[0:00] Hallo ihr Lieben und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir sind jetzt in unseren Ausweichräumen, weil unser Studio gerade umgebaut wird bzw. umzieht. Und so wollen wir diese Woche unsere Lektion hier haben. Deswegen sieht es um mich herum ein bisschen anders aus. Das ist die Gemeinde in Stuttgart-Wang, in der wir gerade sind. Und hier können wir jetzt sozusagen gemeinsam studieren, unsere Lektion haben.
[0:41] Wir sind ja jetzt in Kapitel 9. Das ist unsere zehnte Lektion, die da heißt „Vom Bekenntnis zum Trost“. Und wir werden hier einiges Erstaunliches sehen in diesem neunten Kapitel des Buches Daniel. Und ein großer Teil sozusagen dieser Lektion ist das Gebet von Daniel. Und in Daniel 9, Vers 19 finden wir auch unseren Merkvers, der da heißt: „Herr, höre, Herr, vergib, Herr, achte darauf und handle und zögere nicht um deiner selbst willen, mein Gott. Denn nach deinem Namen ist deine Stadt und dein Volk benannt.“ Nun, Daniels großes Gebet, das er hier spricht, damit wollen wir uns gleich am Anfang beschäftigen und uns mal anschauen, was das Besondere daran ist. Und danach gucken wir wieder ein bisschen rein in die Prophetie, denn das geht jetzt weiter, was wir letzte Woche behandelt hatten. Kapitel 8 läuft jetzt in Kapitel 9 weiter. Und die Verbindung gucken wir uns an.
[1:30] Bevor wir beginnen, sprechen wir ein Gebet und bitten den Heiligen Geist, dass er uns durch die Lektion führt. Unser lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danken dafür, dass wir jetzt gemeinsam studieren dürfen. Und Herr, wenn wir dein Wort aufschlagen und diese Verse lesen, möchten wir dich bitten, dass dein Heiliger Geist uns führt, dass er uns leitet in dein Wort hinein, damit wir alles in rechter Weise verstehen. Und dafür danken wir dir. Im Namen Jesu. Amen.
[1:56] Nun beginnen wir bei Daniel 9 und hier Vers 1 und 2, da heißt es hier in der Bibel: „Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes Ahasverus, von medischer Abstammung, der zum König über das Reich der Chaldea gemacht worden war. Im ersten Jahr seiner Regierung achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, von der das Wort des Herrn an den Propheten Jeremia ergangen war, dass die Verwüstung Jerusalems in siebzig Jahren vollendet sein sollte.“
[2:29] Nun, man kann sich vorstellen, warum Daniel da jetzt sitzt. Er ist im ersten Jahr des Königs Darius da zusammen, das ist 539 v. Chr. Und er studiert. Und er studiert das Buch Daniel. Warum eigentlich Daniel? Nun, in Kapitel 8 hatten wir gesehen, dass er etwas verzweifelt war, er zwischendurch sogar mal ohnmächtig war, als Gabriel ihm das Gesicht erklärt hat von den 2300 Abenden und Morgen. Und das hat Daniel schon schockiert, denn 2300 Abende und Morgen prophetisch meint er eine Zeitspanne von 2300 Jahren. Und dann soll das Heiligtum wieder gereinigt werden, so hat es geheißen. Und Daniel wusste, es ist tatsächlich 2300 Jahre hin, bis wir Jerusalem wieder aufbauen dürfen. Aber jetzt studiert er Jeremia, einen Propheten, der Zeitgenosse. Jetzt liest er in der Rolle und schaut, was hat Jeremia denn vorhergesagt? Wann werden wir denn wieder befreit werden?
[3:26] Und wir können uns die Texte mal angucken, die da in Jeremia gelesen worden sind, die höchstwahrscheinlich Daniel jetzt gelesen hat. Die finden wir zum Beispiel in Jeremia 25, Verse 10-12. Dort ist diese Ankündigung, da heißt es: „Und ich will unter ihnen aufhören lassen das Jubel und Freudengeschrei, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, das Klappern der Mühle und das Licht der Lampe. Und dieses ganze Land soll zu Trümmerhaufen, zur Wüste werden. Und diese Völker sollen dem König von Babel dienen, 70 Jahre lang. Und es wird geschehen, wenn die 70 Jahre vollendet sind, dann will ich an dem König von Babel und an jenem Volk ihre Schuld heimsuchen, spricht der Herr, auch am Land der Chaldea, und ich würde es zur ewigen Wüste machen.“ Und dann lesen wir noch Kapitel 29, Vers 10 in Jeremia. Da heißt es: „Fürwahr, so spricht der Herr, wenn die 70 Jahre für Babel gänzlich erfüllt sind, werde ich mich euer annehmen und mein gutes Wort euch an diesen Ort zurückbringen, an euch erfüllen.“
[4:28] Und das sind so wohl die Verse vermutlich, die Daniel hier studiert. Denn er weiß, 70 Jahre lang und dann soll sozusagen, dann wird die Schuld an Babel heimgesucht, an denen, die sie entführt haben. Und jetzt ist gerade dieser Regierungswechsel. Also wir sind jetzt sozusagen in der Regierungszeit von Darius, das heißt, die Meder und Perser sind gekommen und haben jetzt das Reich Babylon übernommen.
[4:57] Und Daniel studiert jetzt hier Jeremia und sagt: „War da nicht eine Vorhersage? Hieß es nicht, dass wenn das und das passiert, dass wir wieder frei sind und dass wir vielleicht Jerusalem wieder aufbauen können?“ Naja, und so ist er dabei und studiert hier eifrig. Und man muss sich vorstellen, nur mal so eine Idee zu haben, in Daniel 8, Vers 14, was war eigentlich mit dem armen Daniel? Der hört von 2300 Abend und Morgen und dann erst soll das Heiligtum gereinigt werden. Wir stellen uns einmal vor, dass wir das heute, wir sind heute im Jahr 2020 und wir kriegen eine Offenbarung, dass in 2300 Jahren irgendwas passiert. Unser Volk befreit wird oder was auch immer. Das würde heißen, es erfüllt sich im Jahr 4320. Das ist für uns so unvorstellbar weit weg, das Jahr 4320. Jetzt kann man sich vielleicht vorstellen, wie sich Daniel gefühlt hat, als er vor dieser riesen Zeitspanne gehört hat.
[5:50] Nun jedenfalls, er studiert jetzt Jeremia und sucht und guckt: „Müssten wir nicht eigentlich jetzt befreit werden? Ist nicht die Zeit der Befreiung jetzt? Und müssten wir nicht zurück und Jerusalem wieder aufbauen?“ Schaut mal, wie Daniel dann damit umgeht. Es heißt hier in Vers 3, Daniel 9: „Und ich wandte mein Angesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn zu suchen, mit Gebet und Flehen, mit Fasten, in Sacktuch und in der Asche.“
[6:15] Nun Daniel fastet und fläht und sucht den Herrn, ob er ihm nicht eine Antwort geben kann auf das, was er dort erfahren hat, diese 2300 Abend und Morgen. Und interessanterweise ist, dass Daniel hier fastet. Also abgesehen davon, dass er sich demütigt, also er sitzt da in Sacktuch und Asche, dieser hohe Beamte, aber jetzt fastet er. Und das Fasten, das hilft uns auch manchmal, wenn wir die Stimme Gottes in unserem Leben brauchen, wenn wir Weisung brauchen von Gott. Gott spricht ständig zu uns, sagt Schwester White, aber ganz oft hören wir seine Stimme nicht, weil viel anderer Lärm um uns herum in unserem Herzen diese Stimme Gottes verdrängt. Und was dann hilft, ist zum Beispiel Fasten. Also seinen Körper mal wieder runterzubringen, in die Stille zu kommen. Alles, was den Körper so belastet den ganzen Tag, einfach mal damit aufzuhören, indem man ihm keine Nahrung mehr zufügt, sondern indem er einfach von dem lebt, was er hat. Und so ein bisschen Ruhe in den Tempel unseres Körpers hineinzubringen, damit wir die Stimme Gottes wieder hören können. Daniel hat hier was ganz Ähnliches gemacht. Er fastet und er versucht, sich von dem Ballast zu befreien, versucht sich zu demütigen vor Gott und sucht um Antwort.
