In dieser Predigt wird die Heilungsgeschichte der blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jairus aus biblischer Perspektive beleuchtet. Christopher Kramp betont die zentrale Rolle des Glaubens bei der Heilung und erklärt, wie dieser Glaube, gepaart mit Ehrfurcht, zu einer tiefen Beziehung mit Gott führt. Die Parallelen und Kontraste zwischen den beiden Geschichten werden herausgearbeitet, um tiefere Lektionen über Gottes Macht, Timing und die Bedeutung des persönlichen Zeugnisses zu vermitteln.
Der Ersehnte: 128. „Talitha Kumi“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[5:00] Ja, den Saum, den Saum, und das war ein Symbol für das Wort Gottes, für das Gesetz. Die Israeliten sollten ja so einen Saum tragen, diese Quasten, und ein Symbol für die Kraft auch im Wort. Und in dem Moment, wo sie Jesus berührt mit all ihrem Glauben, passiert was? Sie ist sofort geheilt. Und wir haben gesehen, es macht einen Unterschied, ob ich Jesus einfach nur berühre, ohne dass es mich das groß juckt, oder ob ich mit Glauben ihn berühre. Ja, wir haben gesagt, viele Menschen lesen die Bibel, beten, kommen in den Gottesdienst, aber ohne Glauben geht es rein und wieder raus. Aber diese Frau hat nur ein bisschen berührt, aber mit allem Glauben, den sie hatte. Es hat sofort funktioniert, sie ist geheilt worden von ihrer Krankheit. Und Jesus fragt dann: „Wer hat mich angerührt?“ Und die Leute sind alle ganz außer sich. Ja, wie kannst du das fragen? Alle drücken und drängen dich, ja, wir werden alle zerquetscht hier. Aber Jesus wusste, diese eine Frau hat mit Glauben berührt.
[5:54] Und schauen wir mal in Lukas 8. Wir nehmen die Geschichte dort auf. In Lukas 8, Vers 46, da hatten wir gelesen: „Jesus aber sprach: Es hat mich jemand angerührt, denn ich habe erkannt, wie eine Kraft von mir ausging.“ Er sagt, in dem Moment, als mich jemand angerührt hat, ist die Kraft ausgegangen. Es war nicht so, dass Jesus sie angerührt, also dass die Frau sie angerührt hat, Jesus hat es gemerkt und gesagt: „Ach, na, jetzt überlege ich mal, ob ich sie heilen will oder nicht.“ Sondern in dem Moment, wo sie im Glauben ihn berührt hat, in dem Moment war die Kraft schon da. Ja, das heißt also, wenn wir im Glauben zu Jesus beten, zum Beispiel um Vergebung einer Sünde, die wir seit zwölf Jahren mit uns rumschleppen, dann müssen wir nicht denken, dass unser Gebet erstmal zu Jesus geht und er überlegt: „Soll ich, soll ich nicht beantworten?“ Sondern in dem Moment, wo wir mit Glauben den Bibelfest in Anspruch nehmen, wenn wir uns darauf berufen, in dem Moment ist die Kraft da, und zwar sofort. Und Jesus merkt das, selbst wenn niemand sonst es merkt. Niemand in der Gruppe hat es gemerkt, oder? Niemand hat es gesehen, aber Jesus hat es gemerkt. Jesus merkt, wenn im Gottesdienst jemand wirklich im Glauben etwas annimmt. Das merkt Jesus, auch wenn es vielleicht niemand von uns merkt, ja, aber Jesus merkt es.
[7:11] Jetzt, dann haben wir gesehen, Jesus hat was gemacht. Er hat nach der Frau Ausschau gehalten, sagt Markus. Ja, er hat sich umgeschaut und zwar nicht einfach nur kurz, sondern wir haben gesagt, im Griechischen, er schaut hin und her. Ja, er schaut, wo ist die Frau und will deutlich machen: „Ich gehe keinen Schritt weiter, wenn du dich nicht gezeigt hast.“ Wo bist du? Wo bist du? Wo bist du? Ja, sie versucht sich zu verstecken, ja, aber er hat geschaut und geschaut und geschaut, um deutlich zu machen: Es ist mir wichtig, dass du jetzt etwas sagst.
[7:40] Und jetzt nehmen wir die Geschichte auf in Vers 47. Lukas 8, Vers 47. Wer mag das mal lesen? Lukas 8, Vers 47: „Als nun die Frau sah, dass sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie zitternd, fiel vor ihm nieder und erzählte ihm vor dem ganzen Volk, aus welchem Grund sie ihn angerührt hatte und wie sie auf der Stelle gesund geworden ist.“ Genau. Also warum kommt sie? Was ist der Grund? Sie kann sich nicht verstecken. Wenn wir eine Erfahrung mit Jesus machen, können wir uns nicht verstecken. Jesus möchte, dass wir davon erzählen. Also sie wollte sich verstecken, aber sie merkt, sie kann nicht. Jesus Auge, ja, er sucht sie. Ja, und dann kommt sie, wie? Ganz interessant, wie kommt sie jetzt? Zitternd. Interessant, weil die Frau hatte ganz viel Mut, oder? Sie hat sich ausgestreckt, ganz kühn, aber gleichzeitig war sie sehr schüchtern und hat gezittert. Und das ist eine schöne Illustration, weil die Bibel ja auch davon spricht, dass wir auch zittern sollen, oder? In Bezug auf Jesus. Wo sagt es die Bibel? Philipper sagt sie, dass wir uns zur Errettung, wie sagt es in Philipper 2, Vers 12: „Bewirkt eure Errettung durch Furcht und Zittern.“ Oder ihr kennt vielleicht auch dieses Wort, das in Jesaja steht, dass Gott denjenigen anschaut, der demütig ist und vor seinem Wort zittert, der zerbrochenen Herzens ist und vor dem Wort Gottes zittert.
