Veröffentlicht am
886 Klicks

Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2015-2nd-Nr-7

In dieser Cannstatt Study Hour-Ausgabe wird das Evangelium nach Lukas im Hinblick auf Jesus, den Heiligen Geist und das Gebet beleuchtet. Der Sprecher Dominique Quinger zeigt auf, wie zentral diese drei Elemente bereits im ersten Kapitel von Lukas sind und wie sie sich durch das gesamte Evangelium ziehen. Es wird erklärt, wie der Heilige Geist Menschen befähigt, Gottes Willen zu tun und wie Jesus selbst ein Vorbild im Gebet und in der Abhängigkeit vom Heiligen Geist war. Die Ausführungen betonen die Bedeutung des Gebets als Mittel zur Verbindung mit Gott und zur Erlangung göttlicher Führung und Kraft.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q2: Das Evangelium nach Lukas

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Cannstatt Study Hour. Wir sind froh, dass ihr euch wieder eingeschaltet habt, dass ihr mit uns zusammen das Wort Gottes studieren wollt und dass ihr euch vorbereiten wollt auf das Bibelgespräch am 16. Mai, das mit dem Thema überschrieben ist: Jesus, der Heilige Geist und das Gebet.

[0:41] Und das Überthema, das wir dieses Quartal zusammen studiert haben oder studieren, ist das Evangelium nach Lukas. Und so wollen wir auch dieses Thema, Jesus und seine Beziehung zum Heiligen Geist und seine Beziehung zum Gebet, vor allen Dingen anhand des Lukas-Evangeliums betrachten. Und ja, wenn man von Jesus, dem Heiligen Geist und dem Gebet redet, was soll man nicht mehr machen, als darum zu beten, dass er uns mit dem Heiligen Geist erfüllt und dass wir Jesus besser erkennen dürfen. Und so lade ich euch ein, dass wir zusammen beten.

[1:19] Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass wir die Möglichkeit haben, dein Wort zu studieren, dass wir sicher sein dürfen, dass, wenn wir ernsthaft danach suchen, du uns die Weisheiten finden lässt, die in deinem Wort vergraben sind. Und so bitten wir dich darum, dass du uns erfüllst mit dem Heiligen Geist, wenn wir dieses wichtige Thema studieren wollen, dass du unsere Gedanken hinfort nimmst und dass es deine Gedanken sind und dass du durch dein Wort heute sprichst. Und in deinem Namen bitten wir darum und wissen, dass du es so tun wirst. Amen.

[2:08] Das Thema ist sehr interessant, weil Lukas wirklich auch einen Fokus auf genau diese drei Elemente gesetzt hat. Das sehen wir schon im ersten Kapitel von Lukas. Zum Beispiel, wir haben natürlich schon viele der Texte angeguckt, aber kurz wollen wir uns das erste Kapitel in Lukas nochmal anschauen. Einige Verse, wo wir vor allem von dem Heiligen Geist reden oder lesen können. Heißt es in Lukas 1, Vers 15: „Denn er wird groß sein vor dem Herrn.“ Die Rede ist hier von Johannes, und da heißt es: „Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.“ Johannes, oder vielmehr die Eltern von Johannes, haben schon die Zusage bekommen, dass Johannes von Mutterleib an mit dem Heiligen Geist erfüllt sein wird. Wieso? Weil Johannes eine sehr, sehr wichtige Aufgabe hat.

[3:17] Und eine dieser Aufgaben, oder die Aufgabe, lesen wir in Lukas Kapitel 3, Vers 4. Da heißt es: „Wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja: ‚Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige gerade.‘“ Eben Johannes war oder sah sich als Stimme eines Predigers und ist dieser Aufforderung nachgekommen, den Weg des Herrn zu bereiten. Und genau deswegen ist er schon von Geburt an mit dem Heiligen Geist erfüllt.

[3:54] Ein weiterer Text in Lukas Kapitel 1 lesen wir in Vers 35. Da heißt es: „Der Engel antwortete und sprach zu ihr: ‚Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.‘“ Und in Vers 41 lesen wir: „Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe, und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt.“ Wir kennen diese Texte aus der vorherigen Lektion, aus der Betrachtung. Und es ist interessant, dass wir wirklich durch das Kapitel 1 sehen können, wie die Menschen, die eine wichtige Aufgabe hatten, von dem Heiligen Geist erfüllt wurden.

[4:48] So zum Beispiel auch in Vers 67. Da heißt es: „Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach.“ Wieder ist jemand vom Heiligen Geist erfüllt, und das Ergebnis ist, dass er weissagt. Das bedeutet, er bekommt eine Botschaft von Gott. Aber er bekommt nicht nur eine Botschaft, er gibt diese Botschaft auch weiter. Und so können wir wirklich schon zu Beginn von Lukas sehen, wie Lukas einen Fokus setzen möchte, die Wichtigkeit des Heiligen Geistes, das Erfülltsein mit dem Heiligen Geist wirklich hervorheben möchte, schon im ersten Teil dieses Buches.