[7:31] Und dann schau mal, wie Daniel hier sein Gebet beginnt in Vers 4. „Ich betete aber zu dem Herrn, meinem Gott, und ich bekannte und sprach: Ach Herr, du großer und furchtgebietender Gott, der den Bund und die Gnade bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote bewahren.“
[7:42] Nun Daniel betet und er bekennt jetzt die Schuld von sich und von dem Volk. Und es ist interessant, dass er hier was zitiert. Also Daniel ist ja ein Hochgelehrter. Er zitiert hier etwas aus Mose. Und wir können das mal lesen im fünften Buch Mose. Also Daniel, das, was er hier sagt: „Gott, der den Bund und die Gnade bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote bewahren“, kommt eigentlich aus dem fünften Buch Mose, Kapitel 7, Verse 6 bis 11. Da hat Mose damals dem Volk schon was prophezeit und schon vorher gesagt. Und es heißt hier: „Denn ein heiliges Volk bist du für den Herrn, dein Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, aus allen Völkern erwählt, die auf Erden sind, damit du ein Volk des Eigentums für ihn seist. Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher werdet als alle Völker, hat der Herr sein Herz euch zugewandt und euch erwählt, denn ihr seid das geringste unter allen Völkern, sondern weil der Herr euch liebte und weil er den Eid haben wollte, den er euren Vätern geschworen hatte. Darum hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. So erkenne nun, dass der Herr, dein Gott, der wahre Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Gnade denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote bewahren, auf tausend Generationen. Er vergilt aber auch jedem, der ihn hasst, ins Angesicht und bringt ihn um. Er zögert nicht, dem zu vergelten, der ihn hasst, sondern vergilt ihm ins Angesicht. So bewahre nun das Gebot und die Satzung und Rechtsbestimmung, die ich dir heute gebiete, damit du sie tust.“
[9:23] Nun als Daniel hier sein Gebet betet, da zitiert er aus diesen Versen hier, aus dem fünften Buch Mose. Und er sagt: „Gott, du bist doch derjenige, der vergibt, der langmütig ist, der den Bund und die Gnade denen bewahrt, die ihn lieben.“ Und er erinnert sich an Gottes Barmherzigkeit und ist so tröstlich und so gut, das zu wissen.
[9:51] Wir lesen mal weiter, wie Daniel dann weiterbetet. Verse 5 bis 8. Hier sagt er: „Wir haben gesündigt und haben Unrecht getan und gesetzlos gehandelt. Wir haben uns aufgelehnt, sind von deinen Geboten und deinen Rechtsordnungen abgewichen. Wir haben auch nicht auf deine Knechte, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen, unseren Fürsten und unseren Vätern und zu dem ganzen Volk des Landes geredet haben. Du, Herr, bist im Recht. Uns aber treibt es heute die Schamröte ins Gesicht, wie es jetzt zutage liegt, den Männern von Juda und den Bürgern von Jerusalem und dem ganzen Israel, seien sie nah oder fern in allen Ländern, wohin du sie vertrieben hast, wegen ihrer Untreue, die sie gegen dich verübt haben. Uns, Herr, treibt es die Schamröte ins Gesicht, unseren Königen, unseren Fürsten und unseren Vätern, weil wir gegen dich gesündigt haben.“
[10:34] Es ist interessant, dass Daniel hier die Schuld bekennt, seines Volkes und seine eigene Schuld. Also wenn wir überlegen, Daniel, wie wird er in der Bibel eigentlich bezeichnet? Nun zum Beispiel in Ezekiel 14, Vers 13 und 14, da wird er mit Hiob und Noah zusammengenannt als besonders gerecht. Also Daniel selbst, sogar die Bibel gibt Zeugnis von ihm, wie gerecht er ist. Sein Landsmann oder sein Zeitgenosse, der Ezekiel, der schreibt von ihm, wie gerecht er ist. Daniel war zu seinen Lebzeiten schon als besonders gerecht anerkannt und heute, wenn wir in der Bibel über ihn lesen, denken wir auch, was für ein gerechter Mann. Aber Daniel distanziert sich nicht von seinem Volk und von der Sünde des Volkes, sondern er sagt: „Wir haben alle gesündigt.“ Wir sind heute an dem Punkt, weil wir alle was falsch gemacht haben und er fasst sich da mit hinein.
[11:28] Und wir erinnern uns so ein bisschen an Mose, der so eine Einstellung hatte. Mose auch. Gott sagte, das Volk, das wird umgebracht und aus Mose macht er eine neue Generation, eine neue Familie, einen neuen Stammbaum. Aber Mose sagt: „Tu es nicht, bring dein Volk nicht um deiner Willen, denn was sollen die anderen Völker sagen, die das sehen? Die denken, du hast uns aus Ägypten geführt und bringst uns dann um und dein Name würde gelästert werden. Dann sagt er: Bitte tu es nicht, rechne mich zu dem Volk dazu, mach nichts Besonderes aus mir. Ich gehöre genauso zu dem Volk wie alle anderen auch.“
[12:02] Und Daniel hat eine ganz ähnliche Einstellung. Daniel sagt auch: „Wir haben gesündigt, unsere Väter haben gesündigt, wir waren das, wir haben Fehler gemacht.“ Und es ist für uns interessant, denn diese Einstellung, die sowohl Mose hatte, als auch Daniel hatte, die sollen wir heute auch haben. Das war immer die Einstellung, die Gottes Volk hatte. Manchmal neigen wir dazu zu sagen, na ja, heute werden wir unsere Kirchen angucken und vielleicht insbesondere in der europäischen Division und wir kriegen die Krise und sagen, so viel Abfall innerhalb von dem, was wir sehen. Aber wir müssen sagen, wir gehören genauso dazu. Wir sind auch Laodizeer. Und ja, es ist Abfall in unserer Gemeinde, aber aufgrund von unseren Sünden, aufgrund von dem, was wir falsch gemacht haben, wir und unsere Väter, die Menschen vor uns und eben auch wie in unserer Generation. Wir tragen die Früchte dessen, was wir gesät haben. Und ja, wir sollten alle in Sacktuch und Asche anbeten. Wir sollten alle um Umkehr bitten und Buße tun.
[13:00] In Ezekiel 9, Vers 3 und 4, da wird was Interessantes beschrieben, so am Ende der Zeiten. Da heißt es hier: „Da erhob sich die Herrlichkeit des Gottes Israels von dem Cherub, über dem sie gewesen war, hin zur Schwelle des Hauses. Und er rief dem Mann zu, der das leinerne Gewand trug, das Schreibzeug an der Hüfte hatte. Und der Herr sprach zu ihm: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und mache ein Zeichen auf die Stirn der Leute, die seufzen und jammern über all die Gräuel, die in ihrer Mitte verübt werden.“
[13:33] Hier wird beschrieben, die Szene, sozusagen, wenn das Siegel Gottes verteilt wird am Ende. Da heißt es: „Geh durch, geh durch die Gemeinde, also fang in der Stadt an und geh durch und verteile dieses Siegel an all die Leute, nicht die, die Sünden des Volkes anklagen und die Ankläger ihrer Brüder sind, sondern gib das Siegel den Menschen, die seufzen und jammern über all die Gräuel, die in der Gemeinde verübt werden.“
[13:55] Nun, auf welcher Seite stehen wir? Sind wir diejenigen, die immer anklagen und sagen: „Guck mal, der ist falsch und das ist böse und das ist böse und den würde ich auswechseln und das und das?“ Oder fassen wir uns mit in das Volk zusammen und jammern und klagen über das, was in unserem Volk passiert ist und über den Abfall in unserer eigenen Gemeinde, über die Bestrebungen, die wir zum Beispiel ökumenischer Basis haben, dass versucht wird, bestimmte Bereiche auch in Deutschland und Europa sozusagen der Ökumene mitzuspielen, da mitzumachen, damit einzutreten und und und. Jammern und klagen wir darüber oder beschuldigen wir nur unsere Brüder, unsere Geschwister in leitenden Ämtern vielleicht und sagen: „Guck mal, die machen das alles falsch.“ Wir sollen nicht die Ankläger unserer Brüder sein, aber wenn wir wirklich Leid tragen über das, was hier passiert und bitten und beten, so wie Daniel für das Volk, dann wird auch das Siegel am Ende verteilt werden, wenn wir uns zu seiner Gemeinde zählen, selbst im größten Abfall, so wie Daniel hier.
