[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Wir freuen uns, eine neue Serie beginnen zu können. Wir werden in den nächsten drei Monaten das Matthäusevangelium gründlich und intensiv studieren und wir sind ganz besonders froh, euch eine besondere Aktion vorzustellen, die wir im Zusammenhang mit dieser Cannstatt Study Hour Serie planen. Wir haben die Idee gehabt, dass es doch gut wäre, wieder einmal das Auswendiglernen von Bibelfersen, von ganzen Abschnitten der Bibel in den Vordergrund zu rücken und kaum ein anderes Buch eignet sich so gut dafür, wie das Buch Matthäus. Und so wollen wir euch ermutigen, ihr könnt auf der Internetseite von www.joelmedia.de dann auch weitere Informationen bekommen. Wir haben verschiedene Levels, die wir euch anbieten, wo ihr euch entweder für ein Kapitel oder für einige Kapitel oder vielleicht sogar für das ganze Buch entscheiden könnt und in den nächsten drei Monaten einen bestimmten Teil des Buches Matthäus komplett auswendig lernen könnt. Wir glauben, dass es wichtig ist, dass wir die Bibel nicht nur studieren, sondern dass wir sie auch im Herzen tragen, dass wir so wie Jesus in der Wüste, wo wir dann nächste Woche auch von lesen werden, in der Wüste damals war Jesus in der Lage mit dem auswendig gelernten Wort Gottes der Versuchung entgegenzutreten. Und so würden wir uns wünschen, wenn so viele Zuschauer wie möglich sich beteiligen und Teile des Matthäusevangeliums auswendig lernen, sodass wir als joelmedia-Familie dann gemeinsam dieses gesamte Evangelium auswendig beherrschen, so wie damals die Waldenser auch ganze Bücher gemeinschaftlich auswendig gelernt haben.
[1:57] Für heute wollen wir uns mit den ersten beiden Kapiteln befassen, die Matthäus aufgeschrieben hat. Die Lektion ist überschrieben: Sohn Davids. Und wir bereiten uns damit auf das Bibelgespräch vom 2. April 2016 vor. Und bevor wir beginnen, möchten wir es unserer guten Gewohnheit folgend mit einem Gebet starten und ich möchte euch einladen, liebe Freunde, dass wir gemeinsam dieses Gebet sprechen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort haben. Wir danken dir, dass dein Wort so voller Kraft ist und so viel voller Trost und Hoffnung und dass es uns Freude macht, wenn wir es lesen und studieren und auswendig lernen. Wir möchten dich bitten, dass du unser Denken jetzt leitest, dass wir die Schätze in deinem Wort erkennen und Entschlüsse fassen, diese Schätze auch in unserem Leben auszuleben und umzusetzen. Schenk du uns dazu deinen Heiligen Geist, weil ohne den können wir nichts tun. All das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.
[3:02] Matthäus war einer der zwölf Jünger. Seine Berufungsgeschichte sehen wir in Matthäus 9 und dort Vers 9. Das heißt dort: „Und als Jesus von da weiterging, sah er einen Menschen an der Zollstätte sitzen, der hieß Matthäus.“ In den Parallelberichten bei Markus zum Beispiel, Markus 2, Vers 14, wird er auch Levi genannt. Er hat also zwei Namen gehabt, etwas, was in der Bibel nicht unüblich ist. Wir finden dort viele Personen, die mindestens zwei Namen hatten. Und das heißt hier: „Und er, Jesus sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach.“ Als Zöllner war Matthäus da ganz gewohnt auch Buch zu führen und obwohl wir natürlich wissen, dass viele Zöllner und sicherlich auch Matthäus, ja auch nicht immer so exakt gewesen sind mit den Steuern, die sie eintreiben sollten und manches auch auf die eigene Seite gelegt hatten, war doch Matthäus jemand, der prinzipiell von seinen natürlichen Veranlagungen geeignet war, einen Bericht zu geben. Und es ist sicherlich kein Zufall, dass er einer der Jünger war, der tatsächlich einen schriftlichen Bericht des Lebens und Wirkens Jesu verfasst hat.
[4:16] Interessant ist, dass wir, obwohl wir nicht allzu viel von Matthäus wissen aus den Evangelien, doch hier noch etwas gesagt werden kann über ihn. In Lukas 9, Vers 10 heißt es: „Und es geschah, als er in dem Haus zu Tisch saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch.“ Das ist relativ uninteressant in Bezug auf Matthäus, ist aber äußerst interessant, denn in diesem Vers ist entscheidend, was hier nicht steht. Im Parallelbericht in Lukas 5 und dort Vers 29 heißt es: „Und Levi bereitete ihm ein großes Mahl in seinem Haus, und es saß eine große Schar von Zöllnern und anderen, die es mit ihnen hielten, bei Tisch.“ Es war also Matthäus selbst, der dieses große Fest initiiert hatte, doch er selbst berichtet nichts davon und steht damit in guter Tradition, wie zum Beispiel Johannes, der von sich selbst auch nur als dem Jünger sprach, den Jesus liebte. Er vermeidet es, groß über sich selbst zu reden, und das zeigt uns etwas von dem Charakter dieses Matthäus.
[5:14] Obwohl wir uns jetzt vor allem auf die ersten beiden Kapitel beschränken wollen, ist es vielleicht doch ganz gut, sich zu erinnern, dass es ein paar bestimmte Charakteristiken gibt, für die das Matthäus-Evangelium bekannt ist. Zunächst einmal ist es das längste aller Evangelien und eines der längsten Bücher des Neuen Testamentes überhaupt. Das liegt vor allem daran, dass Matthäus, wie kaum ein anderer, eigentlich wie kein anderer der Evangelisten, die Predigten von Jesus in großer Länge ausführlich wiedergibt. Das ist die Bergpredigt zu nennen, die Endzeitrede, die berühmte Gleichnisrede in Matthäus 13, die große Ansprache an die Pharisäer in Matthäus 23. Es wird im Matthäus-Evangelium ganz besonders als der große Lehrer dargestellt, anders als vielleicht im Evangelium von Markus, wo viele Predigten fast gar nicht vorkommen und er mehr der tatkräftige Wanderprediger ist. Matthäus stellt Jesus als den großen Lehrer dar und interessanterweise hat Matthäus auch einen Fokus vor allem auf Bibelkenner, also er schreibt vor allem an Juden. Anders kann man sich nicht erklären, dass er ständig in seinem Evangelium auf alttestamentliche Prophezeiungen, zum Teil auch auf eher unbekannte alttestamentliche Prophezeiungen bezogen ist, wie wir heute noch mehr sehen werden. Und dann ist Matthäus, vor allem im Gegensatz zu Lukas und auch durchaus zu Markus, jemand, der oftmals nicht so sehr chronologisch berichtet, sondern eher thematisch. Wenn man das Matthäus-Evangelium überschaut, dass viele Abschnitte thematisch gruppiert sind zu bestimmten Themen, sei es die Bergpredigt, sei es dann bestimmte Heilungen, sei es zum Thema Mission oder dann später zur ganzen Frage der Verwerfung Israels als ethnisches Volk. Das alles sind Dinge, die wir im Hinterkopf behalten sollten, wenn wir jetzt in den nächsten drei Monaten Matthäus uns unter die Lupe nehmen.
