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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2015 2nd Nr 6

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour mit Christopher Kramp wird das Evangelium nach Lukas unter dem Aspekt der Frauen im Dienst Jesu beleuchtet. Anhand zahlreicher biblischer Beispiele wie Elisabeth, Maria, Hannah und vielen anderen wird gezeigt, wie Jesus mit Frauen umging, sie in ihren Nöten sah und sie für seinen Dienst befähigte. Die Lektionen betonen den außergewöhnlichen Glauben dieser Frauen, ihre Herausforderungen und wie Gott sie trotz ihrer Probleme gebrauchte.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q2: Das Evangelium nach Lukas

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr eingeschaltet habt und wir begrüßen natürlich auch alle Zuschauer auf Amazing Discoveries zur sechsten Folge in unserem Studium des Lukas-Evangeliums. Die heutige Folge ist in besonderer Art und Weise ansprechend für ungefähr wahrscheinlich die Hälfte unserer Zuschauer, aber auch die anderen 50% werden einiges lernen dürfen. Wir wollen heute über Frauen im Dienst von Jesus sprechen und zugegebenermaßen müsste man ja fast eigentlich eine Frau sein, um darüber sprechen zu können. Aber ich denke, wir alle können etwas lernen über die Art und Weise, wie Jesus mit Frauen umgegangen ist und wie er dann auch Frauen für den Dienst für ihn befähigt hat. Damit bereiten wir uns vor auf das Bibelgespräch am 9. Mai 2015 und es ist ein Thema, das ja durchaus auch Kontroversen erzeugen kann und durchaus auch momentan Kontroversen erzeugt. Welches Sphäre hat die Frau im Werk Gottes und auch wenn wir da in diesem Punkt nicht in alle Details gehen können hier aus Zeitgründen, denke ich, ist es doch ein Thema, das es sich lohnt zu studieren.

[1:33] Und bevor wir beginnen, möchten wir Gottes Geist bitten, dass er uns in unseren Gedanken führt, damit wir die Wahrheit erkennen, die uns frei machen wird. Ich lade euch ein, gemeinsam mit mir zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir jetzt dein Wort studieren können. Wir möchten dich bitten, dass wir im Studium dieser Worte erkennen, wie du mit Menschen umgehst, die in den verschiedensten Lebenslagen sind und dass wir darin Hoffnung und Zuversicht bekommen, dass wir wissen dürfen, dass egal, wo wir uns befinden, dass du genauso uns rufst und für den Dienst vorbereiten möchtest. Bitte schenk du uns eine Erfahrung mit deinem Wort und sprich du zu unserem Herzen. Lass dein Wort nicht leer zurückkehren, so wie du es verheißen hast, im Namen Jesu. Amen.

[2:25] Wir wollen uns verschiedene Frauen anschauen, die im Lukas-Evangelium eine größere oder auch kleine Rolle spielen und einfach mal nach Personen durchgehen, die hier so vorkommen. Dabei werden wir auch einige Geschichten streifen, die wir vielleicht bereits angeschaut haben in unserem Studium von Lukas oder auch die anderweitig gut bekannt sind. Wir wollen aber jedes Mal den Fokus ganz ausschließlich auf die jeweilige Frau legen und also viele der anderen Details, die die Geschichte gehören, dann an dieser Stelle vernachlässigen, um einmal genau zu sehen, wie das Verhältnis von Jesus zu diesen Frauen gewesen ist und diese Frauen im Lukas-Evangelium in ihrem Dienst für Gott geschildert werden.

[3:07] Die erste Frau, die im Lukas-Evangelium eine Rolle spielt, ist Elisabeth. Elisabeth in Lukas 1, Vers 5, die Frau von Zacharias. Wir haben ja gerade in unserer Serie "Der Ersehnte" sehr ausführlich diese Geschichte betrachtet, da könnt ihr auch noch einige Details dann weiter vertiefend studieren. In Lukas 1, Vers 6 wird uns gesagt, dass diese Elisabeth gemeinsam mit ihrem Ehemann, die beide aus dem Priestergeschlecht der Leviten kamen, dass sie einen ganz besonderen Charakter hatten. Es heißt hier in Vers 6: „Sie waren aber beide gerecht vor Gott und wandelten untadelig in allen Geboten und Rechtsbestimmungen des Herrn.“ Die erste Frau, die wir kennenlernen im Lukas-Evangelium, ist eine Frau, die außergewöhnlich gottesfürchtig war, die in den Augen Gottes gerecht war. Und die Formulierungen, die hier verwendet werden, stellen sie gemeinsam mit ihrem Mann auf eine Stufe mit Glaubenshelden wie Henoch oder wie Noah oder Hiob. Und obwohl sie so ein inniges Leben mit Gott lebte, solch eine tiefe Liebesbeziehung zu ihm hatte und deswegen seine Gebote auch hielt – schon das Alte Testament macht ja deutlich, dass Gott verlangt, dass wir ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und deswegen seine Gebote halten –, obwohl sie all das hatte, gab es doch ein Problem in ihrem Leben. Wir werden sehen, dass alle Frauen oder die meisten Frauen hier im Lukas-Evangelium irgendwo in irgendeinem Aspekt ihres Lebens einen Mangel haben, ein Problem haben, eine Herausforderung haben, die Gott heilen möchte.

[4:49] In Vers 7 heißt es: „Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war, und beide waren in fortgeschrittenem Alter.“ Zeit galt in Israel als eine Schande, eine Schmach, eine Heimsuchung Gottes. Und wir können uns nur ansatzweise vorstellen, wie diese gottesfürchtige Frau mit all dem, was sie für Gott getan hatte, sich gefühlt hat, dass nach Jahrzehnten des Betens, Jahrzehnten des Hoffens sie immer noch kein Kind hatte und mittlerweile die Zeit für das Kinderkriegen vorbei war. Die Bibel, ohne es bis ins letzte Detail zu beschreiben, erwähnt hier also diesen tiefen emotionalen Schmerz. Elisabeth hatte das Problem der Kinderlosigkeit und mit all dem, was damit verbunden ist, den emotionalen und psychologischen Aspekten.

