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In dieser Predigt wird der biblische Bericht von der Geburt Jesu in Lukas 2 aus einer neuen, tiefgründigen Perspektive beleuchtet. Der Sprecher, Christopher Kramp, geht über die übliche Weihnachtsromantik hinaus und untersucht die historischen und theologischen Herausforderungen, die mit den ersten Versen des Kapitels verbunden sind. Dabei werden komplexe historische Fragen rund um Kaiser Augustus und die Volkszählung des Quirinius detailliert analysiert, um die Glaubwürdigkeit der biblischen Überlieferung zu untermauern.

Die Predigt widmet sich auch der Bedeutung von Bethlehem als Geburtsort Jesu und beleuchtet die tiefen biblischen und prophetischen Hintergründe dieses Ortes. Abschließend wird die Demut Jesu, der als Erstgeborener in einer Krippe zur Welt kam, als zentrale Botschaft hervorgehoben, die uns lehrt, worauf es im Leben wirklich ankommt.

In dieser Predigt wird die Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2, Vers 1-7 neu beleuchtet, jenseits der üblichen Romantik. Der Sprecher, Christopher Kramp, taucht tief in die historischen und theologischen Hintergründe ein, um die Glaubwürdigkeit der Bibel zu untermauern. Dabei werden komplexe historische Diskrepanzen rund um die Volkszählung des Quirinius und die Geburt Jesu aufgeschlüsselt. Die Predigt betont die demütige Geburt Jesu als Botschaft der Hoffnung und Identifikation für jeden Menschen.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte" zu einer ganz besonders interessanten Folge, auf die ich mich sehr, sehr, sehr gefreut habe. Wir wollen heute über die ersten Verse aus Lukas 2 sprechen. Die werden normalerweise immer dann erwähnt, wenn die ganze Welt in Weihnachtsstimmung ist und sie werden auch sonst nie erwähnt. Und weil sie dann in der Kirche meistens nur vorgelesen werden, werden sie meistens nie studiert. Und ob ihr es glaubt oder nicht, sind diese Verse mit einer der größten und härtesten Nüsse, die es gibt überhaupt für einen bibeltreuen Christen. Also heute werden wir Lukas 2 ohne Krippenromantik und ohne Weihnachtsgedusel und ohne dieses ganze Zeug studieren, mal aus einer ganz anderen Perspektive. Und ich glaube, das tut diesem Text bitter nötig, weil ihr werdet gleich sehen, wir sollten uns den besser mal gründlich vornehmen. Aber dazu gleich mehr. Lukas 2 heute. Wir wollen beginnen mit einem Gebet, dadurch einer zu niederzuknien. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du heute durch dein Wort zu uns sprechen möchtest. Wir wollen heute in deinem Evangelium lesen, die gute Botschaft verstehen und gleichzeitig auch uns Gedanken machen über die Glaubwürdigkeit deiner Bibel. Wir möchten dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist leitest und dass wir Wahrheit erkennen, so wie sie in dir ist, damit wir Vertrauen bekommen in das, was du in unserem Leben tun möchtest. Sei du bei uns und segne uns, denn du hast es uns versprochen. Im Namen Jesu. Amen.

[2:18] Lukas 2, Vers 1. Jeden 24. und 25. Dezember erschallt es aus tausenden, wenn nicht zehntausenden Kirchen. Vers 1: "Es begab sich aber in jenen Tagen, dass ein Befehl ausging von dem Kaiser Augustus, dass der ganze Erdkreis sich erfassen lassen sollte." Und so weiter und so fort. Das ist wahrscheinlich einer der bekanntesten Texte überhaupt in der Bundesrepublik Deutschland, mal abgesehen von 1. Mose 1, Vers 1: "Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde." Und trotzdem ahnen die wenigsten, selbst die wenigsten Bibelchristen, ich würde sagen, selbst die wenigsten Adventisten, dass dieser Vers und der nächste Vers, wenn nicht die, mit einer der härtesten Stellen sind für einen bibeltreuen Christen. Und heute wollen wir uns nicht nur auf das große Wunder einlassen, dass Jesus Mensch geworden ist, sondern wollen mal diesen Aspekt betonen, der in diesen ersten beiden Versen zum Tragen kommt, weil da wird nie drüber gesprochen. Und ihr werdet gleich sehen, warum es so wichtig ist.

