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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt wird die biblische Begebenheit der Auferweckung des Sohnes der Witwe von Nain durch Jesus Christus beleuchtet. Christopher Kramp analysiert die Umstände der Reise nach Nain, die Bedeutung der Witwenschaft und des einzigen Sohnes, und vergleicht das Ereignis mit früheren Totenauferweckungen im Alten Testament. Er betont die göttliche Macht Jesu, die sich in seinem Wort und seiner Berührung des Sarges zeigt, und wie diese Tat die Reinheitsgesetze brach und die überlegene Macht Jesu über Leben und Tod demonstrierte. Die Predigt schließt mit der Botschaft, dass Jesus nicht nur physisches, sondern vor allem ewiges Leben schenkt und dass seine Barmherzigkeit und Liebe uns auch in tiefster Verzweiflung erreichen.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[5:00] Seine Jünger und eine große Volksmenge. Also wir haben ja gelernt, Jesus blieb nicht in Kapernaum, sondern er ging von Stadt zu Stadt und zu Dorf zu Dorf. Und jetzt ist als Beispiel die erste Station nach der Bergpredigt, nachdem er nach Kapernaum zurückgekommen ist, ist, er möchte nach Nain. Und alle kommen mit: Zwölf Apostel, die Jünger, die Jüngerinnen. Also, das müsst ihr jetzt mal mitdenken, ja. Das ist nicht Jesus alleine, sondern das ist Maria Magdalena und die Johanna, die Frau des Kusas und die Susanna und viele andere, die ich war, und die zwölf Apostel, allesamt gehen nach Nain.

[5:27] Jetzt kommt die interessante Frage: Wo liegt Nain? Wo liegt Nain? Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht? Müsste in der Nähe sein, nicht wahr? Ich war überrascht, als ich das studiert habe, dass es nicht in der Nähe von Kapernaum ist. Es liegt ja, man hatte den Eindruck, die sind zum nächsten Dorf gegangen, oder? Nain existiert heute noch, ist heute ein arabisches Dorf in Palästina und man läuft, also es ist ungefähr Luftlinie, Luftlinie ist schwer zu schätzen, aber wenn man so den, ich habe auf Google Maps geschaut, den schnellsten Fußweg nimmt, sind es fast 50 Kilometer. Die waren fit. Also, wenn ihr genau schaut, der Text, ja doch, ja doch, es ist doch ziemlich genau. Sie kamen auch wahrscheinlich an dem Tag an, also je nachdem, welchen Weg man nimmt, könnte es vielleicht auch 48 Kilometer gewesen sein oder 45, aber es sind ungefähr um die fast 50 Kilometer, die die marschieren. Also, ich weiß nicht, wann seid ihr das letzte Mal 50 oder 45 Kilometer gewandert? Da ist man längere Zeit unterwegs, nicht wahr? Das war nicht einfach nur so, naja, jetzt gehen wir mal hier hin, nicht wahr? Das war ein Unterfangen.

[6:48] Übrigens, schau dir den Vers nochmal genau an, es heißt hier: "Und mit ihm zogen wie viele Leute? Viele seiner Jünger und eine große Volksmenge." Ich weiß nicht, habt ihr schon mal das erlebt, an einem Sabbat-Spaziergang, wenn man mit 50 Leuten losgeht, man geht eine halbe Stunde spazieren oder eine Stunde spazieren, ja, irgendwo durch den Wald. Kommt die Gruppe mit 50 Mann auch an, aber nicht gleichzeitig. Das dauert nicht lange und da zerkleckert sich das so, zwei laufen da und drei laufen da. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber das schafft man nie, dass 50 Leute zusammen losgehen und zusammen loskommen, es sei denn, was? Es sei denn, alle wollen unbedingt immer bei einer Person sein, oder? Ich meine, das liest sich jetzt so schnell weg. Ich war viele gegen mit, ich habe mir überlegt, Jesus geht wahrscheinlich mit vielen hundert Menschen spazieren, 50 Kilometer. Ich meine, das normale, was passieren würde, ist, wenn man spazieren geht, schon wenn man mit zehn Leuten spazieren geht, man fängt an, sich zu unterhalten, jeder hat ein anderes Schritttempo und ehe man sich versieht, nach 15 Minuten ist man schon 100 Meter auseinander. Da sind hunderte von Menschen, die laufen 50 Kilometer durch das galiläische Bergland, berghoch und bergrunter, also Hügel zumindest, nicht wahr? Und nach 50 Kilometern, 45 Kilometern, kommen die an und sind immer noch ein großer Pulk. Das ist eine ziemlich spektakuläre Sache. Das heißt nämlich, die wollten alle Jesus nicht aus den Augen verlieren. Da muss man manchmal schneller gehen, als man normalerweise gehen würde, man muss sich immer wieder konzentrieren, bei all den Gesprächen, die man führt, Jesus nicht aus den Augen zu verlieren. Was für eine schöne Illustration, nicht wahr? In all dem, was man tut im Leben, wenn es hoch geht und bergab geht, nicht wahr? Wenn man sich mit Leuten unterhält, Jesus nicht aus den Augen verlieren.

[8:36] Denn jetzt kommt der Punkt: Wenn alle ihre Augen auf Jesus haben, kommen auch alle zusammen an. Wenn sie stattdessen nur darauf achten, was um sie herum ist und mit wem sie sich unterhalten, zersplittert sich die Gruppe. Anwendung für die Gemeinde wäre nicht schwer, oder? Wenn alle ihren Blick auf Jesus haben, kann es mit den äußeren Umständen bergauf und bergab gehen und dann kann die Strecke für die Gemeinde 50 Kilometer lang sein. Sie kommen alle gemeinsam als eine Gruppe an. Wenn sie den Blick von Jesus wegwenden, hast du ein Grüppchen hier, ein Grüppchen da und alle gehen zu ihrem Ereignis und nicht wahr, es ist eine zersplitterte Gruppe. Geheimnis der Einheit. Wir studieren jetzt im nächsten Quartal Einheit. Die kommen gemeinsam an, weil sie alle auf Jesus schauen. Das ist die einzige Möglichkeit, anders kann ich es mir nicht erklären. Also die kommen alle zu dieser Stadt. Also schon diese erste Verse ist irgendwie ziemlich spektakulär. Also Nain war übrigens etwas südlich von Nazareth gelegen, also er war jetzt sozusagen weg vom See Genezareth, wieder in das Bergland, in das Hügelland. Da war dann so eine Ebene und Nain lag direkt an einem Berg gelegen. Da konnte man dann von Nain über diese große Ebene schauen, wohl sehr schön gelegen.