[7:13] Beginnen wir mal in Matthäus 1 und dort Vers 1, das heißt: „Geschlechtsregister Jesu Christi.“ Schon das ein ganz charakteristisch jüdischer Eingang in das Evangelium. Anders als die anderen Evangelisten fängt er mit etwas an, was direkt dem jüdischen Herzen sehr nahe war, nämlich einem Geschlechtsregister. Das geht zurück eigentlich auf die Idee von 1. Mose 5, Vers 1, wo von dem Buch der Abstammung, der Entstehungsgeschichte von Adam die Rede ist und das erste Geschlechtsregister von Adam bis Noah uns präsentiert wird. Auch hier ist es eigentlich ein Buch, das heißt wörtlich „Buch der Genesis“ im Griechischen, das Buch der Abstammung, das Buch des Ursprungs. Und damit ist der erste Bezug zum Alten Testament schnell hergestellt.
[7:58] „Geschlechtsregister Jesu Christi.“ Und dann kommen zwei entscheidende Aussagen, die von Anfang an die Grundthesen des Matthäus-Evangeliums deutlich machen: des Sohnes Davids und des Sohnes Abrahams. David und Abraham waren zwei der wichtigsten Figuren im jüdischen Denken. David, der berühmte König und sein Sohn hatte schon immer, die Idee des Sohnes Davids hatte ganz starke messianische Bedeutung. Das ging zurück auf diese Stelle in 2. Samuel 7, wo Gott dem David verheißen hatte, dass sein Sohn auf dem Thron für immer bleiben würde. In 2. Samuel 7 und dort Vers 13 heißt es von diesem Sohn Davids: „Er wird meinem Namen ein Haus bauen, und ich werde den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen.“ Vers 16: „Dein Haus und dein Königreich sollen ewig Bestand haben vor deinem Angesicht, dein Thron soll auf ewig feststehen.“ An vielen Stellen in Psalmen und an anderen Orten der Bibel ist diese Idee vom Sohn Davids aufgegriffen worden. Eine interessante Stelle vielleicht hier noch zu erwähnen: Jeremia Kapitel 33 und dort ab Vers 15. Auch das ist ein Name, der ja eigentlich auch dem Messias an anderer Stelle bei Jeremia gegeben wird. Und dann in Kapitel 23, um genau zu sein, und dann heißt es in Vers 17: „Denn so spricht der Herr: Es soll David nie an einem Mann fehlen, der auf dem Thron des Hauses Israel sitzt.“ Also diese Idee des kommenden Sprosses. Und hier bezieht es sich ganz deutlich nicht auf Salomo, den buchstäblichen Sohn von David, denn Jeremia schreibt lange nach Salomo. Dieser Spross Davids, der Herr unserer Gerechtigkeit, der soll der Sohn Davids sein, der auf dem Thron der Ewigkeit sitzt. Und Matthäus sagt, Jesus ist dieser Sohn Davids. Übrigens sagt Jesus das dann später selbst, wenn er in Offenbarung 22 uns wissen lässt, in Offenbarung 22 und dort Vers 16: „Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, um euch diese Dinge für die Gemeinde zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und der Spross Davids, der leuchtende Morgenstern.“ Er ist der Schöpfer Davids und der Sohn Davids. Und das wird dann die entscheidende Frage sein, mit denen er im 22. Kapitel alle Fragen der Schriftgelehrten mit einem Schlag aufführen lässt, aber dazu dann zu gegebener Zeit.
[11:05] Jesus wird nicht nur der Sohn Davids genannt, er wird auch der Sohn Abrahams genannt und auch das ist eine interessante Sache, denn auch hier findet sich wieder eine ganz starke messianische Anspielung. In 1. Mose 22, diese berühmte Geschichte, wo Abraham aufgefordert wird, seinen Sohn zu opfern, lesen wir in 1. Mose 22 und dort Vers 16: „Und er sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, sprich daher: Weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht verschont hast, …“ In Vers 16 und dann Vers 18: „…da in deinem Namen, in deinem Samen, Verzeihung, sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst.“ An dieser Stelle ist Samen nicht plural, sondern singular, wie uns der Paulus deutlich macht. Im Galaterbrief bezieht er sich auf diese Stelle und sagt in Galater 3, Vers 16: „Nun sind aber die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht und den Samen als von vielen, sondern als von einem und deinem Samen, und dieser Vater ist Christus, der Same Abrahams.“ Dieser eigentliche Sohn Abrahams ist Christus. David bekannt für das Königreich, Abraham der Patriarch des Glaubens, Jesus der wahre König und Jesus der wahre Vater des Glaubens sozusagen, der wahre Stammvater, der wahre Ursprung der wahren Religion.
[12:37] Nun, dieses Geschlechtsregister, das wir in Matthäus 1 finden, ist sehr interessant. Das heißt hier zum Beispiel ab Vers 2: „Abraham zeugte den Isaak, Isaak zeugte den Jakob, Jakob zeugte den Juda und seine Brüder.“ An dieser Stelle ist interessant, dass an jedem einzelnen Glied niemals der zuerst geborene Erbe wird. Es ist Isaak und nicht Ismael, es ist Jakob und nicht Esau, es ist Juda und nicht Ruben. In allen Fällen sind da bestimmte weitere Details interessant, die man genau anschauen könnte. Isaak war der Sohn der Verheißung, während Ismael der Sohn der eigenen Werke war, der eigenen Idee Abrahams. Jakob und Esau illustrieren dann diesen Unterschied zwischen wahrer Bekehrung und falscher Reue. Obwohl beide dieselbe Kultur, dieselbe Erziehung, dieselben Gene, dasselbe Alter haben, dieselbe Lebenserfahrung, ist der eine bekehrt und der andere nicht. Und dann, Juda und Ruben ist eine interessante Geschichte, wenn man sich anschaut, dass beide schwere Sünden begehen, aber Juda offensichtlich eine besondere Bekehrungsgeschichte erlebt, die in 1. Mose mehr angedeutet als ausgesprochen wird, aber die man zwischen den Zeilen sehr deutlich nachvollziehen kann. Und diese Geschichte des Regelbrechens sozusagen, von der angestammten Regel, dass immer der Erstgeborene das Erstgeburtsrecht bekommt, die setzt sich direkt fort im nächsten Vers.
