In dieser Predigt wird die dramatische Begegnung Jesu mit einem dämonenbesessenen Mann am Ufer des Sees Genezareth beleuchtet. Christopher Kramp analysiert die biblischen Berichte aus Matthäus, Markus und Lukas und enthüllt die tiefere Bedeutung hinter der Besessenheit, der Rebellion gegen Gott und der Macht Jesu, selbst die am tiefsten gefallenen Menschen zu befreien. Die Ausführungen beleuchten auch die geografischen und sprachlichen Details der Evangelien und zeigen, wie Jesus als der wahre „Israel“ die Mächte der Finsternis besiegt.
Der Ersehnte: 123. „seine Wohnung in den Gräbern“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Heute beginnen wir mit einer neuen Geschichte aus dem Leben von Jesus, die allerdings sich nur wenige Stunden ereignet hat, nach der, die wir letzte Woche angeschaut haben.
[0:49] Letzte Woche haben wir angeschaut die Geschichte, weiß es jemand noch, vom Sturm, wo die Jünger meinten, ihr letzte Stündchen habe geschlagen, während Jesus geschlafen hat. Vom Wasser benetzt und hin und her schaukelnd im Boot auf einem Kissen auf dem Ledersitz des Steuermanns. Und wir haben dann gesehen, wie er noch im Liegen sie gefragt hat: „Warum seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?“ Eine ganz tolle Geschichte. Und wir haben gesehen, wie Jesus durch Gott die Macht hatte, den Sturm zu stillen.
[1:32] Und jetzt wollen wir anschauen, was dann passiert ist, als sie das Ufer des Genezareth erreicht haben am frühen Morgen. Und bevor wir uns das anschauen, wollen wir gemeinsam wieder knien für ein Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, hab du so herzlichen Dank für all diese interessanten Geschichten in den Evangelien, die uns zeigen, wie Jesus ist und die uns helfen zu verstehen, wie wir in unserem Alltag mit Jesus leben können, ihm begegnen können.
[2:04] Wir möchten dich bitten, dass durch deinen Heiligen Geist wir jetzt etwas verstehen, was uns wirklich hilft in unserem Glaubensleben, dass uns näher zu dir bringt. Das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.
[2:23] Die Geschichte, die wir uns heute anschauen, steht sowohl in Matthäus, Markus und Lukas. Und wie immer werde ich kurz anschreiben, wo. Wir werden immer wieder hin und her springen. Also habt die Kapitel so ein bisschen griffbereit oder so. Sie steht einmal in Matthäus 8, Verse 28 bis 34. Dann steht sie in Markus 5, Verse 1 bis 20 und in Lukas 8, Verse 26 bis 39. In allen drei Fällen immer direkt nach der Geschichte vom Sturm.
[2:59] Wenn wir ganz kurz anschauen, 28 bis 34 sind wie viele Verse? Sieben, genau. Sieben und 1 bis 20 sind? Zwanzig, genau. Und 26 bis 39? Vierzehn, genau. Also ihr seht, die sind nicht alle gleich lang. Der Matthäus ist hier interessanterweise am kürzesten, während Markus, der eigentlich das kürzeste Evangelium hat, mit Abstand den längsten Bericht hat. Also Markus ist fast dreimal so lang wie der Matthäus-Bericht.
[3:36] Und deswegen werden wir uns vor allem auch so ein bisschen an Markus langhangeln, aber auch natürlich die anderen anschauen. Und es scheint so zu sein, dass der Petrus, bei dem man vermutet, dass er hinter dem Markus-Evangelium so steht, weil der Markus vermutlich von Petrus' Predigten inspiriert worden ist, dass den das auch besonders hier beeindruckt hat. Aber wie dem auch sei, wir schauen mal direkt, was passiert ist.
[3:54] Wir fangen erst mal in Matthäus an. Matthäus, Kapitel 8 und dort Vers 1. Was habe ich gesagt? 28. Natürlich, Matthäus 8, Vers 28. Und es heißt dort: „Und als er ans jenseitige Ufer in das Gebiet der Gergesener kam.“ Also, ihr könnt euch ja erinnern, wir haben ja gelernt, so ungefähr sieht der See Genezareth aus. Und in welcher Ecke war Jesus gewesen? Könnt ihr das ja sehen? In welcher Ecke war er gewesen, bevor er losgefahren ist? Hier so links oben. Da ist er gewesen und dann ist er gefahren. Wohin? Hier darunter, genau. Hier ist die sogenannte Dekapolis.
[4:54] Und jetzt vergleichen wir mal. Also er sagt hier, Matthäus sagt, in das Gebiet der Gergesener. Und wir vergleichen mal das mit Markus in Markus 5, Vers 1, da steht ja ziemlich was anderes. Markus 5, Vers 1 steht: „Wer mag das mal lesen? Markus 5, Vers 1?“
[5:17] Genau, also bei Matthäus steht, dass es sozusagen die Gergesener waren und dann hier steht die Gadarener. Also, es gibt einmal die Stadt Gergeser und dann gibt es die Stadt Gadara. Und jetzt die Frage: Wer hat recht? Matthäus oder Markus? Und dann ist es aber noch verwirrender, weil also bei Lukas steht auch Gadarener, aber es gibt noch eine dritte Variante in manchen Manuskripten, nämlich die Gerasener. Ihr habt die vielleicht in einigen Übersetzungen: Gerasener.
[5:57] Jetzt haben wir also drei Städte: entweder Gergeser, Gadara oder Gerasener. Geraser. Und jetzt ist natürlich, aber die Verwirrung wird noch kompletter, weil nämlich das ist nicht eine Frage von Matthäus, Markus, Lukas, sondern schon in Matthäus gibt es verschiedene Manuskripte und manche Manuskripte von Matthäus sagen Gergeser, manche sagen Gadara, manche sagen Geraser. Bei Markus gibt es verschiedene Manuskripte und manche sagen Gergeser, Gadara, manche andere sagen Geraser. Und von Lukas gibt es verschiedene Manuskripte und ratet mal, da gibt es auch wieder: einige sagen Gergeser, Gadara oder Gerasener. Das heißt, in allen drei Evangelien gibt es Varianten für alle drei Orte.
[6:36] Also das ist ziemlich interessant, aber die Sache ist gar nicht so kompliziert, weil Gergeser ist ein kleines Dorf direkt am Ufer. Also hier ist Gergeser. Gadara ist ein bisschen weiter weg und es war so quasi die Hauptstadt der Gegend. Und Geraser ist viel weiter unten und war eigentlich sozusagen so eine der wichtigsten Städte von der ganzen Dekapolis. Also das macht also gar keinen Unterschied, ob ich jetzt sage sozusagen, er war in dem Gebiet von Gergeser, weil dann sagt man quasi, er war genau an der Stadt. Oder in dem Gebiet von Gadara, dann ist nämlich das Gebiet hier. Oder von dem Geraser, das ist nämlich das ganze Gebiet.