[5:42] Und während dann die Geschichte sich vor allem auf ihren Mann Zacharias konzentriert und die nächsten Verse weitergeht, kommen wir noch einmal auf sie zurück in Lukas 1, Vers 24 und 25. Während Zacharias berühmt dafür ist, dass er den Worten des Engels Gabriel nicht glaubt, so scheint es, dass Elisabeth dem geglaubt hat, was der Engel gesagt hat. Wir lesen in Vers 24: „Aber nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger.“ Ein ähnlicher Fall war ja der Fall von Sarah, die ebenfalls unfruchtbar war, das Alter bereits überschritten hatte, um Kinder bekommen zu können und die dann ganz deutlich durch den Glauben von Gott in die Lage versetzt worden ist, dieses Kind zu bekommen. In Hebräer 11 lesen wir, dass das ein Zeichen ihres Glaubens war. In Hebräer 11, Vers 11 heißt es: „Durch Glauben erhielt auch Sarah selbst die Kraft, schwanger zu werden, und sie gebar, obwohl sie über das geeignete Alter hinaus war, weil sie den für treu achtete, der es verheißen hatte.“ Die Elisabeth hatte offensichtlich einen ganz ähnlichen Glauben.

[6:56] Wir werden feststellen, dass die Frauen im Lukas-Evangelium zwar alle ein besonderes Problem hatten, aber sie alle oder die meisten von ihnen sich durch außergewöhnlichen Glauben ausgezeichnet haben. Und dann sagt sie in Vers 25: „Als sie sich diese fünf Monate verbirgt, so hat der Herr an mir gehandelt in den Tagen, da er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen hinwegzunehmen.“ Sie verbirgt sich vielleicht, um das Kind auch schon von einem allerersten Moment an von pränatalen Einflüssen, die negativ sein könnten, zu verbergen, vielleicht auch um deutlich zu machen, dass Gott dieses Wunder gewirkt hat und sie sich erst dann zeigt, als offensichtlich ist, dass sie schwanger ist. Wie auch immer, auf jeden Fall sagt sie, dass Gott an ihr gehandelt hat. Sie alle erkennt, dass Gott auf eine besondere Weise ihr Leben verändert hat.

[7:51] Aber nicht nur das. Dort hört die Geschichte nicht auf. In Vers 41 lesen wir, dass die Maria kam, die zwischenzeitlich auch Besuch von einem Engel bekommen hatte und Vers 41 heißt es: „Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib und Elisabeth wurde mit heiligem Geist erfüllt.“ Diese Frau bekam den Geist der Weissagung, denn sie ruft jetzt aus in Vers 42 und rief mit lauter Stimme und sprach: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ Elisabeth, die so viele Jahrzehnte lang gewartet hatte und gewartet hat und gewartet hatte, wurde der erste Mensch auf Erden, der die werdende Mutter des Erlösers begrüßt hat in dem Bewusstsein, dass sie die Mutter des Herrn ist, wie es in Vers 43 heißt.

[8:48] „Und woher wird mir das zuteil? Mit anderen Worten, wie habe ich das verdient? Woher wird mir das zuteil, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Sie war ihr Leben lang treu gewesen, hat ihr über viele Jahrzehnte emotionalen Schmerz erlitten. Wir kennen aus der Geschichte von Hannah, was es bedeutet, mit dieser Schmach gelebt zu haben, keine Kinder gehabt zu haben. Und doch zu Gottes eigenem Zeitpunkt überschüttet er sie mit einem Segen und das schenkt große Freude.

[9:20] Vers 57, 58: „Für Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar einen Sohn und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr seine Barmherzigkeit an ihr großgemacht hatte, und sie freuten sich mit ihr.“ Dann heißt es, dass es eine Auseinandersetzung gab über die Namensgebung und alle Verwandten waren nicht damit einverstanden, dass er Johannes heißen sollte. Vers 59: „Es geschah am achten Tage, sie kamen, um das Kind zu beschneiden, und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters, Zacharias.“ Seine Mutter aber erwiderte und sprach: „Nein, sondern er soll Johannes heißen.“

[9:57] Elisabeth ist eine bewundernswerte Frau, sie stand zur göttlichen Botschaft, auch gegen den Druck der Verwandtschaft. Ich weiß nicht, vielleicht gibt es auch unter euch, liebe Freunde, Männer oder auch Frauen natürlich, die im Konflikt geraten sind oder im Konflikt gerade stehen mit ihrer Verwandtschaft aufgrund der Botschaft Gottes. Elisabeth ist so ein Beispiel für Standhaftigkeit, auch angesichts einer Übermacht an Verwandten treu zu stehen zu dem, was Gott gesagt hat, auch wenn es vielleicht gegen etablierte Traditionen ist.

[10:33] Eine andere Frau, die im Lukas-Evangelium natürlich eine gewaltige Rolle spielt, ist die Maria. Wir haben gerade schon kurz auf sie Bezug genommen. Vers 1, Vers 26: Kommt niemand Geringeres als der Engel Gabriel, der höchste Engel des ganzen Universums zu ihr. Es heißt Vers 26 und 27: „Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandt zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Mann namens Josef aus dem Haus Davids, und der Name der Jungfrau war Maria.“ Und dann sagt Vers 28: „Der Engel kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadigte, der Herr ist mit dir, du Gesegnete unter den Frauen.“

[11:17] Maria wird genannt, die Gesegnete, nicht in ihrer Stadt, nicht in ihrem Volk, sondern unter den Frauen, unter allen Frauen, die jemals gelebt haben, ist Maria, die Gesegnete. Nun, oftmals vernachlässigen wir Maria ein bisschen, weil sie an anderer Stelle und anderen Kirchen zum Teil übermäßig erhöht wird, ich meine durch die Marienanbetung und so weiter. Und manchmal haben wir so die Idee, dass man, um dem vielleicht vorzubeugen, nicht zu viel über sie reden sollte. Aber Maria ist offensichtlich eine der eindrucksvollsten Personen der ganzen Bibel, vielleicht die Person in der gesamten Bibel, zu der Gott, der Vater und auch Jesus am meisten Vertrauen hatten, denn 4000 Jahre lang haben sie gewartet auf eine Person, der man zumuten könnte, den Sohn Gottes so zu erziehen, dass er auch mit sieben Monaten und mit neun Monaten und mit elf Monaten zu einem Zeitpunkt, wo er kaum richtig für sich selbst entscheiden kann, richtige Gewohnheiten bekommt. Stellen wir uns vor, Jesus Christus wäre geboren worden von einer Mutter, die es versäumt hätte, ihr Kind richtig zu erziehen und sie hätte ihm falsche Gewohnheiten anerzogen. Dass Jesus Mensch wurde und sich unter die Führung einer Mutter stellte, war ja ein enormes Risiko. Und Gott wählt Maria aus als die eine unter allen Frauen, der er das zugetraut hat.

