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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2016 2nd Nr 8

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge mit Christopher Kramp wird das Evangelium nach Matthäus, Kapitel 16 und 17, unter dem Thema „Petrus und der Fels“ beleuchtet. Es wird die Identität Jesu aus der Sicht der Menschen und der Jünger untersucht, wobei besonders auf Petrus‘ Bekenntnis eingegangen wird. Die Lektion thematisiert auch die Bedeutung des Kreuzes im Gegensatz zur erwarteten Herrlichkeit und die Transfiguration Jesu auf dem Berg.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2016 Q2: Das Evangelium nach Matthäus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Wir freuen uns, dass ihr eingeschaltet habt und dass wir gemeinsam das Wort Gottes studieren können, heute mit einer äußerst interessanten Folge in unserem Studium des Matthäus-Evangeliums.

[0:40] Wir sind hier mittendrin in diesem wirklich spannenden Buch der Bibel und das Thema heute lautet: Petrus und der Fels. Wir wollen einige Abschnitte aus Matthäus 16 und 17 nähergehend betrachten, einige Abschnitte, die besonders in der Kirchengeschichte für viel Diskussion gesorgt haben und sehr oft äußerst missverstanden werden. Und wir werden heute einiges Interessantes lernen und ich denke, ihr freut euch schon darauf. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 21. Mai 2016. Und bevor wir in dieses wirklich spannende Thema hineingehen, wollen wir Gott bitten, dass er unsere Gedanken leitet und auf die Punkte lenkt, die wirklich für uns heute ganz besonders wichtig sind. Und so lade ich dich ein, lieber Freund, liebe Freundin, mit mir gemeinsam zu beten.

[1:30] Lieber Vater im Himmel, was für ein Vorrecht ist es, heute hier dein Wort aufschlagen zu dürfen und über dein Wort nachdenken zu können. Ich möchte dich bitten, dass jeder Einzelne, der diese Sendung sieht, wirklich durch dein Wort angesprochen wird, dass wir Freude empfinden, dein Wort so zu studieren, wie du es gemeint hast und dass wir kostbare Lichtstrahlen von deinem Thron darin entdecken können. Bitte hilf uns, dass wir uns gut konzentrieren können und die Dinge darin erkennen, die wirklich wichtig sind für unser persönliches Leben, in der Zeit, in der wir jetzt leben. All das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.

[2:06] Petrus und der Fels. Wir beginnen heute in Matthäus 16, ab Vers 13 und werden uns dann Vers für Vers durcharbeiten bis Matthäus 17, Vers 9. Also beginnen wir in Matthäus 16 und dort ab Vers 13.

[2:22] Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen? Jesus war jetzt in der Phase, die man oft auch als ein Zurückziehen vom öffentlichen Dienst bezeichnet, ein bisschen weniger als ein Jahr vor der Kreuzigung. Er war nach Cäsarea Philippi gekommen, indem er wieder nördlich gereist war, nachdem er in den Kapiteln vorher, zum Beispiel bei der Speisung der 4.000, schon fast wieder am See Genezareth gewesen war. Er befand sich außerhalb von Galiläa in einem Gebiet, das absolut heidnisch war, das allerdings historisch gesehen im Alten Testament zu den Glanzzeiten Israels zu Israel gehört hatte. Es war mehr die Nordgrenze um die Stadt Dan herum gewesen.

[3:17] Der Parallelbericht von Lukas 9 sagt uns, dass als Jesus diese Frage stellt, er zuvor alleine gebetet hatte. Er hatte gebetet, seine Jünger kommen zu ihm und nach diesem Gebet stellt er diese interessante Frage. Er fragt seine Jünger, die um ihn sind: Für wen halten mich die Menschen?

[4:00] Damit bezog er sich auf eine den Juden recht bekannte Stelle in Daniel Kapitel 7. In Daniel Kapitel 7, und dort Vers 13 und 14, am Ende der Vision dort in Daniel 7, heißt es: „Ich sah in den Nachtgesichten, sagte Daniel, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen. Und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihm gebracht, und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen. Und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.“ Der Menschensohn war ein Begriff für den kommenden König, der König, der ein Reich aufrichten würde, das nimmermehr zugrunde gehen würde und der von Gott selbst das Königtum verliehen bekommen würde. Und Jesus sagt: „Ich, der Menschensohn.“ Und damit sagt er zwischen den Zeilen: Ich bin dieser König. Aber er fragt jetzt seine Jünger: Was sagen die Leute über mich?

