In dieser Folge von „Der Ersehnte“ wird die Heilung zweier Blinder und eines Besessenen durch Jesus Christus in Matthäus 9 beleuchtet. Christopher Kramp diskutiert die chronologische Einordnung dieser Ereignisse und erklärt die tiefere Bedeutung der Anrede „Sohn Davids“. Der Vortrag betont die Kraft des Glaubens und wie Jesus individuell auf die Bedürfnisse jedes Menschen eingeht, selbst auf die eines stummen und besessenen Mannes. Abschließend wird die Verurteilung von Jesu Wundern durch die Pharisäer als Sünde gegen den Heiligen Geist thematisiert.
Der Ersehnte: 101. „Noch nie in Israel“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid, schön, dass ihr eingeschaltet habt.
[0:40] Nach mehrwöchiger Pause wegen unserer Vortragsreihe "Macht, Glaube, Hoffnung" sind wir wieder dabei. Heute mit Folge 101. Wir wollen weiter im Leben Jesu studieren. Wir sind ja gerade mitten dabei bei seinen Reisen durch Galiläa.
[0:57] In der letzten Folge, könnt ihr euch daran erinnern, welche Geschichte wir in der letzten Folge vor der längeren Pause studiert haben? Da ging es um einen Jüngling in der Stadt Nain. Genau, es ging um die Auferweckung, die erste Totenauferweckung. Das war so ein einschneidendes Erlebnis. Und heute wollen wir einen anderen Abschnitt betrachten.
[1:19] Bevor wir da hineinsteigen, würde ich gerne mit euch beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns die Bibel gegeben hast, die Evangelien, die uns das Leben Jesu zeigen. Wir möchten heute über einen Abschnitt nachdenken, aber nicht einfach nur nachdenken, sondern tatsächlich uns beeindrucken lassen mit dem Wesen und dem Charakter Jesu, dass je mehr wir ihn anschauen, wir immer mehr verwandelt werden in sein Bild. Bitte sprich du zu uns, erfülle uns mit deinem Heiligen Geist. Halte alles Störende fern und gib, dass wir etwas lernen für unser praktisches Leben heute. Im Namen Jesu, Amen.
[2:07] Wir wollen heute einen Abschnitt studieren, der gar nicht so leicht und sicher einzuordnen ist in die chronologische Sequenz der Evangelien, und zwar in Matthäus 9. Es gibt einige Gründe, warum wir ihn jetzt machen und nicht später.
[2:31] Wir wollen heute in Matthäus 9 einen kurzen Abschnitt anschauen, der eigentlich zwei Geschichten in einer sind oder zwei, die direkt aufeinander folgen. Nämlich die Heilung von zwei Blinden und einem Besessenen ab Vers 27 bis 34.
[2:53] In Matthäus 9 Vers 27 bis 34, ich habe ja gerade gesagt, es ist nicht so einfach herauszufinden, wann das genau passiert ist. Und ich gebe euch mal ganz kurz so im Telegram-Stil den Grund. Wenn man den Text am Anfang liest in Vers 27 heißt es, und als Jesus von dort wegging, könnte man den Eindruck bekommen, dass es nach der Geschichte davor gewesen ist. Und die Geschichte davor ist die Geschichte von der Auferweckung der Tochter des Jairus.
[3:33] Nun ist es so, dass es eine Reihe von Ereignissen gibt. Ich schreibe euch die mal kurz auf, damit ihr seht, wo sozusagen das Problem hier ist. Eine Ereignisse, die wir jetzt in den nächsten Wochen alle studieren werden. Und zwar haben wir in den nächsten Wochen einfach, da habt ihr schon mal so das Programm für die nächsten Wochen und Monate, die Heilung eines stummen Besessenen in Matthäus 12. Dann haben wir die unvergebbare Sünde, die Sünde gegen den Heiligen Geist. Das sind so alles die Themen, die die nächsten Male kommen werden. Und wenn man sich die anschaut, werdet ihr sehen, dass die alle direkt aufeinander folgen. Dann die Verwandten von Jesus. Darauf folgt dann die Predigt am See mit den vielen Gleichnissen. Die Predigt am See. Und dann hat man nach diesen ganzen Gleichnissen, hat man dann die berühmte Geschichte mit dem Sturm auf dem See Genezareth. Also Jesus stillt den Sturm. Und wie ihr sehen werdet, sind das alles quasi an einem Tag passiert. Stillt den Sturm. Und dann kommen die zwei Besessenen von Gadara. Und nach der Geschichte kommt dann das Fest von Matthäus. Und dann das Fest von Matthäus. Und dann kommt die Tochter des Jairus. Und im Grunde genommen spielt das während ein oder zwei Tagen statt. Diese ganzen Geschichten werden wir in den nächsten Wochen anschauen.
[5:36] Jetzt man könnte also meinen, dass unsere Geschichte heute danach stattfindet, nämlich Matthäus 9. Und Matthäus 9 wird ein stummer Besessener geheilt. Das wäre alles so gut und schön, wenn Ellen White nicht sagen würde, und wie gesagt, von all diesen Geschichten kann man zeigen, dass sie aufeinander folgen, also eine folgt auf die andere, dass bei dieser Geschichte Jesus zum zweiten Mal, also zweite Heilung, einen stummen Besessenen heilt. Und dann sagt sie, und dann zitiert sie Matthäus 9. So dass man den Eindruck gewinnt, dass Matthäus 9 eigentlich vorher sein müsste. Was allerdings jetzt natürlich ein Problem ist, denn dann hat man quasi so einen Zirkelschluss, wenn man also ausgeht, dass die Geschichte nach der Tochter des Jairus ist. Und ich habe da lange ein bisschen hin und her gegrübelt, weil das ein bisschen merkwürdig ist. Also man kann an den nichts verschieben, die sind alle genau in der Reihenfolge. Und dann habe ich mich gefragt, kann man biblisch zeigen, dass tatsächlich die Geschichte von Matthäus 9 vor Matthäus 12 stattfindet?