[12:51] „Gesegnet unter den Frauen.“ Sie, in Vers 29 heißt es: „Sie, als sie ihn sah, erschrak sie über sein Wort und dachte darüber nach, was das für ein Gruß sei.“ Sie hat sich nicht auf die Schulter geklopft und gesagt: „Schau mal, ich bin die Gesegnete.“ Nein, sie war offensichtlich nicht stolz. Vers 30 sagt uns: „Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden.“

[13:15] „Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben.“ Sie sollte die Mutter von Jesus Christus werden. Vers 32: „Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“ Vermutlich hat sie nicht ganz vollständig verstanden, was diese Worte alles bedeutet haben. Aber sie war die Erfüllung von Jesaja 7, Vers 14, wo es heißt, dass Gott ein Zeichen geben würde: „Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden.“ Ich meine, man wird ihm den Sohn, den Namen geben, Immanuel.

[13:56] Sie war eine Jungfrau, die hatte von keinem Mann gewusst. Sie sagt das in Vers 34: „Maria aber sprach zu dem Engel: Wie kann das sein, da ich von keinem Mann weiß?“ Und wir haben das ja schon auch an anderer Stelle hier deutlich gemacht. Die Geschichten in Lukas 1 sind ein Kontrast zueinander. Und Maria ist hier mit einer Situation konfrontiert, die es so noch nie gegeben hatte in der ganzen Bibel. Während Zacharias im Tempel mit einer Situation konfrontiert war, die es in der Bibel oft gegeben hatte und die bereits mehrfach bewiesen war, dass Gott sie lösen könnte.

[14:32] Und der Engel erklärt ihr jetzt, wie diese biologische Unmöglichkeit vonstatten gehen soll. Vers 35: „Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.“ In einem ganz besonderen Sinn haben Maria und Gott gemeinsam kooperiert. „Der Heilige Geist wird über dich kommen.“ Und Worte können das gar nicht richtig beschreiben, was dort passiert ist. Und bis in eine Ewigkeit werden wir das wohl nicht ganz verstehen, was für eine besondere Aufgabe Maria gehabt hat, obwohl sie ein ganz normaler Mensch war. Nichts Unmenschliches, Übermenschliches, Abnormales an ihr.

[15:20] Schauen wir für Vers 38, was ihre letztendliche Reaktion war: „Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.“ Das ist dieser Glaube wiederum, der die Frauen im Lukas-Evangelium auszeichnet. Ein einfacher, simpler Glaube, der Gott beim Wort nimmt, auch wenn es menschenunmöglich erscheint. Ganz im Gegensatz zu dem erfahrenen, hochgebildeten, langjährigen Priester Zacharias im Tempel, der mit all den Beweisen vor sich es nicht glauben wollte.

[15:55] Aber dieser Glaube hatte Konsequenzen. Ein Kind zu bekommen, ohne verheiratet gewesen zu sein, das würde bei ungläubigen Menschen, oder bei Menschen, die nicht so viel Glauben haben wie sie, zwangsläufig zu Gerüchten und zu Klatsch und Tratsch führen. Jaja, der Heilige Geist. Maria war also dazu bestimmt, nicht nur die Mutter des Erlösers der Welt zu werden, sondern gleichzeitig auch ihr Leben lang mit dem Stigma leben zu müssen, in den Augen vieler Menschen in Wirklichkeit untreu gewesen zu sein, obwohl sie überhaupt nichts in diese Richtung verbrochen hat. Manchmal bedeutet die Nachfolge Gottes, in den Augen anderer als verrückt, verbrecherisch, vielleicht komisch zu sein, oder eben auch, wie hier, mit Schmach angeschaut zu werden. Maria hatte ihr Leben lang wahrscheinlich damit zu kämpfen, dass Leute ihr das nicht abgenommen haben, was hier passiert ist. Vielleicht geht es auch dir so, lieber Freund, liebe Freundin, dass du Dinge mit Gott erlebt hast, die dir andere nicht glauben und die vielleicht dir falsche Dinge unterstellen, die du nie getan hast.

[17:28] Dann in Vers 46 bis 55 haben wir das berühmte Loblied von Maria, das sehr ähnlich ist mit dem Loblied von Hannah, das wir an anderer Stelle schon besprochen haben. Und dann diese wirklich berührende Geschichte in Lukas 2, Vers 5 bis 7. Dort heißt es: „Um sich erfassen zu lassen mit Maria, seiner eben angetrauten Frau, die schwanger war. Es geschah aber, während sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in die Krippe, weil für sie kein Raum war in der Herberge.“

[18:00] Wahrscheinlich denkt jede Frau darüber nach, wie sie ihr erstes Kind bekommen möchte, wie das sein wird. Aber die Umstände für Maria waren weit von dem, was wohl die meisten Frauen sich wünschen würden. Irgendwo in einem Stall zwischen stinkenden Tieren, im Stroh, in der Krippe, den erstgeborenen Sohn bekommen.

[18:30] Interessant ist, mit all dem, was sie erlebt in ihrem Leben, dass sie offensichtlich eine gute Denkerin war. Vers 19 heißt es: „Maria aber behielt all diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.“ Sie hat nicht nur Fotos gemacht und sie dann aufgehangen und gesagt: „Das ist mein Kind, ich war hier, wunderbar.“ Sondern sie hat nachgedacht über die Worte, die gesagt worden sind von dem Engel, von den Hirten, von den Weisen. Sie hat immer wieder darüber nachgedacht, über die Worte. Sie hat nachgedacht über das, was die Mission ihres Kindes sein würde.

