[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir sind im dritten Quartal und wir beschäftigen uns gerade mit dem Evangelium im Galaterbrief. Wir wollen gemeinsam jetzt die Lektion 4 behandeln, die da heißt: Rechtfertigung allein durch den Glauben. Unser Merkvers für diese Woche heißt aus Galater 2, Vers 20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“
[0:54] Bevor wir die Bibel aufschlagen und hineingucken, wollen wir gemeinsam beten und Gott bitten, dass er unser Lehrer ist. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir dafür, dass wir gemeinsam wieder studieren dürfen und wir möchten dich bitten, dass du uns den Heiligen Geist schickst, damit, wenn wir in deinem Wort studieren und wenn wir von dir lesen, dass wir das alles richtig verstehen, Herr, und dass du der Mittelpunkt unseres Studiums bist. Wir danken dir dafür. Im Namen Jesu, Amen.
[1:21] Nun, das Thema, das wir jetzt haben, ist ja ganz spannend, weil wir es ganz oft hören: Gerechtigkeit aus Glauben. Und damit wollen wir auch anfangen. Wenn wir in den Galaterbrief schauen, im zweiten Kapitel spricht es genau von dieser Rechtfertigung aus Glauben. Lesen wir mal Galater 2, Vers 15.
[1:31] Paulus beginnt hier und sagt: „Wir sind zwar von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden.“ Das ist nur ein Teilsatz, den er hier anfängt, aber wir erkennen daran, es gibt ja zwei Gruppen: die Juden und die Sünder aus den Heiden. Nun, die einen sind diejenigen, die das Gesetz kennen, das sind die Juden. Auch die Juden sind Sünder, aber die das Gesetz kennen. Und dann gibt es die Heiden. Die Heiden kennen das Gesetz nicht, sie sind trotzdem Sünder. Also es sind irgendwie zwei Gruppen, die aber scheinbar doch irgendwas vereint.
[2:10] Nun, die einen kennen das Gesetz, zu denen gehört auch Paulus. Und dann sagt er hier weiter, ich fange nochmal an, Galater 2, Vers 15: „Wir sind zwar von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden, doch weil wir erkannt haben, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind auch wir an Christus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden und nicht aus Werken des Gesetzes, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerechtfertigt wird.“
[2:46] Nun, Paulus erklärt hier, dass sowohl die Juden als auch die Griechen genau den gleichen Weg der Rechtfertigung haben. Die Juden sind da nicht voraus, weil sie das Gesetz kennen. Eine Frage der Rechtfertigung, denn aus den Taten des Gesetzes wird niemand gerechtfertigt. Gerechtfertigt wird sowohl der Jude als auch der Grieche nur durch den Glauben an Jesus Christus. Also der Fromme wie auch der Sünder werden nur durch den Glauben gerechtfertigt.
[3:22] Nun, Paulus geht weiter hier in Vers 17 und er sagt: „Wenn wir aber, weil wir in Christus gerechtfertigt zu werden suchen, auch selbst als Sünder erfunden würden, wäre demnach Christus ein Sündendiener? Das sei ferne!“ Nun, wenn diejenigen, die Christus nachzufolgen suchen, als Sünder empfunden werden, also man sieht, dass es auch Sünder sind, machen wir damit Christus zu einem Sündendiener? Also meint das, dass Christus damit automatisch genau so ist, wie diejenigen, die behaupten, ihm nachzufolgen? Das sei ferne, denn Christus war kein Sündendiener. Also die Sünde hat über Christus nicht geherrscht. Christus hat der Sünde widerstanden zu jedem Zeitpunkt.
[4:16] Nun, während wir in unserem Leben irgendwann Sünderdiener waren, war Christus das nie. Wenn wir auf das Leben der Menschen gucken, die behaupten, Christen zu sein, sehen wir oft Fehler in ihnen. Und das veranlasst viele Menschen dazu zu sagen: Naja, wenn das so ist, dann kann das nicht von Gott sein. Also, wenn ich mir die bösen Taten der Kirche angucke, vor Jahren, und sage: Wenn das die Kirche so entscheidet, dann kann die Kirche nicht Gotteskirche sein. Wenn Menschen in der Kirche sind, die böse Sachen tun und immer wieder, und das kennt ihr wahrscheinlich genauso gut wie ich, sprechen die Leute dann von diesen großen Dingen wie den Kreuzzügen, der Hexenverbrennung, der Inquisition und so weiter. Wenn diese Dinge geschehen sind in der Kirche, dann kann diese Kirche nicht zu Christus gehören, oder aber das meint, dass Christus, genau wie die anderen, auch ein Sündendiener war. Und das ist falsch. Paulus sagt, das sei ferne. Christus war nie unter der Knechtschaft der Sünde. Seine Nachfolger waren es wohl.
[5:17] Nun, schauen wir mal weiter in den Text. Wir gehen jetzt mal in Galater 3, Vers 2, wenn es hier um die Werke des Gesetzes geht. Nun in Galater 3, Vers 2, da sagt Paulus: „Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch Werke des Gesetzes empfangen, oder durch die Verkündigung vom Glauben?“ Also Paulus stellt die Frage: Als ihr Christus angenommen habt, und wodurch war das? Habt ihr zuerst die guten Werke gemacht und dann habt ihr Christus empfangen, oder kam Christus zuerst und dann kamen die Werke? Habt ihr erst den Geist durch die Werke des Gesetzes empfangen, oder durch die Verkündigung vom Glauben? Was kam? Habt ihr erst von Christus gehört, oder habt ihr angefangen, gute Werke zu tun?
