In dieser Predigt geht Christopher Kramp auf die Begebenheit ein, wie Jesus mit Zöllnern und Sündern zu Tisch saß. Er beleuchtet die Motivation des Zöllners Matthäus, seine ehemaligen Kollegen einzuladen, und die Reaktion der Pharisäer darauf. Die Botschaft betont, dass wahre Heiligkeit nicht in der Absonderung liegt, sondern darin, wie Jesus selbst, Menschen bedingungslos zu lieben und ihnen eine Chance zur Umkehr zu geben.
Der Ersehnte: 125. „Zöllner und Sünder“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Jesus, Neues TestamentPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[5:00] hängt, lässt sich eigentlich aus der Bibel gar nicht so direkt ableiten, aber es wird ganz deutlich durch das, was Ellen White im Leben Jesu sagt. Und zwar sagt sie, dass als er jetzt zurückkam, er dort ankam, wo die ganzen Massen natürlich wieder gewesen sind. Und was hat er wohl gemacht, als er dort ankam? Was wir wohl gemacht haben? Gepredigt, gelehrt und geheilt. Eine Zeit lang, sagt sie. Und dann kam diese Geschichte, die in den Evangelien ein bisschen weiter vorher einsortiert wird. Und zwar, weil sie nämlich mit dieser Person zusammenhängt, die dieses Fest ausrichtet.
[5:43] Diese Person, schauen wir mal in Markus Kapitel 2, da fangen wir mal an. In Markus Kapitel 2 und dort Vers 15. In den Evangelien ist diese Geschichte immer mit der Berufung dieses Jüngers verbunden. Es handelt sich nämlich um den Jünger, wen? Es handelt sich um Matthäus, beziehungsweise, also in Matthäus heißt er Matthäus und in Markus und Lukas heißt er Levi. Doppelname haben wir damals studiert. Wisst ihr noch, was Matthäus Levi von Beruf war? Zöllner, genau. Er musste einen recht einflussreichen Posten gehabt haben, da in Kapernaum, haben wir damals angeschaut. Und jetzt war schon einige Zeit mit ihm unterwegs, er war zu einem der Zwölfer ernannt worden, hat einiges erlebt. Und jetzt, so beschreibt es Ellen White, kommt diese Szene, die in Vers 15 berichtet wird. Wer mag mal lesen? Markus 2 und dort Vers 15.
[6:45] Und es geschah, als er in dessen Haus zu Tisch saß, dass auch viele Zöllner und Sünder sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch setzten, denn es waren viele, die ihm nachfolgten. Genau. Also, in dessen Haus ist in dem Fall natürlich das Haus jetzt von Levi. Der machte ein großes Fest. Schlagen wir mal auf als Parallelstelle in Lukas 5 und dort Vers 29.
[7:20] In Lukas 5 und dort Vers 29 heißt es: „Und Levi machte ein großes Mal in seinem Haus und da war eine große Menge von Zöllnern und anderen, die mit ihnen zu Tisch lagen.“ Genau. Also Levi macht ein großes Mal. Das Griechische sagt eigentlich, er macht einen Empfang. Ja, so wie wenn man nach einer Hochzeit oder so einen Empfang macht und Leute alle einlädt. Wen hat er denn alles eingeladen bei seinem Empfang zu Hause? Wie kam man darauf, Zöllner einzuladen? Das waren alles seine Freunde, die kannte er von früher. Er hat also die Gelegenheit ergriffen, jetzt bin ich mal wieder zu Hause und gesagt: „Hey Jesus, lass mich ein Fest machen und ich lade alle ein, die ich kenne. All die Zöllner, meine ganzen Kollegen.“ Und ihr wisst, die Zöllner hatten was für einen Ruf. Das waren Volksverräter. Das waren nicht nur Sünder, das waren Volksverräter, das waren Feinde des Volkes. Und er lädt sie alle ein. Und er ist ja selbst kein Zöllner mehr. Er hat den Beruf des Zöllners an den Nagel gehängt, hat sich davon bekehrt. Aber er lädt jetzt all diese Zöllner zu sich ein und nicht nur Zöllner, sondern auch allgemein Sünder.
[8:44] Jetzt, wenn die Bibel hier von Sündern spricht, will sie damit sagen, dass die anderen, die nicht eingeladen waren, alle sündlos waren? Oder was soll dieser Begriff Sünder ausdrücken? Was soll damit gesagt werden? Vielleicht Leute in der Unterschicht, ja. Leute, die ganz offensichtlich in offener Sünde leben, die in offener Rebellion gegen Gott leben, die von jedermann ganz deutlich als Sünder identifiziert werden können, die kommen alle hierher. Aber was interessant ist, wenn wir zurück zu Markus gehen, schaut mal in Markus 2, Vers 15, da wird was gesagt von diesen Sündern und diesen Zöllnern. Habt ihr das gesehen?
[9:36] Es heißt ja: „Und es geschah, als er in dessen Haus zu Tisch saß, dass auch viele Zöllner und Sünder sich mit Jesus und seinen Jüngern an den Tisch setzten, denn es waren viele, die ihm nachfolgten.“ Mit anderen Worten, da gab es viele Menschen, die eigentlich, wir würden sagen, die waren noch nicht reich für die Taufe, aber die waren einfach aus Interesse, folgten die so den Predigten von Jesus. Die kamen einfach aus Neugier, aus Interesse und waren dabei, wenn Jesus predigte, wenn er heilte. Und Levi, Matthäus, lädt sie alle ein, alle, so viel sein Haus gefasst hat, lädt alle ein.