[5:27] Und es geht weiter so durch das Buch Lukas und das Evangelium nach Lukas. In Lukas 2, Vers 25, da heißt es: „Und siehe, ein Mann war in Jerusalem mit Namen Simeon, und dieser Mann war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war mit ihm.“ Hier sehen wir diese enge Verbindung zwischen einem gottesfürchtigen, frommen Mann und dem Erfülltsein mit dem Heiligen Geist. Und diese Gottesfurcht drückt aus, dass dieses Warten auf den Trost Israels nicht ein passives Warten war, sondern dass es ein aktives Warten war. Simeon war darauf bedacht, das Gesetz Gottes zu halten. Und wir sehen diese Parallele, dass er mit dem Heiligen Geist erfüllt war.

[6:39] In Vers 26 lesen wir: „Und ihm war ein Wort zuteil geworden von dem Heiligen Geist.“ Der Heilige Geist hat direkt zu ihm gesprochen und hat ihm eine Verheißung gegeben. Da heißt es: „Er soll den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen.“ Und Vers 27: „Und er kam auf das Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch war nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: ‚Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.‘“ Simeon war von dem Heiligen Geist erfüllt, und der Heilige Geist hat ihm diese Verheißung gegeben, dass er Jesus sehen wird. Und auf das Anregen des Geistes ging er in den Tempel. Nicht nach eigenem Gutdünken, sondern der Heilige Geist hat ihm gesagt: „Du sollst genau zu dieser Zeit in den Tempel gehen.“ Und das Erfülltsein mit dem Heiligen Geist zeigt auch, dass er nicht nur in den Tempel gegangen war, sondern als Jesus dort war, wusste er sofort, dass Jesus die Erfüllung dieser Verheißung war. Und da war kein Schild auf Jesus, was gesagt hat: „Okay, ich bin der, von dem diese Verheißung sagt.“ Der Heilige Geist hat Simeon gesagt, dass Jesus die Erfüllung dieser Verheißung ist.

[8:20] Und wie ist das mit uns? Warten wir auch in Gottesfurcht auf den Trost Israels, der kommen soll, der uns verheißen ist? Und machen wir diese Erfahrung, dass, wenn wir um den Heiligen Geist beten, dass er uns erfüllt und dass er uns zeigt, wohin wir gehen sollen, und dass er uns auch zeigt, wer Jesus ist? Und ich glaube, vor allen Dingen in der Zeit, in der wir leben, oder die Zeit, die kurz bevorsteht, dass wir nicht nur erkennen, wer Jesus ist, sondern auch erkennen, wer Jesus nicht ist. Weil die Bibel sagt uns, dass viele kommen werden und vorgeben, Jesus zu sein. Und wir sollten uns von dem Heiligen Geist führen lassen. Und er wird uns zeigen, wer Jesus nicht ist, aber vor allen Dingen natürlich auch, wer Jesus ist. Er lässt uns Jesus näher erkennen.

[9:09] Das heißt, wann immer es um diese Geschichte geht, der Weltgeschichte, wo Menschen durch Gott etwas bewirken sollten, da wurden sie erfüllt von dem Heiligen Geist. Und er hat sie befähigt, ihrer Aufgabe nachzukommen. In Lukas 3, Vers 21 lesen wir eine Begebenheit, die Rede ist von Jesu Taufe, wo wir all diese drei Elemente, die heute bei unserem Thema zugrunde liegen, auftreten. Da heißt es in Vers 21 in Lukas Kapitel 3: „Und es begab sich, als alles Volk sich taufen ließ und Jesus auch getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf, und der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: ‚Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.‘“

[10:14] Es war keine Taufe im kleinen Rahmen, könnte man sagen, es war eine öffentliche Taufe. Die Menschen haben Jesus beobachtet, es waren viele dort, sagt die Bibel, und er hat gebetet. Jesus betet, und die Folge ist, dass der Himmel sich auftut und er den Heiligen Geist empfängt. Und das macht deutlich, dass Jesus wohl um den Heiligen Geist gebetet hat. Und wenn wir beten, dann ist es vielleicht nicht so, dass der Himmel sich direkt auftut, wie es bei Jesus der Fall war, aber der Himmel tut sich insoweit auf, dass alles aus dem Weg geräumt wird, was diese Verbindung von uns zu Gott hindern könnte. Und insoweit tut der Himmel sich auf, und wir dürfen den Heiligen Geist empfangen.

[11:19] Interessant auch, dass der Text sagt, der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt. Manche Menschen sagen, der Heilige Geist ist nur eine Kraft, aber dieser Text macht deutlich, dass der Heilige Geist in einer leiblichen Gestalt auftreten kann. Und dementsprechend ist er keine Kraft. Und interessant ist auch, dass Jesus diese Bestätigung bekommt von Gott, wo er sagt: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Genauso bekommen wir vielleicht in einer Art und Weise gezeigt, dass wir Gotteskinder sind. Vielleicht nicht Gottes Sohn, wie Jesus es war, aber Gotteskinder.