[6:15] Und ich meine, die Antwort ist einfach. Wir haben nicht den Geist dadurch empfangen, dass wir angefangen haben, gute Werke zu tun, sondern wir haben den Geist dadurch empfangen, dass wir von Christus gehört haben. Wir haben seine Botschaft gehört, sein Evangelium gehört, und als wir das hörten, haben wir Christus unser Leben gegeben, und daraus resultieren dann die Werke. Also die Reihenfolge: Wir hören erst von Christus, dann nehmen wir es an, und die Folge davon sind dann die Werke.
[6:49] Christus hat uns gesucht, als wir noch Sünder waren, und das ist ja seine Liebe. Diese Liebe ist ja so groß, weil er ein Leben für uns gegeben hat, für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Manchmal glauben wir ja, wir müssen erst die ganzen guten Werke machen, dann können wir Christus annehmen, oder Christus kann uns erst dann annehmen. Das ist falsch. Wenn die Menschen das Evangelium von Christus hören, öffnet sich ihr Herz, und sie legen ihr Leben Christus zu Füßen. Da geschieht die Annahme, zu dem Zeitpunkt, als wir noch Sünder sind.
[7:28] Nun, was bewirkt denn in uns den heiligen Wandel? Galater 3, Vers 5: „Der euch nun den Geist darreicht und Kräfte in euch wirken lässt, tut er es durch Werke des Gesetzes oder durch die Verkündigung vom Glauben?“ Derjenige, der euch nun den Heiligen Geist gibt, wie macht er das? Was passiert in uns? Wie geschieht dieser heilige Wandel? Nun, ist es das Streben nach heiligen und guten und gerechten Taten, also die Werksgerechtigkeit? Oder passiert das in uns dadurch, dass wir von Christus hören?
[8:06] Nun, das Hören des Evangeliums natürlich, denn Römer 10, Vers 17, da heißt es: „Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.“ Nun, der Mensch hört das Wort Gottes und das bewirkt in ihm etwas. Das bewirkt in ihm, dass er Christus glaubt und dass er den Glauben an Christus entwickelt. Und wenn man den Glauben an Christus entwickelt, resultieren daraus die guten Werke oder der heilige Wandel.
[8:39] Wir gehen weiter in Galater 3 und lesen Vers 10: „Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun.“ Sollten wir wirklich versuchen, durch unsere eigenen Taten, durch unsere guten Taten vor Gott gerecht zu sein, dann müsste unser ganzes Leben nicht eine einzige Sünde aufweisen. Also, wenn wir unser Leben vor ein Gericht stellen und der Richter durchforscht unser Leben und schaut, ob da irgendwo eine Sünde war, und er wird eine finden, dann sind wir nicht mehr gerecht.
[9:24] Nun, wenn wir unser Leben uns angucken, von Anfang bis heute, werden wir darin eine Sünde finden, ganz bestimmt. Denn wir wissen, dass die Bibel sagt, jeder ist ein Sünder. Im ersten Johannes 1, Vers 10 heißt es: „Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner und sein Wort ist nicht in uns.“ Also jeder Mensch hat gesündigt. Das heißt, durch sein eigenes Leben kann er schon gar nicht mehr gerechtfertigt werden. Ich könnte so viele gute Taten tun, wie ich möchte. Wenn da nur eine Sünde meiner Vergangenheit war, ist meine Rechtfertigung schon dahin.
[10:07] Demnach, weil das so ist, wird jeder Mensch nur durch den Glauben gerechtfertigt und nicht durch Werke. Die Werke sind nur eine Folge des Glaubens. Macht nicht den Fehler, den früher einige der Juden gemacht haben, die gedacht haben, sie können sich vielleicht durch ihre Werke rechtfertigen. Sie haben was Schlechtes gemacht, also machen sie jetzt was Gutes und dann gleicht sich das aus. Das geht nicht.
[10:31] Schau mal mit mir in Römer 3, Vers 20. Paulus sagt hier in Römer 3, Vers 20: „weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“ Und Paulus sagt, es ist gar nicht möglich, aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt zu werden. Warum nicht? Weil eine gute Tat keine böse Tat auflöst. Wenn da also mal irgendwo eine Sünde in meinem Leben war, kann ich nichts tun, um diese Sünde da wegzunehmen.
[11:09] Denn der Sünde Sold, so sagt die Bibel in Römer 6, Vers 23, ist der Tod. Also, wenn ich den Preis für die Sünde in meinem Leben bezahlen will, da war irgendwo eine Sünde oder mehrere, und ich möchte sie bezahlen, wäre das mein Tod. Ich kann sie nicht durch andere Werke ersetzen. Denn die guten Werke, die ich tue, das sind die natürlichen Werke des Menschen, der von Gott vollkommen erschaffen wurde. Also so soll unser Leben sein. Die guten Werke sind also eigentlich der Normalfall. Und die bösen Dinge dazwischen sind nach dem Sündenfall gekommen, unser Herz wurde verunreinigt. Unser Herz strebt nach der Sünde. Und diese stechenden Dinge, die da drin sind, werden nicht dadurch aufgehoben, dass ich wieder den Level der Vollkommenheit erreiche.