[9:42] Jetzt kommt diese Gruppe, Jesus und hunderte, wenn nicht tausende von Menschen, die ihm alle hinterher folgen und sie kommen nach Nain. Was haben sie wohl vor? Also, was haben jetzt die Apostel wohl gedacht? Was machen wir in Nain? Nicht wahr, ein großer Missionseinsatz. Stellt euch mal vor, wir würden am Sabbat Missionseinsatz machen, 50 Kilometer Wanderung zum Missionsziel. Da wäre was los. Die haben sich nicht beschwert, die haben nicht gesagt: "Oh, zu lange, zu viel. Wer soll dafür Zeit haben?" Alle hinter Jesus her. Jetzt kommen die. Was hatten die für ein Ziel? Was wollten die in Nain? Was haben die Apostel sich wohl gedacht? Was werden die wohl machen da? Sie wollen heilen und sie wollen predigen und sie wollen lehren. Genau, also predigen, lehren, heilen. Die Apostel haben vielleicht schon Gedanken, ihre erste Predigt durchdacht, nicht wahr, was sie da wohl sagen werden, wenn sie in Nain von Haus zu Haus gehen. Nicht wahr, wie sie vielleicht dann den Kranken helfen können. Und ehe sie die Stadt erreichen, kommt ihnen eine andere Gruppe entgegen. Wahrscheinlich nicht so groß wie die von Jesus, aber vielleicht. Wir wissen nicht genau, wie groß die Stadt damals war. Wir wissen nicht, wie viele Einwohner es waren. Vermutlich waren sehr viele der Einwohner auf dem Weg in dieser Gruppe.

[11:01] Schaut mal in Vers 12: "Siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie." Jetzt stellt euch mal das Spektakel vor. Die eine Gruppe hat wen an der Spitze? Jesus Christus. Die andere Gruppe hat wen an der Spitze? Einen Toten. Da treffen sich ein Toter und seine Nachfolger und der Prinz des Lebens, der Schöpfer und seine Nachfolger. Ich meine, was die Engel wohl gedacht haben. Jesus und ein Toter. Übrigens, wenn das in Judäa passiert wäre, dann hätte man den Sarg gar nicht gleich gesehen, weil in Judäa immer diese Klageweiber, die immer dann so berufsmäßig. Gibt es immer noch? Oh, okay, dann glauben wir deinem Bericht, dass sie Katastrophe sind. Ja, man kriegt auch in der Bibel den Eindruck, dass sie nicht unbedingt beliebt waren, weil Apostel schicken die immer raus. Also in Judäa gehen die Klageweiber und die Leute immer voran, aber in Galiläa gingen die immer hinterher, weswegen man diesen Sarg sofort gesehen hat. Das war das Erste, was quasi war, das geführt und dann natürlich die Mutter daneben. Und also, was für eine interessante Szene.

[12:20] Jetzt schauen wir uns mal diese Ideen an. Warum betont das explizit, dass er der einzige Sohn war? Oh, sehr gut, sehr gut beobachtet. Habt ihr das alle gehört? Da ist ein Erstgeborener, Einziggeborener und noch ein Einziggeborener. Der eine, der das Leben in sich hat, der andere tot. Okay, welche Idee steckt dahinter, dass man über einen Einziggeborenen, den Erstgeborenen oder den einzigen Sohn trauert? Warum trauert ihr so besonders? Also, ich meine, wenn ein Kind stirbt, ist es immer traurig, oder? Oder ist es besonders traurig, wenn es das einzige Kind ist? Sie war Witwe, das heißt, sie hat auch keinen Mann mehr. Sie ist wahrscheinlich auch materiell jetzt völlig ruiniert. Niemand wird für sie sorgen. Niemand wird für sie sorgen. Das heißt, es ist nicht nur der emotionale Schmerz als Mutter, sondern sie steht auch vor dem finanziellen Ruin. Okay, jetzt die Idee ist sicherlich noch größer. Absolut. Absolut. Absolut. Aber es kommt auch obendrauf, sozusagen. Genau, sie weiß nicht, wie es weitergeht. Alles, worauf sie gehofft hat, in jeglicher Hinsicht, ist ihr genommen.

[13:53] Kennt ihr noch eine Geschichte, wo die Emotion, dass ein Elternteil besonders dieses Eingeborene, dieses Einziggeborene Kind oder diesen Einzigen Sohn, in der biblischen Geschichte ein Vater mit seinem einzigen Sohn, Abraham und Isaak. Da wird es auch besonders betont, wo es heißt: "Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast." Ja, natürlich hat man jedes Sohn, jedes Kind normalerweise lieb, aber da wird es besonders betont. Und das weist natürlich schon richtigerweise auf diese Idee hin, dass auch über Jesus so geklagt wird, weil er der Eingeborene ist. Nun, aber jetzt noch mal eine andere Frage. Kennt ihr, ihr wisst ja wahrscheinlich schon, wie die Geschichte ausgeht, nicht wahr? Meistens kennt man das schon. Kennt ihr eine Geschichte im Alten Testament, wo es auch eine Witwe gibt und einen Sohn, der stirbt? Die Witwe von Zarephath, genau, und der Elia.

[15:03] Das ist sehr interessant. Jetzt mal anders gefragt: Wie viele Personen im Alten Testament stehen von den Toten auf? Wie viel Totenauferstehung gibt es im Alten Testament? Wie viel Totenauferstehung gibt es im Alten Testament? Weil damals hatten wir zu dem Zeitpunkt nur das Alte Testament, nicht wahr? Wie viel Totenauferstehung gab es dann? Also wir haben Mose, aber Frage, steht im Alten Testament ganz deutlich, dass Mose von den Toten auferstanden ist? Nee, das steht nur im Neuen Testament. Das heißt, die Juden selbst, die das Neue Testament nicht angenommen haben, haben das auch nie geglaubt, dass Mose auferstanden ist. Das wissen wir eigentlich nur aus der Tatsache, dass Mose dann Jesus erschienen ist beim Berg der Verklärung und der Judas sagt das auch im Neuen Testament, also eine christliche Erkenntnis, dass Mose auferstanden ist. Aber deswegen mache ich mal eine Klammer, aber das stimmt natürlich. Aber die Leute, die hier rauskommen, haben von Moses Auferstehung wahrscheinlich nie was richtig gehört. Es gab so eine Tradition, aber es war nie so richtig klar.