[12:08] Und der Heilige Geist hat auch eine besondere Aufgabe, die wir uns in Römer Kapitel 8, Vers 26, anschauen möchten. Eine Aufgabe, die der Heilige Geist ausübt in Römer Kapitel 8 und dort in Vers 26 und 27: „Desgleichen hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf; denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie es sich gebührt, sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“ Der Heilige Geist vertritt uns. Und ich habe mir gedacht, wie geschieht das? Und ich möchte das an einer Illustration zeigen. Stell dir vor, du wirst von jemandem angeklagt. Du hättest das und das getan, und du bist dir zu 100 % sicher, du weißt, du hast es nicht getan. Du bist unschuldig. Und du wirst aber so weit angeklagt, dass der Fall vor das Gericht kommt. Nun, wie wirst du in dieses Gericht gehen? Bist du eher ängstlich oder bist du zuversichtlich, dass du freigesprochen wirst, weil du hast ja nichts Falsches getan? Aber jetzt stell dir vor, du bekommst einen Anwalt zugeteilt. Einen Anwalt, der vielleicht noch nie einen Fall gewonnen hat. Einen Anwalt, der vielleicht gar nicht Jura studiert hat, sondern in einem Wochenendkurs mal so einen Jura-Kurs belegt hat und sich jetzt so ein zweites Standbein aufbauen will und dich als Anwalt vertritt. Auf einmal sinkt deine Zuversichtlichkeit, mit der du in diesen Fall gegangen bist, nicht wahr?

[14:20] Und wir würden nie so jemanden wahrscheinlich aussuchen, uns zu vertreten. Aber genau umgekehrt ist es mit dem Heiligen Geist. Wir, die wir von einem Leben gezeichnet sind, wo Sünde überall um uns herum sind. Unsere Sprache ist infiziert. Und es ist sehr interessant, das zu betrachten, dass heilige Engel, die an dem Thron Gottes stehen, die vor dem Thron Gottes stehen, dass sie alles bedecken, ihr Gesicht, weil Gott so heilig ist. Und so gibt es nichts, wo wir sagen könnten: „Okay, ich weiß, wie ich mich richtig zu verhalten habe. Und ich weiß, wie ich beten soll.“ Aber wir haben einen Versprecher, wir haben einen Vertreter, der uns so vertritt, wie Gott es gefällt. Und so sollten wir uns auch nicht auf Menschen verlassen, auf menschliche Vertreter, sondern wenn es um himmlische Dinge geht, vor allen Dingen sollten wir uns auch um den Heiligen Geist, ja, sollten wir uns von ihm führen lassen und ihn suchen, weil er vertritt uns, wie Gott es gefällt.

[15:41] Und lassen wir den Finger in Römer 8 und springen kurz zu Lukas, zu dieser Begebenheit. Lukas Kapitel 3, Vers 22, wo Gott diese Bestätigung gibt, dass du, dass Jesus der liebe Sohn ist. Und ich habe es vorhin kurz angesprochen, auch in Römer Kapitel 8 lesen wir, dass wir Gotteskinder sind, nicht wie Jesus, sondern Kinder Gottes. Und da heißt es in Vers 14: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ Der Grund, wieso wir ein Kind Gottes sind, ist, weil der Heilige Geist uns treibt. Und ist das ein Antreiben, was von außen geschieht, dass er uns antreiben muss, extern?

[16:37] Wir lesen in 1. Korinther 16, Vers 19, dass wir ein Tempel des Heiligen Geistes sind, nicht wahr? 1. Korinther Kapitel 6, Vers 19 heißt es: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass er nicht euch selbst gehört?“ Der Heilige Geist möchte uns antreiben, aber von innen heraus. Schenkt uns diese Motivation. Und Jesus bei seiner Taufe hat um den Heiligen Geist gebetet, weil er wusste, was bevorsteht. Und die Taufe, das Zeichen war für den Beginn seines öffentlichen Wirkens. Und genau deswegen hat er um den Heiligen Geist gebeten. Und er hat ihn von Gott bekommen. Er hat die Bestätigung erlangt.

[17:41] In Lukas 4, Vers 1 lesen wir, wie der Geist Jesus in die Wüste führt. Und er macht diese Erfahrung, diese Erfahrung der Versuchung durch, wie wir sie auch schon in einer vorigen Lektion betrachtet haben. Und in Vers 18 gibt er selbst die Bestätigung. Da heißt es: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen. Er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ Jesus hat um den Heiligen Geist gebetet, weil er eine besondere Aufgabe hatte. Und er wusste, dass der Heilige Geist ihn erfüllt und ihn fähig macht, diese Aufgabe zu bewerkstelligen. Genauso dürfen wir um den Heiligen Geist bitten, um die Aufgabe, die Gott uns gegeben hat, durchzuführen.

[18:51] In Johannes Kapitel 16, wir kennen diese sehr, sehr bekannte Stelle über den Heiligen Geist. Johannes Kapitel 16, Vers 7, da heißt es: „Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“ Vers 8: „Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht.“ Der Heilige Geist hat die Aufgabe, unsere Augen aufzutun. Und es werden hier drei Dinge genannt: die Augen auftun über die Sünde, die Gerechtigkeit und das Gericht.

[19:50] Jetzt sind Sünde und Gerechtigkeit zwei Gegensätze. Ja, Sünde ist, wir wissen es aus 1. Johannes 3, Vers 4, ist die Übertretung des Gesetzes, ist Ungerechtigkeit. Und dementsprechend steht sie der Gerechtigkeit gegenüber. Und beide diese beiden Elemente werden am Gericht offenbar. Dort wird entschieden, was Sünde ist, wer schuldig ist, wer unschuldig ist. Und deswegen hat der Heilige Geist diese enorm wichtige Aufgabe, uns das zu zeigen, uns das Bewusstsein zu geben, über was Sünde ist und was Gerechtigkeit ist und was das Gericht ist.