[11:57] Römer 3, Vers 28. Paulus sagt: „So kommen wir nun zu dem Schluss, dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes.“ Weil das so ist, ist das die, wie sagt man, Conclusion, also das Fazit von Paulus. Weil es so ist, kommen wir zu dem Schluss, dass der Mensch aus dem Glauben gerechtfertigt wird, nämlich aus dem Glauben an Jesus Christus. Denn sein Opfertod hat unsere Sünde getilgt. Meine Werke können das nicht tun. Demnach gibt es keine Rechtfertigung aus Werken. Es gibt nur Rechtfertigung aus Glauben. Und zwar aus Glauben an Jesus Christus, der für meine Sünde gestorben ist.
[12:48] Nun, unser Dienstagsthema spricht von der Grundlage unserer Rechtfertigung. Und um es damit zu beschäftigen, gehen wir in Philipper, Kapitel 3 und lesen Vers 9. Philipper 3, Vers 9. Es fängt hier mitten im Satz an: „Und in ihm erfunden werde, indem ich nicht meine eigene Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott, aufgrund des Glaubens.“
[13:19] Paulus schaut hier in diesem Vers nicht auf seine eigene Gerechtigkeit, also alle seine guten Taten, alles, was er getan hat. Denn er weiß genau, dass seine guten Taten das ewige Leben nicht bringen können. Paulus anerkennt, dass er ein Sünder ist. Und jetzt schaut er im Glauben auf die Verdienste Jesu Christi am Kreuz. Seine und unsere einzige Hoffnung ist, dass Jesus Christus am Tage des Gerichts für dich und für mich aufsteht. Dass er uns am Tage des Gerichts auslöst, also den Preis darstellt, der für unsere Schuld bezahlt werden muss.
[14:06] Dass Christus, wenn dein Fall im Himmelreich behandelt wird, dass er sagt: „Der Preis ist schon bezahlt.“ Und deswegen spielt es auch keine Rolle, wie viel oder wie wenig du im Leben gesündigt hast. Wenn Christus für dich aufsteht, ist der Preis, egal ob für wenig Sünden oder für viele Sünden, immer der gleiche. Denn für jede Sünde ist der Preis der Tod. Jede Sünde wird mit dem Tod bezahlt. Und ob da jetzt 100 oder eine Million Sünden in deinem Leben waren, wenn dein Leben Christus gehört, wird Christus für dich aufstehen und sagen: „Der Preis ist schon bezahlt, denn ich bin für ihn gestorben.“
[14:43] Und auf diese Art und Weise wird uns der allmächtige Gott auch retten. Er wird den Preis für uns im Gericht bezahlen. Gestorben ist er schon für uns und er wird für uns eintreten. Er wird uns rechtfertigen. Nicht, weil wir so gute Christen sind, weil wir so gut leben und weil wir keine Sünden haben, sondern aus dem Glauben, weil wir an ihn glauben, weil wir daran glauben, dass er unser Retter, unser Fürsprecher ist.
[15:12] Wir springen zurück in den Römerbrief und lesen Römer 3, die Verse 21 bis 26. Römer 3, 21 bis 26. Paulus sagt: „Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle kommt, die glauben. Denn es ist kein Unterschied. Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sündopfer bestimmt, das wirksam wird durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gottes Rückhaltung übte, und um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus Glauben an Jesus ist.“
[16:21] Nun, weil Christus unser Sündopfer geworden ist und für die Sünde eintrat, die uns von Gott trennte, können wir heute sagen: Wir sind gerechtfertigte Christen. Denn ohne dieses Sündopfer wäre es egal, was wir getan hätten, was wir gemacht hätten, wie wir gelebt hätten. Selbst wenn dein Wandel ganz heilig wäre, würdest du damit doch nicht zu Gott gehören. Du wärst immer noch von ihm getrennt, weil deine Sünde in deinem Leben war.
[16:53] Weil Christus aber gestorben ist für dich, darfst du heute sagen, dass du Gottes Kind bist. Es ist keine Trennung mehr zwischen dir und zwischen dem allmächtigen Vater. Denn das, was euch voneinander getrennt hatte, war die Sünde. Und die Sünde musste erst ausgelöst werden, der Sünder musste ausgelöst werden durch den Preis, der bezahlt werden musste. Und das hat Jesus Christus am Kreuz getan.
[17:16] Christus hat uns von der Knechtschaft der Sünde befreit und Christus wird auch unser Leben heiligen, bis wir eines Tages zu ihm ins Himmelreich einziehen können. Diese beiden Dinge sind miteinander verknüpft und die möchte Christus in jedem von uns tun. Er hat uns gerechtfertigt und jetzt möchte er uns in die Heiligung führen, also unser Leben verändern. Und damit liegt unsere Hoffnung nicht mehr auf uns selbst. Denn würden wir auf uns selbst gucken, würden wir verzweifeln an unserer Schwachheit.
