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In dieser Predigt zum Thema „Das Evangelium für LGBTQ+mich“ beleuchtet Christopher Kramp die biblische Perspektive auf LGBTQ+-Themen. Er betont, dass das Evangelium die zentrale und ewige Grundlage für alle Menschen ist, unabhängig von ihrer Identität. Der Sprecher erklärt, dass die Ablehnung von Gottes Kraft zu verschiedenen Sünden führt, wobei homosexuelle Handlungen als ein Beispiel unter vielen für eine Abwendung des Herzens von Gott dargestellt werden. Die Predigt lädt zur ehrlichen Selbstprüfung und zum Vertrauen auf Gottes transformative Gnade ein.


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Serie: Das Evangelium für LGBTQ+mich

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Transkript

[0:24] Du bist kostbar, wertgeachtet in Gottes Augen, und er hat dich wirklich lieb. Er denkt mehr an dich als an sich selbst und ist bereit, wirklich alles, was er hat, zu geben, damit du das Leben hast, und zwar in Fülle.

[0:46] Herzlich willkommen zu diesem besonderen Thema, dieser besonderen Predigt: "Das Evangelium für LGBTQ+mich". Dieses Thema sorgt für große Kontroversen. Viele Christen fragen sich, wie sie mit diesem Themenspektrum umgehen sollen, wenn sie die Bibel aufschlagen. Es gibt in den verschiedenen Kirchen, in verschiedenen christlichen Gruppierungen, ganz unterschiedliche Positionierungen zum Thema "Die Bibel und LGBTQ+".

[1:30] In dieser Predigt wollen wir uns diesem Thema nähern von der Grundlage, die für alles, was wir als Christen sind und tun, das Fundament bilden sollte. Wir wollen das Thema vom Evangelium her betrachten, denn das Evangelium ist das Zentrum, ist das A und O in allem, was die Bibel uns sagt, was Gott durch seinen Heiligen Geist in unsere Herzen schreiben möchte.

[2:03] Vom Evangelium heißt es in Offenbarung 14, und dort Vers 6: „Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprache und jedem Volk.“ Das Evangelium ist ewig, es gilt für alle Zeiten und es gilt für alle Menschen. Es ist die einzig verlässliche Grundlage, um über dieses Thema geistlich nachdenken zu können.

[2:45] Und es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass der bedeutendste und ausführlichste Abschnitt der Bibel, der über Aspekte und Themen des LGBTQ+-Komplexes spricht, ausgerechnet in einem größeren Kontext steht, wo das Evangelium systematisch erklärt wird.

[3:12] Diese beiden Themen, das Evangelium und LGBTQ+, können nicht getrennt werden. Wer von der Bibel herkommend das Thema LGBTQ+ verstehen möchte, der muss das Evangelium verstehen. Der muss über das Evangelium reden und vor allem muss er das Evangelium erleben und in seinem eigenen Leben angewandt haben.

[3:43] In diesem Abschnitt im Römerbrief geht es nicht nur einfach um das Evangelium. Nein, dort wird das Evangelium sogar definiert. Mit anderen Worten, der Abschnitt, der über das Thema LGBTQ+ spricht, steht in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Vers in der Bibel, in dem das Evangelium definiert wird. Dort heißt es in Römer 1, Vers 16: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt.“

[4:22] Paulus hat sich nicht geschämt, über dieses Thema zu sprechen. Nicht, weil er ein besonderer Mensch war, nicht, weil er besonders klug war oder besonders viel Erfahrung hatte. Er hat sich nicht geschämt, weil er Christus kannte und weil er die Kraft des Evangeliums in seinem eigenen Leben erlebt hat.

[4:48] Paulus hatte schwer gesündigt, und Paulus hat erlebt, wie das Evangelium ihn verändert hat und wiederhergestellt hat. Und davon spricht er nicht nur, aber auch im Römerbrief.

[5:07] Ich möchte über dieses Thema heute sprechen als ein Mensch, den die Sünde gebrochen hat, aber der die Erfahrung machen durfte, dass Jesus und Jesus allein die Kraft hat, uns zu vergeben, uns wiederherzustellen und Kraft zu schenken für ein Leben, das mit Gott und mit seinem Wort in Übereinstimmung ist.

[5:33] Bevor wir in das Thema richtig hineintauchen wollen und verstehen wollen, wie Gott über all das denkt, möchten wir ihn in besonderer Weise einladen, unsere Gedanken zu leiten und uns in diesem Studium zu führen. Lasst uns gemeinsam beten.

[5:56] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du in deinem Wort dich offenbart hast als ein Gott, der Liebe ist, der sich nicht ändert und der für jeden einzelnen Menschen, ganz egal, was unsere Umstände sind, ganz egal, was wir alles erlebt haben, immer nur das Beste möchte. Und Herr, heute wollen wir zuhören, was du zu sagen hast. Wir wollen aus deinem Wort lernen und sehen, mit welcher Liebe, mit welchem Mitgefühl du jedem von uns, ganz egal, wo wir unsere Kämpfe haben, ganz egal, wo wir irritiert sind, ganz egal, wo wir vielleicht verwirrt sind, wie du jedem von uns helfen möchtest, klar zu sehen, wie du denkst und was du für uns tun kannst und tun möchtest. Herr, sprich durch deinen Heiligen Geist jetzt durch dein Wort zu uns und lass dein Wort nach deiner Verheißung nicht leer zurückkehren, sondern dass es bewirkt, wozu du es gesandt hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[7:19] Für Paulus war das Evangelium der Lebensinhalt. In Römer 1, Vers 1 sagt er: „Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes.“ Sein ganzes Leben war mit diesem Evangelium verbunden, und er erklärt gleich im nächsten Satz, worauf es basiert: „...dass er zuvor verheißen hat in heiligen Schriften durch seine Propheten.“

[7:51] Das Evangelium, von dem Paulus in all seinen Briefen spricht und dass er hier im Römerbrief so ausführlich und, wie wir sehen werden, für unsere Thematik so absolut relevant erklärt, das basiert auf der Bibel. Es basiert auf den Schriften, ganz besonders auch des Alten Testaments, die Paulus hier ja vor Augen hat, wenn er von den heiligen Schriften redet, die die Propheten aufgeschrieben haben. Das Evangelium, das Paulus predigt, ist in Harmonie mit dem, was das Alte Testament schon über Gott und seinen Heilsplan, seinen Willen, uns zu erretten, gesagt hat.

[8:36] Das Evangelium basiert also auf dem Wort Gottes. Aber was ist der Inhalt des Evangeliums? In Vers 3 und 4 sagt Paulus, worum es beim Evangelium geht, nämlich Vers 3: „Das Evangelium von seinem Sohn, der hervorgegangen ist aus dem Samen Davids nach dem Fleisch und erwiesen ist als Sohn Gottes in Kraft – da haben wir sie, diese Kraft – als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist der Heiligkeit durch die Auferstehung von den Toten, Jesus Christus, unserem Herrn.“

[9:13] Das Evangelium dreht sich um Jesus. Er, der ganzer Mensch ist, hervorgegangen aus dem Samen Davids nach dem Fleisch, und ganzer Gott, was die Auferstehung bewiesen hat, und zwar kraftvoll.