[3:21] Also wir fangen an, Lukas 2, die berühmte Geschichte. "Es begab sich aber in jenen Tagen, dass ein Befehl ausging von dem Kaiser Augustus." Wer war Kaiser Augustus? Fangen wir mal einfach an. Ein römischer Kaiser. Also jetzt beginnt der Lukas, ganz so, wie er ja als Historiker das ja auch im Anspruch hat, die große Weltbühne zu betreten. Vorher haben wir so diese Geschichten von Zacharias und von Elisabeth und von Maria. Aber jetzt wird es weltpolitisch und damit testbar. Die anderen Geschichten vorher, die konnte man kaum auf historische Richtigkeit überprüfen. Aber mit diesen beiden Versen jetzt kommt, begibt sich der Lukas auf ein Gebiet, wo man mit geschichtlichen Quellen ihn überprüfen kann. Der Kaiser Augustus. Der wievielte Kaiser war er? Wird nicht genannt, aber wir wissen es aus der Geschichte, das war der erste Kaiser Roms. Denn davor gab es ja die Republik. Ja, davor gab es ja keine Kaiser. Und auch er hatte ja offiziell immer noch in der Republik regiert, aber er hat das Prinzipat eingeführt. Damit war er der erste Kaiser, hat aus der Republik eigentlich eine Art Diktatur gemacht. Nur es sah von außen noch immer wie eine Republik aus. Das war eigentlich sehr interessant. Der Kaiser Augustus, er hat zu dem Zeitpunkt schon über 20 Jahre lang regiert. Und zu seiner Zeit spricht man von der Pax Romana. Wisst ihr, was Pax auf Deutsch heißt? Der Friede, der römische Frieden. Weil obwohl er natürlich Krieg geführt hat in den Grenzregionen, es im römischen Reich friedlich war. Vorher hat es 100 Jahre lang Bürgerkrieg gegeben. Da gab es immer Triumvirat hier und da und Cäsar hier und Brutus da und Mark Antonius hier. Die haben sich alle bekriegt. Und als dann der Augustus endlich, also er hieß ja eigentlich Oktavian, als er dann Kaiser wurde, gab es Frieden. Das ist ganz interessant, dass der Satan es einmal im Leben geschafft hat, ein großes Weltreich für einen längeren Zeitraum unter Frieden zu halten. Der wusste ja schon, dass jetzt der Friedefürst kommt. Der musste ja wenigstens annäherungsweise das Gegenstück schaffen.

[5:29] Kaiser Augustus, das war Oktavian. Das ist Oktavian, der Augustus. Augustus ist eigentlich ein Titel gewesen, der Erhabene. Sein eigentlicher Name war Oktavian. Er war dann Kaiser Augustus, so wird er später genannt. Also sein ganzer Titel ist irgendwie sieben Zeilen lang oder so, aber den brauchen wir nicht. Kaiser Augustus, er erließ einen Befehl. Interessanterweise das griechische Wort für Befehl ist "Dogma", hat aber nichts mit dem Dogma der katholischen Kirche zu tun. Einfach nur, das war ein Befehl, der musste befolgt werden, ein Edikt. Und zwar, dass der ganze Erdkreis sich erfassen lassen sollte. Und hier steht interessanterweise für Erdkreis das Wort "Ökumene". Und Ökumene kennen wir heute auch als den Versuch, die christlichen Kirchen alle zusammenzuführen. Jetzt, auch wenn ihr nicht viel von Griechisch versteht, was meint wohl Ökumene in diesem Vers? Könnt ihr, ja? Genau, es heißt zwar der ganze Erdkreis, aber selbst die Römer wussten, dass sie nicht den gesamten Planeten beherrschen. Die wussten, dass es da noch ein paar Perser gab, außerhalb ihres Reiches und ein paar Germanen, nicht wahr, jenseits des Teutoburger Waldes, die sie nicht habhaft werden konnten und ein paar Pikten irgendwo in Schottland. Die wussten, dass es Barbaren außerhalb gibt. Im römischen Denken, viele römische Geschichtsschreiber wie Plutarch und andere verwenden dieses Wort Ökumene für die gesamte zivilisierte Welt, die alle unter römischer Herrschaft stand. Die gesamte zivilisierte Welt unter römischer Herrschaft, das war die Ökumene. Und wisst ihr, wer zur neuen Zeit das Wort Ökumene wieder in die Debatte eingeführt hat, wer das wiederbelebt hat? Das war das Zweite Vatikanische Konzil. Das waren nicht die Protestanten, das waren die Katholiken im Zweiten Vatikan, die gesagt haben, lass uns doch wieder zusammenkommen, lass uns doch Ökumene nennen. Naja, die wussten schon, was sie taten. Die Protestanten haben das irgendwie bis heute nicht so ganz verstanden.

[7:34] Jedenfalls der Augustus hat einen Befehl erlassen, so sagt der Lukas, dass ein Befehl ausging. Was war der Befehl, der jetzt hier eine Rolle gespielt hat? Sie sollten geschätzt werden, sie sollten gezählt werden, sie sollten sich eintragen lassen in welche Listen. Man vermutet oder viele haben vermutet, dass es dabei um Steuern gegangen ist, also Steuerlisten. Aber der Text sagt es nicht genau, sondern es heißt einfach nur, sie sollten sich erfassen lassen. Und jetzt kommt der Stolperstein. Schaut mal in Vers 2. "Diese Erfassung war die erste und geschah, als Kyrenius Stadthalter in Syrien war." Also, wenn man jetzt in der evangelischen Kirche am 24. Dezember sitzt und das hört, dann macht man sich wenig Gedanken drüber. Da wird man sich denken, naja, das wird schon stimmen. Und auch als bibeltreuer Adventist liest man das und sagt, naja, das wird schon so gewesen sein. Wenn man jetzt aber mal ins Internet geht und ein paar wenige Daten eingibt, einfach mal so googelt, wann hat es denn den Kyrenius überhaupt gegeben und wann war der Stadthalter in Syrien? Dann kommt man auf Folgendes. Der Kyrenius, der hier im Neuen Testament Kyrenius heißt, hieß im Lateinischen Quirinius. Das ist quasi derselbe Name, nur Lateinisch und Original. Also die haben immer drei Namen gehabt. Ich glaube Lucius, Publicius, Kyrenius. Das war sein Name. Kyrenius, genau. Und in Griechisch dann Kyrenius, genau.

