an, der dem Tier Vollmacht gegeben hatte. Und sie beteten das Tier an und sprachen: 'Wer ist dem Tier gleich? Wer vermag mit ihm zu kämpfen?'"

[27:16] Also hier wird deutlich, dass der Teufel, der Drache, diese Anbetung, die dem einzig wahren Gott gebührt, für sich beansprucht, weil dieser Drache, der Teufel, die Autorität, die Macht und die Souveränität Gottes nicht anerkennt.

[27:54] Genauso wie Haman auch gegen die Autorität Gottes bzw. gegen das Volk Gottes Widerstand geleistet hat.

[28:10] Haman bemerkt, dass Mordechai, einer aus dem auserwählten Volk Gottes, sich ihm nicht beugt und nicht anerkennt, was er für sein Recht auf Anbetung erachtet. Ja, Haman wird also von Zorn erfüllt und ist dann somit fest entschlossen, das Volk von Mordechai zu verfolgen, zu vernichten.

[28:42] Und das sehen wir auch, wenn wir in die Offenbarung schauen. In Offenbarung 12 verfolgt der Teufel die Braut Christi mit hass-erfüllter Wut, mit hass-erfüllter Rache, aber Gott greift ein und rettet sie.

[29:01] Auch in der Geschichte von Ester spielt hier eine Königin eine zentrale Rolle. Gott setzt diese Königin ein, um Gottes Volk zu retten.

[29:22] Lesen wir gemeinsam noch folgende Texte. Gehen wir wieder zurück zu Ester.

[29:31] Ester ist direkt vor dem Hiob-Buch, falls es jemand nicht direkt findet. Und dort möchte ich gerne ein paar Verse lesen. Die ersten zwei Verse lese ich in Ester Kapitel 4, die Verse 13 bis 14.

[29:52] Dort heißt es: Da ließ Mordechai Ester antworten: "Denke nicht in deinem Herzen, dass du vor allen Juden entkommen würdest, weil du im Haus des Königs bist. Denn wenn du jetzt schweigst, so wird von einer anderen Seite her Befreiung und Rettung für die Juden kommen. Du aber und das Haus deines Vaters werden untergehen. Und wer weiß, ob du nicht gerade wegen einer Zeit wie dieser zum Königtum gekommen bist."

[30:26] Dann lesen wir weiter in Kapitel 5, die ersten drei Verse. "Und es geschah am dritten Tag, da legte Ester ihre königliche Kleidung an und trat in den inneren Hof am Haus des Königs, dem Haus des Königs gegenüber, während der König auf seinem königlichen Thron im königlichen Haus saß gegenüber dem Eingang zum Haus. Als nun der König die Königin Ester im Hof stehen sah, fand sie Gnade vor seinen Augen. Und der König streckte das goldene Zepter, das in seiner Hand war, Ester entgegen. Da trat Ester herzu und rührte die Spitze des Zepters an. Dann sprach der König zu ihr: 'Was hast du, Königin Ester, und was begehrst du? Es soll dir gewährt werden und es wäre auch die Hälfte des Königreiches.'"

[31:30] Und zuletzt Ester Kapitel 9 und dort die Verse 20 bis 28. Das ist ein bisschen länger als die anderen beiden Kapitel bzw. die Verse aus den anderen beiden Kapiteln.

[31:40] Ester Kapitel 9, Vers 20: "Und Mordechai schrieb diese Begebenheiten auf und er sandte Briefe an alle Juden, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros wohnten, in der Nähe und in der Ferne, woran er sie verpflichtete, dass sie den 14. und 15. Tag des Monats Adar Jahr für Jahr feiern sollten, als die Tage, an denen die Juden vor ihren Feinden zur Ruhe gekommen waren und als den Monat, in welchem ihr Kummer in Freude und ihre Trauer in einen Festtag verwandelt worden war, dass sie diese feiern sollten als Tage des Gastmahls und der Freude, an denen sie einander Geschenke machen und die Armen beschenken sollten. Und die Juden machten sich das, was sie zu tun angefangen hatten und was ihnen Mordechai vorgeschrieben hatte, zur Gewohnheit. Denn Haman, der Sohn Hamedathas, der Agagiter, der Feind aller Juden, hatte den Plan gefasst, die Juden umzubringen und hatte das Pur (das ist das Los) werfen lassen, um sie zu vernichten und umzubringen. Und als es vor den König kam, befahl..."

[33:04] Und als es vor den König kam, befahl dieser durch einen Brief, dass Hamans böser Anschlag, den er gegen die Juden erdacht hatte, auf seinen eigenen Kopf zurückkam, sodass man ihn und seine Söhne an das Holz hängte.

[33:17] Warum werden diese Tage Purim genannt nach dem Wort Pur?

[33:22] Deshalb, wegen all dessen, was in dem Schriftstück stand und was sie selbst gesehen und erfahren hatten, setzten die Juden dies fest und nahmen es als Brauch an für sich und ihre Nachkommen und alle, die sich ihnen anschließen würden, dass sie nicht davon abgehen wollten, jährlich diese zwei Tage zu feiern, wie sie vorgeschrieben und bestimmt worden waren.

[33:51] Und so sollen diese Tage im Gedächtnis bleiben und gefeiert werden von Geschlecht zu Geschlecht in allen Sippen, in allen Provinzen und Städten, sodass diese Pur-Tage nie verschwinden sollen unter den Juden und ihr Andenken bei ihren Nachkommen nicht aufhören soll.

[34:16] Es ist sehr interessant. Wir erinnern uns an die ersten Verse.