[9:28] Wir werden auf diesen Gedanken noch zu sprechen kommen, welche Kraft die Auferstehung mit sich bringt. Weil Paulus das wusste, hat er sich dieses Evangeliums nicht geschämt, denn es ist ja Gottes Kraft.

[9:44] Das Evangelium basiert also auf dem Wort Gottes, auf der Bibel. Es ist nicht einfach eine Emotion, eine Empfindung, ein Eindruck, den wir haben, sondern es basiert auf dem klaren „So steht es geschrieben.“ Es steht geschrieben. Das Evangelium hat Jesus Christus zum Inhalt mit all dem, was ihn ausmacht.

[10:07] Und was ist das Ziel des Evangeliums? In Vers 5 lesen wir: „Durch welchen wir Gnade und Aposteldienst empfangen haben zum Glaubensgehorsam für seinen Namen unter allen Heiden.“ Und unter allen Völkern, Nationen, Stämmen und Sprachen, könnte man mit Offenbarung 14 einsetzen. Das Ziel ist, dass durch den Glauben Menschen dem Wort Gottes gehorchen.

[10:38] Paulus erklärt dann weiter in diesem Kapitel, dass alle Menschen ein Anrecht haben, das Evangelium zu hören. Niemand soll ausgeschlossen werden. Niemand soll als ein Mensch zweiter Klasse behandelt werden, worin wir Menschen oft so gut sind: Menschen in verschiedene Schubladen zu stecken, sie zu klassifizieren, zu kategorisieren und dann Menschen höher einzuschätzen als andere. All das ist beim Evangelium falsch, hat beim Evangelium keinen Platz.

[11:08] Er sagt in Vers 14: „Ich bin ein Schuldner sowohl den Griechen als auch den Barbaren, sowohl den Weisen, also den intellektuell Hochstehenden, als auch den Unverständigen.“ Für alle Menschen, egal, wie klug wir sind, egal, welche Hautfarbe wir haben, egal, welche kulturelle Prägung wir mitbringen, egal, wer wir sind, egal, wie wir uns selbst identifizieren – das Evangelium gilt für uns alle.

[11:30] Und Paulus sagt dann weiter in Vers 15: „Darum bin ich bereit, so viel an mir liegt, auch euch in Rom das Evangelium zu verkündigen.“ Paulus war bereit, über die Botschaft Gottes, über die gute Nachricht zu sprechen, denn Vers 16: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen.“

[12:04] Für Paulus war das Evangelium nicht nur eine Lehrmeinung, nicht nur eine Theorie, nicht nur ein zu glaubendes Dogma, sondern er hatte erlebt, dass das Evangelium tatsächlich etwas in seinem Leben verändert hat. Und nicht nur etwas, es hatte sein gesamtes Leben verändert. Alles, was ihm vorher wichtig war, ist plötzlich unwichtig geworden, und alles hat sich in ein neues Licht getaucht durch das Evangelium von Jesus. Es ist die Kraft Gottes.

[12:37] Und das bringt uns zu der Frage: Was kann denn Gott alles? Wie viel Kraft hat er? Bevor wir hier weiterlesen im Römerbrief, wollen wir kurz einmal diese Frage beantworten mit einer Frage, die Gott selbst stellt, die offensichtlich eine rhetorische Frage ist. In Jeremia 32 und dort Vers 27 lesen wir:

[13:06] Jeremia 32, Vers 27: „Siehe, ich, der HERR, bin der Gott alles Fleisches. Sollte mir irgendetwas unmöglich sein?“

[13:17] Was für eine Frage! Eine Frage, die wir auf uns wirken lassen wollen. Gott fragt uns: „Sollte mir irgendetwas unmöglich sein?“ Diese Frage muss man zulassen. Dieser Frage muss man sich stellen. Man muss sich ihr, man muss diese Frage konfrontieren, und es gibt genau zwei Möglichkeiten, auf diese Frage zu reagieren: Entweder wir halten es doch für unmöglich und glauben nicht, oder wir glauben Gott, wenn er in dieser rhetorischen Frage deutlich macht, dass es nichts gibt, was ihm unmöglich ist.

[13:57] Er fragt: „Sollte mir etwas unmöglich sein?“ Da ist die Kraft Gottes, die uns offenbart wird, und wir merken, es ist, wenn wir ihm das glauben, dass wir diese Kraft erleben können. Deswegen sagt Paulus ja in Römer 1, Vers 16: „Denn das Evangelium ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden“ – und jetzt kommt die einzig entscheidende Qualifikation – „der glaubt.“ Der das glaubt, dass Gott nichts unmöglich ist. Und zwar für alle Menschen, zuerst für den Juden, diejenigen, das Wort Gottes schon kannten, dann auch für den Griechen, diejenigen, die das Wort Gottes erst noch kennenlernten in diesen neutestamentlichen Zeiten.

[14:43] Und wir lesen weiter in Vers 17: „Denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht“ – und jetzt zitiert Paulus das Alte Testament – „der Gerechte wird aus Glauben leben.“

[15:04] Wir haben gesehen, dass Paulus gesagt hat, das Evangelium basiert auf den Schriften der alten Propheten, und hier zitiert er den Propheten Habakuk in Habakuk Kapitel 2, Vers 4. Und wir haben heute hier nicht die Zeit, dieses ganze Buch uns genauer anzuschauen, aber wenn wir das einmal im Kontext kurz uns betrachten wollen, dann sehen wir hier in Habakuk 2 die Androhung eines Gerichtes wegen der Sünde, und dann steht dort in Habakuk 2, Vers 4: „Siehe, der Vermessene, unaufrichtig ist seine Seele in ihm. Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.“

[15:44] Dieser Vers steht im Kontext eines Gerichtes Gottes über unbußfertige Sünde, über Menschen, die nicht Buße tun wollten. Aber alle, die glauben würden, würden leben und nicht sterben.

[16:02] Das erste Mal, dass in der Bibel das Wort Gnade vorkommt, ist bei Noah. Noah fand Gnade in den Augen des Herrn. Der Kontext ist auch dort ein Gericht Gottes über die Sünde, über die Sünder.

[16:20] Und deswegen ist es entscheidend, dass wir diesen Punkt nicht übersehen, dass auch im Römerbrief, als das Evangelium definiert wird als die Kraft Gottes für jeden, der glaubt, basierend auf diesem Text in Habakuk 2, Vers 4, dass auch dort die Idee ganz deutlich ausgesprochen wird, dass dieses Evangelium benötigt wird, weil es ein Gericht gibt über die Sünde.