[20:43] Und der Text erklärt es weiter. In Vers 9 heißt es über die Sünde, dass sie nicht an mich glauben. Sünde ist Unglaube. Es ist der Unglaube, dass ich nicht daran glaube, was Gott gesagt hat. In Lukas Kapitel 4, Vers 4 lesen wir, dass der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, was aus dem Munde Gottes geht. So ist Sünde mit Unglaube gleichzusetzen. Und dann lesen wir in Vers 10 über die Gerechtigkeit, dass ich zum Vater gehe und er mich hinfort nicht seht. Sünde und Unglaube steht Gerechtigkeit gegenüber. Und Gerechtigkeit, wie der Text sagt, ist die Tatsache, dass Jesus zum Vater geht, obwohl wir es nicht sehen. Wir haben Hebräer 11 wahrscheinlich im Kopf, wo es heißt, dass der Glaube eine feste Zuversicht ist auf das, was wir nicht sehen. Und so passt die Bibel exakt zusammen. Und der Heilige Geist hat diese wichtige Aufgabe, uns das Bewusstsein zu geben über Sünde, über Gerechtigkeit und über das Gericht.

[21:59] Und in Vers 11 lesen wir, dass über das Gericht heißt es, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Der Heilige Geist hat auch die Aufgabe, uns zu zeigen, dass der Fürst dieser Welt, der Satan, schon gerichtet ist. Und in Vers 13 lesen wir: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden. Und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“ Sehr interessant, dass der Heilige Geist uns in alle Wahrheit leiten wird. Und das geht sogar so weit, dass er uns zeigen wird, was in Zukunft geschehen wird. Und er aber dabei nicht aus sich selber redet, sondern seine Wahrheit hört von Gott.

[22:58] Und ein Text dazu lesen wir in Lukas Kapitel 12, Vers 7. Lukas Kapitel 12, Vers 7. „Aber auch die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht, ihr seid besser als viele Sperlinge.“ Gott weiß alles, und er ist die Wahrheit. Und da lesen wir weiter in Vers 8: „Ich aber sage euch: Wer mich bekennt vor den Menschen, den wird auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.“ Sehen wir die Parallele zu Johannes 16. Das Verleugnen oder das Bekennen vor den Engeln Gottes. Diese Anlehnung an das Gericht und wieder diese zwei Gegensätze. Einmal Gott folgen und ihn zu bekennen, dann wird er uns bekennen. Und einmal Gott nicht zu folgen, Ungerechtigkeit, Sünde, Unglaube, dann wird er uns auch verleugnen. Und der Heilige Geist hat genau diese Aufgabe, uns das bewusst zu machen.

[24:13] Und in Vers 10 lesen wir dann: „Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden. Wer aber den Heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.“ Da lesen wir von der Sünde des Heiligen Geistes, dass es wirklich fatal ist, diese Sünde zu begehen, weil der Heilige Geist genau diese Aufgabe hat, uns in alle Wahrheit zu leiten und uns das Verständnis zu geben, über was Sünde wirklich bedeutet und was Gerechtigkeit bedeutet und Rechtsprechung. Und wenn wir uns von dieser Quelle, die uns in alle Wahrheit leiten möchte, abkappen, dann gibt es keine Vergebung mehr. Und diese Sünde des Heiligen Geistes ist wirklich etwas, was man wirklich widerwillig tut. Man weiß, er möchte uns in alle Wahrheit leiten, aber ich sage trotz meines Wissens: „Nein, ich möchte das nicht.“ Und viele Menschen haben ein Problem damit oder bekommen Angst, weil sie denken: „Ja, Moment mal, habe ich jetzt schon die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen und kann es dann keine Vergebung mehr für mich geben?“ Aber allein die Tatsache, dass wir darüber nachdenken, was Sünde ist, ist ja nach Johannes 16 ja schon die Bestätigung, dass der Heilige Geist an uns wirkt und dass wir uns eben nicht von dieser Quelle abgekappt haben, sondern er an uns arbeitet und uns dorthin führen möchte, wo ja, wie es Gott gefällt, wie wir in Römer 8 gelesen haben.

[26:04] Und was passiert, wenn man sich dem Heiligen Geist unterordnet, wenn man sich von ihm führen lässt, das können wir in Vers 11 lesen in Lukas 12. Da heißt es: „Wenn sie euch aber führen werden in die Synagogen, vor die Machthaber und die Obrigkeit, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt; denn der Heilige Geist wird euch in dieser Stunde lehren, was ihr sagen sollt.“ Wir sollen uns nicht sorgen, wie oder womit wir uns verantworten sollen. Und das spricht zwei Punkte an. Und zwar, dass womit natürlich sollen wir die Wahrheit sagen. Wenn wir Rechenschaft geben, dann sollen wir die Wahrheit sagen. Und somit ist das „womit“ die Wahrheit, die wir sagen sollen, die uns der Heilige Geist leitet. Aber zugleich sollen wir uns auch nicht sorgen, „wie“. Und als Adventisten haben wir es manchmal sehr einfach mit diesem ersten Teil, dass wir zur Wahrheit stehen und dass wir die Wahrheit bekennen. Aber manchmal, glaube ich, müssen wir uns bewusst werden, dass der Heilige Geist uns auch zeigen will, wie wir die Wahrheit unseren Mitmenschen verkünden sollen. Und Jesus, der ja vom Heiligen Geist erfüllt war, war ein Meister darin, die Wahrheit situationsangepasst und wirklich an den Menschen angepasst, dass sie etwas Großes bewirkt in den Menschen, sie so zu äußern. Und genau das dürfen wir auch erleben, wenn wir uns vom Heiligen Geist führen lassen. Und selbst wenn wir vor den Größten der Welt Rechenschaft geben müssen, vor den Mächten der Welt, müssen wir uns keine Sorgen machen. Es ist eine wunderbare Verheißung. Der Heilige Geist wird uns genau in dieser Stunde, wo wir ihn brauchen, wird er uns alles sagen, womit und wie wir Zeugnis geben sollen.