[7:21] Das ist ungefähr so: Ich komme von der Küste, in der Nähe von der Ostsee. Ich weiß nicht, ob ihr euch da auskennt. Stellt euch vor, ein Schiff kommt von Finnland und legt in Rerik an. Da kann man sagen, es landet im Land der Reriker. Man könnte auch sagen, es landet im Land von Wismar, weil das ist so quasi die größte Stadt in der Gegend. Oder man könnte sagen, es landet im Land von Schwerin. Das ist quasi die Hauptstadt vom Bundesland sozusagen. Das ist so die Idee und deswegen haben einige das dann so geschrieben und so und so. Aber die Idee natürlich ist, die Stadt, wo er war, war natürlich hier, weil das die einzige Gergeser, die am Ufer ist. Die anderen Städte sind halt weiter weg, aber die waren quasi mehr so namensgebend für die Gegend.
[7:59] Also so viel zur Geografie, aber das ist auch nicht das Allentscheidendste. Wann sind sie da angekommen? In welchem Tagesabschnitt? Am frühen Morgen. Also, man kann sich ja vorstellen, dass der See Genezareth, es ist ganz ruhig. Jesus hat den See ganz ruhig gemacht und jetzt bricht so der Morgen an. Die ersten Sonnenstrahlen brechen über die östlichen Berge hier und glitzern vielleicht auf dem See. Ganz, ganz schöne Stimmung.
[8:36] Und man könnte denken, nach dieser großen schrecklichen Aufregung in der Nacht, haben sie jetzt endlich ein bisschen Ruhe und Frieden. Denn, weswegen waren sie überhaupt da hingefahren? Könnt ihr euch erinnern? Weswegen haben sie die weite Reise gemacht? Jesus hat sie vorgeschlagen, aber warum? Was war sein Ziel? Was wollte er da? Ausruhen, genau. Es war so viel los gewesen, er war so müde. Könnt ihr euch erinnern? Er war so hundeelend müde und hungrig. Er wollte sich ausruhen. Und jetzt kommen sie in dieser romantischen, friedlichen, relaxten Atmosphäre da an.
[9:11] Und jetzt schaut man in dem nächsten Vers in Markus 5, Vers 2. Da heißt es: „Und als er aus dem Schiff gestiegen war, lief ihm, wie geht es weiter? Lief ihm? Kommt noch ein Wort davor? Lief ihm? Sogleich.“ Das ist das Lieblingswort von Markus, haben wir schon oft gelernt. Das Lieblingswort von Markus ist „sogleich“, weil das kommt von den Predigten von Petrus. Und Petrus war ein hemmungslose Mann. Der tat sogleich, plötzlich. „Es lief ihm sogleich aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen.“
[9:41] Also, die sind gerade so am Ufer angekommen, nicht wahr? Verstauen doch vielleicht irgendwie gerade das Boot und wollen sich gerade entspannen. Pustekuchen. Da rennt einer auf sie zu. Hatte Jesus schon Besessene geheilt? Hatten die Jünger schon auch Kontakt mit Besessenen gehabt? Definitiv. Nur, wenn ihr das nicht glaubt, schaut mal nur ein bisschen zurück in Markus 1. Zum Beispiel gibt es schon, Jesus treibt in Kapernaum einen unreinen Geist aus. Und es hat schon öfter Dämonen, Besessene gegeben. Also es war jetzt nicht ungewöhnlich, dass es einen Dämonenbesessenen gibt. Das haben die Jünger schon öfter gesehen.
[10:24] Was noch kurioser ist, schaut mal mit mir in Markus Kapitel 3, Vers 30. Und jetzt bin ich gespannt, wer gut aufgepasst hat in den letzten Monaten. In Markus 3 und dort Vers 30. Wer mag das mal lesen? Markus 3, Vers 30.
[10:41] „Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.“ Genau. Helft mir mal. Wer sagte, er hat einen unreinen Geist? Die Pharisäer. Über wen haben sie das gesagt? Über Jesus. Jetzt kommt die gute Frage: Wann haben die das gesagt? Genau. Das war bei der Geschichte, als sie gesagt haben, er treibt den Dämonen aus mit dem Belzebub. Und wann war das? Am Tag vorher. Also einen Tag vorher hatte Jesus schon mal einen Dämonenbesessenen ausgetrieben, weil er taub, stumm und blind war. Und da hatten noch die Pharisäer gesagt, er treibt den Dämonen aus mit dem Belzebub, mit dem Baalzebub, wenn ihr euch erinnern könnt. Mit diesem Gott von Ekron.
[11:35] Und das ist ganz kurios. Wir haben ja schon gesehen, dass die Geschichte mit dem Sturm auf dem See einen Bezug auf den Tag zuvor gehabt hat. Es heißt: „Ich werde euch das Zeichen des Jona geben.“ Und dann schläft er da in dem Schiff. Und hier ist es so kurios, dass die Pharisäer gesagt haben: „Du hast einen unreinen Geist.“ Und am nächsten Tag kommen sie jetzt da an diese Stelle an und da treffen sie das Paradebeispiel eines Besessenen. Also von allen, die jemals besessen waren, ist der hier eigentlich so das schlimmste Beispiel, wenn wir jetzt noch gleich sehen. Aber halt das im Hinterkopf: Jesus war selbst als Besessener bezeichnet worden von den Pharisäern, nur einen Tag zuvor.
[12:21] Jetzt, wie wird der beschrieben, der Besessene hier? Schaut mal in Markus 5, Verse 3 und 4 und 5. Vielleicht lesen wir die mal gemeinsam. Markus 5, Verse 3 bis 5. Wer mag die mal lesen?
[12:33] „Der seine Wohnung in den Grabstätten hatte und selbst mit Ketten konnte ihn keiner mehr binden, da er oft mit Fußfesseln und mit Ketten gebunden worden war und die Ketten von ihm in Stücke zerrissen und die Fußfesseln zerrieben worden waren und niemand konnte ihn bändigen und alle Zeit, Nacht und Tag war er in den Grabstätten und auf den Bergen und schrie und zerschlug sich mit Steinen.“
[13:06] Okay, wo wohnte der Mann? In den Gräbern. Allerdings muss man sich jetzt nicht vorstellen, dass er in einem Friedhof war mit Gräbern, die da unten sind, wo er dann unten gelebt hat, sondern wie haben die Israeliten zu der Zeit meistens ihre Toten bestattet? Höhlengräber, meistens auch zum Teil künstlich angelegt, so mit verschiedenen Schächten, sehr interessant gemacht. Und wo waren die? Waren die in der Stadt oder außerhalb der Stadt? Meistens außerhalb der Stadt. So fast alle Menschen wurden außerhalb der Stadt begraben in Israel, bis auf, weiß es jemand, wer wurde innerhalb der Stadt begraben? Die Könige. Die Könige wurden in der Stadt begraben, David zum Beispiel. Das ist ganz interessant, man weiß heute nicht, wo die Könige begraben sind in Israel, weil alles überbaut ist, aber anderes Thema.