[17:49] Dadurch, dass aber ein allmächtiger Gott sagt: „Ich werde es in ihm vollbringen, ich werde es umsetzen.“ Dadurch können wir in Hoffnung aufschauen, können auf Christus am Kreuz blicken, können sagen: „Der allmächtige Gott, der wird das in mir vollbringen, was ich nicht kann. Er wird mich rechtfertigen.“ Und der allmächtige Gott wird uns auf diese Art und Weise eines Tages alle retten. Jeder, dessen Leben in Christus verborgen ist. Jeder, der sein Leben Christus gegeben hat.
[18:17] Wir schlagen 1. Mose 15 auf und lesen dort Vers 5 und 6. 1. Mose 15, Vers 5 und 6. Hier ist die Geschichte von Gott, der mit Abraham einen Bund schließt. Vers 5: „Und er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So soll dein Same sein.“ Und Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an. Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.
[19:02] Nun, es scheint so, als wäre die Verheißung, die Gott dem Abraham gab, unmöglich. Wie soll seine Nachkommenschaft so zahlreich werden wie die Sterne am Himmel? Abraham war zu dem Zeitpunkt ein alter Mann. Und aus eigener Kraft hätte er das nie tun können. Weil er aber augenscheinlich an das Unmögliche geglaubt hat, weil ein allmächtiger Gott es gesagt hat, deswegen wurde es ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.
[19:31] Nun, das soll ein Beispiel sein für das, was Christus auch mit uns macht. So wie Gott zu Abraham gesagt hat: „Ich werde dich zahlreich machen und ich werde dich in das verheißene Land bringen“, so soll auch der Zuspruch Gottes an dich und mich sein: „Ich werde dich retten, ich werde dich in das verheißene Land hineinbringen“, sagt Gott auch zu dir.
[19:59] Nun, wenn wir auf uns blicken, müssen wir verzagen. Abraham war ein alter Mann und es hieß, er wird Nachkommenschaft haben, so zahlreich wie die Sterne am Himmel. Das war für ihn unmöglich, das kann er nicht tun. Sein Leib kann das nicht mehr vollbringen. Und du und ich, wir können es auch nicht schaffen, die Verheißung Gottes: „Ich werde dich in mein Reich holen, damit du bist, wo ich bin“, können wir aus eigener Kraft nicht erfüllen.
[20:30] Wenn wir auf unseren sterblichen Leib gucken und sehen, wie er uns immer wieder in die Sünde zieht, wie unser Herz immer wieder zur Sünde hingeht, dann müssen auch wir sagen: Wir haben keine Chance, wir können nicht. Aber wenn wir unser Vertrauen nicht auf unsere eigene Schwachheit setzen, sondern uns ganz auf Christus ausrichten und sagen: „Nicht für meinetwegen, sondern deinetwegen, weil du ein allmächtiger Gott bist, deswegen wird es auch gelingen. Du wirst mich rechtfertigen, durch deine Gerechtigkeit werde ich gerettet werden, durch deine Taten in mir werde ich gerettet werden. Durch deine Kraft soll es geschehen, nicht durch mich.“
[21:08] Ich blicke also nicht mehr auf mich, auf die Sünde, ansonsten verzweifle ich daran, sondern ich richte meinen Blick ganz auf Christus. Sage: Du wirst es in mir schaffen. Ich versuche also mit Christus eng verbunden zu sein und seinem Wort auch zu glauben. Christus hat es verheißen, ich möchte ihm folgen, auch wenn es unmöglich aussieht in meinem Leben, auch wenn ich sagen muss: Wie will Gott das machen mit mir? Dann richte ich meinen Blick auf Christus und sage: Er ist allmächtig, er hat das ganze Weltall erschaffen, er kann auch mich Sünder retten.
[21:37] Schaut mal, wie Jesus das erklärt in Johannes 3. Johannes 3, da spricht er ja nachts mit Nikodemus und wir lesen mal diese Stelle, wo er über diese eherne Schlange spricht. Johannes 3, Verse 14 bis 16. Jesus sagt: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
[22:12] Christus sucht ein Beispiel aus dem Alten Testament. So wie damals in der Wüste, als diese feurigen Schlangen auftaten und die Israeliten gebissen haben, woran sie sterben oder zahlreich gestorben sind. Dieses Beispiel benutzt er und zeigt, dass die Israeliten gestorben sind, wenn sie versucht haben, damit selbst fertig zu werden, wenn sie versucht haben, irgendwie von diesem Gift befreit zu werden. Aber dann wurde eine eherne Schlange aufgerichtet und jeder von nun an, der gebissen wurde und seinen Blick auf diese eherne Schlange richtete, war geheilt und er konnte weiterleben. Jeder, der es nicht tat, weil er nicht daran glaubte, sondern eher versucht hat, irgendwie seine Wunden zu reinigen, dieses Gift aus sich heraus zu bekommen, der ist gestorben.
[23:10] Und das ist ein Symbol für uns, denn diese feurigen Schlangen sind ein Symbol für die Sünde, die uns angreift und die uns beißt. Die Schlange ist ja das alte Symbol in der Bibel für den Satan. Er attackiert uns, er injiziert uns sein Gift und die Sünde nimmt unseren Körper gefangen. Und jetzt können wir alles tun, was wir wollen. Wir werden diese Sünde, dieses Gift nicht immer aus unserem Körper bekommen.
