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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt von Christopher Kramp wird die biblische Begebenheit thematisiert, bei der die Jünger Johannes des Täufers Jesus und seine Jünger kritisieren, weil sie nicht fasten. Kramp beleuchtet die Hintergründe dieser Konfrontation und erklärt anhand von Gleichnissen und biblischen Texten, was wahres Fasten bedeutet und warum Jesus und seine Nachfolger zu dieser Zeit nicht fasteten. Die Botschaft unterstreicht die Wichtigkeit, das Neue im Evangelium nicht mit alten, starren Traditionen zu vermischen.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[5:00] Zeitpunkt ist Johannes der Täufer immer noch lebendig, ist noch nicht tot und seine Bewegung ist immer noch sehr stark. Sie war ja am Anfang die Bewegung schlechthin, während jetzt die von Jesus immer mehr an Zulauf gewonnen hat. Johannes hatte selbst ausgedrückt: „Ich muss abnehmen, er muss zunehmen.“ Wo befand sich Johannes zu dem Zeitpunkt? War er noch unterwegs und hat noch in Änen oder sonst irgendwo getauft, oder wo war Johannes? Er war schon seit längerer Zeit im Gefängnis. Das heißt, in welcher Stimmung haben sich wohl seine Jünger befunden? Die waren traurig, die waren vielleicht auch ein bisschen verunsichert, die waren ein bisschen führerlos.

[5:42] Also halten wir fest, es gab eine Reihe von Jüngern von Johannes, die sich selbst als Johannes im Gefängnis war, nicht Jesus angeschlossen haben. Das vergisst man so ein bisschen. Man sieht immer quasi Jesus und seine Jünger und dann die Pharisäer, Sadduzäer, das ganze Volk, aber man vergisst manchmal so ein bisschen, da gab es immer noch die Bewegung von Johannes. Da gab es viele, die eben nur bis zu Johannes gekommen sind, aber nicht zu Jesus gekommen sind. Also quasi Leute, die sich für die gegenwärtige Wahrheit und Prophetie interessiert haben, aber nicht für Jesus.

[6:12] Wichtiger Punkt jetzt: Die sagen jetzt hier: „Warum fasten wir und die?“ Und die? Ja, also wir, die Jünger von Johannes, wir und die Pharisäer. Also mit wem, also was machen die mit anderen Worten? Sie bauen eine Allianz auf mit den Pharisäern gegen Jesus. Jetzt theologisch: Waren sie eigentlich eher Jesus nahe oder eher den Pharisäern nahe? Theologisch Jesus. Ja, denn die Botschaft von Johannes war quasi dieselbe Botschaft wie die von Jesus, nur auch wenn Johannes der Täufer sie selbst nicht so gut verstanden hat wie Jesus, weil Jesus hat alleine sie perfekt gepredigt. Aber inhaltlich waren sie ja eigentlich den Lehren von Jesus viel näher als den Pharisäern.

[7:00] Und trotzdem, obwohl sie den Lehren von Jesus sehr viel näher waren, haben sie hier in dieser Gelegenheit sich eher mit den Pharisäern identifiziert. Warum wohl? Was meint ihr? Warum haben sie sich eher mit den Pharisäern identifiziert, als mit den Jüngern Jesu, die ihnen eigentlich ja näher hätten stehen müssen? Ja, genau, das ist gleich noch ein wesentlicher Punkt der ganzen Geschichte. Tradition braucht lange, um zu brechen, ja.

[7:24] Wer kam denn auf die Idee, diese Frage zu stellen? Ellen White sagt uns, dass die Pharisäer, die gerade sich schon wegen dem Festmahl beschwert haben, jetzt eine Gelegenheit gesucht haben, erneut für Ärger zu sorgen. Und dass die Pharisäer die Jünger des Johannes mobilisiert haben und gesagt haben: „Schaut mal, also wir fasten, ihr fastet auch, ja, wir haben Gemeinsamkeiten, aber die fasten nicht.“ Und haben dann die Jünger des Johannes vorgeschickt. Also dahinter standen eigentlich wieder die Pharisäer.

[8:13] Also das ist ganz interessant. Es geht ja um welches Thema? Es geht um das Thema vom Fasten. Was hat Jesus gerade gemacht? Ja, genau, das gab beim Essen, ja, beim Festmahl. Also das ist ein bisschen, die Geschichten sind nicht ohne Grund direkt nebeneinander. Jesus und seine Jünger sind bei einem Festmahl, da wird nicht gefastet, oder? Da wird auch nicht spärlich gegessen, da wird es ordentlich gegeben haben. Und jetzt kommen die Pharisäer, also die Jünger des Johannes, plus die Pharisäer im Hintergrund sozusagen und sagen: „Hey, wir fasten.“

[8:38] Kennt ihr noch eine Geschichte, wo es eine Kontroverse zwischen den Jüngern von Johannes und den Jüngern von Jesus gegeben hatte? Schon mal. Sind die schon mal aneinander geraten? Oder war es das erste Mal? Ich gebe euch einen Tipp, war schon relativ, ziemlich am Anfang eher in Johannes. Schaut mal in Johannes 3, lasst mal euren Finger hier, Johannes 3 und dort Vers 25. Wer mag das mal lesen? Johannes 3, Vers 25.

[9:22] „Es entstand nun eine Streitfrage von Seiten der Jünger des Johannes mit einem Juden über die Reinigung.“ Genau, das war dann die Geschichte, wo dann es auch um die Frage geht, wo sie dann zu Johannes kommen und sagen: „Schau mal, der tauft dort und du bist eigentlich der Täufer.“ Und Ellen White beschreibt, dass es da auch eine Diskussion gab zwischen den Jüngern Jesu und den Jüngern des Johannes.

