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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2016 2nd Nr 4

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge, „Das Evangelium nach Matthäus: Steh auf und geh! Glaube und Heilung“, untersucht Christopher Kramp die Heilungswunder Jesu, wie sie im Matthäusevangelium beschrieben werden. Er beleuchtet die Struktur von Matthäus 8 und 9, die thematisch Heilungsgeschichten zusammenfasst, und zeigt auf, wie diese Wunder die Lehre Jesu ergänzen und die Praxis des Evangeliums demonstrieren. Die Lektionen reichen von der Macht und dem Willen Jesu bis hin zur Bedeutung des Glaubens und der Nachfolge, wobei auch die Konsequenzen der Ablehnung Jesu für die Menschen thematisiert werden.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2016 Q2: Das Evangelium nach Matthäus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur vierten Folge unserer Serie über das Matthäusevangelium. Ich bin mir sicher, ihr habt sicherlich die ersten drei Folgen schon gesehen und wir haben gemeinsam betrachtet, wie dieses Evangelium ganz entscheidende Lehren und Predigten von Jesus in den Vordergrund drückt. Wenn ihr mit dabei seid, dann habt ihr vielleicht auch schon angefangen, einige Kapitel oder einige Abschnitte des Matthäusevangeliums auswendig zu lernen. Wenn nicht, dann wollen wir euch dazu noch ganz herzlich ermutigen. Wir haben uns vorgenommen, hier in den nächsten drei Monaten bestimmte Ausschnitte des Evangeliums uns vorzunehmen und auswendig zu lernen, damit das Wort Gottes noch viel stärker in unser Herz hineinkommen kann. Alle weiteren Informationen dazu findet ihr auf der Seite von www.joelmedia.de.

[1:17] Heute, wie gesagt, die vierte Folge mit dem Titel „Steh auf und geh!“. Glaube und Heilung. Wir wollen uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 23. April. Bevor wir mit diesem Thema beginnen, das uns einige sehr interessante Geschichten vor Augen führen wird, wollen wir gemeinsam Gott bitten, dass er mit seinem Heiligen Geist zu uns spricht und uns wahres Verständnis für sein Wort schenkt.

[1:46] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen für die Gelegenheit, dein Wort studieren zu können. Es ist so ein großes Vorrecht, diese ewigen Worte in unserem Besitz haben zu dürfen und ohne Verfolgung und ohne Druck sie studieren zu können. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du jetzt zu uns sprichst, dass die Worte, die wir lesen, wirklich unser Leben sein werden und dass wir darin kostbare Lektionen entdecken können, die uns helfen, dein Wesen besser zu verstehen. Halte alle Störungen fern und sei du jetzt unser Lehrer. Im Namen Jesu. Amen.

[2:24] Wir haben ja bereits gesagt, dass das Matthäus-Evangelium nicht unbedingt eine strikte chronologische Reihenfolge der Ereignisse berichtet, zumal sowieso keines der Evangelien alle Ereignisse berichtet, die vor dem Leben Jesu zu berichten hätten werden können. Matthäus insbesondere hat einen ziemlich thematischen Ansatz und das wird sehr deutlich, wenn wir uns einfach nochmal ein bisschen die Struktur dieses ersten Kapitels vor Augen führen. In Matthäus 1 und 2 finden wir natürlich erst einmal die Frühgeschichte. Wir finden das Geschlechtsregister von Josef, das ja dann zumindest bis kurz vor Jesus reicht. Und wir finden seine Geburt und die Umstände seiner Geburt, die Flucht nach Ägypten, die Verfolgung durch Herodes und dann die Rückkehr nach Nazareth. In Kapitel 3 und dem ersten Teil von Kapitel 4 bis Vers 11 finden wir dann die Geschichte etliche Jahre, Jahrzehnte später, die im Jahre 27 nach Christus stattfindet, nämlich das Auftreten von Johannes dem Täufer, der großen Erweckung und Reformation in Israel und der Taufe Jesu und der darauffolgenden Versuchungen Jesu in der Wüste auf der Tempelzinne und auf dem Berg. Dann macht Matthäus einen Schnitt, so wie Markus und Lukas auch, überspringt er jetzt mehr als ein ganzes Jahr das sogenannte frühe Wirken von Jesu, vor allem im Gebiet von Judäa, das nur von Johannes später aufgezeichnet worden ist in den Kapiteln 1 bis 5. Matthäus springt direkt in das Jahr 28, Jahr 28, 29 nachher schon, in den Dienst in Galiläa ab Vers 12 von Matthäus 4 und berichtet dort, wie dieser Dienst beginnt und wie dann die Jünger Jesu in den Vollzeitdienst gerufen werden.

[4:21] Und dann kommt eine wichtige Aussage in Matthäus 4, Vers 23. Es heißt dort Matthäus 4, Vers 23. In den nächsten Kapiteln beginnt Matthäus jetzt thematisch, systematisch zu erklären, was Jesus gepredigt, was er gelehrt und wie er geheilt hat. Man sieht das sehr schön, weil es in Matthäus 9 dann sozusagen eine inhaltliche Klammer gibt, die diesen ganzen Bereich abschließt. In Matthäus 9, und dort Vers 35, das heißt es, Matthäus 9, Vers 35, und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk. Matthäus 4, Vers 23, Matthäus 9, Vers 35, Jesus lehrte, Jesus predigte, Jesus heilte, Jesus lehrte, Jesus predigte, Jesus heilte. Dazwischen erklärt Matthäus systematisch, thematisch, nicht chronologisch, sondern thematisch, was hat Jesus gelehrt und gepredigt und was hat er geheilt oder wie hat er geheilt. In Matthäus 5 bis 7, in der sogenannten berühmten Bergpredigt, finden wir seine Lehre und seine Predigt exemplarisch dargestellt. Und letzte Woche haben wir einiges dazu gehört. Die Kapitel 8 und 9, die wir uns heute betrachten wollen, sind thematisch zusammengefasste Geschichten, in denen deutlich wird, wie Jesus geheilt hat.