[6:54] Ellen White sagt eindeutig, Matthäus 12 ist die Wiederholung so einer Heilung, eines stummen Besessenen. Auch hier wird ein stummer Besessener geheilt. Und ich will euch nur kurz zeigen, warum ich dann mich dafür entschieden habe, tatsächlich, wie auch unser Adventistischer Bibelkommentar, diese Geschichte hier nach vorne zu legen. Weil nämlich in Matthäus 9 und dort in Vers 33, da heißt es bei dieser Geschichte, und nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme und die Volksmenge verwunderte sich und sprach, so etwas ist wie oft noch nie in Israel gesehen worden.
[7:31] Also wenn das noch nie passiert ist, ist Matthäus 9 vor Matthäus 12 oder nach Matthäus 12? Also Matthäus 12 ist auch die Heilung eines stummen Besessenen? Vor, genau. Die können ja nicht sagen, so etwas ist noch nie passiert, wenn es nach der Tochter des Jairus ist, die eindeutig nach dem Fest von Matthäus ist, die eindeutig, das eindeutige nach dem Besessenen von Gedarren, was nach der Heilung dieses stummen Besessenen Matthäus 12 ist. Das heißt, lange Rede, kurzer Sinn, die Geschichte in Matthäus 9 muss vorher stattgefunden haben. Und der Anfang, wenn es heißt in Vers 27, und als er von dort weiterging, muss sich allgemein beziehen und nicht konkret auf die Geschichte von der Tochter des Jairus. Also nur, dass ihr wisst, warum wir die Geschichte jetzt behandeln, und beim nächsten Mal werden wir dann hier weiter einhaken.
[8:19] Also schauen wir uns jetzt mal die Geschichte selbst an. Matthäus 9 und dort ab Vers 27, dort lesen wir.
[8:28] Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrien und sprachen, du Sohn Davids, erbarme dich über uns.
[8:40] Also Jesus geht und zwei blinde Männer folgen ihm nach. Es ist gar nicht so einfach, wenn man blind ist, da hinterher zu gehen. Also die strengen sich an, die hören vielleicht diese Predigten, sie hören die Volksmenge und sie folgen ihm nach. Und wie haben sie sich bemerkbar gemacht? Sie schrien. Das griechische Wort kann auch heißen, sie krechzen. Also nicht besonders wohllautend. Warum haben sie wohl geschrien? Was meint ihr? Warum haben sie geschrien? Sie hätten ja auch einfach sagen können. Es ist ihre Chance, es ist ihre Möglichkeit, wenn da tausende Menschen um Jesus sind, ist es wahrscheinlich auch einigermaßen laut. Sie wollten unbedingt gehört werden. Also ich stelle mir nicht vor, dass es um Jesus herum sehr ruhig gewesen ist. Wahrscheinlich hat jeder gesagt, hier hilf mir, rette mich. Ja, ich will auch mal dran kommen. Da war sicherlich ein gewisser Geräusch.
[9:48] Sie rufen und schreien und sprachen und das sind sehr interessante Worte. Was sind ihre Worte, die sie an Jesus richten? Sie sagen, du Sohn Davids.
[10:03] Nach allem, was ich bisher gefunden habe im Neuen Testament, im Evangelium, könnt ihr mich irren, wenn ihr eine frühe Stelle gefunden habt, aber ich glaube, dass das das erste Mal im Dienst von Jesus ist, wo es aufgeschrieben ist, wo Menschen ihn Sohn Davids nennen. Nun, was ist damit eigentlich jetzt gemeint? Sohn Davids, was wollen die damit sagen? Da gibt es zwei wesentliche Ebenen. Warum rufen die Sohn Davids?
[10:42] Also erst einmal anerkennen sie, Jesus ist ein legitimer Nachfolger von David. Schauen wir mal ein paar Beispiele dafür an. Im Matthäus Evangelium. Wie geht das Matthäus Evangelium los? Geschlechtsregister Jesu Christi des Sohnes Abrahams, des Sohnes Davids. Jesus ist aus dem Geschlecht Abrahams, er ist aus dem Geschlecht Davids. Das ist sehr wichtig, weil Abraham war der, dem die Verheißung gegeben worden ist und David war derjenige, dem, was ist dem David gegeben worden? Dem Abraham ist der Bund und die Verheißung gegeben und dem David ist, was ist dem David gegeben worden?
[11:27] Also der Abraham, also in der israelitischen Geschichte hat der Abraham von Gott den Bund bekommen, die Verheißung, ja, er glaubte Gott und wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Und was war die besondere Funktion von David, was wurde ihm gegeben? Das Königreich, das Königtum, der Thron, der Thron Davids, der auf ewig bestehen sollte, oder? Sehr wichtig, also es geht um die Abstammung von David.