[9:55] Das heißt, diese Jünger des Johannes, die haben enorm viel verstanden, die waren getauft, die haben Prophetie geglaubt, die haben die gegenwärtige Wahrheit angenommen, Gesundheitsreform, Kleidungsreform, alles, aber haben doch gegen die Jünger von Jesus manchmal so gestichelt, weil sie nicht Jesus gefolgt sind, sondern nur sehr vielen Wahrheiten. Ein ganz wichtiger Punkt: Es reicht nicht aus, ein Jünger des Johannes zu sein. Es reicht nicht aus, die prophetische Botschaft zu kennen und getauft zu sein und Kleidungsreform und Gesundheitsreform und alles Mögliche umzusetzen, wenn man nicht Jesus folgt. Das reicht dann nicht aus ohne Jesus.

[10:33] Jetzt sagen wir: „Wir fasten nicht.“ Schaut mal in Sprüche 20, Vers 6, da gibt es einen ganz interessanten Vers, der ist sehr praxisnah, glaube ich, und den kennen wir alle aus unserem eigenen Leben. Sprüche 20, Vers 6. Wer mag den mal lesen? Sprüche 20, Vers 6.

[10:52] „Die meisten Menschen rühmen ihre eigene Güte. Wer findet aber einen treuen Mann?“ Genau, das ist eigentlich fast allen Menschen irgendwie so eigentlich. Man redet doch gerne über das, was man Gutes getan hat. Entweder direkt oder in oder man hört es wenigstens gerne reden oder so. Und so auch die Jünger des Johannes. Sie sagen: „Schaut mal, wir fasten. Warum fastet ihr nicht? Die Pharisäer fasten, die anderen fasten, wir fasten auch. Fasten ist doch wichtig, man muss doch fasten. Warum fastet ihr nicht? Seid ihr nicht ein bisschen lax?“

[11:30] Also der Vorwurf an Jesus und an die Jünger war: Ihr seid ein bisschen zu locker, seid ein bisschen zu liberal sozusagen. Ihr fastet nicht regelmäßig, wie man das doch eigentlich machen muss. Was sagt denn Jesus über das Fasten der Pharisäer? Wie haben die denn so gefastet? Wie kann man denn zur Schau fasten? Genau, wie sieht man also, wie soll man sehen, dass der Magen leer ist? Das sieht man ja.

[11:51] „Ich faste heute. Nein, ich werde nichts essen, ich faste. Mein Bauch tut so weh, aber für den Herrn faste ich.“ Wie oft haben die gefastet? Zweimal in der Woche. Die ganz strengen haben zweimal in der Woche gefastet. Das wird deutlich in dieser Geschichte, wo dann Jesus sagt: „Der Pharisäer betet: Ich danke dir, dass ich nicht so bin wie dieser Sünder. Sondern ich bin so und so und so und ich faste zweimal die Woche.“ Ich weiß nicht, ob ihr schon mal im längeren Zeitraum zweimal die Woche gefastet habt, das ist gar nicht so einfach. Das ist eine ganze Menge Selbstdisziplin. Aber der Punkt ist hier, sie haben eigentlich das nur aus Selbstgerechtigkeit getan.

[12:39] Schaut mal in Römer 10 und dort Vers 3. Auch das können wir mal lesen. „Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.“ Okay, hatten die Juden, auch hier in dem Fall auch die Juden des Johannes, hatten die ein Interesse an Gerechtigkeit? Ja oder nein? Oh ja, aber es war eben ihre eigene Gerechtigkeit. Sie wollten gerne zeigen, dass sie gut sind, dass sie das richtig machen.

[13:26] Und das geht auch in religiösen Fragen, das geht sogar in sehr konservativ-religiösen Fragen. Denn das waren hier jetzt keine Liberalen, das waren so richtige Konservative. Bibeltreue und die waren so stolz darauf, dass sie fasten. Und die fanden jetzt andere, die nicht so fasten wie sie und waren der Meinung, denen müssen wir erst mal sagen, also ihr fastet nicht genug.

[13:45] Was macht das normalerweise mit oder was kann das mit Menschen machen, wenn sie einfach Jesus nachfolgen, jetzt kommen andere und sagen: „Ihr macht das noch nicht gut genug und hier müsst ihr mehr, ihr müsst hier mehr fasten, das mehr machen und so weiter.“ Was könnte der Eindruck sein, den die Jünger Jesu jetzt hätten haben können? Versetzt euch mal in die Lage der Jünger Jesu. Jetzt merken die die anderen, die fasten ständig und ja, warum fasten wir eigentlich nicht.