[4:57] Die Antwort kommt prompt in Vers 14: „Sie sprachen: Etliche für Johannes den Täufer.“ Letzte Woche haben wir gerade so ein Beispiel dafür gesehen, wo in Matthäus 14 und dort Vers 2, Herodes, der Vierfürst von Galiläa, gesagt hatte: „Das ist Johannes der Täufer, der ist aus den Toten auferstanden, darum wirken auch die Wunderkräfte in ihm.“ Herodes hatte Jesus für Johannes den Täufer gehalten, der war nicht der Einzige, wie die Jünger hier bezeugen.

[5:35] Weiter sagen sie: „Andere aber für Elia.“ Das bezog sich natürlich auf die weitgehend akzeptierte Vorstellung, dass der Prophet Elia nochmal kommen würde. Das basierte auf dem Alten Testament, und zwar eine der letzten, weiß ich nicht, im Grunde genommen die letzte Prophezeiung zeitlich gesehen des Alten Testaments, in Maleachi 3, und dort im vorletzten Vers, Maleachi 3, Vers 23, wo Gott sagt: „Ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt.“ Schon Johannes der Täufer war für Elia gehalten worden, in einem buchstäblichen Sinne. Die Menschen glaubten, dass Elia von den Toten auferstehen würde, bevor der Tag des Herrn kommen würde. Und so glaubten noch einige Menschen, dass Jesus dieser buchstäblich auferstandene Elia wäre.

[6:30] Die Jünger gehen weiter und sagen: „Noch andere für Jeremia.“ Das ist interessant, weil wenn wir das Jeremia lesen, das Buch Jeremia, dann haben wir dort sehr viel Gerichtsbotschaft. Und wenn man diese Worte einfach liest, ohne sich vorzustellen, wie Jeremia das vielleicht gesagt hätte, dann könnte man fast den Eindruck bekommen, dass es eine sehr harsche und sehr harte Botschaft ist, die dort dem Jeremia, dem Volk Israel nahegebracht wird. Interessanterweise haben die Menschen, als sie Jesus gehört und gesehen haben, an Jeremia gedacht. Und das zeigt uns zweierlei: Das zeigt uns, dass Jesus durchaus eine sehr ernste Botschaft an das Volk auch gehabt hat. Das zeigt uns allerdings auch, dass die Menschen damals verstanden hatten, dass Jeremias Botschaft eine Botschaft der Liebe und des Mitgefühls und des Evangeliums gewesen ist. Ansonsten hätten sie niemals Jeremia mit Jesus verbunden oder eine der Propheten.

[7:22] Ein Beispiel dafür, wie Menschen immer wieder zumindestens davon ausgegangen sind, dass Jesus ein Prophet ist, findet sich in Johannes Kapitel 9 und dort in Vers 17, die Geschichte, als Jesus einen blindgeborenen heilt. Dort heißt es hier in Vers 17: „Sie sprachen wiederum zu den Blinden: Was sagst du von ihm, weil er dir die Augen geöffnet hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet.“

[7:56] Also diese Idee, dass Jesus einer der Propheten war, zumindest ein Prophet, war allgegenwärtig. Selbst die Feinde des Evangeliums, die sich zumindest so verhielten wie Herodes, haben zumindest ansatzweise diese Dinge so zugegeben, wie die Jünger das hier präsentieren. Aber es war natürlich nicht wirklich die Wahrheit. Obwohl es natürlich in gewisser Weise den Dienst von Jesus anerkannt hat, war es nicht die eigentliche Identität von Jesus. Jesus war nicht Johannes der Täufer, er war nicht einfach Elia oder ein anderer Prophet.

[8:27] In Vers 15 stellt er jetzt die Frage seinen Jüngern. Er sagt in Vers 15: „Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Mit anderen Worten, Jesus macht deutlich, dass er bei seinen Jüngern von einer größeren Erkenntnis ausgeht, als bei der großen Masse der Leute. Das kann man sehr deutlich nachvollziehen, wenn man nur kurz zurückblättert. In Matthäus 13 und dort Vers 11 hat Jesus genau diesen Gedanken ausgedrückt. In Matthäus 13, Vers 11, da sagt er: „Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu verstehen, jenen aber ist es nicht gegeben.“ Und dann erklärt er: „Deswegen predigen wir alles in Gleichnissen, weil die Menschen es sonst gar nicht verstehen würden. Aber ihr, ihr Jünger, sagt er, ihr könnt es verstehen.“ Also Jesus ging davon aus, dass die Menschen, die ganz nah bei ihm waren, auch eine tiefere Erkenntnis über ihn und sein Wirken und seine Position im Reich Gottes haben können. Und so fragt er sie. Er fragt erst: Was denken die Menschen allgemein? Aber was denkt ihr, die ihr mehr von mir gehört habt, näheren Kontakt mit mir habt, mich besser kennt?

