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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung von Johannes dem Täufer im Rahmen des Lebens Jesu Christi. Er analysiert Jesu Aussagen über Johannes und vergleicht ihn mit biblischen Figuren wie Elia. Dabei wird die prophetische Autorität und Selbstlosigkeit von Johannes hervorgehoben, die ihn zu einer Schlüsselfigur für die Vorbereitung des ersten Kommens Jesu macht. Die Predigt lädt dazu ein, von Johannes zu lernen, wie man das Reich Gottes durch Hingabe und Fokus auf Jesus annimmt.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[5:00] Abgereist, da spricht Jesus über Johannes. Schaut mal mit mir in Matthäus 11 und wer mag mal Vers 7 lesen? Vers 7. Matthäus 11, Vers 7. Als die aber hingingen, fing Jesus an, zu den Volksmännern zu reden über Johannes: Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen anzuschauen, ein Rohr, vom Wind hin und her bewegt? Genau, also Jesus hatte den Johannes leicht getadelt, hatte ihm eine Botschaft gebracht, die ihn ermutigt hat, gestärkt hat, aber auch leicht getadelt hat. Er hat gesagt: „Schau mal, sieh zu, dass du keinen Anschluss an mir nimmst.“ Jetzt wendet er sich an die Volksmenge und spricht über Johannes. Warum tut er das? Was meint ihr? Warum spricht er jetzt zu der Volksmenge über den Johannes, der gar nicht gegenwärtig ist?

[6:04] Damit sie nicht schlecht über ihn denken, ja, um zu zeigen, was er Gutes im Werk Gottes getan hat. Mal ganz ehrlich, habt ihr das mal erlebt, dass jemand euch enttäuscht hat in der Gemeinde? Habt ihr im nächsten Moment dann anderen Geschwistern erzählt, was der andere alles Tolles im Werk Gottes schon gemacht hat? Jesus war durchaus enttäuscht oder hätte enttäuscht sein können von Johannes. Einer der wichtigsten Leute in seinem Werk zweifelt ihn jetzt ein bisschen öffentlich an. Er hätte enttäuscht sein können, hätte vielleicht dem Ausdruck verleihen können: „Schaut mal, Johannes, was ist mit dem los? Er hätte vielleicht gesagt: ‚Wir müssen für Johannes beten. Der fällt vom Glauben ab.‘“ Er spricht positiv über Johannes, über das, was Johannes in der Vergangenheit alles Gutes gemacht hat. Das wäre vielleicht für uns alle ein gutes therapeutisches Mittel, wenn wir von Menschen in der Gemeinde enttäuscht sind, dass wir uns überlegen, was hat der oder diejenige schon Gutes bewirkt im Werk Gottes und darüber reden. Da kann man von Jesus lernen. Er redet sofort positiv über Johannes, der ihn eigentlich gerade so ein bisschen enttäuscht hat. Er stellt seinen wahren Charakter aus. Er sagt: „Dir, was seid ihr in die Wüste hinausgegangen zu sehen?“ Wann waren denn die Menschen alle bei Johannes? Genau, das war, weiß ich noch, in welchem Jahr das war? In welchem Jahr war das? Das ist die Kreuzigung gewesen. Wann war die Taufe, Jesus? Im Jahre 27, genau, wichtiges Datum. Im Jahre 27 war Johannes der Täufer da. Jetzt, weiß nicht, ob ihr letztes Mal aufgepasst habt, aber jetzt sind wir hier, gerade Matthäus 11, in welchem Jahr? Wir sind im Jahre 29. Wir sind eigentlich, also das ist relativ, als wenn ich frage, was war es vor zwei Jahren. Also das war den Leuten noch in guter Erinnerung. Alle konnten sich erinnern, wie sie zu 10.000 vermutlich oder mehr dort an den Jordan gekommen sind, in die Wüste zu Johannes. Wir können das mal nachlesen, Matthäus 3 und dort Vers 5. Das haben wir damals auch mal ausführlich studiert. Da heißt es: Matthäus 3, Vers 5: „Da zog zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und das ganze umliegende Gebiet des Jordan.“ Johannes war mal die Attraktion des ganzen Landes. Jesus sagt später sogar, dass die, hat über Johannes gesagt, dass sogar die Pharisäer eine Zeit lang ihn durchaus auch protegiert haben. Schaut mal in Johannes 5 und dort Vers 35. Johannes 5, Vers 35, da sagt er ja: „Jener, also Johannes der Täufer, war die brennende und scheinende Leuchte, ihr aber wolltet euch nur eine Stunde an ihrem Schein erfreuen.“ Also selbst die Pharisäer hatten eine Zeit lang ein relativ positives Verhältnis zu Johannes dem Täufer. Und jetzt stellt Jesus diese Frage. Er fragt jetzt hier in dieser Runde: „Was habt ihr eigentlich gesehen, warum seid ihr hinausgegangen, was wolltet ihr eigentlich sehen, als ihr Johannes den Täufer beobachtet habt, als ihr zu seinen Predigten gegangen seid, als ihr alle aus Jerusalem, aus Judäa, aus jenseits des Jordan, als ihr zu Johannes gekommen seid? Warum seid ihr gekommen?“ Kennt ihr noch eine Stelle, wo Jesus diese Frage stellt, also mit anderen Worten: „Warum kommst du?“ Wo Jesus quasi die Motivation, er fragt, ja, da geht es auch um die Motivation. Es gibt eine berühmte Stelle, wo zwei Menschen Jesus folgen und er fragt sie.