[23:34] Nun, wenn wir uns jetzt damit beschäftigen und immer auf uns selbst gucken und versuchen, dass das Gift auch nirgendwo irgendwie hinkommt, dass wir damit kämpfen, werden wir verlieren und sterben. Wenn wir aber, und das nur aus Glauben heraus, auf die eherne Schlange blicken, die da am Pfahl hing, dann werden wir gerettet werden.
[23:58] Nun, Christus vergleicht das hier und sagt: „So muss auch der Menschensohn erhöht werden.“ Nun, Jesus Christus wurde auch an so einen Pfahl gehangen, an das Kreuz. Und es symbolisiert ganz gut die Stelle aus dem Alten Testament, wo da eher eine Schlange am Pfahl hing. Denn wir können Christus ja nicht mit der Schlange assoziieren, aber als Christus am Kreuz hing, da lag die Sündenlast auf ihm. Also die Schlechtigkeit der Menschheit, alles, was die Menschen getan haben, all das Böse lag auf Christus. Und das waren Taten, die ihren Ursprung in Satan haben. Denn der Teufel selbst ist der Initiator all dieser Sünde. Und was wurde ans Kreuz geheftet? Paulus sagt, unsere Sünde wurde mit Christus ans Kreuz geheftet. Also Christus ist gestorben, um den Preis für uns zu bezahlen, und damit wurde gleichzeitig unsere ganze Sünde da angeheftet, so wie die eherne Schlange an dem Pfahl erhöht worden ist.
[25:00] Nun, wir lesen Apostelgeschichte 10 ab Vers 39. Apostelgeschichte 10, aber wir lesen Vers 39 und Vers 43. Hier heißt es: „Und wir sind Zeugen all dessen, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie getötet, indem sie ihn ans Holz hängten.“ Vers 43: „Von diesem legen alle Propheten Zeugnis ab, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfängt.“
[25:46] Nun, Christus ist die Erfüllung dieser ehernen Schlange im Alten Testament. Denn genauso wie Christus dort hing, hing auch damals die Schlange dort. Und jeder, der dorthin blickte, wurde gerettet. Schon die alten Propheten haben auf Christus hingedeutet. Petrus geht so weit, dass er hier sagt: „Von diesem legten alle Propheten Zeugnis ab, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen Vergebung der Sünden empfängt.“
[26:14] Also das Zeugnis ist mächtig, weil es so wichtig ist. Alle Propheten haben Zeugnis davon abgelegt und auf Christus hingedeutet. Da kommt einer, der für unsere Sünden stirbt. Aber wir müssen, wie die Israeliten, den Blick dahin richten. Und es kann ja sein, vielleicht denkst du an die Geschichte in der Wüste mit den Schlangen. Du wirst gebissen und wie groß ist jetzt die Chance, dass, wenn du dahin blickst, auf diese Schlange, die da aufgerichtet wurde, dass du gerettet wirst. Ist das nicht unmöglich? Muss ich nicht eher selber versuchen, mir zu helfen? Muss ich nicht selber versuchen, vielleicht durch Holzkohle oder irgendwas das Gift aus der Wunde zu ziehen? Muss ich nicht selber versuchen, irgendwie vielleicht das Bein abzubinden, dass ich gebissen worden bin? Oder irgendwas machen, damit ich gerettet werden kann? Muss ich nicht Hilfe bei Menschen suchen, um gerettet zu werden? Ich darf doch keine Zeit verlieren, oder?
[27:06] Aber wer so gedacht hat, ist verloren gegangen. Der hat sein Leben verloren. Und wie oft denken wir so? Wie oft denken wir: Ich muss irgendwie die Sünde selbst überwinden. Ich muss irgendwas tun. Ich muss irgendwas Gutes vielleicht tun, damit sich das ändert. Das funktioniert so nicht. Sondern durch den Glauben an Jesus Christus wird sich das in mir ändern. Es ist keine Art Medizin, keine Art Zauberei oder Hexenwerk. Es ist der Glaube an Jesus Christus, durch den ich gerechtfertigt werde. So wie ich damals auf diese Schlange blicken musste und in mir überhaupt nichts weiter passierte, keine magischen Dinge oder keine medizinischen Anwendungen, sondern der Glaube hat das Gift ausgetilgt.
[27:58] Und das soll bei uns auch so sein. Wir glauben daran, dass Jesus Christus dich und mich berufen hat, als seine Kinder uns zu seinem heiligen Volk erklärt hat. Und der Glaube an Jesus Christus soll in uns dieses Gift austilgen, diese Sünde. Das heißt, durch den Glauben an Christus wird die Sünde in uns reduziert, ausgetilgt, kaputt gemacht.
[28:24] Schlussendlich, der Gehorsam kommt auch aus dem Glauben. Wenn ich von einem bösen Menschen einen guten Menschen verwandelt werden will, dann tue ich das nicht dadurch, dass ich einfach gute Taten tue. Denn das ändert mein Herz nicht. Sondern ich tue es daran, dass ich an Jesus Christus glaube. Ich lege ihm mein Leben hin und ich glaube daran, dass er, der allmächtige Gott, in der Lage ist, mein Leben zu verändern. Und durch den Glauben an Christus wird mein Leben verändert. Christus tut das in uns, was wir nicht können.