[16:48] Vers 18: „Denn“ – mit anderen Worten, das, was in Vers 16 und 17 steht, steht dort, es ist notwendig, denn – „es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten.“

[17:13] Vielleicht hast du schon mal davon gehört, wie Rettungskräfte, die auf einer Autobahn oder sonst irgendwo auf der Straße bei einem Verkehrsunfall helfen wollten, aufgehalten worden sind durch Gaffer, durch Menschen, die dort störend gewirkt haben. Und wenn man so eine Geschichte hört, dann bekommt man eine echte Wut auf solche Menschen, die die Rettungskräfte aufhalten.

[17:43] Gott ist wütend über die Ungerechtigkeit der Menschen. Er ist wütend über die Sünde, weil die Sünde und das, was wir an sündigen Taten tun und an sündigen Worten sagen und an sündigen Gedanken denken, die Liebe Gottes und seine heilende Kraft in unserem eigenen Leben und im Leben von anderen aufhalten. Und deswegen ist Gott zurecht darüber zornig.

[18:11] Er sagt hier, Paulus sagt deutlich, dass jeder Mensch erkennen könnte, dass es Gott gibt und dass er eine solche Kraft hat. Vers 19: „Weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat. Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben.“

[18:31] Paulus sagt also, jeder Mensch könnte zwei Dinge erkennen: Er könnte erkennen, dass es Gott gibt und dass er Kraft hat, genau die Kraft, von der wir hier sprechen. Doch dann muss er feststellen, dass die Menschen genau das nicht geglaubt haben, nicht angenommen haben, Gott nicht anerkannt haben.

[18:50] Vers 21: „Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.“ Weil sie Gott und seine Kraft nicht anerkennen wollten und ihm nicht dafür danken wollten, sind ihre Gedanken verfinstert worden, sind sie in nichtigen Wahn verfallen. Sie haben sich für weise gehalten, Vers 22: „Und sind doch zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das den vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht.“

[19:28] Das spielt Paulus natürlich auf den vielfältigen Götzendienst der antiken Welt an. Götzendienst nach der Bibel ist aber etwas, was wir auch heute noch tun, denn Götzen konnten nicht reden, sie konnten nicht korrigieren. Wer einem Götzen folgte, der konnte in seinem eigenen Leben selbst bestimmen, was gut und richtig ist, was er tun wollte, weil die Götzen würden ihn niemals einer Sünde überführen oder ihn entsprechend regieren.

[20:00] Die Menschen haben sich also von dem lebendigen Gott und seiner Kraft abgewendet. Und dann steht in Vers 24: „Darum“ – weil sie sich von Gott abgewendet haben, weil sie seiner Kraft, die er hat, nicht geglaubt haben – „darum hat sie Gott auch dahingegeben.“ Mit anderen Worten, er hat sie laufen lassen in die falsche Richtung, und zwar „in die Begierden ihrer Herzen zur Unreinheit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren.“

[20:40] Sexuelle Sünde ist eine Folge der Tatsache, dass man sich von Gott und seiner Kraft entfernt hat, abgewandt hat. Und Gott lässt uns gehen, er zwingt uns nicht, bei ihm zu bleiben. Er lässt es dann zu, dass wir den Begierden unserer eigenen Herzen folgen. Und Paulus beschreibt später, dass diese Begierden in unserem Herzen immer wieder dazu führen, dass wir sündigen.

[21:07] Er sagt – das können wir hier an dieser Stelle vielleicht schon kurz einbauen – in Römer Kapitel 8, Vers 7: „Weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht und kann es auch nicht.“

[21:28] Gott hat Kraft, aber wenn wir diese Kraft nicht anerkennen, wenn wir ihr nicht glauben, dann überlässt uns Gott unseren eigenen Begierden, unseren eigenen Wünschen, unseren eigenen Vorstellungen. Und die sind, weil wir Menschen Sünder sind – und da werden wir gleich noch ausführlicher drauf zu sprechen kommen – werden immer gegen Gottes Gesetz gerichtet sein.

[21:56] Und Paulus gibt jetzt ein Beispiel dafür. Vers 25 und folgende: „Sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschen und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen.“ Also Menschen, die Gottes Wahrheit und seine Existenz geleugnet haben oder sich zumindest davon abgewandt haben.

[22:23] „Darum hat sie Gott auch dahingegeben.“ Da haben wir wieder diesen Gedanken: Er hat sie laufen lassen „in entehrende Leidenschaften.“ Das sind diese Begierden des Herzens. „Denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; gleicherweise, Verzeihung, haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind gegeneinander in Brand in ihrer Begierde“ – da haben wir die Begierde des Herzens – „und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.“

[22:56] Paulus sagt: Menschen, die die Kraft Gottes nicht angenommen haben, bleibt nichts anderes übrig, sozusagen, als dass sie dem folgen, was ihr sündiges Herz ihnen sagt. Und homosexuelle Beziehungen, die, wie sie hier angesprochen sind, sind, Achtung, eine von sehr vielen verschiedenen symptomatischen Ausprägungen dieses Zustandes.

[23:30] Paulus verwendet homosexuelle Beziehungen, homosexuelles Leben an dieser Stelle als ein Beispiel, nicht als die eine schreckliche Sünde, die es alleine gibt, sondern als ein Beispiel für das, was passiert, wenn Menschen Gott und seine Kraft nicht wirklich im Glauben annehmen.

[23:51] Es folgt eine lange Liste mit anderen Symptomen, mit anderen Sünden, die dadurch unser Leben ruinieren. Vers 28: „Und gleichwie sie Gott nicht die Anerkennung würdigten, hat Gott auch sie dahingegeben in unwürdige Gesinnung, zu verüben, was sich nicht geziemt.“

[24:14] Es geht also hier nicht nur um äußere Taten, es geht nicht nur um das, was man in die Praxis dann buchstäblich umsetzt. Es geht um die Herzenseinstellung, es geht um die Gesinnung als solche, die voll sind von „aller Ungerechtigkeit, Unzucht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit, voll Neid, Mordlust, Streit, Betrug und Tücke.“

[24:41] „Solche, die Gerüchte verbreiten.“ Haken wir kurz hier ein: Aus Gottes Sicht sind Menschen, die Nachrichten verbreiten, weiterleiten, vielleicht sogar in sozialen Medien, bei denen andere Menschen schlecht dargestellt werden, ohne dass man selbst wirklich Augen- und Ohrenzeuge ist – Menschen, die so etwas tun, sind genauso Sünder wie Menschen, wie sie in Vers 25 bis 27 und 28 beschrieben werden.

[25:22] „Verleumder, Gottesverächter, freche, übermütige Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern Ungehorsam, unverständig, treulos, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig.“

[25:33] All das sind Sünden, die in Römer 1 auf derselben Stufe wie Homosexualität, homosexuelles Leben, stehen. Sind eine lange Liste. Homosexualität ist hier nur ein Beispiel von vielen Dingen, die alle die Folge sind, wenn wir Gott und seine Kraft in unserem Leben nicht im Glauben annehmen.

