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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2016 2nd Nr 7

In dieser Cannstatt Study Hour Episode tauchen wir tief in die Kapitel 14 und 15 des Matthäusevangeliums ein und beleuchten das Thema „Herr der Juden und Nichtjuden“. Christopher Kramp erklärt, wie Jesus seine Jünger darauf vorbereitete, dass seine Mission weit über das Volk Israel hinausreicht. Wir untersuchen die Hintergründe von Herodes‘ Handlungen, die Bedeutung von Jesu Dienst in Galiläa und die revolutionäre Botschaft, dass das Evangelium für alle Völker bestimmt ist.

Die Lektionen reichen von der kritischen Betrachtung menschlicher Traditionen im Gegensatz zu Gottes Geboten bis hin zur tiefgreifenden Erkenntnis, dass wahre Reinheit von innen kommt. Die Episode beleuchtet auch Jesu Begegnungen mit Heiden, wie die kanaanitische Frau, und die Herausforderung, die dies für seine Jünger darstellte. Abschließend wird die Bedeutung des Glaubens und die universelle Liebe Gottes hervorgehoben, die alle Menschen einschließt.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2016 Q2: Das Evangelium nach Matthäus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries und wir freuen uns, dass ihr eingeschaltet habt, dass wir die nächste Folge unserer Serie über das Matthäusevangelium gemeinsam hier betrachten können.

[0:38] Heute haben wir ein Thema, das äußerst interessant ist. Wir wollen vor allem die Kapitel 14 und 15 des Matthäusevangeliums uns näher anschauen und der Titel dieser Folge ist: Herr der Juden und der Nichtjuden. Es wird vor allem auch um die Frage gehen, wie Jesus den Israeliten auch seinen Jüngern beibringen wollte, dass seine Aufgabe weitaus größer war als nur die für das Volk Israel. Und damit bereiten wir uns vor auf das Bibelgespräch am 14. Mai 2016 und möchten euch an der Stelle natürlich noch einmal erinnern an unsere Aktion, Kapitel des Matthäusevangeliums auswendig zu lernen und da mitzumachen.

[1:24] Bevor wir jetzt also beginnen und in dieses Thema hineintauchen, wollen wir gemeinsam beten und ich lade dich, lieber Freund, liebe Freundin, dazu ganz recht herzlich ein. Lieber Vater im Himmel, hab Dank für diesen Tag, hab Dank für die Schönheit deines Wortes und die Kraft, die darin gefunden werden kann. Wenn wir jetzt in den kommenden Minuten dein Wort studieren und lesen und verstehen wollen, so bitten wir dich, dass du mit deinem Heiligen Geist anwesend bist, dass du uns die Gedanken schenkst, die von dir kommen, damit wir selbst uns reflektieren können und sehen können, wo wir Korrektur von dir brauchen. Und wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, ein Leben zu leben, das deinem Vorbild ähnlich ist. Im Namen Jesu, Amen.

[2:06] Der Leitvers für diese Woche, der findet sich im Alten Testament in Jesaja 42 und dort Vers 6. Bevor wir ihn lesen, vielleicht einige Verse aus dem selben Kapitel als Hinführung zum Thema insgesamt. In Jesaja 42 finden wir eine der Bibelstellen des Alten Testamentes, wo Gott das Volk Israel lange vor der Geburt von Jesus darauf vorbereiten wollte, dass die Mission des Volkes Gottes nicht nur auf einen Landstrich begrenzt war und auf jeden Fall nicht einfach nur auf eine ethnische Gruppe zugeschnitten war, sondern dass Gott es sich wünschte, dass das Evangelium alle Welt erreichen würde.

[2:47] Hier in Jesaja 42 und dort Vers 1 lesen wir: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Das ist offensichtlich ein Hinweis auf den Erlöser, auf den Messias, Jesus Christus. Wir sehen dann später bei seiner Taufe, dass Jesus genau diese ähnlichen Worte auch aus dem Himmel hört. Und dann sagt Gott über den Messias: „Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt. Er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen.“ Also hier finden wir diese Idee, dass der Messias, wenn er kommen würde, die Botschaft Gottes zu den Heiden tragen würde. Er würde hinausgehen zu den Heiden.

[3:31] Und interessanterweise: Das Wort für „Recht“ hier wird meistens auch mit „Gericht“ übersetzt. Ein interessanter Hinweis, weil auch unsere Botschaft, die Trafe Engels Botschaft, eine Botschaft des Gerichtes ist, die an alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen gerichtet werden soll. Im gleichen Kapitel in Gott Vers 4 heißt es: „Er, der Messias, wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat.“ Also diese Idee, er bringt das Recht zu den Heiden und wird es gründen. Er wird nicht einmal nur davon erzählen, sondern er wird es wirklich fest etablieren.

[4:03] Und dann heißt es hier: „Und die Inseln werden auf seine Lehre warten.“ Der Messias kommt also deswegen, weil in der ganzen Welt, die Inseln waren damals ein Symbol für ferne Länder, konkret waren das meistens dann die Ägäischen Inseln, die gemeint waren, also Richtung Griechenland, östliches Mittelmeer, aber symbolisch gesehen, das waren so die Enden der Erde. Und die Völker in der Ferne würden auf die Lehre des Messias warten, nicht nur auf den Messias selbst, sondern auch auf seine Lehre.

[4:37] Und in diesem Zusammenhang sehen wir dann den Vers, der Merkvers ist für die heutige Woche. Ich, in Vers 6: „Ich, der Herr, habe dich berufen in Gerechtigkeit und ergreife dich bei deiner Hand und ich will dich behüten und dich zum Bund für das Volk setzen, zum Licht für die Heiden.“ Gott sagt hier, dass er den Messias zum Bund für das Volk und zum Licht für die Heiden setzen möchte.

[5:08] Interessante Verknüpfung. Wir wissen aus Daniel 9, dass der Messias einen Bund schließen würde für das Volk, aber gleichzeitig sagt es hier, dass er auch ein Licht sein würde für die Heiden. Eine Idee, die dann in Jesaja 60 noch sehr viel weiter ausgeführt wird. Jesaja 60 und dort ab Vers 1: „Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tiefes Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir und Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen und Könige zu deinem Glanz, der über dir aufgeht und so weiter und so fort.“

[5:52] Also hier sehen wir, wie dieses Licht tatsächlich nicht nur zu den Heiden getragen wird, sondern wie Heiden auf das Licht des Evangeliums, auf das Licht der Herrlichkeit Gottes, seiner Gerechtigkeit reagieren werden und in großer Masse, in großer Menge zum Volk Gottes kommen werden. Mit diesen Hintergedanken wollen wir jetzt gemeinsam in das Matthäus-Evangelium gehen.

