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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt beginnt Christopher Kramp eine neue Serie über die See-Predigt Jesu, die in Matthäus 13 zu finden ist. Er erklärt, warum diese Predigt besonders ist und wie Jesus sie hielt, indem er sich in ein Boot am See Genezareth setzte. Die Predigt beleuchtet die Bedeutung von Gleichnissen als Lehrmittel und wie sie bereits im Alten Testament verwendet wurden, um Weisheit und tieferes Verständnis zu vermitteln.

Die Predigt geht auf das erste Gleichnis, das vom Seemann, ein. Dabei wird analysiert, wie die Zuhörer damals, basierend auf ihrem Wissen des Alten Testaments und der Natur, bereits vieles des Gleichnisses verstehen konnten, auch ohne die spätere Auslegung Jesu. Es wird betont, wie wichtig Bibelkenntnis ist, um die Gleichnisse Jesu vollständig zu erfassen und wie wir diese Methode der einfachen, bildhaften Vermittlung von Wahrheit auch in unserem eigenen Leben anwenden können.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr jetzt eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Wir wollen in unserer Serie über das Leben, Wirken und Lehren von Jesus einen neuen Abschnitt besprechen, der uns die nächsten Wochen beschäftigen wird: die sogenannte See-Predigt. Man kennt die Bergpredigt, die haben wir fast ein ganzes Jahr behandelt. Aber die See-Predigt ist sehr berühmt und wir werden gleich sehen, warum. Bevor wir beginnen mit diesem spannenden Thema, wollen wir gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet.

[1:11] Lieber Vater im Himmel, was für ein Vorrecht, was für ein Privileg ist es, die Evangelien zu studieren. Einen authentischen Bericht davon zu hören, was Jesus gesagt hat, wie er gelebt hat, was er getan hat. Und du sagst uns, dass wir durch das Anschauen verwandelt werden. Deswegen wollen wir unseren Blick jetzt auf Jesus richten. Wir wollen sehen, wie er gelehrt hat, was er gesagt hat. Wir wollen sehen, wie er auf dieser Welt deine Botschaft verkündigt hat. Und wir glauben, dass es nichts Heilsameres und Kraftvolleres gibt, als die Worte Jesu. Und so möchten wir dich jetzt bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist uns erfüllst und die Wahrheit zeigst, wie wir sie jetzt persönlich heute brauchen. Und wir danken dir, dass du das gerne tust und dass du unser Lehrer sein wirst. Im Namen Jesu, Amen. Schlagt mit mir auf Matthäus Kapitel 13, Matthäus Kapitel 13.

[2:19] Wir haben die letzten Wochen in Matthäus Kapitel 12 und den entsprechenden Parallelabschnitten verbracht. Die Geschichte mit der Heilung eines Besessenen und der ganzen Diskussion mit den Pharisäern. Ihr erinnert euch mit dem Baalzebub und mit den verschiedenen Dingen, der Lästerung des Geistes, Zeichen des Propheten Jona. Und in der letzten Woche haben wir gesehen, wie die Verwandten von Jesus, insbesondere seine Mutter und seine Brüder, zu ihm kamen, vor dem Haus stehen blieben, in dem er diskutiert hat und wollten, dass er rauskommt. Und Jesus hat gesagt, die wahren Brüder und Schwestern sind wer? Alle, die den Willen Gottes tun, die das Wort Gottes hören und bewahren. Und die sind mir Bruder und Schwester und Mutter sogar, weil er gesagt, weil wir wissen aus Offenbarung 12, dass es die Gemeinde ist, die typologisch seine Mutter ist.

[3:17] Nun, in Vers 1 von Kapitel 13 heißt es jetzt, und das ist sehr interessant: "An jenem Tag aber ging Jesus aus dem Haus hinaus und setzte sich an den See." Wir sind jetzt schon seit Wochen dran, diesen einen Tag zu studieren. Der begann damit, dass er dieses Wunder getan hat und dann diese ganzen verschiedenen Diskussionen mit den Pharisäern, mit den verschiedenen Leuten. Die Eltern sind die Eltern. Seine Verwandten sind an dem Tag zu ihm gekommen und noch am selben Tag ist er aus dem Haus heraus und hat sich an den See gesetzt. Auch die Predigt, die wir die nächsten Wochen studieren werden, ist immer noch an diesem einen Tag. Also manchmal springt es ja in den Evangelien ganze Monate, aber hier haben mal die Evangelisten so einen Tag so richtig reingezoomt. Und wenn man sich vorstellt, was schon an diesem einen Tag Jesus alles sagt, an großartigen Dingen, dann kann man sich vorstellen, warum Johannes sagt, wenn man alles aufgeschrieben hätte, dann würden die Welt die Bücher nicht fassen. Also immer noch am selben Tag, und das zeigt uns, was er jetzt predigt, ist auch die Reaktion auf das, was er vorher erlebt hat. Er hat gerade erlebt, wie die Pharisäer ihn vehement und kontinuierlich ablehnen. Er hat gesehen, wie seine Predigt einige fast zur Sünde gegen den Heiligen Geist bringt, weil sie immer wieder ablehnen, ablehnen, ablehnen. Er hat gesehen, wie seine eigene Familie ihn nicht versteht. Und Jesus, so scheint es mir, hat sich überlegt, noch einmal das Evangelium von einer anderen Perspektive zu erklären. Wir werden sehen, dass die See-Predigt deswegen berühmt ist, weil sie lauter Gleichnisse enthält. Wenn wir gleich noch darauf kommen. Die See-Predigt in Matthäus 13 ist berühmt, da sind sieben Gleichnisse hintereinander. Während in der Bergpredigt, die auch vieles theologisch erklärt, ist die See-Predigt gekennzeichnet durch Gleichnisse. Aber dazu gleich mehr.