[14:51] Wir lesen mal die Verse 9 bis 11, also Daniels Gebet geht weiter und Daniel sagt: „Aber bei dem Herrn unserem Gott ist Barmherzigkeit und Vergebung, denn gegen ihn haben wir uns aufgelehnt und wir haben nicht gehört auf die Stimme des Herrn unseres Gottes, um in seinem Gesetz zu wandeln, dass er uns durch seine Knechte die Propheten vorgelegt hat, sondern ganz Israel hat da ein Gesetz übertreten und ist abgewichen, so dass es auf deine Stimme gar nicht hören wollte. Darum hat sich auch über uns ergossen, was als Fluch und Schwur im Gesetz Moses des Knechtes Gottes geschrieben steht, weil wir gegen ihn gesündigt haben.“
[15:31] Wovon spricht Daniel? Er betet hier und er sagt: „Da war ein Fluch im Gesetz Gottes und der ist eingetreten.“ Nun im 5. Mose 28 können wir es lesen. Wir lesen mal 5. Mose 28, Vers 15 und dann überspringen wir eine ganze Ecke und lesen noch Vers 49 und 50. Also 5. Mose 28, Vers 15 und dann 49 und 50. Da heißt es: „Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des Herrn deines Gottes nicht gehorchst, so dass du alle seine Gebote und Satzungen nicht bewahrst und tust, die ich dir heute gebiete, so werden all diese Flüche über dich kommen und dich treffen.“ Vers 49: „Der Herr wird sein Volk aus der Ferne gegen dich aufbieten, vom Ende der Erde, das wie ein Adler daher fliegt, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehen kannst, ein Volk mit hartem Angesicht, das keine Rücksicht kennt, gegen den Greis und mit dem Knaben kein Erbarmen hat.“
[16:32] Der Fluch, der da beschrieben war in 5. Mose 28, das heißt, wenn du der Stimme deines Gottes nicht gehorchst, wenn du nicht in seinen Satzungen bleibst, dann werde ich ein Volk gegen dich aufbieten und das wird dich übernehmen. Und genau das passiert. Israel ist nicht in den Satzungen Gottes geblieben und das Resultat war, Babylon kam und hat das Volk in die Gefangenschaft geführt.
[16:54] Nun aber für Daniel ist es gut und tröstlich zu wissen, dass sie in der Hand Gottes sind, in der Hand des barmherzigen Gottes. Es war ja damals auch Davids großer Trost, als im 2. Samuel 24 der Prophet zu David kam und sagt: „Wähle wegen der Volkszählung, welchen Fluch du haben möchtest.“ Er konnte drei Flüche wählen und er sagt: „Ich möchte den, wo ich in Gottes Hand bin, wo ich weiß, schick die Pest ins Land, aber lass nicht sozusagen die Feinde kommen. Ich will nicht in der Hand meiner Feinde sein, ich will lieber in der Hand Gottes sein und wenn mich auch der Fluch trifft und wenn so und so viel sterben, aber ich möchte nicht in der Hand der Feinde sein. Ich möchte immer in der Hand Gottes bleiben, selbst wenn ich gesündigt habe und wenn ich dafür Strafe bekomme.“ Denn er wusste, Gott ist gnädig und Gott ist langsam zum Zorn und Gott ist langmütig und Gott erschlägt, aber er heilt auch wieder, er versorgt. Und ja, so ähnlich hier auch bei Daniel erinnert sich an die Barmherzigkeit und an die Größe Gottes und sagt: „Er ist immer noch unser Gott, er führt immer noch sein Volk.“
[18:02] Lesen wir mal weiter in seinem Gebet, Verse 12 bis 14. Daniel sagt: „Und so hat er die Worte ausgeführt, die er gegen uns und unsere Herrscher, die über uns regierten, ausgesprochen hat, dass er großes Unheil über uns bringen wolle, wie es unter dem ganzen Himmel noch nirgends vorgekommen und wie es nun wirklich an Jerusalem geschehen ist. Genauso wie es im Gesetz Mose geschrieben steht, ist all dies Unheil über uns gekommen. Wir aber suchen das Angesicht des Herrn nicht dadurch zu besänftigen, dass wir uns von unseren Sünden abgewandt und auf die Wahrheit geachtet hätten. Darum hat auch der Herr darüber gewacht, das Urteil über uns zu bringen, denn der Herr, unser Gott, ist gerecht in all seinen Werken, die er getan hat, da wir nicht auf seine Stimme gehört haben.“
[18:40] Nun, Israel hätte den Fluch noch abwenden können, aber sie haben nicht auf die Stimme Gottes gehört. Sie wussten, es ist falsch, was sie tun, aber anstatt auf Gott zu hören, haben sie sozusagen ihre eigenen Sachen gemacht und so kamen sie immer tiefer in diesen Fluch hinein und dann wurde plötzlich erfüllt und sie wurden Gefangene. Eine interessante Lehre für uns, wenn auch wir nicht auf unsere Propheten hören, wenn wir nicht auf Ellen White hören, aber das, was sie geschrieben hat in der letzten Generation, in der letzten Zeit, in der wir leben und wenn wir falsche Machenschaften treiben, wenn wir uns vereinen mit verschiedenen Kirchen, verschiedene Religionen und Dinge zusammenfassen, dann kann es sein, dass wir ganz schnell in die Gefangenschaft von Babylon geraten. Das heißt nicht, dass die Gemeinde Babylon ist. Die Gemeinde wird niemals Babylon sein, aber auch die Gemeinde im Alten Testament war eine Zeit in babylonischer Gefangenschaft. Sie mussten die Früchte von dem ernten, was sie gesät hatten und es kann sein, dass wir genau den gleichen Fehler haben, dass wir heute jammern und seufzen deswegen, weil wir scheinbar gerade in babylonische Gefangenschaft gezogen werden, weil Dinge unserer Gemeinde aufgedrückt werden, die wir nicht sind. Wir sollen schweigen über Themen, die unsere Kernpunkte sind und und und und es kann sein, dass wir darüber jammern und klagen, aber es ist sozusagen das, was wir gewollt haben. Das Volk bekommt den König, den es sich erwählt hat. So war es damals bei Saul und so kann es auch heute sein. Wenn wir falsche Wege gehen, wird Gott dafür sorgen, dass wir die Früchte von dem bekommen, was wir sehen. Da sollen wir uns nicht täuschen lassen. Gott ist gerecht.
[20:18] Wir lesen weiter in Vers 15 bis 19. „Nun aber Herr unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast und dir einen Namen gemacht hast bis zum heutigen Tag, wir haben gesündigt. Wir haben gottlos gehandelt. Oh Herr, lass doch um all deiner Gerechtigkeit willen dein Zorn und Grimm sich abwenden von deiner Stadt Jerusalem, von deinem heiligen Berg. Denn wegen unserer Sünden und der Missetaten unserer Väter ist Jerusalem und dein Volk allen seinen Nachbarn zum Gespött geworden. So höre nun unser Gott auf das Gebet deines Knechtes und auf seinen Flehen und lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum um des Herrn willen. Neige dein Ohr mein Gott und höre, tue deine Augen auf und siehe unsere Verwüstung und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn nicht um unserer eigenen Gerechtigkeit willen bringen wir unsere Bitten vor dich, sondern um deiner großen Barmherzigkeit willen. Herr höre, Herr vergib, Herr achte darauf und handle uns und zögere nicht um deiner selbst willen mein Gott, denn nach deinem Namen ist deine Stadt und dein Volk genannt.“
[21:27] Nun Daniel bittet hier und sagt: „Herr bitte um deiner selbst willen rette dein Volk, um deiner selbst willen, damit dein Name nicht gelästert wird unter den Völkern.“ Deswegen greif ein und hilf, dass dein Volk wirklich als dein Volk erkannt wird. Denn wie ist es heute, wenn die Menschen auch auf uns gucken und sehen, wie in unserer Gemeinde sich gestritten wird, wie es drunter und drüber geht, wie wir die Botschaft, die wir eigentlich haben, selber nicht leben. Dann lästern wir den Namen Gottes und dann können wir auch nur rufen: „Bitte Herr, greif ein, bitte hilf uns, dass wir das Licht in der Welt, das wir sein sollen, auch sein können.“ Und deswegen wird ja auch diese Sichtung in der Gemeinde kommen, deswegen wird er viel ausgesiebt werden in der Gemeinde, um das voranzubringen, damit der Name Gottes nicht länger gelästert wird durch seine Gemeinde. Wir sollen den Namen Gottes der Welt verkündigen, so wie Israel damals. Weil sie es nicht getan haben, kam der Fluch und wenn wir es nicht tun, kommt der Fluch auch. Und Gott möchte uns befreien, er möchte uns aufrütteln und deswegen die Vorhersage auch von der großen Sichtung innerhalb der Gemeinde. Aber sozusagen tun wir das Gebet von Daniel einmal beiseite. Es ist ein gutes Vorbild. Wir müssen uns daran orientieren, wie Daniel gebetet hat und wie er sich selbst mit eingegriffen hat in diese Gemeinde und gesagt hat: „Das ist mein Volk und wir haben gesündigt und deswegen sind wir heute hier.“ Das ist für uns ganz wichtig, das zu verstehen. Wir sind Laodizeer. Ob du nun jemanden findest in der Gemeinde, der es vielleicht noch ärger treibt als du selbst, ja bestimmt, wir finden immer jemanden. Aber auch wir sind Sünder und auch wir tragen Verantwortung dafür, dass es in der Gemeinde heute so aussieht, wie es aussieht. Weil wir manchmal dann nicht sprechen, wenn wir sprechen sollen und wir schweigen, wenn wir nicht schweigen sollen.