[6:17] Matthäus Kapitel 14 und dort ab Vers 1. Matthäus Kapitel 14 und dort ab Vers 1. Das heißt hier: „Zu jener Zeit hörte der Vierfürst Herodes das Gerücht von Jesus.“ Zu jener Zeit bezieht sich auf die Zeit, die vorher in Kapitel 13 und 12 und so weiter angesprochen worden ist. Diese Geschichte hier findet statt am Ende des Dienstes von Jesus in Galiläa. Das war ungefähr Anfang des Jahres 30 nach Christus, einige Wochen vor dem Passerfest.

[7:04] Knapp ein Jahr zuvor war Johannes der Täufer gefangengesetzt worden. Jesus hatte ja nach seiner Taufe zunächst einmal, vor allem in Judäa, für die Juden selbst gewirkt, bis dann ungefähr Anfang des Jahres 29 Johannes gefangengenommen worden war. Und das war die Gelegenheit für Jesus oder vielmehr der Anlass nach Galiläa zu ziehen. Und dort begann jetzt dieser Dienst in Galiläa, der den Hauptteil der Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas beansprucht.

[7:58] Dieser Gang nach Galiläa war in sich selbst eine Erfüllung der Prophetie. „Und er verließ Nazareth, kam und ließ sich in Kapernaum nieder, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist. Der spricht: ‚Das Land Sebulon und das Land Naphtali, am Weg des Sees, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden. Das Volk, das in der Finsternis wohnte, hat ein großes Licht gesehen und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen.‘“

[8:28] Galiläa war eine Gegend, wo Juden und Heiden vermischt waren. Das war eigentlich ein Mischvolk und es gab zumindest weitaus mehr Heiden, als das in Juda der Fall war. Und hier hat Jesus nun einen besonderen Teil, einen besonderen Abschnitt seines Dienstes verbracht. Viele der bekanntesten Geschichten und Gleichnisse und Predigten der Evangelien finden hier in Galiläa statt. Aber der Gang nach Galiläa war in sich selbst eine Prophezeiung, den Heiden, die in der Finsternis sitzen, das Evangelium zu predigen.

[9:04] Manchmal haben wir die Idee, dass Jesus mit den Heiden kaum Kontakt hatte. Aber es ist interessant, dass ausgerechnet jener Teil seines Dienstes, wo er am engsten mit den Heiden in Kontakt kam, in Galiläa, den besonderen Teil der Evangelien ausmacht. Es war also zu jener Zeit, dass dieser Dienst fast zu Ende ging. Ein Jahr ungefähr hatte er sich Galiläa in besonderem Maße gewidmet.

[9:24] Und in jener Zeit hört also der Viertelfürst – so müsste man es genau übersetzen, der Tetrarch – Herodes das Gerücht von Jesus. Und als er von Jesus hört und von den Wundertaten, die geschehen, bekommt er ein schlechtes Gewissen. Denn wir lesen in Matthäus 14, Vers 2: „Und er sprach zu seinen Dienern: ‚Das ist Johannes der Täufer; der ist aus den Toten auferstanden, darum wirken auch die Wunderkräfte in ihm.‘“

[9:51] Der König des Landes hört von Jesus, er sieht die Dinge, die geschehen oder hört zumindest von diesen Dingen, er weist es in Wunderkräfte, in diese Personen, aber er identifiziert Jesus falsch. Er schätzt den Dienst von Jesus falsch ein und der Grund dahinter ist sein eigenes schlechtes Gewissen. Kurz zuvor hatte er Johannes den Täufer umbringen lassen und er wusste ganz genau, dass Johannes der Täufer nichts getan hatte, was des Todes würdig war. Und so bringt also diese mit sich geschleppte Schuld eine Fehleinschätzung des Dienstes Jesu mit sich.

[10:34] Interessant, weil wir oft dasselbe tun. Wir können das Wirken Jesu in unserem Leben oder im Leben anderer Personen oftmals nicht richtig einschätzen, weil wir unvergebene Schuld mit uns herumschleppen, die uns vielleicht sogar Schuldbewusstsein erzeugt, die uns aber nicht mehr in die Lage, die uns aber daran hindert, Jesus als den zu erkennen, der er wirklich ist.

[10:58] Also lohnt es sich vielleicht ganz kurz einmal – die Geschichte ist ja relativ bekannt – nochmal zusammenzufassen, was waren die Schritte, die zu dieser Fehleinschätzung führten. Zunächst einmal lesen wir Matthäus 14 und dort Vers 3 und 4: „Denn Herodes hatte den Johannes ergreifen lassen und ihn binden und ins Gefängnis bringen lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus; denn Johannes hatte zu ihm gesagt: ‚Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben.‘“

[11:23] Alles begann mit der Sünde. Wahrscheinlich begann alles, sehr wahrscheinlich damit, dass Herodes Gedanken hatte des Ehebruchs und dann diesen Ehebruch in die Tat umsetzte und die Sünde sozusagen jetzt ganz offiziell darstellte, weil er hatte seinem Bruder Philippus die Frau ausgespannt. Der zweite Schritt war, dass Gott durch den Propheten, durch Johannes den Täufer, eine Stimme der Korrektur an ihn sandte, ihn tadelte und gesagt hat: „Das darfst du nicht, du musst davon lassen, du musst es bereuen und musst die Sachen wieder gut machen.“ Aber genau das wollte er nicht. Und so hat er als zweites nach der Sünde die korrigierende Stimme Gottes unterdrückt.

[12:06] Er hat den Propheten ins Gefängnis werfen lassen. Wir wissen aus anderen Berichten, dass er den Johannes eigentlich sehr mochte. Er war also kein persönlicher Feind des Johannes, aber obwohl er den Johannes mochte und seine Predigten gern anhörte, konnte er es doch nicht vertragen, dass die Predigten auch seine eigene Sünde aufdecken würden. Und so ging es immer weiter bergab mit ihm.

[12:27] In Vers 5 heißt es: „Und er wollte ihn töten, fürchtete dabei die Volksmenge, denn sie hielten ihn für einen Propheten.“ Erst war die Sünde, dann war die Unterdrückung der Korrektur Gottes und dann kam dieser Gedanke des Todes, des Mordes. Lange bevor er Johannes hat umbringen lassen, hat er darüber nachgedacht, ihn umbringen zu lassen. Hier sehen wir, wie immer wieder Gedanken den Taten vorausgehen.

[12:54] Diese Gedanken wurden zunächst nicht in die Tat umgesetzt, weil er aus äußeren politischen Gründen sah, dass das ihm schaden würde. Aber es ging noch weiter. Vers 6: „Als nun Herodes seinen Geburtstag beging, tanzte die Tochter des Herodes vor den Gästen und gefiel dem Herodes.“ Schritt Nummer 4 ist Unterhaltung. Er hatte gesündigt, hatte die Stimme Gottes beiseite geschoben, hat dann schon darüber nachgedacht, vielleicht einen Mord zu begehen und dann kam jetzt diese, ja, nicht besonders anständige Unterhaltung noch dazu, die offensichtlich dazu geführt hat, dass sein Urteilsvermögen beeinträchtigt gewesen ist.