[14:03] „Juda zeugte den Perez und den Serach mit der Tamar.“ Auch das ist eine interessante Geschichte. 1. Mose 38 kann man das genau nachlesen, da haben wir nicht die Zeit dazu, aber dieser ganze Stammbaum ist voller erstaunlicher Geschichten von Menschen, die schwer in Sünde fallen und dann aber auch bereuen. Und auch hier haben wir wieder diese Geschichte: zwei Söhne, Serach der Erstgeborene, aber Perez ist dann der Stammhalter der Heilslinie. „Perez zeugte den Hesron, Hesron zeugte den Aram, Aram zeugte den Aminadab, Aminadab zeugte den Nachschon, Nachschon zeugte den Salmon.“ Und dann kommen wir in Vers 5 zu zwei Frauen.
[14:42] „Salmon zeugte den Boas mit der Rahab und Boas zeugte den Obed mit der Ruth.“ Eine Kanaaniterin und eine Moabiterin im Stammbaum des Messias. Schon diese ersten Verse haben genügend Dynamit und Sprengstoff in sich, um für lange Diskussionen zu sorgen. Und ich denke, jeder jüdische Leser hat sich die Augen gerieben bei diesen ersten Versen. Und dann geht es so weiter: „Obed zeugte den Isai, Isai zeugte den König David.“ Und König David zeugte den Salomon mit der Frau des Urija, das war natürlich die Batseba. Aber diese Formulierung „Frau des Urija“ legt den Fokus natürlich noch stärker auf die Sünde des David, dem Urija nicht nur seine Frau auszuspannen, sondern ihn dann auch noch umbringen zu lassen. Und das ist vielleicht eine der bemerkenswertesten Geschichten hier in diesem Stammbaum von diesem eigentlich so treuen König, der so tief gefallen war und durch Gottes Gnade und das Strafgericht des Nathan, diese prophetische Rede, wieder zu seinen Sinnen gebracht wird und an diesen wirklich tiefgründigen, herzzerreißenden und für uns alle, glaube ich, heilsamen Psalm geschrieben hat, Psalm 51.
[15:52] Es geht dann weiter: „Salomon zeugte den Rehabiam, Rehabiam zeugte den Abija, Abija zeugte den Asa.“ Das ist dann natürlich so seit der Zeit von Rehabiam in der Zeit der Spaltung in Nord- und Südreich. Und man kann dann in den Königen und Chroniken dann lesen, was diese einzelnen Könige getan haben. Einige waren gut, einige waren schlecht, einige waren so mal gut, dann schlecht, wie zum Beispiel Asa, der erst Reformen brachte und dann sich nicht mehr ganz so auf Gott verlassen hat. Aus Zeitgründen werden wir uns jetzt nicht alle hier genau anschauen, aber wir haben auch im Sendemanuskript noch einige Notizen zu ihnen. Und interessant ist auch, dass dieses Geschlechtsregister einige Namen auslässt, zum Beispiel Ahasja, Joas, Amazja kommen nicht vor. Das ist manchmal als Beweis dafür genommen worden, dass Geschlechtsregister in der Bibel grundsätzlich immer lückenhaft sein sollten, auch dort, wo genaue Jahresangaben das eigentlich unmöglich machen, wo dann in 1. Mose genaue mathematische Korrelationen keine Lücken eigentlich zulassen. Aber an dieser Stelle werden bestimmte ausgelassen und der genaue Grund ist nicht immer sofort ersichtlich, aber sicherlich auch eine Sache, die noch weiter studiert werden kann.
[17:07] Auf jeden Fall geht es dann hier weiter. Vers 8: „Asa zeugte den Josaphat, Josaphat zeugte den Joram, Joram zeugte den Usija, Usija zeugte den Jotam, Jotam zeugte den Ahas, Ahas zeugte den Hiskia, Hiskia zeugte den Manasse.“ Auch der natürlich eine interessante Figur in der biblischen Geschichte, mit seinem jahrzehntelangen Abfall, seinem Götzendienst, Prostitution, Okkultismus, schlimmer als er hat es kaum jemand getrieben in der biblischen Geschichte und dann ist er doch ein Kind Gottes geworden, hat sich bekehrt im Loch, im Erdloch irgendwo in Mesopotamien und wurde wieder von Gott in sein Königamt eingesetzt und ist hier in diesem Geschlechtsregister des Messias mit enthalten und erwähnt.
[17:53] „Manasse zeugte den Amon, Amon zeugte den Josia.“ Einen der letzten großen Reformer im Südreich. „Josia zeugte den Jojachin und dessen Brüder.“ Das ist eine recht komplizierte Geschichte, wer da dann wie König war und auch die Namen wurden ja zum Teil dann geändert, auch das kann man nachlesen, dann vor allem bei Jeremia und entsprechenden Stellen. Zur Zeit der Wegführung nach Babylon, nach der Wegführung von Babylon zeugte Jojachin den Schealtiel und Schealtiel zeugte den Serubbabel, heißt wörtlich „gezeugt in Babylon“. Auch das wirft ein Schlaglicht auf diese schmachvolle Geschichte des Volkes Israel dort in Babylon.
[18:31] Vers 13: „Serubbabel zeugte den Abihud, Abihud zeugte den Eliakim, Eliakim zeugte den Azor, Azor zeugte den Zadok, Zadok zeugte den Achim, Achim zeugte den Eliud, Eliud zeugte den Eleasar, Eleasar zeugte den Mattan, Mattan zeugte den Jakob, Jakob zeugte den Josef.“ Das sind alles Namen, die in der Bibel nicht mehr vorkommen, es ist die Zeit zwischen den Testamenten. Und dann kommt dieser Josef, ein unbekannter, mittelloser Nachkomme Davids.