[23:26] Schauen wir uns mal den letzten Teil hier aus dem Kapitel 9 an. Denn jetzt kommt sozusagen, jetzt geht es gleich in das Prophetische wieder hinein. Wir lesen zunächst die Verse 20 bis 23. Da heißt es: „Während ich noch redete und betete und meine Sünde und die Sünde meines Volkes Israels bekannte und meine Bitte für den heiligen Berg meines Gottes vor den Herrn, meinen Gott brachte, ja, während ich noch redete und betete, rührte mich der Mann Gabriel an, den ich anfangs im Gesicht gesehen hatte, als ich völlig erschöpft war um die Zeit des Abendopfers. Und er unterwies mich und redete mit mir und sprach: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dich Verständnis zu lehren, als du anfingst zu beten. Er ging ein Wort und ich bin gekommen, ist dir zu verkündigen, denn du bist ein vielgeliebter Mann. So achte nun auf das Wort und verstehe das Gesicht.“
[24:15] Nun hier ist was passiert, was ganz Interessantes. Plötzlich taucht Gabriel wieder auf, der Engel. Und er sagt: „Ich bin nun herausgekommen, um dich Verständnis zu lehren.“ Das war ja der Auftrag, den Gabriel im Kapitel 8 hatte, den er aber noch nicht erfüllen konnte, weil Daniel zwischendurch ohnmächtig geworden ist. In Daniel 8 Vers 16 hatten wir gelesen: „Und ich hörte über dem Ulay eine Menschenstimme, die rief und sprach: Gabriel, erkläre diesem das Gesicht.“ Also Gabriel hatte den Auftrag, dem Daniel ein Gesicht zu erklären. Was war dieses Gesicht?
[24:54] Nun interessanterweise tauchen hier mehrere Namen auf oder mehrere Begriffe für das Wort, das wir im Deutschen übersetzen mit „Gesicht“ oder „Vision“. In Daniel 8 und 9 werden zwei Worte verwendet. Einmal Chason und einmal Mare. Und wenn es hier über die, könnt ihr im Sendemanuskript nachgucken, wie das da, da habe ich es ein bisschen aufgeschlüsselt. Wenn es über die ganze Vision hier spricht, die in Daniel 8 auch erklärt wurde, dann heißt es immer das Chason. Aber wenn es jetzt hier um die 2300 Abend und Morgen geht, dann steht hier Mare. In Daniel 8 Vers 16 zum Beispiel, den Vers, den wir gerade lesen, da heißt es: „Und ich hörte über dem Ulay eine Menschenstimme, die rief und sprach: Gabriel, erkläre diesem das Mare.“ Also hier steht nicht Chason, sondern Mare für Vision. Und in Daniel 8 Vers 26, da haben wir das Gleiche und da heißt es: „Was aber über das Gesicht und das ist dieses Mare von den Abend und Morgen gesagt worden ist, dass es wahr. Und du solltest das Gesicht verwahren, denn es bezieht sich auf fernliegende Tage.“ Hier heißt es über das Mare der 2300 Abend und Morgen.
[26:15] Nun, was soll Gabriel ihm jetzt erklären? Was wird er ihm jetzt erklären? Jetzt wird er ihm das Gesicht erklären. Vers 23 heißt es: „Als du anfingst zu beten, er ging ein Wort und ich bin gekommen, ist dir zu verkündigen, denn du bist ein vielgeliebter Mann. So achte nun auf das Wort und verstehe das Mare.“ Also, es geht nicht um das Chason, um die ganze Vision, denn die wurde ja schon in Daniel 8 geklärt. Es geht um einen bestimmten Teil in dieser Vision, der nicht geklärt wurde, nämlich das sogenannte Mare, dieses Gesicht oder die Vision, wie es hier übersetzt wird. Und das sind die 2300 Abend und Morgen. Und macht ihr auch Sinn? Denn das war der einzige Teil, der in Daniel 8 nicht erklärt wurde. Alles andere wurde genau erklärt, aber die 2300 Abend und Morgen wurden nicht erklärt und gerade die besorgten den Daniel ja so sehr, dass er sogar ohnmächtig wurde und hinterher auch lange krank war, als er darüber gehört hat. Also der Engel Gabriel wird jetzt als nächstes also das Mare erklären. Also die 2300 Abend und Morgen wird er jetzt ihm beibringen.
[27:16] Nun, wie wird er das machen? Das ist eben so interessant. Wir können jetzt in Vers 24 lesen, wie er ihm das jetzt erklärt. Wir lesen also Daniel 9, Vers 24. Da heißt es: „Über dein Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu sein.“
[27:40] Also wenn es heißt, Gabriel möchte dem Daniel jetzt das Mare erklären, dann sagt er jetzt: „Diese 70 Wochen sind bestimmt über dein Volk.“ Nun, was meint das, diese 70 Wochen sind bestimmt? Nun, 70 Wochen sind eigentlich ratak, also 70 Wochen sind abgeschnitten für dein Volk. Jetzt muss man sich überlegen, abgeschnitten wovon denn? Wovon kann man 70 Wochen abschneiden? In diesem ganzen Kapitel 9 finden wir keine Zeitspanne, wo man 70 Wochen abschneiden könnte, aber wohl in Daniel 8, die 2300 Abend und Morgen. Und genau das ist ja auch das, was der Gabriel dem Daniel jetzt erklären will. Also wenn er ihm jetzt die 2300 Abend und Morgen, also das Mare erklärt, dann sagt er: „Wisse, 70 Wochen davon sind bestimmt, oder ratak meint eigentlich abgeschnitten, 70 Wochen davon sind abgeschnitten für dein Volk.“ Also wir wissen jetzt schon einen Teil von diesen 2300 Abend und Morgen, denn wir wissen, dass 70 Wochen hier abgeschnitten sind. Die gucken wir uns gleich an, die 70 Wochen.
[28:46] Abgeschnitten, wofür eigentlich, wofür sind die abgeschnitten? Jetzt werden hier 6 Dinge aufgezählt. Zum einen, die sind abgeschnitten, um der Übertretung ein Ende zu machen. Und das, welche Übertretung, was soll da gemacht werden? In Micha 1, Vers 5, da heißt es: „Das alles wird geschehen wegen der Übertretung Jakobs und wegen der Sünden des Hauses Israels. Was ist aber die Übertretung Jakobs? Ist es nicht Samaria? Und welche sind die Höhen Judas? Ist es nicht Jerusalem?“ Hier heißt es, da gibt es eine Übertretung in Israel, eine Übertretung in Juda. Und was ist diese Übertretung? Das ist ihr Götzendienst. Also es gab, sie haben einen falschen Gottesdienst hier gefeiert. Und hier heißt es, er möchte dem ein Ende machen, bestimmt um der Übertretung ein Ende zu machen. Also dieser falsche Gottesdienst soll aus dem Volk verschwinden. Diese 70 Wochen sind dafür bestimmt, um das noch zu machen. Es soll was gereinigt werden dort.