[9:25] Also sollen wir Angst vor Gott haben? Also was ist diese Idee hier mit diesem Zittern? Ehrfurcht auch, ja, ernst nehmen. Ja, ganz interessant. Es gibt eine sehr schöne Stelle in 2. Korinther 7, Vers 15, die ist nicht so geläufig vielleicht, aber die gibt uns nochmal eine andere Perspektive auf dieses Furcht und Zittern. Weil wir denken da vielleicht immer an jemand, der so mit Händen im Mund irgendwie klappernden Zähnen irgendwie Angst hat. Aber schaut mal in 2. Korinther 7 und dort Vers 15. 2. Korinther 7, Vers 15. Da heißt es nämlich über die Korinther und den Titus: „Und sein Herz ist euch jetzt noch viel mehr zugetan, da er sich an den Gehorsam von euch allen erinnert, wie ihr ihn mit Furcht und Zittern aufgenommen habt.“ Also Paulus sagt, der Titus ist nach Korinth gekommen und ihr Korinther habt ihn aufgenommen mit Furcht und Zittern. Jetzt haben die Korinther Angst gehabt vor Titus? Nein, sondern das zeigt sozusagen die Herzenseinstellung. Ja, das bereitwillig aufnehmen, ihm Ehre erweisen, ja, etwas zu geben für ihn, dankbar, also nicht abschätzig oder so, sondern viel Respekt und bereit sein, etwas für jemanden auch zu opfern, sozusagen. Ja.
[10:47] Also diese Autorität Gottes, ja. Ganz genau. Und diese Frau, das ist ja schön hier zu sehen, diese Frau, sie kommt mit Furcht und Zittern, aber sie hat mit aller Kraft sich dieses ausgestreckt. Und das ist so ein bisschen, wie wir mit der Bibel umgehen sollen. Wir sollen vor dem Wort Gottes zittern, aber wir sollen auch mit aller Kraft uns auf die Verheißungen Gottes berufen, ja, nicht zögerlich im Sinne von: „Gott, wenn du möchtest, könntest du ja vielleicht, ja, überleg mal.“ Sondern so wie Daniel: „Herr, höre, Herr, vergib, du hast gesagt, was in deinem Wort steht.“ Das ist beides. Also man kann kühn sein und gleichzeitig zittern vor dem Wort, weil man merkt, das ist die Kraft Gottes da drin.
[11:29] Nun, schauen wir mal einen Parallelbericht in Markus. In Markus 5 steht noch was Interessantes. In Markus 5 und dort Vers 33. Wer mag das mal lesen? Markus 5 und dort Vers 33. „Die Frau aber kam mit Furcht und Zittern, weil sie wusste, was ihr geschehen war, warf sich von ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.“ Übrigens, wenn ihr euch noch daran erinnert, Jesus ist ja auf dem Weg zum Haus des Jairus, von dem Fest des Matthäus, ja. Und vor dem Fest des Matthäus war er ja auf der anderen Seite des Sees, um das Genet zu retten, nicht wahr? Und da ist er hingefahren mit den Dämonen, ihr wisst noch, ja. Und auf dem Weg dorthin, das sagt Markus 4, hatte er den Sturm gestillt. Und was war die Reaktion der Leute, als er den Sturm gestillt hatte? Auch in Furcht, oder? Könnt ihr euch erinnern? Markus 4, Vers 41. Das heißt, das sind immer wieder Geschichten, wo die Leute einfach denken: „Unglaublich, dass er so Furcht und Zittern hat, wenn Jesus so etwas Großes tut.“ Aber diese Frau fällt ihm nieder vor Jesus. Wo haben wir das letzte Mal jemanden gesehen, der vor Jesus niederfällt? Jairus, in derselben Geschichte, ja. Der Jairus kommt und fällt vor ihm nieder, das ist in Vers 22, genau.
[13:06] Der Jairus, der kommt und fällt vor Jesus nieder, um zu sagen: „Bitte hilf mir.“ Und jetzt kommt die Frau, der geholfen worden ist, und um ihm zu danken, fällt sie auch nieder. Also ich möchte, dass ihr seht, dass diese beiden Geschichten ganz eng zusammen sind. Also nicht nur die zwölf Jahre, da gibt es ganz viele Parallelen zwischen der Geschichte von der Tochter des Jairus und dieser Frau. Und warum möchte Jesus so unbedingt, dass sie jetzt öffentlich alles erzählt? Warum möchte er das? Warum wollte er nicht weitergehen, ehe dass diese Frau sagt, was passiert ist?
[13:40] Ja, so magisch.