[13:38] Sicherlich floss der Alkohol in Strömen und so ließ er sich hinreißen zu einer äußerst unsinnigen Entscheidung. Vers 7: „Dann versprach er ihr mit einem Eid, ihr zu geben, was sie auch fordern würde.“ Hier haben wir den König, den König des Landes, der sich so sehr benebeln lässt, dass er eine äußerst unsinnige Aussage macht, ein Versprechen gibt, das ihn später noch räumen wird.

[14:05] Und wir kennen die Geschichte, dass Salome, die Tochter des Herodes, nutzt die Gelegenheit, lässt sich von ihrer Mutter inspirieren und fordert dann den Kopf von Johannes dem Täufer. Dann heißt es in Vers 9, interessanterweise: „Und der König wurde betrübt, doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er es zu geben.“

[14:32] Denn mit dem König, der eigentlich selbst in seinem halb betrunkenen Zustand doch noch davor zurückschreckt, seinen geliebten Propheten, der immer seine Sünde kritisiert, wirklich umzubringen, er lässt es geschehen, weil er mehr Menschenfurcht als Gottesfurcht hat. Also diese sechs Schritte führen zu diesem schlechten Gewissen: die Sünde, das Wegdrücken der Stimme Gottes, falsche Gedanken, die gehegt werden, eine zweifelhafte Unterhaltung, unsinnige Versprechen und dann Menschenfurcht, die größer als Gottesfurcht.

[15:05] Das Ganze wurde zu einer Last. Als später Jesus dem Herodes persönlich begegnet, hat Jesus kein Wort mehr mit Herodes gesprochen. Er hatte schon zu diesem Zeitpunkt die Stimme des Heiligen Geistes weggedrängt.

[15:18] Interessant ist, wie Jesus auf diese Geschichte reagiert. In Vers 13 lesen wir, was passiert, als Jesus mitbekommt, was Johannes dem Täufer geschehen ist. „Und als Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort zurück.“ Gerade hat der König des Landes den größten Propheten und Vorläufer des Messias, Johannes den Täufer, umbringen lassen. Und das war natürlich schon wie ein erster Hinweis auf das, was bald auch mit Jesus passieren würde.

[15:53] Er wusste aus der Prophetie, aus Daniel 9, dass er noch gut ein Jahr hatte. Zweieinhalb Jahre war sein Dienst ungefähr schon gegangen. Das Kreuz näherte sich. Und interessanterweise wissen wir dann, wenn wir später die Geschichte des Kreuzes anschauen, dass viele dieser Prinzipien hier von Matthäus 14 sich auch wiederfinden in der Verurteilung von Jesus. Die Menschenfurcht, die größer als die Gottesfurcht, die Rücksichtnahme auf Politik, die Unterdrückung der korrigierenden Stimme und so weiter.

[16:23] Also Jesus erkannte bereits in dem Vorgehen Johannes, wie mit ihm verhandelt werden sollte oder wie er behandelt werden sollte. Und er wollte an einen einsamen Ort gehen und sicherlich sich etwas darauf einstellen, darüber beten.

[16:39] Wir lesen in Vers 14: „Als nun Jesus ausstieg, sah er eine große Menge und er erbarmte sich über sie und heilte ihre Kranken. Und als es Abend geworden war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: ‚Der Ort ist einsam und die Stunde ist schon fortgeschritten. Er lasse das Volk, damit sie in die Dörfer gehen und sich Speise kaufen.‘“

[16:57] Jesus sah diese riesige Menge und es heißt, er erbarmte sich über sie. An anderer Stelle heißt es, dass diese Volksmengen waren wie Schafe ohne Hirten. Und er heilte die Kranken, er lehrte, er predigte. Alles, was wir schon angeschaut haben, auch an anderer Stelle im Matthäusevangelium. Er wusste aber, dass er nicht mehr für ewig hier sein würde auf dieser Erde.

[17:24] Und so lehrt er jetzt die Jünger, Verantwortung zu übernehmen für das Volk Gottes. In Vers 16 sagt er: „Jesus aber sprach zu ihnen: ‚Sie haben es nicht nötig, wegzugehen, gebt ihr ihnen zu essen.‘“ Wir, mögen die Jünger vielleicht gefragt haben – die sagen ja dann in Vers 17: „Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische.“ Jesus wollte ihnen deutlich machen, dass sie als seine Nachfolger Verantwortung tragen werden für das Volk Gottes.

[18:01] Und wir lesen in den Parallelberichten, wie er ihnen das noch deutlicher machte, in Lukas 9 zum Beispiel. Lukas 9 Vers 14 und 15: „Es waren etwa 5000 Männer. Er sprach aber zu den Jüngern: ‚Lasst sie sich gruppenweise setzen, die 50 und 50.‘ Und sie machten es so und ließen alle sich setzen.“ Jesus lehrte ihnen, den Jüngern, den Wert von strukturierter Gemeindeorganisation, die es dann möglich macht, das Brot besser zu verteilen.

[18:37] Ähnlich auch in Johannes Kapitel 6, wo dieselbe Geschichte berichtet wird. In Johannes und dort Kapitel 6 und dort Vers 12 und 13: „Und als sie gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: ‚Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt.‘ Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen übrig geblieben waren, welche gegessen hatten.“

[19:03] Die Jünger sollten schauen, was es zu essen gibt. Die Jünger sollten das Volk in Gruppen ordnen. Die Jünger sollten das Volk dazu bringen, sich hinzusetzen. Und die Jünger sollten dann auch dafür sorgen, dass alle Reste aufgesammelt werden. Die Jünger sollten Verantwortung übernehmen für das Volk Gottes. Das wird gleich noch sehr wichtig werden.

[19:25] Das Einzige, was die Jünger nicht tun konnten, was Jesus allein tun konnte, diese wenigen Brote und Fische so sehr zu vermehren, dass es für alle reichen würde. Und dann passiert etwas Außergewöhnliches. In Vers 14, Johannes 6, Vers 14: „Als nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus getan hatte, sprachen sie: ‚Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll.‘“

[19:50] Da nun Jesus erkannte, dass sie kommen würden, um ihn mit Gewalt zum König zu machen, zog er sich wiederum auf den Berg zurück, er allein. Nun halten wir fest den Zusammenhang, der in Johannes 6 nicht so deutlich wird, aber in Matthäus 14 sehr, sehr deutlich. Jesus war ja dort an diesem Ort, weil er sich gerade zurückgezogen hatte, weil er gehört hatte, dass der eigentliche König Herodes den beliebten Propheten Johannes umgebracht hatte.

[20:17] Wir wissen auch aus Matthäus 14, dass der Herodes lange gezögert hatte, Johannes umzubringen, weil er das Volk fürchtete. Wir müssen also keine Theologiestudenten sein, um herauszufinden, wie das Volk wohl gedacht hatte über Herodes, als schließlich Johannes der Täufer geköpft worden ist. Das Volk wird Herodes gehasst haben und kein Wunder, dass sie so schnell einen neuen König wollten.