[6:18] Seine Predigt und seine Lehre und dann sein Heilungsdienst, beides verkörpern zwei entscheidende Aspekte. Seine Predigt und seine Lehre verkörpern die Erklärung des Evangeliums, während seine Heilungen die Demonstration, die Praxis des Evangeliums verdeutlichen und deswegen gehören beide Dinge zueinander. Zu oft, auch in der Christenheit, sind diese Dinge getrennt worden. Die einen fokussieren sich auf die Lehre, die korrekten Doktrinen, das tiefgründige Studium der Theorie. Die anderen beschränken sich allein auf die guten Werke eines Christen. Aber bei Jesus war beides nebeneinander gleichgewichtig, wobei natürlich zeitmäßig sogar das Heilen die größte Zeit eingenommen hat. Also wollen wir uns ein bisschen Gedanken machen, was wir von Kapitel 8 und 9 lernen können in Bezug auf dieses große Bild, wie hat Jesus geheilt. Wir werden nicht alle Geschichten im Detail anschauen können, das wäre zeitüberschreitend. Aber wir wollen doch alle Geschichten kurz erwähnen, um zu sehen, dass Matthäus selbst hier innerhalb dieser Einheit einen bestimmten Plan verfolgt, um eine bestimmte Botschaft deutlich zu machen. Denn nicht nur spricht er in Kapitel 5 bis 7 von dem Berg der Seligpreisung und der Bergpredigt, er spricht in Kapitel 8 und 9 sozusagen von einem Berg der Heilungen, einem Heilungsberg. Aber dazu jetzt gleich später mehr.

[7:45] Zunächst einmal halten wir fest, dass die Heilungen, die jetzt in Kapitel 8 und 9 vor allem beschrieben werden, in direktem Anschluss hier an die Bergpredigt geknüpft werden. In Matthäus 8, Vers 1 heißt es, Matthäus schreibt es so, dass wir die Bergpredigt noch im Hinterkopf haben, als er von dem Berg herabstieg. Die Lehren und Doktrinen und die Prinzipien des Königreiches Gottes im Hinterkopf wollen wir jetzt sehen, wie das in der Praxis aussieht. Da kommt ein Aussätziger. Jemand, der von der Gesellschaft ausgeschlossen ist, sein Aussatz ist ansteckend. Und im Alten Testament war Aussatz etwas, was kultisch unrein machte, man wurde ausgeschlossen von dem Lager. Aussatz wurde immer wieder in der Bibel verwendet als ein Symbol für Sünde. Sünde, die mindestens genauso ansteckend ist wie Aussatz. Und Gott wollte damit sehr deutlich machen, dass es Sünde eigentlich nicht geben soll in dem Lager Gottes. Und siehe, ein Aussätziger kam viel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Hier werden zwei grundsätzliche Dinge angesprochen: das Können Jesu und der Wille Jesu. Die erste große Frage, die man sich stellen muss, wenn es darum geht, Jesus der Heiland, der heilt: Will Jesus und kann Jesus? Und dieser Mann hat eine Sache bestätigt. Er wusste, Jesus kann mich reinigen, er kann mir helfen. Ob er das will, das muss Jesus beantworten. Das steht nicht in der Macht des Aussätzigen zu bestimmen, denn der Aussätzige kann nicht den Willen Jesu dominieren, aber er weiß, Jesus kann. Das Erste, was wir lernen, ist: Jesus kann retten. Und er fragt: Wenn du willst, willst du mich auch retten? Und Jesus streckte die Hand aus, Vers 3, rührt ihn an und sprach: Ich will. Sei gereinigt! Und sogleich wurde er von seinem Aussatz rein.

[10:03] In den ersten Versen sehen wir etwas Wunderbares. Wir sehen, dass Jesus kann und dass er will. Wenn wir mit unseren Sünden zu Jesus kommen, dürfen wir nicht nur wissen, dass er uns von den Sünden reinigen kann, sondern dass er uns auch von den Sünden reinigen will. Und dann steht ein wichtiges Wort hier: es heißt „und sogleich“. Sogleich wurde er von seinem Aussatz rein. Als Jesus sprach: Es werde Licht, wurde es sofort Licht. Und als Jesus sprach: Sei gereinigt, wurde er sogleich gereinigt.

[10:33] Interessant ist Vers 4. Jesus spricht zu ihm und Jesus spricht zu ihm: Sieh zu, dass du es niemand sagst, sondern geh hin, zeige dich dem Priester und bringe das Opfer da, das Jesus befohlen hat, ihnen zum Zeugnis. Jesus kam nicht, um eine offene Rebellion gegen das mosaische Gesetz anzuzetteln. Nein, im Gegenteil. Er macht deutlich, dass sein Dienst, sein medizinischer Missionsdienst, den er hier leistet sozusagen, dass der in völliger Harmonie ist mit dem mosaischen Gesetz. Und das, obwohl er wusste, dass das mosaische Gesetz nur noch wenige Jahre zu leben hat. Denn spätestens mit der Kreuzigung würde es dann nach deiner neuen abgeschafft werden. Wie würde es dir gehen, wenn du wüsstest, dass bestimmte Regularien, denen du jetzt unterworfen bist, sowieso in zwei oder drei Jahren abgeschafft werden? Würdest du dich ihnen noch fügen? Jesus fügte sich Regularien, von denen er wusste, dass sie in zwei, drei Jahren obsolet sind. Aber sie waren noch gültig. Und so folgte er ihnen und ermunterte diesen Geheilten jetzt auch, den offiziellen Weg zu wählen, der unter dem mosaischen Gesetz immerhin noch gültig war.

[11:40] Also halten wir fest: Diese erste Geschichte präsentiert uns mit einem Fall, wo es um die Frage geht: Kann und will Jesus? Es geht also um das Potenzial und die Willigkeit Jesu zum Heilen. Und dann um die Frage auch: Soll es bekannt gemacht werden oder nicht? Das sind also entscheidende Elemente dieser Geschichte. Halten wir das im Hinterkopf.

[12:04] Zweite Geschichte. Matthäus 8 und dort ab Vers 5. Hier kommt jetzt kein Aussätziger, aber jemand, der im Denken der Juden ungefähr in dieselbe Kategorie hineingehörte, nämlich ein Römer. Die Römer hatten zwar keinen körperlichen Aussatz, aber sie waren verhasst als die diktatorischen Besatzer des Landes. Vers 5. Als Jesus aber nach Kapernaum kam, trat ein Hauptmann zu ihm. Das war ein Führer von Soldaten, ungefähr 100 Soldaten, der war in Zenturien, waren unter ihm. Und der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt daheim gelähmt darnieder und ist furchtbar geplagt. Also hier kommt jemand, der bittet vor einen anderen. Hier haben wir das Element der Fürbitte. Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen. Also hier haben wir den Willen und die Kraft Jesu. Und dann haben wir interessante Worte in Vers 8. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden.