[28:41] Interessant ist auch, dass Lukas, der diesen Heiligen Geist betont, kann man sagen, der wirklich einen Fokus auch darauf legt, dass er später, wenn er die Apostelgeschichte niederschreibt, auch sehen kann, wie sich das nicht nur im Leben von Jesus erfüllt hat, sondern wie es sich auch im Leben der Gläubigen erfüllt hat, die diese wunderbaren Erfahrungen mit dem Heiligen Geist machen, wie er auf sie kommt und wie Menschen wirklich bekehrt werden und diese Wunder wirklich erleben dürfen. Und er ist genau der Schreiber, der sowohl den Fokus in Lukas als auch in Apostelgeschichten natürlich legt.

[29:23] Jetzt haben wir sehr viel über diesen Sonntagsgedanken uns überlegt, also der Gedanke, der am Sonntag in dem Lektionsheft stand. Und ein bisschen auch das Thema von hinten angegangen, weil wir uns angeschaut haben, worum wir beten sollen, nämlich den Heiligen Geist. Und jetzt wollen wir uns anschauen, wie wir den Heiligen Geist bekommen, nämlich im Gebet. Und da hatten wir auch am Montag eine sehr schöne Auflistung. Ich möchte einige nur herausnehmen von den Texten. Lukas 3 war natürlich diese Kombination von all diesen drei Elementen: Jesus, das Gebet und der Heilige Geist. Dann haben wir aber auch einen Text gehabt in Lukas 6, Vers 12, den ich sehr interessant fand. Da heißt es: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging, um zu beten, und er blieb die Nacht über im Gebet zu Gott.“ Jesus ist auf einen Berg gegangen. Er ist in die Stille gegangen. Er ist wirklich in die Ruhe gegangen, um zu beten. Und die Bibel sagt, dass er die ganze Nacht im Gebet blieb. Es war ihm wirklich ein ernstes Anliegen.

[30:50] Und in Vers 13 lesen wir: „Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger, und er wählte zwölf von ihnen, die er auch Apostel nannte.“ Ich will damit nicht sagen, dass wir zu jedem Tischgebet auf einen Berg müssen. Aber wenn wirklich ernste Fragen uns bewegen, und das war wirklich eine ernste Frage, die Jesus hier bewegt hat, dann sollten wir auch ernst darum beten. Und oft haben wir, glaube ich, vor allen Dingen bei den ernsten Sachen im Gebetsleben, ja, manchmal behandeln wir sie gar nicht so ernst, sondern es sind eher Nebensachen. Und ja, manchmal, wenn es dann um uns selber geht, wenn wir uns fragen: „Gott, was möchtest du, dass ich tue?“ oder hier und da, dass wir dann noch eher bereit sind, ernst zu beten. Aber der Text zeigt hier deutlich, dass Jesus um diese Auswahl von den zwölf Jüngern gebetet hat. Er hat um Weisheit gebetet, auch für seine Jünger. Wen soll ich auswählen? Er hat für seine Jünger gebetet. Und so sollten wir auch ernst darum beten, wenn es um unsere Freunde geht. Und manchmal, vielleicht auch viel öfter für unsere Freunde beten, als wir es bisher tun.

[32:12] Nicht umsonst heißt es auch in Jakobus 5, dieser bekannte Text. Jakobus 5, Vers 16 heißt es: „Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Das gerechte Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Hier haben wir auch diese Beziehung zu einem kraftvollen Gebet in der Fürbitte, wenn wir für andere Menschen beten, dass sie gesund werden. Und wenn es ein ernstes Gebet gibt, dann gibt es auch ein unernstes Gebet, nicht wahr? Und wir wissen, es sind diese Gebete, die ja nebensächliche Gebete sind. So lasst uns für unsere Freunde ernsthaft beten, weil es wirklich sehr viel vermag. Das Gebet ist eine Waffe, die wir oft unterschätzen.

