In dieser Predigt wird die Geschichte von Jesus und seinen Jüngern im Sturm auf dem See Genezareth aus den Evangelien detailliert beleuchtet. Christopher Kramp vergleicht die Berichte von Matthäus, Markus und Lukas, um tiefere Einblicke in die Ereignisse und ihre Bedeutung zu gewinnen. Er thematisiert Jesu tiefe Müdigkeit, die plötzliche Heftigkeit des Sturms und die unterschiedlichen Reaktionen der Jünger, die von Angst bis hin zu Vorwürfen reichen. Die Predigt betont die Lehren über Glauben, Vertrauen und die Macht Jesu, selbst die innersten Stürme zu stillen.
Der Ersehnte: 122. „auf einem Kissen“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[5:00] Er sagt, lasst uns hinüberfahren an das jenseitige Ufer. Jetzt springen wir zu Matthäus 8 und dort im Vers 18 haben wir auch diese selbe Geschichte. Matthäus 8, Vers 18. Als aber Jesus die große Volksmenge um sich sah, befahl er, ans jenseitige Ufer zu fahren. Und dann kommt der Einschub, den wir letzte Woche behandelt haben. Jetzt, als sie sich auf den Weg machen und fahren wollen, da passiert noch was. Ganz kurz wiederholt, was passiert? Zwei Leute kommen zu ihm, nicht wahr? Er ist ein Schriftgelehrter, was sagt der? Genau, er sagt: „Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst.“ Wir haben gesehen, 144.000, interessante Lektion für uns. Und was sagt Jesus zu ihm? „Die Füchse haben Gruben und die Vögel haben einen Platz zum Schlafen, aber ich habe keinen Ort, wo ich mein Haupt hinlegen kann.“ Mit anderen Worten, die Idee ist, wenn du mir nachfolgst, werden die Opfer größer sein, als du dir das wahrscheinlich vorstellst. Überleg dir das gut. Wer mir nachfolgt, hat nicht nur einen guten Lehrer, der hat auch Schwierigkeiten.
[6:07] Und dann kommt ein zweiter Mann und was sagt der? Er sagt auch was über die Nachfolge, aber was sagt der? Der sagt: „Ich will erst, lass mich erst meinen Vater begraben.“ Und wir haben gelernt, das war nicht deswegen, weil dein Vater gerade gestorben war, sondern die Idee war, er möchte warten, bis der Vater stirbt, dann kann er erben, dann ist er finanziell abgesichert, dann kann er Jesus folgen. Und was sagt Jesus? Solche eine Einstellung haben nur welche Menschen? Geistlich Tote. Nur wer geistlich tot ist, wartet auf eine weltliche Absicherung, bevor Jesus folgt.
[6:37] Also denken wir mal nach, Jesus hat nach einem langen Tag, und er hatte schon mehrere Tage gewirkt, enorm müde, enorm hungrig, er will sich einfach nur ausruhen und auf dem Weg zum Schiff kommen zwei Leute und fragen über die Nachfolge. Und er gibt diese Lektion, die er zum Teil ja auch schon Judas vorgegeben hat. Und jetzt geht es weiter in Vers 23. Und er, wer mag das mal lesen, Vers 23? „Und als er in das Boot gestiegen war, folgten ihm seine Jünger.“ Genau, welches Wort ist hier interessant oder welcher Begriff sollte uns sofort zu denken geben? Er stieg ins Boot, okay, das stimmt, er muss ins Boot. Sie folgen ihm nach, ja, da geht es ja vor um die Nachfolge. Zwei Leute fragen, einer sagt: „Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.“ Jesus sagt: „Überleg mir, ich habe nicht mal einen Ort, wo ich meinen Kopf hinlegen kann.“ Merkt euch das. Und dann sagt er: „Ja, ich will dir nachfolgen, aber später.“ Es geht auch um das Thema Nachfolge in der Geschichte, die jetzt kommt. Denn die Jünger folgen ihm nach. Behalte das im Hinterkopf.
[7:47] Jetzt springen wir noch mal zu Markus zurück, und zwar zu Markus Kapitel 4. Jetzt gehen wir hin und her, weil erst wenn man alle drei Berichte zusammen nimmt, wird das so richtig eine interessante, besonders interessante Geschichte. Vers 36, der Markus erzählt noch ein Detail, was weder Matthäus noch Lukas erwähnt. Markus 4 und dort Vers 36. Ja, gerne. „Und nachdem sie die Volksmenge entlassen hatten, nahmen sie ihn mit, wie er da in dem Schiff war. Es waren aber auch andere kleine Schiffe bei ihm.“ Genau, was lernen wir hier in dieser Geschichte, also in diesem Vers? Er war nicht allein, also sowieso, und er hatte ja die Jünger mit in dem Boot, aber es sind, nehmen sie ihn mit, und zwar, wie nehmen sie ihn mit, wie er war? Also die Idee ist quasi, das kennt meine Frau auch. Manchmal, wenn ich predige, und dann noch Gespräche habe, und dann rede ich noch, und rede ich noch, und rede ich noch, und alle sind schon weg, und ich stehe noch mit Leuten und rede, und irgendwann muss sie mich so, wie ich bin, ins Auto nehmen, hat schon alles zusammengepackt. Der hat nicht Zeit, sich noch umzuziehen, oder noch irgendwie Buchrollen wegzulegen, oder ich weiß nicht was, so wie er ist, er hat gerade noch die letzten Gespräche geführt, hat gerade noch dem Letzten so Ratschläge gegeben über die Nachfolge, so wie er ist, steigt er völlig fertig ins Boot, nicht wahr, und ist völlig, völlig erschöpft.