[10:15] Ellen White sagt, unter den Zöllnern gab es ein großes Interesse. Ihre Herzen waren zum göttlichen Lehrer hingezogen. Und in der Freude, dass sie jetzt Apostel sein konnte, hat sich Matthäus gewünscht, seine ehemaligen Kollegen zu Jesus zu bringen. Das ist eine Frage, oder? Wie stark ist unser Wunsch, Menschen, die wir gut kennen, zu Jesus zu bringen? Ja, man könnte auch sagen, okay, ich verlasse meinen Beruf, nicht wahr? Ich lasse das alles sein, nicht wahr? Mein altes, dünniges Leben und damit habe ich nichts mehr zu tun und jetzt lebe ich mit Jesus, so für mich. Aber der Levi, Matthäus sagt: „Okay, da gibt es viele Menschen, mit denen ich eigentlich Kontakt habe oder Kontakt gehabt habe, mit denen ich viel Zeit verbracht habe und die kennen Jesus noch nicht. Hey, ich muss sie zu Jesus bringen.“ Das war seine Idee.
[11:13] Und dann sagt er: „So hat er ein Fest in seinem eigenen Haus gemacht.“ Also hat sich noch niemand zu einer Predigt eingeladen, hat sich einfach zu seinem eigenen Haus eingeladen. Auch viele andere, die von sehr zweifelhaftem Ruf waren und die von ihren Nachbarn gemieden wurden. Kennt ihr Leute in eurer Nachbarschaft, die ihr eher meiden würdet oder die gemieden werden von anderen Nachbarn? Also Leute, die so ein bisschen komisch sind. Also man hat ja manchmal Nachbarn und Nachbarn, oder? Manche Nachbarn, mit denen versteht man sich ganz gut, die sind irgendwie so ganz, ganz, ganz normal. Und dann gibt es noch Leute, die sind ein bisschen zwielichtig, oder? Und der Levi, Matthäus, der lädt solche Leute ein und zwar zu sich nach Hause. Das ist ein großer Hauskreis, sozusagen. Ein Hauskreis mit allen, die sonst nirgendwo eingeladen werden zum Hauskreis und sagt: „Ihr müsst Jesus finden.“
[12:01] Das ist interessant, oder? Jetzt, warum hat er das Fest gemacht? Hat er Geburtstag gehabt? War das ein Hochzeitsjubiläum? Hat er eine Prüfung bestanden? Warum hat er das Fest gemacht? Oder war es einfach nur Party, weil Wochenende war? Warum hat er das Fest gemacht? Du hast ja vorgelesen, dass er aus Dankbarkeit ein Apostel geworden ist. Ja, aus Dankbarkeit, genau. Ellen White sagt, die Entertainment, die Unterhaltung, die Unterhaltung, also es war quasi, es sollte unterhaltsam sein. Es war jetzt nicht nur eine Bibelstunde, sondern er hat sie eingeladen, es war quasi ein soziales Zusammensein. Einfach erzählen und so. Wurde zu Ehren von Jesus gegeben. Da stecken ja zwei Ideen drin. Erstens, man kann auch unterhaltsame Gemeinschaft haben zu Ehren von Jesus. Zweitens, wenn wir unterhaltsame Gemeinschaft haben, sollte sie zu Ehren Jesu sein. Das geht nämlich auch, also es gibt es auch ohne, nicht wahr?
[13:07] Das ist sehr interessant, weil wir vielleicht manchmal so in unserem Kopf haben, wo Jesus ist, da ist Predigt und da ist Bibelstunde, da ist Gesang, Gebet und so. Und vielleicht noch Missionseinsatz. Und wenn wir dann vielleicht irgendwie so einfach nur so Freizeit haben, dann denken wir vielleicht nicht unbedingt immer, dass das zu Ehren von Jesus ist. Aber so hat das Matthäus verstanden und Jesus hat nicht gezögert, diese freundliche Einladung anzunehmen.
[13:38] Interessant, er wusste, dass das einen Anstoß für die Pharisäer sein würde und dass er auch in den Augen der Leute jetzt so ein bisschen kompromittiert wäre. Kennt ihr das? Also das gibt es manchmal, wenn man etwas für Gott tut, dass man plötzlich mit Menschen in Kontakt kommt, wo andere sagen: „Wieso bist du bei denen?“ Also ich hatte das jetzt, ich weiß nicht, ob ich das über Livestream sagen kann. Kann ich das über Livestream erzählen? Naja, eigentlich nicht. Ich war ja vor kurzem in Thüringen, habe diesen Vortrag gehalten vor einem Verein, der sich mit alternativen Medien beschäftigte und der zum Teil aus Reichsbürgern bestand. Also Leute, von denen viele denken: „Meine Güte, gefährlich, staatsgefährlich, mit denen wir nichts zu tun haben.“ Und manch einer hat mir den Rat gegeben: „Christopher, geh da nicht hin, weil wenn dann jemand rauskriegt, dass du da eine Predigt gehalten hast, einen Vortrag gehalten hast, dann wirst du irgendwie dann, das könnte es negativ sein, dann bringen die dich damit in Verbindung.“
[14:57] Ich habe lange darüber nachgedacht. Jesus ging zu den Zöllnern, oder? Ellen White war übrigens bei den größten Fanatikern oft, gerade nach 1844. Und das haben immer die anderen ausgelegt. Ja, Ellen White ist eine Fanatikerin, Jesus ist hier so ein Sünder. Nein, nein, nein, nein, nein. Das Evangelium zwingt uns manchmal, zu Menschen zu gehen, von den anderen sich distanzieren. Aber wenn wir uns distanzieren, haben wir diese einfache Lektion von Jesus nicht verstanden.