[20:43] Jesus erkannte das. Das Volk war unzufrieden mit dem Herodes und Jesus sollte die Stelle von Herodes einnehmen und sie waren sogar bereit, ihn mit Gewalt zum König zu krönen, ihn mit Gewalt dazu zu zwingen. Das Wunder der Speisung der 5000 war für die Menschen, war für die Israeliten Grund genug zu glauben, dass Jesus ihr König ist, denn er hatte für sie gesorgt. Er hatte für ihr Wohlergehen gesorgt, er hatte sich erbarmt, er hatte geheilt, er hatte gepredigt, gelehrt, er hatte sie strukturiert. Er hatte Jünger, die für ihn die Administration übernehmen konnten. Allen war deutlich: Jesus war der perfekte König.

[21:35] Doch da gab es etwas, was sie nicht verstanden über das Königreich Gottes und über das Königtum Jesu, was wir in den nächsten Minuten noch etwas ausführlicher anschauen sollten. Eins ist deutlich: Jesus wollte von ihnen nicht zum König gemacht werden.

[21:49] Matthäus 14 sagt das sehr deutlich. Matthäus 14, dort Vers 12 – das heißt es und seine Jünger kamen herbei – Vers 22, Entschuldigung: „Und sogleich nötigte Jesus seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm jenseits das Ufer zu fahren, bis er die Volksmenge entlassen hätte.“ Die Jünger waren auf der Seite des Volkes, auch sie wollten gerne, dass Jesus König wird. Und Jesus nötigte sie in einem klaren und deutlichen Befehlston, den er vorher und hinterher wahrscheinlich nie wieder so angewendet hat, sagte den Jüngern: „Ihr geht jetzt und verlasst den Ort sofort.“ Und dann hat er das Volk beruhigt und sich hat einen einsamen Ort zurückgezogen.

[22:38] Wir kennen die Geschichte, die jetzt folgt, recht gut. Die Jünger sind auf dem See, das Schiff kommt in Seenot und Jesus geht auf dem See zu ihnen. Das heißt in Vers 25: „Aber um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See.“ Und als ihn die Jünger auf dem See gehen sahen, erschraken sie und sprachen: „Es ist ein Gespenst!“ und schrien vor Furcht.

[23:13] Gerade noch vor wenigen Stunden wollten sie ihn zum König machen und jetzt halten sie ihn für ein Gespenst, was übrigens nebenbei gesagt eine heidnische Vorstellung ist. Wenn sie eine Gruppe von Kanaanitern gewesen wären, die da jemand auf dem See laufen sehen und sie gerufen hätten: „Na, das ist ein Gespenst!“, dann würde man sagen: Okay, sie wissen es nicht besser. Aber sie kannten doch Jesus. Sie wollten Jesus zum König haben, aber konnten ihn nicht identifizieren.

[23:43] Sehr bekannt ist die Geschichte von Petrus, der dann sagt: „Wenn du es bist, nicht wahr, lass mich aus dem Wasser zu dir kommen!“ Und Jesus sagt: „Ich bin es.“ Und dann sehen wir, wie Jesus zu ihm sagt: „Komm!“ Petrus geht auf dem Wasser.

[24:08] Das ist übrigens eine Geschichte für sich selbst. Vielleicht eine kleine Klammer hier. Niemand ist in der Lage, auf Wasser zu gehen, es ist Menschen unmöglich. Die Gravitation ist so stark, dass es einem Menschen nicht gelingen kann. Die Tatsache, dass Petrus, ein Mensch wie du und ich, ein Sünder, auf dem Wasser gehen konnte, ist Beweis, dass Jesus zur Not die Gravitation außer Kraft setzen kann, wenn sein Wort es sagt. Es ist ein wunderbares Bild für das, was Gott uns verspricht, dass wir am Ende die Gebote Gottes wirklich ganz vollständig halten werden. Dass die Sünde, die solch einen starken Magnetismus in unserem Leben entfaltet, die uns so leicht umstrickt, dass man das Gefühl hat, dass es unmöglich ist, die Sünde zu überwinden. Dass Gottes Wort die Gravitation der Sünde in unserem Leben überwinden kann und wir geistlich gesehen auch auf Wasser gehen dürfen. So wie Jesus, der es uns vorgemacht hat.

[25:18] Und dann interessant ist ebenfalls der Punkt, dass Petrus irgendwann, während er auf dem Wasser geht, seine Augen von Jesus weglengt. Uns wird gesagt, dass er zurückschaute, um zu zeigen, wie toll er doch auf dem Wasser gehen kann. Seinen Kumpanen gewunken hat, sich dann wieder umgedreht hat, Jesus gesucht hat und plötzlich war die Welle zwischen ihm und Jesus und er begann zu zweifeln und er sank.

[25:46] Es ist gut möglich, dass wir in unserem Leben die Sünden überwinden und dann vielleicht so stolz werden, dass wir es geschafft haben, dass wir jetzt heilig sind, dass wir plötzlich Jesus aus den Augen verlieren und wieder zu sinken anfangen. Interessant ist, dass Jesus nicht sagt: „Naja, war ein Versuch wert, du bist es nicht würdig.“ Nein, es heißt in Vers 31: „Jesus aber streckte sogleich die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: ‚Du Kleingläubiger, nicht du Ungläubiger!‘“

[26:11] Er hatte ja geglaubt, dass man auf Wasser gehen kann, aber du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Petrus hatte nicht gezweifelt, dass man überhaupt auf dem Wasser gehen kann, aber er hatte gezweifelt, dass Jesus in der Lage sein würde, ihn die ganze Zeit auch auf dem Wasser zu lassen. Er war nicht so ungläubig. Ein Ungläubiger hätte gesagt: „Ich gehe nicht aus dem Wasser, das kann ja nie funktionieren.“ Aber er war Kleingläubig. Er glaubte, dass in dem Moment, dass Jesus es tun kann, aber als die Schwierigkeiten kamen, da verließ ihn der Glaube.

[26:51] Wie oft in unserem Leben glauben wir ganz fest, dass Jesus uns Sünde vergibt oder dass wir mal wirklich auch eine bestimmte Situation der Sünde überwinden können, aber wenn es dann darum geht, dauerhaft diese Erfahrung zu halten, wenn die Schwierigkeiten, die Versuchungen größer werden, dann knicken wir uns oft ein, weil wir nicht glauben, dass Jesus, der uns bis hierhin geführt hat, uns auch weiterführen kann, weil wir Jesus aus den Augen verloren haben. Und so nennt er ihn Kleingläubiger: „Warum hast du gezweifelt?“

[27:22] Petrus ruft sinkend: „Herr, rette mich!“ und Jesus nennt ihn einen Kleingläubigen. Halten wir es im Hinterkopf, kommen wir gleich nochmal darauf zurück.