[15:51] Wer ist noch auferstanden im Alten Testament? Also wir haben das erste Könige 17, das ist der Sohn der Witwe und der Prophet, der ihn auferweckt ist, Elia, der selbst nachher später in den Himmel aufgefahren ist. Okay, gibt es noch eine Person, die im Alten Testament auferweckt wird? Oh, natürlich, wenn ich schon so frage, schaut man zweite Könige. Richtig, Elia und natürlich hattest du recht. Zweite Könige 4 und da gibt es diese Geschichte von der Sunamitin und die hat erst mal keinen Sohn und dann Vers 16 heißt es: "Und er sprach: Um dieselbe Zeit übers Jahr, willst du einen Sohn ans Herz drücken?" Sie sprach: "Ach nein, mein Herr, du mein Gott, belüge deine Magd nicht." Und so weiter. Bekommt sie das Kind? Und dann Vers 20, nur vier Verse weiter heißt es: "Da hob ihn auf und brachte ihn zu seiner Mutter und er saß auf ihrem Schoß bis zum Mittag, dann starb er." Und erkennt ihr vielleicht die Geschichte? Wir lesen nicht alles, aber das endet dann damit, dass der Prophet Elisa kommt, also das ist die zweite Könige, vier und in dem Fall ist sie noch keine Witwe, aber sie ist auch Sohn einer Frau und der Prophet diesmal ist Elisa.

[17:28] Kennt ihr noch jemand, der von den Toten auferstanden ist im Alten Testament? Das ist die kurioseste Geschichte von allen. Henoch ist nie gestorben, Henoch ist direkt in den Himmel aufgefahren. Elias auch direkt in den Himmel aufgefahren. Ja, genau. Das ist die kurioseste Geschichte überhaupt, als der Elisa stirbt, wird er begraben und dann liegt er da im Grab für einige Zeit und dann stirbt ein anderer und er soll begraben werden und da kommen die Feinde, ja, da kann man das Begräbnis nicht zu Ende machen. Schaut euch vor, ihr seid auf dem Begräbnis und das Begräbnis kann nicht beendet werden, weil die Feinde kommen und sagen, was machen wir mit dem Leichnam und die schmeißen ihn einfach in das Grab vom Elisa rein. Ja, und dann schmeißen sie seinen Körper auf die Gebeine des Elisas und in dem Moment, wo die Gebeine des Elisas trifft, steht er lebendig auf und geht wieder raus. Unglaubliche Geschichte, die natürlich symbolisieren soll, dass der Elisa als Typus auf Jesus in dem Moment, wo der Tote mit dem Tod Jesu betrifft, wird er wieder lebendig sozusagen. Also der Tod des Einen bringt die Geschichte quasi. Also haben wir der Mann Elisas Gebeine.

[18:36] Also halten wir mal fest, nur mal so im Hinterkopf, von den vier Geschichten waren drei bekannt für die Israeliten und ist nicht interessant, dass zwei von den drei Totenauferstehungen, die es gab, direkt ein Vorbild sind zu dieser Geschichte. Da stirbt der Sohn einer Frau, einer ist sogar der Sohn einer Witwe. Elia und Elisa. Jesus hätte viele Gelegenheiten gehabt für seine erste Totenauferweckung. Er hat zu diesem Zeitpunkt noch niemals einen Toten auferweckt. Er hatte schon angekündigt, dass er die Macht dazu hat. Wisst ihr, wo er das angekündigt hatte? Wo hatte er schon gesagt, dass er die Macht hat, Tote aufzuwecken? Das hat er später auch gesagt, aber schon vorher.

[19:22] Ja, also wo Jesus in seinem Dienst, wo er in seinem Dienst schon gesagt hat, noch vor der Geschichte, dass er die Macht hat, Tote aufzuwecken. Schaut man Johannes 5, als er noch bevor nach Galiläa gezogen ist, als er noch in Judäa war, am Ende seines ersten ganzen vollen Jahres als Messias sozusagen, in Johannes 5, als er vor dem Sanhedrin steht. Ich erinnere euch, als er angeklagt ist wegen der Sabbatteilung und vor Gericht gezogen wird und sie beinahe schon umgebracht hätten. Da sagt er in Johannes 5, Vers 21: "Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will." Und dann in Vers 25: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden und die sie hören werden, leben." Und dann Vers 28, 29: "Und verwundert euch nicht darüber, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden und sie werden hervorgehen und so weiter und so fort." Er sagt dreimal vor dem Sanhedrin, ich meine, das ist sein Verhör, wo er angeklagt ist und er sagt dreimal: "Ich habe die Macht, Tote aufzuwecken." Und bis dato und auch die Monate danach hat er niemals einen Beweis gebracht. Er hatte zwar Lahme geheilt, er hatte Taube geheilt, Stumme, Dämonenbesessene, nicht wahr, er hatte sogar Aussätzige geheilt, was schon eine Sensation war, aber niemals einen Toten. Und es hätte ja auch schon Tote vorgegeben, oder? Oder glaubt ihr, dass Jesus erst auf dem Weg auf die Idee kam: "Hey, das haben wir noch nicht gemacht, wir können nochmal Tote auferwecken." Jesus hat nicht jeden Toten auferweckt, den es gab, obwohl die Möglichkeit dazu bestanden hätte. Jesus macht nicht jedes Wunder einfach nur der Wunder wegen, sondern alles, was er tut, hat auch einen tieferen Sinn. Er hat sich offensichtlich diese Begebenheit ausgewählt, weil sie von vornherein deutlich gemacht hatte, in welcher Tradition er steht. Zweimal von dreimal sind Tote auferweckt worden: Sohn der Witwe, Sohn einer Frau, nicht wahr? Elia und Elisa, zwei der größten Propheten des Alten Testamentes. Das ist kein Zufall.