[5:05] Er geht also aus dem Haus. Zu wem hätte er denn auch gehen können, als er aus dem Haus ging? Also, wenn ihr euch an letzte Woche erinnert. Er geht aus dem Haus. Zu wem hätte er denn gehen können? Zu seiner Familie. Interessant ist, sie stehen da vor dem Haus, aber er geht nicht zu seiner Familie und sagt: "Jetzt lasst uns erst mal die nächsten drei Tage miteinander verbringen." Er geht an den See. Welcher See ist das? Das ist der See Genezareth. Den haben wir schon besprochen. Der See Genezareth, der im Alten Testament ist das der See Kinneret. Hat Jesus vorher schon am See Genezareth mal gepredigt? Oder war das das erste Mal? Nein, er war schon öfter da. Schauen wir mal zum Beispiel, lasst euren Finger hier in Matthäus 13, in Markus 2 und dort Vers 13. In Markus 2, Vers 13 heißt es: "Da ging er wieder an den See hinaus und die ganze Menge kam zu ihm und er lehrte sie." Also Jesus hat oft am See gelehrt. Das war fast so sein Lieblingsort, der See Genezareth. Und wenn wir zurück zu Matthäus 13 gehen, dann sehen wir hier: "Er ging aus dem Haus hinaus und er setzte sich an den See." Mal sehen, ob ihr euch daran erinnern könnt. Was war die Bedeutung, wenn Jesus sich setzte? Könnt ihr euch noch daran erinnern? Was bedeutet das? Er war Lehrer, genau. Er wollte jetzt mit Autorität lehren. Das haben wir gesehen bei der Bergpredigt. Da hat er sich auch gesetzt. Ganz genau. Also er setzt sich nicht hin, weil er müde ist, sondern er setzt sich, um zu sagen: "Ich habe euch etwas zu sagen. Jetzt beginnt eine Predigt." Ganz genau. Und wir haben jetzt also nicht die Bergpredigt, wir haben jetzt die sogenannte See-Predigt, obwohl er ja viele Predigten dort gehalten hat. Aber diese Predigt ist besonders, weil viele Ausschnitte davon in den Evangelien überliefert sind von diesem Tag und viele dieser Gleichnisse natürlich weltberühmt sind und unglaublich großartig sind. Aber dazu gleich mehr.

[7:14] Vers 2: Jesus geht also an den See und es kommt, wie es kommen muss. "Und es versammelte sich eine große Volksmenge zu ihm, sodass er in das Schiff stieg und sich setzte und alles Volk stand am Ufer." Woher kam das Volk? Was meint ihr? Aus den Häusern zum Teil, nicht wahr? Aus den anderen Häusern, aus der Stadt, nicht wahr? Andere Städte, ja, genau. Schaut mal, lasst mal euren Finger hier in Lukas 8, im Parallelbericht, da heißt es sehr interessant: In Lukas 8 und dort Vers 4: "Als so eine große Menge zusammenkam und sie aus den Städten zu ihm zogen, sprach er in einem Gleichnis." Also die kamen aus vielen Städten. Erinnert euch, zu der Zeit, als Jesus in dieser Mitte seines Dienstes in Galiläa ist, da hat er riesige Zuhörerschaften. Wir haben das ja an anderer Stelle bei der Bergpredigt gesehen. Die kamen nicht nur aus Israel, die kamen zum Teil ja sogar aus Phönizien, die kamen aus Edom, aus Idumäa. Die kamen zum Teil aus dem Ausland. Er war absolut berühmt. Und auch hier, diese See-Predigt ist vor vermutlich nicht Hunderten, sondern wahrscheinlich Tausenden, wenn nicht mehr, gehalten worden, dort am See.

[8:30] Nun, offensichtlich hat er die See-Predigt nicht am Ufer gehalten, sondern er ist in ein Schiff gestiegen. Schaut nochmal in Vers 2. Dort heißt es ja: "so dass er, und jetzt interessant, nicht in ein Schiff stieg, sondern wie heißt es bei euch? So dass er in, in Vers 2, wie steht es bei euch? Und es versammelte sich eine große Volksmenge zu ihm, so dass er in..." Steht ein Boot, in das Schiff. Was ist der Unterschied zwischen "ein Schiff" und "das Schiff"? Es ist nicht einfach irgendein Schiff, sondern man vermutet, dass Jesus und seine Jünger ein Schiff hatten, das ihnen gehörte, das sie immer wieder benutzt haben, quasi das Missionsschiff. Also es war nicht so, dass sie gesagt haben: "Wir brauchen ein Schiff, aber nehmen wir das mal", sondern es scheint so zu sein, dass sie immer quasi dort ein Boot hatten, wo Jesus, wann immer er am See lehren wollte, er immer dieses Boot steigen konnte, quasi als schwimmende Kanzel sozusagen. Ein spezielles Boot, das Boot. Und das kann man so ein bisschen auch sehen. Schaut mal in, in, Moment, wo ist das genau, in Markus 3, in Markus 3 wird das ein bisschen deutlich. In Markus 3, Vers 9 heißt es: "Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein kleines Schiff bereitzuhalten, um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht bedrängten." Also die hatten so ein Schiff da, was sie immer wieder benutzt haben. In fast allen Fällen, wenn sie am See Genezareth waren und Jesus gepredigt hat, ist er immer in dieses Schiff gestiegen, bis auf eine Ausnahme. An welchem Tag hat er das nicht gemacht? Nee, an welchem, an welchem Tag hat er nicht sich in das Schiff gesetzt, sondern, genau, ja, das vielleicht später auch, aber da sind wir noch nicht. Bisher hat er jedes Mal, wenn er am See war, ist er in das Boot gestiegen, bis auf einen Tag, da hat er sich bewusst entschieden, nicht ins Boot zu steigen, sondern woanders zu predigen, auf den Berg. Das war das Besondere an der Bergpredigt. Er war vorher immer im Boot, hinter, immer im Boot, aber an dem Tag hat er damals gesagt: "Ich steige auf den Berg und halte die Bergpredigt", haben wir damals studiert. Okay, das Schiff.