[9:37] Und wie so oft ist der Erste, der sich meldet, Simon Petrus. In Vers 16 heißt es: „Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Im Griechischen ist das sehr emphatisch: „Du bist der Christus.“ Petrus hatte definitiv einen der besten Momente seiner ganzen jüngeren Erfahrung vor dem Kreuz. Und die Worte, die er sagt, sind sehr interessant: „Der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Damit verbindet er zwei Ideen: Einmal die Idee des Gesalbten Christus, das ist ja nicht so weiter als griechisch Messias, Mashiach, Gesalbter, und die Idee, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

[10:20] Diese beiden Ideen kommen im Grunde genommen aus Psalm 2. Das können wir mal kurz aufschlagen. Psalm 2, dort heißt es in Vers 2: „Die Könige der Erde lehnen sich auf und die Fürsten verabreden sich gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten, gegen seinen Messias oder griechisch gegen seinen Christus.“ Und von diesem Christus, diesem Messias, heißt es jetzt in Vers 6: „Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg. Ich will den Ratschluss des Herrn verkünden. Er hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn. Heute habe ich dich gezeugt. Er bitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die enden Erde zu deinem Eigentum. Du sollst sie mit eisernen Zepter zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen.“

[11:05] Also der Messias, der der Sohn Gottes ist, ist dieser kommende König. Und genau das meint Petrus. Er sagt mit anderen Worten: Du bist dieser König aus Psalm 2, der mit eisernem Stab sie weiden wird, der die enden der Erde beherrschen wird. Du bist dieser König, du bist der Messias aus Daniel 2, ja, Verzeihung, aus Psalm 2, du bist der Sohn Gottes, der dort beschrieben wird.

[11:35] Nun manchmal, wenn man die Geschichte Matthäus 16 liest, könnte man zu der Idee kommen, dass, oder hat man manchmal die Idee, dass Petrus plötzlich so einen Gedankenblitz hat, plötzlich eine Erleuchtung erfährt und so ganz plötzlich ihm wie Schuppen vor den Augen fällt. Aber wenn man die Bibel genauer liest, stellt man fest, diese Erkenntnis war nicht neu. Sie war bereits öfter vorher formuliert worden. Zum Beispiel gerade kurz vorher in Matthäus 14 und dort Vers 33, als sie gerade auf dem See Genezareth gewesen sind, dort lesen wir: „Da kamen die in dem Schiff waren, warfen sich anbetend nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.“ Schon viel früher, gleich zu Beginn des Dienstes Jesu, waren bereits solche Gedanken aus dem Kreis seiner Jünger zu hören.

[12:29] Zum Beispiel in Johannes 1 und dort in Vers 49, Nathanael, der Jesus begegnet und von Jesus gesagt bekommt, was er gerade getan hat, sagt in Vers 49 von Johannes 1: „Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel.“ Auch das eine Referenz natürlich zu Psalm 2.

[12:55] Petrus selbst hatte bereits vor Matthäus 16 diese Erkenntnis gehabt und auch öffentlich ausgesprochen. Johannes 6 und dort Vers 69, dort hatte Petrus gesagt: „Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Das ist genau das, was er Matthäus 16 sagt, und das war zeitlich gesehen vor Matthäus 16. Also Petrus hatte nicht plötzlich so einen Geistesblitz und erkennt etwas, was er vorher nie gesehen hat, sondern er wiederholt etwas, was er schon vorher und auch andere vorher deutlich gesagt haben.

[13:31] Interessant hier in Johannes 6 ist, dass er das verknüpft mit den Worten Jesu. Er sagt ja vorher: „Du hast Worte ewigen Lebens. Wohin sollen wir sonst gehen? Bei dir sind die Worte des Lebens. Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Das wird gleich noch wichtig werden, dass diese Idee von Christus, der Sohn Gottes, das mit dem Wort Gottes zu tun hat.