[9:14] Aber noch was, nicht nur ist er ins Boot gestiegen, so wie er war, sondern, wir haben gesagt, es sind auch noch andere Boote dabei. Wer ist denn in den anderen Booten? Fischer, ja, vielleicht sind es Fischer, aber wer könnte wahrscheinlich in den Booten sein? Genau, Leute, die hier ihn nicht gehen lassen wollen. Jesus will ja einfach mal eine Auszeit haben, der will einfach mal ein paar Stunden nichts sehen und hören, der will einfach mal einen Tag am anderen Ufer verbringen. Aber einige Leute, die kommen ihm hinterher, die stehen jetzt in den, gehen in diese Boote und folgen ihm nach, damit er, sobald er dort am anderen Ufer ist, sie ihn gleich weiterfragen können. Also, die belagern ihn regelmäßig, sie folgen ihm nach in anderen Schiffen.
[10:00] Ganz wichtig, die Geschichte, die wir jetzt anschauen, ist nicht nur ein Schiff im Sturm, sondern es sind etliche Schiffe im Sturm, aber nur ein Schiff ist das Schiff mit Jesus, natürlich, aber die anderen folgen ihm nach. Nun, übrigens wissen wir, haben wir, glaube ich, schon mal studiert, dass Jesus offensichtlich ein eigenes Boot, oder die Jünger für Jesus ein eigenes Boot hatten, ja, das wird, können wir ganz kurz lesen in Markus 3, Vers 9, das kann ich mal lesen. Markus 3, Vers 9: „Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein kleines Schiff bereitzuhalten, um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht bedrängten.“ Also, es scheint so zu sein, dass die Jünger so ein eigenes Boot hatten, am See Genezareth, das man immer benutzen konnte, wenn Jesus da predigen wollte, er hat ja oft auf dem Boot gepredigt, und wahrscheinlich war es dieses Boot.
[10:42] Jetzt kommt Lukas 8, Vers 22 und 23. Also, stellt euch vor, Jesus hat den ganzen Tag gehalten, hat gepredigt, nicht wahr, und hat noch Nachgespräche geführt, ist völlig übermüdet, völlig erschöpft, und jetzt in Lukas 8, Vers 22 heißt es, der mag mal Vers 22 lesen. „Und es geschah an einem der Tage, dass er in ein Boot stieg, er und seine Jünger, und er sprach zu ihnen: Lasst uns übersetzen an das jenseitige Ufer des Sees, und sie fuhren ab.“ Genau, jetzt kommt Anfang von Vers 23: „Auf der Fahrt, aber schlief er ein.“ Das Interessante ist, das Griechische sagt, er fiel weg in einen Schlaf. Kennt ihr das? Wie sagt man es im deutschen Umgangssprachlich, wenn jemand so, also man ist so müde, man legt sich aufs Bett und fängt sofort an zu ratzen. Wie würdet ihr das bezeichnen, wenn jemand so völlig so, also manchmal ist man ja so, so, so, totmüde ist er, genau, ja. Also ich würde sagen, der ist weggetreten, oder? Das ist die Idee im Griechischen, er ist weggefallen, als wenn er quasi umfällt. Er schläft nicht einfach ein im Sinne von, er ist ein bisschen gedöst, sondern er ist so ermüdet, er kippt quasi um sozusagen und schläft ein.
[12:04] Und was sagt uns das, dass Jesus auch so müde war? Was können wir da praktisch für uns lernen? Jesus, der so sehr müde war. Gibt es irgendeine praktische Lektion, die wir lernen können? Über Jesus. Er war ein Mensch wie du und ich. Also wenn, weiß nicht, kennt ihr das Gefühl, wenn man so richtig übermüdet ist? Oh ja, wir haben einen Erlöser im Himmel, der weiß, wie es ist, wenn man die Augenlider nicht mehr aufkriegt. Wenn der Körper quasi streikt vor Übermüdung, der weiß, wie das ist.
[12:43] Schaut mal mit mir in Hebräer Kapitel 2. Hebräer Kapitel 2 und dort Vers 17. Hebräer 2, Vers 17, wer mag den mal vorlesen? „Hebräer 2, Vers 17: Daher musste er in allem den Brüdern gleich werden, damit er barmherzig und ein treuer Hoherpriester vor Gott werde, um die Sünden des Volkes zu sühnen.“ Genau, Jesus ist uns in allem ähnlich geworden. Kennt ihr noch andere Stellen im Hebräerbrief, die sowas ähnliches sagt? Dass Jesus genau so gewesen ist, wie wir, außer Hebräer 2, Vers 17. Genau, wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten. Weiß jemand von euch, wo das steht? Das ist Hebräer 4, Vers 15. „Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist, in ähnlicher Weise wie doch ohne Sünde.“ Und hier sehen wir die Schwachheit des Menschen, die ist völlig k.o. Das ist interessant, weil man liest die Geschichte oft vom Ende aus und sieht dann Jesus, wie er dann die Naturgewalten beherrscht. Aber Jesus ist auch völlig k.o., völlig fertig.
[14:14] Okay, jetzt zurück zu Lukas. In Lukas 8 heißt es ja, er schlief ein und dann heißt es hier in Vers 23: „Da fiel ein Sturmwind auf den See und das Schiff füllte sich und sie waren in Gefahr.“ Das ist sehr interessant. Das Wort Sturmwind ist nicht einfach nur ein Wind, das ist einfach nur irgendwie, naja, so ein bisschen Unwetter. Das ist das Wort, das in der griechischen Übersetzung vom Alten Testament gebraucht wird, wenn in Hiob Gott in einem Sturmwind kommt, so ein Tornado, so ein Hurrikan, so ein gewaltiger Gewittersturm. Das heißt, habt ihr in Lukas gesehen, wie kommt der Sturm hier, wie kommt er, was steht dort? Das ist sehr interessant. Wie kommt der Sturm? Da steht ein bestimmtes Wort. Er fällt. Wieso fällt der Sturm? Ja, genau, vor allem, es sind überall Berge, es ist überall Bergland und vor allem im Osten ist relativ hohes Bergland, da kommen die kalten Winde und was wirst du über den See Genezareth geologisch? Der ist tief, später ist ja das Todemeer das tiefste, ist über 200 Meter unter Normal Null. Das heißt, da ist ein enormes Gefälle und das bewirkt, dass wenn so kalte Winde da in diese warme Luft reinkommen, dass es sehr oft, sehr oft dort stürmt. Ja, und das ist ein besonderer Sturm gewesen, aber Ellenweit schreibt, die Jünger, die kannten das eigentlich schon. Stürme waren nichts Ungewöhnliches, aber die konnten sehr, sehr heftig sein.