[15:27] Und dann kommt ein ganz interessanter Satz, der sagt: „Keine Frage der Politik konnte sein Verhalten beeinflussen.“ Der hat nie gedacht: „Ist es jetzt politisch gut?“ Der hat nie überlegt: „Nützt mir das später was in meinem Lauf?“ Der hat einfach gesagt: „Ist es jetzt richtig? Muss das jetzt geschehen? Ist das jetzt Gottes Wille?“ Egal, was das für meinen Ruf bedeutet. Das fand ich sehr interessant, weil so oft auch in der Gemeinde überlegen wir: „Ja, das wäre schon gut, aber wenn ich das jetzt mache, dann schadet das vielleicht meinem Ruf.“ Und aufgrund des Rufes muss ich überlegen, ich bin nicht vorsichtig oder dies und jenes.
[15:59] Jesus hat so nicht gedacht, er hat nicht politisch gedacht, hat ihn gar nicht interessiert. Für ihn waren äußerliche Unterschiede nichts. Es hat für ihn kein Gewicht gehabt. Das, was ihn wirklich angesprochen hat im Herzen, war eine Seele, die nach dem Wasser des Lebens dürstete.
[16:19] Und dann sagt sie, übrigens, gehen wir zu Markus 2, Vers 16. Also Jesus ist jetzt da und sie sagt, er war als geehrter Gast da und hat seine Sympathie gezeigt, seine Freundlichkeit. Sie spricht von seiner sozialen Freundlichkeit. Sie sagt, das hat gezeigt, dass er die Würde der Menschheit respektiert hat. Jesus hat Menschen einfach als Menschen gewertschätzt, egal ob sie was geleistet haben, ob sie gut oder böse waren. Die Tatsache, dass sie Menschen waren, war für ihn Grund genug, freundlich zu ihnen zu sein. Denkt man darüber nach, wie oft ist es bei uns, dass wir Menschen einfach deswegen wertschätzen, weil sie Menschen sind und nicht, weil sie einfach nett sind oder gut oder freundlich oder was. Sie als Menschen wertgeschätzt.
[17:06] Und dann sagt sie, dass neue Impulse erwacht bei ihnen und die Möglichkeit eines neuen Lebens hat sich gezeigt. Also Markus 2, Vers 16. Wer mag das mal lesen?
[17:16] Und als die Schriftgelehrten und Pharisäer sahen, dass er mit den Zöllnern und Sündern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: „Warum isst und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern?“ Welche Worte werden hier ständig betont in diesen beiden Versen? Zöllner und Sünder. Was isst er mit den Zöllnern und Sündern? Das war ein richtiger Anstoß für die Pharisäer.
[17:51] Nun, jetzt gibt es eine interessante Idee hier. Schaut mal mit mir in Jesaja 65.
[18:01] Jesaja 65 und dort Vers 5. Da kommt diese Geisteshaltung zum Ausdruck. Wie kann man nur mit Sündern an einem Tisch sitzen? Wie kann man nur mit denen gemeinsame Sachen machen? Muss man sich nicht von denen distanzieren? Jesaja 65 und dort Vers 5. Wer mag den mal lesen?
[18:26] „Dabei können sie noch sagen: Bleibe für dich, rühre mich nicht an, denn ich bin heiliger als du. Solche sind ein Rauch in meiner Nase.“ Genau. Das ist die Idee. Ich bin heiliger als du, bleib wo du bist, rühre mich nicht an. Wenn ich auch nur in der Nähe bin, dann wird vielleicht eine Unreinheit auf mich übergehen. Das sind die Pharisäer damals so gewesen. Kennt jemand eine Gruppe, die noch schlimmer war als die Pharisäer? Die Pharisäer waren anders, die waren so mehr weltlich. Das waren so die Liberalen, die haben so mehr mit den Römern und den Griechen gemeinsame Sachen gemacht. Die Pharisäer waren ja so streng, die wollen mit nichts zu tun haben. Aber es gab noch eine Gruppe, die war noch schlimmer als die Pharisäer diesbezüglich. Die Zeloten. Das waren mehr so die Mörder. Das waren die Meuchelmörder, die Attentäter, die Terroristen. Das waren die Essener. Schon mal was in der Bibel von den Essenern gehört? Es gab ja die Pharisäer, die Sadduzäer, die Zeloten und die Essener. Habt ihr schon mal was von den Essenern gehört? Es gibt einen einfachen Grund, warum hat man noch nie was von den Essenern in der Bibel gehört? Die waren so heilig, dass sie glaubten, dass es sie unheilig macht, wenn sie in Israel leben unter den anderen Menschen. Deswegen sind sie in ihre heiligen Höhlen gezogen und haben dort in den Höhlen von Qumran und anderswo für sich alleine gelebt. Die haben quasi gesagt: „Israel ist Babylon. Wir gründen unser eigenes Ding, wir wollen mit dem nichts zu tun haben.“ Die sind so abgefallen, mit dem können wir nicht mal zusammen leben. Die haben übrigens eine sehr gute literarische Arbeit gemacht. Sie haben ganz viele Bücher übersetzt, die ganzen Buchrollen, die ganzen Schriftrollen vom Toten Meer kommen von den Essenern. Also haben sogar durchaus was Gutes gemacht. Aber hier kommt es. Jesus hat mit Pharisäern zu tun gehabt, oder? Hat er mit Zeloten zu tun gehabt? Einer war sogar in seiner Jüngerschaft. Hat er mit Sadduzäern zu tun gehabt? Mit allen. Hat er was mit Essenern zu tun gehabt? Die waren zu heilig, die konnten ihn nicht mal treffen, weil Jesus kam zu seinem Volk und die Essener waren so heilig, die haben nicht mal gemerkt, dass er da war, weil sie sich abgesondert haben von allen.