[19:08] Dabei hat sie, wie gesagt, nicht selbst immer die volle Tragweite verstanden. In Vers 33 lesen wir zum Beispiel, als Simeon kommt und diese Dinge sagt über Jesus, da heißt es: „Und Josef und seine Mutter, also Maria, verwunderten sich über das, was über ihn gesagt wurde.“ Mit all den Zeichen und Wundern, die sie erlebt hat in ihrem Leben, war sie sich nicht ganz völlig im Klaren darüber, wie weitreichend die Mission von Jesus sein würde. Sie war nur ein normaler Mensch und obwohl Gott sie gewaltig gebraucht hat in seinem Erlösungswerk, war sie doch auch begrenzt in ihrem Verständnis. Und das zeigt uns, wie sehr Gott Menschen mit begrenztem Verständnis, die nicht einmal offensichtliche Dinge, die wir vielleicht als offensichtlich sehen würden, nach dem Studium des Alten Testamentes, selbst diese offensichtlichen Dinge nicht haben völlig durchdringen können, dass Gott trotzdem gigantisches durch sie bewirken kann. Maria ist ein Beispiel dafür.

[20:01] Doch Maria war nicht frei von menschlichen Emotionen. Selbst der Simeon hat ihr das gesagt, dass es einen Zeitpunkt geben wird, wo sie verzweifeln würde. Vers 34: „Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird.“

[20:20] „Aber auch dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen, damit aus vielen Herzen die Gedanken geoffenbart werden.“ Gottes Geist spricht durch Simeon direkt zu Maria und sagt: Pass mal auf, du wirst selbst an den Punkt kommen, wo es deine Seele durchdringt wie ein Schwert. Eine besondere prophetische Botschaft an Maria.

[20:41] Maria war eine Frau wie jeder andere, die auch Fehler gemacht hat. Vers 43: „Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und Josef und seine Mutter wussten es nicht.“ Sie war keine Rabenmutter, die sich nicht um ihre Kinder gekümmert hat, aber selbst der besten Mutter kann es passieren, dass sie aus irgendeinem Grund plötzlich den Überblick verliert, wo ihr Kind ist. Und welche Gedanken sich dann eine Mutter macht, das weiß wahrscheinlich nur eine Mutter, wenn man das eigene Kind verloren hat in einer Menschenmenge von mindestens einer Million Menschen dort in Jerusalem. Ganz ohne die moderne Technik, die heute uns vielleicht eher helfen würde, so ein Kind wiederzufinden. Und sie suchen lange, tagelang suchen sie nach diesem Kind und als sie es wiederfinden, merkt man diese mütterliche Sorge und den Vorwurf in diesen Worten in Vers 48.

[21:36] „Und als sie ihn sahen, waren sie bestürzt, und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.“ Ich denke, jeder von uns kann nachvollziehen, was sie dort sagt, aber trotzdem war es ja nicht richtig. Erstens hat Jesus gar nichts ihnen angetan und zweitens war Josef auch nicht sein Vater. Rechtlich, im juristischen Sinn für Israel schon, ja, aber eigentlich nicht. Und Jesus korrigiert sie so unglaublich taktvoll.

[22:08] Er sagt Vers 49: „Weshalb habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“ Und dann heißt es in Vers 50: „Sie verstanden das Wort nicht, dass er es zu ihnen sagte.“ Aber wieder sehen wir diese Angewohnheit, alles zu durchdenken.

[22:27] Vers 51: „Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und ordnete sich ihnen unter, und seine Mutter behielt all diese Worte in ihrem Herzen.“ Obwohl sie nicht alles verstanden hat, hat sie doch konstant über Gottes Wort nachgedacht und versucht, Gottes Wort und ihr Leben immer besser in Harmonie zu bringen. Und das war wahrscheinlich eine der großen Eigenschaften, nach der Gott gesucht hat, als er nach einer Mutter für den Erlöser gesucht hat. Eine Frau, die nicht nur Gottes Wort kennt, nicht nur Gottes Wort anderen sagt, sondern die selbst über Gottes Wort nachdenkt, die ihrem Kind beibringen würde, über Gottes Wort nachzudenken. Denn das ist der eigentliche Schlüssel zum Sieg.

[23:17] Und sie hatte wirklich wichtige Lektionen zu lernen. Lukas 8, Vers 19 bis 21, da lesen wir: „Es kam aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, und sie konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen.“ Und vielleicht haben sie gedacht: Hey, wir sind seine Verwandten, wir sind seine nächsten Angehörigen, wir haben ein Recht, bei ihm zu sein. Aber dann heißt es in Vers 20: „Und man berichtete es ihm und sagte: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen.“ Und wahrscheinlich haben sie in dem Moment erwartet, dass er jetzt alles stehen und liegen lässt, um zu ihnen zu kommen. Nicht so Jesus.

[23:48] Er antwortete aber und sprach zu ihnen: „Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und es tun.“ Boah, wie sich das angefühlt haben muss für Maria. Festzustellen, dass Jesus tatsächlich so sehr Gott ist, dass er genau diese Unparteilichkeit hat, die Gott den Vater auch auszeichnet, wo kein Ansehen der Person ist. Dass sie trotz ihrer biologischen Bande mit Jesus kein extra Vorrecht hat, keine Sonderstellung hat, keinen Vorteil bei Jesus hat.

[24:27] Eine andere Frau, die im Lukas-Evangelium erwähnt wird, ist Hannah. Nun, Hannah ist wieder eine ganz andere Persönlichkeit. In Lukas 2 und dort Vers 36 lesen wir: „Und da war auch Hannah eine Prophetin.“ Hier sehen wir, dass Gott überhaupt kein Problem hat, Frauen als Prophetinnen zu senden. Er hat das im Alten Testament gemacht. Da gibt es zum Beispiel die Hulda. Er hat es im Neuen Testament gemacht, als wir dort zum Beispiel die Hannah haben, natürlich, als auch die vier Töchter des Philippus, die weissagten in der Apostelgeschichte.

[25:09] Und interessant ist, was hier steht. Da heißt es: „Sie war eine Prophetin, die Tochter Pnüels, aus dem Stamm Asser.“ Den gab es offiziell ja gar nicht mehr. Der war einer von den zehn Stämmen, die damals viele Jahrhunderte vorher durch die Assyrer gefangen genommen worden sind, in die Sklaverei, also ins Exil geschickt worden sind und dann versprengt worden sind. Und man konnte nirgendwo mehr den Stamm Asser als solchen lokalisieren. Sie war also wirklich ein Überrest, aber hatte sich offensichtlich noch ihre besondere Identität bewahrt.