[33:13] Lass uns weitergehen zu Lukas Kapitel 11. Das wohl bekannteste Gebet, da heißt es in Vers 1: „Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Und als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: ‚Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.‘“ Da war etwas in dem Gebet Jesu. Jemand, sein Jünger hat ihn beobachtet, und er war so ergriffen, dass er das auch selbst erleben wollte und ihn gefragt hat: „Jesus, zeig mir, wie wir beten sollen.“ Würdest du dir auch wünschen, manchmal zu sehen, wie Jesus betet? Aber wir haben das Vorrecht, dass viel aufgeschrieben ist, und Jesus auch hier direkt auf diese Frage eingeht. Er redet nicht herum, er stellt keine Fragen, sondern ein Jünger hat das Bedürfnis, dass er erkennen möchte, wie man betet. Und Jesus sagt direkt: „Okay, so machen wir es.“

[34:36] Da heißt es in Vers 2: „Er aber sprach zu ihm: ‚Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.‘“ Vielleicht hatten wir noch den Römer 8 Text im Kopf, wo es um den Heiligen Geist ging. Und da sehen wir auch in Römer 8, Vers 15, am Ende des Verses, dass wir den Geist empfangen und durch den wir rufen: „Abba, lieber Vater.“ Der Geist bringt es hervor, und Jesus sagt uns: „So soll dir beschehen: Vater“, um diese Kind-Vater-Beziehung zu verdeutlichen. Und sogleich soll es sein Name sein, der verherrlicht wird. Und sein Reich soll kommen. Jesus hat mit dem Bewusstsein gebetet, und er war sich absolut sicher, dass sein Reich kommt. Und genau so dürfen wir, wenn wir auch beten um das Reich Gottes, dass es kommt, sicher sein, dass es kommen wird.

[35:51] Vers 3 heißt es: „Unser tägliches Brot“, oder Entschuldigung, noch ein Teil des Verses in Vers 2, da heißt es: „dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.“ Jesus lenkt den Fokus auf die Erde, aber auch was im Himmel geschieht. Und alles sollte untergeordnet sein unter den Willen Gottes. In Vers 3 lesen wir: „Unser tägliches Brot gibt uns heute Tag für Tag.“ Wir dürfen Gott darum bitten, dass er uns wirklich unsere leiblichen Bedürfnisse stillt, die wir in Not haben. Aber auch natürlich das Brot, das geistliche Brot, dass wir auch daran zehren dürfen und ihn darum bitten dürfen.

[36:40] In Vers 4 heißt es: „Und vergib uns unsere Sünden; denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig werden. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Er macht deutlich, dass wir Vergebung brauchen und dass wir auch unseren Mitmenschen vergeben müssen und dass wir auch dieser Erlösung bedürfen, dieses Geschenk, das er uns anbietet, dass wir es annehmen sollen. Und so ist das Gebet nicht für Gott dazu da, dass Gott weiß, was unser Anliegen ist.

[37:19] In dem Parallelbericht in Matthäus 6 lesen wir in Vers 7: „Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr nicht leise sein; denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.“ Gott weiß schon, bevor wir ihn bitten. Und so ist das Gebet eher für uns, dass wir uns bewusst machen, dass wir sein Wort brauchen, dass wir das Brot von ihm bekommen, dass wir Vergebung brauchen und dass wir Erlösung nur von ihm bekommen.

[38:12] Und ein Text, der das auch verdeutlicht, dass das Gebet für uns ist, steht in Habakuk 2. Habakuk in Vers 1 heißt es: „Hier stehe ich auf meiner Warte und stelle mich auf meinen Turm und schaue und sehe zu, was er mir sagen und antworten werde auf das, was ich ihm vorgehalten habe.“ Im Gebet halten wir unsere Bitten vor Gott. Und das Ziel davon ist nicht, dass Gott jetzt sich eine Lösung überlegt oder dass Gott sich eine Antwort überlegt. Er weiß die Antwort schon. Er weiß unsere Bedürfnisse. Das Gebet ist dazu da, dass wir seine Antwort und dass wir seine Lösung erkennen. Und deswegen sollten wir darauf warten.

[39:09] In Psalm 37 lesen wir auch von diesem Warten. In Vers 7 heißt es: „Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.“ An anderer Stelle heißt es, in Psalm 46 ist das: „Sei stille und erkenne, dass ich Gott bin.“ Im Gebet sollen wir auf Gott warten, dass er uns seine Antworten gibt. Und wir werden ihn erkennen.

[39:41] Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern an Sprüche Kapitel 28, Vers 9. Da heißt es: „Wer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Gräuel.“ Manchmal beten wir und fragen Gott, aber wir geben ihm nicht die Möglichkeit zu antworten.

[40:03] In Jesaja 40 lesen wir auch einen sehr interessanten Gedanken. Und dort in Vers 31, oder Vers 30 schon: „Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen.“ Das ist eigentlich ein paradoxes Beispiel, weil wenn jemand wirklich kräftig ist und Energie hat, dann sind es junge Menschen, nicht wahr? Und hier sagt uns die Bibel, sie werden müde und matt. Und dann heißt es aber in Vers 31: „Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ Wenn wir im Gebet auf Gott harren, dann wird er uns diese Kraft geben. Und wenn wir diese Erfahrungen mit Gott machen, dann sollten wir sie auch uns in Erinnerung rufen und festhalten.

[41:09] Im fünften Buch Mose, Kapitel 8, Vers 2 lesen wir: „Und gedenke des ganzen Weges, den dich der Herr, dein Gott, geleitet hat, diese 40 Jahre in der Wüste, auf dass er dich demütige und versuchte und damit kund würde, was in deinem Herzen wäre, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht.“ Wir sollen den ganzen Weg des Herrn gedenken. Und wir kennen auch viele andere Beispiele, zum Beispiel in 1. Samuel 7 ist es, wo wir lesen, dass Samuel diesen Stein aufstellt und ihn Eben-Eser nennt und sagt: „Bis hierher hat uns Gott geholfen.“ Wir sollten uns auch immer wieder daran erinnern und festhalten, wie Gott uns geholfen hat, wie er unsere Gebete erhört hat. Weil dann wird sich auch unser nächstes Gebet verändern.