[34:21] Mordechai sagt: "Vielleicht bist du genau aus diesem Grund Königin geworden, denn unser Volk braucht eine Rettung."

[34:31] Die Verschwörung Hamans ging nach hinten los und traf am Ende ihn selbst.

[34:38] Und dann sehen wir, dass die Juden daraufhin ein Fest feiern, weil ihr Volk errettet wurde.

[34:59] Und am Ende, in dieser ganzen Situation, griff Gott ein. Und das ist ein sehr, sehr schönes Bild dafür, was auf dieser Erde passieren wird.

[35:08] Wir haben immer diesen Haman, diesen Widersacher, der das Volk Gottes bekämpfen möchte, der sich gegen das Volk Gottes stellt, der sich ein Komplott erdenkt, wie er uns vernichten kann.

[35:28] Und manchmal mag es vielleicht so aussehen, als würde es sich auch so bewahrheiten, aber Gott lässt sein Volk nicht im Stich.

[35:38] Und genau aus diesem Grund, so vermutet es Mordechai, ist Esther zur Königin geworden, um das Volk zu retten.

[35:49] Gott greift ein. Gott greift ein in seiner Zeit. Gottes Timing ist perfekt. Er ist nie zu spät. Er ist nie zu früh. Es ist genau dann soweit, wenn es notwendig ist.

[36:03] Gott hat seine Kirche, die Kirche der Übrigen, zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte errichtet.

[36:11] Als zum Beispiel die 1260 Tage des finsteren Mittelalters zu Ende gingen, da holte Gott seine Braut aus ihrem Unterschlupf.

[36:23] Und diese letzte Botschaft der Barmherzigkeit wurde von dieser Gemeinde der Übrigen in die Welt getragen und wird bis heute von dieser Gemeinde in die Welt getragen. Die drei Engelsbotschaften.

[36:43] Esther entdeckte, dass sie der Verfolgung ihres Volkes durch Haman nicht alleine gegenüberstand.

[36:48] Sie fand die Gunst des Königs und ihr Volk wurde schließlich befreit. Und auch wir sind nicht allein, wenn wir in diesen letzten Momenten der Erdgeschichte leben, denn der König ist auf unserer Seite und Gottes Volk wird ebenfalls befreit werden in der allerletzten Zeit.

[37:11] Und so sehen wir in den Geschichten von Rut und von Esther Symbole und Hinweise, die uns auf den großen Kampf und auch auf das hinweisen, was Jesus für uns getan hat.

[37:28] Und so möchte ich euch ermutigen, das sind nicht die einzigen Geschichten, die solche Symbole haben oder die auf etwas Tieferes hinweisen.

[37:42] Ich möchte euch deswegen ermutigen und mich selbst auch an dieser Stelle, dass wir, wenn wir Bibelgeschichten lesen, tiefer gehen und uns wirklich die Frage stellen, was können wir da über Jesus erfahren? Gibt es da vielleicht Parallelen oder sagt diese Geschichte etwas aus über Jesus? Wird hier vielleicht die Situation, die das Leben Jesu irgendwie auch zum Ausdruck gebracht?

[38:05] Zum Beispiel, wenn wir in die Josef-Geschichte gehen und in andere Geschichten. Wir sehen, dass viele Geschichten in der Bibel etwas sagen, was sich am Ende auch auf Jesus bezieht, also etwas aussagen, was perfekt zu Jesus Christus passt.

[38:19] Und deswegen möchte ich euch darin ermutigen, dass wir alle ein scharfes, ein sehr scharfes Auge haben, wenn wir diese Geschichten lesen.

[38:28] Ich möchte jetzt hiermit schließen und euch noch dazu einladen, gemeinsam mit mir ein Gebet zu sprechen.

[38:50] Du bist so ein großer Gott. Du bist ein genialer Gott, denn du hast die Bibel uns gegeben und die Bibel ist ein Buch mit Geschichten, die tiefer gehen als einfach nur, was ist die Moral der Geschichte, sondern diese Geschichten tragen in ihrer DNA Evangelium und auch deine Liebe und diese Geschichten zeigen uns ja, was du alles für uns getan hast und wie du zu uns stehst und wir können so viel lernen.

[39:20] Und deswegen will ich dich bitten, dass du uns dieses Feuer und diesen Scharfsinn und diesen Eifer schenkst, wenn wir in deiner Bibel lesen, in deinem Wort lesen, dass wir verstehen können, was du uns sagen willst und dass wir aus diesem Grund wissen, warum es so wichtig ist, die Geschichten zu kennen und sie zu studieren.

[39:41] Lieber Gott, ich will dich bitten für jeden, der zuschaut, der hier reingeschaut hat, dass du diese Person mit deinem Geist und mit deinem Frieden und mit deiner Liebe füllst und dass jeder, der hier zuschaut, auch verstehen kann und wissen darf, dass sie geliebt sind, dass sie wertgeschätzt sind, dass sie in deinem Herzen einen ganz besonderen Platz haben und dass sie in der Bibel, egal ob sie sich im Neuen oder im Alten Testament befinden, dass sie verstehen und sehen, da ist Jesus in dieser Geschichte, da ist die Liebe Gottes in dieser Geschichte.

[40:23] Lieber Gott, ich will dich bitten, dass du jeden, der zuschaut, segnest und dass wir uns bald wiedersehen. Hab Dank dafür. Amen.

[40:33] Ich bedanke mich ganz herzlich dafür, dass ihr reingeschaut habt. Ich wünsche euch Gottes Segen und bis zur nächsten Crest Study Hour.
[40:44] [Musik]


Lizenz

Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.