[27:32] Schließlich kommen sie am anderen Ufer an, Jesus steigt in das See, in das Schiff, der Wind legt sich und Kapitel 15 zeigt uns eine neue Geschichte, die sehr interessant ist. Da heißt es in Vers 1: „Da kamen die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen: ‚Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Warum halten sie sich nicht an die Tradition? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.‘“

[28:09] Mit anderen Worten, da haben Rabbi X, Y und Z gesagt, dass man sich die Hände waschen soll vor dem Essen, ist hier übrigens auch keine schlechte Idee. Und die Jünger haben das an einer bestimmten Stelle wohl nicht getan, vielleicht auch öfter nicht. Und die Schriftgelehrten und Pharisäer beschweren sich, dass die Tradition missachtet werden.

[28:29] Vers 3: „Er beantwortet und sprach zu ihnen: ‚Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?‘“ Und Jesus spielt den Ball zurück und sagt: „Schaut mal her, ihr seid so für die Tradition, für menschliche Ideen, aber gleichzeitig untergrabt ihr die 10 Gebote.“ Und er macht das sehr deutlich in dem Beispiel, das er jetzt gibt.

[28:51] „Denn Gott hat geboten und gesagt: ‚Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.‘“ Das ist eines der 10 Gebote. Also Jesus ist der Meinung, dass die 10 Gebote gehalten werden sollen und nicht durch menschliche Traditionen verändert werden sollten. Ein interessantes Beispiel auch wäre dann das vierte Gebot. „Und wer Vater oder Mutter verflucht, der soll des Todes sterben. Ihr aber sagt: ‚Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: „Ich habe zur Weihegabe bestimmt, was dir von mir zugutekommen sollte“, der braucht seinen Vater oder seine Mutter nicht mehr zu ehren.‘ Und so habt ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen aufgehoben.“

[29:30] Jesus gibt dir ein Beispiel, wie menschliche Weisheit, menschliche Tradition und Philosophie Gottes Gebote, Gottes Gesetz, die 10 Gebote tatsächlich untergraben kann. Es kann so sein, dass wir einfachste, klarste Anweisungen Gottes nicht tun und das Ganze auch noch fromm begründen. Ein klassisches Beispiel heute wäre der Auftrag, das Evangelium in die ganze Welt zu tragen und zu predigen und viele, die vielleicht sogar dafür bezahlt werden, dass sie Prediger des Evangeliums sind, sagen: „Na ja, ich bin halt damit beschäftigt, meine Schäfchen in der Gemeinde zu halten.“ Auch eine gute Sache, aber niemand sollte sagen: „Ich brauche nicht Mission zu machen, weil ich etwas anderes Gutes tue.“ Das würde bedeuten, mit menschlicher Tradition ein Gebot Gottes aufzuheben.

[30:23] Und so kann man viele Beispiele geben, die auch in der heutigen Zeit äußerst relevant sind. Und Jesus macht etwas ziemlich Krasses. Er sagt dann in Vers 7: „Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht: ‚Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie leeren Vortrag lehren, Menschengebote sind.‘“

[30:55] Und das muss die jüngere Verzeihung, die die Pharisäer wie ins Herz getroffen haben. Denn Jesaja sprach zu dem Volk vor dem babylonischen Exil. Jetzt ein bisschen israelitische Geschichte. Von der Zeit der Landnahme von Joshua bis zur Zeit des babylonischen Exils hatte das Volk Israel, wenn es ein Problem hatte, eigentlich immer das Problem, dass es mehr in den linken Graben fiel, also mit den anderen Völkern gemeinsame Sache machte, von den Assyrern, von den Babyloniern, von den Kanaanitern, Moabiten, Ammonitern und so weiter lernte, wie man andere Götter anbetet. Und das ging über Jahrhunderte so, bis Gott sie dann nach Babylon in das Exil verkaufte für 70 Jahre. Danach waren sie vom Götzendienst absolut geheilt.

[31:38] Von der Zeit des babylonischen Exils bis zur Zeit von Jesus war das Pendel jetzt in die andere Richtung geschwungen. Die Pharisäer und Sadduzäer, vor allem die Pharisäer und die Schriftgelehrten wollten sicherstellen, dass sie nie, nie, nie wieder in die Fehler der vorexilischen Zeit geraten und wollten jetzt nicht nur die Bibel beachten und die Gebote halten, sondern sie gaben sich lauter Extra-Regeln, die zusätzlich gewährleisten sollten, dass man gar nicht erst in die Versuchung kommen würde, in irgendeines der Gebote zu übertreten. Sie waren eigentlich auf der ganz anderen Seite vom Volk vor dem Exil.

[32:16] Aber Jesus sagt ihnen: „Ihr, die ihr all diese Traditionen aufstellt, auf euch trifft das zu, was Jesaja zu dem Volk gesagt hat, das Götzendienst getrieben hat.“ Wer sich von Jesus entfernt, egal ob nach links oder von rechts, endet geistlich gesehen immer am selben Punkt.

[32:34] Und das war jetzt eine ziemlich krasse Sache. Die Führer des Volkes waren offensichtlich nicht in der Lage, biblische Wahrheit zu predigen, sondern sie predigten Menschengebote. Jetzt denken wir ein bisschen darüber nach, gehen ein Stück weiter. Vers 10: „Und er rief die Volksmenge zu sich und sprach zu ihnen: ‚Hört und versteht.‘“

[33:07] Vorher hatte Jesus zitiert: „Das Volk naht sich zu mir, aber das Herz ist fern von mir.“ Mit anderen Worten, die Israeliten damals und auch zu der Zeit dann waren gerne am Tempel. Sie haben gerne sich, sie waren sich gerne bewusst, dass sie das Volk Gottes sind, dass sie von Abraham abstammen, dass Moses ihnen die zehn Gebote gegeben hat, dass sie das auserwählte Königreich von Priestern seien. Aber ihre Herzen waren weit, weit weg von Jesus. Sie hörten zwar die Worte, aber verstanden sie nicht. Deswegen sagt Jesus: „Hört und versteht.“

[33:39] Vers 11: „Nicht das, was zum Mund hineinkommt, verunreinigt die Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen.“ Jesus möchte deutlich machen: Es kommt nicht auf das Äußerliche, sondern auf das Innerliche an. Und die Jünger merkten, dass das offensichtlich eine Revolution sein würde, wenn das geglaubt werden würde und dass das auf Konflikt und Widerstand stoßen würde bei den Pharisäern.

[34:01] Vers 12: „Und es traten seine Jünger herzu und sprachen zu ihm: ‚Weißt du, dass die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie das Wort hörten?‘“ Und jetzt sagt Jesus etwas, was uns wirklich aufmerksam lassen sollte. Er aber antwortete und sprach: „Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.“

[34:23] Jesus sagt, die Führer des Volkes zu seiner Zeit oder zumindest etliche Führer des Volkes waren Führer des Volkes, ohne dass Gott sie dorthin gepflanzt hatte. Gott hatte zugelassen, dass sie Führer des Volkes werden, ohne Frage, aber sie waren nicht eine Pflanzung des Herrn. Denn das Volk Gottes hatte ja eine Aufgabe.