[10:49] Das Volk steht am Ufer. Also stellt euch vor, eigentlich auch ein ganz interessantes Bild, wenn man sich mal das überlegt. Eine der größten Predigten der Menschheit. Tausende Menschen stehen an einem Ufer eines Sees und der König des Universums sitzt in einem wackelnden Boot und redet offensichtlich auch mit lauter Stimme. Es gab ja kein Megafon und redet jetzt Wahrheiten, von denen wir heute noch reden, 2000 Jahre später. Ich meine, wer hätte sich wohl damals gedacht, von den Leuten, die am Ufer stehen und da diesem Boot zuhören, dass seine Worte so berühmt sein werden, dass auch 2000 Jahre später Millionen Menschen sie zitieren. Was für ein interessantes Bild. Gott spricht nicht vom Himmel herab, sondern sitzt in einem schaukelnden Boot.

[11:36] Nun, bleiben wir in Matthäus 13 und wir gehen zu Vers 3. "Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen." Wie schon gesagt, mehr noch als in der Bergpredigt hat Jesus jetzt in dieser Predigt versucht, in Gleichnissen zu sprechen. Ellen White sagt übrigens, dass er am Anfang seines Dienstes, in dem ersten Jahr, als er viel in Jerusalem war, als er mehr in Juda und nicht in Galiläa gedient hat, so Johannes 2, 3, 4, 5, dass Jesus dort fast nie in Gleichnissen gesprochen hat. Was meint ihr, warum kam er irgendwann auf diese Idee, wie hier zum Beispiel in Gleichnissen zu predigen? Warum nicht einfach klar aus, was er sagen wollte? Warum in Gleichnissen?

[12:28] Es ist vielleicht verständlicher für die Menschen.

[12:59] Okay, also auch Weise hat er gesprochen. Und was natürlich auch damit zu tun hat, indem er Bilder aus der Natur verwendet hat, konnte er dafür sorgen, dass die Menschen sich besser an seine Predigten erinnern konnten. Du kannst noch so eine tolle Prophetie-Auslegung geben, wenn du das irgendwie mit etwas in der Natur verbindest, was du immer wieder siehst. Jedes Mal, wenn du es wieder siehst, erinnerst du dich daran. Und nun, kennt ihr, hat Jesus das Gleichnisreden erfunden oder gab es das schon im Alten Testament? War er der Erste, der Gleichnisse verwendet hat? Gab es das schon im Alten Testament? Kennt ihr Gleichnisse im Alten Testament? Sammeln wir mal. Gleichnisse im Alten Testament. Wer kennt ein Gleichnis aus dem Alten Testament? Weil bei Gleichnissen denkt man immer an Jesus, Neues Testament, nicht. Aber gibt es im Alten Testament auch Gleichnisse? Ja, die toten Knochen. Okay, es ist mehr eine Vision, aber es hat auch gleichnishaften Charakter. In Hesekiel 37. Töpfer und Ton ist auch ein Gleichnis, eine Metapher, die er verwendet. Der Seemann ist Neues Testament. Also ein Gleichnis zum Beispiel ist, kennt ihr die Geschichte von Nathan, der zu David kommt und sagt: "Es war einmal ein Mann, hatte Schafe und dann der Nachbar mit dem." Das ist ein Gleichnis, oder? Oder kennt ihr das Gleichnis des Jotham, in Richter 9, wo vom Gideon fast alle 70 seiner Söhne umgebracht werden und einer überlebt und er stellt sich oben auf den Berg und er erzählt dieses Gleichnis von den verschiedenen Bäumen, die alle zum König gewählt werden sollen und sie lehnen ab und dann kommt der Dornstrauch und sagt: "Ich nehme das an." Das ist ein Gleichnis. Oder Jesaja 5, das Lied vom Weinberg, wo Gott sagt: "Ich will ein Lied singen von meinem Weinberg. Ja, ich hatte einen Weinberg, ich habe ihn ausgegraben, habe da umgegraben, habe da Weinstock reingesetzt und hoffte auf gute Frucht." Und dann erklärt er das Gleichnis. Der Weinstock steht für Israel, die Frucht steht für Gerechtigkeit und so weiter und so fort. Auch in Hesekiel gibt es tolle Gleichnisse. Ja, genau, da gibt es das Gleichnis von dem rostigen Topf bei Hesekiel. Also bei den Propheten gibt es einige so Gleichnisse. Was? Ah, Korb mit den Feigen. Ah ja, da gibt es Visionen auch in die Richtung, ganz genau. Ja, hatten wir gerade schon, genau, David und Nathan, ganz genau.