[15:43] Jetzt das Interessante ist, das Griechische sagt, dass dieser Sturmwind, der kommt quasi plötzlich, das ist ein sogenannter Aorist, das ist so auf den Moment so plötzlich wird alles dunkel, plötzlich wird alles finster, plötzlich fängt es an zu stürmen und dann heißt es und das Schiff füllte sich, das ist im Griechischen so, so nach und nach. Ja, es fing an, also die Idee ist, plötzlich kommt der Sturm und es fing an voll zu werden und es fing an gefährlich zu werden, so Stück für Stück, ganz interessant.
[16:16] Frage, was hätten denn die Jünger denken können in dem Moment? Stellt euch vor, ihr seid Petrus, Johannes, Andreas, erfahrene Seeleute, die diesen See genäht sind, wie ihre Westentasche kennen, was hätten die denken können, als dieser gigantische Sturm kommt? Was hättet ihr gedacht? Stellt euch mal in ihre Lage, die sind ja auch müde, war ein langer Tag für sie, jetzt müssen die rudern und segeln und was sie alles gemacht haben, was hätten die denken können? Jesus bei ihnen, okay, die hätten an Jesus denken können.
[16:59] Gibt es denn irgendwo eine Bibelstelle im Alten Testament, die davon spricht, was man machen soll, wenn man im Sturm ist? Gibt es eine Stelle im Alten Testament, die davon spricht, dass man irgendwie sich auch was berufen kann, so nach dem Motto, hier steht doch in der Bibel, gibt es, natürlich schon zur Frage, in Psalm 107, schaut mal, Psalm 107 und das kann mal jemand komplett vorlesen, das sind mehrere Verse, Psalm 107 und Vers 23 bis 30, kann das jemand mal vorlesen? „Psalm 107, Vers 23 bis 30: Die in Schiffen, sich aufs Meer begeben und Handel treiben auf großen Wassern, die sahen die Werke des Herrn und seine Wunder auf hoher See. Er sprach und erregte einen Sturmwind, der die Wellen in die Höhe warf. Sie fuhren empor zum Himmel und hinab zur Tiefe, und ihre Seele verging vor Angst. Sie taumelten und schwankten wie ein Trunkener und all ihre Weisheit war dahin. Da schrien sie zum Herrn in ihrer Not und er führte sie hinaus aus ihren Ängsten. Er stillte den Sturm, dass er schwieg und die Wellen sich beruhigten, und jene freuten sich, dass sie sich legten und er führte sie in den ersehnten Hafen.“ Das ist interessant, oder? Das klingt doch fast wie eine Beschreibung der Geschichte, ist aber so ungefähr 1000 Jahre schon in der Bibel gewesen. Also und wenn ich Seefahrer wäre, wenn ich Seemann wäre, da wäre doch das mein Lieblingspsalm, oder? Das wäre doch der Psalm, den man so als Seefahrer gerne lesen würde, weil da spricht es von einem eigenen Beruf. Also den kannten die bestimmt, aber irgendwie haben die wahrscheinlich nicht an den Vers gedacht.
[18:52] Lektion, wir kommen oft in Situationen in unserem Leben, die schwierig sind, für die es in der Bibel schon Verheißungen gibt, aber oft denken wir nicht daran oder wir kennen die Verheißungen nicht, weil wir es nie gelesen haben. Nun gehen wir zu Matthäus und schauen uns an, wie dieser Sturm in Matthäus genannt wird, denn Matthäus hat noch ein anderes Wort dafür, zum Beispiel im Griechischen. Matthäus 8 und dort Vers 24. Wer mag mal Matthäus 8 Vers 24 lesen?
[19:19] Okay, das ist eine unglaubliche Geschichte. Jetzt, das Wort im Griechischen bei Matthäus ist nicht Sturmwind oder Sturm, sondern eigentlich wörtlich Erschütterung, fast als wenn es so eine Art Tsunami oder so ist. Erschütterung, das ist im Englischen Shaking. Das ist das, was bei Ellenwhite oft verwendet wird, auch für die Sichtung der Gemeinde, wenn alles so durchgerüttelt wird. Das heißt, es ist nicht nur ein Sturm, sondern das Ganze wird durchgerüttelt, durchgeschüttelt und Ellenwhite beschreibt, die Jünger haben sehr bald verstanden, das ist ein Sturm, wie sie ihn noch niemals erlebt haben. Das ist ein Sturm, den sie mit ihrer eigenen Kraft nicht mehr händeln können und alle drei, Matthäus, Markus und Lukas sagen, dass der Sturm so heftig war, dass das Wasser was gemacht hat mit dem Boot. Es ist übers Boot rüber, in das Boot hinein.