[34:45] Dass wir den Finger drin und gehen zu Römer 3. Das Volk Gottes, die Aufgabe der Juden bestand in einer einzigen Sache, nämlich in Römer 3, Vers 1 heißt es hier und 2: „Was hat nun der Jude für einen Vorzug und was nützt die Beschneidung? Viel in jeder Hinsicht, denn vor allem sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden.“ Das Besondere am Volk Gottes war, dass sie das Wort Gottes hatten. Es war nicht ihre Gene, nicht ihre Hautfarbe, nicht ihre Augenfarbe, nicht ihre Größe oder sonst etwas. Es war das Wort Gottes.

[35:23] Und in dem Moment, wo die Führer des Volkes das Wort Gottes vernachlässigten, ja das Wort Gottes aufhoben, nicht mehr aufgehoben haben, durch ihre menschlichen Ideen, da sagt Jesus: „Ihr seid zwar nominell das Volk Gottes, aber ihr habt den ganzen Sinn missverstanden.“ Menschliche Ideen, Menschengebote werden schon von jeder heidnischen Religion gemacht. Und wenn auch ihr als Volk Gottes jetzt nach menschlichen, weltlichen Prinzipien handelt, dann seid ihr letztlich nicht besser als die Heiden. So wie damals vor dem Exil, als die Israeliten ebenfalls sich den heidnischen Göttern zugewandt hatten.

[36:11] Auch wenn ihr jetzt keinen Götzendienst mehr habt, keine buchstäbliche Aschera und keinen Baal und keinen Tammuz mehr anbetet, aber wenn ihr nach menschlichen Satzungen handelt, dann seid ihr nicht besser als die Heiden. Das Besondere am Volk Gottes, das Besondere eines Juden ist, dass er das Wort Gottes predigt und nicht menschliche Tradition.

[36:34] Er sagt Vers 14: „Lasst sie! Sie sind blinde Blindenleiter. Wenn aber ein Blinder den anderen leitet, werden beide in die Grube fallen.“ Diese Stelle wird es sehr ernst für uns, denn Jesus sagt uns, der Gemeinde Laodizea heute im Jahre 2016, dass wir nicht nur elend und erbärmlich und bloß sind, sondern auch blind. Könnte es sein, dass wir in derselben Gefahr stehen wie das Volk Gottes damals, dass wir Gottes Wort ersetzen durch menschliche Tradition, menschliche Politik und menschliche Weisheit.

[37:10] Er sagt: „Lasst sie!“ Dort sind Menschen im Volk Gottes sogar in führender Position, die der himmlische Vater nicht hineingepflanzt hat und sie werden hinausgerissen werden. Aber für die Jünger war das fast unvorstellbar und sie fragen: „Erklär uns dieses Gleichnis!“ Und Jesus sagt im Vers 16: „Seid denn auch ihr so unverständlich? Begreift ihr nicht, dass alles, was zum Mund hineinkommt, in den Bauch kommt und in den Abort geworfen wird, was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen und das verunreinigt den Menschen?“

[37:38] „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerung.“ Jesus sagt, das Besondere sind nicht eure jüdischen Reinigungsvorschriften, die euch abheben von anderen Völkern. Das Besondere sollte euer reines Herz sein. Der bei euch die Hände wäscht, aber im Herzen all diese Dinge tut, die hier beschrieben sind. Wie könnt ihr denn glauben, dass ihr Gottes Volk seid, wenn wir am Sabbat in den Gottesdienst gehen und dass wir im richtigen Liederbuch singen und uns vielleicht noch schön anziehen, aber im Herzen diese Dinge tragen? Wie können wir behaupten, dass wir Gottes Volk sind?

[38:11] Interessanterweise war das schon immer das Anliegen Gottes, schon zur Zeit von Mose. Schauen wir mal in 5. Mose 29 und dort Vers 6, 5. Mose 29 und dort, Verzeihung, Vers 18: „Und dass keiner, wenn er die Worte dieser Eidverpflichtung hört, sich dennoch in seinem Herzen glücklich preist und spricht: ‚Ich werde Frieden haben, wenn ich auch in der Verstocktheit meines Herzens so, dass dann das bewässerte Land mitsamt dem trockenen hinweg gerafft wurde.‘“ Schon damals hatte Gott das Volk gewarnt: „Glaubt ja nicht, dass ihr gesegnet seid und gleichzeitig weiter in eurem Herzen diese unreinen Gedanken hegen könnt. Das wird nicht funktionieren.“

[39:05] Deswegen Kapitel 30, Vers 6: „Und der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommenschaft beschneiden, dass du den Herrn, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen, von ganzer Seele, damit du lebst.“ Die Israeliten zur Zeit von Jesus folgten vielleicht noch den äußeren Bestimmungen der Bücher Mose, aber im Herzen waren sie unbeschnitten, im Herzen waren sie unrein.

[39:27] Paulus macht später diesen Punkt ganz genau deutlich, als er in Römer 2, Vers 28 und 29 sagt: Römer 2, Vers 28 und 29: „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht, sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und seine Beschneidung geschieht am Herzen, im Geist, nicht in den Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.“

[40:01] Die Israeliten zur Zeit von Jesus, die Pharisäer und Sadduzäer, sie suchten Anerkennung von den Menschen, sie waren äußerlich beschnitten, aber Gott hat sie nicht anerkannt. Ein echter Jude ist im Herzen beschnitten, im Geist, und Gott erkennt es, auch wenn die Menschen es nicht anerkennen. Und das musste den Jüngern jetzt wirklich ein vor allem mal eingebläut werden. Es hat noch lange gedauert, bis sie es wirklich verstanden haben.

[40:24] Jesus zieht sich zurück. Ein Jahr vor seiner Kreuzigung zieht er sich aus dem öffentlichen Dienst zurück und geht jetzt mit seinen Jüngern in das heidnische Territorium, nicht nur nach Galiläa, wo er lange gewirkt hat, wo Heiden und Gläubige zusammen waren. Er geht jetzt mitten in die Höhle des Löwen. Matthäus 15, Vers 21: „Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegend von Tyrus und Sidon zurück.“ Das sind die großen Handelsstädte Phöniziens. Das ist Kanaan per excellence, Kanaaniter, die verhassten Kanaaniter.