[9:48] Ja, da fragt er auch was, aber ganz am Anfang seines Dienstes, da folgen ihm zwei Jünger, zwei Jünger des Johannes, nämlich Johannes, also Johannes der Evangelist und Andreas. Und die folgen Jesus nach und dann dreht er sich um und fragt sie: „Was, was, was sucht ihr, warum kommt ihr?“ Ja, und das ist quasi dieselbe Frage, die er jetzt dieser Volksmenge fragt. Er sagt: „Als ihr damals Johannes den Täufer besucht habt, als ihr zu seinen Predigten gegangen seid, als ihr in Bussen, Busladung an den Jordan euch habt fahren lassen, in Anführungsstrichen, ja, was habt ihr da gesucht? Seid ihr zu ihm gekommen, weil er wie ein Wind war, wie ein, wie ein Schilfrohr, das im Wind bewegt wird?“ Was soll dieses Bild ausdrücken? Was, wofür könnte ein Schilfrohr stehen, das im Wind bewegt wird?

[10:46] Keine klare Botschaft, so hin und her. Kennt ihr Bibelfers, der davon spricht, dass der Wind, also wofür steht der Wind in solchen Fällen vielleicht in der Bibel auch? Gibt es ein Vers von einem Wind, der jemanden hin und her bewegen kann? Schaut mal in Epheser, Epheser Kapitel 4, Vers 14. Epheser 4, Vers 14, wer mag den mal lesen? „Damit wir nicht mehr unmündige seien, hin und her geworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre, durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen.“ Genau, also wofür steht der Wind hier, der so hin und her weht? Für Lehre, und was für Lehre? Irrlehre, menschliche Lehre, menschliche Theorien, die heute so sind und morgen so und viele Menschen machen sich abhängig von menschlicher Meinung, ja, und die predigen mal so und dann predigen sie mal wieder anders, je nachdem, wo sie gerade sind, ja, wenn sie in der Stadt sind, predigen sie so und in der anderen Stadt predigen sie so, sie wollen den Leuten gefallen, hin und her, so wie die Pharisäer, ja, hin und her. Und Jesus stellt die Frage: „Als ihr zu Johannes gekommen seid, weil die Leute fragen sich: ‚Was ist mit Johannes los?‘ Ja, und Jesus sagt: ‚Schaut mal, als ihr zu Johannes gekommen seid, seid ihr gekommen, um jemanden zu hören, der ständig was Neues sagt?‘ Erinnert euch mal, vor zwei Jahren, wie war das? War Johannes so ein, so ein Schilfrohr, das sich ständig überall hin bewegt hat?“

[12:17] Nee, also wie nennt man so eine Frage, wenn man fragt, also schaut mal nochmal, wie es hier heißt in Matthäus 11: „Was seid ihr in die Wüste hinausgegangen zu sehen? Ein Rohr, das vom Wind bewegt wird?“ Wie nennt man so eine Art von Frage? Eine rhetorische Frage, ja, nämlich die Antwort ist klar, nämlich was ist die Antwort? Nein, natürlich nicht. Wir sind nicht, wir sind doch nicht extra aus Jerusalem gekommen, zum Jordan, wir sind doch nicht extra die ganzen Kilometer gelaufen, um irgendjemand zu hören, der mal so und mal so predigt, sondern natürlich sind wir gekommen. Alle erinnern sich, ja, Johannes war kein Schilfrohr, Johannes war eine feste Eiche, ein standhafter Verkündiger des Wortes Gottes.

[13:00] Jesus erinnert sich daran, auch wenn Johannes jetzt gerade unter diesem enormen Druck, ja, im Gefängnis, ins Wanken geraten ist. Johannes war kein leichtfertiger Mensch, Johannes war nicht leicht zu biegen, Johannes war standhaft, selbst unter Verfolgung. Und das zeigt uns, dass natürlich auch ein treuer Mann wie Johannes mal ins Wanken geraten kann, aber Jesus versteht das und Jesus hilft ihm und Jesus bringt ihn auf den Weg. Und er sagt: „Erinnert euch daran, auch wenn er jetzt gerade vielleicht mal leicht ausgerutscht ist, erinnert euch daran, wie treu er gegangen ist.“ Das zeigt uns auch, dass Jesus, schaut mal, dass Jesus nicht nur den Moment sieht, Jesus sieht das ganze Leben, ja. Es ist nicht die eine Sünde, der eine Ausrutscher, der plötzlich alles kaputt macht, sondern Jesus sieht die gesamte Tendenz unseres Lebens. Das ist auch ein sehr wichtiger Gedanke, ja. Wir haben manchmal die Ideen, ja, jetzt bin ich treu mit Jesus gewesen und jetzt bin ich, habe ich irgendwie einen Fehler gemacht, bin ausgerutscht, habe irgendwie mich, ja, vielleicht ein paar Zweifel gehabt und so, jetzt ist alles verloren, oder? Nein, Jesus weiß, er kennt die Umstände und er sieht das Ganze. Und das ist, glaube ich, ein sehr interessanter Gedanke, dass Jesus sich jetzt hier daran erinnert: Johannes war standhaft. Vers 8, wir machen Vers 8 lesen. Vers 11, Vers 8.

[14:27] „Oder wozu seid ihr hinausgegangen, einen Menschen zu sehen, der mit weichen Kleidern angetan ist? Siehe, die weiche Kleider tragen sind in den Häusern der Könige.“ Genau, was hat Johannes angehabt als Kleidung? Matthäus 3, Vers 4 sagt: „Er war bekleidet mit einem Kamelhaargewand.“ Kamelhaar war das so die neuste Mode? Sondern was soll das ausdrücken? Also es ist einfach, rau, grob. Und du sagst: „Prophet, warum Prophet?“

[15:06] Elijah hatte auch so ein haariges Gewand, ja, das war fast so ein bisschen so das Erkennungszeichen von Propheten, dass sie so ganz raue, einfache Kleidung gehabt haben. Und Jesus fragte: „Hey, als ihr zu Johannes gekommen seid, seid ihr gekommen, um jemanden zu sehen, der so ganz fein angezogen ist, ganz elegant?“ Mit anderen Worten, er hätte auch sagen können: „Wenn ihr einen gepflegten, adretten, netten, netten, angezogenen jungen Mann hättet sehen wollen, wo hättet ihr hingehen müssen? In den Palast, oder? Zu den Königen, dort findet man die. Aber ihr seid nicht zu ihm gekommen, weil er einfach euch äußerlich so angesprochen hat. Ihr seid auch nicht zu ihm gekommen, weil er eure Meinung gepredigt hat, ja, sich immer angepasst hat, sondern ihr seid doch wegen was anderem gekommen.“