[42:02] In Philipper 4 und dort in Vers 6 lesen wir: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden.“ Manchmal beten wir, und wir sind so fokussiert auf unsere Bitten und auf unsere Anliegen, dass wir den Dank vergessen. Aber Gott sagt uns, selbst deine Bitten sollst du in Dank vor Gott bringen und mit Danksagung.

[42:41] Zurück in Lukas Kapitel 11 lesen wir in Vers 9 den Merkvers für diese Woche. Da heißt es: „Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“ Das ist eine Folge und eine Ursache ganz klar erlebt. Wenn wir bitten, dann werden wir empfangen, und wenn wir suchen, dann werden wir auch finden. Und der Umkehrschluss bedeutet, dass, wenn wir nicht suchen, dann werden wir auch nicht finden. Und wenn wir nicht bitten, dann wird uns auch nicht gegeben. Und das ist eine Verheißung, die wir von Gott bekommen, die uns aber nicht ein Freifahrtschein, könnte man sagen, gibt, dass wir jetzt alles bekommen, worum wir bitten.

[43:51] Die Bibel macht deutlich, dass es bei diesen Bitten gewisse Punkte beachtet werden sollen. Zum Beispiel lesen wir in Jakobus 4 und dort in Vers 3: „Ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr es für eure Gelüste vergeuden könnt.“ Wenn wir ich-bezogen bitten, wenn es uns nur darum geht, dass wir etwas bekommen dadurch, was getrieben ist von unseren Gelüsten und in übler Absicht, dann werden wir auch nicht empfangen.

[44:42] Ein weiterer Text lesen wir in den schon behandelten Johannes Kapitel 16 und dort in Vers 23, da heißt es: „An dem Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet, in meinem Namen, wird er es euch geben.“ Das Bitten in seinem Namen. Und in Markus Kapitel 11, Vers 24 heißt es: „Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr es empfangt, so wird es euch zuteilwerden.“ Wir dürfen so beten, dass wir schon daran glauben, dass wir es bekommen haben, und es wird uns geschenkt.

[45:36] Und ein letzter Vers zu dieser Frage nach dem Bitten lesen wir in 1. Johannes. 1. Johannes Kapitel 5, Vers 14, und das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: „Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben.“ Es geht nicht nur um das Bitten, es geht um das Bitten nach seinem Willen, und Gott wird es uns geben.

[46:34] Und das ganze Kapitel eigentlich in Lukas 11 geht ja um das Gebet. Es ist nicht nur das Vaterunser, sondern bis Vers 13 lesen wir sogar, dass es für Gott selbstverständlich ist, dass, wenn wir um etwas bitten, dass wir es bekommen werden. Und der Fokus liegt wieder auf dem Heiligen Geist. In Vers 13: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben, den, den bitten.“ Wenn wir Gott um den Heiligen Geist bitten, dann wird er ihn uns geben, und es ist so wie ein Vater, der seinem Kind alles geben wird, was gut für ihn ist.

[47:33] Und das Interessante ist auch, dass wir auch hier wieder diese drei Elemente sehen, dass Jesus betet um den Heiligen Geist und so, wie er es bei der Taufe gemacht hat, dass er gebetet hat und der Heilige Geist ist auf ihn gekommen und er hat die Bestätigung von Gott bekommen, dass, dass er Gottes Sohn ist. So hat er uns ein Vorbild gegeben, und alle Wege ist er schon vor uns gegangen. So können wir auch bitten um den Heiligen Geist, und wir haben die Bestätigung, dass wir ihn bekommen.

[48:14] Auch in Römer 8, Vers 32 lesen wir das größte Geschenk, das wir haben. Da heißt es: „Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ In Jesus hat Gott uns alles geschenkt.

[48:53] In Lukas Kapitel 22 lesen wir auch von einer besonderen Gebetserfahrung, und wir haben gesehen, dass sowohl der Heilige Geist als auch das Gebet Jesus durch sein gesamtes Leben begleitet haben. Und dort lesen wir in Lukas Kapitel 22, Vers 39: „Und er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger.“ Jesus hatte eine Gewohnheit. Und dann heißt es in Vers 40: „Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: ‚Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt.‘“ Es war eine Gewohnheit, auf den Ölberg zu gehen und zu beten mit seinen Jüngern.

[49:37] In Vers 41 heißt es: „Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder und betete.“ Das heißt, er ist nicht weit weggegangen. Das heißt, die Jünger konnten ihn sehen, und im Leben Jesu lesen wir sogar, dass sie ihn hören konnten. Es war nur ein Steinwurf entfernt, und er hat gebetet. In Vers 42 heißt es und sprach: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir. Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Es erschien ihm aber ein Engel vom Herrn und stärkte ihn. Es wurde auch in der Lektion im Sabbatschulheft herausgearbeitet. Der erste Punkt ist, dass der Wille Gottes wichtig ist, das Wichtigste, und dass wir zweitens uns seinem Willen komplett unterstellen sollen. Er bestärkt es, dass er sogar sagt: „Nicht mein Wille.“ Und als dritter Punkt ist dann uns aber auch diese Bestätigung sicher, dass wir von Gott selbst und von Engeln gestärkt werden.