[13:55] Also Jesus wollte eigentlich, dass man versteht, dass der Glaube hat sie gerettet, nicht irgendwie Berührung mit bestimmten Dingen, wo damals hat man geglaubt, wenn ich etwas vielleicht berühre oder so etwas. Also Jesus wollte deutlich machen, es war der Glaube. Da ist keine magische Kraft in dem Kleid von Jesus, weil sonst wären alle geheilt worden, die nur berührt hätten. Das ist also wichtig. Und das andere ist einfach ganz simpel: Warum möchte Jesus, dass die Frau die Wahrheit erzählt? Dass sie erzählt, was passiert ist? Da ist eine Kraft in unserem persönlichen Zeugnis. Und Jesus wollte gern, dass sie ihr Zeugnis gibt und zwar vor allen. Es gibt ein ganz tolles Ellen White Zitat in dem Kontext in der Geschichte. Da sagt sie: „Unser Bekenntnis seiner Treue ist das vom Himmel erwählte Mittel, um Christus der Welt zu offenbaren.“ Der Himmel überlegt sich, was das beste Mittel ist, wenn wir ein Zeugnis geben. Wir sollen die Gnade Gottes anerkennen, wie er sie durch die heiligen Menschen der Antike offenbart hat, aber was das Effektivste sein wird, ist das Zeugnis unserer eigenen Erfahrung. Also sie sagt, unser eigenes Zeugnis ist noch effektiver, als wenn wir einfach die Worte von alten Männern aus der Bibel, aus alten Zeiten sagen. Wir sind Zeugnisse, wir sind Zeugen für Gott, wenn wir in uns offenbaren, eine Kraft offenbaren, die göttlich ist. Wenn in unserem Leben sichtbar wird, dass Gott wirkt, dann sind wir Zeugen für Gott. Dann sagt sie, jeder Mensch hat ein ganz eigenständiges Leben, das anders ist als alle anderen Leben und eine Erfahrung, die ganz entscheidend anders ist als von jedem anderen. Also dein Zeugnis ist immer anders als das Zeugnis von jedem anderen Menschen. Und dann sagt sie: „Gott wünscht sich, er verlangt danach, dass unser Dank aufsteigt zu ihm und zwar charakterisiert durch unsere eigene Individualität.“ Also Gott möchte nicht, dass alle ihn gleich loben, sondern jeder Mensch lobt Gott ein bisschen anders, weil er eine andere Erfahrung gemacht hat. Und deswegen ist jedes Lob so wertvoll, weil es immer von einem anderen Individuum kommt. Und deswegen kann ich nie denken: „Naja, mein Zeugnis ist nicht so wichtig, weil der kann ja ein Zeugnis geben und was der alles erlebt hat.“ Was ich mit Gott erlebt habe, hat so kein anderer Mensch erlebt. Mein Dank ist einzigartig. Ist dir das bewusst? Unser Dank für Gott ist immer einzigartig und deswegen kann man nicht darauf verzichten. Und dann sagt sie: „Diese kostbaren Bekenntnisse zum Preis seiner Herrlichkeit und seiner Gnade, wenn sie durch ein Christus-ähnliches Leben unterstützt werden, also wenn es nicht nur Worte sind, haben eine unwiderstehliche Kraft, die für die Errettung von Seelen wirkt.“ Also das Wort Gott ist natürlich letztendlich das, was Menschen bekehrt, aber wenn wir unwiderstehliche Kraft haben wollen in der Gewinnung von Seelen, dann müssen wir darüber reden, was Jesus in meinem Leben getan hat.
[17:13] Ja, ich wollte sagen, auch die Gleichen bei Jakob Brunnen, wo die Frau mit Wasser gegangen ist und Jesus gefragt hat, was hat Jesus für sie getan? Wer Jesus begegnet, der möchte von Jesus reden, oder? Und deswegen sagt die Bibel auch in Psalm 103, den kennt ihr, oder? Vers 2 und 3: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat, der dir alle deine Sünden vergibt und heilt all deine Gebrechen, lobe den Herrn.“ Erzähl davon.
[17:53] Ja, und ich glaube, wir sollten mehr davon erzählen, was Gott Gutes in unserem Leben getan hat. Wie dankbar ich dafür bin, was er mir alles vergeben hat und wie er mich geführt hat und was er in meinem Leben schon bewirkt hat. Dieser Dank, das ist zur Ehre Jesu. Und jetzt bleiben wir mit Markus noch und in Markus 5, da kommt jetzt noch mehr hier zum Tragen.
[18:16] In Markus 5, Vers 34, schauen wir mal, was Jesus jetzt zu ihr sagt, nachdem sie ihr Zeugnis gibt, nachdem sie erzählt, wie sie geglaubt hat und was sie erlebt hat und wie Jesus sie sofort geheilt hat. Was sagt Jesus in Vers 34?
[18:36] „Er hat dich gesund gemacht. Geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage.“
[18:43] Nun, was fällt euch auf an diesen Worten von Jesus? Irgendwas Besonderes hier? Er sagt: „Meine Tochter.“ Er sagt: „Meine Tochter.“ Das ist interessant, oder? Er ist auf dem Weg gerade zu wem? Auch zu einer Tochter. Das ist eine Geschichte von zwei Töchtern. Die eine Tochter ist zwölf Jahre alt, die andere Tochter, im übertragenen Sinne, ist seit zwölf Jahren krank. Er sagt: „Du bist auch meine Tochter.“
[19:11] Jairus hat vielleicht nur an seine Tochter gedacht und die Leute dachten: „Ja, wir müssen jetzt diese Tochter retten.“ Aber Jesus sagt: „Du, der du eigentlich eine Ausgestoßene warst, du warst unrein, du hast andere noch unrein gemacht durch deine Unreinheit, du bist meine Tochter.“ Ganz interessant, oder?
[19:27] Übrigens, wenn ihr euren Finger hier drin lasst und zu Matthäus 9 geht, das gab es am Anfang die Geschichte von dem Gelähmten, der von seinen Freunden durchs Dach hinuntergelassen wird. Und wisst ihr, wie Jesus ihn anspricht? Er sagt zu ihm in Vers 2: „Und siehe, da brachten sie einen Gelähmten zu ihm, der auf einer Liegematte lag, und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“ Das war natürlich nicht sein echter Sohn, oder? Nochmal ein Beispiel dafür, dass in der Bibel „Sohn“ oft viel bedeuten kann und nicht nur biologische Abstammung. Ich sammle immer nur so die Belege dafür.
[20:04] Also, in Markus 5 sagt er hier der Frau: „Tochter, dein Glaube hat dich gerettet.“ Ist genau das, was du gesagt hast, Conrad, dass es nicht die Berührung selbst war. Das war der Glaube der Berührung.
[20:17] Es ist nicht das Bibellesen, das uns rettet, es ist der Glaube an das Wort Gottes. Es ist nicht das Gebet, das uns hilft, sondern es ist das Gebet des Glaubens. Es ist nicht, wenn ich Mission mache, dass Menschen gerettet werden, sondern wenn ich Mission mache und glaube, dass Gott an den Menschen wirkt. Der Glaube verändert alles. Es ist am Ende der Glaube an die Kraft Gottes, der hier den echten Unterschied macht.