[16:00] Und übrigens, das habe ich noch vergessen bei Vers 7, das sollten wir auch bedenken, wenn wir über andere reden und feststellen, dass jemand in der Gemeinde vielleicht plötzlich mal ausgerutscht ist. Jesus erinnert auch die anderen daran, was das für ein treuer Mann gewesen ist. Lasst uns, auch wenn wir in unserer Gemeinde sehen, dass jemand einen Fehler macht, nicht aus den Augen verlieren, was er alles schon auch für Gott getan hat. Das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt, den wir von Jesus hier lernen können. Nun, also Jesus sagt: „Okay, ihr seid nicht gekommen, weil der Johannes jedem nach dem Mund gepredigt hat, weil dann wärt ihr nicht gekommen, oder? Ihr seid auch nicht gekommen, um einen äußerlich weltlich anziehenden Prediger zu sehen, der so mit weißem, mit weißem Anzug, nicht wahr, irgendwie über die Bühne rennt.“ Nein, weswegen seid ihr gekommen? Er sagt: „Erinnert euch, was war eigentlich das, was euch angezogen hat?“ Vers 9.

[17:08] Wer mag Vers 9 lesen? „Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch, einen, der mehr ist als ein Prophet.“ Okay, jetzt stellt er drei rhetorische Fragen. Die erste Frage war die Antwort: Nein. Seid ihr gekommen, um einen Schilfrohr zu sehen? Nein. Seid ihr gekommen, um einen gut gekleideten Mann zu sehen? Nein. Seid ihr gekommen, um einen Propheten zu sehen? Ja. Was war das Anziehende an Johannes dem Täufer? Er hatte prophetische Autorität. Das hat die Massen gebracht, nicht sein Äußeres, nicht, weil er jedem nach dem Mund geredet hat. Das ist jetzt sehr wichtig, weil Johannes der Täufer ist ein Typus auf wen? Elijah, genau, da kommen wir noch zu. Er ist der zweite Elijah und damit ist er ein Typus auf die Bewegung, die also erst derjenige, das erste Kommen Jesu vorbereitet. Er ist damit ein Typus auf diejenigen, die das zweite Kommen Jesu vorbereiten. Und wenn wir uns die Frage stellen, wie wird unsere Botschaft attraktiv? Sollen wir sein wie ein Schilfrohr, das sich jede Menschen hinbeugt und sagt: „Lass uns predigen, wie die es hören wollen, wie die es hören.“ Sollen wir einfach äußerlich uns irgendwie mit Äußerlichkeiten die Menschen anziehen? Was wird die Menschen bringen? Prophetische Autorität. Da war das Wort Gottes zu spüren bei Johannes dem Täufer. Das war zu hören. Gott sprach durch diesen Mann. Er war der erste Prophet seit wem? Malachi. Der war wie viele Jahre zuvor ungefähr? 400 Jahre. Der erste Prophet seit 400 Jahren. Die Leute waren begeistert, endlich wieder ein Prophet. Endlich wieder klares prophetisches Wort. Nicht wie die Rabbis, die sagen: „Ja, Rabbi XY sagt das und der sagt das und könnte auch so sein. Wir wissen es nicht genau nicht, aber Hauptsache, wir halten die Regeln ein.“ Nein, der Erfolg von Johannes, in Anführungsstrichen, der geistliche Erfolg, bestand in seiner prophetischen Autorität. Das heißt, wir als Adventgemeinde werden dann Menschen anziehen, wenn wir zu unserer prophetischen Autorität stehen, zur prophetischen Identität. Und Vers 10. Übrigens, er sagt ja sogar interessanterweise, der mehr ist als ein Prophet. Das müssen wir jetzt noch ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Vers 10. Wer mag mal Vers 10 lesen?

[19:43] „Dieser ist, von dem geschrieben steht in Malachi 3, 1: ‚Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.‘“ Genau, also Jesus sagt, Johannes der Täufer ist eine direkte Erfüllung der Prophetie. Und du hast es schon gesagt, er zitiert aus welchem alttestamentlichen Buch? Malachi. Was heißt eigentlich Malachi übersetzt? Weiß jemand, was Malach ist? Was heißt Malachi übersetzt? Malach ist der Bote und das I ist mein. Also Malachi ist mein Bote. Jetzt lesen wir mal, Malachi 3, Vers 1. Malachi 3, Vers 1. Wer mag das mal lesen? Malachi 3, Vers 1.