[14:17] Was hätte der Eindruck sein können? Dass sie vielleicht an Jesus zweifeln. Vielleicht hätten die angefangen an Jesus zu zweifeln, dass Jesus vielleicht doch nicht der, der sein sollte. Also ein ganz typischer Effekt ist, gerade für, das sage ich jetzt mal ganz praktisch, auch für Gläubige, die sich wirklich vornehmen, Gott treu zu sein und wirklich aus jedem Wort Gottes leben wollen, wenn sie rechts überholt werden, bekommen sie Angst, dass sie zu weit links sind. Also mit anderen Worten, wenn es da jemanden gibt, der scheint noch strenger zu sein und noch genauer mit der Bibel und noch mehr eifriger als ich, dann gibt es viele Menschen, die sagen: „Okay, wenn der noch in Anführungsstrichen jetzt konservativer ist als ich, dann bin ich vielleicht noch zu liberal.“

[15:11] Und es gibt viele Menschen, die ihre Position, ihre theologischen Positionen oder Lebensstilweise einfach nach denen ausrichten, die neben ihnen sind. Und das ist der Grund, warum sehr viele auf Irrlehrer reinfallen, weil die wirken dann immer, die Irrlehrer wirken immer so besonders eifrig, so besonders bibeltreu, so besonders, die studieren Tag und Nacht, ja und die sind für alle Reformen und dann bin ich vielleicht ein bisschen zu locker sozusagen und dann mache ich einfach aus Angst mit. Der Satan versucht uns von Jesus nicht nur wegzubringen, indem er uns in die Welt lockt. Er weiß, es gibt Menschen, die kann er in die Welt locken und es gibt Menschen, die kann er in die Extreme locken.

[16:10] Also halten wir fest, Jesus war nicht gegen Fasten, oder? War Jesus gegen Fasten? Niemand hat sonst 40 Tage hintereinander gefastet wie Jesus. Also wenn er gewollt hätte, er sagen können: „Schaut mal, hey, wer von euch hat 40 Tage gefastet und das habe ich für euch alle gemacht.“ Aber wie du richtig sagst, er hat das eben gemacht, ohne es zur Schau zu stellen. Er ist selbst nach 40 Tagen Fasten, als er den Satan besiegt hat, nicht zu Johannes gekommen und hat gesagt: „Lass mich mal predigen“, sondern er hat das im Geheimen gemacht.

[16:42] Das ist ein wichtiger Punkt. Also es geht nicht um die Frage, Fasten ja oder nein, es geht zuerst mal um die Frage, wie stolz bin ich auf das, was ich religiös leiste und ist mir meine religiöse Leistung wichtiger als das Seelenheil von anderen. Wenn ich jetzt die Wahl habe zwischen: Ich faste jede Woche zweimal und heute ist ein Fastentag, deswegen kann ich nicht zu diesem Fest gehen, ich will sowieso mit dem Sünder nicht zu tun haben, oder ich werde heute mal nicht fasten, damit ich die Gelegenheit habe, Sünder zu Jesus zu führen, da ist sozusagen, wo es drauf ankommt.

[17:22] Jetzt schaut mal in Lukas 5, Vers 33. Das Interessante ist, sie verbinden das Fasten sogar noch mit was anderem. Schaut mal in Lukas 5 und dort Vers 33, da heißt es nämlich im Parallelbericht: „Sie aber sprachen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes so oft und verrichten Gebete, ebenso auch die der Pharisäer, die Deinigen aber essen und trinken.“

[17:43] Also es geht hier nicht nur um Fasten, sondern sie verbinden es auch noch mit den Gebeten, weil wenn man fastet, betet man ja. Man fastet ja nicht nur, um zu fasten, sondern man fastet und betet. Und die Bibel sagt übrigens auch, dass Johannes den Jüngern das Beten beigebracht hat. Ihr könnt euch erinnern, einmal später werden die Jünger zu Jesus sagen: „Kannst du uns nicht beten lernen, so wie Johannes seine Jünger beten gelernt hat.“

[18:03] Und was ist denn über das Beten der Pharisäer? Wie haben die gebetet? Wie haben die gebetet? Achtung, ich werde jetzt beten. Hört, schaut alle so. Ja, jetzt haben sie gebetet. Wieder vor allem, wieder ein religiöser Akt sozusagen, der zur Schau gestellt wird.

[18:23] Nun, schauen wir mal in Markus 2, Vers 19. Wie geht diese Geschichte weiter? Markus 2, Vers 19. Jesus spricht jetzt zu ihnen. Und Ellen White sagt etwas sehr Interessantes. Sie sagt: „Jesus hat ihnen eine sehr höfliche, freundliche Antwort gegeben.“

[18:51] Er hat nämlich nicht einmal, wie wir gleich sehen werden, ihr falsches Verständnis vom Fasten attackiert. Er hat zunächst einmal nur um Verständnis für die Position der Jünger Jesu geworben. Schaut mal in Vers 19. Wer mag mal Vers 19 lesen?

[19:06] „Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten.“

[19:20] Okay, also seht ihr, er sagt nicht, er hätte auch sagen können: „Heuchler, ich weiß ganz genau, dass ihr, wenn ihr zweimal fastet, die ganze Zeit eigentlich an was anderes denkt.“ Oder: „Ihr macht das sowieso nur, um von anderen gesehen zu werden.“ Sagt er gar nicht. Er sagt nur: „Habt mal Verständnis für diese Position.“ Ist ganz interessant.

[19:38] Statt sie anzuklagen, will er nur zeigen, warum die Jünger Jesu das machen, was sie machen. Warum Jesus selbst das macht, was er macht. Er gebraucht das Bild von einer Hochzeit.

[19:51] Gibt es irgendeine Verbindung zwischen Hochzeit und Essen? Hochzeit, Essen, gibt es da eine Verbindung? Ja, manche Leute gehen zur Hochzeit nur, weil es da Essen gibt. Manche Leute fasten vor einer Hochzeit, damit sie möglichst viel essen können.

[20:08] Bibel spricht vom Hochzeitsmal des Lammes. Wer ist denn dieser Bräutigam, um den es hier geht? Könnt ihr mir sagen, woher ihr das wisst? Also ja, der Kontext liegt es irgendwie nahe. Aber kann man aus der Bibel nachweisen, dass der Bräutigam hier wirklich Jesus ist? Ja, wir haben immer dieses Bild, dass die Gemeinde die Braut ist.