[20:44] Und deswegen ist es so wichtig, dass wir uns die Frage stellen: „In dem, was ich tue, glaube ich?“ Ja, ich denke jetzt an die zehn Aussätzigen, wo nur der eine kam zurück und sagte: „Jesus, dein Glaube hat dich gerettet.“ Also, wir sehen, dass es eigentlich nicht um Heilung geht, um den Körper, aber um die Seele.
[21:03] Ja, ganz genau.
[21:04] Und jetzt ist es interessant. Er sagt ja zu ihr: „Dein Glaube hat dich gerettet, geh hin in Frieden.“ Da greifen wir jetzt ein bisschen vor. Das werden wir mal in, ich weiß nicht, wie vielen Jahren studieren. Aber wann hat Jesus noch einmal zu einer Frau gesagt: „Dein Glaube hat dich gerettet, geh hin in Frieden?“ Es gibt noch eine Frau in der Bibel, die von Jesus genau dieselben Worte hat. „Dein Glaube hat dich gerettet, geh hin in Frieden.“ Und das ist in den letzten Tagen vor der Kreuzigung. Eine Frau, die auch Jesus berührt, aber nicht an den Quasten, sondern an seinen Füßen. Das ist die Frau, die ihn mit dem Öl salbt. Und zu der sagt er auch, ihn auch berührt. Geht auch um Glauben, nicht wahr? „Dein Glaube hat dich gerettet, geh hin in Frieden.“ Da werden wir dann mal in, ich weiß nicht, wann wir dazu kommen werden, aber das dann vielleicht nochmal uns anschauen.
[22:04] Interessant ist übrigens, wörtlich steht im Griechischen nicht: „Geh hin in Frieden“, sondern dort steht: „Geh hin in den Frieden hinein.“ Die Idee ist sozusagen, jetzt ist da Frieden vor dir, weil du jetzt ein neues Leben hast, weil du jetzt geheilt bist, und freu dich auf diesen Frieden. Du kannst jetzt in den Frieden hineingehen. Das ist eigentlich, was er ihr sagt.
[22:26] Also nochmal hier zur Zusammenfassung. Ellen White sagt: „Ein rein theoretischer Glaube an Christus, der ihn lediglich als den Erlöser der Welt anerkennt, wird keine Heilung der Seele bringen.“ Der Glaube, der zur Erlösung führt, ist nicht nur eine intellektuelle Zustimmung zur Wahrheit. Derjenige, der darauf wartet, alles zu wissen, bevor er Glauben ausübt, kann nicht von Gott gesegnet werden. Es ist nicht genug, über Jesus zu glauben, wir müssen an ihn glauben. Der einzige Glaube, der uns etwas bringt, ist, wenn wir ihn als einen persönlichen Erlöser umarmen, für uns nehmen, wenn wir seine Verdienste auf uns selbst anwenden. Viele haben den Glauben als eine Meinung, aber rettender Glaube ist eine Transaktion, wo wir Christus empfangen und uns mit Gott in eine Bundesbeziehung begeben. Echter Glaube ist Leben. Ein lebendiger Glaube bedeutet eine Zunahme an Lebenskraft und an Vertrauen, durch die die Seele eine erobernde Kraft wird. Echter Glaube gibt uns auch Vertrauen, Zuversicht, dass Gott mit uns ist und bringt echte Heilung.
[23:54] Deswegen ist es so wichtig, dass in meinem Leben, in unserem Leben, auch wenn wir mit anderen Geschwistern reden, wir nicht einfach damit zufrieden sind, wenn wir immer die richtigen Dinge sagen. Man kann all die richtigen Dinge sagen und trotzdem ohne echten Glauben sein. Sondern worauf es ankommt, ist, dass wir wirklich Jesus als unseren persönlichen Erlöser annehmen. Dass wir diese Verheißung auf uns persönlich anwenden. Dass wir sagen: „Das, was hier steht, das gilt in meinem Fall jetzt, in meinem Leben.“ Und zwar nicht erst irgendwann, sondern jetzt. Das ist Glaube. Aus dem Wort Leben. Und dann wird da Heilung sein. Für Dinge, von denen wir vielleicht gedacht haben, dass sie nie geheilt werden können. Das ist eine der wichtigen Lektionen dieser Geschichte.
[24:17] Jetzt. Markus 5, Vers 35. Wer mag das mal lesen? Vers 35.
[25:00] Genau. Während also das eine noch vor sich geht, kommt jetzt die erste Geschichte wieder zum Tragen. Also wir sind ja eigentlich in der Geschichte von der Tochter des Jairus. Der ist auf dem Weg und plötzlich kommt diese andere Geschichte da hinein. Jesus wird aufgehalten und er ist noch gar nicht fertig. Da kommt die Nachricht: „Die Tochter ist gestorben.“ Tod. Ende aus. Was wird Jairus gedacht haben? Toll. Er heilt die Frau und meine Tochter stirbt. Was ist schlimmer? Tod oder Blutfluss? Man könnte sich ja vielleicht denken, vielleicht kennt ihr auch das Gefühl, Gott wirkt im Leben von anderen, aber warum wirkt er nicht bei mir? Warum nimmt er sich dafür Zeit und nicht für mich?
[25:43] Und in Lukas finden wir, wenn ihr den Finger drin lasst, dass erst einer kommt. Und hier kommen dann offensichtlich mehrere. Also erst ist es einer, wohl in Lukas 8, Vers 49 steht: „Während er noch redete, kommt jemand vom Synagogenvorsteher und spricht zu ihm: Deine Tochter ist gestorben, bemühe den Meister nicht.“ Und interessant ist, im Griechischen steht das Wort „Tod“ als allererstes. „Tod ist deine Tochter.“ So als Betonung. Sie ist tot. „Tod ist deine Tochter.“
[26:10] Kennt ihr die Worte: „Bemühe den Meister nicht, bemühe dich nicht?“ Wäre das auch gesagt: „Bemühe dich nicht?“ Ja, die haben es abgewehrt, aber jemand anderes hat gesagt: „Bemühe dich nicht.“ Ja, genau, nämlich wer war das? Der Hauptmann aus Kapernaum, der römische Hauptmann hat auch gesagt: „Bemühe dich nicht.“ Aber er hatte was gesagt. Er hat gesagt: „Bemühe dich nicht zu mir zu kommen, sprich nur ein Wort.“ Und das war großer Glaube. Aber diese sagen nicht: „Bemühe dich nicht zu kommen, sprich nur ein Wort.“ Die sagen: „Brauchst gar nicht kommen, kannst nichts machen.“ Sagen beide: „Bemühe dich nicht.“ Aber der eine hat großen Glauben, die anderen haben gerade gar keinen Glauben.