[11:56] Gibt es noch jemanden in der Bibel, der mal Sohn Davids benannt wird? Oder ist es Jesus allein, der als Sohn Davids benannt wird? Mal abgesehen von Salomo, der ein tatsächlicher Sohn war. Aber kennt ihr noch andere Personen in der Bibel, die Sohn Davids genannt werden? Oder ist der Titel exklusiv auf Jesus bezogen? Wenn ich schon so frage, wird es wahrscheinlich jemanden geben, oder? Schaut mal Matthäus 1 und dort Matthäus 1 und dort Vers 20. Matthäus 1 Vers 20. Während er aber dies im Sinn hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum, der sprach, Josef, Sohn Davids. Warum wird der Josef Sohn Davids genannt? Weil er auch aus der Linie ist. Also hier sehen wir, die erste Bedeutung von Sohn Davids ist, er stammt vom Geschlecht Davids ab und ist demzufolge ein Nachfache Davids.
[12:52] Der Paulus greift das auf in Römer 1 und dort Vers 3. Der Paulus begründet damit, dass Jesus völliger Mensch war. Er hat nicht nur menschliche Gestalt gehabt, hat nicht nur den Eindruck erweckt, dass er ein Mensch war, sondern war ein echter Mensch, weil er hatte die Gene Davids und all seiner Vorfahren. Schaut mal in Römer 1 und dort Vers 3. Nämlich das Evangelium von seinem Sohn, der hervorgegangen ist aus dem Samen Davids nach dem Fleisch.
[13:30] Also die Menschlichkeit Jesu wird damit begründet, dass er aus dem Geschlecht Davids ist. All das, was in der Genetik von der Familie Davids angehäuft worden ist, ist auch an Jesus weitergereicht worden. Aber Paulus geht dann weiter und sagt, er ist nicht nur der Sohn Davids, er ist auch der Sohn Gottes, was bewiesen worden ist, machtvoll sagt er durch die Auferstehung, weil bei der Auferstehung Jesus sich selbst auferweckt hat. Und deswegen ist klar, er ist ganzer Mensch, Sohn Davids, er ist auch ganzer Gott. Mein Kerngedanke hier ist also die Menschheit Jesu.
[14:12] Also die Idee, dass er tatsächlich ein echter Mensch ist. Und das ist ganz interessant, weil was sagen sie? Du Sohn Davids, was soll er tun? Er soll sich erbarmen, er hat Mitleid mit uns. Aber der Sohn Davids ist natürlich nicht nur einfach die Bezeichnung, dass man jetzt von David abstammt, sondern mit dieser Idee, Sohn Davids zu sein, haben die Juden etwas Besonderes verbunden. Was war die Idee? Welche Rolle sollte der Sohn Davids spielen? Er sollte König sein. Schaut mal mit mir in Jesaja 9. Das war also eigentlich auch der Titel für den Messias. Das ist ganz deutlich immer wieder. Jesus fragt ja später die Pharisäer und sagt, für wen haltet ihr den Christus? Der Sohn Davids, sagen die Pharisäer. Wir glauben, der Messias wird der Sohn Davids sein. Das heißt, in dieser Anrede, Sohn Davids ist schon so eine Anerkennung des Messias drin.
[15:05] Schau mal Jesaja 9 und dort Vers 5 und 6. Berühmte Passage, Jesaja 9, Vers 5 und 6. Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewig Vater, Friede, Fürst. Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids. Und bei seinem Königreich, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit usw.
[15:35] Das heißt, von Anfang an wusste man, es gibt dieses ewige Königreich und irgendwann kommt jemand, der wird auf ewig König sein, auf dem Thron Davids. Und damit hat man immer diesen Messias verwunden, dieser Menschensohn aus Daniel 9, der quasi auf dem Thron Davids sitzen wird.
[15:53] Haben das auch die Menschen noch im Neuen Testament so geglaubt? Schaut mal Lukas 1, Lukas Kapitel 1 und dort Vers 32. Und da wird es ganz deutlich. Lukas 1 ist die Geschichte in Vers 32 von wem? Da kommt jemand, nämlich der Engel Gabriel kommt zu Maria und spricht natürlich über den sich jetzt ankündigenden Jesus. In Lukas 1, Vers 32 heißt es, dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden und Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Wenn David sein Vater ist, ist er der Sohn. Und der Engel Gabriel sagt, das ist der Sohn Davids und er wird den Thron seines Vaters Davids bekommen.
[16:50] Das war also die Idee und das Verständnis schon auch in der Zeit von Jesus. Viele Menschen wussten, der Sohn Davids wird den Thron Davids haben. Erinnern wir uns, diese Geschichte findet vermutlich statt, es ist wie gesagt schwer einzuschätzen, wann sie genau gewesen ist, aber vermutlich auch nach der Bergpredigt. Diese zwei blinden Männer haben bis zu dem Zeitpunkt mit einer der eindeutigsten Identifizierungen von Jesus vorgenommen. Sie sagen von sich aus, du Sohn Davids, mit anderen Worten, Klammer auf, Klammer zu, du bist der Messias.
[17:32] Übrigens, ist Jesus nur der Sohn Davids? Welche Relation hat er zu David? Er ist sein Sohn und? Am schönsten wird das eigentlich in Offenbarung 22 beschrieben. Schaut mal in Offenbarung 22 auf die letzte Seite. Offenbarung 22, Vers 16, da sagt Jesus selbst, Ich Jesus habe meinen Engel gesandt, um euch diese Dinge für die Gemeinde zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und der Spross Davids, also der, der aus David hervorgekommen ist, aber auch der, der David geschaffen hat. Ich bin die Wurzel Davids, also der, der der Erschöpfer und Erhalter Davids ist, aber auch der, der Sohn Davids, er ist beides.