[20:26] Jetzt habe ich eine Frage an euch. Da muss man nicht Theologie studiert haben. Was hat denn das Wasser mit Jesus gemacht? Das steht in den Bildern nämlich drin. In den Bildern sieht es immer so aus, als ob Jesus irgendwie so, überall ist das Wasser und alles dreht sich um und irgendwie ist Jesus so eine Insel und wird vom Wasser nicht berührt. Nein, also nach allem, was ich mir vorstellen kann, nach allen physikalischen Regeln ist Jesus total durchnässt gewesen. Jetzt weiß ich nicht, wie es euch geht, wenn ihr irgendwo schlaft und jemand nimmt Wasser und wirft Wasser auf euch, was macht das mit euch? Das ist sofort wach, oder? Also nicht nur, dass das enorm donnert und kracht und blitzt und alles durcheinander brüllt und schreit, dass es hoch und runter geht, was mir schon sieben Gründe werden gefühlt dermaßen aufzuwachen. Er wird mit Wasser bedeckt und er schläft weiter.
[21:24] Jetzt habe ich eine Frage an euch. Wenn man Bibelleser ist und das liest, an welche Geschichte muss man unweigerlich denken? Jonah, oder? Da ist auch einer, der so tief schläft, obwohl das Mittelmeer kocht, es geht hoch und runter und alle sind außer sich, nur einer schläft. Was ist denn der Unterschied zwischen Jonah und Jesus? Jonas war unter Deck, okay das stimmt, also er wurde nicht nass, Jonah wurde nicht nass, also Jesus war es noch extremer, aber was ist noch Unterschied? Jonah war auf dem Weg von Gott fern, also weg zu laufen, während Jesus auf dem Weg war, den Gott ihn geführt hat. Also ein ganz interessanter Kontrast. Beide schlafen, aber beide sind in unterschiedliche Richtungen. Jesus ist mit dem Vater eins und Jonah rennt vor Gott davon.
[22:24] Aber jetzt kommt es, wenn die Jünger richtig nachgedacht hätten, hätten denen was aufgefallen. Also ich kann mir schon vorstellen, dass die Jünger möglicherweise an Jonah gedacht haben. Hatte denn Jesus an diesem Tag schon mal etwas von Jonah gesagt? Ja, wo waren wir? Ja genau, genau, genau. Schaut, erinnert euch daran, was hier nicht ganz deutlich wird, aber was wir durch die Chronologie studiert haben, vor Matthäus 8, also vor dieser ganzen Geschichte, ist ja die See-Predigt, oder? Die See-Predigt waren die ganzen Gleichnisse am Segenähten. Und vor der See-Predigt war die Heilung von dem Taubstumm Besessenen und dort war die Ablehnung der Pharisäer. Also See-Predigt ist Matthäus 13 und davor war Matthäus 12. Das war alles am selben Tag, als wir studiert haben. Das war auch, wo die Verwandten von Jesus kamen, wo Jesus gesagt hat, Vater und Mutter sind, die den Willen des Vaters tun. Und im Zusammenhang mit dieser Ablehnung durch die Pharisäer, da war etwas passiert, vielleicht könnt ihr euch daran erinnern. Jesus hat ja gesagt, sie lehnen den Heiligen Geist ab, das ist die Sünde gegen den Heiligen Geist. Und dann kommen die Pharisäer und sagen: „Zeig uns ein Zeichen, gib uns ein Zeichen.“ Und was sagt Jesus? „Es gibt nur ein Zeichen, das euch gegeben wird, nämlich das Zeichen des Propheten Jonah.“ Und was man in Matthäus nicht versteht, weil Matthäus das nicht chronologisch macht, weil er das Zeichen des Jonah in Matthäus 12 anbringt, aber die Geschichte ist in Matthäus 8, aber chronologisch am selben Tag, wo er sagt: „Ich will euch ein Zeichen geben, das Zeichen des Propheten Jonah.“ Am selben Tag sitzt er in einem Boot, das beinahe untergeht und er schläft. Das ist kein Zufall, oder? Das ist kein Zufall. Obwohl wir natürlich wissen, wenn Jesus sagt, ich will euch das Zeichen des Propheten Jonah geben, geht es ja eigentlich um was? Um seinen Tod und seine Auferstehung, drei Tage und drei Nächte. Aber möglicherweise hat die Geschichte was damit zu tun. Möglicherweise ist diese Geschichte schon eine Illustration, damit die Jünger, die das gehört haben, ich will euch das Zeichen des Propheten Jonah geben, merken, hey, der Jesus sitzt in einem Boot, das untergeht und schläft. Das hat was mit Jonah zu tun. Könnt ihr das sehen? Ganz interessant. Halten wir mal den Hinterkopf.
[24:45] Jetzt zurück zu Markus. Markus 4. Es wird noch dramatischer. Markus 4 und dort Vers 37. Wer mag mal Vers 37 lesen? „Markus 4 Vers 37: Und es erhob sich ein großer Sturm und die Wellen schlugen in das Schiff, sodass es sich schon zu füllen begann.“ Genau. Die Wellen gehen in das Boot und jetzt schau mal 38. „Und er war wo in dem Schiff? Und er war hinten auf dem Schiff. Und er schlief auf einem Kissen.“
[25:27] Wisst ihr übrigens, wie die Jünger das gesehen haben? Das ist ganz interessant. Ellenweit beschreibt die Szenerie. Sie sagt, die Jünger, die haben gerudert und gemacht haben, versucht zu schöpfen, haben gemerkt, es ist Meerwasser, wir können nicht. Und sie sagt, sie haben für eine Zeit lang vergessen, dass Jesus überhaupt da war. Irgendwann erinnern sie sich, hey, wir haben noch Jesus. Und dann rufen sie und suchen sie, wo ist der? Und sie sagt, es ist so dunkel, sie können ihn nicht sehen. Sie wissen nicht genau, wo hat er sich hingelegt, wo ist er? Sie können ihn nicht sehen und sie rufen ihn und sie hören keine Antwort, weil sie merken, ihre Stimmen sind zu schwach, das ist zu donnernd, zu sehr. Und jetzt fangen sie an, richtig zu verzweifeln. Sie rufen ein zweites Mal und sie sehen ihn immer noch nicht und hören nicht. Und dann sagt sie und dann blitzt es. Und in dem Blitz sehen sie plötzlich, Jesus schläft im Blitz und er schläft auf einem Kissen.