[9:07] Dieser Stadthalter, so sagt uns der Schriftsteller Josephus, der berühmte Historiker, wurde Stadthalter von Syrien. Das war die Provinz Syria. Das ist ziemlich genau dasselbe Gebiet, was heute Syrien ist. Es kommt damals von Assyrien. Diese Provinz Syria hatte viele Stadthalter und Kyrenius, so sagen uns die heutigen Daten, wurde Stadthalter im Jahre 6 nach Christus. Stimmt aber. Jetzt seid ihr schockiert, oder? Ja, genau. Und ihr solltet ein bisschen schockiert sein. Der Josephus berichtet zweifelsohne, dass Kyrenius 6 nach Christus Stadthalter von Syrien wurde und es wird noch schlimmer, ihr Lieben. Es wird noch schlimmer. Wir wissen nämlich aus der Geschichte, dass zu der Zeit, kurz zuvor es Unruhen in Judäa gab und dass im Zuge dessen, dass er Stadthalter wurde, Judäa, das vorher ein Protektorat gewesen ist, förmlich unter die Provinz Syrien gestellt wurde und der Kyrenius als eine seiner ersten Amtshandlungen eine Volkszählung hat durchführen lassen in Judäa, 6 nach Christus. Das heißt, wir haben Kyrenius, Stadthalter in Syrien, der eine Volkszählung durchführt. Er wird im Jahre 6 nach Christus Stadthalter und das Ende Volkszählung durchführen. Jetzt sagt mir, was ist das große Problem, das ihr jetzt gerade seht? Da gibt es ein echtes Problem, oder? Habt ihr das schon mal gehört? Wir lesen die Geschichte, wir kennen die, wir würden denken, da ist nichts dabei, oder? Unter Insidern wird vermutet, dass das wahrscheinlich die am schwersten zu harmonisierende Bibelstelle ist, die es überhaupt gibt im Neuen Testament. Aber wir kommen gleich dazu. Wir werden heute den Raum entspannt verlassen. Ich kann es euch verraten. Wir werden nicht alles auflösen können, aber wir werden genügend zeigen, dass ihr sagt, okay, ich kann wieder ruhig schlafen. Aber das ist ein Problem.

[11:26] Wann müsste eigentlich diese Geschichte gespielt haben? Gebt mir meine Jahreszahl ungefähr an. Denkt kurz mal nach. Das Jahr 0 hat es erstens nicht gegeben und wie wir wissen, ist diese Einteilung vor Christus, nach Christus erst im Frühmittelalter entstanden durch einen Mönch, der sie auch noch ein paar Jahre verrechnet hat. Wir wissen nämlich, dass Jesus geboren ist zur Zeit wessen jüdischen Königs? Herodes. Und Herodes ist wann gestorben? Haben wir mal vor ein paar Monaten hier in diesem Seminar besprochen, er ist gestorben im Jahre 4 vor Christus. Deswegen sagen wir, dass Jesus so ungefähr, also selbst wenn das jetzt, also das ist ziemlich sicher historisch belegt, es gibt ein paar Leute, die sagen, es ist vielleicht ein, zwei Jahre später gewesen, aber so ungefähr in dem Zeitraum, können wir ungefähr annehmen, dass Jesus eventuell im Jahre 5 vor Christus oder 4 vor Christus geboren worden ist. Das würde dann gut passen, dann wäre er im Jahre 27 nach Christus bei seiner Taufe etwa 30 Jahre alt. Ihr wisst, das Lukas-Evangelium sagt, er war bei seiner Taufe etwa 30 Jahre alt, wenn die Taufe 27 nach Christus war, dann würde es gut passen, wenn er ein paar Jahre vor Christus geboren worden ist. Da würden wir es erwarten, aber zwischen diesem Datum und diesem Datum liegen zehn Jahre. Also man kann jetzt nicht sagen, es ist ein Jahr, da hat sich ein Historiker mal vertan. Das ist ein echtes Problem. Manchmal würde man sich wünschen, dass solche Dinge nicht in der Bibel stehen. Wenn das nicht drinstehen würde, hätten wir kein Problem. Aber jetzt haben wir das Problem und jetzt müssen wir gucken, wie wir da rankommen.

[13:01] Es gibt einige Leute, die sagen, na Moment mal, man könnte ja vielleicht den Vers 2 anders übersetzen. Man könnte ihn zum Beispiel übersetzen: "Diese Erfassung war die erste, diese geschah vor derjenigen, die zur Zeit von Quirinius geschah." Aber diese Übersetzungsvariante geht nicht wirklich. Also, ich habe ein paar Leute nochmal nachgelesen, die sich wirklich mit Griechisch auskennen, Großexperten, die sagen, man kann da nicht viel dran dehnen. Eins ist Fakt, das hilft uns schon mal ein bisschen. Es heißt ja, es war die erste, richtig? Jetzt dieses Wort, die erste, meint nicht notwendigerweise die allererste und es hat nie eine davor gegeben, sondern es wird oft verwendet, wenn da zwei sind und man die erste von zwei benennen möchte. Also quasi, ich gebe mal ein Beispiel, lasst euren Finger hier drin. Geht man mit mir zu, wo haben wir das? Hier, Lukas 6, Lukas 6, Vers 42, ist ein Beispiel dafür, wie dieses erste, dieses Wort "protos", wie das verwendet werden kann.