[13:54] Das heißt, die waren da irgendwo außerhalb der Stadt, diese Gräber und da lebte der jetzt. Kennt ihr noch eine Stelle in der Bibel, wo es heißt von irgendjemandem, dass er in den Gräbern wohnt? Das ist nicht so einfach zu finden. Schaut mal mit mir in Jesaja 65, ganz interessant, ist nicht die einzige Stelle, wo das mal erwähnt wird. Jesaja 65 und dort Vers 3 und 4, da wird das verwendet als ein Bild. Lesen wir erst, dann könnt ihr mir sagen, was es hier bedeutet. Jesaja 65, Verse 3 und 4.
[14:23] „Es ist ein Volk, das mich beständig ins Angesicht beleidigt, indem es in den Gärten opfert und auf Ziegelsteinen räuchert, das in Gräbern wohnt und in Höhlen übernachtet, Schweinefleisch isst und Gräuelbrühe in seinen Schüsseln hat.“
[14:45] Also, was wird dem Volk vorgeworfen, mal zusammengefasst? Götzendienst, genau. Was noch? Untreue, Rebellion gegen Gott, oder? Sie beleidigen ihn ins Angesicht, nicht so nebenbei, hinterrücks, sondern ins Angesicht, direkte Rebellion. Also dieses Bild, die wohnen bei den Toten, die wohnen in den Gräbern, ist aus dem Alten Testament eigentlich ein Bild für Leute, die so völlig offen gegen Gott sind, die sich ganz offen gegen ihn gestellt haben und das schwingt hier so ein bisschen mit. Das ist nicht, weil die keinen Platz mehr in der Stadt hatten, weil die Häuser zu teuer waren, sondern das ist eigentlich ein Ausdruck von Rebellion gegen Gott bei den Toten.
[15:28] Wie haben denn die Israeliten, wie standen die dann zu den Toten, wie haben die denn den Ort der Toten betrachtet? Unrein. Das war unrein. Wenn man eine Leiche angefasst hat, war man wie viele Tage unrein? Sieben Tage unrein. Also, was der Text uns jetzt schon mal sagt, soweit in Markus ist: Sie waren also unrein, sie waren rebellisch gegen Gott.
[16:03] Was haben wir noch gelesen in Markus 5? Schaut noch mal hin. Was ist da noch gesagt worden? In Vers 4 heißt es: „Sie konnten nicht gefesselt werden“, oder? Ganz interessant, ihr wisst, das ist immer die Paradestelle, um dann zu erklären, Offenbarung 20, der Satan kann auch nicht gefesselt werden mit einer tatsächlichen Kette. Kennt ihr noch irgendwas in der Bibel, was nicht gebändigt, nicht gefesselt werden kann? Das sind interessante Parallelen, die man hier ziehen kann. Gibt es etwas, von dem Jakobus sagt, man hat jedes Tier gebändigt und man kann alles bändigen, aber eine Sache kann man nicht bändigen, nämlich die Zunge kann man nicht bändigen, die macht so viel Unheil.
[16:45] Also das ist so vielleicht nicht die allerdeutlichste Parallele, aber so vielleicht im Hinterkopf auch nicht, wahr, wenn man überlegt, was alles für einen Schaden mit der Zunge entstehen kann. Und wenn man sich fragt: Meine Güte, meine Zunge macht so viel Unsinn. Wer kann sie heilen? Dann schaut euch die Geschichte an. Hier ist jemand, der kann auch die bändigen, die sonst nicht gebändigt werden können.
[16:57] Und dann Vers 5: „Sie waren wo?“ Wo haben sie sich aufgehalten? In den Bergen, in den Gräbern. Was haben sie da gemacht und wann waren sie da? Tag und Nacht und haben geschrien. Jetzt das griechische Wort für schreien an der Stelle meint nicht, wenn ich zum Beispiel jetzt laut rufen würde, sondern es meint eigentlich so die Geräusche, die ein Tier macht. Also das wird zum Beispiel, das ist jetzt ein bisschen kurios, von griechischen Autoren auch verwendet, zum Beispiel für das Quaken von Fröschen oder so. Also stellt euch vor, irgendwie ihr schlaft irgendwo, da quaken die Frösche so laut, dass ihr nicht schlafen könnt. So ein Geräuschpegel quasi. Das ist jetzt also nicht irgendwie, dass sie da irgendwie Worte gesagt haben. Sie haben vielleicht einfach nur irgendwelche Laute von sich gegeben, wie Tiere gebrüllt und also sehr merkwürdig, sehr merkwürdig.
[18:10] Und was haben sie noch gemacht? Außer, dass sie so vielleicht mit Steinen geschnitten. Woher kennt ihr dieses Bild aus dem Alten Testament, dass Leute sich selbst ritzen? Wer kam denn? Wer hat sich da geritzt? Das waren die Priester des Baal. Die haben sich selbst zerstört.
[18:28] Jetzt habe ich mal eine Frage an euch. Obwohl es eigentlich keine Frage ist, wir können den Text direkt lesen. Schaut mal mit mir in Johannes 8. Johannes 8, Vers 44. Ja, wir wissen ja schon, sie sind von einem, sie sind von Dämonen besessen. Johannes 8, Vers 44. Johannes 8, Vers 44. Wer mag den lesen?
[18:55] „Teufel zum Vater und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Denn der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit. Denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen. Denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“
[19:22] Genau. Also, was hat der Satan vor? Was ist sein Ziel? Lügen und töten. Er will die Menschen, er will ihnen schaden, er will sie zerstören. Wenn man sich mit dem Satan einlässt, ist das Selbstzerstörung und das ist hier so ein ganz krasses Bild. Die sind so völlig dem Satan ergeben gewesen oder dieser Mensch ist dem dem Satan völlig ergeben gewesen und der zerstört sich selbst.