[50:52] Und dann geht er aber wieder zurück zu seinen Jüngern und heißt es in Vers 45: „Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend.“ Für Traurigkeit der Jünger sind diese Aufforderungen Jesu nicht nachgekommen. Sie waren weder wach, noch haben sie gebetet. Und diese Aufforderung in Vers 40: „Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt.“ Die war nichts Neues für die Jünger. Ein Kapitel zuvor lesen wir in Lukas Kapitel 21, Vers 36: „So seid allezeit wach und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn.“ Jesus zeigte diese Parallele, dass Beten und Wachen direkt zusammengehören.

[51:53] Und einen weiteren Text dazu können wir auch in Offenbarung 12 lesen, der zeigt, dass gerade in der letzten Zeit, dass es wichtig ist, dass wir im Gebet wachen. In Offenbarung Kapitel 12 heißt es: „Darum freut euch, ihr Himmel, und die darin wohnen! Wehe aber der Erde und dem Meer, denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, dass er wenig Zeit hat.“ Wenn wir unachtsam sind und diese Aufforderung nicht nachgeben, wie es in Lukas hieß, dass wir beten, damit wir nicht in Anfechtung fallen, dann werden wir das Ziel des Zorns Satans.

[52:45] Und die letzte Begebenheit in Lukas, die wir anschauen wollen, ist in Lukas 12, wo auch diese Verbindung zwischen dem Wachen und dem Beten deutlich wird. Da heißt es in Lukas Kapitel 12, Vers 45: „Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: ‚Mein Herr kommt noch lange nicht‘, und fängt an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen, dann wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, an dem er es nicht erwartet. Der Herr dieses Knechtes wird kommen an einem Tag, den er nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen.“ Und in Vers 35 lesen wir das Gegenteil davon. Da heißt es: „Lasst eure Lenden umgürtelt sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie sogleich auftun.“ Wir können Jesus nur auftun, wenn wir wach sind und beten. Und da heißt es in Vers 37: „Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch, er wird sich schützen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen.“

[54:09] Möchtest du auch wachen und möchtest du beten, dass du erlebst, wie du vom Heiligen Geist erfüllt wirst und dass du in die Wahrheiten geleitet wirst, die nur durch den Heiligen Geist offenbart werden? Vielleicht ist dir bei dem Studium diese Woche der Gedanke gekommen, dass du vielleicht dein Gebetsleben reformieren wirst. Oder kam dir der Gedanke, dass du viel mehr für deine Freunde beten möchtest. Oder du hast dich inspirieren lassen von dem Gebetsleben, wie Jesus es gelebt hat. Und du vielleicht merkst, dass unsere Gebete uns so oft um uns selber drehen, dass wir den Fokus verlieren und dass wir manchmal Gott sogar Fragen stellen, aber ja, wie Pilatus Fragen stellen nach Wahrheit und nach Weisung. Aber dass wir dann aus diesem Gespräch herausgehen und das Gebet verlassen und diese Möglichkeit verpassen, dass Gott uns die Antwort gibt, die er eh schon hat. Aber dass wir sie erkennen können, dass wir diese Antwort verpassen.

[55:32] Und was auch immer deine Entscheidung ist, die du getroffen hast, in der Feser lesen wir, dass es der Heilige Geist ist, der uns versiegeln wird bis zum Tag der Erlösung. Und so möchte ich dich einladen, mit mir zusammen zu beten.

[55:48] Vater im Himmel, wir danken dir dafür, dass du das Gebet eingerichtet hast. Nicht für dich, dass du weißt, was wir wollen, sondern für uns, dass wir Antworten von dir bekommen können. Und durch Lukas hast du festgehalten, dass es so wichtig ist, dass wir um den Heiligen Geist beten, dass wir ihn empfangen und dass wir erleben, wie er uns in alle Wahrheit leiten wird. Und ja, wie er uns in unserem täglichen Leben führen wird, in kleinen Entscheidungen, aber auch in den großen Entscheidungen, dass wir uns auf deine Führung verlassen dürfen und dass er derjenige ist, der uns vertritt, wie es dir wohlgefällt. Und so bitte ich dich, dass du unsere Entscheidungen, die wir getroffen haben, dass du sie versiegelst und dass wir anderen Menschen auch, dass wir ihnen daran teilhaben lassen können, was du getan hast und dass wir festhalten, wie du in unserem Leben unsere Gebete erhört hast. In deinem Namen wollen wir es in Danksagung vor dich bringen und bitten dich und wissen, dass du tun wirst, worum wir dich bitten, wenn wir es in deinem Willen tun. Amen.

[57:24] Ja, wir sind froh, dass ihr euch eingeschaltet habt, mit uns dieses Thema zu studieren. Und wir wünschen euch ein gesegnetes und vor allen Dingen von dem Heiligen Geist geführtes Bibelgespräch am Sabbat. Und bis dahin und bis zum nächsten Mal wünsche ich euch Gottes Segen beim Studium seines Wortes. Amen.
[57:54] Copyright WDR 2021


Lizenz

Copyright ©2015 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.