[26:48] Und jetzt kommen immer mehr und die sagen alle: „Die Tochter ist tot. Warum bemüht ihr noch? Was bringt das?“ Es ist ja schon schlimm, wenn einer unseren Glauben erschüttert, aber wenn mehrere kommen und alle sagen: „Es bringt nichts, ist vorbei. War ja eine schöne Idee, aber jetzt ist es zu spät.“ Jesus hört das und schaut mal in Vers 36. Was ist seine Antwort?
[27:14] Markus 5, Vers 36.
[27:29] Der Jairus wird gerade bombardiert von Leuten, die sagen: „Es ist sinnlos, Jesus kann nicht mehr helfen, er hätte helfen können, aber jetzt ist es vorbei.“ Was macht Jesus?
[27:42] Sobald er das hört, also die reden ja noch, während er redet, das ist ganz aufeinander. Er redet noch zu der Frau, während er redet, kommen die schon und sagen: „Ist vorbei, war schön und gut, aber jetzt lass uns nach Hause gehen, lass uns die Begräbnis machen.“ Und Jesus ist gerade fertig mit der Frau, hört, was die sagen und sagt: „Hey, pass auf. Glaube.“
[28:04] Er ermutigt den Jairus gerade da, wo er entmutigt wird. Manchmal werden auch wir von Menschen entmutigt. Wir hören von Leuten: „Es bringt nichts mehr.“ Ob es in der Mission ist oder in unserem persönlichen Leben, und wir denken: „Es bringt nichts mehr. Leute sagen uns: „Hör doch auf.“ Wie die Frau vom Hiob sagt: „Sag doch Gott ab.“ Und in dem Moment, wo wir entmutigt sind, möchte Gott uns am meisten ermutigen.
[28:28] Und womit ermutigt er sie jetzt? Er sagt zu ihr: „Fürchte dich nicht, glaube.“ Hat der Jairus irgendeine Idee, was Glaube ist? Woher könnte er es wissen? Er hat es gerade gesehen. Er hat gerade ein Zeugnis gehört von einer Frau, die sagt: „Seit zwölf Jahren hatte ich das Problem, ich habe geglaubt und ich bin gerettet worden.“ Das heißt, der Jairus hatte eigentlich etwas gedacht über die Geschichte mit der blutflüssigen Frau. Zeitverschwendung, ein Hindernis. Die ist vielleicht noch schuld, dass meine Tochter stirbt. Aber das ist keine Zeitverschwendung, sondern es war genau die Ermutigung, die er jetzt brauchte. Es war genau die Ermutigung, die er brauchte. Er hat mit eigenen Augen gesehen, mit eigenen Ohren gehört, wie ein Mensch, der hoffnungslos war, Hoffnung bekommen hat, weil er Glauben gehabt hat und gerettet worden ist.
[29:23] Das heißt, was können wir daraus lernen? Manchmal sind die Situationen, von denen wir denken, hier verzögert sich alles nur, das ist ein Hindernis. Das ist ein Hindernis, das uns erkennt, dass wir nicht wirklich glauben. Das ist ein Hindernis, das uns erkennt, dass wir nicht wirklich glauben. Das ist genau die Situation, die Gott uns bewusst in den Weg stellt, um uns zu zeigen, was Glaube ist. Und um uns zu ermutigen.
[29:53] Übrigens, wir haben gesagt, diese drei großen Männer, der römische Hauptmann, der Synagogenvorsteher und der königliche Beamte Johannes 4, hatte Jesus gesagt mit dem Sohn: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, werdet ihr nicht glauben.“ Und die große Herausforderung für ihn war, zu glauben, dass Jesus ihn gesund gemacht hat, ohne dass Jesus hingeht. Und er geht dann hin und merkt, mein Sohn ist gesund geworden. Beim römischen Hauptmann war der Glaube erst recht das Thema. Denn Jesus sagt: „Ich habe noch gar keinen so großen Glauben gefunden, wie in Israel, wie bei diesem Mann.“ Er merkt, wie sehr die Geschichten zusammenhängen. Aber jetzt wird es noch interessanter.
[30:32] In Vers 37. Wer mag mal Vers 37 lesen?
[30:42] Vers 37.
[30:45] „Und er ließ niemand mit sich gehen, außer Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.“ Und er ließ die Brüder des Jakobus aus den Brüdern der Brüder des Jakobus. Die Brüder der Brüder des Jakobus. Und er hat nur drei von den zwölf Aposteln. Das ist das erste Mal, dass er das tut. Ihr wisst ja, das kommt später öfter vor. Im kleinen Kreis. Zum ersten Mal wählt er nur drei aus. Er will das mehr im kleinen Kreis machen. Vorher bei der Geschichte von der blutflüssigen Frau, das war ein riesen Volksauflauf. Jetzt sagt er: „Wir nehmen nur drei Leute mit. Den Petrus, den Jakobus und den Johannes.“
[31:33] Warum die drei? Wisst ihr vielleicht? Ja. Die waren die drei, die am engsten mit Jesus waren. Und die zwei, die am engsten mit Jesus waren. Und die ersten Jünger. Die hatten besonders engen Kontakt zu Jesus. Und Jesus nimmt sie mit. Ihr wisst vielleicht auch, die Bibel spricht von zwei oder drei Zeugen. Möglicherweise wollt ihr auch Zeugen haben, weil die jetzt anders abläuft als mit der blutflüssigen Frau.