[20:42] Eine ganz interessante Idee. Heiligkeit besteht nicht daran, dass ich mich von anderen absondere, sondern Heiligkeit besteht daran, dass ich so bin wie Jesus. Und Jesus saß mit den Zöllnern und Sündern zu Tisch. Nicht um von ihnen zu lernen, sondern um ihnen ein Vorbild zu geben.
[20:54] Nun, aber Jesaja 65 Vers 5 ist interessant, weil Jesaja 65 hatten wir ja vor kurzem schon mal. Was ist denn in Vers 4 beschrieben? Schaut mal in Vers 4. Vers 4 heißt es: „Es geht um das Volk, das in Gräbern wohnt und in Höhlen übernachtet, Schweinefleisch isst und Gräuelbrühe in seinen Schüsseln hat.“ Könnt ihr euch erinnern, wie wir das bei der letzten Geschichte angeschaut haben? Da gab es doch jemanden, der in Höhlen übernachtet hat. Wer war das mit den Höhlen? Die Besessenen. Dann gab es Leute, die was mit Schweinen zu tun hatten. Wer war das? Die Stadtbewohner von Gerasa, also von Gedara. Jetzt gibt es also hier drei Ideen: die in den Höhlen wohnen, dann die mit Schweinefleisch und dann die so superheiligen. Und die sind alle quasi, hier werden beschrieben als ein Volk. Und das Kuriose ist, Jesus hat jetzt nacheinander mit allen dreien in der Reihenfolge zu tun. Erst mit den Besessenen, die in den Höhlen leben. Dann hat er zu tun mit den Menschen von Gedara, die ihre Schweine verlieren. Und dann kommt er auf die andere Seite des Sees und die nächste Geschichte, die in der Bibel chronologisch darüber berichtet ist, dass er mit Leuten zu tun hat, die sagen: „Wir sind heiliger als die anderen.“ Das ergibt ein gesamtes Volk.
[22:20] Jetzt, von diesen drei Gruppen, wer war menschlich gesehen, wenn man jetzt die Gefahr, also das war einmal die Besessenen, dann die Gardarener und die Pharisäer. Wer von denen war menschlich gesehen am weitesten weg von Gott? Die Besessenen, oder? Und wer war menschlich gesehen am nächsten zu Gott? Die Pharisäer. Jetzt, wer hat am meisten von Jesus profitiert? Die Besessenen haben total profitiert, die wurden nämlich geheilt. Die Gardarener, die haben ihn weggeschickt, aber sie haben zumindest ein Zeugnis zurückbekommen. Die Pharisäer sind von allen drei die Schlimmsten. Also, wenn man jetzt die drei Aspekte anschaut, die in Höhlen leben, Schweinefleisch essen und die sagen: „Ich bin heiliger als du.“ Denen konnte Jesus helfen, denen konnte ein bisschen helfen, die lassen sich gar nicht helfen.
[23:22] Es ist ganz interessant, wie Jesaja 65 hier diese Geschichte so ein bisschen umrahmt. Schaut mal in Hebräer 12 Vers 3, da gibt es etwas ganz Interessantes.
[23:32] Hebräer 12 Vers 3, da heißt es nämlich: Wer mag den mal lesen? Hebräer 12 Vers 3.
[23:40] „Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert.“ Genau. Also, von wem ist hier die Rede? Von Jesus, oder? Jesus hat Widerspruch erlitten, ihm wurde widersprochen. Gemäß Hebräer 12, von wem wurde ihm widersprochen? Von Sündern. Okay, jetzt in unserer Geschichte, wer widerspricht Jesus? In der Geschichte, in den Geschichten? Die Pharisäer.
[24:17] Jetzt die Pointe an der Sache ist, in der ganzen Geschichte, ja, da kommen die Zöllner und die Sünder, aber die widersprechen Jesus nicht, sondern wer widerspricht? Die Pharisäer, die stehen ihm entgegen. Und Hebräer sagt, die, die ihm entgegenstehen, das waren die wahren Sünder. Das heißt, während die Pharisäer sagen: „Wie kannst du mit diesen Sündern essen?“, sagt die Bibel, waren sie eigentlich die schlimmsten Sünder selbst.
[24:47] Ellen White sagt das sogar, ganz explizit. Sie sagt: „Obwohl die Pharisäer von sich so hoch dachten, waren sie wirklich in einer schlimmeren Situation als diejenigen, die sie verachtet haben.“ Das ist gar nicht so einfach zu sehen, oder? Wenn man auf andere herabschaut, dass man noch schlimmer ist. Es ist gar nicht so einfach zu sehen. Die Zöllner waren weniger selbstverliebt sozusagen und waren offener für den Einfluss der Wahrheit. Obwohl die Pharisäer sich sehr gut in der Bibel auskannten, waren sie weniger offen für Gottes Geist als die Zöllner, die noch gar nichts wussten.