[29:45] Es heißt dann weiter, also die Übertretung, da wird ein Ende gemacht, denn wir wissen am Ende dieser 70 Wochen, die ja für sein Volk extra abgeschnitten sind, am Ende der 70 Wochen wird die Gnadenzeit für Israel vorbei sein. Denn die Übertretung wird ein Ende gemacht werden. Diese 70 Wochen sind bestimmt, und dann wird die Übertretung ein Ende gemacht. Diese Zeit hat Israel noch, um zurückzukommen von seinem Götzendienst.
[30:01] Dann heißt es, es ist um die Sünden abzutun. In Jesaja 53, das berühmte Kapitel, Vers 5 heißt: „Doch er wurde um unserer Übertretung willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.“ Hebräer 10, Vers 16: „Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will, nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihre Herzen geben und in ihre Sinne schreiben.“
[30:38] Nun, Christus möchte seinem Volk die Übertretung vergeben. Dazu muss er was tun, und es heißt in Jesaja 53, er wurde zerschlagen, er wurde durchbohrt, um unserer Sünden, um unsere Übertretung willen. Und genau die sollen eben abgelegt werden. Also innerhalb dieser 70 Wochen wird also noch irgendwas passieren, nämlich die Sünde wird irgendwie abgetan vom Volk. Viel Sünde ist ja bereits bekannt, aber dann wird sie weggetan, die Sünde wird weggetan werden. Und es ist der neue Bund, von dem Christus gesprochen hat, der neue Bund, den er schließen möchte mit seinem Volk. Er wird ihnen die Sünde vergeben, sie wird weggetan werden, denn sie bekommen ein neues Herz, das sie fortan in den Gesetzen des Herrn wandeln können.
[31:27] An Punkt 3, es heißt, die 70 Wochen sind bestimmt, um die Missetat zu sühnen. Ja, welche Missetat muss gesühnt werden in diesen 70 Wochen? Hebräer 10, Vers 4 sagt: „Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen.“ Johannes 1, Vers 29 sagt: „Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“
[31:56] Nun, es heißt hier, die 70 Wochen sind bestimmt, um die Missetat zu sühnen. Und es heißt hier, wie wird das gesühnt? Durch Jesus Christus. Das Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich Sünden wegnehmen, aber Jesus Christus als das Lamm, als das Opferlamm, so wie Johannes ihn hier nennt, kann es tun. Er kann Sühne tun für diese Missetaten. Die Sünden sind aufgeschrieben in den himmlischen Büchern und die müssen eines Tages da raus. Und wie geht das? Durch das Blut Jesu Christi.
[32:33] Dann heißt es hier weiter, wofür sind die 70 Wochen bestimmt? Es heißt viertens, um eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen. Um eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen. In Römer 6, Vers 23 heißt es: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“
[32:50] Nun, der Mensch hat den Tod verdient durch seine Sünde, aber es heißt, die 70 Wochen sind bestimmt, um eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen. Also, wenn Gott den Menschen die Sünde vergibt, ist es dann noch gerecht? Ja, es ist dann gerecht, wenn der Preis bezahlt wird. Und der Preis wird bezahlt durch Jesus Christus. Im ersten Korinther 7, Vers 23 sagt Paulus: „Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht Knechte der Menschen.“ Christus hat uns erkauft und deswegen konnte eine Gerechtigkeit herbeigeführt werden. Es wäre ungerecht, wenn wir erlöst wären ohne Preis. Denn der Sünde Sold ist der Tod. Es hätte bezahlt werden müssen, dieser Tod. Und ohne hätte es nicht geklappt. Die ewige Gerechtigkeit funktionierte nur dadurch, dass Jesus Christus sein Leben für uns gab und uns dadurch erkaufte.
[33:41] Dann fünftens, das heißt hier, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln. Dafür sind die 70 Wochen da. Tatsächlich, wir kennen viele, tatsächlich Daniel 8 ist durch Daniel 9 versiegelt. Das erfahren wir dann. Also, wir können Daniel 8 nur verstehen durch Daniel 9. Und auch die Prophetie der 70 Wochen, auch hier wird sozusagen die letzte Woche, wird die Woche sein, in der wir sehen können, dass das, was hier beschrieben wird, alles eingetreten ist. Denn das ist die Woche, in der Christus auf Erden war. Aber Christus kam nicht nur, um dieses Gesicht und diese Weissagung zu versiegeln, sondern insgesamt im Alten Testament haben wir über 300 Prophezeiungen auf den Messias. Und wenn er dann kommt, werden diese erfüllt. Schon die große Prophezeiung an Eva: „Auf seiner Linie wird einer hervorkommen, der wird der Schlange den Kopf zertreten“, wurde erfüllt, als Christus dann kam. Und so wurden viele, viele Weissagungen und Gesichte in ihm erfüllt, als Christus auf Erden war.
[34:48] Und dann haben wir noch ein sechstes. Es heißt hier, wofür sind die 70 Wochen bestimmt? Sie sind bestimmt, um ein Allerheiligstes zu salben. Was ist das? Ein Allerheiligstes zu salben. In Lukas 4, 18 und 19 lesen wir, da sagt Christus: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt zu heilen, die zerbrochenen Herzen sind. Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehen werden. Zerschlagenen in Freiheit zu setzen und zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.“
[35:26] Tatsächlich am Anfang der 70. Woche, der letzten Woche, wir gucken uns gleich an, die Zeitspanne, am Anfang der letzten Woche wurde tatsächlich Christus gesalbt, denn es geht nicht um die Geburt, nicht wann der Messias, nicht wann Jesus geboren ist, sondern der Zeitpunkt ist der entscheidende, wann der Messias kommt. Und der Messias meint er übersetzt der Christus oder der Gesalbte. Er musste also gesalbt werden und wann wurde er gesalbt? Christus wurde bei seiner Taufe gesalbt. Und weil wir das wissen, können wir sagen, all diese Dinge hier, was in den 70 Wochen passieren soll, das ist tatsächlich alles eingetreten. Wir können es gleich nochmal genauer angucken, aber wichtig ist, wann beginnt denn das nun?
[35:59] Also in Daniel Kapitel 8 wird von 2300 Abend und Morgen gesprochen. Jetzt heißt es hier, 70 Wochen sind abgeschnitten für dein Volk, um das, das, das, das, das, das, das zu tun. Aber wir wissen noch nicht den Anfang von den 70 Wochen und die brauchen wir natürlich noch, damit wir die 2300 Abend und Morgen aus Daniel 8 irgendwie einteilen können. Gucken wir mal in Vers 25. Da heißt es, also Daniel 9 Vers 25: „So wisse und verstehe: Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten, vergehen sieben Wochen und 62 Wochen. Straßen und Gräben werden wieder gebaut und zwar in bedrängter Zeit.“
[36:43] Also hier heißt es von, von dem Befehl sozusagen, von dem Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems sind es dann sieben Wochen und 62 Wochen, also 69 insgesamt. Und dann haben wir schon einen Anfangszeitpunkt, wir brauchen, da haben wir schon mal 69 Wochen, bleibt noch eine übrig und wir haben Anfangszeitpunkt, nämlich der Start ist der Erlass zum Wiederaufbau der Stadt. Nun haben wir in der Bibel einige Erlasse, damit zum Beispiel in Esra 1, Verse 2 bis 4 den Erlass von Kyrus zum Wiederaufbau des Tempels. Aber der kann nicht gemeint sein, denn da soll die Stadt nicht aufgebaut werden, sondern der Tempel soll aufgebaut werden. Dann haben wir in Esra 6, Verse 1 bis 12 den Erlass von Darius dem Ersten zum Weiterbau des Tempels, denn es wurde ja behindert und dann gab es einen neuen Erlass von Darius dem Ersten, den Befehl, der Tempel soll weitergebaut werden. Das kann auch nicht der Erlass sein, den wir brauchen, denn unser ging ja um den Wiederaufbau der Stadt, nicht um den des Tempels.
[37:45] Und da gucken wir in Esra 7, Verse 12 bis 16 und dort finden wir den Erlass von Artaxerxes dem Ersten und den Befehl den Wiederaufbau der Stadt. Und das ist für uns der entscheidende Punkt. In dem Moment, wo Artaxerxes befiehlt, dass die Stadt wieder aufgebaut werden soll, da wissen wir, okay, hier beginnt also diese 70 Wochen. Und wann war das? Historisch wissen wir es heute, es war im Herbst des Jahres 457 vor Christus, als Artaxerxes der Erste diesen Erlass gegeben hat. Also können wir den Startzeitpunkt, unsere 70 Wochen, ansetzen im Herbst 457 vor Christus.