[21:34] Jetzt kommt er also und vielleicht können wir noch den einen alttestamentlichen Text lesen, schaut mal mit mir in Zacharias 12, Vers 10. Das ist ein ganz, ganz toller Text, der auch wieder deutlich macht, wie sehr das dann mit Jesus zusammenhängt. Zacharias 12 und dort Vers 10. So ein Text, der auf die Kreuzigung hinweist. Zacharias 12, Vers 10: "Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen. Sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben. Ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen Sohn, und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen." Also hier wird quasi ganz besonders gesagt, sie werden über mich weinen, wie als wenn man über einen Erstgeborenen weint, weil man offensichtlich über diesen Erstgeborenen, diesen Einziggeborenen ganz besonders bitterlich weint. Ich glaube, das ist uns manchmal gar nicht so bewusst, wie bitter der Tod von Jesus eigentlich war. Denn hier wird deutlich, wenn sie das wirklich verstehen, wenn der Geist der Gnade ausgegossen wird, werden sie weinen, weil sie sagen, also mit anderen Worten, viel mehr noch als die Menschen, die über diesen toten Jungen jetzt weinen und sie sagen, natürlich ist das ja traurig. Stell dir das mal vor, die Mutter hat ja nichts mehr, nicht wahr? All ihre Hoffnungen sind verloren gegangen und man hat so eine tiefe Sympathie. Was der Text hier sagt ist, wenn wir vom Geist Gottes erfüllt sind und wir auf das Kreuz schauen, dann werden wir so eine tiefe Sympathie mit Gott haben, dass er seinen Sohn verloren hat. Also in dem Sinne, versteht ihr, was ich meine? Und wir haben als Christen immer diese Sachen, naja, Jesus ist von uns gestorben, als ob das normales auf der Welt wäre, als ob er gar nicht anders hätte können. Aber dass es so bitter ist und da ist diese Geschichte ein ganz, ganz schönes Bild. Also Jesus kommt zwar als der Kontrast, nicht wahr? Der Tote, der Lebendige, aber auch als Parallele, denn mehr noch als über den wird über Jesus geweint werden, der Eingeborene, der stirbt.

[23:47] Nun, gehen wir mal einen Schritt weiter und schauen uns wieder an, ah, was noch für Interessantes. Schaut mal hier auf 29, das ist ganz toll. Hier auf 29 und dort Vers 13. Dort heißt es: "Der Segenswunsch des Verlorenen kam über mich und ich brachte das Herz der Witwe zum Jauchzen." Also der Hiob hat es sich zur Aufgabe gemacht, besonders für die Witwen da zu sein. Gibt es auch im Neuen Testament irgendwie einen Ratschlag, dass man sich um Witwen kümmern soll? Was sagt der Jakobus? Ja, er sagt: "Wahre Frömmigkeit ist, die Witwen und die Waisen zu besuchen und sich unbefleckt halten von der Welt." Nicht wahr, das macht Jesus. Jesus praktiziert diese praktische Frömmigkeit. Er wusste, da gibt es eine Witwe, der kann er helfen. Da geht er hin. Er wandert 50 Kilometer, um dieser Witwe zu helfen. Das ist ein interessanter Punkt, nicht wahr? Wir wollen ja von Jesus lernen, aber Jesus hat nicht nur gepredigt und gelehrt und geheilt. Er hat 50 Kilometer ist er gelaufen, um einer Witwe zu helfen. Richtig.

[24:57] Jetzt ist ein guter Punkt. Schauen wir mal direkt in die Geschichte zurück, in Lukas 7. Das wird in der Geschichte ganz deutlich. Schaut mal in Vers 13. Also die kommen, sie treffen, nicht wahr? Es heißt in Vers 13: "Und als der Herr sie sah, wie geht es weiter? Er wärmte sich oder jammerte sich über sie und sprach zu ihr." Jetzt Ellen White kommentiert das sogar. Sie sagt genau das. Sie sagt, Jesus hätte ja einfach gleich sofort sagen können: "Steh auf." Ja, wäre auch eine Freude gewesen. Aber ihm war es wichtig, noch bevor er hilft, erst mal sein Mitleid zu zeigen. Er wollte erst noch seine, er hat diese Gelegenheit genutzt, seine Sympathie mit dem Leidenden zu bringen. Und ich denke, das ist, glaube ich, ganz wichtig, weil wir haben oft Lösungen für Menschen, sei es geistlich, gesundheitlich, wir können ihnen helfen vielleicht, aber es ist nicht nur wichtig, dass wir ihnen immer die Lösung geben, es ist auch wichtig, dass wir sie erst mal verstehen. Quasi eine Träne mit ihnen mitweinen, ihre Sympathie zeigen, damit dann die Hilfe, die man anbieten kann, durch das Evangelium, durch die Gesundheitsbotschaft, was auch immer, überhaupt erst wirklich seine Wirkung entfalten kann. Jesus hatte Mitleid mit ihr und er barmt sich und sagt: "Weine nicht." Das ist das Erste, was er macht. Er sagt zu ihr: "Weine nicht." Und damit begibt er sich im Grunde genommen eigentlich so ganz auf ihr Level. Er sagt nicht: "Wieso weinst du? Ich bin die Auferstehung des Lebens." Sie kennt ihn ja gar nicht. Er begibt sich auf das Level, so wie jeder andere Trauernde kommt und erst mal seinen Beileid ausdrückt. "Weine nicht."

[26:43] Nun, vielleicht lesen wir noch dazu Hebräer 4, Vers 15, weil das sehr schön die grundsätzliche Haltung von Jesus zum Ausdruck bringt, die wir auch, denke ich, haben sollten. Hebräer 4, Vers 15, da heißt es über den Hohen Priester Jesus: "Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten." Also das doppelte Verleihung heißt, er hat Mitleid mit unseren Schwachheiten. Also erinnert euch gerade noch an den Johannes, nicht wahr? In der Offenbarung. Der ist auch schwach geworden und Jesus hat Mitleid mit ihm. Und mit all den Problemen, die wir haben, mit den Sorgen, wenn wir verzweifelt sind, müssen wir nicht denken: "Oh, was mache ich jetzt? Wie denkt Gott jetzt über mich, wenn ich keine Hoffnung mehr sehe, keinen Ausweg mehr sehe?" Natürlich, wir wissen, Gott hat tausend Wege, von denen wir nichts wissen, aber manchmal wissen wir wirklich nichts davon, weil wir sie gar nicht sehen, weil es nur Finsternis um uns rum ist und Gott hat Mitleid mit uns. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, dass Gott sich in uns, dass Jesus sich in uns hineinfühlen kann, weil er selbst in diesen Fußstapfen gelaufen ist, nicht wahr? Er ist Mensch geworden, sondern in allem versucht worden ist, in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde.