[25:41] Und dann heißt es über sie, es ist sehr interessant: „Die war hochbetagt, also sehr, sehr alt und hatte nach ihrer Jungfrauschaft mit ihrem Mann sieben Jahre gelebt.“ Mit anderen Worten, sie hatte geheiratet und was jede Frau sich wünscht, ist, dass wenn man heiratet, dass man dann ein Leben lang mit dem Ehemann gemeinsam lebt, oder? Aber nach sieben Jahren war dieser Traum vorbei. Ihr Mann war tot und sie hatte den größten Teil ihres Lebens noch vor sich. Es heißt Vers 37: „Und sie war eine Witwe von etwa 84 Jahren.“ Die meiste Zeit ihres Lebens wahrscheinlich hat sie alleine gelebt. Elisabeth hatte das Problem der Kinderlosigkeit. Maria hatte das Problem, dass sie immer mit diesem Stigma leben musste, dass die Leute wahrscheinlich nicht geglaubt haben, was da passiert ist wirklich mit ihr. Hannah hatte das Problem der Einsamkeit. Und so sehen wir die verschiedenen Frauen in ihren verschiedenen Lebenslagen, mit ihren verschiedenen Problemen.

[26:44] Es ist interessanterweise, wie es hier steht: „Sie wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.“ Das erinnert uns an das Alte Testament, wo Josua, in 2. Mose 33, könnt ihr nachschlagen, Vers 11, nicht aus dem Heiligtum wich. Und dann heißt es Vers 38: „Auch diese trat zu derselben Stunde hinzu und pries den Herrn und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung warteten in Jerusalem.“ Sie hatte zwar keinen Menschen, mit dem sie enge Verbindungen hatte. Sie war einsam, aber sie war nicht wirklich einsam, denn sie hatte Gott gefunden. Sie war in Gottes Heiligtum. Sie war mit Gott so verbunden, dass sie im Studium und in der Präsenz Gottes solch einen Frieden gefunden hatte. Und als sie dann den Erlöser sieht und findet, dann geht sie mit ihren 84 Jahren hinaus nach Jerusalem und redet zu allen, die in Jerusalem auf die Erlösung warteten. Mit anderen Worten, nicht nur zur Nachbarin links und rechts der Straße. Mit 84 Jahren war Hannah eine Missionarin und verbreitete die Nachricht von der Erlösung. Sehr interessante Lebensgeschichten hier im Lukas-Evangelium.

[27:52] Apropos Schmerz. Lukas 7 berichtet uns von einer anderen Frau. In Lukas 7, Vers 12. Das heißt es: „Wie er sich aber dem Tor näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe.“ Ganz ähnlicher Fall wie mit der Hannah, die hatte mit Einsamkeit zu kämpfen. Hier aber eine Frau, die mit Verlust zu kämpfen hatte. Ihr Mann war schon gestorben und jetzt ihr Sohn, ihr einziger Sohn. Ein Kind zu verlieren ist immer schlimm, aber wenn es das einzige Kind ist, ein Kind, in das sie so viele Hoffnungen hineingesteckt hat. Wie viele Stunden hat sie gebetet für dieses Kind, wie viele Stunden hat sie sich um dieses Kind gesorgt, hat das Händchen gehalten und jetzt ist das Kind tot. Und offensichtlich war ihr Fall besonders berührend. Viele, viele Leute waren bei ihr, das heißt hier, und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Was für ein tiefer Schmerz, den Worte kaum beschreiben könnten. Sie hatte alles verloren. Und damals gab es kaum Sozialsysteme wie heute. Damals war es entweder der Mann oder dann die Kinder, die für eine Frau sorgen sollten. Wie sollte sie weiterleben? Auch wenn das sicherlich nicht ihr tiefster Gedanke gerade war in dem Moment, aber auch das spielte eine Rolle.

[29:18] Und dann heißt es so schön in Vers 13: „Und als der Herr, Jesus Christus, sie sah, erbarmte er sich über sie und sprach zu ihr: Weine nicht.“ Wenn Jesus Frauen sieht, die an Kinderlosigkeit leiden, die an Einsamkeit leiden, die vielleicht leiden, dass schlecht über sie gesprochen wird ohne Grund, die daran leiden, dass sie alles oder ihr Liebstes verloren haben, dann erbarmt sich Gott. Jesus Christus ist in seinem Herzen gerührt über das Schicksal von Frauen. Frauen, die wir mit Namen kennen, wie Hannah, Maria, Elisabeth oder auch Frauen, die anonym bleiben, wie diese Frau. Frauen, die alt sind, wie Hannah, Frauen, die jung sind, wie Maria. Verheiratete und unverheiratete, Witwe, das spielt für Gott keine Rolle. Er hat Mitleid mit dem Leid und erbarmt sich.

[30:06] Dann lesen wir Vers 14 und 15: „Und er trat hinzu, rührte den Sarg an, die Mutter, die Träger standen still, und er sprach: Junger Mann, ich sage dir, steh auf! Und der Tote setzte sich auf, fing an zu reden, und er gab ihn seiner Mutter.“ Jesus hat diesen jungen Mann nicht nur erweckt, um ihn zu erwecken, nein, ganz offensichtlich sagt der Text, hat er ihn erweckt, damit die Mutter ihn wieder hat. Er gab ihn seiner Mutter. Jesus kennt dein Problem und Jesus hat Erbarmen. Und so es sein Wille ist und zu seiner Verherrlichung dient, kann und will er dir und wird er dir helfen. Und das tun, was am besten für dich ist.