[19:52] Nun schauen wir noch in Lukas, was über ihn berichtet wird. In Lukas Kapitel 8 und dort Vers 27. Lukas 8, Vers 27. Dort lesen wir:
[20:04] „Als er aus dem Land ausgestiegen war, kam ihm ein gewisser Mann aus der Stadt entgegen, der seit langer Zeit Dämonen hatte und keine Kleider anzog und nicht im Haus blieb, sondern in den Grabstätten.“
[20:22] Genau. Also hier lernen wir noch Zusatzinformationen von Lukas, was wir bei Markus nicht direkt gelesen haben. Nämlich, er war nackt, hatte überhaupt keine Kleider mehr und ja, also die kamen also, sie kommen ja aus den Ufern, ich war das die Stadt und dann kommt er so Richtung Stadt, aus der Richtung Stadt, aber natürlich nicht direkt aus der Stadt, weil er wohnt nicht in der Stadt, sondern so dann neben der Stadt, da bei den Gräbern. Aber was nehmen wir noch? Wie lange? Schon sehr lange Zeit. Also das ist kein, er ist nicht erst seit drei Tagen da, sondern er ist quasi stadtbekannt, seit langer, langer Zeit lebt er dort. Es ist also jemand, der schon über einen langen Zeitraum mit diesem Problem zu kämpfen hat. Das ist auch sehr wichtig für unsere Geschichte.
[21:12] Also versuchen wir das mal vorzustellen. Da kommt so jemand, der ist nackt, schreit wie ein Tier, an seinem Körper hängen noch die ganzen Fetzen der Fesseln und er lebt bei den Toten. Das ist eigentlich eines der eindrücklichsten Bilder für die Herrschaft der Sünde. Fesseln, Nacktheit, Unreinheit, Tod, ja dieses wilde Gebaren, Selbstzerstümmelung. Man kann eigentlich die Sünde nicht drastischer malen, als mit diesem Bild. Das ist quasi ein Prototyp der Herrschaft des Satans. Alles, was da eigentlich noch einen Schritt weiter fehlt, ist, dass er tot ist. Das ist noch der nächste Schritt. Aber ansonsten ist er schon dem ziemlich nahe. Hier ist mal in allen Farben ausgemalt, wie ein Mensch aussieht, wenn Gott keine Kontrolle mehr über ihn hat. Das ist das Extrem.
[22:08] Nun, jetzt schauen wir mal in Matthäus 8 und entdecken noch ein kleines interessantes Detail. Lesen wir noch mal Matthäus 8, Matthäus 8 und dort Vers 28.
[22:52] Okay, was gibt uns Matthäus, was Markus und Lukas noch nicht gesagt haben? Es waren zwei Männer. Das ist ganz interessant. Ja, Moment mal, wenn es jetzt zwei waren, warum sagen Markus und Lukas, dass es nur einer war? Habt ihr das gesehen? In Markus und Lukas wird jeweils gesagt, es war ein Mann und er auch ein Mann und Matthäus sagt, es waren zwei Männer. Ich habe eine Frage an euch: Wie würdet ihr reagieren, wenn jemand sagt: Schaut mal, Matthäus sagt, es waren zwei, aber Markus, der viel länger schreibt und Lukas, der auch viel länger schreibt, stimmen beide überein, dass es nur einer war und daher die Mehrheit der Texte sagt, es war nur einer. Ist das vermutlich ein Fehler und wir müssen das korrigieren? Das stimmt vielleicht gar nicht. Wie würdet ihr reagieren?
[23:41] Wisst ihr, bei welchem Thema ganz oft so argumentiert wird? Bei welchem biblischen Thema wird ganz oft nach diesem Schema verfahren, dass man so, wie ich es gerade gemacht habe, argumentiert? Beim Thema der Dreieinigkeit. Da kommen Leute und sagen: Also vom Heiligen Geist, da gibt es nur ein paar Stellen der Bibel, wo davon geredet wird, aber ganz viele Stellen sagen, der Vater und der Sohn, der Vater und der Sohn, der Vater und der Sohn, der Vater und der Sohn, der Vater und der Sohn. Da gibt es so gefühlte sieben Stellen oder fünf Stellen, wo Vater, Sohn und Heiliger Geist steht und die sind ja in der Minderheit, deswegen müssen wir nach denen gehen, wo die Mehrheit ist. Hütet euch vor so einem Denken. Gefährlich, gefährlich, gefährlich. Unsinn.
[24:27] Wenn man die Bibel liest, dann spielt man nicht einen Text gegen den anderen aus, sondern man addiert die Texte zusammen. Also, wenn jetzt sozusagen hier von einem die Rede ist, heißt das nur, dass die quasi sich auf einen fokussiert haben, weil die waren beide ähnlich, also einer war der Prototyp quasi von dem anderen. Aber Matthäus gibt, obwohl er am wenigsten berichtet, doch, der erste Teil ist von zwei.
[24:50] Weil Markus und Lukas waren ja dann später, die haben später aufgeschrieben. Markus war Jünger von Petrus und Lukas war der, der recherchiert hat später und so. Ja, ganz genau, es ist durchaus möglich, dass das darum zusammenhängt. Und Johannes hat die Geschichte nicht. Ja, das ist ein gutes Argument, das könnte man auch nehmen. Oder es könnte auch da anliegen: Matthäus war Zolleintreiber, er war genau nicht. Er hat darauf angewiesen, dass alle Leute, die irgendwie an ihm vorbeikommen, auch dann zählen. Vielleicht war das auch ein bisschen so, Teil des Naturells, während jetzt Markus und Lukas gesagt haben: Ob ein oder zwei spielt keine Rolle, es geht ja um die Sache an sich, um die Dämonenaustreibung. Ja, die haben das dann so an einem festgemacht.
[25:33] Also halten wir fest: Es waren zwei. Ja, also auch wenn jetzt Markus und Lukas von einem nur berichten, es waren zwei. Und was nennen wir noch aus Matthäus, was wir bei den anderen nicht gesehen haben? Das war so ein bisschen implizit, aber hier wird es explizit gesagt. Was waren die beiden? Sie waren gefährlich. Ja, sehr gefährlich, genau. Und zwar so sehr gefährlich, dass die Leute nicht mehr da lang wandern konnten. Ja, vielleicht ein schönes Wandergebiet, völlig leer. Niemand traut sich da lang zu gehen, weil die waren lebensgefährlich.
[26:06] Übrigens, gibt es eine Zeit, von der die Bibel sagt, dass zu der Zeit, als es in Israel gefährlich war, die Hauptstraßen zu nehmen, alle gingen nur auf Nebenwegen? Mal gelesen. Es gibt eine Zeit, da sagt die Bibel, es war so gefährlich in Israel, die Leute haben sich nicht mehr getraut, auf der Hauptstraße zu gehen. Das war in der Zeit der Richter, eine Zeit der Richter vor Deborah, in der Zeit von Schamgar, glaube ich, oder so. Da sagt sie, es war so gefährlich. Ja, so ein Durcheinander. Es fehlte jegliche Ordnung, die Leute sind nur noch auf Schleichwegen gegangen. Und das ist ein bisschen diese Idee hier. Also es ist so, die Richterzeit ist ja auch so ganz finster, sozusagen. Es ist so ein bisschen wie in der Richterzeit.