[38:22] Und von da an können wir loslaufen und können sozusagen angucken, was dann alles passiert ist. Dazu vielleicht den Hinweis auf Sendemanuskript, mal hineingucken, das sind so Zeitstrahlen. Da wird man sehen, dass sozusagen nach sieben Wochen, zumindest nehmen wir das an, weil 67 einzeln aufgezählt werden, nach sieben Wochen die Stadt Jerusalem wieder vollständig aufgebaut wurde. Damals ja unter Serubabel und Esra und später Nehemia. Und sie haben gebaut an dem Tempel und an der Stadt. Und man geht davon aus, dass die Straßen, Gräben und das alles wieder gebaut worden ist bis zum Jahr 408 vor Christus, weil es einfach diese sieben Wochen davon abgetrennt sind.
[39:00] Also sieben Wochen und 62 Wochen sind insgesamt 69. Wenn wir jetzt von 457 vor Christus 69 Wochen loslaufen, 69 Wochen, müssen überlegen, wie viel ist das? Also wir haben eine Zeitspanne von 70 Wochen. 70 Wochen sind 490 Tage, meint also nach unserem Jahr-Tag-Prinzip aus Ezekiel 4,6, es meint 490 Jahre. Also wir brauchen jetzt aber nicht die 70 Wochen, sondern zunächst mal die 69 Wochen. Also kommen wir da auf 483 Jahre. Wenn wir also 483 Jahre, 457 vor Christus, 483 Jahre loslaufen, dann kommen wir auf das Jahr 27 nach Christus.
[39:48] Und was passiert im Jahr 27 nach Christus? Nun, es heißt hier, der Messias kommt. Bis zu dem Gesalbten sind es sieben Wochen und 62. Also bis der Gesalbte kommt. 27 nach Christus soll der Gesalbte gekommen sein. Wir lesen mal Lukas 3, Verse 21 bis 23. Da heißt es: „Es geschah aber, als alles Volk sich taufen ließ und auch Jesus getauft wurde und betete, da tat sich der Himmel auf und der Heilige Geist stieg in leiblicher Gestalt, wie eine Taube auf ihn herab. Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel, die sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Und Jesus war ungefähr 30 Jahre alt, als er begann.
[40:28] Also im Jahre 27 nach Christus, da wurde Jesus getauft. Der Messias kommt und tatsächlich, die Bibel sagt, er war ungefähr 30 Jahre alt. Das ist übrigens deswegen, dass diese Diskrepanz, dass wir heute sagen, Jesus Christus ist ungefähr im Jahre vier vor Christus geboren. Denn wir wissen, wann er getauft wurde und wir wissen, dass er da ungefähr 30 Jahre alt war. Also muss er ungefähr vier vor Christus geboren sein. Später wurde das Jahr 0 ja mal eingesetzt, sozusagen durch eine falsche Berechnung von einem Papst, der sich gesagt hat, naja, wir müssen von Rom, wann wurde Rom gegründet, von da an ziehen wir mal los und ordnen wir da alles irgendwie ein. Und da hat er sich verschätzt und so kam es, dass man später das Jahr 0 hatte und sagte, das Jahr 0 müsste das Geburtsjahr von Jesus sein. Aber stimmt nicht, Jesus ist ungefähr vier vor Christus geboren. Also das können wir aufgrund dieser Zeitrechnung relativ genau sagen.
[41:27] Nun, wie geht es dann weiter? Vers 26. „Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden und ihm wird nichts zuteilwerden. Die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk des zukünftigen Fürsten zerstören. Und sie geht unter in der überströmenden Flut und bis ans Ende wird es Krieg geben, fest beschlossene Verwüstung.“
[41:48] Nun, was dann passiert? Wie ging es weiter? Also es heißt, nach den 62 Wochen, also wir hatten sieben Wochen und 62 Wochen, es waren die 69 Wochen, es heißt also nach den 62, also es muss also die letzte Woche sein, die 70. Woche, da wird der Gesalbte ausgerottet werden und ihm wird nichts zuteil. Nun, was genau ist passiert? Nun, tatsächlich, wir wissen, Christus wurde gekreuzigt in der letzten Woche, also in der 70. Woche, nämlich 31 nach Christus. Damit ist diese Prophezeiung tatsächlich erfüllt worden. Und was soll dann passieren? Nun, es kommt jemand, nämlich der zukünftige Fürst und der wird alles übernehmen für die Stadt und den Tempel und alles zerstören.
[42:28] Tatsächlich ist passiert, Christus starb 31 nach Christus und er warnte seine Jünger damals schon vor einer großen Katastrophe, die hereinbrechen soll, nämlich 70 nach Christus. Es war im Jahr 66, als damals Kaiser Nero Vespasian schickte nach Israel, nach Jerusalem und Juda, um einen Aufstand, einen Zelotenaufstand niederzuschlagen. Die Zeloten, die wollten sich gegen die römische Herrschaft erheben und Nero sandte jetzt seinen Feldherrn Vespasian mit dessen Sohn Titus gleich mit und die beiden, die sollten diesen Aufstand niederschlagen. Und tatsächlich machten sie das. Der Aufstand in Galiläa wurde schnell niedergeschlagen, aber bevor sich Vespasian dann um Jerusalem kümmern konnte, er zog schon gegen Jerusalem, aber dann wurde er abgerufen, nach Rom zurückzukommen. Denn in Rom hat im Jahr 68 Kaiser Nero Suizid begangen und jetzt wurde Vespasian zum nächsten Cäsar eingesetzt und sein Sohn führte jetzt das Heer weiter im Süden in Jerusalem und kämpfte mit den 60.000 Mann jetzt gegen die Stadt Jerusalem, in der dieser Zelotenaufstand war. Und tatsächlich am 7. September des Jahres 70 nach Christus fiel Jerusalem. Der Tempel wurde zerstört, ein Opfer der Flammen und die ganze Stadt wurde im Erdboden gleich gemacht.
[43:47] Und so ist tatsächlich Christus selber, ihm ist nicht zuteil geworden die Königswürde dort. Viele Israeliten hatten damals gedacht, wenn der Messias kommt, dann wird er der nächste König werden. Aber Christus sind diese ganzen Dinge nicht zuteil geworden, sondern der zukünftige Fürst wird das alles übernehmen. Und wer ist der nächste Fürst? Wir wissen zwar das Römische Reich und die Römer haben es dann übernommen, später das Papsttum hat es dann übernommen, dieses Stadt und Volk.
[44:34] Nun, was wissen wir noch? In Vers 27, also es wird also Krieg geben in Vers 26 und Verwüstung wird es geben. Und dann in Vers 27 heißt es: „Und er wird mit vielen einen festen Bund schließen, eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen und neben dem Flügel wird ein Gräuel der Verwüstung aufgestellt. Und zwar bis die fest beschlossene Vernichtung sich über den Verwüster ergießt.“
[44:55] Und was ist hier passiert? Nun, er wird mit vielen einen festen Bund schließen, eine Woche lang. Nun, diese eine Woche kennen wir, ist die letzte Woche. Da guckt man ein Sendemanuskript, ich habe sie damit eingezeichnet. Diese eine Woche, also von 27 nach Christus war Jesu Taufe. Eine halbe Woche, also dreieinhalb Jahre später kommen wir ins Jahr 31 nach Christus, dort wurde Christus gekreuzigt. Und nochmal dreieinhalb Jahre später, dort wurde Stephanus gesteinigt und damit war die Gnadenzeit für Israel vorbei. Aber in dieser letzten Woche hat Christus viele Menschen aufgerufen, einen festen Bund mit ihm zu machen, viele Israeliten, die ihm folgen sollten. Denn Christus sagt in Matthäus 15, Vers 21: „Er antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ Christus kam diese letzte Woche, war Gnadenzeit für Israel und er war nur gesandt worden, um Israel das Evangelium zu verkündigen, nicht den Heiden. Das sollte erst nach der Zeit, nach der Gnadenzeit von Israel sein.