[13:08] Dieser Hauptmann sagt etwas Außergewöhnliches. Als Jesus ihm anbietet, buchstäblich zu ihm zu kommen, sagt er: Jesus, ich schätze dich sehr, aber ich bin es gar nicht würdig, dass du buchstäblich zu mir kommst. Deine buchstäbliche Präsenz ist gar nicht notwendig, denn dein Wort reicht schon aus. Hier ist ein Mann, der sagt: Es ist egal, ob du persönlich anwesend bist oder ob ich dein Wort habe, das macht dasselbe, macht keinen Unterschied. Wie viele von uns können sagen: Herr Jesus, ob du jetzt buchstäblich hier in unserer Gemeinde wärst, ob du buchstäblich in meinem Leben wärst, ob du buchstäblich mich besuchen würdest, oder ob ich einfach deine Bibel lesen darf, das macht keinen Unterschied. Was für ein Glaube in das Wort Gottes! Und der Hauptmann macht deutlich, dass er das Prinzip von Autorität verstand, Vers 9. Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht und habe Kriegsknechte unter mir. Und wenn ich zu diesem sage: Geh hin, so geht er. Und zu einem anderen: Komm her, so kommt er. Und zu einem Knecht: Tu das, so tut er es. Er verstand das Prinzip von Autorität. Er hatte selbst Vorgesetzte, die ihm sagten: Tu das, und er musste es tun. Und er hatte Untergebene, die seinen Befehlen implizit Gehorsam leisten mussten. Und wenn Jesus wirklich ein König ist, dann muss er Autorität haben und dann muss es Untergebene geben, die seinen Willen gerne ausführen. Ob er nun genau gewusst hat, wie die Engel sind und wie sie heißen und wer sie genau sind, das weiß ich nicht. Aber er wusste: Wenn Jesus ein König ist, wenn er der Messias ist, dann muss er Autorität haben und dann wird sein Wort ausgeführt werden.

[14:46] Jesus war begeistert, Vers 10. Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, einen so großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Hier war jemand, ein Heide, jemand, der die Bibel wahrscheinlich nicht so gut kannte wie die Israeliten, wie die Juden damals, der einen größeren Glauben hatte als die, die Jesus Tag für Tag nachfolgten. Er glaubte, dass das Wort Gottes genau das sagt, wozu es gesandt wird. Wir könnten viele Textstellen dazu lesen, zum Beispiel Jesaja 55, Vers 10 und 11 oder Römer 4, Vers 6, wo deutlich wird, dass das Gleiche, was Gott am ersten Schöpfungstag getan hat, nämlich Licht zu sprechen, auch in unserem Herzen passieren kann. Gottes Wort tut, was es sagt. Römer 4 hat einiges dazu zu sagen und Titus 1, Vers 2 sagt uns: Gott kann nicht lügen.

[15:40] Und dann macht Jesus eine traurige Bemerkung, zumindest ernüchternde Bemerkung, wenn man in der Gemeinde aufgewachsen ist, Vers 11. Ich sage euch aber, viele werden kommen von Ost und von Westen und werden im Reich der Himmel mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tisch sitzen, aber die Kinder des Reiches werden in die äußerste Finsternis hinausgeworfen werden. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Jesus sagt: Es wird viele Heiden geben, die im Himmelreich sein werden. Es wird viele sogenannte auf Erden, sogenannte Gläubige geben, die verloren gehen werden. Denn es geht am Ende nicht um das Wissen über die Bibel. Es geht um den demonstrierten Glauben, das Leben so, als ob das Wort Gottes wirklich wahr ist, als ob es wirklich das tut, was es sagt. Und so sagt Jesus zu dem Hauptmann, Vers 13: Geh hin und dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde in derselben Stunde gesund.

[16:35] Die nächste Geschichte ist ebenfalls interessant. Jesus besucht Petrus und der ist offensichtlich verheiratet, denn er hat eine Schwiegermutter und die lag krank darnieder, Vers 14. Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter darnieder lag und Fieber hatte. Und jetzt kommt ein Vers, der sehr interessant ist, auch wenn er kurz ist. Und er rührte ihre Hand an und das Fieber verließ sie und sie stand auf und diente ihnen. Hier ist eine Frau, die krank ist. Jesus begegnet ihr. Jesus rührt sie an. Und aus Dankbarkeit dient sie Jesus. Aber nicht nur Jesus, sondern es heißt hier: sie stand auf und diente ihnen. Plural. Sie diente also nicht nur Jesus, sondern auch den Nachfolgern Jesu. Sie diente der Gemeinde, auch wenn die Gemeinde damals im embryonalen Zustand war. Jeder Mensch, der die heilende Berührung Jesu in seinem Leben erlebt hat, wird aus Dankbarkeit Jesus dienen und seiner Gemeinde. Jemand, der erlebte, dass Jesus Freimacht, Freimacht von Krankheit, von Schmerz, von Sorgen, Freimacht von Sünde, die wie ein Fieber uns eigentlich keine Ruhe lässt. Jeder, der frei wird, der geheilt wird von seiner Sündenlast, wird gerne aufstehen und Jesus dienen und seiner Gemeinde dienen.

[18:24] Und dann der nächste Vers ist ebenfalls interessant, Vers 16. Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister aus mit einem Wort und heilte alle Kranken. Jesus hat keine ausgefeilten, detaillierten, langen, hingezogenen Exorzismen betrieben. Der Kampf gegen die Dämonen war kein, ja, jetzt haben wir sie schon fast ausgetrieben, es braucht noch ein bisschen. Das war ein Wort. Jesus braucht nicht lange, um selbst Dämonen auszutreiben. Ich sage das deswegen, weil es manchmal diese Idee gibt, dass während Jesus normale Sünden und normale Krankheit oder was auch immer, normalerweise mit einem Gebet antworten kann, dass es bei der Sünde des Okkultismus, bei der Besessenheit, eine besondere Sache ist, die besondere Arten von Gebeten, vielleicht sogar vorformulierte Gebete braucht, um irgendwelche Verträge erst einmal aufzukündigen, um zu Jesus kommen zu können. All das ist vielleicht eine interessante Theorie. Aber die Bibel sagt: Jesus heilte mit einem Wort. Und die Dämonen waren weg, er trieb sie aus. Jeder Mensch, egal wie tief er gefallen ist und selbst wenn er mit Dämonen besessen ist und sich einfach zu den Füßen Jesu niederwirft und sagt: Heile mich, der wird geheilt und zwar sofort. Ohne großes Primborium und ohne große lange ausgefeilte Zeremonie. Jesu Wort hat Kraft über alles. Er heilte alle Kranken.