[20:35] „Siehe, ich sende meinen Boten.“ Stop, ganz kurz. Ihr könnt jetzt alle Hebräisch, oder? Was heißt meinen Boten? Also Malachi sagt, siehe, also Gott sagt durch Malachi: „Siehe, ich sende wen? Malachi, meinen Boten.“ Also der eine Malachi, der Gottes Bote war, sagt: „Ich sende einen, Gott sendet Malachi, meinen Boten.“ Das ist ein Wortspiel, das Malachi verwendet, aber weiter: „Ich sende meinen Boten, der vor mir her den Weg bereiten soll und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr begehrt. Siehe, er kommt, spricht der Herr, der Herr Schah.“ Okay, wer spricht in dem Vers? Gott, ja, der Herr, oder? Es spricht der Herr. Und er sagt: „Siehe, ich sende wen? Meinen Boten.“ Mit welchem Ziel? Was hat der Bote zu tun? Für wen? Den Weg vorbereiten für? Für den Herrn, oder? Er sagt: „Der mir den Weg vorbereitet, der vor mir her den Weg vorbereitet.“ Also Gott sagt: „Ich komme selbst und mein Bote wird den Weg vorbereiten.“ Und jetzt sagt Jesus: „Johannes der Täufer ist dieser Bote.“ Jetzt, jeder konnte irgendwie sehen, Johannes der Täufer war der Vorläufer von Jesus. Was ist die Schlussfolgerung? Also uns ist die wahrscheinlich klar, aber wir müssen immer aus der Sichtweise des Alten Testamentes denken. Was ist die Schlussfolgerung? Wenn Johannes der Täufer der Bote von Jesus ist, aber dieser Bote der Bote des Herrn? Was ist die Schlussfolgerung? Dann ist Jesus Gott. Könnt ihr das sehen? Für die Leute, die Jesus gesehen haben, war das nicht so selbstverständlich klar. Ich will nur deutlich machen, Jesus sagt solche Dinge, um immer wieder, um zwischen den Zeilen zu sagen: „Ich bin eigentlich Gott.“ Und auch einfach für euch, damit ihr immer wieder so seht, wie oft die Bibel das sagt, dass Jesus Gott ist, weil es immer wieder Leute das anzweifeln. „Der vor mir her den Weg bereiten soll und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht.“ Wer ist das denn? Der Herr, den ihr sucht. Jetzt ist der Messias, der auf den sie warten und der wird kommen zu seinem Tempel. Wem gehört der Tempel? Gott. Also Gott selbst kommt, Gott selbst ist der Messias. Er kommt zu seinem Tempel. Ist Jesus zum Tempel gekommen? Er hat den Tempel gereinigt. Und wie wird Jesus jetzt genannt hier in diesem Vers? Er ist der was? Der Engel oder der Bote des Bundes. Also es gibt zwei Boten hier. Einmal mein Bote, der Vorläufer und dann der eigentliche Bote, der Bote des Bundes. Was für ein Bund ist denn das hier, von dem gesprochen wird, dieser Bote des Bundes? Es ist der neue Bund. Er hat Jesus den neuen Bund erklärt und gebracht. Er sagt: „Dies ist das Blut des neuen Bundes, das vor euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden.“

[24:03] Halten wir also fest, es gibt zwei Boten. Und was macht einen Boten zu einem Boten? Botschaft, genau. Hatten denn Jesus und Johannes eine ähnliche Botschaft? Was war die Botschaft von Johannes zum Vorläufer? Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Was war die Botschaft von Jesus? Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Das heißt, die waren sich sehr ähnlich. Es waren zwei Botschafter sozusagen. Aber der eine war der Vorläufer, der andere war der, der eigentlich erwartet war, der gesucht war. Der kommt plötzlich zu seinem Tempel, der Bote des Bundes und zwar er selbst, der Herr, Jahwe, Gott selbst. Und diese Verbindung wird sehr deutlich auch in Markus. Schaut mal in Markus 1 und dort ab Vers 2. Da heißt es: „Wie geschrieben steht in den Propheten: ‚Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.‘“

[25:09] Interessant, ich war jetzt in der Übersetzung, im Griechischen wird das aus mein, wird dein. Ja, weil offensichtlich, das ist interessant. Könnt ihr euch überlegen, warum dann, und das wird unter Inspiration verwendet. Es ist sowohl, der meinen Weg bereiten soll, als auch der deinen Weg bereiten soll. Das ist merkwürdig, oder? Also, wenn Jesus auf der Erde wird, und Jesus selbst zitiert das ja so, Jesus zitiert in Matthäus: „Der deinen Weg bereiten soll.“ Habt ihr das gesehen? In Matthäus 11, schaut mal, lasst euren Finger in Markus. Matthäus 11 steht, Vers 10: „Denn dieser ist, von dem geschrieben steht: ‚Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg dir bereiten soll.‘“ Wer ist denn hier „ich“ und wer ist „dein“ in dem Vers? Wer ist „dein“? Wer ist „du“? Jesus, genau, aber wer ist jetzt „ich“? Gott, der Vater. Könnt ihr das sehen, dass durch diesen Wechsel sozusagen deutlich wird, das sind zwei Personen der Gottheit, einmal Gott, der Vater und Gott, Sohn, sozusagen, die hier quasi miteinander kommunizieren. Gegenüber Malachi sagt Gott einfach nur: „Ich sende meinen Boten, ich komme.“ Aber jetzt, wo Jesus auf der Erde ist, wird das ein bisschen genauer spezifiziert. Gott, der Vater sendet Johannes, damit der Jesus vorbereitet.

[26:25] Jetzt zurück zu Markus. Markus 1, Vers 2 bis 4: „Die geschrieben steht in den Propheten: ‚Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.‘“ Das ist Malachi. Und dann: „Die Stimme eines Rufenden in der Wüste: ‚Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben.‘“ Das ist aus Jesaja 40, das ist die andere große Prophezeiung auf Johannes den Täufer. Und jetzt steht in Vers 4: „Was ist das nächste Wort in Vers 4? So, so begann, genau aufgrund dieser Prophezeiung von Malachi und von Jesaja, so begann Johannes in der Wüste, taufte und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden.“ War sich Johannes selbst bewusst, dass er diese prophetische Autorität hatte oder diese prophetische Identität? Ja, schaut mal in Johannes. Johannes 1, Vers 23.

[27:12] Johannes 1 und dort Vers 23, auf die Frage damals von der Delegation, die aus Jerusalem kommt, ja, von den Pharisäern. Er sagt in Vers 23: „Er sprach: ‚Ich bin die Stimme eines Rufenden, der tönt in der Wüste, ebnet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.‘“ Als sie fragen: „Wer bist du? Bist du Mose? Bist du Elijah? Bist du der Prophet? Wer bist du? Bist du Christus?“ „Ich bin die Erfüllung von Jesaja 40.“ Der Johannes wusste, dass er eine prophetische Identität hatte und Jesus bestätigt sie später und sagt: „Erinnert euch, als ihr damals zu Johannes gekommen seid, er war die Erfüllung der Prophetie.“ Nun, zurück zu Matthäus 11. Übrigens, ihr wisst vielleicht auch, als Zacharias dann, als Johannes geboren worden ist, da sagt Zacharias in Lukas 1, Vers 76: „Du aber, Kind, wirst Prophet des Höchsten genannt werden.“ Also von Anfang an war klar, er wird ein Prophet sein.