[14:27] Lukas 6, Vers 42: "Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, halt, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist, während du doch den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und dann wirst du klar sehen und den Splitter herauszuziehen, der im Auge deines Bruders ist." Da gibt es zwei Handlungen: Splitter aus meinem Auge, Splitter aus dem Auge, also die Balken aus meinem Auge, Splitter aus dem Auge. Die eine ist die erste Handlung, die andere die zweite. Das heißt aber nicht, dass die erste Handlung die allererste Handlung ist, die ich überhaupt jemals getan habe. Ja, es sind zwei Handlungen, wovon eine die erste ist. Noch ein Beispiel, Lukas 9, Vers 59. Noch ein Beispiel, noch aus dem Mund von zwei Zeugen.

[15:10] Lukas 9, Vers 59: "Er sagt aber zu einem anderen: Folge mir nach! Der sprach: Herr, erlaube mir zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben." Zwei Ereignisse: Jesus nachfolgen, den Vater begraben. Eins soll zuerst geschehen. Das heißt, wenn es hier heißt, es war die erste, dann ist es tatsächlich möglich, vom Griechischen anzunehmen, dass es zwei Volkszählungen gab, die Lukas beide kannte, wovon die, die er in Lukas 2 meint, die erste war. Aber wenn es Quirinius erst seit 6 nach Christus in Syrien als Stadthalter gab, dann hilft uns das noch wenig, weil wir müssten ja eigentlich den Quirinius irgendwie in der Zeit fordern, dass er in unsere Zeit reinkommt.

[15:59] Die Frage ist, wie macht man das? Und hier sind interessante Details. Just in dieser Zeit zwischen 4 vor Christus und 6 nach Christus gibt es bei Josephus eine unerklärliche Berichtslücke. Also man liest die Geschichte von Josephus, der berichtet all die Ereignisse bis zum Jahre 4 vor Christus und dann nur ganz verstreut unsystematische Ereignisse dazwischen und dann ab 6 nach Christus, ab Quirinius wieder geht es weiter. Das gleiche gilt für den größten griechischen, Verzeihung, römischen Schriftsteller für die Augustuszeit, den Cassius, der auch zehn Jahre einfach auslässt. Das finde ich deswegen schon interessant, weil es scheint mir so zu sein, dass der Satan einfach gar nicht wollte, dass die Geschichte gut dokumentiert wird. Er hat so ein bisschen so ein Loch gelassen, aber mit ein bisschen Überlegung, ein bisschen Quellenforschung kann man dem Problem doch auf die Sprünge kommen.

[17:19] Wenn ihr auf Wikipedia oder sonst so im Internet mal sucht, wer waren die Stadthalter von Syrien in der Zeit dazwischen? Da gibt es ein paar Namen, die man mittlerweile so sich hergeleitet hat und unter ihnen ist ein sogenannter Gaius Caesar. Ein bisschen technisch heute, ich weiß, aber ich hoffe, ihr werdet was davon mitnehmen können. Gaius Caesar war der Enkel von Kaiser Augustus. Der war damals so 16, 17, 18, 19. Der wurde von Kaiser Augustus in den Krieg geschickt nach Armenien, weil dort die Armenier sich aufgelehnt hatten und mit den Partern, den Syrern, nicht den Syrern, den Persern sich vermischt zusammengetan hatten. Aufgrund dieser Tatsache, dass der junge Gaius Caesar in den Osten geschickt wird, werdet ihr finden, dass heute viele Wissenschaftler behaupten, er wäre in der Zeit der Stadthalter von Syrien gewesen. Es gibt aber ernstzunehmende Forscher, die aufgrund sehr gründlichen Quellenstudiums herausgefunden haben, dass er eine Position bekommen hatte vom Kaiser, die weit über den Stadthalterstatus hinausging. Das würde zu weit führen, die ganze römische Rechtslage zu klären mit der konsularischen Gewalt und den verschiedenen Rechtssystemen dort. Aber auf Deutsch runtergebrochen hat ein Altertumsforscher im 19. Jahrhundert herausgefunden, dass der Gaius Caesar mit seinen jungen Jahren für eine bestimmte Zeit zum Oberherrscher über ganz Ostrom gemacht worden ist. Das heißt, was ihr oft in den Standardwerken findet, dass er Stadthalter von Syrien war, ist falsch. Er war ein Oberherrscher sozusagen, einer mit Kaiser auf Zeit sozusagen für eine bestimmte Aufgabe im ganzen Osten.

[19:22] Da er aber jung war, ganz jung, was hat wohl der weise Kaiser Augustus ihm mitgegeben, seinem 16, 17, 18-jährigen Enkel, als er für das gesamte oströmische Reich zuständig sein sollte? Was hat er ihm wohl mitgegeben? Genau, Berater. Und interessanterweise finden wir unter den Beratern von Gaius Caesar einen Mann namens Quirinius, der als römischer Berater ihm zur Seite stand. Und das ist interessant, in der Zeit, die wir hier suchen, war Quirinius im Osten und hat dort den Gaius Caesar unterstützt. Und obwohl es kein schriftliches Zeugnis darüber gibt, keine Inschrift, keine historische Quelle per se, haben Historiker durch Schlussfolgerungen nachweisen können, dass wenn er ein Berater von Gaius Caesar gewesen ist, er auch eine Stadthalterposition bekommen haben muss. Dass er also in dieser Zeit bereits ein erstes Mal Stadthalter gewesen ist und dann im Jahre sechs nach Christus zum zweiten Mal.