[26:35] Jetzt habe ich früher als Kind immer gedacht, als Jugendlicher, vielleicht hat er von irgendjemandem so ein schönes Kissen gehabt. Das ist ein bisschen merkwürdig, das kann doch kein Federkissen gewesen sein. Was ist da mit diesem Kissen gemeint? Hatte einer der Jünger die Aufgabe, sein persönliches Kissen zu tragen? Nein, im Griechischen steht auch nicht ein Kissen, sondern das steht auf dem Kissen. In anderen Worten, es gab ein Kissen in einem Boot und jedes Boot hatte ein Kissen und auf dem Kissen schläft er. Wisst ihr, von welchem Kissen die Rede ist hier? Also man denkt ja immer, er liegt irgendwo und hat so ein bisschen so ein Kissen. Nein, es ist das Kissen. Was ist wohl das Kissen in dem Boot? Wo könnte man in dem Boot ein Kissen gebrauchen? Ich weiß nicht, wer von euch nautisch ist. Es ist kein Kissen für den Kopf, kein Rettungskissen. Es ist ein Kissen zum Sitzen. Es gab in den Booten ein Sitzkissen für den Steuermann, wo der Steuermann saß und gesteuert hat und dieses Sitzkissen war aus Leder, war quasi wie so ein Sattel oder so, aus rauem Leder. Da, wo der Steuermann saß, gab es so ein bisschen Leder, damit er, wenn er da die ganze Zeit da sitzt, nicht wahr, dass es ihm nicht wehtut. Und auf diesem ledernen Sitzkissen hat Jesus seinen Kopf.
[28:10] Was sagt euch das? Das ist total interessant. Was sagt euch das? Das ist nicht ohne Grund hier geschrieben. Was bedeutet das? Also erst mal, es ist das Sitzkissen des Steuermanns. Was soll ich damit ausdrücken? Er ist am Steuer, er schläft, aber er ist am Steuer, oder? Das heißt, dadurch, dass er seinen Kopf auf dem Sitzkissen hat, kann auch keiner anders steuern, weil niemand anders kann auf seinem Kopf sitzen. Er hat quasi die Position des Steuermanns für sich beansprucht, obwohl er schläft. Interessant, oder? Schon mal darüber nachgedacht, dass Jesus da Steuermann sein wollte? Schläft, aber er ist auf dem Steuersitz.
[28:58] Zweitens, warum ist es noch interessant, dass er seinen Kopf dort auf diesem Sitzkissen hat? Erinnert euch mal an, was wenige Momente vorher direkt in der Geschichte zuvor passierte in Matthäus 8, als sie gerade auf dem Weg waren in jenes Boot. Was war passiert? Haben wir letzte Woche angeschaut, gerade wiederholt. Was war passiert? Da kommt ein Mann und sagt: „Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.“ Und Jesus sagt: „Füchse haben Gruben, Vögel haben einen Ort, wo sie schlafen können, aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ Er sagt mit anderen Worten, nirgendwo bin ich zu Hause, aber jetzt kommt es. Und das ist die schöne Kehrseite. Jesus hat zwar kein Zuhause, aber solch einen Frieden, dass er sogar auf einem Sitzkissen eines Steuermanns friedlich schlafen kann. Wenn man nur Matthäus 8, Vers 19 und 20 liest, denkt man, meine Güte, der arme Jesus, der ist ja nirgendwo zu Hause, ein Getriebener. Und dann sagt er aber die Geschichte, obwohl er kein Zuhause hat, egal wo er ist und wenn er auf einem Boot ist und wenn das Einzige, was er hat, ein Sitzkissen ist von einem Steuermann, schläft er so glücklich, wie kein Mensch in seinem Eigenheim jemals geschlafen hat. Die Wahrheit ist, wer Jesus nachfolgt, bringt viele Opfer, aber ist glücklicher und zufriedener als alle Menschen, die es sonst gibt. Denn er kann sogar im Sturm schlafen, egal wo sein Haupt hinliegt. Das ist die Idee. Viele Menschen überlegen sich, wo kann ich schlafen, was kann ich anziehen, was kann ich essen. Wer Jesus nachfolgt, egal unter welchen Umständen, kann immer glücklich sein, immer zufrieden, immer fröhlich, selbst im Sturm. Das heißt, es ist zwar ein Opfer, aber eigentlich ist es kein Opfer. Jesus hat zwar kein Eigenheim, wo er sein Haupt hinlegen kann, aber dafür schläft er besser, als wenn er eins hätte und zwar egal, wo er ist.
[31:04] Nun, gehen wir zurück zu Matthäus. Matthäus 8, Vers 25. Jetzt wecken die ihn. Ellenwein sagt, beim dritten Schrei, als dieser Blitz kommt und sie das dritte Mal schreien, wacht er auf und jetzt gibt es noch eine richtig interessante Situation. Schaut mal, Vers 25. Erstmal schauen wir, was sie gerufen haben. Vers 25, wer mag das mal lesen? „Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn und sprachen: Herr, rette uns, wir kommen um.“ Okay, was ist dieser Ausspruch, Herr, rette uns? Was ist das für eine Art von Rede? Das ist ein Stoßgebet, das ist ein Hilfeschrei, das ist eine Aufforderung, ein Imperativ, rette uns. Was ist der zweite Satz, wir kommen um? Was ist das für eine Art von Rede? Ist das eine Frage? Nein. Das ist doch keine Aufforderung, oder? Was ist das? Ja, Angst. Das ist eine Zustandsbeschreibung, oder? Das eine ist, hilf uns, das ist eine Aufforderung, tu etwas für mich. Das andere ist eine Beschreibung, denn was ist der Grund? Wir kommen um, wir sterben, wir sind in Todesangst.