[28:26] Ja, das ist definitiv. Malachi spricht auch von der Endzeit, von dem Gericht, das dann beginnen wird. Absolut, das ist vollkommen recht, aber das wäre jetzt ein anderes Thema, das auszuführen, aber du hast vollkommen recht, er hat nicht nur eine Anwendung oder eine Erfüllung dieser Verse.

[28:54] Matthäus 11, Vers 11: „Also Jesus sagt, Johannes war ein Prophet, er war sogar mehr als ein Prophet, er war die Erfüllung von Malachi 3 und von Jesaja 40. Und warum ist er jetzt mehr als ein Prophet, ein gewöhnlicher Prophet?“ Übrigens, das heißt Johannes der Täufer. Allerdings war es Vers 11: „Wahrlich, ich sage euch, unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein größerer aufgetreten als Johannes der Täufer. Doch der kleinste im Reich der Himmel ist größer als er.“ Ganz interessanter Satz. Er sagt: „Von allen, die von Frauen geboren sind, wie viele Menschen sind von Frauen geboren worden? Also unter allen Menschen ist Johannes der Größte.“ War Henoch größer als Johannes der Täufer? Nein. War Elia größer als Johannes der Täufer?

[29:53] Schaut mal, Henoch ist in den Himmel gebracht worden, Elia ist in feurigen Wagen in den Himmel gefahren worden und trotzdem waren sie nicht größer als der Mann, der in einem einsamen Gefängnis verrottete und dann geköpft wurde. Elia und Henoch, Mose, Daniel waren nicht größer als Johannes der Täufer. Die Größe eines Mannes liegt nicht unbedingt an dem, was er alles getan hat oder wie äußerlich erfolgreich sein Leben gewesen ist. Was war denn das Große an Johannes dem Täufer? Weiß man von euch, warum Johannes der Täufer so groß war? Was Jesus sagt: „Unter allen Menschen gab es keinen Größeren, abgesehen von Jesus natürlich, als ihn.“ Ja, das kommt jetzt noch deutlich, er ist quasi das Verbindungsglied zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Niemand hatte sonst das Vorrecht, direkt den Dienst von Gott selbst vorzunehmen. Das ist ja, was Malachi sagt, Gott selbst kommt. Er ist nicht der Wegbereiter einer Reformation, einer Erweckung, er ist der Wegbereiter für Gott. Also stellt euch vor, wenn ihr in der Situation von Johannes gelesen werdet, Gott selbst will kommen und braucht einen Menschen, der seinen Weg vorbereitet. Das ist eine ziemlich große Aufgabe.

[31:27] In welcher Situation war Johannes denn am Größten? Was war dein größter Moment? Als seine Jünger kommen und sagen: „Du, schau mal, Jesus hat mehr Zuschauer, mehr Zuhörer als du.“ Hast du das gesagt? Das ist doch schön, das ist doch toll. Ich freue mich, wenn jemand anders mehr hat als ich. Das war die Größe von Johannes dem Täufer. Die Größe aus Gottes Augen besteht darin, wenn man selbstlos ist. Könnt ihr das sehen? Deswegen ist Jesus am Ende der König der Könige, weil niemand hat sich so gegeben wie Jesus. Und Johannes war der Größte. Und deswegen hat Jesus Gott ihn auserwählt als den Vorbereiter, weil Gott konnte niemand gebrauchen, der gut predigt, toll evangelisiert und dann aber doch die Leute zu sich zieht. Könnt ihr das sehen? Und wie oft passiert das, dass wir vielleicht ein tolles Werk für den Herrn tun und doch irgendwie die Leute an uns binden. Aber dann hätte er sie von Jesus weggelenkt. Gott brauchte für diese Aufgabe jemanden, der so selbstlos ist, dass er eben nichts für sich selbst möchte. Und deswegen hat auch Johannes keine großen Ehren empfangen. Er hat keine großen Wunder miterlebt, keine großen Wunder selbst getan. Er ist nicht einmal befreit worden aus dem Gefängnis, er hat sich quasi selbst verleugnet. Und darin bestand seine allergrößte Größe.

[33:02] Ganz genau. Also ich wiederhole das, was du gesagt hast: Wenn er der Vorbereiter auf das erste Kommen Jesu ist und wir die zweite Wiederkunft vorbereiten wollen, welchen Charakter müssen wir haben? Selbstlosigkeit ist eines der entscheidenden Charaktereigenschaften Gottes, denn die Liebe denkt nicht an das ihre, sie denkt an das andere. Und das kann die Liebe auch. Jesus konnte und auch Johannes der Täufer konnte an andere denken, weil er selbst so eng mit Gott verbunden war, dass er wusste: „Ich muss nicht um mich selbst mich kümmern. Gott liebt mich, ich kann für andere da sein.“ Das ist ja der ganze Sinn der Bergpredigt. Wenn du zuerst nach dem Reich Gottes trachtest, wenn du weißt, dass Gott für dich ist, dann kannst du auch für andere da sein. Und das ist ein sehr, sehr wichtiger Punkt. Ellen White sagt das im Leben Jesu über Gott: Liebe und Reinheit sind die Eigenschaften, die er am meisten schätzt. Liebe und Reinheit. Johannes war groß vor den Augen Gottes, als er vor den Botschaftern des Sanhedrin und vor den Menschen und vor seinen eigenen Jüngern immer wieder Abstand davon genommen hat, Ehre für sich selbst zu suchen, sondern sie alle zu Jesus, dem Verheißenen, gewiesen hat. Als die Pharisäer kamen, sagte er: „Der unter euch steht, ihr kennt ihn nicht, aber er ist es. Ich bin nicht würdig, ihm die Schuhe zu lösen.“ Als die Jünger des Johannes kommen und sagen: „Schau mal, der tauft mehr als du.“ Dann sagt Johannes: „Ist doch schön, ich muss abnehmen, er muss zunehmen.“ Seine selbstlose Freude an dem Dienst von Jesus präsentiert den höchsten Typus an Adel, der jemals in einem Menschen offenbart worden ist. Sie sagt: „Kein Mensch war so adelig, so edel wie Johannes der Täufer, weil er sich so selbstlos gefreut hat, dass Jesus Dienst gut funktioniert.“ Er hat nicht gedacht: „Was ist mit meinem Dienst, was ist mit meinen Predigten, wo sind meine Leute, die mir zuhören?“ Er hat sich so sehr gefreut, dass es für Jesus klappt. Sie sagt: „Das ist das Höchste, was ein Mensch sich offenbaren kann, wenn er sich selbstlos für andere freut und für sie das.“ Und deswegen betont jetzt Jesus das von Johannes dem Täufer und sagt: „Schaut mal, das habt ihr alles gesehen, erinnert euch daran. Auch wenn Johannes gerade einen kleinen Ausrutscher hatte, erinnert euch daran, das ist, was ihn eigentlich ausgemacht hat. Er ist der Größte, der von Menschen geboren worden ist.“