[13:54] Also warum hat Jesus ihn nochmal oder sie nochmal gefragt, wenn sie schon mehrfach das genannt hatten? Interessant ist, dass bei all den anderen Beispielen, die wir gerade angeschaut haben, Jesus immer der Sohn Gottes oder Christus genannt worden ist, nachdem er ein großes Wunder getan hat und Menschen neigen dazu, angesichts eines Wunders, angesichts einer großartigen Tat Gottes ihn besonders zu ehren. Aber wie sieht es aus, wenn man einfach gerade ganz nüchtern, ohne etwas Großartiges gesehen zu haben, gefragt wird?

[14:26] Jesus fragt sie jetzt ohne dass ein großes Wunder geschehen ist. Er möchte sozusagen feststellen, ob sie diese Aussagen früher nur aus Begeisterung getroffen haben oder ob da wirklich eine dauerhafte, bleibende Tiefüberzeugung vorhanden ist. Und die Worte von Petrus machen das deutlich: Er ist wirklich überzeugt. Nicht nur, weil hier und dort plötzlich mal ein Wunder geschehen ist. Nein, auch an einem ganz normalen Tag ist er felsenfest überzeugt: Jesus ist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.

[15:54] Und die Worte von Petrus machen das deutlich. Er ist wirklich überzeugt. Jesus ist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.

[37:39] Petrus, der gerade von Gott gelehrt worden ist, der gerade einen Glauben eines Überwinders deutlich gemacht hat, sagt plötzlich etwas, was dem Satan nützt. Das sagt uns zwei Dinge: Erstens, man kann nie so weit im Glauben vorangekommen sein, dass man in sich selbst unversuchbar geworden ist. Zweitens, selbst wenn man mal Dinge sagt, die dem Satan nützen, ist immer noch Hoffnung da. Petrus wurde später natürlich ein großer Evangelist für den Herrn. Es kann also sein, dass manchmal Menschen, die großen Glauben haben, wirklich schwere Fehler machen und dann entsprechend korrigiert werden müssen, aber von Gott dann wieder angenommen werden.

[38:22] „Das widerfahre dir noch nicht“, das hatte Petrus gesagt. Und Jesus antwortete darauf: „Du bist mir ein Ärgernis, denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.“ Derselbe Petrus, der gerade offenbart hatte, dass er Gott zu seinem Lehrer hat, sagt jetzt Dinge, die doch menschliche Weisheit sind. Solange die Prophezeiung mit seinen Hoffnungen übereinstimmt, war er bereit, sich belehren zu lassen von Gott, aber als seine Hoffnungen, die er sich für sein Leben vorgenommen hat, als die gekreuzt werden von der Prophezeiung, da versuchte er, klüger zu sein als die Prophezeiung.

[39:04] Sicherlich hat Jesus in diesen Worten bereits einen Schatten gesehen von dem, was später passieren würde, dass nämlich der Satan sich in die Führungsebene der christlichen Kirche einschleusen würde, um menschliche Weisheit über göttliche Gebote zu stellen. Und dabei sich sogar dieser Rolle des Petrus explizit bedienen würde, um das Werk Gottes und die Prophezeiung in eine falsche Richtung zu lenken.

[39:45] Petrus war ziemlich schnell von dem abgefallen, was er eigentlich so toll getan hatte, nur wenige Verse vorher. Und jetzt sagt Jesus einige Dinge, die wir oft isoliert betrachten, aber die eigentlich in den Kontext gehören.

[39:59] Vers 24: „Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Wenn ihr die Jünger des kommenden Königs sein wollt, dann müsst ihr euer Kreuz auf euch nehmen. Die Jünger, die sahen bezüglich des Reiches Gottes nur Herrlichkeit und Herrschaft. Sie sahen schon, wie die Römer fliehen, aber Jesus sagt: Wenn ihr mir nachkommen wollt, wenn ihr glaubt, dass ich der König bin, dann wisst ihr, müsst das Kreuz auf euch nehmen.

[40:25] Im Reich Gottes gibt es nicht nur Herrlichkeit und Herrschaft, im Reich Gottes gibt es Leiden und Opfer und Verzicht. Und genau das wollten die Jünger noch nicht. Das hatten sie nicht verstanden, aber genau das macht das Reich Gottes aus, denn im Reich Gottes geht es nicht um einen selbst. Das Reich Gottes besteht auf der Grundlage seines Gesetzes, seiner Liebe, die selbst aufopfernd ist.