[25:38] Und es stellt sich jetzt die Frage für mich und für dich und für uns alle: Wie offen sind wir für den Einfluss von Jesus, für seinen Geist? Weil das passiert uns allen, oder? Mal, dass man sich denkt: „Meine Güte, was ist das denn für jemand?“ Also das würden wir vielleicht nicht sagen, aber gedacht haben wir es bestimmt schon mal in unserem Leben, oder? Dass wir auf andere abschauen und denken, dass wir vielleicht heiliger sind als andere.
[25:59] Nun, das Interessante ist, in Lukas 5, da wird ja auch diese Geschichte beschrieben. In Lukas 5 und dort Vers 30, da heißt es: „Und die Schriftgelehrten unter ihnen und die Pharisäer murrten gegen seine Jünger und sprachen: Warum esst und trinkt ihr mit Zöllnern und Sündern?“ Jetzt, bei Lukas ist es auch besonders interessant, weil im selben Kapitel vorher, ein bisschen weiter vorher, spricht es schon mal über die Pharisäer. Schaut mal mit mir in Lukas 5 und dort Vers 21. Wer mag mal Lukas 5 Vers 21 lesen? Das ist zwar chronologisch ganz woanders, aber im Lukas-Evangelium ganz naheinander gerückt und so wird die Parallele ein bisschen gezogen.
[26:50] Wer mag mal Lukas 5 Vers 21 lesen? „Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an, sich Gedanken zu machen und sprachen: Wer ist dieser, der solche Lästerungen ausspricht? Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?“ Genau. Das ist eine andere Geschichte, wo die Pharisäer auch so quasi so im Widerspruch zu Jesus sind. Weiß jemand noch, welche Geschichte das hier ist? Bei welcher Geschichte sagen die das? Der Gelähmte, der durchs Dach getragen wird, nicht wahr? Wo das Dach aufgemacht wird und dann runterkommt.
[27:16] Das Interessante, was Lukas hier beschreibt in Vers 17 ist jetzt folgendes. Lukas 5 Vers 17: „Und es begab sich an einem Tag, da er lehrte und es saßen Pharisäer da und Gesetzeslehrer, die aus allen Dörfern von Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren und die Kraft des Herrn war da, um sie zu heilen.“ Was jetzt Lukas hier sagt, ist sehr interessant. Er sagt, Jesus heilte und die Pharisäer waren anwesend und Lukas betont, die Kraft, die heilende Kraft Gottes war da. Was ist mit den Pharisäern? Was machen sie? Sie sagen: „Hier ist ein Gotteslästerer.“
[28:03] Was uns zeigt, man kann in einem Gottesdienstraum sitzen, in dem die heilende Kraft des Evangeliums anwesend ist, wo der Heilige Geist wirkt und es kann völlig an einem vorbeigehen. Das ist total möglich, weil manchmal denken so Leute, hier ist der Heilige Geist und wenn der Heilige Geist da ist, dann kommt quasi jeder, der in diesem Raum vielleicht ist oder so, automatisch mit dem Heiligen Geist in Verbindung. Aber hier haben wir ein gutes Beispiel, dass die Tatsache, dass jemand völlig unempfänglich ist dafür, nicht bedeutet, dass der Geist nicht mächtig gewirkt hat. Denn hier hat der Geist mächtig gewirkt, oder? Der hat super mächtig gewirkt. Der ist aufgesprungen, der ist von seinen Sünden geheilt worden, der Kranke. Und viele Leute sind geheilt worden. Aber die Kraft Gottes wirkt nur an denen, die irgendwie dafür offen sind. Und wenn man nicht dafür offen ist, für die Veränderung, die Gott geben möchte, für seinen Geist, dann geht es einem wie die Pharisäer, die einfach es nicht merken.
[29:06] Und so ist es jetzt auch bei diesem Fest. In welcher Form war denn hier die Kraft Gottes anwesend? Es sind jetzt ja keine Zöllner geheilt worden sozusagen. Woran hat sich die Kraft Gottes hier gezeigt? Wie würdet ihr das beschreiben, bei diesem Fest? Was hätten die sehen können, wenn sie gewollt hätten? Was hätten sie sehen können? Zum Beispiel, wie sich der Zöllner Matthäus verändert hat. Sie hätten die Veränderung von Matthäus sehen können. Sehen können, wie die Kraft Gottes schon gewirkt hat. Okay, was hätten sie noch sehen können? Oh, dass so viele Interesse haben. Das Interesse gibt an Jesus. Okay.
[29:44] Was hätten sie noch sehen können? Also, nehmen wir mal an, ihr wärt eingeladen worden zu diesem Fest. Und ihr könnt jetzt mit einer Zeitreise zurückreisen. Und ihr würdet jetzt direkt gebeamt werden in dieses Fest von Levi Matthäus, in diesen Raum. Worauf würdet ihr achten, wenn ihr jetzt dabei wärt? Wonach würdet ihr Ausschau halten? Das würde ich euch anschauen. Würdet ihr besonders die Speisekarte im Blick haben? Wonach würdet ihr schauen? Ja, ihr würdet schauen auf die Freundlichkeit von Jesus, seine Sympathie. Welche Worte er gesagt hat, wie er geschaut hat, wie er vielleicht den einen an den Arm genommen hat. Das wäre doch irgendwas, wo wir denken würden, das könnte man lernen, oder? Das war genau das, was jeder hätte lernen können, der da war. Aber diese Freundlichkeit und diese Höflichkeit, dieses Interesse an den Menschen war für die Pharisäer irgendwie nicht beachtenswert. Das haben die nicht realisiert. Und das kann uns auch passieren, dass wir genau diese Eigenschaften Jesu irgendwie vielleicht nicht bemerken.