[40:40] Jesus zieht sich dorthin zurück. Und dann kommt sogar eine kanaanitische Frau, Vers 22: „Und sie, eine kanaanitische Frau, kam aus jener Gegend, rief ihn an und sprach: ‚Erbarm dich über mich, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm besessen.‘“ Jesus lässt es jetzt auf einen Frontalkuss ankommen. Er nimmt seine Jünger, die immer noch so verwirrt sind über das Volk Gottes und bringt sie zu den Kanaanitern, wo es stellenweise, also viele Stellen im Alten Testament gibt, wo deutlich wird, Gott wollte, dass dieses Volk ausgerottet wird. Und die Pharisäer und die Sadduzäer schauten mit einer Verachtung, die kaum in Worte zu fassen ist, auf die Kanaaniter. Sie verachteten ja schon die Samariter und die Menschen in Galiläa, aber das war ein Mischvolk. Hier waren es jetzt reinste Heiden.

[41:44] Und hier kommt so eine Heide, die eigentlich gar nicht existieren dürfte, und nennt Jesus den Sohn Davids, was keinem Pharisäer so richtig über die Lippen ging. Und nun würden die Jünger verstehen, dass hier eine Heide, die Jesus besser kennt, als die Führer des Volkes Gottes. Würden sie es sehen? Vers 23: „Er aber antwortete ihr nicht ein Wort.“ Er will sehen, was sagen die Jünger? Da traten die Jünger zu ihm und baten sie: „Schick sie weg, fertige sie ab, denn sie schreit uns nach! Es ist uns peinlich, in ihrer Nähe zu sein.“

[42:22] Warum will Gott die Kanaaniter vernichten? Schauen wir mal in 1. Mose 15. In 1. Mose 15 und dort Vers 16 sagt Gott, warum Abraham, der Stammvater der Israeliten, die Kanaaniter nicht vernichten durfte. Vers 16: „Sie aber sollen in der vierten Generation wieder herkommen, denn das Maß der Sünden der Amoriter, der Kanaaniter, ist noch nicht voll.“ Warum sollten die Kanaaniter zur Zeit von Joshua ausgerottet werden? Wegen dem Vollmaß ihrer Sünden und nicht, weil sie Kanaaniter sind.

[43:03] Das Ausrotten der Kanaaniter hatte nicht damit zu tun, dass sie Kanaaniter sind, sondern weil sie so sehr den Heiligen Geist betrübt hatten, dass es keine Hoffnung mehr für sie gab. Und zwar diese Generation. Aber die Jünger und Israeliten seit über tausend Jahren hatten das völlig falsch verstanden. Sie glauben tatsächlich, dass Gott die Kanaaniter hasst, weil sie Kanaaniter sind und nicht, dass Gott die Kanaaniter hatte ausrotten lassen, weil sie gesündigt hatten.

[43:30] Es war genau dieser Denkfehler. Sie glaubten, dass Gott ethnisch beurteilt, aber Gott beurteilt nie ethnisch. Bei Gott sind alle Personen gleich. Gott beurteilt nach Liebe, Barmherzigkeit und ob wir Sünde tun oder nicht. Und jetzt passiert etwas Interessantes. Die Jünger fordern Jesus auf: „Fertige sie ab, lass uns sie abschütteln.“ Und jetzt sagt Jesus Worte, die den Jüngern spiegeln sollen, wie eigentlich sie denken.

[44:02] Vers 24: „Er beantwortet und sprach: ‚Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.‘“ Jetzt werden die Jünger gedacht haben, auch die Frau wird wahrscheinlich verstanden haben: „Oh nein, der Messias ist nicht für mich da.“ Aber hat Jesus gelogen? Ohne Frage. Jesus hat diese Worte bewusst gesprochen. Er hat genau gewusst, was es sowohl bei der Frau als auch bei den Jüngern auslöst. Er hat damit kalkuliert und das mit eingerechnet. Ja, ja, ja, ja.

[44:42] Aber hat Jesus gelogen? Nein, denn Jesus ist tatsächlich für das Volk Israel gekommen. Matthäus 1, Vers 21: „Sie wird aber einen Sohn gebären und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.“ Wer wird von den Sünden errettet? Sein Volk, das Volk Israel. Jeder, der sich bekehrt, ist Israel. Denn Israel, der Name Israel wurde erfunden, als Jakob sich bekehrte, nicht als er geboren worden ist. Israel ist keine Sache der Geburt. Israel ist eine Sache der Bekehrung. Jeder Mensch, der Bekehrung sucht, kann Israel sein. Wer im Herzen bestimmt ist, ist ein wahrhaftiger Jude.

[45:32] Jesus sagt: „Ich bin gekommen, die Israel sein wollen.“ Aber natürlich verstehen das die Jünger nicht. Selbst die Frau versteht es nicht. Und die Frau kann nichts dafür, denn das Volk Gottes, das schon seit Jahrhunderten den Heiden hätte sagen können: „Ihr könnt alle Israeliten sein, ihr könnt alle überwinden, ihr könnt alle zu uns gehören.“ Die hatten nicht im Traum daran gedacht, auch nur ihnen eine Einladung zu geben. Die Heiden weiß nichts davon.

[45:52] Und trotzdem, obwohl das Volk Gottes diesen Auftrag missachtet hat und das Licht nicht zu den Heiden gebracht hat, glaubt die Heide weiter an den Messias. Obwohl das Volk Gottes mit seiner falschen Lehre sich zwischen den Messias und die Heiden gestellt hat, ist der Messias in der Lage, das Herz der Heiden zu erreichen. Schauen wir mal, was sie sagt in Vers 25: „Da kam sie viel vor ihm nieder und sprach: ‚Herr, hilf mir!‘“ Nur ein Kapitel vorher singt Petrus und sagt: „Herr, rette mich!“ Hier singt diese Frau zu den Füßen Jesu nieder und sagt: „Herr, hilf mir!“

[46:29] Hat Jesus den Petrus mehr lieb als die Kanaaniterin? Nur weil seine Vorfahren andere Gene hatten als die von dieser Frau? So dachten die Jünger. Und Jesus sagte etwas Interessantes. Er sagte in Vers 20: „Er beantwortete und sprach: ‚Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft.‘“ Wiederum und die Antwort macht er deutlich dann von der von der Frau, dass sie sich mit den Hunden identifiziert hat. Aber hat es Jesus eigentlich wirklich gemeint?