[40:50] Vers 25 macht das sehr deutlich: „Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinen Willen, der wird es finden.“ Das Gesetz des Reiches Gottes wird nirgendwo schöner und deutlicher ausgedrückt als in Philipper 2, Vers 5. Da heißt es: „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war. Der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod. Bis zum Tod am Kreuz.“ Hier haben wir das Gesetz des Lebens.

[41:30] Selbstverleugnung, sagt Ellen White, ist das große Gesetz der Selbsterhaltung. Und Selbsterhaltung ist das Gesetz der Selbstzerstörung. Luzifer hatte gesagt: „Ich will emporsteigen, ich will mich erhöhen, ich will mich dem Allerhöchsten gleich machen.“ Das Geschöpf wollte Gott sein. Jesaja 14, Verse 12-14. Und dadurch entstand dieser große Kampf zwischen dem Reich Gottes, der Regierung Gottes, seinem Gesetz, seinem Charakter und der Regierung und dem Charakter und dem Wesen der Sünde, der Rebellion, angeführt durch Luzifer, der zu Satan wurde. Und diese beiden Prinzipien, Selbsterhöhung und Selbsterniedrigung, die kämpfen im Universum seit Jahrtausenden. Und Jesus kam als der wahre König, nicht nur Israels, nicht einmal der König der Erde, sondern der König des Universums. Und im Universum ist Selbstverleugnung das große Gesetz der Selbsterhaltung und der König demonstriert sein eigenes Gesetz. Und wer in diesem Reich leben möchte, der muss diesem Prinzip folgen.

[42:36] Wer sein Leben retten will, mit anderen Worten, wer selbst sich um sein Leben sorgt, weil er nicht glaubt, dass Gott für ihn sorgt, weil er Gott misstraut und sein Leben selbst in die Hand nimmt, so wie Luzifer dachte, dass es ein besseres Leben gibt ohne Gott, der wird sein Leben verlieren. Aber wer sein Leben gibt für andere, wer sein Leben verliert um Jesu Willen, der wird es finden. Selbstverleugnende Liebe ist das Gesetz des Lebens.

[43:07] Jesus macht fundamentale, profunde Aussagen hier, die nur im ganzen Kontext dieser Geschichte verstanden werden können. Vers 16: „Denn was hilft es den Menschen, wenn sie die ganze Welt gewinnen, aber ihr Leben verlieren?“ Jesus sagt: Wenn jemand wie Alexander der Große die ganze Welt erobert oder was damals bekannt war als ganze Welt, wenn jemand noch mehr hätte erobern können und alles gewonnen hat, aber nicht Jesus hat, nicht das Gesetz des Lebens verstanden hat, wie soll er leben? Denn Leben gibt es allein in Christus. Johannes 1, Vers 4: „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“ Egal was wir tun, wenn wir nicht Christus haben, haben wir das Leben nicht. Wie gesagt, wer den Sohn hat, hat das Leben, wer den Sohn nicht hat, hat das Leben nicht. Egal was wir sonst tun, es ist alles egal, denn wir haben nicht auf Dauer das Leben. Wenn wir das ewige Leben haben wollen, brauchen wir Jesus und deswegen brauchen wir das Gesetz des Lebens, nämlich selbstverleugnende Liebe.

[44:06] Vers 27: „Denn der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen und dann wird er jedem Einzelnen vergelten nach seinem Tun.“ Jesus sagt: Keine Angst, ich werde als König kommen. Das, was ihr euch vorstellt von der großen Herrlichkeit und Herrschaft, wird passieren. Die Hoffnung wird nicht sterben, die Gemeinde wird nicht von den Pforten des Todesreiches überwunden werden, aber vor der Krone kommt das Kreuz. Vor dem Sieg, vor dem äußerlichen Sieg kommt der eigentliche Sieg. Vor dem Sieg über die Feinde kommt der Sieg über das Ich.

[44:50] Die Wiederkunft, das Königreich Gottes kann nur verstanden werden mit dem Königreich der Gnade. Mit dem Königreich, das am Kreuz etabliert worden ist. Und Jesus möchte das illustrieren. Er möchte ihnen zeigen: Diese Hoffnung, die ihr habt auf den kommenden König, ist nicht umsonst.