[30:48] In Lukas 4 finden wir eine Frau, nur ganz kurz erwähnt, die ein Problem hatte, das vielleicht nicht so gewaltig war, wie ein Problem der Kinderlosigkeit oder dass man Mann und Kind und alles verloren hatte. Eher ein Problem, das wir in die Kategorie alltäglich oder zumindest gewöhnlich tun würden. Lukas 4, Vers 38: „Und er stand auf, Jesus, und ging aus der Synagoge in das Haus des Simon. Simons Schwiegermutter aber war von einem heftigen Fieber befallen, und sie baten ihn für sie.“ Es war Sabbat und Jesus und seine Jünger waren im Gottesdienst gewesen in Kapernaum und die Mutter konnte nicht mit. Sie lag zu Hause im Bett. Es gab damals kein Livestream. Sie konnte den Gottesdienst nicht mitverfolgen. Vielleicht hat sie in Gedanken ein paar Bibelverse rezitiert, aber dann kommt die ganze Gruppe vom Gottesdienst nach Hause und die Schwiegermutter ist so traurig, denn was wäre ihre liebste Aufgabe jetzt gewesen? Doch die gesamte Gruppe zu bewirten oder zu hören, was vom Gottesdienst, sie zu berichten haben, wie die Predigt gewesen ist, wie man über das Wort Gottes gesprochen hat, was vorgefallen ist. Aber sie kann diesen Gästen nicht dienen, die gekommen sind, vor allem nicht diesem berühmten Rabbi, den ihr Schwiegersohn so sehr liebt und dem er jetzt immer wieder auch begleitet. Sie liegt mit heftigem Fieber da. Wie schön hätte sie es gefunden, wenn sie doch für alle eine wohnliche Atmosphäre hätte schaffen können. Aber sie selbst braucht Hilfe und es heißt im Vers 39: „Und er trat zu ihr.“

[32:29] Jesus kümmert sich nicht nur um die unlösbaren Probleme. Wir würden sagen, naja, Fieber, da gibt es ein paar Tuchheilmittel, die man anwenden kann und nach ein paar Tagen geht es vielleicht wieder weg. Aber Jesus sagt nicht einfach: Na, mach mal das und jenes und dann wird es mal besser. Er trat zu ihr, neigte sich über sie und befahl dem Fieber, und es verließ sie. Jesus kümmert sich auch um die kleineren Probleme des Lebens und dann heißt es: „Und sogleich stand sie auf und diente ihnen.“ Wenn Jesus unser Leben tritt und unsere Probleme löst, egal ob sie klein oder groß sind, dann sind wir aufgefordert, dann werden wir aus Dankbarkeit sofort beginnen, ihm zu dienen.

[33:11] Noch eine Frau in Lukas 8 und dort Vers 43. Dort finden wir eine Frau, die hatte ein etwas schwerwiegendes Problem als nur in Anführungsstrichen Fieber. Vers 43: „Und eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluss gehabt hatte und all ihr Gut an die Ärzte gewandt hatte, aber von keinem geheilt werden konnte.“ Zwölf Jahre lang mit einer Krankheit, die wirklich ihr Leben kaputt gemacht hat. Sie hatte alles Geld für die Ärzte aufgewandt und was Lukas als Arzt verschweigt, das sagt uns Markus in Markus 5, Vers 26. Ganz interessant.

[33:46] In Markus 5, Vers 26 heißt es nämlich: „Und sie hatte viel erlitten von vielen Ärzten und all ihr Gut aufgewendet, ohne dass es ihr geholfen hätte. Es war vielmehr noch schlimmer mit ihr geworden.“ Kennst du das? Du rennst von Pontius zu Pilatus und alle glauben dir helfen zu können, aber es wird nur schlimmer und schlimmer. Du hast alles eingegeben, alles ausgegeben, Geld investiert und nichts ist geworden und jetzt war die Hoffnung so gut wie gestorben.

[34:16] Sie trat dazu, Vers 44, von hinten und rührte den Saum seines Gewandes an, und auf der Stelle kam ihr Blutfluss zum Stehen. Sie möchte unbemerkt bleiben, sie möchte anonym sein, sie möchte nicht großes Theater haben, sie möchte nur geholfen werden und Jesus sieht das. Er sagt dann Vers 45 und 46: „Und Jesus fragte: Wer hat mich angerührt? Als es nun alle bestritten, sprachen Petrus und die mit ihm waren: Meister, die Volksmenge drückte und drängt dich, und du sprichst: Wer hat mich angerührt?“

[34:50] Jesus aber sprach: „Es hat mich jemand angerührt, denn ich habe erkannt, wie eine Kraft von mir ausging.“ Jesus kann die Berührung des Glaubens von der routinemäßigen Berührung unterscheiden. Wir Menschen sehen vielleicht eine ganze Gruppe von Frauen und alle haben was mit Jesus zu tun, aber wir sehen nicht, dass da eine Frau ist unter ihnen, die vielleicht unscheinbar ist, die aber wirklich von ihrem ganzen Herzen mit Jesus etwas zu tun haben möchte, weil sie die Kraft des Wortes braucht und Jesus merkt den Unterschied. Menschen mögen den Unterschied nicht merken, vielleicht bist du unscheinbar irgendwo in der Menge, einer Gemeinde, einer Gruppe, einer Familie, irgendwo. Keiner weiß wirklich, was du fühlst und denkst und wie sehr du Jesus brauchst, aber Jesus merkt es, wenn du dich ganz ihm hingibst und wenn du sein Gewand berührst. Jesus weiß es und er heilt und er möchte, dass wir auch öffentlich Zeugnis geben für seine Macht und Kraft.

[35:42] Vers 47: „Als nun die Frau sah, dass sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie zitternd, fiel vor ihm hin und erzählt ihm vor dem ganzen Volk, aus welchem Grund sie ihn angerührt hatte und wie sie auf der Stelle gesund geworden war.“ Sie war nicht jemand, die sich in den Mittelpunkt stellt und erzählt. Sie war vielleicht schüchtern, sie hat vielleicht noch nie in ihrem Leben einen Vortrag gehalten oder eine Predigt und jetzt vor all diesen hunderten, tausenden Menschen gibt sie ihr einfaches Zeugnis zitternd. Aber was für eine Kraft war dahinter und Jesus sagt in Vers 48: „Aber sprach zu ihr: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet, geh hin in Frieden.“

[36:17] Die Frauen im Lukas-Evangelium hatten alle ein Problem, aber sie hatten großen Glauben und das hat sie besonders gemacht. Jesus sagt: „Geh hin in Frieden, meine Tochter.“ Aber da war noch eine Frau in dieser Geschichte, sie war nicht seit zwölf Jahren krank, sie war erst zwölf Jahre alt, in Vers 42 heißt es von dem Jairus, dem obersten der Synagoge, dem Gemeindeleiter, denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben.