[29:04] Nun, wir gehen in Römer 6, Vers 17. Römer 6, Vers 17. „Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen Gehorsam geworden seid, dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist.“ Nun, ehemals waren wir der Sünde gehorsam. Also die Bibel würde sagen, wir waren Sklaven oder Diener der Sünde. Jetzt aber gehorchen wir Jesus Christus.
[29:30] Nun, der Glaube in uns bewirkt also, dass wir auf diesen neuen Wegen wandeln können. Während wir vorher immer in Knechtschaft der Sünde waren, sind wir jetzt Knechte Jesu Christi. Wir haben unseren Herrn sozusagen gewechselt. Das war eine Entscheidung, die wir getroffen haben. Demnach ist Heiligung eine natürliche Folge des Glaubens. Durch mein Glauben werde ich geheiligt.
[29:57] Jetzt aber die Frage: Was meint Glauben? Also, wie geschieht diese Heiligung? Was ist das zu Glauben? Und dafür schauen wir gemeinsam an Jakobus 2, Vers 19. Jakobus 2, Vers 19. Ein ganz wichtiger Text. Jakobus sagt hier: „Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt, du tust wohl daran. Auch die Dämonen glauben es und zittern.“ Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt, ja, du tust wohl daran. Das ist richtig. Aber auch die Dämonen glauben, dass es nur einen Gott gibt und sie erzittern. Denn es ist doch wahr. Ich glaube, dass es nur einen Gott gibt. Aber der Satan glaubt auch, dass es nur einen Gott gibt. Der Satan weiß, dass da nur ein Gott ist. Der Satan stand neben diesem Gott. Der Satan hat mit diesem Gott gesprochen. Der hat diesen Gott gesehen.
[30:52] Nun, der Satan weiß ganz genau, dass da ein Gott ist. Aber rettet ihn dieser Glaube, zu wissen, dass da ein Gott ist? Nein. Denn Glaube meint nicht, nur zu wissen, dass da ein Gott ist. Du und ich, wir wissen, dass da ein Gott im Himmel ist, aber das ist noch nicht der Glaube. Der Glaube geht noch einen Schritt weiter.
[31:11] Nun, der Satan kennt die Bibel besser als ich. Er kennt Gott besser als ich. Er weiß von der Herrlichkeit des Himmels. Er weiß sogar, wie Gott aussieht. Aber er hat den Glauben nicht. Glaube meint, dass man sein Leben Christus auch gibt. Ich vertraue ihm, dass er das Beste für mich will. Ich vertraue ihm, dass er das in mir machen kann, was ich nicht kann, dass er mich retten kann. Und dem Satan fehlt das Vertrauen in Jesus Christus. Er hat diese Liebe nicht zu Jesus und deswegen kann er auch kein Vertrauen aufbauen. Er wandelt immer noch in seinen eigenen Wegen. Er hat sein Leben nie Christus gegeben und deswegen hat er auch kein Glauben. Er glaubt zwar, dass da ein Gott ist, aber er hat diesen Glauben nicht, von dem die Bibel spricht.
[32:02] Nun, wenn du und ich glauben, dass da ein Gott ist, ist es gut und wir tun wohl daran. Aber wenn wir unser Leben nicht Christus geben, nützt es uns gar nichts, zu wissen, dass da ein Gott im Himmel ist. Denn das weiß jeder Dämon.
[32:11] Nun, was bewirkt der Glaube in uns? Die Frage an unserem Donnerstagsthema war ja: Fördert der Glaube eventuell die Sünde in uns? Also, weil wir sagen, wir werden ja nicht durch Werke gerechtfertigt, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, kann es deshalb passieren, dass die Sünde in uns zunimmt? Weil die Juden zum Beispiel damals ja peinlich genau darauf geachtet haben, was sie tun. Sie haben die zehn Gebote immer vor Augen gehabt. Sie haben die ganzen Gesetze eifrig befolgt, so gut sie konnten. Kann das jetzt passieren, dass, wenn wir sagen, wir brauchen sozusagen diese Gesetzlichkeiten nicht mehr, sondern auch durch den Glauben an Jesus Christus sind wir gerettet, dass dazu führt, dass unser Glaube verwässert? Nun, dass die Sünde also in uns zunimmt?
[33:01] Wir lesen dazu mal in Römer 3, Vers 8. Römer 3, Vers 8. Paulus sagt: „Müsste man dann nicht so reden, wie wir verleumdet werden und wie etliche behaupten, dass wir sagen: Lasst uns Böses tun, damit Gutes daraus komme? Ihre Verurteilung ist gerecht.“ Nun, wenn davor in diesem Teil in Römer 3 geht es ja darum, wenn nun ich ein Sünder bin und aus eigenen Werken nicht gerechtfertigt werden kann, umso herrlicher wird Gottes Gnade dastehen, wenn er in der Lage ist, mich trotz meiner Sünden zu retten. Und hier ist so ein bisschen der Knackpunkt. Jetzt fragt ja Paulus: Was wäre denn, wenn ich also Gott noch herrlicher machen will, wäre es dann nicht richtig, wenn ich noch mehr sündige und es also noch schwerer mache, also sozusagen unmöglich mache, gerettet zu werden, und der allmächtige Gott rettet mich trotzdem?