[46:00] In Lukas 22, Vers 20, da hören wir von dem Bund, den Christus machen wollte in dieser letzten Woche und den er auch eingesetzt hat. Das heißt, das gleiche nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“ Christus setzte das Abendmahl ein und machte einen neuen Bund mit all den Menschen, mit all den Israeliten damals, die ihm nachfolgen wollten. Und er machte diesen Bund in seinem Blut. Durch sein Blut wird ihm die Schuld vergeben. Und das ist auch der Bund, der angekündigt war, schon Jeremia, auf den sich auch später im Hebräerbrief Paulus bezieht und sagt, dieser neue Bund wird sozusagen eure Herzen reinigen.
[46:32] Und es heißt hier unter anderem in Vers 27, dass in der Mitte der Woche wird er Speis und Schlachtopfer aufhören lassen. Ist das passiert? Überlegen wir mal, die letzte Woche begann 27 nach Christus. In der Mitte der Woche, das ist also dreieinhalb Jahre später, kommen wir auf das Jahr 31 nach Christus. Sind tatsächlich Speis und Schlachtopfer aufgehört? Haben sie aufgehört? Ja, in der Tat. Denn als Christus starb, war fortan kein Opfer mehr notwendig.
[47:03] Wir lesen Hebräer 10, Verse 4 bis 10. Paulus sagt: „Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen. Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt. Ein Leib aber hast du mir bereitet. An Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen. Da sprach ich: Siehe, ich komme, in der Buchrolle steht von mir geschrieben, um dein Willen, o Gott, zu tun. Oben sagt er: Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt. Du hast auch kein Wohlgefallen an ihnen, die ja nach dem Gesetz dargebracht werden. Dann fährt er fort: Siehe, ich komme, um dein Willen, o Gott, zu tun. Somit hebt er das Erste auf, um das Zweite einzusetzen. Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferung des Leibes Jesu Christi und zwar ein für allemal.“ Die Speisopfer und Schlachtopfer hörten auf in dem Moment, wo Christus gekreuzigt wurde. Denn er selbst war das eine Opferlamm, das für unsere Sünden so nötig war.
[48:04] Und dann heißt es, hier neben dem Flügel wird ein Gräuel der Verwüstung aufgestellt. Nun, was ist da passiert? Christus selbst legt es aus in Matthäus 24, Vers 15 bis 16. Da sagt Christus zu seinen Jüngern: „Wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, an heiliger Stätte stehen seht, wie das liest, er, achte darauf, dann flieh auf die Berge, wer in Judäa ist.“
[48:30] Nun Christus sprach davon und sagt seinen Jüngern: „Wenn ihr den Gräuel der Verwüstung seht, von dem in Daniel geschrieben ist, also wissen wir, der Gräuel der Verwüstung, welcher in Daniel beschrieben ist, den meint Christus.“ Und er sagt: „Wenn ihr das seht, dann flieht, wenn ihr ein Judea seid.“ Und worauf bezieht er sich? Er bezieht sich auf 70 nach Christus, auf die Belagerung der Römer und die Übernahme der Stadt. Und er nennt es ein Gräuel der Verwüstung. Denn was war passiert? Nun, das heidnische Heer der Römer stand vor Jerusalem und drang später in den Tempel ein und verunreinigte den Tempel. Also da wurde sozusagen Heidentum mit wahrem Gottesdienst vermischt. Also das Heidentum drang hinein in den Tempel Gottes. Und das wird hier genannt ein Gräuel der Verwüstung.
[49:25] Wir sehen das später im Buch Daniel noch öfter, diesen Gräuel der Verwüstung. In Daniel 11, Vers 31, da heißt es: „Es werden auch von seinen Truppen zurückbleiben und das Heiligtum, die Zuflucht entweihen und das Beständige abschaffen und den Gräuel der Verwüstung aufstellen.“ Oder in Daniel 12, Vers 11: „Und von der Zeit an, da das Beständige Opfer beseitigt und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1290 Tage.“ Nun in beiden Fällen, aber das gucken wir uns später an, wenn wir Daniel 11 und 12 studieren, aber in beiden Fällen wird hier sozusagen die Vermischung vom Heidentum in das Christentum hinein bezeichnet. Der Gräuel der Verwüstung.
[50:01] Und wie lange, was heißt hier der Gräuel der Verwüstung, wird bleiben, bis sich die fest beschlossene Vernichtung über den Vernichter ergießt. Also wenn wir jetzt, ohne es weiter zu studieren, aber was ist passiert, das Heidentum und Christentum mischten sich dann später, das war der Gräuel der Verwüstung, damals schon in Jerusalem, dass das Heidentum in den heiligen Tempel Gottes hinein drang. Und das wird später sozusagen im Papsttum plötzlich das nochmal wiederholen, werden wir dann sehen, erst in Daniel 11 dann später, wie sozusagen der Gräuel der Verwüstung wieder hineinkommt in das Volk Gottes und dort eine riesen Verderben anrichtet. Aber es wird so lange bleiben, bis sich die Verwüstung über den Verwüster ergießt. Also Christus selbst wird sozusagen den Schaden, den das Papsttum später angerichtet hat, dann dadurch sozusagen vernichten, indem er selbst wiederkommt und für Ordnung sorgt.
[50:57] Und was interessant ist hier in diesem Kapitel ist, dass wir sozusagen, wir haben jetzt die 70 Wochen gesehen, das sind 490 Jahre und wir sehen sozusagen Stück für Stück, was passiert und die letzte Woche ist sehr detailliert beschrieben. Um die letzte Woche euch mal anzugucken, schaut mal ins Sendemanuskript hinein, dort könnt ihr sie sehen, wie die letzte Woche dort beschrieben ist, so ein bisschen bildlich aufgemalt.
[51:15] Jetzt aber die Frage, was soll die Erklärung sein? Also es hieß, Gabriel erkläre ihm das Gesicht, das Mare und er erzählt von den 70 Wochen. Nun, wenn er ihm das Mare, also aus Daniel 8 erklärt, 8 Vers 14, die 2300 Abend und Morgen, dann müssen die 70 Wochen damit irgendwie zusammenhängen und das ist der Schlüssel, um Daniel 8 zu verstehen. Um Daniel 8 zu verstehen, brauchen wir unbedingt Daniel 9. Wir müssen jetzt also Daniel 9 und Daniel 8 beide zusammenschieben und dann kriegen wir ein Gesamtbild.
[51:54] Den Beginn der Zeitrechnung haben wir, nämlich 457 vor Christus, da ging der Befehl, die Stadt Jerusalem wieder aufzubauen. Wenn wir von da an jetzt diese 70 Wochen gehen, dann sehen wir die Zeit Christi und den Ablauf der Gnadenzeit für Israel. Aber wenn wir von da an jetzt 2300 Abend und Morgen zählen, nämlich das Mare aus Daniel 8, dann laufen wir den ganzen Weg und hier das Jahr Null, bitte bedenken, das Jahr Null, das ist nicht existent im Historischen. Wir gehen also von 1 vor Christus auf 1 nach Christus und da gibt es kein Null, also müssen wir 1 dazurechnen, kommen wir auf das Jahr 1844.
[52:31] Und was passiert da 1844? Dazu lesen wir mal Daniel 8 Vers 14. Es heißt hier: „Er sprach zu mir: Bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden, gerechtfertigt werden oder gereinigt werden, gesäubert werden.“ Also das Heiligtum soll gerechtfertigt oder gereinigt werden am Ende der 2300 Abend und Morgen. Wir wissen jetzt durch diese große Zeitberechnung, die übrigens die größte in der Bibel ist, die wir kennen, durch diese riesen Zeitberechnung von 2300 Abend und Morgen, wissen wir 2300 Jahre enden am 22. Oktober 1844. Wir wissen also, dass zu dem Zeitpunkt das Heiligtum gereinigt oder gerechtfertigt wird.
[53:10] Nun was meint das? Nun damals im alten Israel, da gab es ja auch ein Heiligtum bzw. eine Stiftshütte, später ein Tempel und auch dort gab es einmal im Jahr so eine Reinigung, denn wenn ich gesündigt hatte und ich kam zum Tempel und ich bekannte meine Sünde über dem Opfertier und dann wurde das Opfertier geschächtet und das Blut brachte dann der Priester hinein und sprengte es vor den Vorhängen an der Altar, war ein Sinnbild dafür, dass meine Sünde jetzt auf das Opfertier übertragen wird und das Blut, das sündige Blut sozusagen ins Heiligtum hineingebracht wird und dort angesprengt wird. Meine Sünde war jetzt also bekannt, aber im Heiligtum aufgezeichnet oder dargestellt vor Gott. Und da war es und verunreinigte es sozusagen das Heiligtum. Dafür wurde einmal im Jahr, gab es einen besonderen Tag, Yom Kippur hieß er, der große Versöhnungstag. Einmal im Jahr kam der Hohepriester, nahm einen reinen Bock, über den keine Sünde bekannt wurde, nahm sein Blut, dieses reine Blut von diesem Bock und mit diesem Blut fing er an das ganze Heiligtum zu waschen und alle Geräte damit zu waschen. Also es wurde die Sünde sozusagen rausgestrichen, es war der große Gerichtstag.