[30:39] Aber noch ein Detail. Ist euch aufgefallen, hier in Vers 30 von Lukas 5, hier gibt es auch ein Detail. Ist euch aufgefallen, dass es hier etwas anders geschrieben steht als in Markus? Sie murrten gegen die Jünger und fragen: „Warum esst und trinkt ihr?“ Was haben sie in Markus gefragt? „Warum isst er?“ Und er meint Jesus und ihr meint die Jünger.
[31:13] Der Satan kämpft manchmal gegen Jesus, indem er gegen die Nachfolger Jesu kämpft. Denn er weiß, wenn er die Nachfolger verliert, trifft er Jesus ohne weiteres. Ganz interessant. Ein Angriff auf die Jünger. Ellen White sagt sogar, die Pharisäer haben sich sogar entschieden, das war mit Planung, dass sie durch die Jünger wirken wollten. Sie wollten ihre Vorurteile hervorrufen und haben dadurch gehofft, die Jünger vom Meister zu trennen. Es war ihre Politik, vor Christus die Jünger anzuklagen und vor den Jüngern Christus anzuklagen. Und wenn ihr Menschen trefft, die ständig andere anklagen und dadurch Spaltung verursachen, dann habt ihr wahrscheinlich Pharisäer vor euch. Ihr Ziel war es, die Pfeile dorthin zu werfen, wo sie am meisten verwunden würden. So hat Satan im Himmel Unzufriedenheit gesät und so weiter und so fort.
[32:31] Jetzt Vers 31. Was passiert? Wer mag Vers 31 lesen? Lukas 5, Vers 31.
[32:44] „Und Jesus antwortet und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken.“ Genau. Was macht Jesus, als er sieht, die Pharisäer kommen zu seinen Jüngern und fangen an zu sagen: „Ist das eigentlich gut, nicht wahr? Das wird eurem Ruf schaden.“ Was macht Jesus? Jesus antwortet auf die Attacke der Pharisäer an die Jünger. Jesus wartet nicht einfach und sagt: „Naja, ich bin mal gespannt, was meine Jünger jetzt sich daraus machen. Ich bin mal gespannt, wie sie heute Abend mit mir reden.“ Sondern Jesus greift direkt ein. Das ist auch interessant. Wenn ihr seht, wie jemand eure geistlichen Freunde versucht, abspenstig zu machen, wartet nicht einfach und sagt: „Naja“, sondern greift ein. Jesus hat sofort eingegriffen. Jesus hat das persönlich genommen. Er wusste, ein Angriff auf seine Jünger ist ein Angriff auf ihn.
[33:40] Nun, das ist ein interessanter Satz, oder? Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Schauen wir mal in Markus 2, Vers 17, genau gleich formuliert, aber können wir lesen auch Markus 2, Vers 17. Da haben wir es komplett dann.
[34:00] Markus 2, Vers 17. „Als Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.“ Im Griechischen ist es sehr deutlich betont: „Keinen Bedarf haben die Starken für den Arzt.“ Die brauchen ihn nicht. Dieses nicht brauchen wird sehr deutlich betont durch die Wortstellung. Also er sagt: „Einen Arzt, keinen Bedarf haben die Starken, aber die Schwachen, die Sünder.“
[34:34] Natürlich wollte Jesus ihnen deutlich machen: „Hey, ihr seid auch Sünder.“ Jesus ist nicht gekommen, um Heiligen zu sagen: „Ihr seid toll.“ Jesus ist gekommen, um Menschen zu retten, die sich auf dem Irrweg befinden. Zu denen ist er gekommen und für die ist er da. Und wenn wir mit Jesus sind, wir dort bei den Menschen, die Jesus retten möchte. Das ist die Idee.
[35:06] Nun, das Interessante ist, in Matthäus 9 gibt es noch einen Zusatz, in Matthäus 9 und dort Vers 13. Jesus, und interessant ist, dass nur Matthäus diesen Zusatz noch berichtet und ihr werdet gleich ahnen warum. Matthäus 9, Vers 13. In Vers 12 heißt es ja: „Geht aber, als er es hörte, sprach zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das heißt: Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.“
[35:39] Warum ist es wohl gerade Matthäus, der diesen Zusatz Anfang 13 noch zitiert? Weil er Zöllner war, ja. Matthäus hat eine Angewohnheit mehr als Markus und Lukas. Matthäus hat immer wieder Bezüge zum Alten Testament. Und deswegen ist es für Matthäus auch nur selbstverständlich, wenn Jesus das Alte Testament zitiert, dass er das Alte Testament natürlich hier dann auch das auch noch mitschreibt. Woher kommt diese Passage? „Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer.“
[36:05] Ja, da gibt es bei Samuel auch so ähnlich, aber es ist direkt ein Zitat aus Hosea. Schauen wir mal in Hosea 6 und dort Vers 6. Übrigens, Jesus hat das mehrmals zitiert. Schauen wir mal, in Hosea 6 und dort Vers 6.