[36:49] Ich weiß nicht, ob du dich erinnern kannst an die Zeit, als du noch zwölf Jahre alt warst. Ein zwölfjähriges Mädchen, das hat noch eine andere Perspektive auf das Leben als eine reife Frau. Sicherlich, wahrscheinlich damals immer noch sehr kindlich gewesen und sie hat gehört, wahrscheinlich von ihrem Vater, dass dort dieser Rabbi, dieser Wunderheiler in der Gegend ist und während sie wahrscheinlich schon schwere Schmerzen gehabt hat und Angst gehabt hat, was passiert, was wird jetzt sein, wenn sie stirbt, hat sie gehört, dass es vielleicht die Möglichkeit gibt, vielleicht die Chance gibt, dass sie geheilt werden kann. Und so hofft sie, dass dieser Rabbi bald kommt und er kommt nicht und er kommt nicht und er kommt nicht. Er ist aufgehalten worden, er kümmert sich um andere Leute und er kommt nicht und sie stirbt. Das ist alles, was sie erlebt hat bis zu ihrem Tod. Bis zu ihrem Tod hat sie gehofft, dass Jesus kommt und er kam nicht. Mit ihren zwölf Jahren war das Leben zu Ende. Und für sie war jetzt kein Denken, keine Planung, keine Wissenschaft mehr, sie war tot. Das Leben war vorbei. Jesus hatte andere geheilt, aber nicht sie. Aber plötzlich war sie wieder da. Plötzlich war wieder Leben in ihr.

[38:19] Es heißt in Vers 55: „Und ihr Geist kehrte zurück.“ Für sie war das nur ein Augenblick gewesen. Sie hatte ihre Augen zugemacht, vielleicht mit dem Gedanken: Schade, dass es Jesus nicht mehr geschafft hat. Bis hierhin. Sie macht die Augen zu, sie macht die Augen auf und im ganzen Raum sieht sie nur Jesus. Alle anderen waren hinausgetrieben worden von ihm. So heißt es in Vers 54. Den, den sie sich so sehr ersehnt hat, der war plötzlich bei ihr.

[38:49] Mit ihren zwölf Jahren beginnt das Leben von vorne. Und als ihr Leben von vorne beginnt, ist es Jesus, mit dem sie eine direkte Begegnung hat. Und interessant ist, wie es hier steht: „Und der Geist kehrte zurück, und sie stand augenblicklich auf, und er befahl, ihr zu essen zu geben.“ Jesus hat sich nicht nur darum gekümmert, dass sie wieder auferweckt wird, er hat sich auch darum gekümmert, dass sie zu essen hat. Jesus ist nicht nur für die großen, die außergewöhnlichen Wunder da. Jesus ist auch für die alltäglichen Dinge da. Ihm geht es auch darum, dass wir genug zu essen haben. Das richtige Essen. Die Tochter des Jairus.

[39:29] Und dann ist da noch jene Frau in Lukas 7, von der einige davon ausgehen, und es gibt einige Hinweise, die das nahezulegen scheinen, dass es sich hierbei um Maria Magdalena handeln könnte. In Lukas 7, und dort ab Vers 37. „Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin.“ Wir haben gesehen, es gab verschiedene Probleme, die die Frauen haben konnten im Lukas-Evangelium. Eine hatte keine Kinder, eine war einsam, eine hatte unberechtigter Weise mit Gerüchten wahrscheinlich zu kämpfen, eine hatte all ihre Lieben verloren, eine war gewöhnlich krank, die nächste war außergewöhnlich krank, eine war sterbenskrank und starb dann sogar. Und eine Frau hatte die Krankheit, hatte das Problem, das wir alle haben. Egal, ob wir uns mit den anderen Problemen identifizieren können oder nicht, aber mit diesem Problem können wir uns alle identifizieren, egal ob wir Männer oder Frauen sind, ob wir Kinder oder Eltern sind, ob wir wer auch immer wir sind.

[40:28] Und sie war eine Sünderin. Und offensichtlich muss sie eine starke Sünderin gewesen sein, denn sie war wohl stadtbekannt. Als sie hörte, dass er dem Haus des Pharisäers zu Gast war, da brachte sie ein Alabasterfläschchen voll Salbe. Als sie hört, Jesus ist in der Nähe, da hat sie ein wertvolles Geschenk aufgetrieben, Vers 38. „Und sie trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen. Und sie trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küsste seine Füße und salbte sie mit der Salbe.“ Kaum eine andere Person hat jemals so eindrucksvoll und so emotional ihre Liebe zu Jesus ausgedrückt. Und Jesus hat nicht gesagt: Das ist mir zu emotional, das ist zu theatralisch, hör auf damit. Jesus hat die tiefe Liebe, die dahinter zum Ausdruck kam, entdeckt und bemerkt.

[41:23] Und obwohl öffentlich über sie schlecht gesprochen wurde, obwohl in ihrer Gegenwart Männer sie als Sünderin bezeichnet haben und sich darüber pikiert haben, dass Jesus sie nicht von sich weiß, hat sie weitergemacht. Und dann sagt Jesus diese berühmten Worte in Vers 47: „Deshalb sage ich dir, ihre vielen Sünden sind vergeben worden. Darum hat sie viel Liebe erwiesen. Wem immer wenig vergeben wird, der liebt wenig.“ Sie war eine Frau, die sich viel hat zu Schulden kommen lassen, eine Frau, die viel in der Sünde gelebt hat, die schlimme Sachen getan hat. Aber mit all dem, was sie getan hat, kam sie zu Jesus. Und Jesus hat ihr nicht nur ein bisschen was vergeben, nicht nur einiges vergeben, nicht nur das meiste vergeben, Jesus hat ihr alles vergeben. Und weil alles von ihr genommen war, war sie so begeistert, war sie so tief berührt in dem Herzen, dass sie einfach das wertvollste, was sie hatte, ihm zu Füßen legen wollte.

[42:22] Vers 50: „Er sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet, geh in Frieden.“ Die Frauen im Lukas-Evangelium, sie haben alle ein Problem, aber sie haben alle großen Glauben. Und zusammenfassend können wir sagen, es gab noch viele andere Frauen in Lukas 8, Vers 1. „Und es geschah danach, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog, wobei das Evangelium vom Reich Gottes verkündete, und die Zwölf waren mit ihm, das sind die Apostel. Und dann heißt es: Und auch etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren, Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren, und Johanna, die Frau des Kusa, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm dienten mit ihrer Habe.“

[43:13] Hier haben wir viele Frauen, die Probleme gehabt haben, die Krankheiten gehabt haben, die böse Geister gehabt haben. Eine Frau, die Johanna, war offensichtlich eine angesehene Frau. Ihr Mann war, seine hohe Position war Verwalter beim König und wahrscheinlich war sie begütert gewesen. Aber all das spielt keine Rolle in der Nachfolge Jesu. Sie hat ihren Besitz für Jesus gegeben und ist Jesus nachgefolgt.