[18:56] Und die Bombe geht in Vers 16 los, denn es heißt: „den Mann der Maria, von welcher Jesus geboren ist, der Christus genannt wird.“ Und es ist fast schon ironisch, wenn man feststellen muss, dass dieses gesamte Geschlechtsregister genau an der Stelle, wo es hinzielt, nämlich zu dem Messias, keine genetische Verbindung hat. Es hört direkt ein Glied vorher auf. Jesus ist nicht genetisch der Sohn von Josef und auch nicht abstammend von Jakob oder Mattan oder Eleasar oder Eliud. Es ist fast so, als ob das Geschlechtsregister ad absurdum geführt wird. Nun, in Lukas 3 finden wir das genetische Geschlechtsregister von Jesus, das über Maria geht und das zeugt, das deutlich macht, dass er tatsächlich der genetische Nachfahrer auch von Abraham und auch von David war. Aber nach David hat sich dann die Linie gespalten und die Linie, die hier erwähnt wird, ist die väterliche Linie, also die väterliche Linie, die von Josef, die über Salomo geht, die von Maria geht nicht über Salomo. Das könnt ihr in Lukas 3 dann ausführlich nachlesen.
[19:59] Vers 17 zeigt uns dann nochmal eine kurze Zusammenfassung: „So sind es nun von Abraham bis zu David insgesamt 14 Generationen und von David bis zur Wegführung nach Babylon 14 Generationen und von der Wegführung nach Babylon bis zu Christus 14 Generationen.“ Die gesamte Geschichte Israels wird in kurzen Zeitabschnitten, in kurzen Schlaglichtern wiedererzählt. Der Patriarch, der Stammvater, dann der größte und berühmteste und meistgeliebteste König, dann die Schmach des Exils und dann letztlich dieser unbekannte Josef, der nicht einmal der echte leibliche Vater des Messias ist. Was für ein reiches Kapitel, schon hier. Und jemand, der das Alte Testament gut kannte, der hatte jetzt schon genügend Stoff nachzudenken, was der Matthäus damit eigentlich sagen wollte. Die Geschichte des Messias ist so ganz anders, als das rigide Traditionsdenken der Pharisäer vermutlich ist.
[20:59] Dann geht es weiter in Vers 18: „Die Geburt Jesu Christi aber geschah auf diese Weise: Als nämlich seine Mutter Maria mit Josef verlobt war, noch ehe sie zusammengekommen war, erwies es sich, dass sie vom Heiligen Geist schwanger geworden war.“ Und interessant ist, dass Matthäus die gesamte Frühgeschichte Jesu aus der Perspektive von Josef erzählt. Es ist sein Geschlechtsregister. Es werden all die Geschichten erzählt, wo der Engel Gabriel dem Josef erscheint, während Lukas all die Geschichten erzählt aus der Perspektive von Maria und entsprechend auch ihr Geschlechtsregister dann quasi komplementär dazu ergänzt. In Lukas 1, Vers 35 hatte man ja schon lesen können, dass der Engel verheißen hatte, dass Maria schwanger werden würde. Und hier sehen wir jetzt die Erfüllung dieser Vorhersage.
[21:50] Vers 19 sagt: „Aber Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht der öffentlichen Schande preisgeben wollte, gedachte, sich heimlich zu entlassen.“ Interessant ist, sie waren verlobt und doch wird er ihr Mann genannt. Das zeigt, dass im hebräischen Denken und in der hebräischen Praxis Verlobung mehr bedeutete als bei uns heute. Heute ist bei uns Verlobung etwas, was man leicht auflösen kann, aber der Verlobte im hebräischen Denken war bereits eigentlich rechtmäßig verheiratet, man lebte nur nicht zusammen. Und daraus erklärt sich auch diese wunderschöne Formulierung in Hosea 2, wo Gott sagt: „Ich will mich euch verloben, ich will mich dir verloben.“ Er möchte einen echten Bund schließen. Wir sind dann schon mit ihm verheiratet, auch wenn wir noch nicht mit ihm zusammen leben, was dann erst im Himmel und auf der neuen Erde Tatsache sein wird.
[22:31] Interessant ist, wie Josefs Charakter beschrieben wird. Er war gerecht und wollte doch nicht Maria der öffentlichen Schande preisgeben. Er wollte die Wahrheit und hat trotzdem Liebe geübt. Er hatte ein Bedürfnis, keinen Kompromiss zu machen und wollte trotzdem die vermeintliche Sünde irgendwie nicht größer und dramatischer machen, als sie eigentlich war. Und in diesem Sinne hat diese Geschichte eigentlich einen gewissen Vorbildcharakter, einen typologischen Charakter auch auf das, was Gott selbst gefühlt hat. Gott selbst ist gerecht und doch möchte er das Beste auch für sündige Menschen. Und natürlich war die Maria an dieser Stelle keine Sünderin, aber diese Charaktereigenschaft von Josef, die Gerechtigkeit und die Liebe zum Nächsten zusammenzubringen, die lässt sich hier schön erkennen. Es war ja keine einfache Situation. Nach 5. Mose 22 war eigentlich, wenn es sich herausgestellt hätte, dass ein anderer Mann der Vater dieses Kindes wäre, dann wäre das nach 5. Mose 22 der Todesstrafe würdig gewesen. Und dieses Entlassen bedeutet natürlich eine Scheidung, eine echte Scheidung, wie sie in 5. Mose 24, Verse 1 bis 4 beschrieben wird.
[24:01] Dann heißt es in Vers 20: „Während er aber dies im Sinn hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum, der sprach: Josef, Sohn Davids, …“ Interessante Formulierung, vor allem im Hinblick darauf, dass ja Jesus dann auch als der Sohn Davids genannt wird, „…scheue dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen, denn was in dir gezeugt ist, ist vom Heiligen Geist.“ Dieser Vers belegt, würde alleine schon beweisen, dass Gott Gedanken lesen kann. Er hat es im Sinn gehabt, er hat darüber nachgedacht und Gott liest seine Gedanken, auch wenn die Engel die Gedanken nicht lesen können, aber Gott liest die Gedanken und sendet einen Engel mit der Botschaft, der ihm dann sagt: „Nimm deine Frau zu dir.“ Und diese Geschichten, dass ein Engel des Herrn auftritt, das kommt in der Frühgeschichte Jesu sehr oft vor. Wir sehen das bei Zacharias, wir sehen das bei den Engeln auf dem Feld von Bethlehem, wir sehen es bei der Maria und wir sehen es auch hier bei Josef an mehreren Stellen sogar.