[15:46] Also die Idee ist, Gleichnisse gab es schon im Alten Testament. Jesus hat hier nichts Neues erfunden. Schaut mal mit mir in Jesaja 49, Psalm 49, Vers 4 und 5. Dort heißt es:

[16:12] "Mein Mund soll Weisheit reden und das Denken meines Herzens verständlich sein. Ich will mein Ohr zu einer Gleichnisrede neigen und beim Laudenspiel meine Rätsel eröffnen."

[16:29] Also, was soll durch das Gleichnis hier verkündigt werden, wenn ihr Vers 4 nochmal anschaut? Was soll das Gleichnis vermitteln? Weisheit und was noch? Es soll ein Rätsel sein, genau. Es soll Weisheit vermitteln und, genau, das war es nochmal. Redet klar artikuliert, was? Ja, genau. Es soll also das, was ich denke, soll verständlich werden. Es soll verständlich werden. Jesus wollte seine Gedanken so einfach wie möglich artikulieren. Das ist übrigens auch eine Sache, die man von Jesus lernen kann. Jesus wollte nicht die Leute imponieren, wie hochtheologisch er sprechen kann. Er wollte, dass sie es verstehen. Jesus konnte sich auf seine Menschen, auf die Menschen, die ihm zuhörten, einstellen. Er wollte, dass sie das verstehen.

[17:16] Noch ein Text in Psalm 78 und dort lesen wir Vers 1 und 2. Psalm 78, Vers 1 und 2: "Höre, mein Volk, meine Lehre. Neigt eure Ohren zu den Reden meines Mundes. Ich will meinen Mund zu einer Gleichnisrede öffnen, will Rätsel vortragen aus alter Zeit." Jetzt geht es weiter: "Was wir gehört und gelernt haben und was unsere Väter uns erzählt haben, das wollen wir ihren Kindern nicht vorenthalten, sondern den Ruhm des Herrn erzählen, dem späteren Geschlecht, seine Macht und seine Wunder, die er getan hat."

[18:02] Also, warum sollen hier Gleichnisse erzählt werden? Was ist der Sinn der Gleichnisse in diesem Abschnitt? Genau, Gleichnisse sind ein gutes Mittel, um Wahrheit von einer Generation zur nächsten weiterzugeben. Warum sind Gleichnisse dafür so gut geeignet? Wenn man etwas hat, wo man sagt, mein Vater hat mir etwas erzählt, das will ich meinen Kindern weitergeben. Warum sind Gleichnisse so geeignet? Sie sind bildlich. Man kann sich leicht daran erinnern. Schau, das ist der Grund, warum Gott ein Heiligtum gemacht hat. Weil er wollte, dass das Evangelium von Generation zu Generation weitergetragen wird. Man kann sich daran erinnern. Es ist leicht verständlich sozusagen.

[18:50] Das heißt, als Jesus sagt: "Okay, irgendwie verstehen viele mich immer noch nicht. Die Pharisäer denken, ich bin mit Baal im Bund und selbst meine Jünger denken zum Teil, naja, dass wenn man mit mir verwandt ist, hat man bessere Vorteile." Irgendwie haben sie es noch nicht ganz begriffen und er möchte jetzt ihnen Wahrheiten vermitteln, die wirklich bleiben. Er möchte sie so einfach machen, dass die Hörer sie sich merken werden und den nächsten Generationen weitergeben. Das heißt, Jesus wollte nicht nur seine Zuhörer erreichen, er wollte auch, dass die Zuhörer es einfach haben, diese Wahrheiten weiterzugeben. Das heißt, wenn wir mit anderen Menschen über den Glauben reden, sollten wir das immer auch so tun, dass der, mit dem ich rede, es selbst wieder anderen weitergeben kann. Wenn ich es so kompliziert mache, dass er zwar die Wahrheit sieht, aber nicht weitergeben kann, dann folgen wir nicht ganz dem Beispiel Jesu. Jesu hat das immer so gemacht, dass die anderen es weitergeben konnten. Das war sozusagen die Idee.

[19:58] Gut, also, übrigens Ellen White sagt, im Grunde genommen ist das Reden in Gleichnissen nichts weiter als das, was Jesus selbst gemacht hat, als er auf die Welt kam. Jesus war das Wort Gottes und das Wort wurde Fleisch. Das, was man nicht sehen konnte, was man nicht verstehen konnte, wurde verständlich, indem es auf die menschliche Ebene kam. Das ganze Handeln von Jesus hat immer damit zu tun, das, was sonst unverständlich ist, verständlich zu machen.

[20:22] Ellen White hat noch einen interessanten Punkt gesagt. Sie hat mal gesagt, sinngemäß, wenn Jesus mit Menschen redete, hat er versucht, ihren natürlichen Gedankengang so wenig wie möglich zu stören. Er hat versucht, zu verstehen, in welche Richtung denken die Menschen, womit beschäftigen sie sich gerade. Er hat versucht, auf dieser Schiene das Evangelium draufzusetzen. Die Frau kommt zum Jakobsbrunnen, die denkt an Wasser. Also formuliert er das ganze Evangelium mit Begriffen von Wasser zum Beispiel. Das ist ein Beispiel. So hat er das jetzt hier auch gemacht.