[36:23] Hosea 6 Vers 6, das ist dieser Aufruf zur Umkehr am Anfang von Hosea 6 und dann heißt es in Hosea 6 Vers 6: „Und jetzt achtet, im Hebräischen ist es ein bisschen anders von der Formulierung. Denn an Liebe habe ich wohl gefallen und nicht am Opfer, an der Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern.“
[36:52] Wie war das noch mit Matthäus? Was hat Matthäus gesagt oder was hat Jesus zitiert in Matthäus 9? Er sagt: „Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer.“ Aber das Hebräische meint nicht nur Barmherzigkeit, das heißt auch Bundestreue und es meint vor allem auch Liebe. Das heißt nicht nur Barmherzigkeit im Sinne von, naja, ich bin einfach so, ich gebe in Almosen, ja, ich bin irgendwie für die Armen da, weil das meine so christliche Pflicht ist, sondern das ist Barmherzigkeit aus echter Liebe, aus echter Nächstenliebe, den anderen gern zu mögen, so wie er es auch, wenn er völlig daneben ist momentan, ihn zu mögen. Und Gott sagt, das gefällt mir noch mehr, als wenn ein Opfer bringt. Ich habe mehr gefallen an echter Liebe als an Opfern und dann interessant die Verbindung oder an Gotteserkenntnis als an Brandopfern. Wenn es ein Parallelismus ist, dann ist die Gotteserkenntnis was? Was bedeutet es Gott zu erkennen? Diese Liebe zu sehen und das ist genau das, was die Pharisäer nicht gesehen haben. Die Pharisäer haben nur gesehen, das sind Leute, die müssten eigentlich opfern und sie opfern auch nicht. Die sind nicht bekehrt, die haben noch nicht, die sehen nicht die Liebe in den Augen Jesu und erkennen deswegen nicht, dass er Gott ist. Sie haben keine Gotteserkenntnis.
[38:02] Übrigens, die gleiche Idee findet sich auch in den Sprüchen. Schaut mal Sprüche 21 und dort Vers 3.
[38:10] Sprüche 21 und dort Vers 3. Wer mag den mal schnell lesen?
[38:20] „Recht und Gerechtigkeit üben ist dem Herrn lieber als Opfer.“ Genau. Kommt mehrmals vor und dann kennt ihr vielleicht auch Micha 6, Vers 6 bis 8.
[38:31] Micha 6, Vers 6 bis 8, den kann ich mal lesen. Und zwar heißt es dort: „Womit soll ich vor den Herrn treten? Mich beugen vor dem erhabenen Gott? Soll ich mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern vor ihn treten? Hat der Herr wohlgefallen an tausenden von Widdern oder an unzähligen Strömen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen geben für meine Übertretung, die Frucht meines Leibes für die Sünde meiner Seele?“ Es ist dir gesagt, oh Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert. Ihr kennt den Vers, oder? Im Kontext geht es darum, wie viel Opfer muss ich bringen, was muss ich alles machen? Was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott. Das ist das, wonach Gott schaut. Er sucht Menschen, die echte Liebe für andere haben und er sucht Menschen, die demütig mit Gott gehen und er sucht Menschen, die deswegen das Richtige tun, weil es richtig ist.
[39:26] Und Jesus zeigt das nicht nur den Jüngern, nicht nur den Pharisäern, er zeigt es allen, die da jetzt da sind. So ist eigentlich Gott und er ruft Sünde zur Buße. Wer war es denn, der zuerst die Buße gepredigt hatte? Ja, das ist der Täufer. Und Jesus hat dieselbe Botschaft gepredigt: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“ Und so sieht das praktisch aus. Sünder zur Buße rufen ist nicht nur in der Wüste mit Kamelhaar stehen und eine Predigt halten. Ja, es ist nicht nur von Dorf zu Dorf ziehen und in Synagoge und Synagoge predigen und dann eine Gesundheitsorganisation zu machen. Es bedeutet manchmal einfach nur die Leute einzuladen, um mit ihnen zu essen. Das ist auch Sünder zur Buße rufen, weil Jesus hat hier keine Predigt gehalten, er hatte keinen Vortrag gehalten. Er hat einfach mit den Leuten gegessen, hat mit ihnen gesprochen über ihren Alltag und hat versucht ihnen zu zeigen: „So bin ich. Das könnt ihr von Gott lernen.“
[40:28] Und ich meine, es gibt kein anderes Thema in der Bibel, das so stark in der Bibel betont wird, wie die Idee, dass ein Sünder gerettet werden kann, oder? Kennt ihr so spontan vielleicht ein oder zwei Verheißungen der Bibel, dass Menschen, die von Gott sich entfernt haben, die in Sünde gefallen sind, dass die umkehren können? Kennt ihr Verheißungen, spontan eine durchfällt? Dass Gott uns wieder reinwaschen möchte von der Sünde, dass er uns zur Buße ruft, dass wir, wenn wir umkehren, dass wir gerettet werden?
[40:58] Ja, 1. Johannes 1, Vers 9: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ Sehr gut. Kennt ihr noch welche? Das sind so Sachen, die, wenn wir sonst keine Bibeltexte kennen, aber die sollten wir kennen, um uns so ein bisschen zu wappnen. „Kommt her zu mir, alle, die müde und beladen seid“, nicht wahr? Matthäus 11, genau. Was noch? Ja, genau, danke schön. Kennt ihr Jesaja 1, Vers 18? „Kommt, lasst uns miteinander rechten. Wenn eure Sünden blutrot sind, wie scharlach sollen sie werden weiß wie Schnee.“ Oder Jesaja 55, ich gebe nur ein paar Beispiele.