[18:26] Genau, also mit dem, mit der Idee Sohn Davids ist also mehr die Menschheit Jesus verbunden, aber trotzdem mit diesem Anspruch, dass er eigentlich Königsherrschaft hat, die sich darauf gründet, dass Jesus eigentlich sein Schöpfer ist. Also das im Hinterkopf behalten. Also diese beiden Männer machen theologisch alles richtig. Sie sagen genau das zu Jesus, was Jesus eigentlich wirklich ist, während die allermeisten Menschen das noch nicht begriffen haben, oder? Manche hatten sich bei der Bergpredigt gefragt, ist er der Messias, ist er nicht der Messias? Aber dann, was er gesagt hat, hat sie total verwirrt. Ja, ihre Idee von Messias war ganz anders.
[19:02] Jetzt gehen wir zu Matthäus 9 zurück und schauen mal Vers 28 an. Matthäus 9 Vers 28. Als er nun ins Haus kam, hier ist ein bisschen unklar, welches Haus das ist, ob das Haus von Petrus ist, dann wäre es in Kapernaum oder woanders. Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Wir kommen jetzt zu Jesus und schauen mal die Frage. Und Jesus fragte sie, glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Die sprachen zu ihm Ja her.
[19:33] Warum stellt Jesus diese Frage? Er fragt, glaubt ihr, dass ich das tun kann? Warum stellt er die Frage? Er stellt oft Fragen, ja, ganz genau. Er hat sie geprüft, ja. Also, welche Art von Glauben sollten sie haben? Überzeugende Glauben, genau. Woran sollten sie glauben, um es genauer zu machen? Woran sollten sie glauben? Sie sollen nicht nur an ihn glauben als Person, sondern woran sollten sie konkret glauben? An die Heilung. Woran sollten sie glauben? Jesus fragt sie nicht, er fragt sie, ob sie glauben, dass er die Kraft dazu hat. Also sie sollten nicht einfach nur glauben, dass er der Messias ist, sondern sie sollten glauben, dass er Kraft hat, ihre Augen zu öffnen.
[20:39] Das heißt, wonach Jesus fragt ist nicht, glaubt ihr, dass ich es gut mit euch meine? Obwohl es auch eine wichtige Frage wäre, ob ich das will. Er fragt, glaubt ihr, dass ich die Kraft habe? Was sagt Paulus? Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft. Den Blinden hätte nicht geholfen werden können, wenn sie nicht geglaubt hätten, dass Gott das tun kann.
[21:06] Es reicht also nicht, in dem Fall zu glauben, dass Gott existiert. Viele Menschen glauben, dass Gott existiert und sie sind weiter blind in ihrem Leben. Übrigens, wenn Jesus solche Menschen heilt, wissen wir, ist das ja immer, haben wir schon oft gesehen, auch quasi ein Gleichnis für geistliche Heilung, oder? Jesus heilt nie die Menschen einfach nur aus rein pur medizinischem Interesse. Er möchte immer auch das Evangelium weiterbringen. Und Blindheit ist ein gutes Bild für Sünde, oder? Wo wird in der Bibel Sünde mit Blindheit verglichen? Offenbarung 3, du erkennst nicht, dass du blind bist, unter anderem. Wenn man blind ist, dann kann man nichts sehen. Dann fällt man hin, dann stolpert man, man sieht nicht, was vor ihm ist. Und wenn man geistlich blind ist, dann kann man die Wahrheit nicht erkennen. Man ist verwirrt, man sieht nicht Gottes Willen, man ist geistlich blind.
[22:01] Und die Frage ist jetzt, was muss ich glauben, damit Gott meine geistliche Blindheit, übrigens Johannes 9 ist auch das gleiche Land mit der Blindheit, kommen wir später noch zu. Was muss ich glauben, damit Gott meine Blindheit wegnehmen kann, damit er mich salben kann mit Augensalbe? Ein entscheidender Punkt, den ich glauben muss, ist, dass Gott Kraft hat, dass Jesus es tun kann. Wenn ich nicht glaube, dass Jesus tatsächlich Veränderung bewirkt, dann werde ich nicht sehen.
[22:35] Wie wir gesehen haben, im Kontrast dazu, der königliche Beamte in Johannes 4, der ist nicht ganz sicher, ob Jesus das tun kann. Und dann sagt Jesus, wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Deswegen fragt er sie, glaubt ihr das, dass ich das tun kann? Oder müsst ihr erst noch irgendein Zeichen bekommen? Glaubt ihr, dass ich das so tun kann? Und interessanterweise, sie glauben es. Also hier sehen wir, dass sie eigentlich auch mehr Glauben haben, als viele andere ihrer Zeitgenossen in Israel. Das nähert sich schon dem Glauben, an den der Hauptmann gehabt hat. Sie sagen, ja Herr.
[23:26] Und dann sagt er in Vers 29, das ist eine sehr wichtige Passage, da rührte er ihre Augen an und sprach, euch geschehe wie? Euch geschehe nach eurem Glauben. Und hier steckt ein Prinzip, ihr Lieben. Was wir nicht glauben, kann Gott nicht tun. Was wir nicht glauben, kann Gott in unserem Leben nicht tun. Wenn ich nicht glaube, dass Gott mir helfen möchte oder helfen kann, dann werde ich auch nicht erleben, dass er das tut. Weil mir geschieht nach meinem Glauben.