[21:18] Bevor wir zu Matthäus 13 nochmal gehen, zu Markus 4 und dort Vers 3. Was ist das Erste, was er sagt? Das kommt nur bei Markus raus, bei Matthäus nicht. Was ist das Erste, was er sagt? "Hört zu!" Ja, warum das denn? Also das sind 10.000 Menschen vielleicht, die kommen aus allen Städten, die haben weder Kosten noch Mühen gescheut, um ihn zu hören. Musste er denn jetzt wirklich sagen: "Hört zu!"? Waren die alle so mitreden? Warum sagt Jesus: "Hört zu!"? Ich meine, die waren doch extra gekommen, um ihn zu hören, oder? Warum sagt Jesus als allererstes, vor dem ersten Gleichnis: "Hört zu!"? Man kann hören und doch nicht hören. Es kommt am Ende des Gleichnisses, da sagt nämlich: "Wer ein Ohr hat, der höre." Wem sagt Jesus das auch? "Wer ein Ohr hat, der höre." Den Gemeinden. Da gibt es auch ein bisschen so mit Symbolen. "Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt." Höre zu! Gibt es im Alten Testament auch, dass Gott zum Volk Israel gesagt hat: "Höre"? "Höre Israel!" 5. Mose 4, Vers 1. "Höre Israel!" 5. Mose 6, Vers 4. "Höre Israel!" Gott sagt: "Hier habt ihr die 10 Gebote. Sie stehen auf Steintafeln. Aber höre Israel! Diese 10 Gebote müssen wohin? Ins Herz!" "Höre Israel!" Nicht nur: "Ah ja, ich soll dich töten, ah ja, ich soll nicht Ehe brechen, ich soll nicht stehlen, okay, kriege ich schon hin, ich werde es machen." Nein, "Höre Israel! Hör zu!" Jesus wollte, dass die Menschen hier sagen: "Ah ja, das ist ein tolles Gleichnis." Er wollte, dass sie wirklich zuhören. Hör zu!

[23:03] Nun, dann kommt das erste Gleichnis und Ellen White sagt, dass dieses erste Gleichnis der Schlüssel zu allen Gleichnissen ist. Habt ihr vielleicht mal gehört? Das Gleichnis vom Seemann ist nicht nur ein Gleichnis, es ist das Gleichnis, wenn man es versteht, schließt es alle anderen Gleichnisse auf. Und das Interessante ist, dass ich hier die Bibel, sowohl Matthäus als auch Markus, deutlich mache, dass es eigentlich hier drei Ebenen gab. Jesus hat das Gleichnis erzählt, dann haben ihn die Jünger gefragt: "Hey, warum erzählst du so über Gleichnisse?" Und erst dann hat Jesus die Auslegung gegeben. Das heißt, heute, wenn wir nicht die Auslegung machen, die kommt dann ein andermal, wir wollen uns einfach mal fragen, wie muss dieses Gleichnis gewirkt haben auf Menschen, die die Auslegung noch nicht kannten, die kommt später, sondern die einfach das Alte Testament kennen und die Natur kennen.

[23:48] Er geht los mit: "Ein Seemann ging, wie heißt es hier? Der Seemann, siehe, der Seemann ging aus, um zu säen." Was heißt das, der Seemann ging aus? Wo aus geht er denn? Geht hinaus.

[24:05] Ellen White sagt, damals waren die Städte umgeben mit meistens Mauern, aber die Felder waren draußen. Jemand, der auf den Acker geht, begab sich potenziell immer in Gefahr. Draußen gab es Räuber, draußen gab es alles Mögliche. In der Stadt war man sicher, aber wer ernten wollte, der musste die sichere Stadt verlassen, er musste seine Komfortzone verlassen, er musste hinausgehen. Jeder wusste das. Was das bedeutet, sehen wir ein andermal. Aber jeder wusste, ein Seemann geht hinaus, um zu säen.

[24:37] Gibt es im Alten Testament irgendwo eine Stelle, die diese gleiche Grundlehre, wir werden jetzt ja sehen, ihr kennt das ja, der Seemann sät in verschiedene Richtungen und manches geht auf, manches nicht. Gibt es im Alten Testament schon? Hätte das den Leuten bekannt sein können, die Idee, man sät überall, aber man weiß nicht, was aufgeht? Schaut mal in Prediger 11, Vers 6.

[25:06] Prediger 11, Vers 6, genau das ist am Anfang: "Sendet ein Brot übers Wasser." Schaut mal in Prediger 11, Vers 6. Das ist diese Idee, du musst säen, aber du weißt nicht, wird das aufgehen oder wird das aufgehen. Genauso geht der Seemann aus und er streut überall hin, oder? Und manches geht auf, manches nicht. Also eigentlich eine Sache, die schon aus dem Alten Testament kommt.

[25:33] Schauen wir zurück zu Matthäus 13 und jetzt gucken wir uns ein bisschen genauer an, was er sagt. Also der Seemann ging aus, um zu säen, Vers 4: "Und als er säte, fiel etliches an den Weg." Und die Vögel kamen und fraßen, fraßen es auf. Also, was ist der offensichtliche Punkt, wenn ich Samen auf den Weg streue, was ist damit? Ist umsonst, oder? Der Same ist umsonst. Der Same kann gar nicht mal überhaupt aufgehen.

[26:06] Schaut mal in Lukas 8, Vers 5. Nicht nur werden die Vögel ihn fressen, sondern was wird noch mit dem Samen passieren? Lukas 8, Vers 5: "Der Seemann ging aus, um seinen Samen zu säen. Und als er säte, fiel etliches an den Weg und wurde zertreten. Und die Vögel des Himmels fraßen es auf." Also der Seemann sät auf den Weg und weil es der Weg ist, auf dem Weg laufen die Leute, oder? Und deswegen zertreten sie das und was übrig bleibt, wird von den Vögeln zerfressen.