[32:16] Schreibt mal in die Uhh. Der drei, die nicht da sei.
[32:30] Jetzt kommt der hinein. Da ist richtig was los. Jetzt kommt der drei, die nicht da sei. Da ist richtig was los.
[32:47] Hier gibt es noch eine schöne Beschreibung. „Als nun Jesus in das Haus des Vorstehers kam und die Pfeifer und das Getümmel sahen.“ Das sind Flötenspieler. Die wurden extra angeheuert. Das war ein Getümmel.
[33:20] Das gleiche Wort im Griechischen steht in der Apostelgeschichte. Es gibt Aufruhr in der Stadt. Es ist dasselbe Wort. Jesus schreit durcheinander. Es gibt noch ein Wort, das richtig ist. Es ist das Wort A-la-la-la-la-la-la-la-la-la-la-la. Es ist Lautmalerei. Die Klageweiber riefen immer lalalala. Die Griechen haben das so ausgesprochen. Die Griechen haben das so ausgesprochen. Die Flötenspieler haben das so ausgesprochen. Ein totales Durcheinander.
[34:20] In Markus 5, Vers 39 geht die Geschichte weiter. Da heißt es jetzt:
[35:00] „Sorgen, es ist nur der erste Tod. Er ist nicht gestorben, er schläft nur.“ Kennt ihr noch eine Geschichte, wo Jesus das Ähnliche sagt? Beim Lazarus. War die schon oder kommt die noch, die Geschichte beim Lazarus? Die kommt noch, die ist relativ spät. Das heißt, das ist jetzt zum ersten Mal, dass Jesus sowas sagt: „Der schläft nur.“ Weil die einzige Totenauferstehung, die wir vorher hatten, war die Auferstehung von dem Jüngling von Nain. Könnt ihr euch erinnern, haben wir mal behandelt. Aber da spricht jetzt, glaube ich, wenn ich mich erinnere, nicht vom Schlaf. Und jetzt schaut man Vers 40, was die sagen. Vers 40.
[35:54] Das ist auch eine ganz merkwürdige Stelle, oder? Was für ein Umschwung der Emotionen. Was haben sie gerade für Emotionen gehabt? Sie haben geweint und geklagt. Und jetzt innerhalb von kurzen Augenblicken machen sie was? Sie lachen ihn aus. Merkwürdig, oder? Also ein totaler Umschwung. Erst heulen die wie die Schlosshunde und plötzlich lachen sie ihn aus. Übrigens, in der Bibel ist so Auslachen nicht besonders gut, oder? Kennt ihr Leute in der Bibel, die andere ausgelacht haben? Ja, genau, da haben sie sich lustig gemacht. Ja, das ging sehr schlecht aus für die Jungs, den zwei Bären. Wo gibt es noch so, dass Leute irgendwie auslachen? Es gibt noch die Geschichte bei Lot. Ja, bei Lot. Genau, Sodom und Gomorra. Da kommen die Schwiegersöhne und er erschien ihnen als einer, der Scherze macht. Ging auch ganz schlecht für sie aus. Und dann gibt es die Geschichte bei Nehemia, wo Sanballat und Tobias und so ihn auch auslachen. Also das mit dem Auslachen, das ist immer eine ziemlich negative Sache hier.
[37:05] Und dann ist auch interessant, was macht Jesus mit diesen lachenden Klageweibern, die eigentlich zum Klagen gekommen sind? Was ist da so besonders? Was ist da so spektakulär oder mindestens merkwürdig? Ja, er ist ein Fremder. Er ist gerade zum ersten Mal in dieses Haus rein und hat sofort die Autorität zu sagen: „Ihr geht jetzt alle raus.“ Das sind ja nicht nur die Klageweiber, das sind die ganzen Verwandten, Familienangehörigen, der ganze größere Klan. Er sagt: „Ihr geht alle aus dem Haus hier.“ Der war noch nie in dem Haus drin, die meisten haben ihn vielleicht noch nie gesehen und alle gehorchen. Ist auch interessant. Er muss eine große Autorität gehabt haben und er möchte nur mit ganz wenigen Leuten im Raum sein. Wie viele Leute sind jetzt am Ende in diesem Raum? Also wir haben Jesus, die drei Freunde, also Jakobus, Johannes und Petrus, die beiden Eltern. Genau, sind sieben Personen im Raum. Und warum will Jesus, das ist ja interessant, weil bei der blutflüssigen Frau war das ja vor allen Menschen so sehr, dass man kaum treten konnte. Jetzt ist die Heilung hier genau im Gegensatz zu ganz privat. Könnt ihr euch denken, warum er das vielleicht auch so gemacht hat? Warum diese Totenauferstehung hier jetzt im ganz engen Kreis ist? Warum er sogar die Tür zumacht? Gibt es da eine Geschichte, die so ähnlich ist, möglicherweise im Alten Testament, wo jemand auch die Tür zumacht und so ganz alleine ist mit jemandem und ihn dann von den Toten auferweckt? Das ist sowohl bei Elia als auch bei Elisa. Beide haben ja jeweils einen Jungen aufgeweckt. Einmal den Jungen von der Witwe von Zarepta, der Elia, und dann der Elisa, den Jungen von der Schundermieterin. Und in beiden Fällen ist es so, dass die quasi da mit dem Jungen quasi alleine sind, schließen die Tür, beten über ihn und bringen ihn dann raus sozusagen. Und es scheint mir fast, ich kann es nicht beweisen, aber es scheint mir fast zu sein, als ob Jesus so ein bisschen auch darauf hinweisen wollte, sozusagen zurückverweisen wollte auf diese Totenauferstehung von Elia und Elisa durch diese, so wie er das jetzt macht. Hat zwar ein paar Leute mit dabei, aber so von der Idee im Kontrast zu der anderen Geschichte ist das ziemlich auffällig.