[43:40] Das Lukas-Evangelium kennt reiche Frauen und arme Frauen, alte Frauen und junge Frauen, Verheiratete, Unverheiratete, Verwitwete, Mädchen, Senioren, und sie alle folgten Jesus aus Glauben. An dieser Stelle wollen wir nicht in das Thema der Frauenrelation eingehen, aber nur diesen kleinen Gedanken hier einfügen, dass keine dieser Frauen als Apostel von Jesus eingesetzt worden ist. Aber Jesus hat die Frauen benutzt als seine Botinnen.

[44:12] In Lukas Kapitel 23, da lesen wir ab Vers 55: „Es folgten aber auch die Frauen nach, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, und sie sahen sich das Grab an und wie sein Leib hineingelegt wurde.“ Die zwölf Jünger, die von Jesus eingesetzt worden waren als seine Apostel, die waren in alle Himmelsrichtungen zerstreut größtenteils. Aber die Frauen, die waren Jesus gefolgt, die standen mit am Kreuz und sie gingen mit zum Grab und dann kehrten sie zurück, Vers 56, und bereiteten wohlriechende Gewürze und Salben vor. Sie bereiteten bereits all das vor, um dann am übernächsten Tag sofort zum Grab gehen zu können. Und dann ruhten sie nach dem Gesetz. Sie hielten den Sabbat, die Frauen im Lukas-Evangelium waren Sabbathalterinnen.

[45:13] Und dann kommt Vers 1 in 24. „Am ersten Tag der Woche aber kamen sie am frühen Morgen zum Grab und brachten die wohlriechenden Gewürze, die sie bereitet hatten, und noch etliche mit ihnen, und sie fanden dann den Stein weggewälzt und so weiter.“ Sie sind erschrocken über das leere Grab und dann wird ihnen diese Botschaft gegeben, dass Jesus auferstanden ist, so wie er gesagt hat. Und da heißt es im Vers 8: „Da erinnerten sie sich an seine Worte und sie werden zu den ersten Botinnen, den ersten Evangelistinnen der Auferstehung Jesu vor Petrus, vor Johannes, vor den anderen Aposteln werden diese Frauen von Gott aus erwählt, die Botschaft des auferstandenen Messias in die Welt zu bringen.“ Und selbst die Apostel haben nicht geglaubt, denn Vers 11 heißt es: „Und ihre Worte kamen ihnen vor wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nichts.“

[46:01] Heutzutage wird viel darüber debattiert über die Frage der Ordination. Dabei wird übersehen, dass Ordination zu einem Ältesten oder zu einem Prediger nicht damit verbunden ist, einen Dienst vor Gott ausführen zu können, sondern lediglich eine Verantwortung zu haben, in dem Sinne, dass jeder Mensch, du und ich, von Gott gefragt wird, was er am Ende seines Lebens getan hat. Gott entscheidet nach dem, was wir getan, gesagt haben, wie wir den Glauben umgesetzt haben. Einen Ältesten und einen Prediger wird Gott nicht nur nach seinem Leben fragen, sondern auch nach dem Leben derer, die mit ihm waren, die ihm anvertraut waren. Deswegen sagt die Bibel, dass Älteste und eingesegnete Vorsteher eine größere Verantwortung haben. Sie haben keinen größeren Dienst, sie haben keine größeren Talente notwendigerweise, sie werden vielleicht nicht mal für größere Aufgaben verwendet, aber sie haben eine Verantwortung, so wie Adam die Verantwortung tragen musste für die Sünde von Adam und Eva.

[47:08] Und von Gott zuerst gefragt wurde als der Verantwortliche. So müssen Älteste und Pastoren Rede und Antwort stehen für ihre Gemeinde, für die sie eingesetzt sind. Und das ist die einzige Aufgabe, die Gott dem Mann übergeben hat. Aus dem einfachen Grund, weil er nach dem Sündenfall entschieden hat, dass in Streitigkeitsfragen der Mann das Haupt der Frau sein soll und dass in der Gemeinde das Bild der Ehe abgebildet werden soll. Aber hat das irgendetwas zu tun mit dem Dienst für Gott? Gar nichts. Und das wird übersehen.

[47:57] Gott würde sich freuen, wenn es noch viel mehr Evangelistinnen geben würde, wenn es noch mehr Frauen gibt, die die Bibelstunden geben, die die Predigten halten, die Missionen machen. In allen Möglichkeiten der Evangeliumsverkündigung. Und sogar Prophetinnen. Lediglich die Verantwortung, die Lehrautorität, die verantwortliche Lehrautorität in Bezug auf andere Personen. Und ist es wirklich wert, die unbedingt haben zu wollen?

[48:28] Liebe Frauen, ich möchte ganz besonders einen Appell an euch richten. Studiert die Bibel und ihr werdet sehen, dass Gott einige der größten und tollsten und außergewöhnlichsten Aufgaben immer Frauen gegeben hat. Und Gottes Plan für das eigene Leben zu entdecken, ist das Wunderbarste. Statt nach Dingen zu streben, die Gott für uns nicht vorgesehen hat, dürfen wir jeder Einzelne von uns, das gilt für Männer als auch Frauen, nach danach suchen, was Gottes Plan für unser Leben ist.

[49:08] Komm, zieh dich raus, war mit der Bibel in der Hand, mit dem Geist der Weissagung vor Augen, um dann unser ganzes Herzblut hineinzugeben in den Dienst, so wie es die Sünderin getan hat, die alles, was sie hatte, gegeben hat. Für Jesus. Es ist auch dein Wunsch, dem Jesus, der deinen Problemen helfen kann, so zu dienen, wie er es möchte. Gott segne deine Entscheidung. In einer Woche sehen wir uns wieder, um dann ein neues Thema im Lukas-Evangelium zu betrachten, einen neuen Aspekt zu vertiefen. Und bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.

[49:49] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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