[26:38] Gibt es irgendwann eine Geschichte in der Bibel, wo Vögel kommen und etwas wegfressen und das ist irgendwie negativ? Im Alten Testament? Also denkt immer an die Leute, die das hören, die kennen nur das Alte Testament. Eine Geschichte, wo Vögel kommen und etwas wegfressen und das ist negativ. Genau, nicht der Mundschreck, sondern der Bäcker. Da kommen die Vögel und fressen es auf und das bedeutet? Tod.

[27:02] Das heißt, was ich euch zeigen will ist, ich will der Frage nachgehen, was hätte ein Israelit, der dort am Ufer steht, der die Auslegung von Jesus noch nicht kennt, weil wir kennen die Auslegung, wir wissen schon, was kommt, der einfach nur das Gleichnis hört und das Alte Testament kennen sollte, was hätte der alles schon verstehen können? Das ist sozusagen die Idee und die Auslegung machen wir dann das nächste Mal.

[27:26] Gut, gehen wir weiter. Übrigens, da könnte man auch wieder von 1. Mose 15 sprechen, die Vögel, die Abraham verscheucht.

[27:35] Jetzt Vers 5, Matthäus 13, Vers 5: "Anderes aber fiel auf was für einen Boden? Felsigen Boden oder steinigen Boden." Lukas sagt sogar direkt auf den Felsen, wo es nicht viel Erde hatte und es ging so gleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte. Also ist dieser Same etwas weiter gekommen als der erste Same? Ja, der erste Same keimt nicht mal, der hat gar keine Chance. Der zweite Same, der geht schon in den Boden rein und er keimt. Aber das Problem ist natürlich, Vers 6: "Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt und weil es keine Wurzeln hatte, verdorrte es."

[28:14] Halten wir mal fest, woran ist der erste Same gestorben? Zertreten und gefressen werden. Woran ist der zweite Same gestorben? Der ist verbrannt worden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, am Ende verloren zu gehen. Verschiedene Gründe. Aber alle haben das gleiche Endresultat.

[28:38] Übrigens, schaut mal in Lukas 8. Lukas sagt, es fehlte nicht nur an Erde. Also die Idee ist natürlich, man hat hier quasi Boden, aber da ist ganz fester Felsen, da ist nur ganz wenig Boden hier. Aber schaut mal, was noch fehlt in Lukas 8, Vers 6. Was fehlt noch? Nicht nur Boden, sondern, was sagt Lukas 8, Vers 6? Was fehlt noch? Feuchtigkeit, es hatte keine Feuchtigkeit. Es fehlt an Boden und es fehlt an Feuchtigkeit, an Wasser.

[29:15] Frage: Gibt es irgendwo im Alten Testament, wir wollen ja die Frage stellen, was haben die damals verstanden, ohne die Erklärung. Gibt es im Alten Testament irgendwo eine Stelle, wo es um das Beflügen von felsigem Boden geht? Hast du mal gelesen? Schaut mal in Amos, in Amos Kapitel 6 und dort Vers 12.

[29:40] Amos 6, Vers 12 und dort, ja, 6 Vers 12. Dort heißt es: "Können Rosse auf Felsen rennen oder kann man mit Rindern darauf pflügen, dass ihr das Recht in Gift verwandelt habt und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut?" Also der Amos stellt eine Frage: Auf einem felsigen Boden, kann man da richtig Ackerbau betreiben? Das ist eine rhetorische Frage, denn die Antwort ist: Nein, geht nicht. Und das Bild für einen felsigen Boden, auf dem man nicht richtig anbauen kann, ist Ungerechtigkeit. Dieser Felsen steht für Ungerechtigkeit, die Gerechtigkeit ist verwandelt in Wermut, in Böses sozusagen.

[30:26] Und das heißt, kein Israelit hätte warten müssen, dass Jesus dieses Gleichnis erklärt. Jemand, der die Bibel wirklich kannte, der würde sagen: "Ah, felsiger Boden, kenne ich, weiß ich schon, wofür das steht."

[30:39] Was ich damit illustrieren möchte ist, je besser man das Alte Testament gekannt hätte, desto besser hätte man die Gleichnisse von Anfang an verstehen können. Die Jünger hätten gar nicht zu Jesus kommen müssen: "Hey, was bedeutet das?" Aber gehen wir einen Schritt weiter.

[30:51] Überhaupt diese ganze Idee von Umgraben und genügend Platz schaffen, gibt es hier irgendwo in der Bibel, im Alten Testament, dieses Bild von, dass man irgendwie Boden bereiten muss, dass da genügend Boden sein muss, dass man umgraben muss, als Sinnbild für das Evangelium? Kennt ihr eine Stelle, wo das Evangelium beschrieben wird, dass man etwas umgräbt, damit man etwas richtig sehen kann? Ah, bestimmt, oder? Wo man einen Neubruch pflügen muss, um zu sehen. Ja, in Hosea. Schaut mal in Hosea 10.

[31:30] Hosea 10 und dort Vers 12, das gibt es auch in Jeremia 4, Vers 3. Immer wieder wird dieses Bild vom Ackerbau verwendet, wo deutlich wird, dass der Boden quasi für das Herz steht. In Hosea 10 und dort Vers 12 heißt es: Hosea 10, Vers 12.