[20:00] Interessanterweise steht schon an dieser Stelle ein Hinweis darauf, dass die Heilungen Jesu im Zusammenhang stehen mit der Botschaft des Evangeliums. Vers 17: damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist. Er spricht: Er hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen. Berühmtes Zitat aus Jesaja 53, das können wir gemeinsam lesen. Das Erlösungswerk Jesu in einer Deutlichkeit geschildert wird wie kaum sonst im Alten Testament. Da heißt es zum Beispiel in Vers 6 und 7: Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder wandte sich auf seinen Weg, aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn. Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Hier sehen wir ein Bild von der Kreuzigung Jesu. Aber im Kontext dieses Kapitels wird auch deutlich, dass Jesus nicht nur unsere Sünden auf sich genommen hat, sondern auch unsere Krankheiten.

[21:09] Nun muss man hier deutlich sagen: Es gibt einen Unterschied zwischen Krankheiten und Sünden. Krankheiten sind Folge von Sünden und können auch Folge der Sünde anderer Menschen sein oder auch die Folge von Sünden, die lange, lange Zeit vorher geschehen sind. Also quasi Folgefehler sozusagen. Die sind nicht immer in jedem Fall notwendigerweise die direkte Verschuldung des Kranken. Und die Bibel macht auch deutlich, dass obwohl Jesus sich jede Sünde sofort gerne wegnimmt, er nicht jede Krankheit sofort gerne wegnimmt. Manche Menschen sterben gläubig und krank. Elisa ist an einer schweren Krankheit gestorben. Theob ist schwer krank gewesen, ohne sein eigenes Zutun. In Johannes 9 finden wir die Geschichte von einem Blinden, der blind war, nicht weil er gesündigt hat und nicht weil seine Eltern gesündigt haben, sondern weil einfach Blindheit eine Folge der Sünde in der Welt allgemein ist. Und wir finden in der Bibel auch Geschichten von Menschen, die geheilt werden wollten und nicht geheilt worden sind. Das Paradebeispiel dazu ist Markus Kapitel 1.

[22:31] In Markus Kapitel 1 und dort Vers 36 bis 38 heißt es: Und es folgten ihm Simon und die, welche bei ihm waren. Und als sie ihn gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich. Und er spricht zu ihnen: Lasst uns in die umliegenden Orte gehen, denn auch dort, damit ich auch dort verkündige, denn dazu bin ich gekommen. Er war dann im Ort und er hatte den ganzen Tag vorher Dämonen ausgetrieben und Kranke geheilt und die Menschen kamen. Es kamen am nächsten Tag noch mehr und Jesus sagt: Aber ich muss woanders hingehen. Da waren Menschen, die wurden nicht geheilt. Und trotzdem ist es so, dass jede Heilung, die Jesus durchführt, damals und heute in einem direkten Zusammenhang mit dem Evangelium steht, nämlich als ein Beispiel, als ein Typus, als eine Illustration, wie Jesus die Krankheit und das Gebrechen der Sünde wegnimmt.

[23:21] In diesem Zusammenhang, interessanterweise, fügt Matthäus eine Geschichte ein in Bezug auf die Nachfolge. Dann lesen wir in Vers 18, Matthäus 8, Vers 18: Als aber Jesus die große Volksbewegung um sich sah, befahl er, ans jenseitige Ufer zu fahren, und ein Schriftgelehrter trat dazu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst. Was für ein toller Wunsch, was für eine großartige Entscheidung. Aber Jesus macht deutlich, dass Nachfolge ihre Kosten hat. Vers 20: Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels haben Nester, aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann. Jesus half den Menschen, er heilte und er wirkte für sie und er tröstete sie, aber er hatte dadurch keinen finanziellen Gewinn. Er hatte keinen wirtschaftlichen Erfolg. Er brachte große Opfer.

[24:20] Wenn wir auf dieser Erde Jesus nachfolgen wollen und das tun wollen, was Jesus sagt und das tun wollen, was Jesus getan hat, dann wird es vielleicht den Füchsen und den Vögeln irdisch gesehen, materiell gesehen, besser gehen als uns. Das wäre zumindest eine Möglichkeit. Und das, was Jesus hier andeutet. Wer anderen hilft, wird auf dieser Erde, wo so viel Egoismus und Sünde herrscht, wahrscheinlich nicht den Lohn bekommen, den er eigentlich verdient hätte.

[24:58] Vers 21: Ein anderer seiner Jünger sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen, um meinen Vater zu begraben. Jesus versprach zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben. Hier wollte jemand Jesus nachfolgen. Die Formulierung in Vers 21 ist eine typisch semitisch-hebräische, idiomatische Wendung, die deutlich macht: Ich möchte warten, bis mein Vater gestorben ist. Wenn mein Vater gestorben ist in einigen Jahren und ich ihn dann begraben habe, dann kann ich dir nachfolgen, dann habe ich ja das Erbe angetreten, dann bin ich finanziell abgesichert und kann mich jetzt dem Vollzeitdienst für dich widmen. Dann ist das nicht mehr so riskant, Vollzeit dir nachzufolgen und Vollzeit für dich zu arbeiten. Und Jesus sagt: Das ist nicht so, wie es funktioniert. Wenn Jesus ruft: Folge mir nach, dann muss man nachfolgen. Und ich sage: Ja, Jesus, ich habe den Ruf gehört, warte noch ein paar Jahre, bis ich finanziell auf sicheren Beinen stehe, dann kann ich ja für dich Missionen tun. Ich kann aus eigener, persönlicher Erfahrung sagen, dass wenn man dem Ruf Jesu folgt, in dem Moment, wo er kommt, selbst wenn das bedeutet, vielleicht wirklich ins kalte Wasser zu springen, dass Gott sich um einen kümmert, dass Gott vorsorgt und Vorsorge getroffen hat und dass er uns manchmal gerade dann ruft, wenn wir den Weg nicht weiter sehen. Und wenn wir erst unsere Schäfchen ins Trockene bringen wollen, dann ist Jesus vielleicht an uns vorübergegangen.