[27:47] Jetzt, was macht Jesus? Er kommt an den Sarg. Also wie gesagt, nicht wahr? Da treffen sich das Leben und der Tod, buchstäblich. Die Begegnung von Leben und Tod im wahrsten Sinne des Wortes und was macht Jesus? Schaut man in Vers 14? "Und er trat hinzu und rührte den Sarg an." Warum das denn? Ja, ganz genau. Man hätte ja denken können, also sicherlich muss man schon auch in Rechnung stellen, wenn da vielleicht tausend Leute über den Hügel kommen, aber trotzdem, die hätten auch einfach nur Trauernde sein können, die aus einem anderen Nachbardorf kommen oder so. Ja, die bleiben stehen. Ja, also das ist schon mal ein ganz wichtiger Punkt. Sie bleiben stehen und Jesus rührt den Sarg an. Warum? Ich meine, das bewirkt er jetzt nichts, oder? Denn durch das Anrühren des Sarges wird der Junge nicht lebendig. Warum steht er nicht einfach wie beim Hauptmann und sagt: "Ich sage dir, steh auf." Er geht hin und es heißt also, er muss es so bewusst gemacht haben, dass Lukas später noch sagt, also aufgrund der Berichte, die er gehört hat, er hat den Sarg angerührt. Gibt es da irgendeine Bedeutung? Oder warum ist das so für den Lukas so wichtig? Okay, möglicherweise, aber was hier geschieht, geschieht erst, als Jesus spricht. Nicht durch das Anrühren. Und vor allem, er rührt ja nicht mal den Jungen an, er rührt den Sarg an.

[29:15] Okay, versetzen wir uns mal in die Lage der Juden damals. Also die ganzen Mittrauernden, die da jetzt in diesem Tross sind und hinter dem Sarg hinterher gehen. Und die klagen, ich war die Klageweiber. Was denken die? Was passiert, wenn man einen Sarg anfasst, wenn man einen Toten berührt, wenn man sich unrein macht? Das jüdische Gesetz war ganz klar: Berührung mit Toten macht unrein. Da ist man für einen Tag unrein oder je nachdem, ob man ein Opfer bringt und nicht wahr, da ist man zeremoniell unrein. Deswegen haben die das vermieden, wenn es irgendwie möglich war. Das war so ähnlich wie mit Aussatz. Fern. Wie hatte Jesus reagiert, als ein Aussätziger zu ihm kam? Könnt ihr euch noch an die Geschichte erinnern? Er hat ihn angefasst und die Leute haben wahrscheinlich gedacht, in dem Moment, als sie ihn angefasst haben, haben sie gesagt: "Nein, tu das nicht, du bist unrein." Aber Jesus wurde nicht unrein, sondern der Aussätzige wurde rein. Aber das ist noch ein schwieriger Fall. Das ist nicht Aussatz, das ist Tod. Das ist das Schlimmste, was es gibt. Natürlich, der Aussatz macht die Gefahr real beim Aussatz, aber zeremoniell, sozusagen als Gleichnis, war das die schlimmste Verunreinigung, die es gibt. Das ist der Tod. Nach jüdischem Verständnis wäre er jetzt unrein und müsste sich erst mal absondern und seine Waschung machen und so weiter. Und was macht Jesus? Er macht demonstrativ, zeigt er, dass er nicht unrein wird, wenn er mit dem Tod in Berührung kommt. Er macht das demonstrativ, er macht das nicht, weil es bewirkt erst mal nichts. Er zeigt damit, er bricht ihre Vorurteile damit auseinander. Er sagt, ihr glaubt alle, wenn ihr das jetzt anrührt, dann müsst ihr das und das und das machen. Stattdessen passiert gar nichts. Ich rühre diesen Sarg an, weil ich bin der Herr über Leben und Tod.

[31:04] Was also zeigt, es gibt nichts, was Jesus von außen unrein machen könnte, sondern wenn etwas Unreines mit Jesus in Verbindung kommt, dann wird es rein. Wisst ihr, was das heißt? Das bedeutet, du kannst gar nicht so unrein sein, als dass, wenn du zu Jesus kommen würdest, deine Unreinheit ihn beflecken könnte. Weil ich meine, du kannst ja nicht schlimmer als tot sein, oder? Schlimmer als tot geht nicht. Und wenn selbst, wenn du tot bist und dadurch Jesus nicht verunreinigen kannst, sondern in der Begegnung mit Jesus nur rein werden kannst, das heißt, dann können wir mit allem kommen, was wir haben. Egal wie unrein unsere Gedanken sind, unsere Taten sind, unsere Charaktere sind, unsere Gewohnheiten sind, egal wie sie auch andere verunreinigt haben mögen, wenn wir zu Jesus kommen, werden wir rein.

[31:59] Nun, schauen wir mal ein bisschen weiter. Vers 14: "Und er trat hinzu und rührte den Sarg an, die Träger aber standen still." Was macht er jetzt? Was sollen wir jetzt machen? Er hat den Sarg angerührt. Vers 14b: "Und er sprach: Junger Mann, ich sage dir, steh auf." Ellen White beschreibt, wie einige der Menschen sich gefragt haben, was wird er jetzt machen? Ich meine, er hat Kranke geheilt, er hat Dämonenbesessene befreit, er hat einen Aussätzigen, aber wird er den Tod besiegen können? Das war die Frage im Raum. Und das ist ganz interessant, er hat sich dieses Wunder aufgespart für nach der Bergpredigt, nachdem er die zwölf Apostel gewählt hat und jetzt quasi auf dieser neuen Tour ist eines der ersten Dinge, die er tut, nachdem er zuerst den Hauptmann, also quasi den Glauben, den Horizont des Glaubens erweitert auf die Römer. Das nächste, was er tut, sagt er: "Es gibt nichts, absolut gar nichts, nicht mal der Tod, dem ich nicht gebieten kann." Und das war natürlich jetzt ziemlich spektakulär.