[32:00] Also, wenn die Bibel von Gerechtigkeit und Gnade spricht, dann meint sie nicht den wirklichen Acker, sondern sie meint mein Herz, oder? Jeder Israelit hätte wissen können, ohne dass Jesus die Auslegung gibt, die Frage von diesem Ackerboden ist eine Frage des Herzens. Und wenn der Felsen im Ackerboden ist, gibt es da eine Stelle im Alten Testament von Steinen im Herzen? Steinigen Herzen, gibt es da irgendwas? Ihr sagt ja, Ezekiel 36 will das steinige Herz wegnehmen.

[32:34] Also eigentlich nimmt Jesus einfach nur ein Bild und baut es quasi auf der Botschaft des Alten Testaments auf. Aber gehen wir weiter.

[32:44] Nächster Boden, wir sind gleich am Ende, Vers 7. Nee, Vers 6, Entschuldigung. "Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt und weil es keine Wurzeln hatte, verdorrte es." Schaut mal mit mir in Jeremia 17, ganz interessant. Jeremia 17, Vers 5 bis 8.

[33:37] Jemand, der auf Gott vertraut, ist vor der Hitze geschützt. Jemand, dem dieses Gottvertrauen fehlt, auch wenn er bereits ein bisschen gekeimt hat, wird von der Hitze zerstört.

[34:01] Aber jetzt zu dem dritten Boden, Vers 7: "Anderes, also Matthäus 13, Vers 7: Anderes aber fiel unter die Dornen und die Dornen wuchsen auf und erstickten sie." Also die erste Todesart war, was war im ersten Boden der Tod? Treten und fressen, oder? Im zweiten Boden war es verbrannt und im dritten erstickt.

[34:30] Der Satan hat enorm viele verschiedene Methoden dafür zu sorgen, dass es keine Frucht gibt. Das ist, was Jesus deutlich machen will. Am Ende gehen Leute verloren wegen verschiedener Dinge. Manche gehen verloren, weil das Wort überhaupt fast gar nicht zu ihnen hineinkommt. Und manche gehen am Ende verloren, obwohl sie schon ein ganzes Stück weit gekommen waren. Denn auf dem zweiten Boden hat es gekeimt, aber keine Wurzel genommen. Jetzt der dritte Boden, da hat es gekeimt und er hat eine Wurzel. Das Problem ist, es gibt noch andere Pflanzen. Das griechische Markus sagt, es drückt die eigentliche Pflanze zusammen, die wird zusammengepresst, die wird eingeengt.

[35:22] Nun, Dornen und Disteln, Altes Testament, Dornen und Disteln, irgendeine Assoziation? Ja, wofür standen die Dornen? Die Sünde waren ein Symbol für die Konsequenzen der Sünde, oder? Die Konsequenzen der Sünde. Das heißt, der Acker war verflucht. Das heißt, die Idee ist, jemand, der das Gleichnis hört, konnte wissen, dass Sünde und Konsequenzen der Sünde in der Lage sind, das alles wieder kaputt zu machen.

[36:01] Wir werden sehen, was später Jesus in der Auslegung sagt, ist im Wesentlichen, er bestätigt das Alte Testament. Und an der Stelle könnte man noch Jeremia 4 einführen. Jeremia 4, Vers 3 und 4. Das ist so ähnlich wie Hosea 10, Jeremia 4.

[36:15] "Denn so spricht der Herr, Vers 3, zu den Männern von Juda und zu Jerusalem: Pflügt einen Neubruch und sät nicht unter die Dornen." Das ist eigentlich kein so unbekannter Text, den hätte man schon kennen können. Vers 4: "Beschneidet euch für den Herrn und beseitigt die Vorhaut eurer Herzen, ihr Männer von Juda und ihr Einwohner von Jerusalem."

[36:38] Also jemand, der das hört, das Gleichnis von Jesus, hätte sich überlegen können, wenn hier jemand, also wenn der Seemann unter die Dornen sät, dann steht das für einen Menschen, der wahrscheinlich irgendwie Gott folgt, aber die Vorhaut seines Herzens, seiner eigenen Willen nicht beschneiden lassen möchte. Und das wird ihn irgendwann geistlich zusammendrücken.

[37:01] Vers 8, in Matthäus 13, letzter Boden, direkt am Ende. Vers 8: "Anderes aber fiel auf was für ein Erdreich? Das gute Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig." Das ist interessant, oder? Also rein mathematisch ist es wahrscheinlich ein großer Gewinn, die ganze Sache.

[37:23] Kennt jemand von euch eine Geschichte im Alten Testament, wo jemand hundertfältig erntet, auf dem Feld, das er sät? Wo jemand Ackerbau macht und er sät aus und er erntet einhundertfach, genauso wie es hier steht? Schaut mal in 1. Mose 26.

[37:46] In 1. Mose 26, da gibt es einen Patriarchen, der Sohn von, ja, der Vater von Jakob, der Sohn von Abraham, sein Name ist Isaak. Schaut mal in 1. Mose 26 und dort Vers 12.

[38:04] "Und Isaak säte in dem Land und erntete im selben Jahr, wie viel?" Seid ihr da? 1. Mose 26, Vers 12: "Hundertfältig." Warum? Jetzt kommt es auf die Begründung an. "Denn der Herr segnete ihn."

[38:24] Jetzt hundertfältig zu ernten ist nicht unbedingt biologische Norm. Weiß jemand von euch, was so biologisch man erwarten kann normalerweise, wenn man jetzt so aussät? Wie viel fachen Ertrag? Was würdet ihr schätzen? Also im Mittelalter war der Ertrag dreifach. Da waren wir gut. Ja, bei den Römern waren es noch zehnfach. Also im alten Orient, sagt man, bei den guten Böden damals noch, war das so bis zu 24-fach, 25-fach, mehr ging nicht. Das war so das Höchste, was man erreichen konnte. Und Jesus sagt, ihr werdet 30-fach erreichen, 60-fach und hundertfach. Mehr als das, was man natürlicherweise erwarten würde. Warum? Weil Gott segnet.