[24:08] Deswegen sagt der Paulus im Hebräerbrief, der muss glauben, dass Gott ist und ein Belohner derer ist, die ihn suchen. Das heißt, ich muss glauben nicht nur, dass er existiert, sondern dass er mir auch wirklich das gibt, was er versprochen hat. Viele Christen glauben, dass Gott existiert, aber sie glauben nicht, dass er in ihr Leben tatsächlich wirklich praktisch eingreift, dass sie es merken können. Und sie haben immer das Gefühl, sie hoffen, dass Gott irgendwann vielleicht mal was macht. Sie glauben an die Existenz, aber sie haben keine konkrete Vorstellung von der Kraft Gottes. Deswegen sagt Paulus, ich schäme mich des Evangeliums nicht, weil es die Kraft Gottes ist. Ich habe das erlebt, sagt der Paulus. Und die Frage ist, was geschieht in unserem Leben? In unserem Leben geschieht letztendlich das, was unserem Glauben entspricht. Wenn ich nicht glaube, dass Gott mich von einer Sucht befreien kann, werde ich auch nicht frei. Wenn ich nicht glaube, dass Gott mich in der Mission gebrauchen möchte, werde ich nicht hinausgehen. Wenn ich nicht glaube, dass ich eine bestimmte Sünde überwinden kann, werde ich sie immer weiter tun. Wenn ich aber glaube, dass Gott es mir tun kann, dann kann er es tun.
[25:23] Und das ist genau die Kooperation. Hier sehen wir die Kooperation zwischen Jesus und den Menschen auf das Präziseste beschrieben, in einer ganz kurzen Geschichte. Der Blinde kann sich nicht heilen. Er kann schreien zu Jesus, er kann zu Jesus kommen, er kann Jesus um Gnade bitten, aber er kann sich nicht heilen. Aber eine Sache kann er tun. Er kann glauben, dass Jesus das tun kann. Das ist sein Beitrag an dieser Stelle. Und wenn er es glaubt, dann geschieht ihm nach seinem Glauben, die Kraft kommt von Jesus. Aber Jesus hätte sie in dieser Form wohl nicht geheilt, wenn sie es nicht geglaubt hätten. Und das ist ein wichtiger Punkt.
[26:03] Ich bedanke mich jetzt für eine Aussage vom Geist der Versammlung. Man nimmt es über Glauben. Wenn man nicht glaubt, dass Jesus den Sieg über die Sünde überwinden kann, hat nicht die Glaubenden im Reich Gottes gehofft. Ganz genau. Wenn man nicht glaubt, dass Gott kann den Sündigen befreien oder so, hat nicht die Glaubenden gehofft. Letztendlich ist der Glaube, dass Gott mich von der Sünde jetzt retten kann, nichts anderes als der Glaube, dass Gott mir auch Sünden vergeben kann. Für Gottes macht es keinen Unterschied, ob die Sünde in der Vergangenheit sind oder in der Gegenwart. Er muss immer mit derselben Sünde fertig werden. Durch das Blut Jesu. Deswegen ist es auch nicht ausreichend, dass ich glaube, dass Jesus für mich am Kreuz allgemein gestorben ist, sondern ich muss glauben, dass er für mich gestorben ist und dass sein Blut mich reinigt und dass es die Kraft hat, meine Sünden zu vergeben und mich reinzuwaschen, dass es wirklich wirkt. Wenn ich das nicht glaube, reicht es nicht, wenn ich sage, Jesus ist am Kreuz gestorben.
[27:02] Also euch geschehe nach eurem Glauben. Das erinnert natürlich, das ist schon angesprochen, an eine Geschichte von dem Hauptmann, wo Jesus ja sagt in Matthäus 8, Vers 13, wenn wir kurz umblättern, Matthäus 8, Vers 13, da sagt Jesus etwas ganz ähnliches. Und da sieht man auch, wie sehr Jesus eigentlich auch konsequent gewesen ist und konsistent mit seinen Aussagen. In Matthäus 8, Vers 13, da heißt es, und Jesus sprach zu dem Hauptmann, geh hin und dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde in derselben Stunde gesund. Und was hatte, jetzt nochmal nachdenken, was hatte Jesus über den Glauben des Hauptmann gesagt? Wie hatte Jesus diesen Glauben des Hauptmanns charakterisiert? Einen großen Glauben, ja.
[27:51] Also obwohl er das jetzt in der Form nicht an die zwei Blinden sagt, können wir sehen auch die Art und Weise, wie er spricht, dass hier eine gewisse Parallele ist. Er sagt zu dem Hauptmann, dir geschehe nach deinem Glauben und das Wunder geschieht. Und hier fragt er sie, glaubt ihr, dass sie es tun kann? Er gibt ihnen kein Zeichen vor. Und sie sagen ja und es geschieht nach ihrem Glauben.
[28:10] Nun, gehen wir mal einen Schritt weiter. Sie sind jetzt geheilt, Vers 30. Und ihre Augen wurden geöffnet. Und es geht weiter. Und Jesus ermahnte sie, wie? Ernstlich. Und sprach, seht zu, dass es niemand erfährt.
[28:31] Also erstmal über die Augen. Schauen wir ganz kurz Psalm 146. Psalm 146 und dort Vers 8. Da heißt es ganz einfach, Psalm 146 Vers 8. Der Herr macht die was? Er macht die blinden sehend. Der Herr richtet die Elenden auf. Der Herr liebt die Gerechten. Also wer macht die blinden sehend? Der Herr. Das ist euch sicherlich ganz klar. Aber Herr, wenn mit großem Buchstaben geschrieben ist, der Name Gottes, J-H-W-H-E-Achwe. Der Herr macht die blinden sehend.