[26:49] Jetzt aber, hellenweit beschreiben. Schauen wir zurück nach Markus. Markus 5 und dort Vers 7. Da heißt es nämlich, Vers 6 und 7: „Als aber Jesus von Ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder, schrie mit lauter Stimme und sprach.“
[27:09] Also, auf wen reagieren, reagieren diese beiden dämonenbesessenen Menschen? Die reagieren nicht auf Johannes und nicht auf Andreas, die reagieren auf Jesus. Als sie Jesus sehen, laufen die los. Und hellenweit beschreibt es so ganz toll, also ganz, sagt von einem, aus einem Versteck aus den Gräbern sind die losgerannt. Sie nennt sie zwei Verrückte, zwei Verrückte. Und sie kamen, um sie in Stücke zu reißen. Und sie sagt, an ihnen hingen Teile der Ketten, die sie gerade wieder gebrochen hatten. Ihr Fleisch war zerrissen und sie bluteten, weil sie sich mit scharfen Steinen geschnitten hatten. Ihre Augen starrten aus ihren langen verfilzten Haaren. Und dann schreibt sie, dass man konnte kaum noch Menschlichkeit in ihnen sehen. Und sie schauten mehr wie wilde Tiere aus als Menschen. Könnt ihr euch ein bisschen vielleicht so vorstellen.
[28:15] Und was haben die Jünger gemacht? Sie sagt, die Jünger und die Begleiter, ihr wisst ja, es waren ja noch mehr Schiffe unterwegs, die kamen mit mehreren Schiffen alle an. Alle Jünger, die Begleiter sind alle in, sind geflohen. Denn sie schreibt an einer Stelle, das war ein, ein noch schlimmerer, eine schlimmere Gefahr als der Sturm. Die sind quasi vom Regen in die Traufe. Die haben gerade den Sturm erlebt, waren froh, dass sie überlebt haben, wollten sich ausruhen. Und da kommen diese zwei Verrückten auf sie zu und wollen sie offensichtlich umbringen. Die rennen alle.
[28:42] Und dann bleiben die stehen und schauen zurück, wer ist nicht gerannt. Derselbe, der im Sturm auf einem Ledersitzkissen schlafen kann. Der steht da einfach, heute würde man modern sagen, ganz cool, völlig entspannt und lässt die auf sich zukommen. Und dann schreibt sie, er stand, er, der den Sturm gestillt hatte und der zuvor den Satan besiegt und getroffen hatte, der ist nicht vor Dämonen geflohen. Und als die Männer, die mit ihren Zähnen knirschten und in ihrem Mund schäumten, zu ihm kamen, sagt sie, hat Jesus seine Hand gehoben, so wie er die Wellen beruhigt hat. Und die Männer konnten nicht näher kommen.
[29:41] Und jetzt nochmal zurück zu Matthäus. Die schreien jetzt was Interessantes. Schaut mit Matthäus 8, Vers 29. Was schreien die? Wer mag das mal lesen? Matthäus 8, Vers 29.
[29:55] „Und sie schrien: Was willst du von uns, du Sohn Gottes? Bist du hergekommen, uns zu quälen, es ist Zeit?“
[30:02] Okay, was fällt euch auf in ihrem Schreien? Sie schreien, was ist interessant an dem, was sie sagen? Sie fragen: „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Sohn Gottes?“ Die Menschen hatten immer Mühe zu erkennen, dass Jesus der Sohn Gottes ist, aber die Dämonen wussten genau, wer er war. Die kannten ihn von dem Kampf im Himmel. Die wussten ganz genau, wer der Michael ist. Sie sagen: „Was haben wir mit dir zu tun?“
[30:28] Und wörtlich steht im Griechischen immer: „Was ist zwischen uns und dir?“ Und das ist eine Formulierung, die kommt ganz oft vor im Alten Testament. Zum Beispiel, wenn es Krieg ist und der Jefta, der sagt dann zu den Ammonitern: „Was ist zwischen mir und euch? Was haben wir gemeinsam?“ Oder der Pharao, als er durch Palästina durchfahren will und Josia sagt: „Du kommst hier nicht durch.“ Und Pharao sagt: „Nein, ich will gar nicht mit dir kämpfen. Was ist zwischen mir und dir? Ich habe was anderes vor.“ Wir haben zwei unterschiedliche Ziele. Ich will nach Babylon und du willst mit mir kämpfen. Wir reden aneinander vorbei. Wir wollen nicht dasselbe.
[31:01] Oder zum Beispiel in 1. Könige 17, da sagt die Witwe: „Was ist zwischen mir und dir, Elia? Was habe ich mit dir zu tun? Du bist gekommen, um meinen Sohn zu töten.“ Und Elia sagt: „Nein, nein, nein, ich bin nicht gekommen, um deinen Sohn zu töten. Ich bin gekommen, um ihn lebendig zu machen.“ Das sind zwei Ziele gegeneinander. Ganz interessant ist auch in Johannes 2, da sagt nämlich Jesus zu Maria: „Was ist zwischen mir und dir, Frau?“ Weil sie will, dass er ein Wunder tut, damit sie als Mama gut angesehen ist, so aus fleischlicher Gesinnung. Und Jesus hat etwas Geistliches vor.
[31:38] Dieses fleischlich-geistlich, das passt nicht zueinander. Und das ist diese Idee: Wir haben entweder in diesem Punkt oder allgemein nichts gemeinsam, sozusagen. Das geht aneinander vorbei. Schön ist auch Hosea 14, da heißt es: „Ephraim wird sagen: Ich habe nichts mehr, was habe ich in Zukunft mit den Götzen zu tun?“ Nichts mehr mit den Götzen zu tun haben wollen.
[32:04] Also die Idee ist: Der Dämon sagt: „Du, Jesus, und ich, wir haben zwei völlig unterschiedliche Ziele. Du hast ein Ziel, ich habe ein Ziel und es läuft aneinander vorbei. Wir haben nichts gemeinsam.“ Was war das Ziel vom Dämon? Den Menschen zu zerstören. Was war das Ziel von Jesus? Den Menschen zu retten. Der Dämon erkennt: „Du hast ein anderes Ziel als ich. Ich bin in diesen Menschen, oder die Dämonen werden wir gleich erklären, wir sind in diesen Menschen, um ihn zu zerstören. Aber was haben wir mit dir zu tun? Wir haben nichts gemeinsam, wir können nicht zusammenarbeiten, wir können nicht irgendwie uns verständigen. Wir haben zwei unterschiedliche Ziele.“ Jesus will das Gegenteil von dem, was die Dämonen wollen.