[20:42] Paulus sagt: „Ich habe euch dem Bräutigam Christus verlobt, als eine keusche Jungfrau.“ Fangen wir mal an in Jesaja, Jesaja 54. Jesaja 54 und dort Vers 4. Vers 5 besser, Jesaja 54, Vers 5, Entschuldigung. Wer mag den mal lesen? Jesaja 54, Vers 5.

[21:13] „Denn dein Gemahl ist ein Schöpfer, Herr der Herrscharen ist sein Name, und ein Erlöser ist der Heilige Israels. Gott der ganzen Erde wird er genannt.“ Also wer ist der Ehemann hier? Gott. Gut, aufpassen. Der Ehemann von Israel ist Gott.

[21:32] Und Jesaja 62, Vers 5 genau dasselbe. Jesaja 62, Vers 5. „Denn wie ein junger Mann sich mit einer Jungfrau vermählt, so werden deine Söhne sich mit dir vermählen. Und wie sich ein Bräutigam an seiner Braut freut, so wird dein Gott sich an dir freuen.“

[21:47] Also mehrmals haben wir im Alten Testament die Idee, symbolisch ist Gott selbst der Bräutigam von seinem Volk. Jetzt haben wir aber gesagt, Jesus ist der Bräutigam. Wer hatte das als erster gesagt, dass Jesus der Bräutigam ist?

[22:07] Und daran zeigt sich die Brillanz, das unglaubliche Taktgefühl, das Jesus hatte. Wer hatte das zum ersten Mal gesagt, Jesus ist ein Bräutigam? Ja, genau, Johannes der Täufer selbst. Schaut mal in Johannes 3, Vers 29.

[22:24] Also Johannes 3 ist ja gerade genau diese Stelle, die wir gerade angesprochen haben. Da gab es ja die Diskussion um das Taufen. Und dann waren die Jünger des Johannes zu Johannes gekommen und haben sich beschwert: „Der Jesus da, dieser Emporkömmling, der macht sich nur nach. Du bist doch der Original Reformer, du bist doch der Original Prophet, du bist doch der Wichtigste.“ Und Johannes sagt: „Nein, nein, nein, ich muss abnehmen, er muss zunehmen.“

[22:52] Und jetzt kommentiert Johannes, der ja für die Jünger die absolute Autorität war, von Johannes. Er kommentiert jetzt das und sagt mal Vers 29: „Da sagt Johannes: Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams aber, der da steht und ihn hört, ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt.“

[23:15] Also Johannes sagt: „Ich bin wer? Ich bin der Freund des Bräutigams.“ Und wer ist der Bräutigam? Jesus. Also damit sagt er mal, Johannes, wenn er das Alte Testament kennt und das hat er ja ständig gepredigt, dass Jesus wer ist? Ja, auch Bräutigam, aber er ist Gott. Denn im Alten Testament ist der Bräutigam, ist Gott selbst der Bräutigam.

[23:33] Also er sagt mit anderen Worten: „Schaut mal, diese Person, den ihr verachtet oder vor dem ihr denkt, er ist nur ein zweitrangiger Prediger, er ist Gott selbst. Gott hat sein Volk besucht.“

[23:43] Und warum sagt Jesus das jetzt den Jüngern des Johannes? Warum sagt er: „Ich bin dein Bräutigam?“ Er erinnert sie an die Worte, die Johannes, der Täufer, selbst gesagt hat. Statt zu sagen: „Ich sage euch“, sagt er: „Erinnert euch mal an euren eigenen Lehrer. Erinnert euch an das, was Johannes euch beigebracht hat.“

[24:06] „Ich mache nichts anderes als das, was euer Lehrer euch beigebracht hat. Ich bin der Bräutigam und wenn ich der Bräutigam bin, wie Johannes selbst gesagt hat, wer geht zur Hochzeit und fastet?“

[24:18] Also könnt ihr sehen, wie liebevoll Jesus das macht? Statt zu sagen: „Ihr liegt falsch“, sagt er: „Schaut mal, euer eigener Lehrer hat das gesagt. Das ist doch ganz logisch, dass wir jetzt nicht fasten, sondern dass wir Freude haben.“ Es ist ein freudiges Ereignis, dass Jesus, dass das Gott Mensch geworden ist.

[24:35] Nun, schaut mal in Markus 2, Vers 20. Also Jesus erklärt ihnen, es ist ein Grund zur Freude, dass Gott Mensch geworden ist. Und diese ganze Freude der Erlösung, die Freude dieser Wahrheiten, die Freude der Befreiung, das muss doch genossen werden.

[25:03] Jetzt schaut mal in Markus 2, Vers 20. Wer mag den mal lesen? „Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann, in jenen Tagen, werden sie fasten.“

[25:20] Jetzt kommen wir darauf zurück, was Werner gesagt hat. Das Fasten ist wichtig, aber das Fasten hat seine Zeit. Und Jesus sagt: „Es kommt der Zeitpunkt, wo der Bräutigam weggenommen wird, dann werden auch meine Jünger fasten.“

[25:34] Auf welchen Zeitpunkt spielt er denn an, wenn er sagt: „Es kommt die Zeit, das?“ Er berichtet von der Freude, und dann kommt es so wie ein Schatten. Wann ist dieser Zeitpunkt, wo der Bräutigam weggenommen wird? Wovon spricht er hier?