[26:01] Vers 32: „Obwohl sie das gerechte Urteil Gottes erkennen, dass die des Todes würdig sind, welche so etwas verüben, tun sie diese Dinge nicht nur selbst, sondern haben auch Gefallen an denen, die sie verüben.“

[26:12] Wir sehen hier wiederum, es geht nicht nur um buchstäbliches Ausleben, das Praktizieren. Es geht auch um die Gesinnung, ob man etwas gut findet oder eben nicht.

[26:24] Und wir sehen, die Liste ist lang, und wenn wir ganz ehrlich sind zu uns, ganz egal, wie wir über das Thema LGBTQ+ bisher gedacht haben, wie wir uns dazu positioniert haben: Jeder von uns findet sich mindestens an einer Stelle – ich würde denken, wahrscheinlich an sehr viel mehr Stellen – in dieser Liste wieder. Auch wir, jeder von uns, egal, wer wir sind, hat irgendetwas davon schon oft und vielfach getan.

[26:53] Und deswegen sagt Paulus in Kapitel 2, Vers 1: „Darum bist du nicht zu entschuldigen, oh Mensch, wer du auch seist.“ Egal, ob du schon viele Jahrzehnte Christ bist, aber trotzdem solche Dinge tust, egal, ob du LGBTQ+ ablehnst oder dich dazu... ähm...

[27:15] LGBTQ+ ablehnst oder dich dazu ähm bekennst, wer du auch seist, du bist nicht zu entschuldigen, der du richtest, denn worin du den anderen richtest, verurteilst du dich selbst, denn du, der du richtest, verübst ja dasselbe. Jeder von uns hat irgendetwas in dieser Liste getan. Jeder von uns ist in Sünde gefallen. Und es ist immer leicht, andere Sünden, die wir gerade nicht begangen haben, wo wir vielleicht nicht deine Probleme damit haben, diese Sünden als besonders schwerwiegend, als besonders dramatisch herauszustellen, weil wir vielleicht damit den Eindruck haben, damit könnten wir uns selbst ein bisschen rechtfertigen.

[27:53] Aber der Paulus zieht all dem den Teppich unter den Füßen weg und macht deutlich: Wir sind alle Sünder. Und er führt das in diesem ganzen Kapitel sehr deutlich und ausführlich aus. Er macht deutlich: Es gibt ein Gericht, in dem alle Taten, alle Gedanken, alle Worte, alle Einstellungen, alle geplanten Handlungen einmal gerichtet werden. In Römer 2 Vers 16: „An dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus wird nach meinem Evangelium.“ Deswegen ist es nicht entscheidend, dass wir das Gesetz Gottes gehört haben, sondern dass wir es tun. So sagt dann Vers 13: „Denn vor Gott sind nicht die gerecht, welche das Gesetz hören, sondern die, welche das Gesetz befolgen, sollen gerechtfertigt werden.“

[28:44] Und deswegen haben wir alle ein Problem. Vielleicht geht es uns so bei dem Thema wie denjenigen, die Paulus hier ab Vers 17 besonders anschreibt und spricht: „Siehe, du nennst dich einen Juden und verlässt dich auf das Gesetz und rühmst dich Gottes und kennst seinen Willen und verstehst zu prüfen, worauf es ankommt, weil du aus dem Gesetz unterrichtet bist und traust dir zu, ein Leiter der Blinden zu sein, ein Licht derer, die in der Finsternis sind, ein Erzieher der Unverständigen, ein Lehrer der Unmündigen, der den Inbegriff der Erkenntnis und der Wahrheit im Gesetz hat.“

[29:18] Nun, also du lehrst andere, dich selbst aber lehrst du nicht. Du verkündigst: „Man sollte nicht stehlen“, und stiehlst selber. Du sagst: „Man solle nicht Ehe brechen“, und brichst selbst die Ehe. Du verabscheust die Götzen und begehst dabei Tempelraub. Du rühmst dich des Gesetzes und verunehrst doch Gott durch Übertretung des Gesetzes.

[29:40] Bei diesem Thema müssen wir alle ehrlich sagen: Wir alle sind Sünder. Und das ist, was Paulus ganz deutlich sagt in Römer 3: „Wie nun, haben wir etwas voraus? Ganz und gar nicht! Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde sind.“

[30:00] Wir sitzen alle im Boot, und deswegen heißt dieses Thema: „Das Evangelium für LGBTQ+mich“.

[30:12] Bei diesem Thema müssen wir feststellen, dass wir alle in demselben Boot sitzen. Wir alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit, die wir vor Gott haben sollten. Das macht die Bibel sehr, sehr deutlich.

[30:33] Und jetzt kommt's: Das sagt sie nicht, damit wir andere Sünden rechtfertigen und für gut heißen, damit wir auch selbst uns wieder gut fühlen, sondern sie sagt es, damit wir unsere eigenen Sünden erkennen, damit wir gerettet werden, erlöst werden von den Sünden und damit als Erlöste auch anderen helfen können, die mit anderen Sünden zu kämpfen haben, dass auch sie die Kraft Gottes erleben können.

[31:06] Das Wort Gottes zeigt uns, was Sünde ist und definiert, was Sünde ist. Vers 20: „Weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“ Die Bibel spricht zu uns und zeigt uns, dass Dinge falsch sind, und sie zeigt uns, dass nicht nur Lieblosigkeit und Unbarmherzigkeit und Gerüchte verbreiten Sünde sind, sondern auch sexuelle Sünden wie zum Beispiel Homosexualität und viele andere sexuelle Sünden, die an anderen Stellen der Bibel auch als solche klar benannt werden.

[31:47] Was ist die Lösung?

[31:51] Die Lösung ist das Evangelium, und in Römer 3 sagt Paulus dann in Vers 21: „Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird.“

[32:03] Das gesamte Alte Testament weist auf diesen Jesus, der die Kraft Gottes in unser Leben bringt, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle kommt, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst – das heißt ohne Leistung, ohne dass wir uns dafür qualifizieren müssten – gerechtfertigt werden, das heißt Vergebung bekommen durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.

[32:33] Niemand hat das besser erklärt als Jesus selbst, als er in Johannes Kapitel 3 und dort Vers 16 dem erstaunten Nikodemus gesagt hat: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

[32:55] Dieser Vers ist gut bekannt, aber vielleicht ist uns noch nicht bewusst gewesen, warum dieser Vers beginnt mit den Worten: „Denn so hat Gott die Welt geliebt.“

[33:12] Viele Menschen lesen Johannes 3 Vers 16 und verstehen gar nicht, welche Kraft und welche wunderbare Botschaft in diesem Vers verborgen ist.

[33:20] Jesus sagt hier, Jesus sagt: „Denn so hat Gott die Welt geliebt.“ Wie? Genauso, wie es in den Versen vorher illustriert wird.

[33:35] In Vers 14 und 15 heißt es: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

[33:46] Das ist also genau das, worum es geht, und dann heißt es: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

[33:58] Das ist, was Gott uns allen schenken möchte, und er hat es illustriert durch die Schlange, die in der Wüste erhöht worden ist.