[34:02] Nun, das stimmt nicht. Das ist nicht wahr. Paulus sagt: „Müsste man dann nicht so reden, wie wir verleumdet werden und etliche behaupten, dass wir sagen: Lasst uns Böses tun, damit Gutes daraus komme? Ihre Verurteilung ist gerecht.“ Paulus hat das nie behauptet: Lasst uns Böses tun, damit Gutes dabei herauskomme. Lasst uns also sündigen, weil Gott so gnädig ist. Wir führen also ein furchtbares Leben, aber wir sagen immer: Wir sind gerettet durch Gottes Gnade, durch Gottes Gnade. Also ich versuche am Gesetz vorbei zu leben und das, obwohl ich weiß, dass es gegen das Gesetz Gottes ist, wie ich handle. Und dann zu behaupten, das macht nichts, denn Gott rettet mich trotzdem. Also ich versuche sozusagen Gott nach oben zu heben, zu sagen: Egal wie ich lebe, er kann es machen. Das sei ferne von uns. Das wird Gott so nicht tun.
[34:54] Lasst uns mal die Verse davor lesen. Römer 3, Verse 1 und 2. Und Paulus fragt: „Was hat nun der Jude für einen Vorzug, oder was nützt die Beschneidung?“ Und dann antwortet er: „Viel in jeder Hinsicht, denn vor allem sind ihm die Aussprüche Gottes anvertraut worden.“
[35:18] Nun, wenn alle sowieso, egal ob Jude oder Grieche, durch Glauben gerettet werden, warum ist es dann überhaupt wichtig, Gott zu kennen? Nun, Paulus sagt ja, der Vorzug des Juden ist, dass er die heiligen Aussprüche Gottes kennt. Aber warum ist das so wichtig, wenn wir doch eh aus Glauben gerettet werden?
[35:40] Nun, wir schauen mal in 2. Korinther 3, Vers 18. 2. Korinther 3, Vers 18. Text, den wir ganz häufig lesen. 2. Korinther 3, Vers 18: „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“
[36:03] Wenn ich in das Gesetz Gottes hineinblicke und der Geist Gottes in mir wirkt, dann führt es dazu, dass ich verwandelt werde. Also, wenn ich Gottes Charakter verstehe, wenn ich es erkenne, dann wird der Heilige Geist diesen Charakter auf mein Herz übertragen. Also es geschieht Verwandlung. Durch Erkenntnis Gottes geschieht Verwandlung in mir. Also, wenn ich in das Angesicht Jesu Christi blicke, dadurch, dass ich die Bibel zum Beispiel studiere, wird in mir etwas passieren. Nämlich, wenn wir das Angesicht Gottes sehen, so sagt Gott im Alten Testament: „Wer mein Angesicht sieht, muss sterben.“
[36:47] Nun, wenn ich in der Bibel nach Christus forsche und das Angesicht Gottes suche, führt es dazu, dass der alte Mensch in mir stirbt. Und genau das muss passieren. Der alte Mensch, der die Sünde will, muss sterben. Ich kann das nicht von mir aus tun, aber Christus kann es in mir. Allein dadurch, dass ich Gott sehe. Denn die Sünde kann vor Gott nicht bestehen.
[37:14] Ich beschäftige mich also mit Gott. Es ist so, als wenn ich anfange, die Sünde aus meinem Herzen rauszubrennen. Ich beschäftige mich damit, wer ist Gott, wie ist Gott, wie ist sein Charakter. Und wenn ich das Stück für Stück erkenne, wenn ich verstehe, was für ein Gott da im Himmel ist, wird der Heilige Geist in meinem Herzen ein Feuer anzünden, das die Sünde verbrennt. Der Charakter Gottes wird auf mein Herz übertragen und dabei verbrennt er den alten Menschen, der alte Mensch stirbt.
[37:40] Nun, aber ist das überhaupt von Bedeutung, dass das passiert, wenn wir doch sowieso aus Gnade gerettet werden? Also, warum will ich diesen heiligen Charakter haben, wenn es doch gar nicht auf die Werke ankommt? Wenn es doch nur aus Gnade und aus Glaube ist, dass ich gerettet werde. Warum dann dieser heilige Charakter?
[38:06] Nun, wir bleiben im Korintherbrief, gehen aber in den ersten Korinther, Kapitel 6 und lesen Vers 9 und 10. 1. Korinther 6, Verse 9 und 10. Paulus spricht hier zu einer christlichen Gemeinde und er sagt zu diesen Christen, also Menschen wie du und ich: „Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge noch Knabenständer, weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.“ Niemand, der einen unvollkommenen Charakter hat, wird das Reich Gottes erben. Deshalb ist die Verwandlung, also die Heiligung so wichtig.
[38:48] Wir müssen also Christus wirklich kennenlernen. Nur zu wissen, dass da Christus ist und Christus für uns gestorben ist, oder nur zu wissen, dass da ein allmächtiger Gott im Himmel ist, das weiß Satan auch alles. Was wir machen müssen: Wir müssen Zeit mit Christus verbringen, und wenn wir das tun, uns im Glauben ihm nahen, wir glauben, dass er ist, dann wird sein Charakter unseren Charakter beeinflussen. Wir werden verändert werden und verwandelt werden. Das ist nichts, was wir von uns aus tun können, aber durch Glaube an Jesus Christus, wir glauben daran, dass er das kann, und deswegen studieren wir ihn. Wir versuchen ihn zu verstehen, wir versuchen ihm im Geiste ganz nahe zu sein.