[25:02] Und dann heißt es Vers 21: „Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.“ Der Name Jesus ist entscheidend und was ebenfalls entscheidend ist, ist die Formulierung: „Und du sollst ihm den Namen Jesus geben.“ Das ist eine Formulierung, die kommt aus dem Alten Testament, in 1. Mose 17 und dort ab Vers 19, da heißt es: „Da sprach Gott: Nein, sondern Sarah, deine Frau, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, denn ich will mit ihm einen Bund aufrichten als einen ewigen Bund für seinen Samen nach ihm.“ Diese besondere Formulierung wird dann nur noch einmal verwendet, nämlich in Lukas, in Lukas 1, Vers 13 beziehungsweise 31, wo es sich auf Johannes und dann natürlich auf Jesus bezieht.
[26:18] „Du sollst ihm den Namen Jesus geben.“ Jesus bedeutet wörtlich „der Herr ist Rettung“ und das ist eigentlich die griechische Form von Joshua. In manchen alten englischen Bibeln wird Joshua im Neuen Testament als Jesus übersetzt und damit wird auf einen großen Mann im Alten Testament natürlich Bezug genommen, der das Volk siegreich nach Kanaan führte, der der Anführer war, als das Volk die Kanaaniter ihre Feinde besiegte. Und Jesus sollte wirklich als der Held, als der König kommen, als der Sohn Davids, aber nicht um die Römer oder irgendwelche anderen Feinde zu besiegen, sondern den Feind schlechthin. Er wird sein Volk erretten von ihren Sünden, nicht mit ihren Sünden und nicht in ihren Sünden, sondern von ihren Sünden. Jesus kam, von Anfang an macht Matthäus sehr deutlich, der Zweck der Sendung Jesu als des Königs, des siegreichen Josuas, des Jeschuas war es, die Sünde zu besiegen in seinem Volk. Er wird sein Volk erretten. Übrigens, der König David war der König von Israel. Jesus kam, um das Volk, sein Volk Israel zu retten von der Sünde. Andersherum sagt uns aber natürlich Johannes 1, Vers 29: „Siehe, das Lamm Gottes, das der Sünde der Welt Sünde trägt.“ Das heißt, dass Israel hier ist tatsächlich ein geistliches Israel. Jeder, der von Jesus, von der Sünde, durch Jesus von der Sünde gerettet wird, ist Israel und gehört zum Volk Jesu. Und das ist eigentlich ein sehr wichtiger und entscheidender Punkt.
[28:24] Und dann haben wir diese typische Formulierung, die wir bei Matthäus oft antreffen werden, Vers 22: „Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllt wurde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht:“ Und jetzt kommt das Zitat, das berühmte Zitat aus Jesaja 7. „Dies alles aber ist geschehen: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm und man wird ihm den Namen Immanuel geben.“ Das heißt, übersetzt: Gott mit uns. Das heißt, hier wird Jesaja 7, Vers 14 zitiert und dann wird noch eine erklärende Übersetzung beigegeben. Und dieser Vers hat es in sich. Zunächst einmal ganz kurz die Erwähnung: Es gibt einige, die immer wieder darauf Bezug nehmen, dass im Hebräischen von Jesaja 7, Vers 14 das Wort für Jungfrau durchaus auch junge Frau heißen könnte. Das ist zwar wahr, hat aber keine Auswirkung auf die Lehre der Kirche, denn hier in Matthäus wird derselbe Vers auf Griechisch zitiert. Und in Griechisch ist das Wort für Jungfrau „Parthenos“ und das heißt Jungfrau und nicht junge Frau, ganz eindeutig Jungfrau. Und deswegen ist die biblische Lehre, dass Maria wirklich Jungfrau war, absolut biblisch sicher belegt und kann nicht anders gedeutet werden.
[29:47] Übrigens ist dieser Vers auch ein Hinweis darauf, dass es nicht auf den exakten Namen, die Buchstammkombination ankommt. Jesus ist nicht deswegen gerettet, weil er Jesus oder Joshua oder wie auch immer man diesen Namen aussprechen möchte, heißt, denn an anderer Stelle wird er eben Immanuel genannt. Jesus hat viele Namen. Er wird auch genannt das Licht und das Brot des Lebens, er wird genannt das Wort, wird genannt Michael, Sohn Gottes, Menschensohn. All diese Titel und Namen beschreiben verschiedene Elemente. Der Name Jesus beschreibt seine Funktion als Retter, als Bekämpfer der Sünde. Der Name Immanuel beschreibt die Tatsache, dass in ihm Gott und Mensch sich verbinden. Er war ganzer Gott, er war ganzer Mensch und durch ihn werden Gott und Mensch wieder miteinander verbunden. Übrigens ist Immanuel auch ein Name für das Volk Israel. Das kann man in Jesaja 8, Vers 8 nachlesen, könnt ihr dann zu Hause im Sendemanuskript nochmal nachvollziehen.
[30:51] Was aber auf jeden Fall wir anschauen sollten, ist der Kontext von Jesaja 7, Vers 14. In Jesaja 7, Vers 14 befindet sich das Volk Gottes im Kriegszustand. Das Nordreich hat sich mit dem König von Aram zusammengetan und Ahas, der König des Südens, ist in Bedrängnis. Und durch den Propheten Jesaja sendet Gott eine Botschaft an den König von Juda und sagt in Vers 11: „Jesaja 7, Vers 11: Erbitte ein Zeichen von dem Herrn, deinem Gott, erbitte es in der Tiefe oder droben in der Höhe.“ Da antwortete Ahas: „Ich will nichts erbitten, damit ich den Herrn nicht versuche.“ Darauf sprach Jesaja: „Hört doch, Haus David! Ist es euch nicht genug, dass ihr Menschen ermüdet, müsst ihr auch meinen Gott ermüden?“ Und dann kommt im nächsten Vers: „Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.“ Der Kontext ist: Gott verheißt einen Sieg gegen einen übermächtigen Feind und möchte das deutlich machen und das Volk, in dem Fall der König, traut sich gar nicht, etwas Hohes von Gott zu erwarten. Man erwartet, man will Gott gar nichts Großes tun sehen. Man ermüdet Gott. Und die Frage ist, ob man das nicht auch mit Fug und Recht übertragen kann auf die Situation Matthäus 1, Vers 21. Kann es sein, dass Gott möchte, dass wir Großes von ihm erwarten, dass er uns den Sieg über die Sünde schenken möchte und wir oft sagen: „Wollen wir es nicht zu extrem machen, wollen wir nichts Großes von Gott diesbezüglich verlangen?“ Und Gott vielleicht tatsächlich auch zu uns sagt: „Ja, warum ermüdet ihr mich, weil ihr die großen Verheißungen des Evangeliums nicht so buchstäblich annehmen wollt, wie sie dort stehen?“
[32:49] Immanuel ist wirklich eine Schlüsselwahrheit der Bibel. Gott mit uns. Er ist Gott, er ist ein mittlerer Mensch. Wie jemand so schön gesagt hat: Als Mensch war Jesus ein Beispiel für den Gehorsam und als Gott schenkte er uns die Kraft, die wir brauchen, damit wir diesem Beispiel nachfolgen können. Beides ist entscheidend und beides sehen wir in Jesus, hier in Matthäus 1 schön deutlich illustriert.