[34:05] Lass uns kurz diese Geschichte rekapitulieren: Damals in 4. Mose 21 waren die Israeliten in der Wüste unterwegs, und sie hatten gemurrt.

[34:15] Sie hatten nicht Gott gedankt, sie haben seine Kraft in Frage gestellt, und als Folge kamen diese vielen giftigen Schlangen mit ihren tödlichen Bissen, und Menschen fingen an zu sterben.

[34:26] Ein Symbol für die vielen verschiedenen Sünden, die unser Leben kaputt machen und vergiften, weil wir an Gottes Kraft und Güte zweifeln.

[34:36] Und diese Schlangen bissen die Leute und brachten ihnen schwere Wunden zu, und einige starben.

[34:45] In dieser Situation hat Gott Mose beauftragt, eine bronzene, eine eherne Schlange zu machen, auf ein Feldzeichen zu postieren, auf eine Stange zu postieren, sodass jeder, der auf diese bronzene Schlange schauen würde, leben bleiben würde.

[35:07] War das eine einfache Sache? War es leicht, auf eine Schlange zu schauen?

[35:16] Nun, im Grunde genommen ist es etwas sehr Simples. Jedes Kind kann das tun.

[35:20] Man braucht dazu keinen Abschluss, man braucht dazu keine besonderen Fähigkeiten, man muss einfach nur schauen.

[35:34] Das ist das Evangelium. Aber trotzdem war die Sache schwierig. Warum?

[35:37] Stellen wir uns kurz einmal vor, versuch dich hineinzuversetzen in die Menschen damals in der Wüste.

[35:41] Stell dir vor, du bist dort mit anderen Menschen unterwegs, und plötzlich sind all diese Schlangen um dich herum.

[35:47] Sie beißen dich, sie sind zwischen deinen Füßen, sie kriechen in Sandalen hinein, sie beißen dich in die Fersen, sind überall.

[35:56] Und jetzt kommt jemand und sagt: „Mach dir keine Sorgen, schau einfach nur hier nach vorne, schau nur hierher.“

[36:07] Nun, der Akt des Schauens an sich ist sehr einfach, simpel.

[36:13] Die Schwierigkeit besteht eben nicht mehr auf die Probleme und die Gefahren und die tödlichen Schlangen um einen herum zu schauen.

[36:22] Die Schlangen waren ja nicht plötzlich weggezaubert, sie waren immer noch da.

[36:27] Menschen mussten glauben, dass wenn sie dorthin schauen, diese Dinge, die hier um sie herum krochen und um sie herum sich wanden, dass diese Schlangen sie nicht mehr tödlich beißen würden.

[36:42] Sie sollten wegschauen von den Problemen, mit denen sie bisher zu kämpfen hatten, und hinschauen dorthin, wo eine Schlange aufgerichtet war.

[36:55] Vielleicht hat dich das, wenn du das in der Bibel schon mal gelesen hast, befremdet: Wie kann es sein, dass dort eine Schlange erhöht worden ist?

[37:03] Hätte man nicht vielleicht besser ein Lamm aus Bronze dorthin gestellt?

[37:08] Aber nein, Gott wusste ganz genau, warum er eine bronzene Schlange in Auftrag gegeben hatte.

[37:15] Für die Israeliten war das eine ganz praktische, eine ganz alltagsrelevante Lektion, denn sie verstanden – und jetzt Achtung, gut mitdenken! – sie verstanden, dass genau diese Probleme, die sie bissen, die ihnen zu schaffen machten, von denen sie dachten, dass sie mit eigener Kraft vielleicht versuchen, ihnen entfliehen können, und das niemals geklappt hat, wenn sie versucht haben, diese Schlangen irgendwie totzutreten, kamen immer neue Schlangen dazu.

[37:44] Aus eigener Kraft konnte man dieses Problem nicht lösen, und sie verstanden, dass sie gerettet werden, wenn sie glauben, dass die Probleme, die sie hier um ihre Füße haben, schon dort hängen.

[38:02] Sie hängen schon dort, und jeder, der geglaubt hat, dass die realen Probleme dort schon gelöst sind, dem konnten die realen Probleme, die ja noch da waren, nichts mehr anhaben.

[38:15] Er blieb am Leben. Jesus Christus hat sich mit den Schlangen in deinem Leben, den Sünden, die du begangen hast, den Schuldgefühlen, die du mit dir herumschleppst, den Versuchungen, die du erlebst – er hat sich mit diesen Schlangen identifiziert und hat sie am Kreuz getragen, damit sie dein Leben nicht mehr bestimmen müssen.

[38:40] Jesus ist nicht einer von denen, die auf Abstand gehen, weil du so bist, wie du bist.

[38:49] Wenn es Dinge gibt in deinem Leben, egal was aus Römer 1 aus der langen Liste oder auch aus anderen Listen in der Bibel, wo Sünden benannt werden, egal was dein Leben bestimmt, egal was dein Leben bisher vergiftet hat: Jesus hat sich damit identifiziert.

[39:04] Er hat das genommen, hat gesagt: „Lass es mich tragen“, und er hat es am Kreuz getragen.

[39:17] Und so hat Gott die Welt geliebt, dass jeder, der an ihn glaubt, der glaubt, dass die Schlangen des eigenen Lebens hingen, dass Gott schon alle unsere Schuld auf ihn geworfen hat, der darf plötzlich erleben aus reiner Gnade, aus Glauben, dass die Kraft Gottes ihm ein neues Leben schenkt, ja, ein Leben, das bis in die Ewigkeit währt.

[39:55] Das Einzige, was wir dazu brauchen, ist Glauben.

[40:00] Wir müssen wegschauen von unseren Problemen, wegschauen von unseren Sünden, wegschauen von den Trieben, die unser Leben in eine bestimmte Richtung drängen wollen.

[40:10] Wir müssen uns nicht mehr darüber identifizieren, sondern im Glauben verstehen, dass Jesus all das schon getragen hat.

[40:20] Paulus hat das einmal so ausgedrückt in Galater 2 Vers 20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt, und nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus Jesus lebt in mir.“

[40:34] Und darüber werden wir gleich noch etwas sprechen.

[40:40] Was ist das für ein Glaube, der genau das möglich macht, der genau diese Kraft Gottes in unser Leben bringt?

[40:53] Paulus spricht in Römer 4 etwas über diesen Glauben.

[40:56] Er gibt dort zwei Beispiele aus dem Alten Testament, auf dem ja das Evangelium basiert, und zwar interessanterweise für unser Thema: zwei Menschen, die mit Problemen, Sünden oder Problemen zu kämpfen hatten, die den sexuellen Bereich betrafen.

[41:15] Der eine war David, und wir alle kennen wahrscheinlich seine Geschichte, wie er in schwere Sünde fiel und Ehebruch begangen hat und auch weitere Sünden daraus folgten, wie der Auftragsmord.