[20:51] Und jetzt kommt noch was Interessantes, man kann das noch von einer anderen Seite erhärten und zwar in der Zeit von fünf vor Christus bis drei vor Christus, das wäre also ungefähr die Zeit, die wir suchen, hat besagter Quirinius einen Krieg geführt, haltet euch fest, gegen die sogenannten Homo nadensa. Die Homo nadensa sind ein unglaublich unbekanntes Volk, selbst auf Wikipedia werdet ihr keinen Artikel über sie finden, sie waren ein barbarischer Volkstamm in Zilizien. Zilizien, das ist so die Südosttürkei heute, im Gebirge, so ein Gebirgsstamm. Und das ist unglaublich interessant, warum? Wenn jemand im römischen Reich gegen einen Volkstamm Krieg führt, was braucht er dafür? Er braucht ein Heer und das Heer in Rom, das war, wie hieß das Heer? Das waren die sogenannten Legionen, aber nicht alle Provinzen hatten Legionen.

[22:00] Habt ihr in eurer, ihr habt doch bestimmt in eurer Bibel so eine Karte, oder? So vom Mittelmeerraum. Wenn ihr so eine Karte habt, zum Beispiel so was wie die Reisen von Paulus oder so, da sind ganz bestimmt auch die römischen Provinzen drauf. So, in meiner Bibel ist es die letzte Seite, da sind so die ganzen Rundreisen von Paulus drauf und da gibt es dann so, da sieht man dann so die verschiedenen, ich weiß nicht, ob ihr das auch habt, müsst mal gucken. Habt ihr das? Da gibt es so, da gibt es zum Beispiel dann Zilizien, Kappadozien, Galazien, Bithynien, Asia, Thrakien, Makedonien, die ganzen Provinzen. Und die heutige Türkei hatte mehrere Provinzen. Und wenn der Quirinius im Osten gewesen ist und Berater, dann muss er ein Stadthalter irgendeiner dieser Provinzen gewesen sein. Jetzt kann man die ganzen Provinzen durchgehen, wieder nach bestimmten Kriterien, und man hat festgestellt, dass die meisten Provinzen zu der damaligen Zeit keine Legionen gehabt haben, bis auf Asia und Syrien. Nur Asia und Syrien hatten eigene Legionen, Zilizien war damals noch keine eigene Provinz.

[23:19] Und um eine lange Geschichte mit viel, viel, viel spannenden Details kurz zu machen, aufgrund der historischen Dokumente kann man nachweisen, dass der Quirinius, wenn er gegen die Homo nadensa in Zilizien gekämpft hat, er den Befehl gehabt haben muss über die Legionen, die in Syrien gewesen sind, weil nämlich die Homo nadensa in Zilizien gewesen sind und damals Zilizien noch zur Provinz Syrien gehört hat. Es war aber bei Todesstrafe verboten, dass ein Stadthalter mit seinen Legionen in eine andere Provinz geht. Warum haben das wohl die römischen Kaiser verboten? Sonst hätten sie gegeneinander gekämpft und hätten sonst Gebiete erobert. Jeder Stadthalter durfte mit seinen Legionen nur in seiner Provinz sein. Wenn also der Quirinius, was die Geschichtsquellen sagen, die Homo nadensa besiegt hat, und wir wissen, die Homo nadensa waren in einem Gebiet, das in Syrien lag, muss er Stadthalter von Syrien gewesen sein, obwohl heute viele Quellen sagen oder viele Geschichtsbücher sagen, er war der Stadthalter von Galazien zum Beispiel, was aber gar nicht sein kann, weil Galazien eine andere Provinz war als die Homo nadensa.

[24:30] Also was will ich damit sagen? Es ist zwar nicht 100-prozentig mit direkten Quellen zu beweisen, aber durch Winkelzüge sehr glaubhaft zu machen, dass tatsächlich in dieser Zeit, fünf vor Christus bis drei vor Christus, Quirinius ein erstes Mal Stadthalter in Syrien war. Ich habe das deswegen ausführlich gemacht, weil wenn ihr das auf Wikipedia nachlesen wollt, werdet ihr es nicht finden. Das ist so wirklich gründliches Geschichtswissen, was im 19. Jahrhundert zum Teil auch da gewesen ist, was heute in Vergessenheit geraten ist. Kaum jemand macht sich Mühe, das zu recherchieren. Aber für die Glaubwürdigkeit der Bibel ist das super entscheidend, weil wenn der Lukas sich in dem Detail irrt, wie sollen wir ihm dann glauben, dass die Jungfrau schwanger gewesen ist? Es kommt dazu, dass alle Kritiker des Christentums niemals Lukas deswegen angegriffen haben. Also wenn das wirklich so eine riesen Diskrepanz gewesen wäre, das wäre ein gefundenes Fressen für die Kritiker gewesen. Das ist keinem eingefallen. Quirinius war damals sehr, sehr bekannt und offensichtlich muss es damals noch das Wissen gegeben haben, dass er zweimal Stadthalter gewesen ist. Ein erstes Mal zu dieser Zeit von Gaius Caesar in diesem Zeitraum und ein zweites Mal dann später. Und beim zweiten Mal hat er dann ebenfalls einen Zensus gemacht. Und wenn also der Lukas sagt, der erste, muss es also zwei gegeben haben, die er gemacht hat. Einen in seiner ersten Zeit und einen in seiner zweiten Zeit. Und diese erste ist es, auf die es ankommt.