[35:52] Aber jetzt kommt es: „Doch der kleinste im Reich der Himmel ist größer als er.“ Was soll das denn heißen? Also ihr habt schon richtig gesagt, Johannes steht irgendwie so an der Schwelle. Hier ist es, mit Jesus kommt das Reich Gottes, nicht wahr? Denn mit Jesus kommt Gott selbst. Er ist der König der Könige. Er bringt das Gesetz des Himmels in menschliche Form, sozusagen. Er ist das fleischgewordene Wort Gottes. Und alle Propheten vorher, was haben die gemacht? Die haben daraufhin prophezeit, sagt er ja gleich auch noch, nicht wahr? Und Johannes steht hier. Johannes steht hier direkt an dieser Wegmarke. Er ist der Letzte, der Älteste der männlichen Propheten, sozusagen. Und gleichzeitig schon der, der den Staffelstab jetzt übergibt an den Einen, der Gott selbst ist. Und deswegen braucht er so einen Charakter, dass er eben nicht im Weg steht, dass er nicht noch Leute irgendwie, dass Leute über ihn stolpern, dass er sich wegduckt, die Leute führt und sich dann soweit wegduckt, dass alle Jesus sehen. Schaut, das Wichtigste in unserem Dienst für Jesus, was du sagst für die Endzeit, ist, dass wir die Leute zu Jesus führen, dass sie Jesus sehen, dass es uns vor allem wichtig ist, dass sie Jesus finden. Und nicht so sehr uns, obwohl wir uns natürlich auch in Freundschaft freuen, aber dass sie Jesus finden. Und Jesus sagte hier: „Wahrlich.“ Was heißt, wenn er „wahrlich“ sagt, was heißt das eigentlich wörtlich? Amen, ja, Amen. Da können wir uns darauf verlassen, sozusagen.

[37:31] Sie sagt: „Der Prophet Johannes war das Verbindeglied zwischen zwei Zeitaltern. Als Gottesrepräsentant stand er da, um die Beziehung zwischen dem Gesetz und den Propheten und dem christlichen Zeitalter zu zeigen.“ Er war das kleinere Licht, das von dem größeren Licht gefolgt wurde. Woher kennt er die Formulierung „kleineres Licht“? Ellen White. Und wir sagen oft immer so: „Ellen White ist das kleinere Licht und das größere Licht ist die Bibel.“ Aber das sagt Ellen White eigentlich nicht. Sie sagt eigentlich auch immer: „Sie ist das kleinere Licht.“ Und wer ist das größere Licht? Jesus. In dem Sinne ist auch die Bibel das kleinere Licht, denn auch die Bibel enthält die Propheten, die auf Jesus hinweisen. Jesus ist das große Licht. Und aber dann gab es doch etwas, oder was meint das jetzt, dass der Kleinste im Reich Gottes größer ist als Johannes? Was stellt ihr euch nun da vor? Was soll das sagen?

[38:32] Er hat es nicht gesehen. Er hat zwar die Menschen zu Jesus gebracht, aber er hatte keinen Anteil an dem, was Jesus getan hat. Sie sagt so interessant: „Er konnte nicht sehen, wie die Blinden geheilt wurden, wie die Kranken geheilt wurden, wie die Toten auferweckt wurden. Er hat nicht das Licht gesehen, das durch jedes Wort Christi schien.“ Der kleinste Jünger, der die mächtigen Werke Christi sah und seine Worte hörte, war in diesem Sinne viel privilegierter als Johannes der Täufer und deswegen war er größer. Johannes der Täufer hat von all dem, wozu die Menschen gebracht hat, selbst nichts mitbekommen. Ich meine, er wird natürlich auch oft stehen und dann auf der neuen Erde all die Segnungen Gottes empfangen, aber auf dieser Welt war jeder, der auch nur eine Stunde in der Nähe Jesu gestanden hat, privilegierter als Johannes der Täufer. Das heißt also, nur die Tatsache, dass ich viele Segnungen habe und viel von Gottes Segen empfange, heißt nicht, dass ich größer bin im moralischen Wert. Die Tatsache, dass ich so viele tolle Predigten hören kann und so viele Gelegenheiten habe und so viel Wunder erlebt habe, ist kein Beweis, dass ich moralisch, geistlich höher bin. Johannes der Täufer hatte den höchsten Charakter sozusagen und hat keine Wunder erlebt. Er hat auch keine Wunder getan und hat viele Gelegenheiten, die anderen hatten, nicht gehabt. Das heißt also, der geistliche Charakter wird nicht daran gemessen, was äußerlich so passiert in meinem Leben, sondern von meiner Herzenseinstellung.