[41:31] Und Paulus beschreibt, wie der David durch den Glauben Erlösung gefunden hat und Frieden, wenn er sagt in Vers 6, ab Vers 6 von Römer 4: „Ebenso preist doch David den Menschen glückselig, dem Gott ohne Werke Gerechtigkeit anrechnet. Glückselig sind die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind.“

[41:52] Die zweite Person ist Abraham, dem Gott verheißen hatte, dass er einen Sohn haben würde, und zwar mit seiner Frau Sara.

[42:04] Das Problem war allerdings, dass beide bereits in einem Alter waren, wo dies nicht mehr möglich war.

[42:13] Auch hier wird also der sexuelle Bereich angesprochen, und hier war die interessante Situation, dass die biologischen Voraussetzungen so waren, dass es aus menschlicher, biologischer Perspektive so aussah, als könne Abraham und Sara gar nicht, als könnten sie gar nicht dem Wort Gottes noch Folge leisten.

[42:38] Sie könnten doch gar nicht mehr Eltern werden in dieser Situation.

[42:44] Und wenn man damals seine biologische Studie gemacht hätte, ob es dem Abraham und der Sara möglich wäre, dann wäre das Ergebnis eindeutig gewesen.

[42:53] Heute gibt es gerade bei dem Thema LGBTQ+ viele Diskussionen über Ursachen, Faktoren, über die Biologie und die Psychologie, und all diese Dinge sind wichtig und wertvoll und interessant.

[43:10] Aber für die Frage unserer Beziehung zu Gott gibt es eines, ein wichtiges, ein wertvolleres, ein entscheidendes Thema, ein Thema, das über all das tatsächlich erhaben ist, nämlich die Kraft Gottes.

[43:29] Es heißt in Römer 4 und dort in Vers 19: „Und er wurde nicht schwach im Glauben und zog nicht seinen Leib, das heißt seinen Körper, in Betracht, der schon erstorben war, weil er fast hundertjährig war, auch nicht den erstorbenen Mutterleib der Sara.“

[43:44] Er zweifelte nicht an der Verheißung, er zweifelte nicht am Wort Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben, indem er Gott die Ehre gab.

[43:56] Abraham hätte sagen können: „Biologisch ist es unmöglich, die Erfahrung zeigt, das hat noch nie funktioniert.“

[44:02] Aber er glaubte dem Wort Gottes, weil er der Meinung war, weil er der Überzeugung war, dass Gottes Wort stärker ist als die Biologie, dass Gottes Wort stärker ist als die Erfahrung, dass Gottes Wort stärker ist als all das, was Menschen berechnen und erforschen können.

[44:21] Denn von Gottes Wort heißt es in Vers 17: „Wie geschrieben steht: Ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht vor Gott, dem er glaubte, der die Toten lebendig macht und dem ruft, was nicht ist, als wäre es da.“

[44:35] Lieber Freund, liebe Freundin, es ist überhaupt ganz irrelevant, ob die Dinge, mit denen du zu kämpfen hast, angeboren sind oder erst später in deinem Leben dazugekommen sind.

[44:48] Und es ist sicherlich interessant, diese Dinge zu erforschen, warum und wieso etwas gekommen ist, aber für die Frage, ob Gott dich liebt und ob Gott sich für dich interessiert und ob er dir helfen möchte und ob er dir die Kraft schenken möchte, so zu leben, wie es dem Willen Gottes entspricht, sind all diese Fragen irrelevant.

[45:11] Denn Gottes Kraft ist stärker. Auch wenn da nichts ist, ruft er, als wäre es da.

[45:18] Als es finster und leer und wüst war am ersten Tag der Schöpfung, hat Gott gesagt: „Es werde Licht!“, und es wurde Licht.

[45:24] Und Paulus sagt in 2. Korinther 4 Vers 6, dass genau das in unseren Herzen auch passieren kann und soll.

[45:32] Es heißt doch, denn Gott in Vers 6, 2. Korinther 4 Vers 6: „Denn Gott, der dem Licht gebot, am ersten Schöpfungstag aus der Finsternis hervor zu leuchten, er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“

[45:54] Durch Gottes Wort, durch seine Kraft, kommt Licht in unser Herz, und wir dürfen glauben wie Abraham, von dem es heißt in Vers 18, Römer 4 Vers 18: „Da, wo nichts zu hoffen war, auf Hoffnung hingeglaubt, dass er ein Vater vieler Völker werde, gemäß der Zusage: So soll dein Same sein.“

[46:17] Egal was, womit wir zu kämpfen haben, ob es eine Sünde ist, die dem LGBTQ+ Spektrum zugehört, oder eine ganz andere Sünde, die alle auf dem selben Level sind vor Gott: Wenn wir dem Wort Gottes vertrauen und seiner Liebe und glauben, dass das, was uns plagt, das, womit wir zu kämpfen haben, bereits am Kreuz hing und mit Jesus gestorben ist, dann dürfen wir leben, dann werden wir leben, dann werden wir neues Leben haben.

[46:53] Die Schlangen waren nicht plötzlich weg, aber die Schlangen konnten nicht mehr Tod bringen, die Schlangen konnten nicht mehr giftig beißen.

[47:01] Die Schlangen waren zwar noch da, aber durch den Glauben lebte der Israelit jetzt ein Leben des Sieges, ein Leben der Erlösung.

[47:15] In Römer 5 Vers 1 lesen wir: „Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, Vergebung bekommen haben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“

[47:23] Lieber Freund, liebe Freundin, hast du Frieden mit Gott?

[47:30] Du darfst heute Frieden mit Gott haben, indem du einfach dein ganzes Leben ihm übergibst und glaubst, dass er all das, was dich belastet, am Kreuz schon getragen hat.

[47:41] Wird es noch Schwierigkeiten geben? Ja!

[47:43] Wir lesen weiter: „Durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.“

[47:49] Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung.

[48:02] Die Hoffnung aber lässt nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

[48:17] Durch die Erlösung, durch die Kraft Gottes, werden wir mit der Liebe verbunden, die immer gleich bleibt.

[48:23] Menschliche Liebe schwankt, sie enttäuscht uns und verletzt uns manchmal, aber Gottes Liebe ist immer dieselbe.

[48:33] Er sagt: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt. Ich habe dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.“

[48:43] Es gibt, so sagt uns Römer 5 Vers 20: „Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden.“

[49:01] Es gibt keine Sünde, die wir tun, die, wenn wir sie zum Kreuz bringen, dort nicht Vergebung finden könnte.

[49:11] Und dann stellt Paulus eine interessante Frage: Wenn wir unsere Sünden, unsere Versuchungen, all das, was uns belastet, zum Kreuz gebracht haben und glauben – nicht unbedingt fühlen oder irgendwelche Emotionen dabei haben, aber wenn wir glauben, dass am Kreuz von Golgatha Jesus all das bereits getragen hat – wenn wir das glauben, sollen wir dann noch in der Sünde verharren?