[32:33] Aber wir sehen, die Dämonen glauben an Gott, oder? Kennt ihr einen Vers, der das sagt, dass die Dämonen an Gott glauben? Jakobus 2, Vers 19: „Auch die Dämonen glauben und zittern.“ Das ist der perfekte Vers dafür. Die sagen: „Du bist der Sohn Gottes.“ Und sie zittern, weil sie merken: Was kommt jetzt?
[33:03] Aber dann sagen sie noch was Interessantes. Sie sagen nämlich: „Warum bist du gekommen? Bist du hierher gekommen, um uns vor der Zeit zu quälen?“ Was heißt das, warum sagen die: „Vor der Zeit zu quälen?“ Worauf bezieht sich das? Ja, genau, was wir heute im ersten Teil studiert haben. Die wissen nämlich alle, dass sie irgendwann mal brennen werden. Sie wissen alle, dass sie mal gerichtet werden und jetzt denken sie: „Wenn ich jetzt schon gekommen bin, ist noch gar nicht Zeit, es ist noch nicht so weit, es ist noch nicht Ende der Welt. Bist du gekommen, um uns jetzt schon zu quälen?“ Ja, wir wissen, wir werden sterben, aber jetzt schon?
[33:33] Und jetzt passiert es übrigens. Wodurch werden sie gequält? Ich meine, die Dämonen werden ja nicht nur einfach verbrennen, die werden ja gequält werden, oder? Also Ellen White sagt, haben wir gelernt, manche werden schnell verbrennen, manche werden in einem Moment verbrennen, manche werden lange brennen. Und wie ist es bei den Dämonen? Die werden lange brennen, oder?
[33:53] Das heißt, wodurch werden sie gequält? Durch Gottes Liebe und seine Gegenwart. Durch Gottes Gegenwart, durch seine Liebe, durch sein Feuer. Das heißt, was haben diese Dämonen gerade gespürt? Wir würden sagen, die sehen einen Wanderprediger aus Nazareth, aber sie spüren das Feuer der Liebe Gottes und merken schon, es wird heiß.
[34:18] Die Trennung durch die Sünde ist quasi so komplett und so desaströs, dass sie gar nicht mehr aushalten, überhaupt in seiner Nähe zu sein. Ja, absolut. Und jetzt kommt was ganz, ganz, ganz, ganz Kurioses. Schaut mal in Markus 5. Markus 5, Vers 7. Die Dämonen machen jetzt was, da muss man sich erstmal den Kopf fassen. Schaut mal in Markus 5, Vers 7. Da heißt es nämlich in Markus 5, Vers 7:
[34:44] „Jesus, du Sohn Gottes des Höchsten, was habe ich mit dir zu tun? Was ist zwischen mir und dir? Ich beschwöre dich bei Gott, dass du mich nicht quälst.“
[34:54] Also, ich weiß nicht, worauf das vorkommt, dass Dämonen sich auf Gott berufen. Aber hier sind Dämonen und sagen: „Ich weiß, wer du bist, du bist der Michael, gegen den wir verloren haben, du bist der, der so ist wie Gott, aber ich beschwöre dich, ich spüre schon das Feuer deiner Liebe. Ich beschwöre dich bei Gott, dem Vater. Tu das nicht.“
[35:12] Als die Dämonen Angst um ihre Existenz haben, fällt ihnen ein, dass Gott, der Vater, noch existiert. Ellen White schreibt ja an der Stelle, dass die eigentlich was ganz anderes sagen wollten, die beiden Besessenen, dass die eigentlich um Gnade flehen wollten, aber als sie den Mund aufgemacht haben, da kam halt das heraus und deswegen hatten die Dämonen auch so eine Angst, weil in dem Moment, wo die Besessenen um Gnade flehen, wird sie ihn ja zuteilen und deswegen haben sie, so wie die Dämonen, die dann, die haben einfach gezittert. Ganz genau.
[35:47] Wisst ihr vielleicht zufällig, wer noch einmal im Neuen Testament sagen wird: „Ich beschwöre dich bei Gott“ zu Jesus? Hier sagen die Dämonen: „Ich beschwöre dich bei Gott.“ Gibt es noch jemand, der sagt: „Ich beschwöre dich bei Gott?“ Nicht Pilatus, aber so ähnlich. Der Hohepriester Kaiphas, der sagt auch: „Ich beschwöre dich bei Gott.“ Nur zweimal in der Bibel wird Jesus angesprochen: „Ich beschwöre dich bei Gott.“ Einmal von Kaiphas, dem Hohenpriester, einmal von den Dämonen. Ganz interessante, ganz interessante Sache.
[36:17] Denn warum war Jesus gekommen? 1. Mose 3, Vers 15. Er war gekommen, um der Schlange den Kopf zu zerdrehen. Die kannten die Prophezeiung, die wussten, Jesus ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören, wie Johannes sagt. Und jetzt haben die richtig Angst bekommen, so ein bisschen wie der Satan auch Angst hatte in der Flut.
[36:35] Markus 5, Vers 8. Wer mag das mal lesen?
[36:43] „Denn er sagte zu ihm: Fahre aus, du unreiner Geist, aus dem Menschen.“
[36:47] Genau. Das ist eigentlich eine schöne Übersetzung. Es heißt nicht: „Denn er hatte zu ihnen gesprochen“, sondern: „Er redete, denn er redete zu ihm: Fahre aus, du Menschen, aus, du unreiner Geist.“ Das ist eine kleine Feinheit in der griechischen Grammatik. Man kann in der griechischen Grammatik sagen, er hatte es gesagt einmal und dann haben die vielleicht geantwortet. Oder man kann sagen, er war gerade dabei zu reden. Er redete gerade und während er redete, antworteten sie.
[37:14] Das heißt, während Jesus sagt: „Fahre aus“, sagen die: „Was haben wir mit dir zu tun?“ Das ist gleichzeitig. Also da merkt man quasi diesen Kampf. Man sieht, wie Jesus diese Menschen retten möchte und in dem Moment, wo Jesus anfängt zu sprechen, versuchen die Dämonen, den Menschen zurückzuhalten. Das ist sehr interessant. In dem Moment, wo Gottes Wort in unser Leben kommt, werden die Dämonen aktiv. Die versuchen, den Menschen zurückzuhalten. Sie wissen zwar eigentlich, sie haben keine Chance, aber sie versuchen zumindestens, ihn zurückzuhalten. Wenn der Mensch sich Jesus übergibt, haben sie keine Chance, aber sie können versuchen, den Menschen davon abzuhalten.