[25:51] Kreuzigung. Daniel 9 hat ja vorher gesagt, dass es an einem bestimmten Zeitpunkt der Messias getötet werden würde. Und das war in der Tat ein Zeitpunkt, wo die junge Ellen White sagt, sie haben geklagt, geweint und auch gefastet. Da waren sie traurig.

[26:10] Und gab es noch einen weiteren Zeitpunkt, von dem man sagen kann, dass der Bräutigam von ihnen genommen worden ist, in einem etwas anderen Sinne? Durch die Himmelfahrt. Nun, jetzt war er nicht mehr so fern von ihnen wie beim Kreuz, im Sinne, dass sie sich von ihm getrennt gefühlt haben. Aber er war jetzt physisch nicht mehr da.

[26:25] Sie hatten zwar jetzt den Heiligen Geist, aber wir lesen Apostelgeschichte. Lesen wir da manchmal, dass die Apostel gefastet haben? Sie waren einmalig beieinander. Lesen wir auch direkt vom Fasten? Wir lesen zum Beispiel in Apostelgeschichte 13, in Antiochia, dass sie gefastet haben, um den Missionaren die Hände aufzulegen, wenn sie dann Barnabas und Paulus ausgesandt haben.

[26:50] Also die Apostel haben selbstverständlich gefastet, wenn es notwendig war, oder wenn es angebracht war. Und Jesus macht jetzt also deutlich, die Zeit kommt fürs Fasten. Aber jetzt gerade, wo wir die Gelegenheit haben, Menschen mit dem Evangelium vertraut zu machen, und das noch beim Essen, warum sollen wir jetzt fasten?

[27:10] Aus welchem Grund sollen wir jetzt einfach nur nichts essen, nur weil wir dieses Muster uns gemacht haben? Ich esse zwei Tage in der Woche nichts. Wenn es doch die Gelegenheit gibt, Menschen zu retten. Und das zeigt uns, dass wir immer wieder verstehen müssen, auch dass gute Dinge, die zum Glaubensleben dazugehören, immer einen Zweck haben, einen Sinn haben. Wenn sie von diesem Sinn und Zweck losgelöst werden, eine pure Form sind, dann sind sie sogar hinderlich für den eigentlichen Auftrag, den Jesus uns gegeben hat.

[27:40] Nun, jetzt habe ich eine interessante Frage an euch. Wird denn im Alten Testament schon vom Fasten gesprochen? Gibt es da eine Lehre vom Fasten, wo Gott sagt: „So möchte ich eigentlich, dass gefastet wird?“ Ja? Jesaja 58, genau.

[28:00] Schauen wir mal in Jesaja 58, und jetzt wird es interessant. Das Kapitel ist uns ja nicht unvertraut. Wer mag mal lesen, Jesaja 58, wir lesen mal Vers 3, 4 und 5.

[28:19] „Warum fasten wir, und du siehst es nicht? Demütigen wir uns, und du merkst es nicht? Siehe, am Tag eures Fastens geht ihr euren Geschäften nach und drängt alle eure Arbeiter. Siehe, zu Streit und Zank fastet ihr, und um mit gottloser Faust zu schlagen. Zur Zeit fastet ihr nicht so, dass ihr eure Stimme in die Höhe des Zugehör prächtet.“

[28:41] „Es ist ein Fasten, an dem ich gefallen habe, etwa wie dies: ein Tag, an dem der Mensch sich demütigt, seinen Kopf zu beugen wie eine Binse und sich in Sacktuch und Asche zu betten. Nennst du das ein Fasten und einen dem Herrn wohlgefälligen Tag?“

[28:57] Okay, also hier wird eigentlich was beschrieben in diesen drei Versen. Das ist falsches Fasten, genau. Aber wenn man jetzt zur Zeit von Jesus leben würde, an woran müsste man unweigerlich denken? Das Fasten der Pharisäer, das ist genau das, was die gemacht haben. Die haben sich gequält, den Kopf hängen gelassen, in Sacktuch und Asche gebetet und haben nebenbei noch Streit gemacht.

[29:20] Was haben die gerade gemacht? Sie haben gefastet und beim Fasten andere angestiftet, um Streit zu fördern. Mit gottloser Faust reinschlagen. Sie wollen Jesus und seine Jünger miteinander entzweien. Das geht auch heute. Man kann auch am Sabbat fasten und gleichzeitig über andere Schlechte reden. Das ist gut möglich.

[29:41] Und Gott sagt: „So ein Fasten interessiert mich nicht, das will ich gar nicht haben, hört auf damit. So nicht.“

[29:47] Sondern was ist das wahre Fasten, das eigentlich Gott, also wie gesagt, Jesus hat manchmal buchstäblich gefastet, die Jünger haben gefastet, aber was ist das eigentliche Fasten, um das es Gott wirklich geht? Wer mag mal jetzt lesen, Vers 6 bis 8.

[30:04] „Ist nicht das ein Fasten, an dem ich gefallen habe, dass ihr ungerechte Fesseln losmacht, dass ihr die Knoten des Joches löst, dass ihr die Unterdrückten freilasst und jegliches Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot bringst und arme Verfolgte in dein Haus führst, dass, wenn du einen Entblößten siehst, du ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst? Dann wird ein Licht hervorbrechen, wie die Morgenröte, und deine Heilung wird rasche Fortschritte machen, deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deine Nachhut sein.“ Amen.

[30:47] Jetzt, wenn ihr das lest, wen beschreibt das hier? Jesus und die Jünger von Jesus, weil sie genau das gemacht haben, oder? Sie haben bei dem Mahl von Liebe Matthäus, haben sie denen, die gebunden sind, die Freiheit erklärt und verkündigt. Sie haben das ungerechte Joch losgemacht. Sie haben dem Hungrigen das Brot gebrochen, haben den Verfolgten in ihr Haus geführt.