[39:05] Also allein durch ein bisschen Kenntnis der Natur und durch Kenntnis des Alten Testaments hätte man eigentlich weite Teile dieses Gleichnisses schon erklären können.

[39:16] Und zum Schluss in Matthäus 13, Vers 9, was sagt Jesus am Ende dieses Gleichnisses? "Wer Ohren hat zu hören, der höre."

[39:28] Okay, also wie hätte jetzt jemand hören können? Also alle standen ja mit zwei Ohren da und dachten, hoffentlich hören wir genau, was er sagt. Nicht wahr? Er schwamm auf dem Boot, nicht wahr? Und links und rechts wird ein bisschen gequasselt, vielleicht nicht wahr? Alle hören zu. Was meint Jesus jetzt konkret nach dem, was wir studiert haben? Was meint Jesus, als er sagt?

[39:43] Wenn Jesus spricht, sollten sie eigentlich das, was sie schon kennen aus der Bibel und was sie in ihrem Leben auch an Erfahrung haben, dazunehmen, um zu verstehen, was er wirklich meint. Das ist das Gleiche in Offenbarung 2 und 3. Wenn wir einfach nur Offenbarung 2 und 3 lesen und denken: "Irgendwie wird schon was uns sagen", dann hören wir nicht so zu, als wenn wir wirklich die ganze Bibel nehmen und sagen: "Was will Jesus uns eigentlich wirklich sagen?"

[40:18] Ja, genau.

[40:19] Und das Kuriose passiert natürlich. Jesus verwendet ein sehr einfaches Bild, das jeder kennt aus der Landwirtschaft, und er verwendet bewusst ein Bild, von dem es ganz, ganz viele Beispiele im Alten Testament gibt. Wie wir gesehen haben, fast jeder Aspekt findet sich irgendwo. Man hätte einfach das nur zusammenpuzzeln müssen. Und was passiert? Die Leute stehen alle da und denken: "Meine Güte, sowas haben wir noch nie gehört. Noch nie gehört, ja? Was soll das bedeuten?" Die Jünger fragen ihn: "Warum redest du in Gleichnissen? Was bedeutet das eigentlich? Erklär uns das mal." Und das ist so ein Test, wo Jesus merkt, sie kennen sich in der Bibel kaum aus. Sie kennen das Wort Gottes kaum. Und ich denke, das ist auch ein interessanter Punkt, weil wir, wenn wir über Gleichnisse reden, dann geht es ja oft darum, dass Jesus in Natur gesprochen hat. Aber diese Naturgleichnisse setzen oft eigentlich eine gute Bibelkenntnis voraus. Und wenn wir die Gleichnisse Jesu wirklich gut verstehen wollen, überhaupt wenn wir die ganze Bibel verstehen wollen, je mehr wir uns mit Gottes Wort beschäftigen, je mehr wir Interesse haben zu hören, was er sagt, desto besser werden wir es auch verstehen.

[41:21] Nächste Woche werden wir uns dann anschauen, warum er in Gleichnissen gesprochen hat. Er erklärt das dann nämlich. Und dann die Woche darauf werden wir uns die Auslegung anschauen, die Jesus gegeben hat.

[41:30] Was lernen wir von heute? Jesus wollte, dass es einfach ist. Er wollte, dass es verständlich ist. Aber selbst das Einfachste von Gott ist manchmal unverständlich, weil wir unsere Hausaufgaben nicht machen. Aber Gott ist gnädig und erklärt es. Und wenn wir Wahrheit anderen weitergeben wollen, dann lass uns so ähnliches machen wie Jesus. Lass es uns einfach machen und lass es so machen, dass die Menschen das in ihrem Alltag wiederfinden und leicht reproduzieren können und anderen weitergeben können.

[41:57] Wollen wir noch gemeinsam beten?

[42:06] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass wir in der Bibel die See-Predigt haben. Mit all den interessanten Gleichnissen, die so viele verschiedene Facetten haben und doch eigentlich so einfach zu erzählen sind. Jeder von uns wäre wahrscheinlich in der Lage gewesen, einfach aus dem Kopf ungefähr den Inhalt dieses Gleichnisses wiederzugeben, weil er sich so leicht einprägt. Und doch, Herr, möchtest du mehr, als dass wir nur ungefähr wissen, was in dem Gleichnis steht. Du möchtest, dass wir hinhören, was der Geist uns persönlich zu sagen hat. Wenn wir uns jetzt in den nächsten Wochen mit den Gleichnissen von Jesus beschäftigen, dann möchte ich dich bitten, dass du zu uns persönlich sprichst und dass wir verstehen, was diese Gleichnisse uns zu sagen haben und dass wir gleichzeitig lernen, wie wir diese Methode von Jesus im Unterrichten deines Wortes und im Verkündigen der Wahrheit noch viel natürlicher auch in unserem Alltag anwenden können. Dass wir selbst auch in Gleichnissen, in Beispielen reden können, um das Evangelium auf bekannte Art und Weise so klar und einfach zu machen. Herr, lass uns von dir lernen und wir danken dir, dass du uns ein Vorbild gegeben hast. In deinem Namen beten wir. Amen.

[43:17] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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