[38:03] Und jetzt kommt eine wirklich, wirklich interessante Sache. Also das ist ziemlich spektakulär. Schaut mal in Vers 9. Wer mag mal Vers 9 lesen? Markus 5, Vers 9.
[38:17] „Und er fragte ihn: Wie heißt du? Und er sprach: Legion heiße ich, denn wir sind viele.“
[38:24] Okay, fangen wir jetzt mal mit der Legion an. Was ist eine Legion? Erstmal, was ist überhaupt eine Legion? Eine Legion war die Standardarmee in Rom. Es gab römische Legionen. Es gab so mehrere, also eine ganze Reihe von denen und die Stärke einer römischen Legion war 5.500 Infanteristen, Soldaten. 5.500. Da konnten noch mal bis zu derselben Anzahl an Hilfstruppen dazukommen, aber eigentlich waren es so knapp 6.000 Soldaten bei einer Legion.
[38:59] Also, wir reden hier von Tausenden. Wir wissen ja später, es sind ja wie viele Schweine, die ins Meer stürzen nachher, wenn wir das nächste Mal behandeln, aber 2.000. Und es können durchaus mehrere Dämonen in einem Schwein gewesen sein, aber es müssen mindestens 2.000 Dämonen gewesen sein, vielleicht auch wirklich 5.000. Macht das eigentlich einen Unterschied, ob man von einem Dämon besessen oder von 2.000? Oder würdet ihr sagen, egal, wenn man besessen ist, ist man besessen. Da macht es jetzt keinen Unterschied, ob es drei oder fünf sind.
[39:31] Jesus sagt doch einmal, wenn er im Herzen, wenn er den Geist austreibt und er säubert das Herz und dann kommt er wieder zurück und sagt: „Komm, wir gehen nach Hause und nimmt andere mit.“ Diesen Menschen wird es schlimmer gehen. Wie viele kommen da mit? Sieben. Und dem Menschen wird es schlimmer ergehen als davor. Richtig. Und wann hat er das gesagt? Am Tag vorher, genau am Tag vorher. Ist es nicht interessant, wie all diese Geschichten aufeinander zusammenpassen? Er hat am Tag zuvor, war da auch diese Geschichte, das war mit dem Belzebub, das war mit der Sünde gegen den Heiligen Geist. Da hat Jesus dieses Beispiel gegeben, weil er das erklären wollte mit dem Heiligen Geist. Er hat gesagt: „Wenn ein Mensch vom Dämonen besessen ist, wird er frei und dann kommen sieben zurück, geht es ihm schlechter.“ All das haben die Jünger im Hinterkopf. Wir haben jetzt seit Monaten das studiert, aber für die Jünger war das alles innerhalb von 24 Stunden.
[40:30] Jetzt sehen die nicht jemanden mit sieben Dämonen, sondern mit 2.000 oder wie auch immer. Und jetzt merkt man, wie schlimm das dem geht. Der ist wirklich, der ist am Ende. Also, ich weiß nicht, ob es einen Menschen in der Bibel gibt, der so tief gefallen war wie dieser Mann. Ich kenne keinen anderen der Bibel, der mit 2.000 Dämonen besessen worden ist oder diese beiden. Also, es gibt viele böse Menschen in der Bibel, aber niemand ist so, also der ist ja mehr Tier als Mensch, der ist ja fast nichts Menschliches mehr übrig. Also dagegen ist Manasse, selbst in den schlimmsten Jahren, das ist noch viel schlimmer. Der ist, also wenn man unten, wenn es immer weiter unten geht, der ist ganz unten angekommen. Da geht es nicht tiefer.
[41:13] Und deswegen ist die Geschichte so interessant, weil hier der wahrscheinlich am weitesten gefallene Mensch in der ganzen Bibel und Jesus aufeinandertreffen. Aber was Interessantes ist hier die Frage von Jesus. Wie, was fragt er ihn? Und da muss man als Bibelleser aufmerken: Was ist eine Frage? „Was ist dein Name?“ Hat euch das aufgefallen?
[41:44] Kennt ihr noch eine Geschichte, wo im frühen Morgenlicht, so wie hier, Jesus jemanden fragt: „Was ist dein Name?“ Jakob. Genau. Als Jesus nämlich eine ganze Nacht mit Jakob kämpft, da ist es am frühen Morgen, als die Sonne aufgeht, übrigens auch gar nicht so weit entfernt von der Stelle, also ein bisschen weiter wahrscheinlich, ich weiß nicht genau die Geografie, aber gar nicht so weit entfernt. Da stellt der Jesus die Frage: „Was ist dein Name?“ Jesus hat, soweit ich geguckt habe in der Bibel, die Frage nur zweimal gestellt. Einmal Jakob und einmal diesen Menschen.
[42:24] Was ist bei Jakob passiert? Er hat einen neuen Namen bekommen. Nämlich welchen Namen? Von wem hat er den bekommen? Wer hatte den Namen Israel schon gehabt? Von wem hat er den bekommen? Hat Jesus gesagt, übrigens, erstmal, warum hat er den Namen bekommen, den neuen Namen? Er hat sich bekehrt, er hat sich bekehrt, er hat überwunden, er hat verstanden: Ich kann mein Leben nicht aus eigener Kraft leben, sondern ich lasse es nicht, es sei denn, du segnest mich. Er hat sich bekehrt, er hat eine neue Identität.
[42:59] Und hier ist auch eine Bekehrung, die ist vielleicht noch krasser als die von Jakob, weil Jakob war immer so irgendwie so eigentlich ja quasi fromm, immer in der Gemeinde, er war nie außerhalb, er war zwar in der Gemeinde, in der Familie war auch alles drunter und drüber, aber er war immer quasi Gemeindeglied sozusagen, aber nicht bekehrt. Hier ist jemand, der völlig, also der ist nicht nur außerhalb der Gemeinde, der ist fast außerhalb der Menschheit, der ist am äußersten Rand vom Bösen und Jesus stellt ihm dieselbe Frage: „Was ist dein Name?“ Und warum nennt er ihn Israel? Sagt er einfach: „Jakob ist nicht schön, ich habe ihr Namensbuch dabei, was ist mit dem hier?“ Nein, warum nennt er ihn Israel?
[43:41] Wer trägt den Namen Israel? Wer ist der eigentliche Israel? Israel ist der Name für Jesus, ja, denn der Knecht Gottes, der Messias im Jesaja wird Israel genannt. Von Israel heißt es: „Israel ist der Weinstock, den Gott aus Ägypten geführt hat.“ Von Israel heißt es: „Mache dich auf, werde Licht.“ Israel hatte zwölf Söhne und siebzig Nachkommen. Jesus sagt: „Ich bin der wahre Weinstock.“ Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Er hat zwölf Jünger und siebzig Jünger. Wir könnten noch viel mehr Beispiele geben. Jesus ist der wahre Israel.