[31:14] Also, wir haben die kuriose Situation, dass jetzt die Johannes-Jünger kommen, mit den Pharisäern im Schlepptau, und sagen: „Wir fasten und ihr nicht.“ Aber in Wirklichkeit haben Jesus und seine Jünger gefastet, nach Jesaja 58, während die nicht gefastet haben. Und das ist ziemlich kurios, weil das zeigt nämlich, man kann fasten und trotzdem essen.

[31:36] Das Fasten kann daran bestehen, dass ich vielleicht lieber zu Hause liegen würde und meinen Freizeit vielleicht nachgehe, aber stattdessen jemand besuche und mit ihm esse, um über sein Leben zu reden, von ihm etwas zu erfahren, ihn besser kennenzulernen. Und dann ist das in Gottes Augen echtes Fasten.

[31:59] Also, die Pointe der Geschichte ist eigentlich, dass Jesus, der angeklagt wird, nicht zu fasten, in Wirklichkeit der Einzige ist mit seinen Jüngern, die überhaupt richtig fasten von allen. Er fastet richtig, weil er nimmt sich Zeit für andere. Und seine Gerechtigkeit ist offenbar. Das sieht man ganz deutlich.

[32:21] Also, das fand ich eine ganz interessante Sache. Hier sieht man quasi die beiden Arten des Fastens, die in Jesaja 58 präsentiert werden, die wir so oft studieren, auch in Bezug auf medizinische Missionsarbeit, in der Geschichte mal ganz praktisch, die buchstäblich einfach fasten und denken, das ist ein gutes Werk, und dann das wahre Fasten, wie Jesus es macht, und zwar in dem Fall bei einem Festmahl. Gut merken: Man kann beim Festmahl fasten.

[32:46] Nun, jetzt geht es einfach noch weiter. Jesus gibt ihnen noch zwei Gleichnisse mit. Er war ja gerade, wieso kam Jesus vielleicht auf die Idee, Gleichnisse zu erzählen? Ist noch nicht so lange her, dass er gerade eine ganze Predigt voller Gleichnissen gesprochen hat, oder? Er ist ja gerade erst wieder zurück von der anderen Seite des Sees Genezareth gewesen, und da ist er nur hingefahren, weil er am Tag zuvor die Seepredigt gehalten hat. Also, er ist vielleicht immer noch so auch noch im Gleichnismodus.

[33:20] Und jetzt bringt er auch zwei Gleichnisse. Schaut mal in Lukas 5 und dort Vers 36. Da heißt es: „Er aber sagte: Es sagt aber auch ein Gleichnis zu ihnen, und es sind zwei Gleichnisse eigentlich. Das erste Vers 36.“

[33:33] „Niemand setzt einen Lappen von einem neuen Kleid auf ein altes Kleid, denn sonst zerreißt er auch das Neue, und der Lappen vom Neuen passt nicht zu dem Alten.“ Jetzt Vers 37. „Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche, denn sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, und er wird verschüttet und die Schläuche verderben.“

[33:49] Frage: Wie kommt Jesus jetzt in dieser Situation darauf, ein Gleichnis von Kleidern und ein Gleichnis von Wein zu erzählen? Hochzeit, Festmahl, oder? Zum Festmahl kommt man irgendwie schön angezogen, mit einem möglichst guten Kleid, und dort wird getrunken. Jesus nimmt wieder, wie bei der Seepredigt, da stand er am Ufer, hat die Fischer gesehen, hat die Ackerbauer gesehen, hat gesehen, wie sie den Samen ausstreuen, hat die Senfsträucher gesehen. Das, was vor Augen war, hat er benutzt für geistige Lektionen.

[34:29] Jetzt sind wir alle dabei, die Jünger des Johannes stehen da rum, und man sieht vielleicht Leute trinken, man sieht Leute in schönen Kleidern, und Jesus verwendet das, was direkt vor Augen ist, und erklärt ihnen daran, das, was er jetzt sagen will. Also das ist, glaube ich, eine Sache, die man wirklich von Jesus lernen kann, die Situation, in der man sich befindet, heranzuziehen, um geistliche Dinge zu erklären.

[34:54] Bleiben wir beim ersten Gleichnis ganz kurz. „Niemand setzt einen Lappen auf ein neues Kleid.“ Das ist nicht lustig. Neuen Kleid auf ein altes Kleid. Lasst mal einen Finger hier und geht mal mit mir zu Markus. In Markus klingt das Kleid ist ein bisschen anders und wenn man die beiden zusammennimmt hat man eigentlich dann eine schöne Kombination. In Markus 2, Vers 21. Wer mag mal Markus 2, Vers 21 lesen?

[35:23] „Und sie begaben sich nach Kapernaum und sie gingen am Sabbat 21 und niemand näht einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid, sonst löst sein neuer Flicken sich ab vom alten und der Riss wird schlimmer.“ In Markus 2, genau.

[35:53] Also nach Lukas, wo kommt der Lappen oder dieser Lappen, wo kommt er her? Von einem neuen Tuch. Also wir haben sozusagen ein neues Tuch oder ein neues Kleid und wir haben ein altes. Und was ist das Problem mit dem alten? Was ist das Problem mit dem alten Tuch oder Kleid? Das ist ein Riss.