[29:19] Und was hätte Jesus nochmal gefragt? Gehen wir mal ganz kurz zurück zu Matthäus 9. Was hätte sie gefragt? Was sollten sie glauben? Matthäus 9. Richtig. Glaubt ihr, dass ich es tun kann? Das sind so einige die Stellen, wo immer wieder deutlich wird, welchen Anspruch Jesus hatte, was die meistens oft überlesen. Wenn Jesus fragt, glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Und die Bibel sagt, der Herr macht die blinden sehend. Dann sagt er eigentlich durch die Blume, glaubt ihr, dass ich der Herr bin? Ihr habt ja schon gesagt, dass ich Sohn Davids bin. Wieder ein Beispiel dafür, dass der Name Jachwe im alten Testament für Jesus gebraucht wird.
[30:00] Jesus zeigt damit wieder seine Macht, die er hat. Schauen wir in Jesaja 42, Vers 7. Es gibt mehrere Prophezeiungen, die sich hier erfüllt haben. In diesem Fall auch wieder Jesaja 42, Vers 6 und 7. Da geht es um den Messias. Jesaja 42, Vers 6 und 7. Da sagt Gott zu dem Messias, dass ich der Herr habe dich berufen in Gerechtigkeit, und ergreife dich bei deiner Hand, und ich will dich behüten und dich zum Bund für das Volk setzen, zum Licht für die Heiden. Dass du die Augen der Blinden öffnest, die gebunden aus dem Gefängnis führst, und aus dem Kerker die, welche in der Finsternis sitzen.
[30:50] Und ihr wisst, das ist hier nicht nur buchstäblich gemeint, sondern auch geistlich. Das heißt, wir haben hier nicht nur eine Heilung von blinden Menschen, sondern es soll auch zeigen, wie Gott geistliche Blindheit heilt. Nämlich durch Jesu Kraft, an die wir glauben müssen.
[31:14] Ja, ganz genau. Und da sieht man einen feinen Unterschied, zwischen dem, wie Jesus geredet hat, und wie seine Jünger dann später geredet haben. Also ein Petrus hätte nicht gesagt, glaubst du, dass ich es tun kann, oder? Der hat dann immer auf die Kraft Jesu verwiesen. Obwohl sie dann ähnliche Wunder getan haben, ist hier ein Unterschied. Man kann von Petrus nicht sagen, dass er der Jachwe ist, aber von Jesus kann man das sagen.
[31:46] Aber gehen wir zurück zu Matthäus 9. Das ist eigentlich eine recht kuriose Stelle jetzt. Jesus ermahnt sie ja ernstlich. Und was sind die ersten Worte, die er sagt? Seht zu. Das ist ganz interessant, wenn man geradezu zwei Menschen spricht, die bis dahin blind waren, gerade ihre Augen aufgemacht haben, und das erste, was er ihnen sagt, ist, seht zu. Das ist im Griechischen auch. Schaut, guckt, dass ihr Folgendes nicht macht. Also Augen, schaut, guckt.
[32:15] Was sollen sie machen? Sie sollen nämlich... Genau, er mahnt sie ernst und schwach. Seht zu, dass es niemand erfährt. Dieses Wunder war geschehen im Glauben daran, dass Jesus der Sohn Davids ist, das heißt, der Messias ist. Und wenn ihr etwas bemerkt habt, in all dem, was wir bisher studiert haben und mehr studieren werden, Jesus hat lange Zeit damit gewartet, sich als Messias, also offen als Messias zu betiteln. Er hat zwar in der Bergpredigt, wie wir es gesehen haben, immer wieder die messianischen Prophezeiungen zitiert und damit durch die Blume gesagt, hey, ich bin der Messias, aber er wusste, was passiert, wenn er sich den Titel gibt, Messias.
[32:56] Und hier waren zwei Menschen, die bereits erkannten, er müsste der Messias sein. Sie sagen, Sohn Davids. Und auf ihren Glauben hin heilt er sie, aber sagt es keinem weiter.
[33:06] Nun, die Geschichte endet hier nicht, sondern sie geht weiter in Matthäus 9, Vers 31. Und das ist natürlich sehr kurios. Da heißt es nämlich, sie aber gingen hinaus und machten ihn in jener ganzen Gegend bekannt. Haben wir es schon mal gehabt, oder? Könnt ihr euch erinnern, eine Geschichte, wo schon mal Jesus zu jemandem gesagt hat, sag es niemandem, geh erst zu den Priestern, zeige dich. Und stattdessen geht derjenige und puh, puh, saunt das überall raus. Welche Geschichte war das, könnt ihr euch erinnern? Das war die Geschichte von dem Aussätzigen. Das war, als Jesus zum ersten Mal einen Aussätzigen heilte, was ja auch spektakulär war. Und Jesus sagt, geh erst zu den Priestern, damit sie sagen, dass du rein bist, die Opfer bringst, nicht wahr? Und damit niemand was sagen kann. Und das ist ihnen zum Zeugnis. Und der gute Mann hat das leider nicht gemacht und hat durch seinen Übereifer dazu geführt, dass viele Aussätzige zu Jesus kamen, was wieder andere abgeschreckt hat. Man kann also durch Übereifer auch der Sache Jesus schaden. Das sehen wir dort. Das sehen wir hier. Man muss immer auch ein ausgewogenes Bild haben.
[34:32] Genau. Also die Umstände betrachten, vor allem muss man betrachten, was zeigt Jesus mir persönlich. Und während er den Jüngern gesagt hat, nicht wahr, geht und predigt, sagt er diesem Mann, seit diesen beiden Männern sagt, dass es niemand erfährt. Aber sie haben sich nicht dran gehalten und macht das der ganzen Gegend bekannt.