[40:21] Nun, schauen wir mal in Vers 12. Also das ist aber ein Vorrecht im Reich Gottes sein. Überlegt euch mal, was er jetzt sagt. Er sagt: „Ihr, ihr alle.“ Er versucht zu erklären, was mit Johannes passiert ist. Er sagt: „Johannes war der Größte und trotzdem ist er auch mal gezweifelt, weil er hat all das hier nicht gesehen. Er hat nie gesehen, wie jemand Blindes sehen wurde. Er hat nie gesehen, wie Tote zum Leben gekommen sind.“ Aber ihr, die hier rumsteht, ihr seht das. Ihr habt ein Vorrecht, das selbst Johannes der Täufer nicht gehabt hat. Was wollte Jesus damit erreichen, bei den Menschen? Was wollte er damit erreichen?

[41:02] Er wollte doch mit Sicherheit sagen: „Schätzt das, was ihr habt. Das ist nicht selbstverständlich.“ Johannes der Täufer, der würde sich wünschen, er muss zwei Delegierte senden, die sich das anschauen, ihm zurückberichten. Er kann das nicht sehen. Schätzt, was ihr habt. Ihr Lieben, eines der größten Probleme, die wir haben, ist, wir schätzen nicht, was wir haben. Wir beschweren uns über alles Mögliche in der Gemeinde und schätzen nicht das Privileg. Was meint ihr wohl, was Daniel darum gegeben hätte, in der Zeit zu leben, in der wir leben? Oder Johannes? Oder Martin Luther? Wir schätzen es nicht. Wir schätzen nicht. Ich glaube, es gab kein Zeitalter in der Geschichte der Menschheit, zumindest nicht in den letzten 2000 Jahren oder so, wo so viel Wahrheit aus der Bibel verbunden, zusammen, logisch gebaut war, wie in unserem Glaubensgebäude. Und dann beschweren wir uns, das ist zu streng, zu schwer. Wir sollten die Dinge, die Gott uns zeigt, schätzen.

[42:09] Jetzt, Vers 13, Vers 12, da heißt es: „Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.“ Klingt irgendwie merkwürdig, oder? Schon mal über diesen Satz gestolpert? Was heißt es, dass das Reich Gottes von Gewalttätigen an sich gerissen wird? Merkwürdiger Satz, oder? Jesus sagt ja, der Kleinste im Reich Gottes ist größer und man würde ja denken: „Okay, wow, dann möchte ich auch wo sein? Im Reich Gottes, oder?“ Die Frage ist also, wie komme ich hin in dieses Reich Gottes? Was muss ich tun? Wo muss ich hingehen? Was sagt Jesus? Wie kommt das Reich Gottes zu mir? Was sagt er hier? Gewalt anwenden. Muss man Gewalt anwenden?

[43:05] Wer wird Gott finden, wer ihn sucht? Von ganzem Herzen und von ganzer Seele, von ganzem Gemüt. Ein gutes Beispiel, dass es gesagt ist, Jakob. Jakob hat gekämpft und gekämpft und gekämpft und als er verstanden hat, wer vor ihm ist, was hat er dann gemacht? „Ich lasse dich nicht los.“ Was hatte Jesus gesagt? „Lass mich gehen, lass mich gehen.“ Die Morgengröte bricht an. Was sagt Jakob? „Ich lasse dich nicht.“ Was wendet er an? Er wendet Gewalt an. Er greift das und sagt: „Ich lasse dich nicht gehen. Ich brauche das.“ Sein Argument, die Gewalt, die er anwendet, ist nicht eine Muskelkraft, oder? Jesus sagt nicht: „Oh, meine Güte, du bist so stark.“ Nein, das war ganz deutlich, weil er hat vorher durch die Bewegung deutlich gemacht, ich bin viel stärker als du. Was ist die Gewalt, die Jakob hat? Was ist die Kraft, die er anwendet? Nicht nur sein Ausharren. Was ist das, was bewirkt, dass Jesus nicht gehen kann? Seine Hilflosigkeit, seine Bedürftigkeit, seine Hilflosigkeit ist, was Jesus besiegt. Jesus wird niemals einen Menschen alleine lassen, der sagt: „Ich bin hilflos, ich brauche Hilfe.“ Kein Mensch, der sich zu Jesus wendet und sagt: „Ich brauche Hilfe“, wird von Jesus alleine gelassen werden. Die Macht, die wir haben, um Gott zu besiegen, das heißt ja bei Jakob: „Du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen“, ist nicht unsere Stärke, nicht mal unsere Ausdauer, nichts davon. Was wir brauchen, ist da die Hilflosigkeit, die uns bewusst wird, mit der wir festklammern und sagen: „Ich lasse dich nicht.“ Wie sagt es in dem Psalm: „Weil er sich an mich klammert, will ich ihn retten, nicht loszulassen.“

[45:08] Wie kommen wir ins ewige Leben, wenn wir uns bewusst sind, wir sind arm, wir sind blind, wir sind bloß, aber wir lassen Jesus nicht los, wir kämpfen uns durch. Kennt ihr die Pilgerreise von John Bunyan? Dieses Buch von John Bunyan, spricht ganz gut davon im großen Kampf. Da gibt es so eine Allegorie, wo es ein Schloss gibt, einen großen Palast und wer in diesen Palast kommt, das ist so das Symbol, der erringt das ewige Leben und eine riesige Menge steht davor, aber niemand geht hinein, weil davor stehen Riesen, große Riesen mit Waffen und jemand wartet und sucht die Menschen, die jetzt da reingehen wollen und alle stehen und alle diskutieren und jeder sagt: „Geh du zuerst, geh du zuerst.“ Und ein Einzelner sagt: „Okay, ich gehe“, zieht sich die Waffenrüstung Gottes an und kämpft sich hindurch und kein Riese kann für ihn bestehen. Das ist genau dieses Bild: Das Reich Gottes wird mit Gewalt erobert, man muss sich durchkämpfen und zwar nicht aus der eigenen Kraft, sondern mit der Kraft Gottes. Man muss es wollen.