[36:36] Jetzt was ist die Idee, die man nicht tun soll? Aber was ist die Idee, die wird ja gleich verneint, aber was ist die Idee? Was könnte man jetzt theoretisch machen? An Flecken vom neuen Kleid aufs alte. Genau, man reißt etwas vom neuen, reißt das so heraus und tut es darauf. Jetzt in Lukas, wenn ihr euren Finger noch drin habt, sagt er, was das Problem damit, wenn man das machen würde. In Lukas 5.

[37:08] Was ist das Problem, wenn man da etwas vom neuen wegreißt, um es aufs alte zu tun? Dann ist hier ein Riss. Dann macht man das neue auch kaputt. Also wenn ich ein altes kaputtes Hemd habe und ein neues und ich denke mir: „Hier ist ein Loch, nicht wahr? Ich habe ja noch ein neues. Ich reiße jetzt vom neuen ein Stückchen ab und tue es damit das alte Hemd flicken.“ Das würde niemand machen, oder? Niemand kommt auf die Idee, weil er damit das neue zerstört. Aber nicht nur wird das neue zerstört, sondern was ist das Problem? Jesus sagt jetzt und das ist in Markus wiederum, wenn er das jetzt hier rauf tut, was ist das Problem? Warum passt es nicht?

[37:42] Genau, die Idee ist sozusagen, wenn das noch ein unbearbeitetes Tuch ist und es vielleicht noch nass wird oder so, dann zieht es sich zusammen, dann passt es nicht zusammen, dann reißt es ab und dann wird der Riss noch größer. Was ist jetzt eigentlich die Hauptaussage von dem Gleichnis? Was will Jesus sagen?

[38:20] Also wir haben ja hier zwei Parteien, oder? Wir haben die Pharisäer, die jetzt die Jünger des Johannes sich geschnappt haben und wir haben Jesus. Wer ist neu und alt? Wenn man das jetzt aufteilen soll, das neue Kleid, das alte Kleid. Jesus und Pharisäer. Die Pharisäer sind das alte Kleid oder ihre Lehre, das alte Kleid, ihre Tradition. Es ist gerissen, gebrochen, nicht mehr richtig zu benutzen. Und was ist das Neue? Das Evangelium, oder?

[38:57] Jetzt zu wem redet Jesus hier? Wen spricht er an? Die Jünger des Johannes, die ja eigentlich die richtige Botschaft gehört haben, oder? Die haben die Botschaft Gottes gehört und jetzt sagt er: „Schaut mal her, ihr habt die Botschaft Gottes gehört, warum verbindet ihr euch mit den zerrissenen Traditionen der Pharisäer?“ Wenn ihr euch mit den zerrissenen Traditionen der Pharisäer verbindet, dann macht das erstmal eure eigene Bewegung kaputt, die wird zerreißen dadurch und zum Zweiten wird es auch den Pharisäern nicht nützen, wenn ihr jetzt mit ihnen gemeinsame Sache macht.

[39:29] Niemand reißt von einem neuen Kleid etwas ab und tut damit das alte flicken. Wenn ihr von der Botschaft, wenn ihr die Botschaft des Johannes missbraucht, um die alten Traditionen irgendwie aufrechtzuerhalten, dann ist das sowohl für die Bewegung des Johannes schädlich, als auch den Pharisäern wird es trotzdem nichts nützen, weil alt und neu, also sozusagen die trockene Tradition der Pharisäer und die wahre Botschaft des Evangeliums, die lassen sich nicht einfach miteinander verbinden.

[40:08] Und Ellen White sagt, Jesus wollte deutlich machen, es gibt einen klaren Unterschied zwischen den alten traditionellen Gebräuchen, die einfach ohne Sinn und Verstand einfach durchgezogen worden sind aus Selbstgerechtigkeit und dem Prinzip des Evangeliums, dem Prinzip der Liebe und der Gnade und der Güte Gottes, der Kraft des Evangeliums. Ein himmelweiter Unterschied, nicht miteinander verbinden. Und so ähnlich gilt auch das zweite Gleichnis jetzt in Markus 2, Vers 22. Wer mag das mal lesen?

[40:35] Markus 2, Vers 22. Also Jesus kann sich nicht mit den Pharisäern verbinden, das ist nicht harmonisierbar. Vers 22. „Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche, sonst zerreißt der neue Wein die Schläuche und der Wein wird verschüttet und die Schläuche verderben. Sondern neuen Wein soll in neue Schläuche gefüllt werden.“

[40:56] Genau, wieder selbe Idee, oder? Wir haben wieder alt und neu. Alt steht für Pharisäer und ihre Lehren, neu steht für die wahre Botschaft Gottes, die Botschaft der Brust des Evangeliums. Wenn man das verbindet mit den Traditionen der Pharisäern, nützt es nichts. Das Neue braucht auch neue Formen. Man kann das Neue nicht im Alten weiter mitschleppen sozusagen.

[41:25] Und deswegen sagt er in Lukas 5, Vers 38: „Er sagt, sondern neuer Wein soll in neue Schläuche gefüllt werden und dann so bleiben beide miteinander erhalten.“ Und zwar sowohl der Inhalt als auch die Form. Inhalt und Form müssen aufeinander passen. Das neue Evangelium braucht eine Form, die dem Evangelium entspricht. Wenn das Evangelium verbunden wird mit selbstgerechten Formen, geht es kaputt. Man kann also nicht gleichzeitig das Evangelium wie Jesus predigt glauben und zur selben Zeit einfach selbstgerecht religiöse Formen beachten. Das geht nicht, das wird irgendwann alles zerreißen.