[32:19] Interessant ist, der Markus berichtet uns, übrigens, an wen denken die die ganze Zeit? An wen denken die gerade, wenn sie sagen: „Herr, rette uns, wir kommen um?“ Ganz ehrlich, wenn ihr in einem Boot wärt, das am Untergehen ist und alle sind wach, nur einer schläft, um wen hättet ihr am meisten Angst? Man würde doch denken, Herr, wach auf, du kommst um, wir müssen dir helfen. Sie denken nicht an Jesus, sie denken an sich. Rette uns, wir kommen um. Dass das eben vielleicht auch passieren könnte, theoretisch, kommt denen gar nicht so in den Sinn. Aber es gibt Markusberichte, dass sie noch eine dritte Sache sagen. Sie sagen nicht nur: „Rette uns“, sie sagen nicht nur: „Wir kommen um“, sondern sie stellen noch eine Frage und die hat es in sich. In Markus Kapitel 4 und dort Vers 38 heißt es nämlich, Markus 4 Vers 38: „Da heißt es: Und er war hinten auf dem Schiff und schlief auf einem Kissen und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?“ Was ist das? Das erste war ein Ruf, das zweite war eine Beschreibung und was ist das? Ein Vorwurf. Kümmert es dich nicht, wir kommen um und du schläfst? Wo bist du Gott? Ganz interessant, kümmert es dich nicht. Übrigens Petrus, der hier dabei war, sagt später mal: „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ Der hat die Lektion hier gelernt. Gott kümmert sich um uns, auch mitten im Sturm. Aber hier haben sie diese Frage: „Kümmerst du dich nicht, wo bist du?“ Und es gibt viele Bibelfersen, die das ausdrücken, wenn Menschen fragen: „Gott, wo bist du?“ Ja, „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, sagt David im Psalm 22 zum Beispiel.
[34:14] Schauen wir noch, was in Lukas steht, wie sie ihn anrufen, das ist auch sehr interessant. In Lukas 8 und dort Vers 24. Wer mag mal Lukas 8, Vers 24 lesen? Lukas 8, Vers 24, Lukas 8, Vers 24.
[34:43] Okay, bis dahin reicht es schon. „Meister, Meister!“ Was vermutet ihr? Welches Wort könnte dahinter stehen, wenn da steht: Meister, Meister? Rabbi, würde man denken. Bei Johannes ist es immer Rabbi, aber hier ist nicht Rabbi, sondern ein ganz anderes Wort, das nur Lukas verwendet und das bisher nur ein einziger mal vorkam in den Evangelien, dass das Wort Epistates und das heißt Kommandant, Befehlshaber. Also nicht im Sinne von Lehrer, rette uns, sondern Befehlshaber, Befehlshaber, quasi Führer, Kommandant, rette uns. Und das hatte bisher in all den Geschichten, die wir uns angeschaut haben, erst ein Jünger einmal verwendet und das war Petrus, als in Lukas 5 Jesus gesagt hat: „Geh hinaus zu fischen.“ Da sagt nämlich Petrus: „Meister, Kommandant, wir haben die ganze Nacht gefischt, haben nichts gefangen, aber auf dein Wort, Kommandant, du hast befohlen, machen wir.“ Das war auch ein Bezug auf ein Schiff. Mit anderen Worten sagen, du bist der Schiffskommandant, du schläfst zwar, aber du bist immer noch am Steuer, rette uns. Und das ist sehr interessant, dass sie das hier sagen.
[35:59] So, jetzt kommt es, jetzt kommt der allerbeste Moment, Matthäus 8 Vers 26. Matthäus 8 Vers 26 und das muss man genau lesen, wenn man das nicht genau liest, kriegt man die Pointe nicht. In Matthäus 8 Vers 26, da sprach er zu ihnen: „Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?“ Jetzt Achtung, dann stand er auf und befiehl den Winden und dem See und es stand eine große Stille. Was heißt das mit anderen Worten? Sie wecken ihn, also wir würden ja denken, jetzt schläfst du dicht und fest und also der Donner kann ich nicht wecken, der Blitz kann ich nicht wecken. Das geht hoch und runter, man würde denken, man fällt schon fast aus dem Boot, kann ich nicht wecken. Du wirst mit kaltem Wasser übergossen, wachst nicht auf, aber aus irgendeinem Grund schreien sie so laut, jetzt wachst du auf und was du siehst ist Donner, Blitze. Du bist quasi seekrank schon vom Anschauen, völlig durchnässt. Was würde jeder normale Mensch tun? Aufspringen, oder? Jesus fragt: „Warum seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?“ und steht danach auf. Der bleibt erst mal liegen auf seinem Kissen, der wacht auf und sagt, während alles drunter und drüber geht: „Warum habt ihr Angst, ihr Kleingläubigen?“ Das ist interessant, oder? Also allein sich das vorzustellen, der durchnässte Jesus, der nicht nur schläft, der jetzt wach ist und weiter dort liegt, der hat keine Eile, der hat keine Panik, keinen Stress, der bleibt liegen und sagt: „Hey, wovor habt ihr Angst, ihr Kleingläubigen?“ Dann steht er auf und befiehlt den Winden.
[38:19] Übrigens dieses Kleingläubige, das kommt ja aus der Bergpredigt, nicht wahr? Da spricht er auch von den Kleingläubigen, die sich Sorgen machen um die Kleider, um die Nahrung, um dies und jenes. Er sagt: „Gott kümmert sich darum, habt keine Angst, trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und das wird euch alles andere hinzugefügt werden.“ Was Jesus damit impliziert ist, es gibt keine Gefahr für das Leben, es muss einen Grund haben und da werden wir gleich darauf kommen. Also er steht jetzt auf und befiehlt den Winden.