[33:09] Schaut mal mit mir in Psalm 33 und dort Vers 9. Ihr kennt den Vers wahrscheinlich: "Denn er sprach, und es geschah, er gebot, und es stand da." Wer hier spricht, also als dieser Mann, als dieser Jesus sagt: "Ich sage der junge Mann, steh auf", ist es derselbe, der gesagt hat: "Es werde Licht und es wurde Licht." Und das wird jetzt an diesem Tag deutlich. Also, wenn jemand die Toten auferweckt durch sein Wort und nicht, weil er einfach sozusagen jetzt zu Gott betet und sagt: "Gott, mach du das", sondern auf sein Wort wird er auferstehen, dann wird es deutlich: Hier ist derjenige, der die Welt geschaffen hat, der Schöpfer. Der steht vor diesem Sarg.

[33:53] Schaut mal mit mir in Jesaja 26. Es gibt im Alten Testament mehrmals Verheißungen, dass Tote auferstehen würden und zwar in großer Zahl. Jesaja 26 und dort Vers 19. Wir alle glauben an die Macht Jesu, die Toten aufzuerwecken. Wenn unsere Lieben sterben, dann glauben wir, wenn sie in Christus gestorben sind, dass sie wiederkommen werden. Warum glauben wir das? Wir glauben das wegen dieser Geschichte und anderer, wo Jesus gezeigt hat, wo er bewiesen hat, dass nicht nur Worte, die ich spreche, es ist nicht nur ein Anspruch, den ich habe, es ist die Realität. Ich kann die Toten auferwecken. Und manchmal, glaube ich, denken wir gar nicht so viel darüber nach. Wir nehmen das so irgendwie als Tatsache hin, die man auch nicht widerlegen möchte, aber wir denken nicht über die Kraft nach, die Jesus hat, offensichtlich, um Tote wieder zum Leben zu bringen. Jesaja 26 und dort Vers 19: "Aber deine Toten werden leben, auch mein Leichnam." Was für eine Aussage von Jesaja. Stell dir vor, ihr seid Jesaja, die das aufschreibt. "Deine Toten werden leben, auch mein Leichnam. Sie werden auferstehen. Wacht auf! Jubelt, ihr Bewohner des Staubes, denn dein Tau ist ein Morgentau und die Erde wird die Toten wiedergeben." Das bezieht sich natürlich dann auf die Auferstehung am Jüngsten Tag, wenn Jesus wiederkommt. Und jetzt hat er deutlich gemacht, am Sanhedrin: "Ich werde am Jüngsten Tag die aufwecken. Es ist nicht Gott der Vater, sondern ich werde das tun." Und als Beweis dafür hat er erstmal natürlich viele Wunder getan, aber jetzt ist es an der Zeit, den tatsächlichen Beweis zu bringen: Er kann die Toten auferwecken. Es wird nicht die einzige Totenauferweckung bleiben.

[35:24] Was sagt Hiob? Ach so, dass die Toten auferstehen. Er sagt: "Wird der Mensch wieder leben, wenn er stirbt?" Er sagt: "Ich werde schlafen, bis die Himmel vergehen. Und dann wird Gott mich rufen und ich werde auferstehen. Er sagt: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und als der Letzte werde ich aus dem Staub erstehen. Und ich werde ihn schauen."

[36:03] Ja, ganz genau, absolut, ganz genau. Also am Ende werden es natürlich so gut wie alle auferstehen, aber hier geht es im Kontext um die, die im Glauben gestorben sind. Jesus wird auch die Ungläubigen Toten auferwecken, nicht wahr? Nach den tausend Jahren. Sie werden eine kurze Zeit leben, wobei kurz auch noch definiert werden muss, aber sie werden für eine Zeit leben, eine kurze Zeit, mehr oder weniger und dann werden sie sterben für immer. Es ist nicht die Auferstehung zum Leben, sondern die Auferstehung zum Gericht. Das stimmt. Aber niemand sonst hat die Macht, außer Gott, Leben zu geben. Und das ist eine der Stellen, wo ganz deutlich wird aus meiner Sicht: Jesus ist nicht nur ein Gesandter wie Gabriel oder wie Mose oder wie Abraham oder irgendwelche anderen Engel. Jesus hat selbst diese göttliche Kraft. Und er zeigt das ganz deutlich. Deswegen sagt er immer: "Ich und der Vater sind eins." Und die Totenauferstehung, natürlich Elia und Elisa haben auch Totenauferstehung gemacht, aber die haben nicht gesagt: "Ich sage dir, steh auf." Die haben zu Gott gebetet. Da war immer ganz deutlich, sie beten zwar Gott, dass Gott das jetzt tut, aber Jesus hat sie nicht niedergekniet und gesagt: "Gott, bitte mach du ein Wunder, ich kann auch nichts tun." Er sagt: "Ich sage dir, steh auf." Das ist ein fundamentaler Unterschied. Auf seinen Worten hat er dieses Wunder getan.

[37:14] Nun zurück zu Lukas 7 und dort Vers 15. Was passiert? "Und der Tote setzte sich auf." Also es muss ein offener Sarg gewesen sein. Das war so üblich in Galiläa. Man trägt diesen offenen Sarg, man sieht den Tod noch da drin. Und stellt euch vor, ihr seid Sargträger. Ich meine, Sargträger sind das vielleicht von Beruf aus. Die haben schon, ich weiß nicht, wie viele Särge aus die Stadt gebracht. Übrigens, aus der Stadt, weil die Gräber immer außerhalb der Stadt waren. Also die kennen den Weg und plötzlich halten die still, weil da so ein Trauernder noch kommt, der vielleicht noch mal den Sarg berühren will. Das machen ja heute auch noch Leute, die den Sarg berühren. Und dann sagt er diese komischen Worte in Anführungsstrichen und plötzlich steht der Tod auf. Sitzt im Sarg, also im Sarg. Dankeschön. Übrigens, das Wort "aufsetzen" hier ist ein medizinischer Begriff, der wird von den klassischen griechischen Ärzten verwendet. Habt ihr irgendeine Idee, warum der Lukas das verwendet? Er ist Arzt, der Lukas verwendet hier einen medizinischen Begriff für das Aufheben, also das Aufstehen des Körpers. Der ist ganz begeistert davon, der analysiert das gleich medizinisch. Naja, wie auch immer. "Der Tote setzte sich auf und fing an zu reden."