[33:20] Vers 24: „Als Josef vom Schlaf erwachte, Matthäus 1, 24, handelte er so, wie es ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, ein schönes Beispiel für Gehorsam, und nahm seine Frau zu sich und er erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte. Und er gab ihm den Namen Jesus.“ Vielleicht nur ganz kurz am Rande erwähnt, Beweis dieser Vers, dass die katholische Tradition, dass Maria für immer Jungfrau gewesen ist, nicht richtig ist. Er erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte. Und er, nicht Maria, sondern Josef, gab ihm den Namen Jesus, so wie auch der Engel gesagt hatte. Und das zeigt, welche Verantwortung Josef als rechtlicher Vater hatte, auch wenn er genetisch keinen Anteil an Jesus hatte. Er gab den Namen, nicht Maria. Und das ist in dem Zusammenhang auch interessant zu erwähnen.
[34:15] Die Geschichte geht weiter, Matthäus 2, Vers 1: „Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen aus dem Morgenland nach Jerusalem.“ Die Zeit „in den Tagen des Königs Herodes“ sagt uns, dass es wahrscheinlich in den Jahren 6 oder 5 vor Christus, vielleicht knapp 4 vor Christus gewesen ist. Denn im Frühjahr 4 vor Christus ist Herodes gestorben. Und wahrscheinlich wissen wir alle, dass die Einteilung vor und nach Christus Jahrhunderte später erst gemacht worden ist von einem Mönch im 6. Jahrhundert, der sich etwas verrechnet hatte um ein paar Jahre. Jesus ist also bei seiner Taufe nicht 27 gewesen, obwohl es im Jahre 27 stattfand, sondern um die 30, wie Lukas sagt. Und in jeder Zeit kommen jetzt Sterndeuter, Astronomen aus dem Orient, aus Mesopotamien, aus der Gegend von Babylon nach Jerusalem. Und das ist jetzt eine sehr interessante Geschichte. Das ist übrigens eine Erfüllung von Prophezeiungen in Jesaja 11, Vers 10. Und das ist nur ein Beispiel von mehreren Prophezeiungen, insbesondere auch bei Jesaja, die dieses Kommen der Heiden verdeutlichen.
[35:30] Jesaja 11, Vers 10: „Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden die Heidenvölker fragen nach dem Wurzelspross Isai, der als Banner für die Völker dasteht, und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.“ Dieser Wurzelspross Isai ist natürlich der Messias. Das wissen wir aus Jesaja 11, Vers 1. „Und es wird ein Zweig hervorgehen aus dem Stumpf Isai und ein Schössling hervorbrechen aus seinen Wurzeln.“ Vers 2: „Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und so weiter und so fort.“ Der Messias ist dieser Sprössling aus dem Stumpf Isai. Übrigens das Wort, das hier steht für Schössling ist das Wort „Netzer“. Gut merken, kommen wir später nochmal darauf zurück. Und im selben Kapitel hier finden wir die Prophezeiung, dass Heidenvölker kommen werden, um nach diesem Wurzelspross, diesem unscheinbaren Nachkommen Isai, diesem Sohn Davids zu fragen. Also Prophezeiung erfüllt sich direkt vor den Augen der Bewohner Jerusalems und wahrscheinlich hat das niemand in der Form bemerkt.
[36:30] Es heißt in Vers 2: „Sie sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten.“ Sie sahen dort dieses helle Licht am Himmel und haben das für einen Stern gehalten, der so ganz außerhalb aller Sternkarten waren, die in Babylon über Jahrtausende angefertigt worden sind. Auf keiner Tontafel konnte man diesen Stern finden. Und so hat man in den Büchern gelesen, ob es irgendwann irgendwo eine Prophezeiung gibt, die diesen seltsamen Stern erklären könnte. Und man fand dann in den überlieferten Schriften eines seltsamen Propheten namens Bileam, der ungefähr anderthalb Jahrtausende vorher gelebt hatte und auch im mesopotamischen Raum sich hinterlassen hatte am Euphrat, man fand diese merkwürdige Prophezeiung in 4. Mose 24, Vers 17 ist sie in der Bibel aufgezeichnet. „Ich sehe ihn aber jetzt noch nicht. Ich schaue ihn aber noch nicht in der Nähe. Ein Stern tritt hervor aus Jakob und ein Zepter erhebt sich aus Israel.“ Das war die Verbindung: Stern und König. „Er wird die Schläfenmoops zerschmettern und alle Söhne Seeds zertrümmern.“ Als die Astronomen das sahen und dann mit diesen Schriften von Bileam verglichen, da stellten sie fest: Das muss der Stern sein, der vor vielen Jahrhunderten verkündigt worden ist. Das muss der König der Juden sein, der hier verheißen ist. Es gab ja damals durchaus eine weit verbreitete Erwartungshaltung für einen kommenden Welterretter.
[38:01] Und sie sagen: „Wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten.“ Hier kommen also Heiden aus Babylon, aus Mesopotamien, dort wo eigentlich früher die Schmach des Exils gewesen ist, nach Jerusalem und fragen nach dem Messias und das Volk Gottes fällt aus allen Wolken.
[38:20] Vers 3: „Als das der König Herodes hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm.“ Es scheint so zu sein, dass das eine der Momente ist gewesen ist, wo Gott Jerusalem aufwecken wollte. Jesus sagte später: „Wie oft habe ich nicht deine Küken sammeln wollen, Jerusalem, Jerusalem.“ Das ist ein Moment, wo Gott jetzt Menschen eine Karawane aus dem Osten sendet, um Jerusalem aufzuwecken. Der Messias kommt. Auch diese Chance blieb vertan.