[39:25] Und wenn wir diesem unauslöschlichen Feuer Gottes nahekommen, im Gebet, im Bibelstudium, dann wird dieses Feuer die Sünde in uns verbrennen. Der Einzug ins Himmelreich geschieht über zwei Dinge: die Rechtfertigung und die Heiligung. Die Rechtfertigung geschieht allein aus Glauben, denn keines meiner guten Werke kann dafür sorgen, dass irgendeine meiner Sünden ausgetilgt wird. Und die Heiligung geschieht dadurch, dass ich dem Glauben Christus ganz nahe komme, dass ich versuche zu erkennen, wer er ist.
[40:04] Nun, wir lesen unseren letzten Vers in Römer 3, Vers 28, und wir lesen Römer 3, Vers 28 und Vers 31. Nun, Paulus, wir hatten den Text ja schon gelesen, sagt: „So kommen wir nun zu dem Schluss, dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes.“ Sagt Vers 31: „Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz.“
[40:42] Nun, wir kommen zu dem Schluss, dass wir nur aus Glauben gerechtfertigt werden. Zerstört der Glaube aber das Gesetz? Das sei ferne, vielmehr bestätigen wir das Gesetz. Nun, das Gesetz wird nicht aufgehoben dadurch, also der heilige Wandel wird nicht aufgehoben dadurch, dass wir glauben, sondern wir bestätigen das Gesetz. Das meint, wenn wir Christus im Glauben annehmen, wenn wir ihn in unser Herz hineinlassen, wenn wir unser Leben mit ihm verbinden, dann wird es in uns bewirken, dass wir das Gesetz bestätigen, also dass unser Leben das Gesetz Gottes vorlebt. Stück für Stück werden wir Gott immer ähnlicher, bis die Menschen das Gesetz Gottes in uns sehen können.
[41:28] Also, was ist das Gesetz Gottes? „Liebe Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt mit all deinen Kräften und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Mitmenschen, das ist das Gesetz. Und das wird in unser Herz geschrieben. Und wenn man es aufdröseln würde, würde man merken, was ist diese Liebe zu Gott? Zum Beispiel: „Gedenke des Sabbatages, dass du ihn heiligst.“ Oder was ist diese Liebe zu den Menschen? Zum Beispiel: „Du sollst nicht Ehe brechen, du sollst nicht stehlen oder nicht falsches Zeugnis reden.“
[42:04] Also, diese Gebote, die können wir uns im Fein angucken in unserem Leben. Halte ich den Sabbatag? Breche ich nicht die Ehe? Rede ich kein falsches Zeugnis? Sind diese Sachen in mir schon vorhanden? Wenn sie noch nicht vorhanden sind, muss ich einfach mehr Zeit mit Jesus Christus verbringen. Ich muss einfach mehr in meiner Bibel lesen, mehr nah sein bei ihm im Gebet. Ich muss zu seinem Thron kommen, mich an sein unauslöschliches Feuer wagen. Dieses Feuer nimmt die Sünde aus meinem Herzen, nimmt den alten Menschen von mir. Und ich bin eine Neugeburt in Gott.
[42:39] Wahrer Glaube, wirklicher Glaube an Christus wird das Gesetz immer bestätigen. Denn der Mensch, der mit Christus verbunden ist, kann gar nicht anders, außer das Gesetz zu bestätigen. Das versteht man nicht falsch. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Aber wenn du Zeit bei Christus verbringst, dann wird dieses Feuer deinen Charakter reinigen. Er wird geläutert wie im Feuer. Und deswegen ist es für uns so wichtig, unsere Gerechtigkeit aus Glauben zu empfangen. Aus Glauben an Jesus Christus. Das wird unser Leben nicht nur rechtfertigen, sondern auch heiligen.
[43:20] Und deswegen wollen wir auch heute wieder Jesus Christus unser Leben in die Hand geben und möchten ihn bitten, dass er in uns alles bewirkt, weil wir aus uns heraus nichts tun können. Und wir wollen glauben, wie auch Abraham geglaubt hat. Nicht auf unsere eigene Schwachheit, sondern an Gottes Allmacht. Lass uns dafür beten.
[43:34] Unser lieber Vater im Himmel, wir sind dir so dankbar dafür, dass du alles in uns bewirken kannst. Du hast uns auserwählt als deine Kinder und du möchtest uns rechtfertigen und du möchtest uns heiligen. Du hast bereits alles getan, Herr. Du hast mit deinem Blut am Kreuz für unsere Schuld bezahlt. Durch deinen Heiligen Geist möchtest du uns in deine Gegenwart führen, damit der alte Mensch stirbt und der neue zum Vorschein kommt. Herr, wir geben dir heute unser Leben ganz neu und bitten dich um deine Gnade in unserem Leben, damit dein Gesetz auch aus uns heraus leuchtet. Und wir danken dir dafür. Im Namen Jesu. Amen.
[44:14] Vielen Dank, dass wir gemeinsam studieren durften und ich würde mich freuen, wenn ihr nächste Woche wieder dabei seid, wenn wir ins fünfte Kapitel unserer Lektion springen und das Evangelium im Galaterbrief gemeinsam betrachten. Gottes Segen euch.