[26:31] Nachfolge. Also wir haben ja einige Geschichten bisher gesehen über die Heilung Jesu und jetzt diesen Hinweis über die Nachfolge. Und jetzt kommt eine interessante Geschichte ab Vers 23. Die Geschichte, wie Jesus mit seinen Jüngern in dem Boot ist und plötzlich entsteht ein gewaltiger Sturm. Und wir lesen in Vers 24.

[27:07] Da sprach er zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Das ist ein scharfer Kontrast zu dem, was er kurze Zeit vorher hier zu dem Hauptmann gesagt hat, als er gesagt hat: Du hast einen großen Glauben. Hier sind seine eigenen Jünger und sie haben einen kleinen Glauben. Sie haben Glauben, denn sie glauben, dass Jesus sie retten kann. Aber sie haben einen kleinen Glauben, weil sie glauben, er hat nur noch ein kleines Zeitfenster. Danach wäre es zu spät. Wenn er jetzt nicht tut, sind sie für immer verloren. Und vielleicht hat Jesus das gar nicht alles unter Kontrolle. Sie glauben zwar, dass Jesus retten kann, aber sie glauben nicht an seine absolute Vollmacht über alles und jeden. Und das macht den Unterschied.

[27:46] Es heißt hier: Dann stand er auf und befahl den Winden und dem See. Und es entstand eine große Stille. Hier steht ein Mensch in einem Boot und redet Worte und der Sturm hört auf. Und die Jünger sind völlig verwundert. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Wer ist dieser, dass ihm selbst die Winde und der See gehorsam sind? Es ist derjenige, der am dritten Tag zu dem Wasser gesagt hat: Bis hierhin sollst du kommen. Und hier soll dich der Stolz deiner Wellen legen, als er dem Meer eine Grenze setzte, wie die Alters der männlichen Schreiber sagten. Und das Trockene sichtbar wurde. Derselbe stand in dem Boot und sagte: Wind ist hierhin und nicht weiter. Wellen, jetzt ist genug. Er, der Herr über die Natur.

[28:47] Ja, es war ein lebensbedrohlicher Sturm und die Jünger riefen: Herr, rette uns! Bist du auch manchmal in einem Sturm, der so stark ist, dass es scheint, dass dein Leben in Gefahr ist, vielleicht dein geistliches Leben. Und das Gefühl, dass wenn Jesus nicht gleich was tut, du für immer verloren bist. Jesus scheint es nicht zu merken, wie es dir geht. Da sind vielleicht die Stürme der Versuchung, die einen fast untergehen lassen. Die Stürme des Zweifels, von denen uns Jakobus berichtet. Jakobus Kapitel 1 und dort Vers 6, wo es heißt: Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht, denn wer zweifelt, bleibt einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und hin und her geworfen wird. Das war die Erfahrung der Jünger. Da war der Wind und da waren die Meereswogen. Sie wurden hin und her getrieben. Ein Bild für den Zweifel.

[29:48] Kleingläubigen, sagt Jesus. Was würde Jesus wohl zu uns sagen, wenn wir diese Idee entwickeln, dass da sind diese Stürme, diese inneren Stürme, diese äußeren Stürme, die uns fast zu überwältigen. Wir kommen zu der Idee, dass diese Stürme unbesiegbar sind. Würde nicht Jesus auch sagen: Ihr Kleingläubigen, ich kann diese Stürme, die äußeren Stürme und auch die inneren Stürme stillen. Durch mein Wort. Hast du es schon mal erlebt, dass der Sturm in dir kocht, der Sturm des Ärgers, der Sturm der Sünde, der Sturm der Versuchung und du hin und her geworfen worden bist und keinen klaren Gedanken mehr fassen konntest. Und das Jesu Wort plötzlich den Sturm stillt. Jesus kann deinen Sturm stillen. Er hat Vollmacht. Er hat Autorität. Er ist Gott.

[30:52] Und dann kommen sie an das jenseitige Ufer und wahrscheinlich sind sie noch völlig begeistert davon, was Jesus getan hat. Und so bekommen sie eine Gelegenheit, jetzt zu beweisen, dass sie etwas gelernt haben. Aber diese Lektion, die lernen sie auch nicht so richtig. Denn kaum sind sie von diesem Sturm auf dem Meer hier befreit worden, auf dem Wasser, kommt der Sturm in Form von zwei brutal aussehenden, wie wir aus anderen Evangelien wissen, nackt dahergelaufenen, von Dämonen besessenen, ja, man müsste sagen, Monstern. Es heißt in Vers 28: Und als es an das jenseitige Ufer in das Gebiet der Gergesener kam, liefen ihm zwei Besessene entgegen. Herr Markus und Lukas spricht nur von einem, aber Matthäus sagt vollständig gehalten: Es waren zwei. Die kamen aus den Gräbern heraus, also die waren fast mehr tot schon als lebendig und waren sehr gefährlich, sodass niemand auf jener Straße wandern konnte. Zwei Menschen halten die ganze Gegend in Atem. Und es wird berichtet, dass die Jünger reiß Ausnahmen. Nach einer Rettung folgt die nächste Prüfung. Ja, sie waren gerade vom Sturm auf dem See befreit worden, aber das hieß nicht, dass sie nicht wieder in Versuchung geraten könnten oder dass sie nicht wieder in Gefahr geraten könnten. Das Leben mit Jesu führt immer wieder auch zu Herausforderungen und zu Prüfungen.