[49:40] So fragt er in Römer 6 Vers 1: „Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde?“ Und die Antwort ist klar und deutlich: „Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben?“

[49:52] Oft erzählen wir Gott von unseren Sünden, wir erzählen wie von einem Rucksack, der uns belastet.

[49:58] Wir erzählen, hoffen, dass Gott uns irgendwie vergibt, und wir weiter mit dem Rucksack durchs Leben gehen und uns jetzt anstrengen, es vielleicht besser zu tun.

[50:05] Aber nein, liebe Freunde, Erlösung bedeutet, dass wir mit allem, was wir sind und haben, zu Jesus kommen und ihm alles übergeben, unsere Sorgen auf ihn werfen.

[50:21] Ja, dass unser alter Mensch mit all seinen Sünden, Identifizierungen, all seinen Plänen, mit all dem, was ihn ausgemacht hat, dass, weil Jesus sich mit unseren Sünden identifiziert hat, wir uns auch mit seinem Kreuzestod identifizieren.

[50:40] Paulus sagt, wie gesagt: „Ich bin mit Christus gekreuzigt.“

[50:43] Deswegen sagt er hier in Vers 3: „Oder wisst ihr...“

[50:46] Sagt er hier in Vers 3: „Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus hineingetauft sind, in seinen Tod getauft sind? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod.“ Die biblische Taufe durch Untertauchen zeigt genau das: Wir glauben, unser alter Mensch ist tatsächlich tot, und wir sind, wie es der Epheserbrief sagt, mit ihm gekreuzigt und mit ihm auferweckt, mitversetzt in den Himmel.

[51:17] Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, derart gleich wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Wenn wir mit ihm eins gemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

[51:36] Wir wissen ja dieses: Achtung, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde – das heißt all das, was in unserem Körper, in unseren Trieben, all das, was unser sündiges Fleisch immer gegen Gottes Gesetz rebelliert hat, wohin Gott uns dahingegeben hat, uns laufen lassen, als wir uns von ihm entfernt haben – damit das außer Wirksamkeit gesetzt ist, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen.

[52:05] Das Evangelium macht, dass der sündige Mensch, das sündige Fleisch, dass die Sünden unseres Körpers außer Wirksamkeit gesetzt werden durch den Glauben, indem wir glauben, dass die Sünden, die wir vielleicht jetzt sonst wieder begehen würden, dort schon am Kreuz hängen.

[52:29] Indem wir glauben, dass wenn die Versuchung an uns kommt – und die wird bleiben, die Versuchung – Gott nimmt nicht alle Versuchungen von uns, sondern er gibt uns die Kraft, der Versuchung widerstehen zu können, ihr nicht nachzugeben. Versuchung ist keine Sünde. Jesus war kein Sünder, aber Jesus wurde versucht.

[52:55] Wenn also die Versuchungen in unser Leben kommen, denen wir in all den Jahren immer nachgegeben haben, dürfen wir jetzt im Glauben glauben, dass diese Sünden, die wir normalerweise jetzt tun würden, dort am Kreuz schon hängen. Und wer an Jesus denkt, der für diese Sünde gestorben ist, der kann nicht gleichzeitig diese Sünde wieder begehen, wenn er Jesus liebt.

[53:26] Und so können wir auf Jesus schauen und wie Petrus auf Wasser gehen im geistlichen Sinne. Und kann es passieren, dass wir dann wieder wegschauen von Jesus? Kann es passieren, dass wir uns ablenken lassen, dass äußere Umstände dazu führen, dass wir in unserem Glauben schwach werden? So wie Petrus wegschaute von Jesus und plötzlich anfing zu sinken, kann es sein, dass wir in alte Muster zurückfallen, weil wir unseren Blick auf Jesus verloren haben. Das kann passieren.

[53:56] Und was hat Jesus dann getan? Hat Jesus Petrus versinken lassen, weil er nicht würdig gewesen wäre? Nein, Jesus liebte Petrus sehr, dass er sofort an der Stelle war, sofort ihm Hand ausstreckte und ihn wieder herausholte und mit ihm dann wieder auf Wasser ging.

[54:13] Wenn wir in die Sünde noch einmal zurückfallen, dann gibt es mehr Gnade als Sünde. Johannes sagt: „Dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten.“

[54:32] Vielleicht hast du in deinem Leben erlebt, was Paulus in Römer 7 beschreibt, wenn er dort sagt ab Vers 14: „Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn was ich vollbringe, billige ich nicht, denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu, dass es gut ist. Jetzt aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in meinem, in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht.“ Und irgendwann ruft er aus in Vers 24: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?“ Ist dir schon so gegangen?

[55:18] Was viele Menschen nicht bedenken, ist, dass am Anfang des Kapitels eine sehr interessante Erklärung gegeben wird in Römer 7, die diesen schizophrenen Zustand – ich will doch Jesus folgen, ich will doch nach Gottes Wort leben und ich schaffe es irgendwie nicht – wie dieser scheinbar oder tatsächlich schizophrene Zustand sozusagen, woher der kommt.

[55:44] Wir lesen in Römer 7 und dort ab Vers 2: „Denn die verheiratete Frau – interessanterweise auch wieder ein Thema, eine Illustration, die zu unserem Thema passt – denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn aber der Mann stirbt, so ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetz frei, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird.“

[56:21] „Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen.“

[56:30] Paulus schreibt manchmal etwas kompliziert, aber der Gedanke ist eigentlich unglaublich interessant und auch einfach zu verstehen. Da ist eine Frau, die ist verheiratet mit einem Mann und sie würde gern einen anderen Mann heiraten, einen zweiten Mann. Aber sie darf nicht, solange der erste Mann noch lebt. Denn wenn sie diesen Mann verlassen würde, einfach während er noch lebt, und einen zweiten Mann heiraten würde, dann wäre sie eine Ehebrecherin. Sie kann den zweiten Mann nur heiraten, wenn der erste Mann tot ist.

[57:07] Und dann sagt Paulus: Wir sind diese Frau, und unser alter sündiger Mensch ist der erste Mann. Wir sind sozusagen mit uns selbst verheiratet. Und solange der alte Mensch nicht tot ist, wollen wir vielleicht mit Christus zusammenleben, wir wollen Gottes Gebote halten, wir strengen uns an, wir wünschen es uns, wir halten Gottes Gebote für richtig und für gerecht und für heilig, aber trotzdem übertreten wir sie doch ständig, weil der alte Mensch, das sündige Fleisch – das haben wir gesehen in Römer 8 – Feindschaft gegen Gottes Gesetz hat. Und solange er lebt, wird er, wann immer Gottes Gebote, Gottes Wort irgendwie aufscheint, dagegen rebellieren. Obwohl wir also als Frau dieses Gesetz halten wollen, wird der immer noch lebendige alte Mensch dagegen rebellieren.

[57:52] Es gibt nur eine Hoffnung: Der alte Mensch muss sterben. Und du weißt heute, wie das möglich ist. Wir können den alten Menschen nicht einfach selbst umbringen, wir können den nicht versuchen zu ersticken, wir können uns auch nicht damit zufrieden geben, wenn er vielleicht tödlich verwundet ist und halbtot irgendwo da liegt. Der wird immer sich wieder zeigen.