[41:20] Vers 41. „Und er ergriff die Hand des Kindes und sprach zu ihm: Talita cumi, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf.“ Ganz genau. Er ergriff ihre Hand. Kennt ihr noch eine Geschichte, wo Jesus die Hand von jemandem ergreift, der krank ist? Das ist bei der Schwiegermutter des Petrus. Das heißt auch, er ergriff ihre Hand und heilte sie. Und dann sagt er: „Talita cumi.“ Wisst ihr, welche Sprache das ist? Talita cumi ist welche Sprache? Nicht griechisch, sondern aramäisch. Lupenreines Aramäisch, das ist Jesu Muttersprache. Und das Interessante ist, er sagt nicht Talita cumi, sondern Ellen White sagt, er hat diese Worte ganz sanft ausgesprochen. So bekannte Worte, die diesem Haus oft gesprochen sind, weil die Eltern, das ist ja jetzt nicht so ungewöhnlich, dass die Eltern, wenn das Kind schläft, sagen: „Hey, Schatz, steh auf.“ Und genau diese Worte, die man eigentlich sagen würde, wenn ein Kind schläft und jetzt langsam zur Schule muss, wo man irgendwie so mal sanft sagt, du magst dich aufwachen. So spricht er jetzt zu dem Mädchen und sagt: „Talita cumi, steh auf.“ Und sie steht auf. Und da sieht man wieder diese enorme Kraft des Wortes Gottes. Er gebot und es stand da. Er sprach und es stand da. Jesus hat ja angekündigt: „Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme Gottes hören werden und die sie hören werden, werden leben.“
[41:00] Ja, mir kommen die Gedanken, bei Lazarus sagt er: „Steh auf“, mächtig. Wir sehen, dass Jesus manchmal so wie Gott bei Elia war es, ganz lange Stimme, bei Hiob im Wind. Genau, er sagt immer: „Steh auf.“ Auch bei dem Jüngling von Nain hat er gesagt: „Steh auf.“ „Steh auf.“ Und jetzt kommt in Vers 42. Kann das mal lesen? Das Lieblingswort von Markus ist: „Und sogleich.“ Kommt immer bei Markus. Unglaublich. „Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher. Es war nämlich zwölf Jahre alt.“ Und sie gerieten außer sich vor Staunen. Wer ist das? Wer gerät ihr außer sich vor Staunen? Ja, genau. Wer ist das? Die anderen fünf. Ja, die beiden Eltern und die drei Apostel. Das Wort „außer sich vor Erstaunen“. Das ist sehr interessant. Das könnt ihr auch übersetzen. Das ist „ekstasei“. Heißt übersetzt „ekstasei“. Die waren in Ekstase. Wörtlich eigentlich so außer sich. „Ex“ ist so aus. Also außer dem, wo man eigentlich gestellt ist. So, als wenn man neben sich steht. So, was? Ekstase. Die waren völlig erstaunt. Und in Markus sieht man oft, dass irgendwie Leute erstaunt sind. Als Jesus die Dämonen austreibt, sagen sie: „Sie waren außer sich.“ Ja, sie waren erstaunt, dass Jesus Macht über die Dämonen hat. Als er dann den Sturm stillt, heißt es: „Sie waren völlig in Furcht und entsetzt, dass er Macht über die Elemente hat.“ Und jetzt merken sie sogar, er hat Macht über den Tod.
[42:38] Übrigens, in Lukas 8, Vers 55, kann ich vorlesen, auch den Finger hier in Markus lassen. In Lukas 8, Vers 55 steht noch ein kleines Detail. Da heißt es nämlich: „Und ihr Geist kehrte zurück und sie stand augenblicklich auf und er befahl, ihr zu essen zu geben.“ Das ist auch eine ganz interessante Formulierung. „Ihr Geist kehrte zurück“, weil das ist fast identisch mit der Geschichte von Elia. Da heißt es auch: „Und die Seele des Kindes kam zurück.“ Meint natürlich nicht, dass da irgendeine Seele umherwabert, aber das Leben kehrt zurück. Das Leben kehrt zurück in den Körper. Aber so von der Formulierung auch, ist das so ähnlich an die Elia-Geschichte herangebaut, als ob Jesus quasi hier oder ob die Schreiber das mit Elia vergleichen wollen.
[43:16] Und jetzt in Markus 5, Vers 43, was sagt Jesus jetzt den Eltern? Sehr interessant. Also erst mal ist interessant, dass trotz eines Wunders von Jesus, man weiter essen muss. Also das ist das Wunder, aber dann geht das Leben auch noch mal weiter. Jetzt muss man auch essen. Die Kräfte kommen. Das andere ist, das ist total interessant, dass Jesus sagt: „Sagt es niemandem.“ Das ist deswegen interessant, weil er gerade vorher bei der blutflüssigen Frau wollte, dass es alle wissen. Also wenn wir die beiden Geschichten mal ganz kurz im Kopf vergleichen, Parallelen und Kontraste, mal kurz zusammenfassen zwischen der Tochter des Jairus und der blutflüssigen Frau. Was sind die Gemeinsamkeiten, was sind die Unterschiede von den beiden Geschichten? Beide sind das Wunder. Beide sind Frauen, beide sind Töchter, beide haben ein Problem von, also sie ist zwölf Jahre alt und sie ist zwölf Jahre lang blutflüssig gewesen. Was noch? Die eine kommt zu Jesus, die andere, da kommt Jesus zu ihr. In beiden Fällen wirft sich jemand vor Jesus auf den Boden. In dem einen Fall möchte Jesus, dass es alle wissen, weil es auch vor einer riesigen Menschenmenge geschieht. Im anderen Fall ist es so ganz privat im engsten Kreis und Jesus möchte, dass niemand erfährt. Also es gibt ganz interessante Parallelen, aber auch totale Kontraste und das ist nicht ohne Grund, dass diese beiden Geschichten so ineinander verwoben erzählt werden.