[42:16] Deswegen sagt Gott, schaut mal in Ezekiel 36, Vers 26. Wer mag das mal lesen? Ezekiel 36, Vers 26. „Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben. Und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischendes Herz geben.“

[42:46] Genau, also was ist hier der Inhalt und was ist die Form, die Box sozusagen? Der Inhalt ist? Okay, wir haben das neue Herz und was haben wir noch? Das neue Herz und den neuen Geist. Okay, was ist in was? Der Geist ist im Herzen. Also der Geist, das können wir vergleichen wie mit dem Wein. Der neue Wein, der Heilige Geist, der durch die Predigt und dann durch die Ausgießung des Heiligen Geistes in das Leben kommen soll, der braucht aber auch ein neues Herz.

[43:21] Wenn der Heilige Geist im alten Herzen leben soll, funktioniert das nicht. Das führt zu einer Katastrophe. Für den Heiligen Geist braucht es ein neues Herz. Um die Botschaft des Evangeliums wirklich dauerhaft behalten zu können, brauchen wir einen angemessenen Schlauch sozusagen. Und das kann nicht der alte zerrissene Schlauch sein mit seinen Gewohnheiten und Traditionen und so haben schon immer gemacht. Und ich bin schon recht toll, sondern der Geist des Evangeliums braucht einen neuen Schlauch.

[43:56] Deswegen sagt die Bibel: „Ist jemand in Christus, so ist er was?“ Eine neue Kreatur. Wein? Eine neue Kreatur, neu geschaffen, Schlauch. Und damit kommen wir schon ans Ende.

[44:12] In Lukas 5, Vers 39 fügt Jesus aber jetzt einen traurigen Nachsatz zu, den wir wahrscheinlich alle aus unserem eigenen Leben und auch aus der Erfahrung kennen. In Lukas 5, Vers 39, da heißt es nämlich: Wer mag den noch lesen? „Und niemand, der alten trinkt, will sogleich neuen, denn er spricht: Der Alte ist besser.“

[44:33] Genau. Wir neigen dazu, erstmal bei dem zu bleiben, was wir kennen. Manche Versetzungen sagen oder manche Manuskripte sagen auch nur: „Das Alte ist gut, das ist gut genug, mehr brauche ich nicht.“ Und wie viele Menschen lehnen Jesus ab, weil sie sagen: „Naja, so wie ich jetzt lebe, das reicht mir, das ist gut genug, ich brauche das alles gar nicht.“ Viele Menschen sind nicht bereit, das Neue anzunehmen, weil ihnen das Alte irgendwie besser gefällt und sie irgendwie gar nicht Gott die Chance geben wollen, das Neue, das ihr Leben völlig verändern könntet, wirklich zu testen.

[45:19] Bei mir steht sogar: „Das Alte ist milde.“ Milde, ja genau, das ist so, das ist immer gewohnt, das schmeckt so gut. Die alten Traditionen, ja und das ist vielleicht in unserem Leben nicht das Fasten, aber es gibt vielleicht auch Dinge, die wir schon immer so gemacht haben, die wir gar nicht nachdenken, aber für die wir uns vielleicht für besonders toll halten und wir gar nicht bereit sind, so schnell gleich Veränderung vorzunehmen, die der Geist Gottes eigentlich vorhat.

[45:46] Und Jesus sagt damit auch den Pharisäern, den Jüngern des Johannes: Ihr habt zwar schon die Botschaft des Johannes gehört, ihr habt die Botschaft des Himmels gehört, den größten Propheten, den es gab, aber ihr seid immer noch in vielen Dingen an den Althergekommenen Traditionen so dran, sodass ihr im Zweifelsfall euch eher mit den Pharisäern verbindet, als mit Jesus.

[46:11] Und ich glaube, was wir daraus enorm lernen müssen ist, dass wir den Blick auf Jesus richten müssen täglich und uns nicht darauf verlassen können, dass wir schon so vieles so Gutes gemacht haben und das immer weitermachen, sondern der Geist Gottes tut manchmal erstaunlich neue Dinge, weil er mit Kraft in unser Leben kommen möchte und uns verändern möchte und uns die Erfahrung schenken möchte, die die Jünger von Jesus gehabt haben, nämlich Jesaja 58 wirklich zu erleben und wir Gott bitten, dass er uns zu neuen Schläuchen macht, damit der neue Wein seines Evangeliums sozusagen in uns auch wirklich bleiben kann.

[46:49] Lass uns gemeinsam niederkniend und beten.

[46:58] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir so sehr danken, dass wir auch in dieser Geschichte etwas lernen konnten über Jesus, der eine so taktvolle, so freundliche, so liebevolle Antwort gegeben hat und der sich nicht hat provozieren lassen und anklagen lassen. Danke, dass wir sehen können, dass du uns nicht nur mit deinem Heiligen Geist erfüllen möchtest, sondern dass du uns auch neue Gewohnheiten, ein neues Herz schenken möchtest, damit der Heilige Geist auch in uns bleiben kann. Danke, dass du sowohl für den Wein als auch für den Schlauch sorgst und dass wir nicht unsere alten, zerrissenen Charakterlumpen benutzen müssen, um das Evangelium in die Welt zu tragen, sondern dass du uns verändern kannst. Und wir möchten dich bitten, dass du uns eine Freude schenkst, das Neue, was du in uns tun möchtest, auch gerne anzunehmen und uns nicht dagegen zu sträuben. Lass unseren Blick immer auf dich gerichtet sein, Herr Jesus. Das bitten wir in deinem Namen. Amen.


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