[32:25] Vers 29 ist interessant, wie die Dämonen, von denen es in anderem Evangelium heißt, dass es eine Legion war. Das sind Tausende. Und sie schrien und sprachen: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Sohn Gottes? Bist du hergekommen, um uns vor der Zeit zu quälen? Selbst die Dämonen wussten, dass Jesus Gottes Sohn ist. Und dann lesen wir Vers 30 bis 32: Aber war fern von ihnen eine große Herde Schweine auf der Weide. Und die Dämonen baten ihn und sprachen: Wenn du uns austreibst, so erlaube uns, in die Schweineherde zu fahren. Eine interessante Geschichte. Jesus erlaubt den Dämonen das, Vers 32. Und er sprach zu ihnen: Geht hin. Da fuhren sie aus und fuhren in die Schweineherde. Und siehe, die ganze Schweineherde stürzte sich den Abhang hinunter in den See und sie kamen im Wasser um.

[33:11] Hätte Jesus das mit Schafen gemacht? Oder mit Ziegen? Oder mit Rindern? Nein. Essen vergeudet man nicht. Schweine und Ziegen hätte man essen können. Und diese Schweine wurden nicht als museale Stücke dort gehalten. Man kann Schweine auch nicht melken. Die Schweine wurden gehalten, um später verkauft zu werden, um geschlachtet zu werden. Und das sollte nicht geschehen. Die Bibel macht deutlich im Alten Testament, dass sowohl für die Israeliten als auch für die Nicht-Israeliten Schweinefleisch als unrein galt, nicht als Speise. Und so sehen wir, wie Jesus einen Menschen von Dämonen befreit, aber gleichzeitig das, was unrein ist, nicht vor den Dämonen beschützt. Er heilt die Gegend von dieser Gefahr der Besessenen. Und heilt sie, indem er ihnen das Schweinefleisch nimmt. Wenn Jesus heilt, dann nimmt er das, was schädlich ist. Wenn Jesus heilt, wird er niemals das retten, was er nicht segnen kann. Wenn Jesus heilt und er tut große und gewaltige Wunder, hat das auch Konsequenzen.

[34:39] Wenn wir in einer Situation, wenn wir krank geworden sind, weil wir in bestimmten Dingen Gottes Gebote über Essen und Trinken und Kleidung und Schlafen und was nicht wir alles in der Bibel finden können und im Geist der Weissagung, wenn wir das übertreten haben und wir Gott um Hilfe bitten, dann kann und will Gott uns helfen und die Sache uns nehmen, die zu der Krankheit geführt hat. Und das ist der große und entscheidende Lehrpunkt hier in diesem Abschnitt. Denn die Menschen, die das sahen, als sie jetzt abgewogen haben, ein Mensch, der Dämonen austreibt oder Menschen aus das Schweinefleisch nimmt oder in dem Fall sogar nur den Verdienst am Schweinefleisch, die haben das Schweinefleisch nicht mal selbst gegessen, die haben es gehütet für andere. Da war ihnen das Schweinefleisch wichtiger als Jesus. Da war es ihnen wichtiger, weiter Geld damit zu machen, dass andere ungesund sich ernähren und wieder biblisch, als dass sie den Heiler, den Arzt des Universums in ihrer Mitte hatten. Die schickten den Arzt des Universums, der alle Krankheiten heilen kann, hinweg, um weiter Geld zu machen mit einem Ernährungsmittel, das gar kein Ernährungsmittel ist. Wie oft geschieht es, dass wir den Arzt Jesus wegtreiben, weil wir nicht hören wollen, dass er uns durch die Bibel und durch Ellen White, durch den Geist der Weisung sagt: Das solltest du nicht essen und das solltest du nicht trinken und das solltest du nicht anziehen und das solltest du dir nicht anschauen, weil es hat nicht nur moralische Konsequenzen, es hat auch körperliche Konsequenzen und damit auch dann wieder moralische. Die trieben Jesus hinweg. Und Jesus ging.

[36:17] Die nächste Geschichte ist ebenfalls interessant. Matthäus 9, und wir schauen hier in Vers 1. Und er trat in das Schiff, fuhr hinüber und kam in seine Stadt, Kapernaum. Vers 2: Und siehe, da brachten sie einen Gelähmten zu ihm, der auf einer Liegematte lag, und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, was eine schöne Formulierung gesagt, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und die Schriftgelehrten, die dabei standen, die haben große Ohren bekommen. Was? Sünden vergeben? Das kann nur Gott. Und das ist ein Mensch. Und deswegen sagen sie in Vers 3: Dieser lästert. Die Sprachen bei sich selbst, haben das gedacht, nicht öffentlich ausgesprochen, und Jesus hat dann ihre Gedanken gesehen. Damit wird deutlich: Die Juden verstanden, Jesus hat behauptet, Gott zu sein. Er hat Sünden vergeben, er hat gesagt: Deine Sünden sind dir vergeben.

[37:03] Nun, der Gelähmte kam natürlich eigentlich wegen Heilung. Und Jesus macht jetzt deutlich, dass die Heilung, die jetzt gleich stattfindet, ein Symbol, eine Illustration, eine Erklärung ist des Evangeliums. Er sagt in Vers 5: Was ist denn leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Übrigens eine interessante Frage. Letztlich braucht man für beides Vollmacht Gottes. Göttliche Vollmacht. Vers 6. Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben. Übrigens, die Vollmacht, Menschen zu heilen, die haben die Jünger dann später gehabt, die Vollmacht, Sünden zu vergeben, die hat nur Jesus. Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh heim.

[37:59] Und jetzt möchten wir einen sehr einfachen Sachverhalt hier verstehen, der entscheidend ist. Wenn Jesus heilt, nimmt er nicht nur die Krankheiten fort, nein, er gibt sofort die Kraft wieder zu springen und zu laufen und zu gehen. Wir wissen nicht genau, wie lange dieser Mann krank war, aber vermutlich mehr als einige Tage oder Wochen. Er wird wahrscheinlich einen langen, langen Zeitraum nicht gegangen sein und jeder weiß, selbst wenn man sofort gesund wird, wenn die Krankheit weg ist, bräuchte es ein langes Reha-Programm, um Muskeln aufzubauen. Aber wenn Jesus heilt, nimmt er nicht nur die Krankheit, er gibt sofort auf übernatürliche Art und Weise die Muskelkraft zurück, die man sonst erst über einen langen Zeitraum sich erarbeiten müsste. Wenn Jesus Sünden vergibt, nimmt er nicht nur die Sünde und sagt: Jetzt geh mal in ein Reha-Programm, das du langsam lernst, irgendwann mal vielleicht auch nicht umzufallen und gehen zu können. Wenn Jesus Sünden vergibt, dann gibt er die geistliche Muskelkraft gleich mit, aufstehen zu können und zu gehen. Und der Mann musste glauben, er musste aufstehen. So dürfen wir, wenn wir die Hand Jesu sehen im Glauben, wenn wir die Worte Jesu hören: Steh auf von deinen Sünden, dann dürfen wir im Glauben aufstehen, wissen, dass er uns die Sünde vergibt, uns davon reinigt und uns die Kraft gibt, diese Sünde nicht mehr zu tun.