[26:09] Nur wenn ihr mal zufällig mit jemandem darüber diskutiert, könnt ihr sagen und er euch dann mit irgendwelchen Argumenten voll bombardiert, könnt ihr sagen, es gibt historische Beweise dafür, dass tatsächlich Quirinius entgegen all dem, was wir heute oft im Internet lesen, ein erstes Mal bereits Stadthalter war um 5 vor Christus bis 3 vor Christus. Ein Grund ist übrigens noch, nur dass ihr das mal gehört habt, dass man die Provinzen danach vergeben hat, ob jemand Praetorier oder Konsul gewesen ist. Es gab senatorische Provinzen und kaiserliche Provinzen und die kaiserlichen waren unterteilt in praetorische und konsularische. Ihr werdet denken, das ist totaler Unfug, aber das war wichtig, weil um in einer senatorischen Provinz Stadthalter zu werden, musste man vom Senat vorgeschlagen werden. In einer kaiserlichen wurde man vom Kaiser vorgeschlagen, aber wenn man jetzt Konsul war, kam man in eine konsularische Provinz und wenn man vorher Praetorier gewesen ist, kam man in eine praetorische. Da der Quirinius aber früher Konsul war, muss er in einer konsularischen Provinz Stadthalter gewesen sein und das war eben nur Syrien und nicht Galazien. Deswegen ist es ein weiterer Beweis, dass er in dieser Zeit eben nicht wie heutige Quellen sagen Galazien beherrscht hat, sondern bereits ein erstes Mal Syrien.

[27:33] Das war es vom Geschichtsunterricht, aber ich wollte euch das mal zeigen, weil ich dachte, man hat das noch nie drüber gesprochen und das musste man mal drüber sprechen, weil sonst kommt irgendwann, sonst stehen wir mal vor dem Gericht, nicht wahr? Und die zeigen uns das und schlagen Wikipedia auf und sagen, eure Bibel ist falsch und wenn ihr dann das so weit kommt, dann könnt ihr euch erinnern und sagen, nein, nein, ich habe was gehört vom Krieg gegen die Homo-Nadenzer. Ich weiß, die Bibel hat recht.

[27:56] Also, lesen wir noch kurz ein bisschen weiter. Der Rest ist ja uns gut geläufig und nicht weiter problematisch. Übrigens, der Augustus rühmt sich mehrere große Volksschätzungen durchgeführt zu haben. Es ist berichtet für das Jahr 8 vor Christus, dass er so eine in Auftrag gegeben hat und es hat wohl mehrere Jahre gedauert, bis solche Volksschätzungen durchgeführt worden sind, weil das ja große Entfernungen waren und es gab auch einen Unterschied zwischen dem römischen Zensus, der die Römer erfasst hat und dem Provinzzensus. Aber das würde zu weit führen, das jetzt im Detail zu machen, aber da gibt es gute Gründe anzunehmen, dass auch das historisch ist.

[28:33] Vers 3, Lukas 2 Vers 3: "Und es zogen alle aus, um sich erfassen zu lassen, jeder in seine eigene Stadt." Es gibt übrigens sogar einen Historiker, der im sechsten Jahrhundert berichtet, dass zur Zeit von Augustus, wie er sagt wörtlich, der gesamte Erdkreis abgemessen worden ist. Die haben also offensichtlich damals nicht nur die Personen eingetragen, sie sind mit Landvermessern durch die ganze Welt gezogen und haben die Gebiete vermessen, die Grundstücke vermessen, sodass man wusste, welche Person wie viel Grundstück hat, wie viel Eigentum und so weiter. Das sind riesige Arbeit ist da geleistet worden.

[29:11] Naja, Vers 4: "Es ging aber auch Josef von Galiläa aus der Stadt Nazareth nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war." Jetzt, wir haben schon einiges gehört über die Stadt Nazareth in den Geschichten vorher, wir haben auch gehört über Josef. Es heißt, er geht in die Stadt Bethlehem. Wofür ist die Stadt Bethlehem im Alten Testament bekannt? Welche Geschichten sind mit Bethlehem verknüpft? Eine ganz recht bekannte Stadt, ja? Es ist eine kleine Stadt, ganz genau. Genau.

[29:55] Bethlehem heißt übersetzt Haus des Brotes. Wo kommt Bethlehem zum ersten Mal vor in der Geschichte? Das hat man meistens nicht so auf dem Schirm und zwar ist bei Bethlehem eine berühmte Person gestorben. Wenn sie bei Bethlehem gestorben ist, nicht Sarah, aber zwei Generationen weiter, da ist eine Person gestorben, nicht die Magd, das war auch noch eine andere, aber nicht die Magd, sondern eine ganz rechtmäßige Frau von Jakob, nämlich die Rachel ist gestorben, kurz vor Bethlehem, kurz vor Ephrata, das ist Bethlehem, sagt erste Mose 35, wo sie gestorben ist, während sie den zweiten Sohn geboren hat und sie nennt ihn dann ja Ben-Oni, Sohn meiner Trauer und dann Jakob nennt ihn Ben-Jamin, Sohn meiner Rechten und als Jakob später in Ägypten sein ganzes Leben zurückblickt, da erwähnt er ausgerechnet diesen Moment, wo er sagt, sie ist gestorben dort auf dem Weg nach Bethlehem und dort liegt sie begraben. Das war eines der wohl traurigsten Momente im Leben von Jakob, dass seine Frau so kurz vor diesem Ort gestorben ist und sie ist da begraben unter der Terribinte. Also Bethlehem, von Anfang an hat er eigentlich so eine traurige Verlust, aber dann gibt es eine zweite Geschichte mit Bethlehem, das ist ein ganzes Buch, das in Bethlehem spielt oder um Bethlehem herum, ein kleines Buch. Welches Buch des Alten Testament spielt in Bethlehem? Ganz bekanntes Buch, das ist auch relativ am Anfang des Alten Testamentes, Ruth, genau, die Geschichte von Ruth spielt in Bethlehem, denn die Familie kommt ursprünglich aus Bethlehem und sie kehrt dann später nach Bethlehem zurück und die Geschichte von Ruth handelt von dem Löser, ein Bild auf den Erlöser, der nicht nur sich um seine um seine Familie kümmert, sondern auch die Heiden in seiner Familie aufnimmt. Bethlehem, der Erlöser, der die Heiden in seiner Familie aufnimmt. Also die Geschichte von Rachel, die Geschichte von Ruth, Bethlehem und dann natürlich, wer ist in Bethlehem groß geworden? David, der König Israel. Also Bethlehem, obwohl eine kleine Stadt, hatte ganz viel biblischen Hintergrund.