[58:12] Aber wir können glauben, dass am Kreuz Jesus sich mit dem alten Menschen identifiziert hat. Und wenn wir das glauben, dass alles das, was unseren alten Menschen ausmacht, mit Jesus am Kreuz hing, dann dürfen wir auch wissen, dass dieser alte Mensch mit Jesus gestorben ist.

[58:37] Und Jesus gibt uns den alten Menschen nicht zurück. Solange ich im Glauben auf das Kreuz schaue, ist mein alter Mensch tot. Wenn ich versuche, aus eigener Kraft Gott zu gefallen, wenn ich versuche, aus eigener Kraft seine Gebote irgendwie zu halten, wenn ich versuche, aus eigener Kraft meine Lüste, meine Triebe, meine Orientierung irgendwie zu unterdrücken und irgendwie einzudämmen, wird sie doch immer wieder hervorkommen, immer wieder gegen Gottes Gebot übertreten, und ich werde mich elend fühlen.

[59:14] Aber wenn ich im Glauben auf das Kreuz schaue und glaube, dass dort mein alter Mensch mit Jesus mitgekreuzigt ist, dann ist mein alter Mensch tot. Und dann kann ich den zweiten Mann heiraten, dann kann ich den neuen Bund mit Jesus Christus in meinem Leben erleben.

[59:36] Deswegen heißt es in Römer 8 Vers 1: „So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch, sondern gemäß dem Geist wandeln.“

[59:50] Jesus hat das gemacht, was ich niemals hätte tun können. Ich kann nicht die Schlangen besiegen, aber Jesus hat genau das getan. Vers 3: „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das hat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen, die Sünde im Fleisch verurteilte.“ Jesus hat den alten Menschen an sich genommen, im Glauben sozusagen, und hat ihn verurteilt.

[1:00:26] Vers 4: „Damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ Durch den Glauben müssen wir nicht mehr auf die Schlangen um uns herumschauen. Durch den Glauben, dass die Schlange dort am Kreuz schon hängt, weil Jesus sich mit meiner Sünde identifiziert hat, durch diesen Glauben muss ich nicht mehr nach den Orientierungen leben, ich muss nicht mehr nach den Wünschen und den Sünden leben, die meinen alten Menschen gekennzeichnet haben.

[1:01:04] In Vers 12 von Römer 8 steht: „So sind wir also, ihr Brüder, dem Fleisch nicht verpflichtet, gemäß dem Fleisch zu leben. Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben. Wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben. Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“

[1:01:27] Unser Fleisch bleibt, unser Körper bleibt, die Synapsen, die durch die Sünde falsch geschaltet worden sind, die bleiben. Und es dauert bis zur Wiederkunft, wenn wir einen neuen Körper bekommen werden, dass auch dies geändert wird. Deswegen steht in Römer 8 Vers 23: „Und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnstellung, die Erlösung unseres Leibes.“

[1:01:58] Das Fleisch bleibt. Und Paulus wusste das, als er in Galater Kapitel 2 Vers 20 sagte: „Ich bin mit Christus gekreuzigt, und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe – ich habe immer noch denselben Körper – das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“

[1:02:25] Paulus sagt: Ich habe immer noch denselben Körper mit denselben, mit demselben sündigen Fleisch, das früher dazu geführt hat, dass ich gesündigt habe, weil ich Gottes Kraft ignoriert habe, weil ich mich von Gottes Kraft entfernt habe. Aber jetzt schaue ich auf das Kreuz und glaube, dass Jesus für all das gestorben ist. Und deswegen lebe ich aus dem Glauben und ich bin ein neuer Mensch.

[1:02:52] Und er sagt in Zweite Korinther Kapitel 5 und dort Vers 17: „Darum ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, sieh, es ist alles neu geworden.“

[1:03:09] Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du heute in Jesus eine neue Schöpfung sein? Kein Mensch kann das bewirken, keine Therapie kann das bewirken, kein Therapeut kann uns unsere Sünden, egal welche sie sind, nehmen und auch nicht uns helfen, sie nicht mehr zu begehen. Aber Gott fragt: „Sollte mir etwas unmöglich sein?“

[1:03:39] Wollen wir heute im Glauben wegschauen von den Sünden unseres Lebens, die uns beißen, und hinschauen auf Jesus, der diese Sünden schon getragen hat, und glauben, dass durch seine Kraft wir heute eine neue Schöpfung sein können, dass Gott uns neu macht und durch den Glauben wir in allen Versuchungen und allen Anfechtungen siegreich sein können? Und wenn wir fallen, Jesus uns so sehr liebt, dass er uns zurück auf den Weg des Heils bringen möchte.

[1:04:18] Ist es dein Wunsch heute, die Kraft Jesu, die Kraft des Evangeliums in Anspruch zu nehmen, zu erleben, damit du auch anderen Menschen, die mit anderen Sünden zu kämpfen haben, ein Wegweiser sein kannst, dass auch sie ihren Blick zum Kreuz richten? Ist das dein Wunsch? Gott segne deine Entscheidung. Und lasst uns füreinander beten, dass wir alle mit unserem Blick beständig auf Jesus schauen. Gott segne dich, lieber Freund, liebe Freundin.

[1:04:54] Lasst uns gemeinsam noch beten. Lieber Vater im Himmel, du sagst in Römer 8: „Wer will uns scheiden von deiner Liebe?“ Du hast uns gesagt, dass absolut nichts in dieser Welt, was immer es auch sein mag, und auch alles über diese Welt hinaus, nichts in der Lage ist, uns von deiner Liebe, die sich in Jesus Christus zeigt, zu trennen. Du verlangst von uns nicht, dass wir uns ändern, um einen Standard bei dir zu erfüllen. Du verlangst nicht, dass wir uns einfach etwas mehr anstrengen oder dass wir uns dafür qualifizieren, einmal bei dir sein zu dürfen. Du verlangst von uns, dass wir dir glauben, dass du alle Probleme lösen kannst, dass du stärker bist als die biologische Realität, dass du stärker bist als die Erfahrung all unserer vergangenen Lebensjahre und Jahrzehnte, dass du stärker bist als all das, was Tradition, Kultur, Wissenschaft zu meinen glaubt, dass du stärker bist und dass deine unfassbare Kraft, die wir menschlich nicht erklären können, aus uns Sündern neue Menschen macht.

[1:06:18] Herr, heute wollen wir wegschauen von uns, uns nicht mehr um uns selbst und unsere Probleme drehen, sondern hinschauen auf dich, weil du nicht an dich denkst, sondern an uns. Und wir wegschauen von uns auf dich hin und im Glauben die Kraft erleben und dir danken, dass du uns so geliebt hast, dass du deinen eingeborenen Sohn gabst, damit wir alle, jeder von uns, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.


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