[38:26] Wie genau befiehlte er? Schauen wir, Markus 4, Vers 39, da haben wir die Worte von Jesus. Markus 4, Vers 39, wer mag das lesen? „Markus 4, Vers 39: Markus 4, den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille.“ Also Ellenwhite beschreibt übrigens in der Szene, das war ja das, als sie ihn dann in dem Blitz sehen, da war das Boot schon fast gesunken. Sie sagt, es waren nur noch, es waren nur noch Momente, die waren schon quasi fast, also das war schon, also das ist der Moment, wo im Film dann quasi, nicht wahr, das Herz zu rasen anfängt, weil man denkt, jetzt muss es doch gleich passieren. Und dann sehen sie ihn, sie rufen, er wacht auf, fragt sie erst mal: „Was seid ihr so furchtsam?“ Und dann steht er auf und dann heißt es, er befahl den Winden: „Schweige, verstumme!“ als ob man mit dem Wind reden kann. Er personifiziert den Wind, den Sturm und was passiert? Sofort und zwar genauso sofort, wie dieser Sturm sofort kam, hört der Sturm sofort auf, sofort.
[39:41] Jetzt sind natürlich alle baff, was ist jetzt los? Und was sagt er in Vers 40? „Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Wie? Habt ihr keinen Glauben?“ Er stellt dieselbe Frage nochmal, die er gerade durch Nest im Liegen gestellt hat, also er ist im Liegen, stellt die Frage: „Warum fürchtet ihr euch so?“ Dann steht er auf und sagt: „Hey Wind, hör mal auf, sei mal ganz ruhig, okay, stopp.“ Und dann geht er zu den Jüngern und sagt: „Hey, also warum habt ihr eigentlich Angst?“ Seht ihr, aus seiner Sicht war der Sturm überhaupt gar nicht das Problem, das hat er quasi eben nebenbei, hat er das gelöst, aber diese wichtige Frage ist, warum habt ihr eigentlich Angst? Die stellt er während des Sturmes und auch nach dem Sturm, stellt er immer noch die Frage, warum habt ihr Angst? Wo ist euer Glaube?
[40:32] Und schaut mal in Lukas 8, Vers 25, da stellt er noch eine sehr interessante Frage. Lukas 8, Vers 25, Lukas 8, Vers 25, da sprach er zu ihnen: „Was ist die Frage, die er stellt? Wo ist euer Glaube?“ So nach dem Motto, habt ihr den Glauben am Ufer vergessen? Wo ist der? Habt ihr keinen Glauben? Also nicht nur sagt, ihr seid kleingläubig, ihr habt gar keinen Glauben, warum glaubt ihr nicht? Jetzt die Frage, was meint er damit? Ist man ein Ungläubiger, wenn man Todesangst hat im Sturm? War das das Problem, dass Jesus von uns erwartet, dass wir im Sturm völlig relaxed sind? Nein, nein, nein, nein. Es gibt eine ganz interessante Sache hier, nämlich, was ist eigentlich Glaube? Glaube ist Vertrauen, Vertrauen auf was? Auf Jesus, konkreter? Auf das Wort. Ihr wisst, Paulus sagt, der Gerechte lebt aus dem, Paulus sagt, in Lukas 1, in Römer 1, Vers 17: „Der Gerechte lebt aus dem Glauben.“ Und in Matthäus 4, Vers 4, sagt Jesus: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern aus einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.“ Heißt also, Glaube ist Leben aus jedem Wort. Deswegen sagt er in Römer 10, Vers 17: „Der Glaube kommt durch die Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Gottes.“
[41:59] Wenn Jesus hier nach Glauben fragt, fragt er nach, dass sie aus einem Wort Gottes hätten leben sollen. Aus welchem Wort hätten sie denn leben sollen? Welches Wort hätten sie denn glauben sollen? Hatte Jesus irgendetwas gesagt, was sie hätten glauben können, was ihnen geholfen hätte im Sturm? Ja, ganz am Anfang hat er gesagt: „Lasst uns hinüberfahren ans jenseitige Ufer.“ Jesus hatte gesagt, wir fahren jetzt ans andere Ufer. Und wenn sie Glauben gehabt hätten, hätten sie sich gesagt: „Okay, hier bricht gerade die Hölle über uns los. Wir werden seekrank. Wir können nichts mehr sehen. Das Wasser steht uns bis zum Hals. Aber Jesus hat gesagt, wir kommen ans andere Ufer. Dann lasst uns frohen Mutes sein.“ Glaube ist nicht, dass ich wie ein Held dem Sturm trotze. Glaube ist, dass ich trotz dem Sturm vertraue, dass, was Jesus gesagt hat, eintreffen wird. Sie dachten nämlich, Jesus hatte zwar vor gehabt, ans andere Ufer zu kommen, aber wegen dem Sturm wird das nichts mehr. Stattdessen werden wir alle sterben. Wir werden hier auf dem See sterben und Jesus wird niemals das Ufer erreichen. Und das war der Unglaube. Deswegen kann Jesus schlafen, weil er wusste, Gott hat ihm gesagt, du wirst hier ans andere Ufer gehen. Das war ihm vollkommen klar. Da kann der Wind toben, wenn Gott sagt, du wirst ans andere Ufer gehen. Und deswegen fragt er sie, warum glaubt er nicht? Er hat nicht nach Helden gesucht, die jetzt irgendwie keine Angst haben. Er hat nach Leuten gesucht, die dem Wort Gottes glauben. Das ist eine interessante Lektion. Wenn sie genau zugehört hätten am Anfang, hätten sie Kraft gehabt für die Fahrt dann in der Mitte des Sees.