[45:14] Vers 28: „Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich.“ Viele denken: Was ist denn hier los? Jesus hat genau gewusst, was er sagte. Petrus, der dabei war, sagt uns später, was damit gemeint war, im zweiten Petrusbrief, Kapitel 1, Vers 16: „Denn wir sind nicht klug ersonnenen Legenden gefolgt, als wir euch die Macht und Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus wissen ließen, sondern wir sind Augenzeugen seiner herrlichen Majestät gewesen.“ Petrus sagt: Wenn wir über die Wiederkunft reden, dann ist das nicht eine Fabel, ist keine Theorie, ist nicht irgendwas, was wir uns ausgedacht haben, sondern ich bin Augenzeuge der Herrlichkeit gewesen, die Jesus haben wird, wenn er wiederkommt. Wenn Petrus über die Wiederkunft predigte, dann predigte er über etwas, was er zumindest andersweise gesehen hatte. Er hatte Jesus gesehen, so wie wenn er wiederkommen wird.

[45:59] Denn er empfing, Vers 17, vom Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als eine Stimme von der hocherhabenen Herrlichkeit an ihn erging: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren. Genau das passiert jetzt in Matthäus 17. Und wir wollen ganz schnell durchgehen.

[46:24] Vers 1: „Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus, den Jakobus und dessen Brüder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg.“ Der höchste Berg dort in der Nähe von Cäsarea Philippi ist der Hermon, der viel höher ist als alles, was es sonst an Bergen in Palästina gibt, die ja meistens so 800, 900 Meter groß sind. Dieser Berg ist 2000, über 2800 Meter hoch. Wir wissen nicht genau, ob es eher der Berg ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht ganz abzustreiten. Ellen White sagt, auch dieser Aufstieg war dramatisch schwer, ausgesprochen lange und wirklich schwierig, viel schwieriger als alle anderen Berge zu besteigen. Eine echte alpine Tour sozusagen, die Jesus mit seinen drei Jüngern hier unternimmt. Aber dieser schwierige Aufstieg lohnt sich, denn in Vers 2 heißt es: „Und er wurde von ihnen verklärt.“ Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht, so wie in Offenbarung 1 von Vers 12 bis 16 beschrieben wird, wie in Offenbarung 10, Vers 1, wo er vom Himmel herabkommt mit dem geöffneten Büchlein. Jesus in seiner Göttlichkeit, die Herrlichkeit Gottes, offenbart sich hier in der Person Jesus.

[47:34] Ist es nicht interessant, könnte es nicht sein, dass Jesus hier den Jüngern ein Gleichnis geben wollte, dass dieser lange, schwierige, steinige, anstrengende, ausgesprochen dramatische Aufstieg bis zum Gipfel, wo die Verherrlichung dann stattfand, ein Sinnbild ist für den langen, steinigen, schwierigen, länger als gedachten Weg ist bis zur Wiederkunft, die dann umso herrlicher sein wird?

[48:05] In Vers 3 lesen wir: „Und siehe, es erschienen Mose und Elia.“ Mose, die Schlüsselfigur bezüglich des Gesetzes Gottes, Elia, einer der Propheten. Gesetz und Propheten war ein Schlüsselbegriff für die Bibel. Sie waren Symbolfiguren für die Autorität des Wortes Gottes. Elia hat übrigens mit der Prophetie sogar den Himmel verschlossen, er hatte den Schlüssel in seiner Hand gehabt. Petrus hatte gerade noch Jesus abgeraten von dem Weg des Kreuzes, aber Mose und Elia kommen vom Himmel herab, um Jesus darin zu bestärken. Für Petrus muss das eine ziemlich interessante Lektion gewesen sein.

[48:49] Für Mose übrigens ist es eine spektakuläre Gebetserhöhung, 1500 Jahre vorher. Kurz vor seinem Tod hatte er Gott gebeten, fast angebettelt: „Lass mich doch wenigstens einen Fuß auf das gelobte Land setzen.“ Und Gott hat es ihm verweigert, wegen dieser einen Sünde, als er den Stein geschlagen hatte, statt zu ihm zu reden. Und Mose hatte so sehr gebeten, dass Gott gesagt hat: „Jetzt lass es gut sein, hör auf damit zu reden.“ Mose starb, ohne nur einen Fuß in das Land Kanaan gesetzt zu haben. Gott überrascht ihn dann gewaltig, indem er ihn nach seiner Beerdigung wieder aus dem Grab hervorrief, entgegen den Protestationen des Satans und ihn direkt in das himmlische Kanaan brachte. Was dem Mose, glaube ich, sogar noch besser gefallen hat, als seinen Fuß auf das irdische Kanaan zu setzen. Aber 1500 Jahre später sagt Gott zu Mose: „Übrigens, kannst du dich erinnern, vor 1500 Jahren hast du doch gebeten, mal deinen Fuß zu setzen? Schau, jetzt ist es soweit.“ 1500 Jahre später wird das Gebet erhört und Mose setzt buchstäblich seinen Fuß auf den Berg Hermon, der buchstäblich zum Land Kanaan dazugehörte. Für die wichtigste aller Missionen: Jesus auf dem Weg aller Wege, dem Weg des Kreuzes zu stärken.