[38:49] Das heißt von Herodes, er rief alle obersten Priester, Vers 4, und er fragte von ihnen, wo der Christus und Schriftgelehrte des Volkes zusammen und er fragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Herodes selbst war kein Jude, er war eigentlich ein Edomäer, jemand der aus den Nachfahren Edoms kommt, was übrigens auch damals große Diskussionen im Volk Israel unter den Juden ausgelöst hat. Und er fragt jetzt die Schriftgelehrten nach dem Christus. Er hält ein theologisches Symposium ab, das der Frage nachgehen sollen, wo wird der Christus geboren werden. Das ist deswegen interessant, weil die Astronomen von einem König gesprochen haben. Da kommen die Weisen aus dem Morgenland und fragen nach einem König und selbst für den nicht-jüdischen Herodes bedeutet König Christus. Wenn also wir am Anfang von dem Geschlechtsregister Jesu Christi lesen, dann war das das Geschlechtsregister von Jesus, dem König, dem gesalbten König, der sein Volk befreien wird, von dem größten Feind aller Feinde, dem Feind, den wir Sünde nennen.
[40:02] „Wo wird der Christus geboren werden?“ Vers 5: „Sie aber sagten ihm: In Bethlehem in Judäa, denn so steht es geschrieben durch den Propheten.“ Dann kommt das Zitat aus Micha 5. „Und du, Bethlehem, im Land Juda, bist keineswegs die geringste, du bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Judas, denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll.“ Also hier haben wir jetzt das Wort Herrscher. Erst hatten wir König Christus und dann Herrscher und dann weiden soll, ist eigentlich ein Hirte. Ein König, der wie ein Hirte agiert. Und das wiederum bringt uns zu Jesaja 11 und zu Jesaja 40, eigentlich viel mehr gesagt an vielen anderen Stellen. Hesekiel spricht von dem Hirten, der kommen würde.
[40:57] Was interessant an diesem Vers ist, dass die Theologen hier bei diesem theologischen Symposium die richtige Antwort geben und trotzdem nicht danach handeln. Sie werden gefragt zur gegenwärtigen Prophetie und sie können die richtige Antwort geben. Ellen White sagte uns im Leben Jesu, sie haben das zögerlich getan, aber sie haben dann die richtige theologisch einwandfreie Antwort gegeben. Nur sie haben das nicht umgesetzt, was sie selbst gesagt haben. Keiner von ihnen ist nach Bethlehem gegangen. Kann es manchmal sein, dass auch wir auf Nachfrage die richtige Antwort bezüglich der gegenwärtigen Wahrheit sagen, ohne das zu tun, was wir eigentlich tun müssen? Kann es sein, dass wir manchmal vor lauter Theologie unseren eigentlichen Auftrag vergessen?
[41:34] Vers 7: „Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen war. Und er sandte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht genau nach dem Kind und wenn ihr es gefunden habt, so lasst es mich wissen, damit auch ich komme und es anbete.“ Offenbarung 12, Vers 4 sagt uns, der Drache Satan stand vor der Frau, der Gemeinde, um, wenn sie das Kind, den kommenden Messias gebären würde, es sofort zu verschlingen. Der Satan benutzt den Herodes als ein Instrument, um den Messias so schnell wie möglich aus dem Weg zu bekommen. Und interessanterweise ist dieser Feind des Christus, man könnte fast von einem Antichristen sprechen, jener, der Christus vernichten will, Christus bekämpfen will. Herodes, jemand, der öffentlich sagt, er würde gern Christus anbeten. Der Kampf gegen Christus wurde in Matthäus 2 von jemandem geführt, der Christus angeblich anbetet und er sich groß interessiert für die Prophezeiung und die Suche nach Christus.
[42:43] Vers 9: „Und als sie den König gehört hatten, zogen sie hin und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand, wo das Kind war.“ Spätestens hier wird sehr deutlich: Es war kein buchstäblicher Stern, denn das hätte Bethlehem versenkt. Es war ein Engel. Offenbarung 1, Vers 20 macht deutlich, dass Sterne in der Bibel ein Symbol oftmals für Engel sind und Engel, die mit ihrer Herrlichkeit aus der Ferne wie ein Stern wahrgenommen worden sind und sicherlich von Astronomen erst einmal als Stern so identifiziert worden sind. Und diese Engel führen jetzt diese Heiden, muss man eigentlich sagen, die Wahrheitssuche nach Bethlehem. Nicht die Pharisäer, nicht die Sadduzäer, nicht irgendwelche Laien in Jerusalem, sondern die Engel selbst. Es wäre tragisch, wenn in unserer Zeit kurz vor der Wiederkunft, wenn Menschen aus Babylon herauskommen, um die Wahrheit zu suchen, sie uns allenfalls erschrecken würden, wir vielleicht mal eine richtige theologische Antwort geben, ohne selbst sie zu Christus zu führen. Lass uns den Fehler nicht wiederholen, wie das Volk Israel damals bei der Ankunft des Messias tat.
[44:01] Vers 10: „Als sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hoch erfreut.“ Übrigens dasselbe Wort wie in Lukas 2, Vers 10, als dann die Engel auch singen in der Ebene bei Bethlehem. Und dann Vers 11: „Und sie gingen in das Haus hinein und fanden das Kind samt Maria, seine Mutter. Da fielen sie nieder und beteten es an.“ Die Pharisäer beteten den Messias nicht an, die Sadduzäer beteten den Messias nicht an, die Bewohner Jerusalems beten den Messias nicht an, aber diese Babylonier, die von der Bibel nicht viel mehr wissen als das, was Bileam, der wahrscheinlich zweifelhafteste Prophet aller Propheten, irgendwo aufgeschrieben hat und irgendeiner auf einer Tontafel in Mesopotamien zurückgelassen hat. Das ist mehr oder weniger alles, was sie wissen. Und sie beten den Messias an, sie haben Jesus gefunden. Und da sind die Schriftgelehrten, die das gesamte Alte Testament von 1. Mose bis Maleachi, wie wir es heute haben, in ihren Händen halten und sie gehen nicht zu Jesus. Was für eine interessante Lektion, die wir hier zu lernen haben. Und das ist eine wichtige Sache.
[45:04] In 1. Samuel 10 und dort Vers 27 finden wir eine interessante Begebenheit, die an dieser Stelle ja wirklich erwähnt werden. 1. Samuel 10 und dort Vers 27, da heißt es: „Etliche Söhne Belials aber sprachen, …“ Das ist anlässlich der Krönung Sauls zum König. „Etliche Söhne Belials, also Böse, sprachen: Wie sollte der uns retten?“ Und sie verachteten ihn und brachten ihm keine Geschenke. Doch er tat, als hörte er es nicht. Da Saul zu dem Zeitpunkt, als er noch gläubig und gut und demütig war und er kommt und er ist so unscheinbar, dass etliche im Volk ihn anschauen und sagen: „Der soll uns retten“ und sie verachten ihn und bringen ihm bewusst keine Geschenke. Da sehen wir, dass es eigentlich eine Gewohnheit war, dem König Geschenke zu bringen. Sie verachten ihn und Saul tut so, als hört er es nicht. Zur Zeit von Jesus bedenken die Pfarrer und Schriftgelehrten nicht eine Sekunde darüber nach, dass dieses kleine Baby dort in Bethlehem wirklich sie retten könnte. „Wie sollte der uns retten?“ Aber Jesus als Baby dort in der Krippe, er war gekommen, um sein Volk zu retten von ihren Sünden, aber sie verachteten ihn und brachten ihm keine Geschenke. Die Geschenke erhielt er von den Babyloniern.