[47:03] Ich möchte etwas Interessantes hier vorstellen. Das Wort „Hund“ kommt in der Bibel öfter mal vor. Eine interessante Stelle ist Sprüche 26 Vers 11. Sprüche 26 und dort Vers 11: „Wie ein Hund, der zu seinem Gespeit zurückkehrt, so ist ein Narr, der seine Dummheit wiederholt.“ Und dieses gleiche Sprichwort wird von Petrus verwendet. In 1. Petrus, in 2. Petrus 2 sagt er in Vers 1: „Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten anführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen und sie werden sich ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Vers 22: ‚Doch es ist ihnen, den falschen Lehrern, ergangen nach dem wahren Sprichwort: Der Hund kehrt wieder um zu dem, was er erbrochen hat, die gewaschene Sau zum Wälzen im Schlamm.‘“

[48:03] Geistlich gesehen steht der Hund für falsche Lehrer, für Menschen, die vorgeben, Gottes Volk führen zu wollen, so wie damals die Pfarrer und die Sadduzäer, die aber in Wirklichkeit das Volk vom Auftrag abhalten, werden in der Bibel Hunde genannt. Und Jesus sagt: „Es ist nicht recht, dass man das Brot von den Kindern nimmt und es den Hunden vorwirft.“ Verstanden haben die Jünger und die Frau, dass die Kinder die Pharisäer und die Sadduzäer sind, die Kinder Abrahams und dass die Kanaaniterin Hündin ist. Aber vielleicht hat Jesus es genau andersrum gemeint, dass sie, die Kanaaniterin, das Kind Gottes ist, denn sie will Erlösung, sie will Rettung. Und diese Lehrer, die falsche Dinge predigen, die das Gesetz Gottes aufheben durch Menschenworte, sind eigentlich geistlich gesehen die Hunde.

[49:14] Aber das, was den Kanaanitern zustehen würde, was dieser Frau zustehen würde, an geistlicher Zuwendung und an Ehre und an Hilfe, wird von ihr genommen und diesen falschen Lehrern gegeben, die es gar nicht verdient haben. Interessanterweise identifizieren sich die Hunde mit den Kindern. Die Pharisäer sagen öfter mal: „Wir sind Abrahams Kinder, Abraham ist unser Vater.“ Aber das Kind, die Kanaaniterin, identifiziert sich mit dem Hund. Obwohl sie eigentlich geistlich gesehen ein Kind ist, sagt sie: „Ja, ich bin nur ein Hund.“ Was für ein gigantischer Kontrast.

[49:54] Und Jesus sagt dann Worte, die er nur noch einmal sonst gesagt hat, und zwar noch an einen Heiden. Während er Petrus, einen seiner besten Jünger, einen Kleingläubigen nennt, nennt er diese Frau, die so weit geht, sich selbst eine Hündin nennen zu lassen, um gerettet werden zu können. Vers 28: „Er antwortete Jesus und sprach zu ihr: ‚Oh Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst.‘“ Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.

[50:23] Und Jesus zog von dort weiter und kam an den See von Galiläa und er stieg dort auf den Berg und setzte sich dort. Jesus predigt und heilt jetzt im heidnischen Gebiet, nördlich vom See Genezareth, auf der anderen Seite der Grenze. Dort, wo Heiden sind. Und es kamen große Volksmengen zu ihm. Sie hatten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere bei sich. Und sie legten sie zu Jesu Füßen und er heilte sie, sodass sich die Menge wunderte, als sie sah, dass Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gingen und Blinde sehend wurden. Und sie priesen den Gott Israels. Das, was schon seit Jahrhunderten hätte passieren sollen.

[51:01] Jesus bringt jetzt das Recht zu den Heiden. Und die Jünger stehen staunend da. Jesus hilft einer Heidin. Jesus nennt sie eine Frau mit großem Glauben, während sie selbst nur kleinen Glauben haben. Und dann kam, was sie vielleicht am allermeisten verwundert hat. Vers 32: „Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: ‚Ich bin voll Mitleid mit der Menge.‘“ Vorher hatte er Mitleid mit den Juden und das konnten sie gut verstehen und haben sich umgesorgt, wo sie Essen herbekommen sollen. Jetzt hat Jesus Mitleid, dasselbe Mitleid mit den Heiden.

[51:31] „Sie verharren schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen und ich will sie nicht ohne Speise entlassen, damit sie nicht auf dem Weg verschmachten.“ Die Jünger werden sich bestimmt daran erinnert haben, dass wenige Wochen vorher, wenige Monate vorher die 5000 Männer aus Juda und aus Galiläa nicht ohne Essen nach Hause gegangen sind. Aber entweder haben sie es vergessen oder sie konnten sich nicht vorstellen, dass Jesus solch ein Wunder für Heiden tut. Jedenfalls sagen sie: „Woher sollen wir in der Einöde so viel Brot nehmen, um eine so große Menge zu sättigen?“

[52:04] Jesus, du wirst doch so ein großes Wunder tun. Und Jesus sprach zu ihnen: „Wie viel Brot habt ihr?“ Sie sprachen: „Sieben und ein paar Fische.“ Da geboten dem Volk, sich auf die Erde zu lagern, genauso wie mit den Juden in Galiläa und nahm die sieben Brote und die Fische und dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern.

[52:25] Bei der Speisung der 5000 sollen die Jünger das Volk Gottes organisieren. Das waren Juden. Und jetzt tut er genau dasselbe mit einer Gruppe von Heiden. Und obwohl die Jünger es wahrscheinlich gar nicht wirklich begriffen haben, hätte schon dämmern sollen: Jesus sieht die Heiden genauso als Volk Gottes, wie die Juden in Galiläa. Und sie aßen alle und wurden satt und hoben auf, was an den Brocken übrig blieb. Genau dasselbe, sieben Körbe voll. Es waren aber 4000 Männer, die gegessen hatten, ohne Frauen und Kinder.

[52:57] Und nachdem sie die Volksmenge entlassen hatten, stieg er in das Schiff und kam in die Gegend von Magdala. Nach der Speisung der 5000 wollte das Volk, wollten die Jünger, dass Jesus König wird über die, die er gespeist hat. Wenn sie wirklich konsistent gewesen wären, hätten sie jetzt sagen müssen: „Jesus, du musst nicht nur König über die Juden werden, du musst der König über die Heiden werden.“ Bis dahin hat es noch etwas gedauert. Es brauchte noch etliche Monate und eine tiefe Enttäuschung am Kreuz, bis diese Lektion, die er ihnen hier schon auf dem Silbertablett präsentiert hat, so langsam anfing in ihr Gehirn zu sickern.

[53:25] Es brauchte dann die Vision von Petrus und das Apostelkonzil, bis so langsam es ihnen dämmerte, dass Gott meint, was er sagt, dass die Heiden auf derselben Stufe stehen wie die Israeliten, dass alle das Evangelium hören sollten. Jesus war buchstäblich der Herr der Juden und der Nichtjuden.

[53:41] Mögen wir doch von Jesus lernen, ihn beim Wort zu nehmen und nicht mit unseren menschlichen Theorien die Gemeinde daran hindern, das Evangelium allen Menschen zu predigen. Jesus liebt nicht nur dich und mich, er liebt auch die, die ihn noch nicht kennen. Lasst uns wirken für diese Menschen, so wie Jesus das Evangelium zu den Heiden gebracht hat. Das ist doch dein Wunsch. Gott segne dich in deiner Entscheidung. Und nächste Woche wollen wir weiter studieren im Matthäus-Evangelium. Wir freuen uns dann, weitere Kapitel anschauen zu können. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und auch viel Freude beim auswendig Lernen einiger Passagen des Matthäus-Evangeliums. Gottes Segen euch dazu. Amen.

[54:22] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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