[39:25] Und dann finden wir Vers 9 bis 13, die Geschichte wieder von der Nachfolge. Diesmal ein positives Beispiel, kein negatives Beispiel. Wir finden Matthäus, den Schreiber dieses Evangeliums, wie er gerufen wird. Wir haben das an anderer Stelle in der ersten Lektion schon angeschaut und ich verweise darauf, dass wir dort gesehen haben, dass Matthäus hier sich selbst sehr in den Hintergrund rückt und nicht erwähnt, was Markus und Lukas tun, dass das große Festmahl, an dem die Sünder und Zöllner mit Jesus essen, dass er selbst das organisiert hatte. Und anhand dieses Ereignisses sagt Jesus dann in Vers 12 und 13 diese wichtigen Worte: Jesus aber, der es hörte, sprach zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Das weiß jeder. Jeder Arzt behandelt Kranke und keine Gesunden. Und dann sagt er: Geht aber hin und lernt, was es heißt: Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße. Er sagt: Der Messias ist ein Arzt und der Arzt kümmert sich nicht um die, die schon gesund sind, sondern die, die krank sind. Gott hat kein, Gott ist nicht interessiert, einfach nur zu sehen: Oh, du bist gesund, du bist gesund, super, herzlichen Glückwunsch. Nein, Gott hat ein Interesse an den Kranken, um sie gesund zu machen. Jesus hat nicht das größte Interesse an den Gerechten im Himmel, die schon gerecht sind, er hat das größte Interesse an denen, die in der Sünde sind, aber die man noch gesund machen kann. Die gesund werden sollen. Deswegen ist er gekommen. Deswegen sollte unser größtes Interesse, das wir haben, nicht bei denen sein, die schon gerecht sind, sondern bei denen, die noch Sünder sind, um sie zu Jesus zu bringen. Wenn er der Arzt ist, dann sind wir sozusagen die Krankenpfleger und Krankenschwestern, die den Patienten zu Jesus bringen, für Jesus vorbereiten und die Nacharbeit machen, mit Jesus zusammenarbeiten.

[41:19] Wir springen ein bisschen. Vers 18 bis 26 finden wir eine Geschichte, die interessanterweise ganz ähnliche Parallelen hat zu der Geschichte von dem Hauptmann. Auch hier finden wir einen wichtigen Mann, einen Vorsteher, in dem Fall den Jairus, der eine Bitte für jemand anders hat. Der Hauptmann hat eine Bitte für seinen Knecht, der Jairus hat eine Bitte für seine Tochter. In beiden Fällen geht es um außergewöhnlichen Glauben. Der Hauptmann spricht nur ein Wort, der Jairus sagt: Meine Tochter ist tot, aber wenn du kommst, könntest sie vielleicht... So willst du sie leben. Wenn du deine Hand auf sie legst. Hier finden wir gleichzeitig noch die Gegensicht von der blutflüssigen Frau, die ebenfalls eine außergewöhnliche Glaubenshandlung vollzieht. Als sie sich zu Jesus anschleicht und dann sein Gewand berührt. Ein nächster Evangelist sagt genauer: er berührt die Quaste seines Gewandes. Ein Symbol für das Gesetz, das Wort Gottes. Also, wir sehen hier ganz enge Parallelen zur Geschichte vom Hauptmann. Da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen, warum das so ist. Und in beiden Fällen sagt Jesus: Beim Hauptmann und auch hier bei dieser Frau, spricht er von einem großen Glauben und er sagt: Die Frau war geheilt von jener Stunde an. Bei dem Hauptmann hieß es damals, dass der Knecht von derselben Stunde an gesund war. Also auch hier zwei vergleichbare Geschichten, auch wenn sie natürlich in den Details etwas variieren.

[42:43] Und dann in Matthäus 9, Vers 27, finden wir die Geschichte von zwei Blinden, die da schrien und riefen: Du Sohn Davids, erbarme dich über uns! Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm und Jesus fragte sie: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Damit sind wir wieder bei der ersten Geschichte, die wir angeschaut haben, von dem Aussätzigen, wo die Frage auch war: Kann Jesus und will Jesus? Und die Antwort hier von diesen Blinden ist ebenfalls: Ja, Herr. Und er rührte ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben, Vers 30. Und ihre Augen wurden geöffnet und Jesus ermahnte sie ernstlich und sprach: Seht zu, dass es niemand erfährt. Moment mal, das hatten wir ebenfalls in der Geschichte von dem Aussätzigen. Der sollte ebenfalls niemandem was erzählen. Nun, bei der Geschichte heißt es sogar: Sie gingen hinaus und machten es ihnen nicht in der ganzen Gegend bekannt. Aber hier sehen wir jetzt etwas Interessantes, was wir in den letzten Minuten kurz anschauen wollen.

[43:37] Die erste Geschichte von Kapitel 9, äh, von Kapitel 8, Verzeihung. Die erste Geschichte von Kapitel 8 von dem Aussätzigen hat diese Idee von der Frage: Kann und will Jesus? Und hat dann dieses Element von: Sag es nicht weiter, zeige dich dem Priester. Die letzte Geschichte dieses ganzen Abschnittes in Matthäus 9 hat ebenfalls dieses Element von: Kann und will Jesus und dieses Element von: Sag es nicht weiter. Die zweite Geschichte, der Hauptmann von Kapernaum hat die Idee der Fürbitte von jemand anderem und des außergewöhnlichen Glaubens und der Idee, dass Glaube durch das Wort Gottes sozusagen entsteht. Die vorletzte Geschichte, die Geschichte von der Heilung der Tochter des Jairus und der blutflüssigen Frau, hat ebenfalls die Idee von einer Fürbitte und die Idee von einem besonderen Glauben und der Idee, dass das mit dem Wort Gottes zusammenhängt.