[34:52] Gehen wir weiter, Vers 32. Als sie aber hinaus gingen, übrigens, vielleicht noch ganz kurz, das bedeutet auch für uns, es kann sein, dass ich einen theologisch richtigen Glauben habe und an die volle Kraft des Evangeliums glaube und auch Heilung durch Jesus erlebe und trotzdem unweise bin in der Art und Weise, wie ich über ihn rede. Denn das ist genau hier passiert. Hier waren Leute, die hatten die richtige Theologie, sie sind zu Jesus gekommen, hatten einen festen Glauben, sie haben eine persönliche Erfahrung mit Jesus gemacht, er hat sie geheilt und trotz alledem waren sie nicht klug und haben nicht seine Instruktionen beachtet in der Mission. Es könnte also sein, dass auch heutzutage wir vielleicht den theologisch richtigen Glauben haben und festen Glauben haben und glauben, dass Jesus wirken kann und trotzdem manchmal seine spezifischen Instruktionen über die Mission missachten und vielleicht zu viel Eifer haben. Das ist ein ganz wichtiger Gedanke, den man noch ein bisschen weiter denken sollte. Aber wir gehen weiter, Vers 32.
[35:54] Als er aber hinaus ging, brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und besessen war. Und jetzt wird es interessant, weil die beiden Geschichten gehören eigentlich zusammen. Bei der ersten Geschichte, wie kamen da die Menschen zu Jesus? Wurden sie gebracht? In der Geschichte vorher, die wir gerade gelesen haben, kamen die Menschen zu Jesus oder wurden sie gebracht? Die beiden Blinden, die wir gerade angeschaut haben, die Geschichte. Die Blinden kommen zu Jesus und zwar aus eigenem Antrieb. Der Stumme wird gebracht.
[36:36] Diese beiden Geschichten sind in gewisser Weise Kontraste. Gibt es noch einen Kontrast zwischen diesen beiden Geschichten? Außer, dass die einen gekommen sind von alleine, ihm gefolgt sind, der Stumme gebracht wird. Was sind noch Kontraste? Gegensätze in den beiden Geschichten? Was haben die Blinden gemacht? Sie haben geschrien. Genau. Laut gekrächzt. Du Sohn, David. Der kann nicht. Genau. Hier haben wir einmal zwei Leute, die rufen und schreien und krächzen. Und hier ist jemand, der kann nicht reden. Also sie schreien, er ist stumm.
[37:22] Ihr seht jetzt schon den Unterschied. Die zeigen Initiative, sie kommen von alleine, sie rufen und schreien, der wird gebracht und er kann nichts sagen. Wie ist ihr theologischer Zustand von den Blinden? Gut, mittel, schlecht? Ausgezeichnet. Sie nennen Jesus den Sohn Davids. Also viel besser geht es gar nicht. Theologisch? Großartig. Sie haben ein Problem, sie sind blind, sie haben ein körperliches Problem, aber theologisch sind sie auf dem besten Weg. Wie ist theologisch gut? Wie ist das mit dem Stummen? Ist der in einer theologisch sauberen Verfassung? Er ist besessen. Er ist vom Teufel besessen. Er ist von einem Dämon. Er ist okkult belastet, hochbelastet.
[38:18] Ihr könnt jetzt sehen, das sind zwei Leute, sie kommen zu Jesus, sie rufen aus eigener Kraft etwas theologisch richtiges. Und hier kommt jemand, der wird gebracht, der kommt nicht aus eigener Initiative, der ist okkult belastet und er kann nicht mal reden. Und die beiden Geschichten sind direkt nebeneinander, und zwar so nebeneinander. Das heißt, als die rausgehen, siehe, der braucht einen Mann. Also es ist quasi so, als wenn in der Arztpraxis der eine geht aus der Tür heraus und der nächste kommt herein. Ja, so fliegender Wechsel. Völlig anderes Bild.
[38:56] Dieser stumme Mann, der kann nichts sagen. Und jetzt ist die Frage, wie wird sich Jesus verhalten? Wird er ihm die Frage stellen, glaubst du, dass er etwas für dich tun kann? Warum stellt er die Frage nicht? Der kann nicht antworten. Jesus behandelt die Menschen entsprechend ihres Umstandes. Er schert sie nicht alle über einen Kamm. Das sind zwei, die wissen schon, wer er ist, die können schreien, den kann er eine Frage stellen. Sie sollen öffentlich bekennen, wie sie an ihn glauben. Da ist jemand, der kann nicht mehr reden. Jesus setzt den Standard viel niedriger. Und das ist eine sehr interessante Geschichte, die uns zu denken geben sollte, weil wir manchmal dazu tendieren, die Menschen alle miteinander zu vergleichen und sagen, naja, wenn der das machen kann, müsste der doch auch. Wodurch beweist man, dass man glaubt? Wenn die beiden hier nichts gesagt hätten, wäre das ein Beweis ihres Unglaubens gewesen. Aber nichts sagen ist für ihn kein Beweis des Unglaubens, weil er kann nichts. Das heißt, nicht nur in unseren Werken oder in unserem Gehorsam, sondern sogar in der Art und Weise, wie wir den Glauben bekennen oder überhaupt zu Jesus kommen, hat Gott verschiedene Anforderungen. Die Art und Weise, wie Jesus sich wünscht, wie wir zu ihm kommen oder wie wir ihn bekennen oder wie wir den Glauben ausleben, wie wir Glauben üben, sozusagen, hängt davon ab, wie unser Zustand ist.
[40:38] Ihr kennt vielleicht an anderen Stellen, sagt Ellen White, wenn er Dämonen besessen war, sie konnten nicht mehr reden, aber Jesus hat in ihren Augen gesehen, dass sie gerettet werden wollten. Jesus ist in der Lage, noch Dinge zu sehen und zu lesen, die kein Mensch mehr so erkennen kann.