[44:16] Heißt also, und übrigens deswegen in der Geschichte, als Jesus sagt: „Wie ist dein Name? Jakob.“ „Ab jetzt sollst du Israel heißen.“ Dann fragt er später Jakob: „Und wie ist dein Name?“ Und dann sagt Jesus: „Was? Was fragst du nach meinem Namen?“ Und ich dachte immer, das klingt mir komisch: „Was fragst du nach meinem Namen?“ Aber er fragt: „Warum fragst du? Ich habe dir das schon gesagt. Du trägst jetzt meinen Namen, du bist jetzt mit mir verbunden.“ Und deswegen ist ein wahrer Israelit immer der, der mit Christus verbunden ist.
[44:46] Heute gibt es ja Leute, die sind immer verwirrt und denken, Israel sind die, die irgendwie genetisch von Israel abstammen und irgendwie. Nein, ein Israelit ist der, der mit Christus verbunden ist und das ist genau das, was hier passiert. Der Mann bekommt jetzt im Laufe der Geschichte, machen wir nächstes Mal, der bekommt jetzt ja die Identität von Christus. Er hat die Identität von Satan und dann die Identität von Christus.
[45:02] Und übrigens aus Israel wird dann ein ganzes Volk, richtig? Wisst ihr, was mit dem Mann geschieht am Ende der Geschichte? Der bleibt in der Gegend und ist der allererste Missionar in dieser Gegend und bekehrt viele Menschen, wird quasi zum Stammvater aller Gläubigen in Gadara, Gerasa, der wird quasi zu einem Israel sozusagen, ja, so im gewissen Sinne. Also ganz, ganz, ganz interessante Stelle.
[45:29] Und jetzt müssen wir zum Ende kommen. Noch zwei kurze, eine Sache ganz kurz, zwei Texte vergleichen. Lukas 8, Vers 31, das werden wir das nächste Mal noch ein bisschen genauer anschauen, aber nur ganz kurz. In Lukas 8, Vers 31, da heißt es: „Und er, das heißt also die Dämonen, er bat ihn, er möge ihn nicht befehlen, in den Abgrund zu fahren.“ Was heißt das denn? Und sie baten ihn. Ja, genau. Also der Mann oder die Dämonen in den Mann. Man fährt sich in den Abgrund und da können wir jetzt den Parallelvers lesen in Markus, was heißt das?
[46:11] In Markus Kapitel 5 und dort Vers 10. Abgrund meint hier nicht irgendwie ein Höllenloch, das sich auftut, wo Schwefel rauskommt, sondern was steht in Markus 5, Vers 10? Wer mag das lesen?
[46:28] „Und er bat, und er bat ihn sehr, dass er sie nicht aus der Gegend fortschicke.“
[46:36] Genau. Also Abgrund bedeutet hier was? Aus der Gegend raus, da wo es ins Unbewohnte, quasi weg von da, wo Menschen sind. Das ist genau das, was er später in der Offenbarung auch ist, nicht wahr? Der Abgrund, der Abyssos ist da, wo halt die Menschen nicht sind und das ist da, wo dann halt in der Wüste auch, deswegen auch oft Wüste in Offenbarung 9 zum Beispiel. Das ist ja da, wo niemand verführen kann. Satan will ja hier in der Gegend sein. Ganz genau, genau, das ist die Idee von Abgrund.
[47:02] Wenn wir es jetzt mal noch ein bisschen ausführlicher vielleicht behandeln, aber halten wir fest, wir machen nächstes Mal dann den zweiten Teil, dann geht es ums Schwein sozusagen. Aber ist das nicht interessant? Also erst mal lohnt es sich, hoffentlich merkt ihr das, die Geschichte ein bisschen chronologisch mitzuverfolgen, weil viele Details, die sind mal aus anderen Geschichten, aber das ist oft nur Stunden auseinander und die Jünger hatten das noch im Hinterkopf. Und dann lohnt es sich, das Alte Testament zu kennen. Wir haben das letzte Mal gesehen mit Jona, nicht wahr? Jesus eben im Boot. Heute mit der Geschichte mit Jakob, das ist wie so eine zweite Jakob-Geschichte hier.
[47:33] Und Jesus hat die Macht. Schaut, 5.000 Dämonen sind in dem und Jesus ist ganz alleine. Und wenn beide mehrere tausend hatten, ich weiß, das ist eine gigantische Anzahl von Dämonen. Und damit schließen wir jetzt am allerletzten Vers, Entschuldigung, in Matthäus 12, Matthäus 12 auch aus der Predigt. Lukas 11, das war auch am Tag zuvor, am Tag zuvor. In Lukas 11, Verse 21 und 22.
[48:08] Lukas 11, Vers 21, 22. Ich lese: „Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so bleibt sein Besitztum in Frieden. Wenn aber der, welcher stärker ist als er, über ihn kommt und überwindet, so nimmt er ihm seine Waffenrüstung auf, die er sich verließ und verteilt seine Worte.“ Jesus sagt, der Stärkere gewinnt. Und das ist genau das, was in diesem, jetzt einen Tag später passiert. Da sind eine ganze Legion Dämonen und Jesus alleine und er sagt: „Ich werde gewinnen.“ Und er besiegt alle Dämonen gemeinsam. Das werden wir uns jetzt mal anschauen.
[48:41] Und Jesus demonstriert ja, dass er alleine mächtig genug ist, dass selbst der Mensch, der am tiefsten gefallen ist, so tief, dass er eigentlich fast kein Mensch mehr ist. Also nicht nur irgendwie alkoholkrank oder drogenabhängig, sondern wirklich, der kann nicht mal richtig reden. Jesus kann ihn retten. Und das nächste Mal schauen wir uns dann an, wie das Ganze weitergeht. Das ist sehr spannend und dürft ihr auf jeden Fall nicht verpassen dann, wenn wir uns das nächste Mal dann hier treffen.
[49:14] Wir wollen doch gemeinsam Gott danken für die unfassbare Macht, die er hat. Lass uns ihn da kriegen.
[49:26] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir so sehr danken, dass Jesus mächtiger ist als alles, was der Teufel aufbieten kann. Dass er mächtiger ist als Dämonen, mächtiger als der Teufel selbst und mächtiger als alle Versuchungen und Schwierigkeiten in unserem Leben. Und Herr, wir möchten dich um Vergebung bitten, dass wir das so oft vergessen. Und wir möchten dich bitten, dass du uns die Augen öffnest, jeden Tag aufs Neue, wo und wie wir Sieger sein können, durch deinen Heiligen Geist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[50:11] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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