[32:19] Schaut mal mit mir in Micha Kapitel 5, dort ist die Prophezeiung, die die Erika angesprochen hat. Micha Kapitel 5 und dort Vers 1. Micha Kapitel 5 und dort Vers 1. Dort heißt es: "Und du Bethlehem Ephrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda, aber aus diesem Hervorkommen der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist." Also von daher wussten die, wussten eigentlich die Pharisäer und Sadduzäer, dass der Messias aus Bethlehem kommt. Ja, sie haben es dem König dann gesagt. Später in Johannes 7 heißt es auch ganz deutlich, lest doch nach, der Messias kommt nicht aus Nazareth, er kommt aus Bethlehem. Das war schon bekannt, eine ganz, ganz bekannte Prophezeiung. Bethlehem war der Fokus und trotzdem, als diese beiden, Maria und Josef nach Bethlehem kommen, hat sich keiner für sie interessiert. Die Prophezeiung war allen bekannt, aber als sie sich erfüllte, hat es keiner gemerkt.

[33:43] Könnte das auch sein, dass wir manchmal Prophezeiungen vielleicht sogar gut kennen, dass wir sie oft gelesen haben, aber dann nicht mal realisieren, wenn sie sich erfüllen. Es braucht also mehr als nur eine literarische Kenntnis der Prophetie, es braucht eine Verbindung zu Gott, der einem zeigen kann, jetzt erfüllt sich die Prophezeiung, jetzt erfüllt sich die Prophetie.

[34:05] Gehen wir zurück zu Lukas 2. "Es ging also der Josef von Galiläa nach Bethlehem, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war", das haben wir ausführlich nachgewiesen in diesem Geschlechtsregister in Matthäus, ihr erinnert euch, nicht wahr? Vers 5: "Um sich erfassen zu lassen mit Maria, seiner ihm angetrauten Frau, die schwanger war."

[34:23] Vers 6: "Es geschah aber, während sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte." Wo haben wir so einen ähnlichen Vers schon mal gelesen? Da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte. Also hier in den Evangelien. Bei Elisabeth, wenn ihr nur zurückblättert eine Seite in Lukas 1, Vers 57, fast dieselbe Formulierung: "Für Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte und sie war einen Sohn." Also wir haben ja festgestellt, dass die Geschichten von Elisabeth und Maria immer so parallel laufen, nicht wahr? Dass es so viele Parallelen gibt und hier habt ihr noch so ein Beispiel für seine Parallele. Die Maria ist also zweimal ins Südland gegangen, einmal um Elisabeth zu besuchen und dann das zweite Mal, um das Kind zu gebären. Da erfüllten sich die Tage.

[35:26] Vers 7: "Und sie gebar einen Sohn, den Erstgeborenen und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in der Krippe." Und dann kommt dieser berühmte und große Satz, weil für sie kein Raum in der Herberge war. Von der ersten Sekunde seines Lebens hat der ersehnte Jesus das demütigste und unterste Leben gelebt, das man sich vorstellen konnte. Er hat sich ja aussuchen können, als er im Himmel war. Er hat das Drehbuch ja selbst geschrieben, sozusagen. Er hat sich aussuchen können, wie und wo er kommt. Er hat ja auch als Königssohn geboren werden können, irgendwo im Tempel von Herodes.

[36:10] Schaut mal, in zweiter Gründe, was das für uns bedeutet. Aber bevor wir den lesen, noch ein Vers vorher. Matthäus 8, Vers 20. Matthäus 8, Vers 20.

[36:24] Matthäus 8, Vers 20: "Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels haben Nester. Aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann." Das ging schon los, als er geboren wurde. Ellen White beschreibt das so schön, wie Josef und Maria die gesamte Stadt durchzogen haben, von einem Ende bis zum anderen Ende, haben keinen Platz gefunden. Und dann dort, wo die Tiere waren, da hat man ihnen was angeboten. Wisst ihr, woran mich das erinnert hat? Es erinnert mich so ein bisschen an die Geschichte von Noah, wo Gott allen Menschen das ewige Angeboten hat. Keiner hat es angenommen und am Ende sind die Tiere gerettet worden. Vielleicht nicht die allerdeutigste Parallele, aber so ein bisschen ähnlich auch nicht. Die Menschen hatten das Privileg, Jesus in Empfang zu nehmen, die wollten es nicht. Da hat Gott gesagt, naja, dann lasst es halt die Ochsen und Schafe das Privileg haben.