[46:39] Vers 12: „Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg zurück in ihr Land.“ Gott ist in Kontrolle.
[46:56] Vers 13: „Als sie aber weggezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage, denn Herodes will das Kind suchen, um es umzubringen.“ Wenn man die Frühgeschichte Jesu anschaut, sieht man, dass ständig Engel eine große Rolle spielen und ein Fenster da rein in die Realität, wie viel Engel in unserem Leben bewirken und uns helfen. Und es ist interessant zu sehen, dass wir hier auch dieses Prinzip der Flucht finden. Gott hat immer wieder in bestimmten Situationen uns aufgefordert, wenn es die Situation erfordert, zu fliehen. In Matthäus 10 sagt er das, wir wissen von der Gemeinde, dass sie geflohen ist, die Frauen auf Markus 12. Und Jesus selbst war ein Flüchtling, wenn auch als Baby. Seine Eltern waren Flüchtlinge. Und anlässlich der gegenwärtigen Flüchtlingskrise und auch manch kritischen Stimmen unter denen, die sich Volk Gottes nennen, die den Flüchtlingen alles mögliche unterstellen und sie am liebsten nicht im Land haben wollen, sei es noch einmal deutlich und sehr klar gesagt, dass die Bibel eine klare, deutliche Lehre hat, dass wir Flüchtlingen helfen sollen und sie willkommen heißen. Ganz egal, welchen Glauben sie haben, ganz egal, ob unter diesen Flüchtlingen auch ein paar Kriminelle sind und ganz egal, ob es viel oder wenig sind und ganz egal, ob irgendjemand vielleicht damit ein politisches Spiel treibt. Gott sieht den Flüchtlingen an. Das Volk Israel waren selbst einmal Flüchtlinge und wenn wir das vergessen, dann vergessen wir die eine Grundlage des biblischen Glaubens. Jesus selbst war ein Flüchtling und wir sollen Flüchtlingen helfen.
[48:34] Und dann heißt es in Vers 14: „Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter bei Nacht mit sich und entfloh nach Ägypten und er blieb dort bis zum Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ Zitat aus Hosea 11 und dort Vers 1. Bei Hosea, eigentlich ein Hinweis auf die Geschichte, wie das Volk Israel aus Ägypten gerufen worden ist. Und auch dort wird Israel Gottes Sohn genannt. Oft wieder finden wir ein Beispiel, wie das Volk Israel und Christus parallel gesehen werden, wie das Volk Israel ein Typus auf Christus ist und wie sehr sich Christus eigentlich mit seinem Volk identifiziert. Das ganze Buch Matthäus kann eigentlich damit so verstanden werden, dass Jesus sich mit seinem Volk identifiziert, um es zu befreien und dabei nochmal all die Geschichten nochmal neu erlebt sozusagen und immer dort, wo die Israeliten einen Fehler gemacht haben, es richtig macht.
[49:28] Und dann heißt es Vers 16: „Als sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, wurde er sehr zornig und ließ alle Knaben töten, die in Bethlehem und in seinem ganzen Gebiet waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte.“ Auch das etwas, was wir ja aus der Geschichte von Mose kennen. Und wiederum, da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist. Er spricht: „Eine Stimme ist in Rama gehört worden, viel Jammern, Weinen und Klagen. Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind.“ Dieser Text, nur ganz kurz, hat einen sehr interessanten Zusammenhang. Es war in der Nähe von Rama, dass Rahel gestorben war, in der Nähe von Bethlehem. Und dort am Grab von Rahel sammeln sich die Israeliten, 586, als sie dann nach Babylon weggeführt werden sollten. Und wir haben nicht die Zeit, das hier ausführlich anzuschauen, aber ihr könnt es auch dann in einer Folge von der Serie „Der Ersehnte“ nochmal genauer euch zu Gemüte führen.
[50:37] Wir wollen am Ende nur noch den Vers 23 anschauen. Nachdem also Herodes stirbt, im Jahre 4 vor Christus, kommt auf Anweisung des Engels Josef wieder zurück mit seiner Familie. Archelaus, Herrscher im Judäa, der war ziemlich grausam. Und so geht er nach Norden, in das Gebiet Galileas und geht dort in die Stadt, in der er früher mal gelebt hat, nach Nazareth. Das heißt: „Und dort angekommen, ließ er sich in einer Stadt namens Nazareth nieder, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist: Dass er ein Nazarener genannt werden wird.“ Es gibt keine Prophezeiung, die sagt, er wird ein Nazarener genannt werden. Aber es gibt viele Propheten, die ihn als den Spross, den Wurzelspross, dieses Schössling bezeichnen. Und das ist der hebräische Netzer, der Nazarener. Er würde in ganz unscheinbarer Gegend aufkommen. Und Nazareth war wirklich sehr unscheinbar. Ein kleines Bergdorf in dem halb-heidnischen Galiläa, sprichwörtlich für seine Schlechtigkeit. Dort wuchs wie ein kleines Wurzelschössling, ein kleiner Spross, der Messias der Welt, der die Sünde besiegen sollte und besiegt hat, sodass jeder, der sich an ihn hält und sich mit ihm verbindet, echtes Israel ist.
[51:54] An dieser Stelle wollen wir zum Schluss kommen. Und ich möchte dich fragen, liebe Freunde, möchtest du dich eingehender mit diesem faszinierenden Evangelium befassen, es auswendig lernen oder Teile davon auswendig lernen, um es noch besser zu verstehen und diesen Jesus, der so viel das Alte und das Neue Testament verknüpft hat, diesen Jesus nachahmen zu können. Ich lade dich ein, nächste Woche wieder einzuschalten, wenn wir dann über Matthäus 3 und 4 sprechen werden, was sehr, sehr, sehr spannend sein wird. Und bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes und im Auswendiglernen. Amen.
[52:31] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!