[50:06] Vers 5: „Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören.“ Zum einen bestätigt die Stimme des Vaters die Worte von Petrus, denn er hat gesagt: „Du bist Gottes Sohn.“ Und Jesus hatte gesagt: „Das stimmt, das hat dich mein Vater gelehrt.“ Aber jetzt sagt der Vater noch etwas Wichtiges: Er sagt, wenn Jesus Gottes Sohn ist und ihr das verstanden habt, dann müsst ihr auch auf ihn hören. Petrus hatte gesagt: „Du bist Gottes Sohn“, aber als Jesus dann etwas sagte, widersprach Petrus. Wie oft geschieht es, dass wir sagen: Jesus ist der Messias, Jesus ist Christus, Jesus ist der Sohn Gottes, aber wenn er uns dann etwas sagt, in seinem Wort, wenn er durch den Geist der Weissagung das Zeugnis Jesu zu uns spricht und sagt: „Tu das oder tu jenes“, dann sagen wir: Nee, das weiß ich besser. Und wir offenbaren dieselbe Schwäche wie Petrus und beginnen damit mit diesem Abwärtstrend, der dann im Fall von Petrus beinahe im totalen Desaster geendet hätte. Gott macht deutlich: Wenn ihr Jesus als den Sohn Gottes erkannt habt, dann müsst ihr auch auf ihn hören.

[51:22] Wer die Worte hört und tut, der ist auf dem Felsen geboren. Als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: „Steht auf und fürchtet euch nicht.“ Als sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Das ist das Fundament der christlichen Kirche: Jesus allein.

[51:56] Und als sie in den Berg hinab stiegen, ging ein Gebot in Jesus und sprach: „Sagt niemand von dem Gesicht, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden ist.“ So wie er es schon in Kapitel 16, Vers 20 gesagt hatte. Jesus sagt mit anderen Worten: Sagt nichts von der Herrlichkeit der Wiederkunft, solange die Menschen nicht das Kreuz verstanden haben. Denn der grundlegende Fehler der Israeliten war, dass sie Herrlichkeit ohne Leiden, Wiederkunft ohne Kreuz, Herrschaft ohne Selbstverleugnung wollten. Und Jesus sagt: Erst wenn ihr das, wenn das Kreuz verstanden ist, dann sind die Menschen bereit für die Botschaft der Wiederkunft. Dann sind bereit für die Botschaft der Herrlichkeit Gottes, denn Gottes herrliche Herrschaft basiert auf seiner Liebe und Opferbereitschaft.

[52:47] Bist du, lieber Freund, liebe Freundin, bereit, dein Haus auf diesen Felsen zu bauen und vorbereitet sein auf die Krisen unserer Zeit? Zu verstehen, dass Jesus nicht nur Krone, sondern auch Kreuz anzubieten hat. Ihm zu folgen, auf sein Wort sich zu verlassen, in der gewissen Zuversicht, dass dann die Pforten des Totenreiches seine Gemeinde nicht überwältigen können. Vertrau auf Jesus. Wenn das dein Wunsch ist, dann segne Gott deine Entscheidung.

[53:21] Nächste Woche werden wir an dieser Stelle ein weiteres Thema aus dem Matthäus-Evangelium studieren. Wir werden weitergehen in den Kapiteln und wir wünschen euch dann wiederum viel Freude im Studium und erinnern euch noch einmal an unsere Aktion, die Teile des Matthäus-Evangeliums auswendig zu lernen. Wenn ihr noch nicht angefangen habt, ist es nicht zu spät. Und wenn ihr dabei seid, haltet durch und lasst diese lebendigen Worte in euer Denken hineingehen, dass sie euch wirklich verändern können. Gott sei mit euch und Gottes Segen. Amen.


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