[44:08] Was ist die Reaktion der Leute? Hier in Lukas heißt es in Vers 25: „Sie aber fürchteten und verwunderten sich und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, der den Winden und dem Wasser befiehlt und sie ihm gehorsam sind.“ Und es heißt, sie fürchteten sich. Bei Matthäus heißt es, die anderen Boote fürchteten sich. Die anderen Boote haben das auch mitbekommen, oder? Die hatten auch den Sturm, die hatten auch den Wind. Vergiss nicht, da waren viele Boote drumherum, die alle gesehen haben, wie plötzlich da mitten im Tosen, im Blitzgewicht, im Blitzlicht eine Person aufsteht und sagt: „Schweig, sei still!“ und plötzlich ist alles ruhig.
[44:46] Übrigens, gibt es in der Jonah-Geschichte auch irgendjemanden, der sich sehr wundert, als alles ruhig wird? In der Jonah-Geschichte, als alles ruhig wird? Die Seeleute, es heißt, sie fürchteten den Herrn sehr und brachten ihm Opfer. Und bei Markus heißt es auch, dass die Jünger ihn mit einer großen Furcht fürchteten. Das heißt, die Geschichte ist in vielen Details sehr ähnlich an Jonah. Wodurch wird der Sturm gestillt in der Geschichte bei Jonah? Indem Jonah über Wasser geht. Für wie lange? Drei Tage und drei Nächte. Wodurch wird hier der Sturm gestillt? Durch das Wort Jesu. Bisher hatte Jesus noch nirgendwann irgendjemandem angekündigt, dass er sterben würde. Aber das kommt jetzt dann irgendwann, das kommt dann in den nächsten Monaten. Hier haben wir so einen ersten Hinweis darauf, wenn die Jünger wirklich durchdacht hätten, Jesus spricht. Er, der wie Jonah dort schläft, möglicherweise kann auch er den Sturm nur besiegen, wenn er selbst sein Leben gibt. Weil er gesagt hat, der Sohn des Menschen wird wie Jonah drei Tage und drei Nächte im Bauch der Erde sein.
[46:26] Bevor wir enden, diese Geschichte hat auch eine sehr praktische Lektion für uns. Denn nicht nur ist Jesus in der Lage, den Sturm zu stillen, wenn er da auf dem See Genezareth aufgrund der geografischen Besonderheiten tobt, sondern Jesus ist in der Lage, den Sturm zu stillen, der in unserem Herzen tobt. Kennt ihr das auch? Die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer, sie haben keine Ruhe. Wenn man sich mal von Gott lossagt, wenn man seinen eigenen Trieben, seinen Wünschen, seinen ungeheiligten Ideen nachgibt, dann hat man das Gefühl, man wird ständig von hin und her geworfen. Wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, der wird hin und her geworfen. Man findet keinen echten Frieden und aus eigener Kraft schafft man es nicht. Und vielleicht ist die Situation deswegen, weil man vorher auf das Wort Gottes nicht geachtet hat. Aber jetzt ist man in der Situation und man hat das Gefühl, Gott ist nicht mehr da, man sieht ihn nicht mehr. Und dann sagt sie, Ellenwhite, dann haben sie ja gebetet: „Herr rette uns.“ Und sie sagt, dieses Gebet ist noch niemals nicht beantwortet worden. Dieses Gebet wird immer beantwortet: „Herr rette uns.“ Egal in welche Situation wir uns gebracht haben, egal ob in unserem Herzen gerade die Leidenschaften toben und uns fast über Bord werfen wollen, wenn wir beten: „Herr rette uns“, kann er den Sturm in unserer Seele stillen. Er sagt einfach: „Schweige, sei still.“ Und es ist Frieden.
[47:59] Ich weiß nicht, ob ihr das schon mal in eurem Leben erlebt habt. Was für einen Frieden Jesus geben kann, wenn man einfach sein Wort ins Herz lässt. Ohne dass man sich selbst dabei anstrengt, sondern einfach ihn machen lässt. Und diesen Frieden will er uns schenken. Und dieser Friede ist möglich, weil er sich selbst gegeben hat. Und zwar durch sein Wort. Wollen wir Jesus danken dafür, dass er die Macht hat, dass er als Schöpfer, der über Wind und Welle gebietet, so wie er in den Schöpfungstagen gesagt hat, bis hier sollst du kommen. So wie er bei Mose das Wasser geteilt hat. Er, der der Herr der Schöpfung ist. Dass er gleichzeitig Mensch geworden ist und geschlafen hat. Unsere Schwachheiten auch kennt. Was wir wissen dürfen, dass wenn wir mit ihm sind, dürfen wir Gott vertrauen. Auch in den allergrößten Krisen. Wenn er uns versprochen hat, dass er das Werk in uns vollendet. Wenn wir daraus leben, werden wir ans andere Ufer kommen.
[49:10] Noch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir so eine interessante Geschichte in der Bibel haben, die uns zeigt, dass es wirklich nichts gibt in dieser Welt, was unser Vertrauen in dich erschüttern muss. Und dass wir unter allen Umständen wissen dürfen, dass du uns liebst, dass du uns gern hast und dass du für uns da bist. Und dass nichts, aber wirklich nichts, dich abhalten wird, deinen Plan in uns zu erfüllen, wenn wir uns nur dir hingeben und dir vertrauen. Herr, schenke uns solch ein Vertrauen, wie Jesus es gehabt hat. Und schenke uns den Glauben, den die Jünger an dem Moment noch nicht gehabt haben, dass wir deinem Wort vertrauen. Und zeige uns in unserem Leben, dass auch wenn wir dir nachfolgen und dadurch viele Dinge vielleicht verlassen müssen oder aufgeben müssen, dass wir dafür einen Frieden bekommen, der allen Verstand übersteigt. Und wir danken dir, dass du die Macht hast, auch den größten Sturm in unserer Seele zu stillen. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen im Namen unseres Erlösers, Jesus Christus. Amen.
[50:52] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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