[38:31] Jetzt, das wäre natürlich interessant, was der gesagt hat. Also eins kann ich euch erzählen, was er nicht gesagt hat. Er hat nicht gesagt: "Ach, wie schade, es war gerade so schön im neuen Jerusalem." Er hat sich nicht beschwert, dass er wieder auf die Erde zurück musste, denn er war nicht oben im Himmel. Er war auch nicht in der Hölle oder sonst irgendwo. Er hat geschlafen, er hat von nichts mitbekommen und hat jetzt wahrscheinlich von irgendwas erzählt, was er vorher erlebt hat, bevor er gestorben ist. Da haben wir leider keinen Bericht mehr davon, was er gesagt hat. Aber er fing an zu reden und er, das ist Jesus, gab ihm seine Mutter. Da wurden sie alle von Furcht ergriffen. Könnt ihr das verstehen? Ich kann das verstehen. Also manchmal wirkt Gott so intensiv, dass man einfach denkt: Wahnsinn, oder? Da wurden sie alle von Furcht ergriffen und priesen Gott und sprachen. Also, ich glaube, ganz ehrlich, ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, Jesus musste innerlich ein bisschen schmunzeln wahrscheinlich, weil sie sagen: "Ein großer Prophet ist auferstanden." Weil sie selbst jetzt immer noch nicht völlig in der Lage sind zu begreifen, dass das nicht nur ein Elia und Elisa ist, weil er hat gesagt: "Auf meine Worte, nicht: Ich sage dir." Sie haben es immer noch nicht ganz begriffen, wer er wirklich ist. Ja, aber zumindest haben sie schon mal gesehen, also er ist wirklich ganz toll und ein großer Prophet. Sie kommen so langsam, nähern sie sich der Wahrheit an.

[39:53] Da wurden sie alle von Furcht ergriffen. Ich habe einen tollen Vers gefunden, den wollte ich euch mal zeigen. Schaut mal mit mir in Jeremia 33, Vers 9. Den hatte ich so vorher noch nie richtig gelesen oder nicht bewusst. Jeremia 33, Vers 9. Ganz toller Vers, auch wenn man dann später an die Furcht Gottes denkt oder so. Jeremia 33, Vers 9: "Und Jerusalem soll mir zum Freuden Namen, zum Lob und zum Schmuck dienen, bei allen Völkern der Erde, die von all dem Guten hören werden, dass ich ihnen tue." Also es geht um das Gute, was Gott tut, oder? "Und sie werden erschrecken und erzittern über all das Gute und über all den Frieden, den ich dir verschaffen will." Habt ihr das schon mal erlebt, dass Leute anfangen zu zittern, weil Gott so viel Gutes tut? Das ist, was der Text sagt. Gott wird so gewaltig wirken, dass die Leute sagen: "Wahnsinn." Das ist nicht nur die schöne Erfahrung, wo man um den Schlüssel bittet, den man verlegt hat und dann findet man den Schlüssel wieder. Da fängt man nicht an zu zittern. Aber wenn man merkt, Gott greift enorm ein, er dreht das ganze Leben auf den Kopf. Da wird man zittern, nicht aus Angst, sondern aus Begeisterung, wie groß Gott eigentlich ist. Ja, Moses hat vielleicht ein bisschen deswegen gezittert, aber der Rest hat vor allem gezittert, weil sie nur Angst hatten wegen der Sünde. Ein bisschen anders, aber ich verstehe schon den Punkt.

[41:22] Aber jetzt schaut mal zurück, ganz kurz, wir sind gleich am Ende. In Lukas 7, Lukas 7 und dort heißt es weiter in Vers 16: "Da wurden sie alle von Furcht ergriffen und priesen Gott und sprachen: Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden und Achtung, Gott hat sein Volk heimgesucht." "Heimgesucht", sagt die Schlachter. "Heimgesucht" klingt normalerweise immer wie? Wie eine Strafe. In der deutschen, wir haben das Wort völlig missverstanden. Was heißt heimgesucht? Es heißt zu Hause aufsuchen. Es gibt eine ganze Reihe von Bibelstellen, wie hier, wo das Wort Heimsuchung offensichtlich was Positives ist. Die haben ja nicht gesagt: "Oh Gott hat uns bestraft." Das ist ganz offensichtlich, also wenn die Bibel davon spricht, dass Gott sein Volk heimsucht, ist das nicht immer Plage und Strafe und Gericht. Das ist oftmals, dass Gott dem Volk helfen will, dass er ihnen Gutes tut. Es gibt zum Beispiel die Stelle, wo Josef sagt: "Gott wird uns heimsuchen und euch aus Ägypten rausführen." Ja, keine Strafe, sondern Erlösung. An der Stelle ganz lohnt sich auf jeden Fall Psalm 106, ganz kurz Psalm 106 und dort Vers 4 und 5. Das heißt es, Psalm 106, Vers 4 und 5. Stimmt das? Ja, genau. "Gedenke an mich, oh Herr, aus Gnade gegen dein Volk, suche mich heim mit deiner Rettung." Das ist auch eine Übersetzung, suche mich heim. Da betet, wie auch immer das jetzt betet, wahrscheinlich David oder so, bitte, ich möchte gern von dir heimgesucht werden mit deiner Rettung. Das ist genau die Idee.

[43:00] Was steht bei dir in Vers 4? Genau, das ist dann schon in Vers 5, dass ich das Glück deiner Auserwählten sehe. Erweise an uns deine Hilfe, das ist das, suche mich heim mit, das ist ein bisschen freier übersetzt damit, erweise uns deine Hilfe, aber die Idee ist eigentlich, besuche uns quasi zu Hause, bring deine Rettung mit uns, zu uns nach Hause, das ist, was der Vers eigentlich sagt. Komm zu uns nach Hause und bring deine Rettung mit. Ganz genau. Es kommt darauf an, wie wir darauf reagieren, nicht wahr? Jetzt.