[44:57] Was ist daraus geworden? Schaut mal Matthäus 9, Vers 26. Vielleicht ahnt ihr schon. Matthäus 9, Vers 26: „Und die Nachricht hiervon verbreitete sich in jener ganzen Gegend.“ Immer wenn Jesus das sagt: „Sagt es niemandem.“ Was machen die Leute? Es ist schwer, Leuten zu sagen, nicht über etwas zu reden. Glaubt mir, es ist nicht so einfach, wenn man Leuten sagt: „Bitte rede nicht darüber.“
[45:31] Bevor wir schließen, wer waren nochmal die drei Jünger, die dieses erlebt haben? Petrus, Johannes und Jakobus. Und einer von denen wird sich irgendwann mal in seinem Leben später an diese Geschichte erinnert haben. Damit schließen wir. Schaut mal in Apostelgeschichte 9. Apostelgeschichte 9 und dort ab Vers 36. Das ist Petrus. Petrus muss gut aufgepasst haben.
[45:58] In Apostelgeschichte 9, Vers 36 heißt es: „In Joppe aber war eine Jüngerin namens Tabitha, was übersetzt Gazelle heißt. Diese war reich an guten Werken und Wohltätigkeit, die sie übte.“ Und es geschah in jenen Tagen, dass sie krank wurde und starb und man wusch sie und legte sie ins Obergemach. Weil aber Joppe nahe bei Lydda liegt und die Jünger gehört hatten, dass Petrus dort war, sandten die zwei Männer zu ihm und baten ihn, nicht zu zögern und zu ihnen zu kommen. Wieder hier Jairus, der sagt: „Ich habe da gehört, dass der Jesus kommt zu mir und hilft.“ Nur, dass sie schon gestorben ist.
[46:22] Vers 39. „Da stand Petrus auf und ging mit ihnen.“ Übrigens, sehr interessant. Da kommen Leute, klopfen an und sagen: „Hey, da ist eine Frau gestorben. Kannst du uns helfen?“ Petrus sagt: „Kein Problem, wo ist sie?“ Lassen sie gehen. Er hat echt einen Glauben gehabt. Jetzt. Und als er angekommen war, führten sie ihn in das Obergemach und alle Witwen traten zu ihm. Was haben sie getan? Weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, die Tabitha gemacht hatte, als sie noch bei ihnen waren. Jetzt ist Petrus, er hat die Witwen gerufen, weil da eine Frau tot ist und er kommt in den Raum. Er hat ein Déjà-vu. Da ist jemand tot und alle klagen und weinen. Jetzt erinnert sich: Was hat Jesus gemacht? Er hat alle rausgeschickt. Was macht Petrus?
[47:19] Vers 40. „Da ließ Petrus alle hinausgehen, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Leichnam und sprach: Was hat Jesus gesagt? Was hat Jesus gesagt? Talita kummi, Talitha, steh auf.“ Was sagt Petrus? „Tabitha, steh auf.“ Er sagt fast dasselbe, nur halt, also er hat ja auch Aramäisch gesprochen. Er hat eigentlich wörtlich gesagt: „Tabitha kummi, Tabitha, steh auf.“ Fast dieselben Worte, quasi dieselben Worte, nur mit einem Buchstaben anders.
[47:57] „Sie aber öffnete ihre Augen und als sie den Petrus sah, setzte sie sich auf und er tat was? Er reichte ihr die Hand.“ Er hat ihre Hand gehalten und er rief die Heiligen und die Witwen und stellten ihnen Leben vor und es wurde aber in ganz Joppe bekannt und viele wurden gläubig an den Herrn. Es ist interessant, wie die Geschichte sich fast noch mal identisch wiederholt im Leben von Petrus. Jesus wusste, wo man den mitnimmt und Petrus hat aufgepasst, hat dann hier Jahre, Jahre später das Beispiel von Jesus imitiert und wenn wir die Geschichte lesen, können wir sagen: „Ja, genau so hat Jesus auch gemacht.“ Wir können in der Geschichte das Wirken von Jesus sehen, obwohl Jesus schon gar nicht mehr auf der Erde ist. Und das finde ich sehr interessant, weil das ist gar nicht so häufig, dass man sowas so ganz krass sozusagen so nebeneinander sieht, aber der Eindruck auf Petrus muss sehr stark gewesen sein. Petrus hat was aus der Geschichte gelernt und wir sollten was aus der Geschichte lernen, nämlich, dass Jesus nie zu spät kommt und egal, wie hoffnungslos ein Fall zu sein scheint, Gott tausend Wege hat, von denen wir nichts wissen und das manchmal die Dinge, die uns als störendes Aufhalten erscheinen, in Wirklichkeit die Dinge sind, die unseren Glauben stärken sollen und dass Gott große Dinge tun kann.
[49:14] Und auch gemeinsam in den Nacken und beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für diese schöne Geschichte und für die Hoffnung und den Mut, den wir ausschöpfen können, dass wenn Menschen denken, es ist zu spät und man kann nichts mehr machen, dass du noch lange nicht am Ende bist und dass du die Macht hast über den Tod, dass du den Tod besiegen kannst und dass es keine Situation gibt, in der ein Mensch nicht von dir geholfen werden kann, wenn er nur irgendwie will und wenn es deinem Willen entspricht. Und Herr, wir möchten dich bitten, dass wir lernen, dass die Dinge, die wir manchmal als störend empfinden und als Verzögerung und als unnötig, dass es manchmal genau die Dinge sind, die du benutzt, um uns echten Glauben zu lernen und uns zu stärken und uns zu ermutigen. Und wir möchten dich bitten, dass wir wie Petrus genau aufpassen auf diese Geschichten, damit wenn wir einmal in ähnliche Situationen kommen, wir von dem Leben Jesu wirklich lernen können und es imitieren können, auch wenn diese Umstände anders sind, dass wir die Prinzipien umsetzen können, wie wir sie gelernt haben aus diesen Geschichten. Das bitten wir alles in seinem Namen. Amen.
Lizenz
Copyright ©2019 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.