[37:27] Ich denke, dass die überhaupt diese ganze Geschichte uns eine ganze Menge sagen möchte. Abgesehen von der Romantik von Ochsen und Eseln. Ich höre die drüber schauen. Es wird immer so ein bisschen so romantisiert. Erstens muss es ziemlich hart gewesen sein für die Maria. Sie müssen sich gefühlt haben wie der Abschaum der Gesellschaft. Und das, obwohl sie von königlichem Geschlecht waren. Und das war ein kleines Bild für den, der geboren wurde, der wirklich von königlichem Geschlecht war und sich jetzt ganz Mensch wurde. Warum hat er das getan?

[38:13] Schaut mal mit mir in 2. Korinther 8, Vers 9. Gleich am Ende angelangt. 2. Korinther 8, Vers 9.

[38:19] 2. Korinther 8, Vers 9: "Denn ihr kennt ja die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet." Also die Tatsache, dass Jesus in der Krippe geboren ist, dass er im Stall geboren ist, ist nicht einfach nur etwas, was uns erstaunen soll, sondern ist eigentlich eine gute Botschaft. Wenn er arm geworden ist für uns, sagt der Text, dann nur damit wir, die wir geistlich arm sind, geistlich reich werden. Das ist, was Jesus anbietet. Kaufe Gold, das im Feuer geläutert wird, damit du reich wirst. Er ist arm geworden, das heißt, vom ersten Tag an, wo er das Licht der Welt erblickt hat, dieser dunklen Welt, so viel Licht war ja nicht da, hat er so gelebt, dass wir, wenn wir sein Leben betrachten, wissen können, es gibt Hoffnung für uns. Ellen White sagt, er hat so gelebt vom ersten Tag an, dass jeder, der der untersten Schicht angehört, der die wenigsten Vorteile hat, sagen kann, ich kann mich mit Jesus identifizieren. Ich meine, wir alle sind, glaube ich, besser geboren worden als Jesus, oder? Oder ist jemand von euch im Stall geboren? Nicht, dass wir wüssten. Wir alle haben eigentlich schon einen besseren Start gehabt als Jesus. Also selbst wenn man, also selbst ein Kind, das auf der Straße geboren wird, kann sagen, also ich kann mich mit Jesus identifizieren. Das hat er mit Absicht gemacht. Er hat mit Absicht auf all sein Recht verzichtet und von dem ersten Moment an ist das eigentlich auch so ein kleiner Tadelhand, wie wir uns so sehr über so schnell über irgendwelche Missstände, irgendwelche Schwierigkeiten im Leben, irgendwelche Dinge, die uns nicht gefallen, beschweren. Vom ersten Moment an. Selbst da, als er noch nicht mal was selbst daran ändern konnte, hat er sich entschieden.

[40:19] Der Ersehnte, auf den Menschen ja tausende gewartet haben, Könige und Propheten, der wird nebenan geboren, wo man nur das Schafblöken hört.

[41:05] Es sind zwei der größten Geheimnisse der Bibel drin. Eins auf der rein technischen, geschichtlichen Seite und dann in Vers 7 auf der theologischen Seite. Wie kann Gott Mensch werden? Allerletzte Vers für heute, Galater 4, Vers 4. Es lohnt sich, diese Geschichte öfter zu lesen und zu studieren. Und wie gesagt, wir haben heute ja auch nicht alles bis ins Letzte geklärt, nur mal ein bisschen die Richtung vorgegeben. Studiert es mal. Studiert es mal, als ob es Daniel oder Offenbarung wäre und nicht nur die Weihnachtsgeschichte.

[41:32] Galater 4, Vers 4: "Als aber die Zeit erfüllt war. Es wurde endgültig Zeit. Sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, unter das Gesetz getan." Die Degeneration der Menschen war so weit vorangeschritten. Gott musste eingreifen, er griff ein und von diesem Tag an war die Weltgeschichte nicht mehr dieselbe. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Aber zu dem Zeitpunkt haben die Menschen noch nicht so viel da vorne gesehen.

[41:56] Ihr Lieben, was können wir daraus lernen? Ganz einfach. Gott tut große Wunder, aber die großen Wunder sind manchmal so unscheinbar, dass wir sie nicht mal bemerken. Und doch ist gerade diesem unscheinbaren das größte Wunder gewesen. Und wir können Demut lernen von Jesus. Wir wollen bitten, dass er uns diese Demut schenkt. Lass uns auch gemeinsam beten.

[42:23] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast und dass wir sehen konnten, was dein Wort in unserem Leben bewirken kann. Wir haben gesehen, dass die Ereignisse, die dort in Lukas 2 geschrieben sind, nicht einfach nur ein netter Bericht sind, sondern voller tiefer Geheimnisse stecken. Und das ist wirklich uns herausfordert, das zu studieren. Wie kann es möglich sein, dass Gott Mensch wird? Und doch ist das der Wendepunkt der ganzen Weltgeschichte gewesen. Und schon die Art und Weise, wie das geschehen ist, lehrt uns so viel über das, was wirklich zählt und das, worauf es wirklich ankommt. Bitte gib, dass wir diese Lektion lernen, auch in unserem Leben umsetzen und dankbar den untersten Weg gehen, so wie du es uns zeigst. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.


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