[54:22] Vorher, vor diesem Yom Kippur, zehn Tage vorher, gab es das große Posaunenblasen. Das ganze Volk sollte wissen, Achtung, das Gericht kommt. Bekennt eure Sünden jetzt noch, bringt alles, was ihr noch habt, ins Heiligtum, denn in zehn Tagen wird alles ausgewaschen und es wird alles gerechtfertigt. Und jede Sünde, die bekannt wurde, da hineingekommen ist, wird dann gereinigt durch das Blut, durch das reine Blut dieses Bockes, dieses Opfertieres. Ein Symbol für Christus. Und genau das macht Christus jetzt gerade. Denn seit allen Generationen haben die Menschen ihre Sünden bekannt vor Christus und diese Sünden sind sozusagen im himmlischen Heiligtum verzeichnet. Es steht vergeben dahinter, denn ich habe um Vergebung gebeten, aber die Sünde ist noch da. Und jetzt kommt Christus.
[55:01] Seit dem 22. Oktober 1844 ist er vor dem Thron des Vaters, was wir an Daniel 7 schon gelesen hatten. Und jetzt werden die Bücher gereinigt, die Sünde wird jetzt ausgestrichen durch sein Blut. Das beginnt bei Adam und geht über all die Generationen durch bis in unsere Zeit. Jede Buchrolle wird aufgetan, ein Gericht wird gehalten über jeden Einzelnen, wie es in seiner Buchrolle geschrieben steht. Und jetzt wird die Sünde durch das Blut Jesu ausgewaschen. Also jetzt gerade in dieser Zeit, in der wir leben, ist Jesus Christus im himmlischen Heiligtum und kämpft für sein Volk. Er spricht sein Volk im Gericht frei. Er sagt: „Ich bin gestorben für die Sünde und für die Schuld meines Volkes. Bitte Vater, verschone sie, denn der Preis ist bezahlt. Ich habe den Preis bezahlt durch mein Blut.“ Und so wird jeder, der jetzt zu Christus gehört, von ihm freigesprochen.
[55:53] Wir lesen dazu zum Abschluss ein paar Verse in Hebräer 9, Vers 24 bis 26. Da heißt es: „Er ist nicht in einem mit Händen gemachtes Heiligtum, eine Nachbildung des Heiligen, in das Christus eingegangen ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen. Auch nicht, um sich selbst oftmals als Opfer darzubringen, so wie der Hohepriester jedes Jahr ins Heiligtum hineingeht mit fremdem Blut. Denn sonst hätte er oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an. Nun aber ist er einmal offenbar geworden in der Vollendung der Weltzeiten zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst.“
[56:32] Also hier beschreibt Paulus, dass Christus jetzt im himmlischen Heiligtum ist und durch sein eigenes Opfer für uns dort einsteht. In 1. Petrus 1, Verse 18 und 19 sagt: „Denn ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber und Gold losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus als eines makellosen und unbefleckten Lammes.“
[56:58] Und wir lesen auch Apostelgeschichte 4, Vers 12: „Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.“
[57:10] Nun, wir werden gerettet nur in Jesus Christus. Jesus Christus ging für uns in den Himmel, er ist jetzt für uns, er ist vor dem himmlischen Vater erschienen und er steht dort und ruft sein Volk frei aus dem Gericht, denn über uns allen schwebt sozusagen das Urteil des Todes. Der Sünde Sold ist der Tod und wir alle haben den Tod verdient, denn wir alle sind Sünder. Aber jetzt kommt Jesus Christus und sagt: „Ich stehe für mein Volk ein.“ Jetzt gerade ist er im himmlischen Heiligtum und spricht sein Volk los von Adam an über all die Generationen und wir wissen nicht, wo er heute ist. Vielleicht ist Abraham schon freigesprochen, vielleicht ist Paulus schon freigesprochen, vielleicht ist Martin Luther schon freigesprochen, vielleicht ist Dietrich Bonhoeffer schon freigesprochen. Wer weiß, wie kurz wir vor unserer Generation sind. Wir wissen es nicht, aber jeder Einzelne aus seinem Volk, der wirklich zu ihm gehört, der seinen Bund mit Christus gemacht hat, der wird jetzt im Gericht freigesprochen.
[58:00] Und solange wie noch Gnadenzeit ist, solange wie das Gericht noch tagt im Himmel, kannst auch du und ich noch gerettet werden. Es ist Zeit, dass wir heute unseren Bund mit Christus festmachen, dass wir ihm unser Leben geben, dass wir unsere Schuld bekennen und Buße tun. Dass wir sagen: „Herr, bitte vergib mir. Ich möchte ein neues Leben leben. Ich möchte dir nachfolgen und ich möchte mein altes Leben dir geben.“ Ich
[58:22] möchte dich bitten, dass du mir die Sünde vergibst und dass du zukünftig in mein Leben hineinkommst und dass du mit mir lebst, damit ich ein Leben führen kann, wie es wohlgefällig ist für dich.
[58:34] Das ist eine Entscheidung, die können wir nur treffen, solange wir leben. Nach unserem Tod ist keine Umkehr mehr möglich. Deswegen die Bitte, wenn du das hier hörst, wenn du diese Lektion gemacht hast, wenn du siehst, was Christus tut im himmlischen Heiligtum und wie er jetzt kämpft für dich und für mich, dann gib heute dein Leben Jesus Christus. Lass dich nicht von irgendwas davon abhalten. Lass dich nicht vom Satan täuschen. Wir hätten noch Zeit und das können wir später machen, wenn wir alt sind. Es wird Zeit heute, wenn du die Stimme Gottes hörst, dass du deinen Bund mit ihm festmachst, damit dein Leben auch versiegelt ist in ihm.
[59:08] Denn in keinem anderen Namen ist das Heil. Durch niemand anders können wir selig werden, außer in Jesus Christus. Und ich wünsche mir, dass du und ich, dass wir beide nicht fehlen, wenn das Volk Gottes ins himmlische Heiligtum einzieht, sondern dass unsere Namen dabei sind, dass wir zu Jesus Christus gehören und dass wir einander sehen und dass wir uns freuen können im himmlischen Heiligtum in Jerusalem, in der großen neuen Stadt, die Christus vorbereitet hat für diejenigen, die ihn lieben.
[59:39] Ich würde gerne noch mit einem Gebet abschließen, dass wir noch gemeinsam beten und Gott bitten, dass er auch unseren Namen erinnert im Prozess im himmlischen Heiligtum. Unser lieber Herr Jesus, wir sind dir so dankbar dafür, dass du in den Himmel gegangen bist, um für uns zu kämpfen. Ein großes Gericht hat begonnen, schon seit 1844 und du rufst deine Kinder frei im Gericht. Und Herr, wir möchten dich bitten, nimm auch unser Leben an. Wir möchten deine Kinder sein, Herr. Wir möchten das große Opfer, das du gegeben hast, annehmen. Und wir möchten dich bitten, dass du auch unsere Schuld vergibst, dass du uns reinmachst von aller Ungerechtigkeit und dass wir uns dein Volk nennen dürfen. Danke, Herr, dass du jeden annimmst, der zu dir kommt. Danke für deine ewige Gnade. Im Namen Jesu, Amen.
[1:00:22] Danke euch, danke, dass wir gemeinsam studieren konnten. Es ist ein spannendes Kapitel, da gibt es bestimmt noch viel mehr zu sagen. Ihr könnt ein bisschen noch mehr nachlesen im Sendemanuskript und ansonsten lade ich schon mal ganz herzlich ein für nächste Woche, wenn es dann ans zehnte Kapitel geht. Dann wieder mit Christopher Kramp. Dazu Gottes Segen euch für das Studium und auch wir werden uns bald wiedersehen, wenn es dann ans elfte Kapitel geht. Bis dahin, alles Gute euch.