[43:46] Wisst ihr, was Ellen White sagt? Sie sagt, in dem Moment, als Jesus das sagte, standen alle still, als ob sie in der Gegenwart Gottes standen. Das heißt, die haben das schon gefühlt. Sie waren dann noch nicht bereit, das richtig zu verstehen, aber die haben dieses, ähnlich wie auch bei der Tempelreinigung, plötzlich Leute gemerkt haben: "Hier ist mehr als ein Mensch, hier ist mehr als ein Mensch."

[44:08] Jetzt gibt es aber etwas ganz Interessantes zum Schluss. Wir lesen erst noch Vers 17 und dann machen wir einen Punkt dran. In Lukas 7, Vers 17: "Und diese Rede über ihn verbreitete sich in ganz Judäa und in der ganzen Umgegend." Das haben schon ein paar Mal gelesen, oder? Jedes Mal, wenn ein Wunder tut, heißt es, die Rede verbreitete sich. Da kommt der Gelähmte durchs Dach, er heilt ihn und er steht auf und springt und das heißt, die ganze Runde verbreitet sich, nicht wahr? Er heilt einen Aussätzigen, das verbreitet sich. Das heißt, es gab nicht einmal eine Botschaft von Jesus, sondern jedes Mal, das ist wie Wellen. Jedes Mal, wenn er was getan hat, ging das wieder und wieder und wieder und wenn man es immer wieder hört, das spült so richtig das in die ganze Landschaft hinein. Immer und immer wieder verbreiten sich diese Nachrichten, was dazu führt, dass die Leute immer mehr vorbereitet sind, ihn anzunehmen. Ja, in unterschiedlichen Gegenden und auch mit unterschiedlichen Wundern, aber die immer wieder sozusagen das Gleiche, es ist nicht einmal passiert, sondern immer und immer wieder. Ja?

[45:03] Mose wurde auferweckt. Er hat dann in den Himmel gebracht, genau. Er wurde in den Himmel gebracht. Ach so, dass das die Botschaft sich ausgeweitet hat. Ja, zum Beispiel zur Zeit von Pfingsten oder zu, ja genau, zum Beispiel auch um 1844 herum und hoffentlich jetzt auch ganz genau. Gute Frage.

[45:36] Jetzt eine letzte Frage. Warum kam der Jesus, was war sein eigentliches Ziel, als er nach Nain kam? Was war sein eigentliches Hauptziel? War es, um diesen Mann aufzuwecken? Also fragen wir mal so, was ist mit dem Mann später passiert? Was würdet ihr vermuten? Wir wissen es nicht, aber eine Sache wissen wir. Er ist wieder gestorben. Der Mann ist wieder gestorben. Die Hilfe der Auferstehung war für ihn jetzt erstmal nur zeitversetzt. Der Mann ist wieder gestorben. Die Leute, die Jesus geheilt hat, sind irgendwann auch alle gestorben. Aber es gibt einen Punkt, der über ihren Tod hinausgeht. Das war nämlich die geistliche Bedeutung der Sache. Wenn Jesus nur gekommen wäre, um Menschen von den Toten aufzuwecken, damit sie wieder leben, hätte er versagt, weil irgendwann später sind sie doch gestorben. Aber Jesus kam, um die Menschen von der Sünde zu befreien. Und die Bibel sagt, dass wenn wir in Sünde sind, sind wir tot, wir sind tot in den Sünden. Und letztendlich zeigt er hier, genauso wie bei dem Gelähmten und bei allen anderen, dass wir tot sind in den Sünden. In der Begegnung mit Jesus werden wir lebendig. Er gibt uns neues Leben, auch wenn alle Hoffnung verloren ist. Ähnlich wie mit dem Ezechiel 37, den Totengebeinen. Wenn alle Hoffnung verloren ist, in der Begegnung mit Jesus wird alles neu. Und dieser Mann wird einmal hoffentlich dann auf der neuen Erde sein. Nicht, weil er damals aufgeweckt worden ist, sondern weil er dann, hoffentlich steht es nicht genau, es begriffen hat und viele andere Menschen die Wahrheit begriffen hat, Jesus gibt Leben. Nicht nur physisches Leben, sondern ewiges Leben. Und egal was wir in unserem Herzen haben, wenn wir zu Jesus kommen, dann gibt er uns Leben. Egal wie stark der Kontrast ist zwischen ihm und uns, er kann ja nicht stärker sein als der Kontrast, oder? Der Tod und das Leben. Deswegen lasst uns zu Jesus kommen, egal wie unsere Situation ist, egal was in unserem Herzen los ist. Lasst uns zu Jesus kommen und er macht es gut. Wollen wir uns das vornehmen? Amen.

[47:48] Lasst uns auch gemeinsam hinlegen und beten. Lieber Vater im Himmel, danke so sehr für diese Geschichten, die uns zeigen, dass es absolut nichts gibt in dieser Welt, was ein zu großes Problem für Jesus sein könnte. Und dass selbst der Tod keine Chance hat gegen ihn, dass er den Tod überwunden hat und uns Leben geben kann. Physisches Leben und geistliches Leben. Und wir alle freuen uns auf den Tag, wo die Toten auferstehen werden, um ewig bei dir zu leben. Herr, wir möchten dich bitten, dass wenn wir in Sünde gefangen sind, verstrickt sind und alle Hoffnung verloren haben, dann zeige uns Jesus und schenke uns den Glauben, dass in der Begegnung mit Jesus, egal wie unrein wir sein mögen, nichts ihn verunreinigt, sondern er uns reinigt. Wenn sein Wort unser Herz kommt, so wie damals sein Wort in die Ohren dieses toten Mannes kam. Danke, dass wir wissen dürfen, dass Jesus Mitleid mit uns hat. Dass er das nicht nur aus Pflichtgefühl tut, sondern weil er uns wirklich liebt. Danke, dass er auf unsere Ebene gekommen ist und danke, dass er große und wundervolle Dinge tut. All das bitten wir, dass er es auch in unserem Leben tut. In seinem Namen. Amen.


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