[41:42] Jesaja 55, und dort Vers 6 und 7: „Sucht den Herrn, solange er zu finden ist, ruft ihn an, während er nahe ist. Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Gedanken und er kehre um zu dem Herrn, so wird er sich über ihn erbarmen und zu seinem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung, denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr.“ Also, wenn man da die Bibel durchsucht, tonnenweise Verheißungen, ja, und die müssen wir kennen. Wir müssen uns mehr mit diesen Verheißungen beschäftigen. Die brauchen wir erstmal für uns selbst und dann auch für andere.
[42:33] Ja, er sagt, ich zirre deine Übertretung wie eine Nebel. Er sagt, wenn wir im Licht sind, wird er uns, wenn wir im Licht wandeln, wer im Licht ist, wird er uns reinigen und das Blut Jesu von aller Sünde. Und da gibt es so viel, so viel mehr.
[42:49] Die Kraft Gottes ist in der Lage, Menschen zu verändern, anzusprechen und in ihnen ein Interesse am Evangelium zu erwecken. Und Ellen White sagt, bei solchen Versammlungen, das muss also mehrmals passiert sein, das war wohl nicht das Einzige im Leben von Jesus, sind nicht wenige durch die Lehren von Jesus beeindruckt worden, die ihn allerdings erst nach seiner Himmelfahrt bekannt haben. Mit anderen Worten, da sitzen viele Pharisäer und hören zu und die stehen nicht alle auf und lassen sich taufen und nicht alle gehen sofort und sagen: „Wir werden jetzt, also wie die beiden, wir werden jetzt Missionare.“ Viele von denen sind beeindruckt und sagen keinen Ton und erst lange später, nach der Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt, erst dann sagen sie: „Übrigens, wir folgen auch Jesus.“
[43:50] Sie sagt, als der Heilige Geist ausgegossen worden ist und sich 3000 an einem Tag bekehrt haben, waren unter den 3000 viele, die zum ersten Mal die Wahrheit genau bei diesem Fest gehört haben. Was für ein Anblick muss das für Matthäus gewesen sein? Wir fokussieren uns auf Petrus, der dort spricht und die Predigt hält und vom Heiligen Geist erfüllt. Aber stellt euch vor, ihr seid Matthäus und ihr seht plötzlich, der Petrus macht einen Aufruf, ich weiß nicht, ob es Musik gab oder nicht, der macht einen Aufruf und auf diesem Marktplatz in Jerusalem kommen 3000 Leute nach vorne und wollen getauft werden und Levi Matthäus sieht: „Hey, mein Freund, mein Freund, mein Mitarbeiter, der Zöllner, den habe ich auch eingeladen, die kommen alle nach vorne.“
[44:38] Der Erfolg zeigt sich nicht immer sofort. Wir mögen manchmal mehr die Geschichten wie diese hier, nicht wahr? Da kommt jemand zu Jesus und der ist innerhalb von Minuten von einem Besessenen zu einem Missionar geworden. Spektakulär, aber das ist nicht minder spektakulär, wenn Leute nach längerer Zeit sich für Jesus entscheiden.
[45:03] Was muss das für eine Freude für Levi Matthäus gewesen sein? Vielleicht hat er sich gedacht: „Ich hätte noch mehr Feste machen sollen, noch mehr Leute einladen sollen, wenn das solch eine Frucht hat, wenn der Heilige Geist ausgegossen wird.“ Und dann sagt sie: „Und einige von diesen wurden dann Botschafter des Evangeliums, einige sind dann später Missionare geworden.“
[45:22] Dann sagt sie, für Matthäus selbst war das Beispiel von Jesus bei diesem Fest eine beständige Lektion. Der verachtete Zöllner wurde einer der hingegebensten Evangelisten und ist in seinem Dienst den Fußspuren Jesu ganz eng gefolgt. Matthäus hat das nie vergessen, dass Jesus diese Gelegenheit, es war einfach nur ein gemeinsames Essen, genutzt hat, um Menschen zu erreichen.
[45:52] Wie oft sind wir einfach mit Freunden zusammen und lassen solche Gelegenheiten verstreichen? Wir müssen nicht mehr eine Predigt halten, wir müssen nicht eine Gebetsgemeinschaft initiieren. Wir können durch unser Verhalten und durch die Worte und die Gespräche, die wir haben, einen Einfluss sein für den Heiligen Geist, um andere Herzen zu erreichen. Um uns das vorzunehmen, das zu sein und von Jesus zu lernen, dann lassen wir uns noch niederknien und beten.
[46:31] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass Jesus nicht nur ein großartiger Prediger war, der wunderbar Gleichnisse erzählen konnte, dass er nicht nur den Sturm und die Wellen stillen konnte, dass er nicht nur es mit tausenden Dämonen aufnehmen konnte, sondern dass er einfach auch Freude hatte an Gemeinschaft und selbst die gewöhnlichsten Begebenheiten wie gemeinsames Essen in etwas Geistliches verwandelt hat. Herr, schenke uns mehr von diesem Geist, der im Alltag, egal was wir tun, einen Blick dafür hat, wie wir zum Segen sein können für andere und dass wir echte Liebe zu anderen haben, nicht weil sie uns lieben oder weil sie nett sind oder weil sie irgendwie begabt sind, sondern weil sie Menschen sind. Danke, dass du uns gezeigt hast, dass Jesus jeden Menschen liebte, einfach weil er ein Mensch war, egal was er getan hat. Und so bitten wir dich, dass wir von diesem Geist erfüllt werden und danken dir, dass du das in uns tust. Im Namen von Jesus beten wir. Amen.
[47:40] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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