[44:33] Wenn wir dann weitergehen, haben wir einige Zeit später, also in der Mitte von Matthäus 8, die Geschichte über die Nachfolge Jesu mit Negativbeispielen. Während wir in der Mitte von Matthäus 9 die Geschichte von der Berufung und der Nachfolge des Matthäus haben, der sofort alles verließ, Jesus nachfolgte und ihm diente und auch seinen Mitzöllnern. Und so langsam sehen wir das Muster, dass das Erste und das Letzte, das Zweite und das Vorletzte, das Dritte und das Dritte, miteinander korrespondieren. Das, was die Theologen einen Chiasmus nennen, was man einfach als einen Berg bezeichnen könnte. Wie auf einem Berg, wo man unten im Tal ist und wo der Fluss ist und dann geht man langsam hinauf, da kommen dann die Hütten, da kommt dann der Wald und dann kommen dann die Almen und dann kommen dann die Berge und dann kommt der Gipfel und dann kommt auf der anderen Seite wieder das Geröll und dann kommen wieder die Almen und dann kommt der Wald und dann kommen wieder die Häuser und dann unten das Tal mit dem Fluss. Und so sehen wir einen Berg an Heilungen, wo Geschichten, die dieselbe Lektion verdeutlichen, an den selben Stellen quasi stehen. Also ganz unten die beiden Geschichten, wo es um das Können und die Willigkeit Jesu geht und die Frage ist nicht weiter zu sagen. Dann Geschichten, wo es um den besonderen Glauben, die Fürbitte und das Wort Gottes geht. Dann Nachfolge und Nachfolge. Und dann nach der Nachfolge haben wir in Matthäus 8, Vers 23 bis 27 die Frage der Vollmacht Jesu über den Wind und über den Sturm, während in Matthäus 9, Vers 1 bis 8 die Frage der Vollmacht der Sündenvergebung ist. Es sind außergewöhnliche Vollmachten, die deutlich machen: Jesus ist Gott. Er hat Vollmacht über den Sturm außen, er hat Vollmacht über den Sturm innen. Er kann beides legen, er hat Vollmacht. Und dann bedeutet das, dass die Geschichte von der Heilung der zwei Besessenen direkt im Zentrum steht. Der Gipfel ist dieses Heilungsberges. Und dass damit die Lektion, die in Matthäus 8, Vers 28 bis 34 deutlich wird, dass nämlich, wenn Jesus heilt, er auch Dinge, die uns schädlich sind, wegnimmt, dass das eine entscheidende Schlüsselaussage des gesamten Abschnittes ist. Und dass Menschen bereit sein werden, diesen Größten aller Ärzte, diesen Größten aller Heiler abzulehnen, weil sie nicht ihre kleinen, ungerechten Einkünfte missen wollen. Gleichzeitig ist diese Geschichte der Beweis, dass Jesus selbst über Regionen von Dämonen Sieger sein kann. Nirgendwo sonst ist der Unterschied zwischen Jesus und dem Bösen so groß. Diese Menschen sind fast keine Menschen mehr. Und er kann sie heilen und er heilt sie sofort. Und sie sind vernünftig. Und sie werden die Verkündiger seines Evangeliums. Diese Geschichte in der Mitte ist eine Illustration für die unfassbare Kraft, Jesu zu heilen und zu retten und von Sünden zu befreien und gleichzeitig für die unfassbare Ignoranz der Menschen das anzuerkennen.

[47:57] Matthäus 8 und 9 sind ein Berg von Heilungen. Ein sogenannter Chiasmus, eigentlich aber mehr eine Art Regenbogen. Der deutlich machte: Jesus gibt sein Volk nicht auf. Jesus hat einen Bund mit der Menschheit geschlossen, jeden retten zu wollen, der das möchte. In Matthäus 9, Vers 35 ist diese große Klammer der Bergpredigt und des Heilungsberges, der Bergheilungen sozusagen geschlossen. Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk. Der Leser des Matthäus-Evangeliums weiß jetzt, was die Mission Jesu war: Lehren, predigen, heilen. Lehren, predigen, heilen. Er hat jetzt im Detail gesehen, auf was es ankommt, was Jesu Lehre ist und was die Prinzipien seines Heilens sind.

[50:03] Und jetzt kommt der Aufruf, Vers 36: Als er über die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren, wie Schafe, die keine Hirten haben. Sie brauchen die Lehre, sie brauchen die Predigt und sie brauchen Heilung, sie brauchen medizinische Missionsarbeit, sie brauchen die Engelsbotschaft, sie brauchen die Botschaft der Liebe Gottes und der Wiederkunft. Vers 37: Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussendet. Liebe Freunde, liebe Freundinnen, heute können wir feststellen: Die Arbeitsmethode Jesu ist nach wie vor die einzige, die wirklich helfen wird. Und wir können heute feststellen, dass es Tausende, ja Millionen von Menschen gibt, die ermattet sind und wie Schafe ohne Hirten. Sie bräuchten so dringend die Lehre und die Predigt und die medizinische Missionsarbeit, die Jesus vorgelebt hat. Und es gibt so wenige, so wenige, die das sagen und tun, was Jesus gesagt und getan hat. Und Jesus hat diese einfache Bitte: Er sagt: Betet doch, dass es mehr werden, die mir nachfolgen. Betet doch, dass es mehr sind, die ihre Zöllnertische aufgeben und das tun, was ich tue. Betet doch, dass mehr diese medizinische Missionsarbeit machen. Und wenn wir beten, wenn wir feststellen, so wie dann die Jünger selbst, dass wir diejenigen sind, die Gott berufen möchte, möchtest du darum beten, dass Gott dir seinen Platz, deinen Platz in seinem großen Missionswerk zeigt. Und vielleicht ruft er dich, so wie Jesus ein medizinischer Missionar zu sein, Vollzeit, Teilzeit, wo auch immer. Das zu tun, was Jesus getan hat. Gott segne dich in deiner Entscheidung. Nächste Woche werden wir weiter studieren in diesem wunderbaren Evangelium und werden viele neue Schätze heben. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen, viel Freude beim Studium und vor allem beim Auswendiglernen einiger Passagen dieses wunderbaren Buches. Amen.


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