[41:02] Ganz genau. Wir sehen also, wie Jesus in der Lage ist, sich auf jeden Menschen einzustellen. Das ist natürlich ein Kontrast, der deutlich macht, alles dazwischen ist sicherlich auch möglich und Jesus geht auf jeden spezifisch ein. Es stellt ihm keine besondere Frage, sondern es heißt im Vers 33, und nachdem der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme, und die Volksmenge verwunderte sich und sprach, so etwas ist noch nie in Israel gesehen worden.
[41:34] Warum haben die sich gewundert? Weil natürlich im jüdischen Denken ist die Vorstellung ganz stark, Gott hilft nur, wenn ich irgendetwas mache, oder? Irgendein Werk muss ich tun, muss ein Almosen geben, muss das geben, wenigstens den Glauben bekennen, oder? Aber dass jemand geheilt wird, der nichts sagt, nicht in Vorleistung geht, kein Gebet spricht, nicht irgendwie ein Glaubensbekenntnis spricht, sondern einfach nur da ist, das ist für sie unvorstellbar. So etwas haben wir noch nie gesehen. Das bedeutet nicht einfach nur, es sind vorher schon Dämonen ausgetrieben worden, es sind vorher auch schon sogar ein Tod ist auferstanden, aber man hat es noch nicht gesehen, dass jemand, der nichts für sich sagen kann, der nicht bitten kann, der nicht sagt, Herr, erbarme dich, bitte, einfach nur da ist. Und Jesus heilt ihn, ohne dass er besonders gebeten worden ist. Und das zeigt die Liebe Jesu. Übrigens an dem Tag hat sich erfüllt, was in Jesaja 35 steht. Schaut mal in Jesaja 35 und dort Vers 5 und 6 und Jesaja 35 Vers 5 und 6, 3 Minuten haben wir noch. Jesaja 35 Vers 5 und 6. Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet, dann wird der Lame springen wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen lupsingen. An dem Tag sind tatsächlich die Augen der Blinden aufgetan und die Zunge des Stummen gelöst worden.
[43:02] Zum Schluss Matthäus 9 und dort Vers 34, letzter Vers, Matthäus 9 und dort Vers 34. Was sagen die Pharisäer, als sie es hören? Die Pharisäer aber sagten, zu den obersten der Dämonen treibt ihr die Dämonen aus. Die Pharisäer beginnen hier eine neue Argumentationsfront. Sie sagen, wir können die Wunder nicht leugnen, sie sind alle mit Hexenkraft gemacht. Jesus ist ein Hexer, er ist ein okkult belasteter Guru. Und das ist perfide, weil jedes Wunder, das jetzt geschieht, kann man so erklären. Man kann jedes Mal sagen, er ist mit dem Teufel im Wunde. Ihr wisst vielleicht, was Jesus in Johannes gesagt hat, als er sagte, wer Böses tut, der kommt nicht zu dem Licht. Und das ist, was wir hier sehen. Hier entsteht ein unglaubliches Wunder. Jesus zeigt in seiner Liebe, seinem Erbarmen, auch denen gegenüber, die fast nichts bringen können, außer sich selbst. Und alles, was diese Pharisäer zu tun haben, ist, das ganze Werk Gottes dem Teufel zuzuschreiben.
[44:16] Genau. Und das wird dann sein, in der nächsten Folge werden wir sehen, wie das Gleiche nochmal geschieht, wo wieder ein besessener geheilt wird und sie das dann wieder sagen werden, wo Ellenweit sagt, das passiert zum zweiten Mal und dann spricht Jesus genau, das ist genau der Anlass, wo Jesus dann sagt, wegen dieser Sache spricht er über die Sünde des Heiligen Geistes. Da sehen wir tatsächlich den Beginn dieser Sünde gegen den Heiligen Geist, weil das offensichtlich Wirken des Herrn von ihnen, als das Wirken Satans bezeichnet wird und viel schlimmer kann man sich nicht irren, als wenn man Gottes Werk als das Werk Satans bezeichnet. Schlimmer geht es gar nicht.
[44:57] So, und in dem Sinne, was haben wir heute gelernt? Was haben wir gelernt? Wir haben gelernt, dass egal, wer wir sind, Jesus ist für jeden da. Jesus ist für jeden da. Und wenn wir viel wissen, dann wird unsere Art und Weise, wie wir den Glauben bekennen, anders sein, als wenn wir quasi stumm sind. Aber Jesus kann jeden heilen, egal wer wir sind. Und wir wollen uns nicht davon irritieren lassen, dass manche Menschen Gottes Werk als Aberglaube und Zauber oder was weiß ich was abtun. Wenn wir Jesus kennen, dann wissen wir, dass er Kraft hat. Wollen wir noch gemeinsam beten?
[45:43] Lieber Vater im Himmel, danke für diese Geschichten, die wir heute lesen durften. Danke, dass du zu uns gesprochen hast. Und dass wir wissen dürfen, dass jeder, der bei Jesus ist, von Jesus gesegnet werden kann, wenn wir auf irgendeine Art und Weise einfach zum Ausdruck bringen, dass wir glauben, dass er uns helfen kann. Und wir danken dir, dass du unsere Umstände und unsere besonderen Situationen kennst und uns berücksichtigst, uns nicht alle über einen Kamm scherst. Danke, dass wir heute erneut lernen durften, dass Kraft bei Jesus ist. Und diese Kraft brauchen wir in unserem Alltag. Und wir danken dir, dass du sie uns gerne geben möchtest. Amen.
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