[46:25] Vers 13: „Denn alle Propheten und das Gesetz haben gewiesen, bis hin zu Johannes.“ Das ist das, was wir gesehen haben. Also Gesetz und Propheten ist eine Ausdrucksweise für, was meint Jesus, wenn er sagt: „Gesetz und Propheten?“ Altes Testament, das ist technischer Begriff für altes Testament, das ganze alte Testament, das hat ein Ziel, hier das Reich Gottes bis zu Johannes, er ist quasi das letzte Glied in der Kette, bevor dann der Verheißene selbst kommt.

[46:58] Vers 4, 14: „Und wenn ihr es annehmen wollt.“ Übrigens, es gibt einen Propheten, zu dem Gott sagt: „Sag es ihnen, ob sie es annehmen wollen oder nicht.“ Wisst ihr, welcher Prophet das ist, wo Gott sagt: „Nein?“ Es gibt einen Propheten, zu dem Gott sagt: „Sage ihnen das, sie mögen es hören oder sie mögen es auch nicht hören wollen, aber sag es ihnen.“ Und er sagt ja, nämlich: „Sie sollen wissen, dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist.“ Und er sagt jetzt: „Wenn ihr es annehmen wollt, weil es ist vielleicht ein bisschen merkwürdig, der Johannes, der sitzt gerade im Gefängnis, der sieht gerade nicht so aus, als ob er der wichtigste, einer der wichtigsten Männer der Weltgeschichte ist, oder? Der sieht so arm aus, jetzt hat er gerade auch ein bisschen gezweifelt. Wer würde glauben, dass dieser Johannes mit einer zweifelnden Frage im Gefängnis, dass der vielleicht eine der wichtigsten Personen der ganzen Weltgeschichte ist?“ „Wenn ihr es annehmen wollt, ich sage euch, dieser Johannes ist der Elijah, der kommen soll.“ Auf welche Prophezeiung bezieht er sich darauf? Wieder Malachi und zwar nicht in Malachi 3 Vers 1, sondern wo? Zum Schluss, wo genau? Malachi 3 Vers 23: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elijah, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt.“ Deswegen sah er ja aus wie Elijah, nicht wahr, hat er eine Botschaft wie Elijah und er wird das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder wieder ihren Vätern zuwenden, damit ich bei meinem Kommen das Land nicht mit dem Bann schlagen muss.“ Also hier sagt: „Hört mal, Johannes der Täufer hat die vielleicht wichtigste Aufgabe in der gesamten Menschheitsgeschichte gehabt, wenn man vielleicht von Maria absieht. Maria war vielleicht noch ein Stück wichtiger, die musste Jesus erziehen, aber Johannes war enorm wichtig, er ist der Elijah der Prophetie.“ Übrigens, wenn wir behaupten, dass wir die typologische Erfüllung von Johannes sind, ist das keine Kleinigkeit, die wir in den Mund nehmen. Das ist keine Kleinigkeit, wir sollten uns mehr damit beschäftigen, was wir eigentlich sagen. Elijah und Johannes waren große Männer Gottes und wenn das hier so wichtig war für das erste Kommen Jesu in Judäa, was ist wohl zu erwarten von denjenigen, die das zweite Kommen in Macht und Herrlichkeit vorbereiten?

[49:26] Und deswegen sagt Jesus jetzt etwas Interessantes. Er sagt in Matthäus 11, 15: „Was sagt er? Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ Wann sagt Jesus solche Sachen: „Wer Ohren hat zu hören, der höre?“ Das sagt er in Offenbarung auch, ja, genau. Wo hat Jesus das schon gesagt hier in den Evangelien? „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ Das ist gesagt in der Seepredigt. Wisst ihr noch, was er in der Seepredigt gepredigt hat? Das Gleichnis vom Seemann, die ganzen Gleichnisse und nach den Gleichnissen sagt er immer: „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ Weil mit anderen Worten, die Gleichnisse sind ja nicht das, worum es geht, sondern die Gleichnisse haben eine Bedeutung. Wer war der Erste, der gesagt hat: „Höre Israel“? Mose, wo? Fünfte Mose, „Höre Israel, höre Israel.“ Ihr kennt die zehn Gebote, ich wiederhole sie nochmal, aber es geht ja nicht darum, dass ihr wisst: „Aha, du sollst dich töten, du sollst dich ehebrechen, du sollst dich stehlen“, sondern: „Höre Israel.“ Was ist damit verbunden? Da gibt es Gedanken hinter den Worten, es gibt Prinzipien. Hört genau zu, wer liest und hört. Selig ist, wer liest und hört. Hört zu, was Gott euch eigentlich sagen möchte. Jesus sagt: „Wenn ich über Johannes den Täufer hier rede, ich will nicht einfach nur ein paar Lobesworte sagen, hört genau hin.“ Warum? Weil wenn Johannes der Täufer, der Prophet Elia ist, wenn er die Erfüllung von Malachi 3, Vers 1 ist, wenn er die Schlusskette der biblischen Propheten des Alten Testamentes ist, wer ist dann Jesus? Er ist der Messias und er ist Gott. Jesus sagt an dieser Stelle nicht: „Ich bin der Messias“, er sagt auch nicht: „Ich bin Gott.“ Er sagt nur: „Schaut mal, wisst ihr, wer Johannes ist? Ich sage euch mal, wer Johannes ist. Johannes ist der und der und der und ihr alle wisst, wer kommt auf Johannes, auf Malachi, auf den Propheten aus Malachi. Da kommt doch Gott selbst, oder?“ Deswegen: „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ Hört mir genau zu. Wenn ihr wirklich mitdenkt, wisst ihr, wer ich bin. Das sagt er nicht offen, weil er weiß genau, was dann die Pharisäer machen würden, aber er sagt das so ganz fein. Das heißt, er benutzt die Gelegenheit, während er über Johannes spricht, etwas über seine eigene Identität auszusagen. Er spricht über Johannes christozentrisch. Er spricht über Johannes so, dass am Ende doch eigentlich die Leute zu Jesus geführt werden. Das heißt, wenn auch wir andere loben, sollten wir sie immer so loben auch, dass sie, dass Jesus nicht aus dem Blickfeld geht. Also er hat, er fängt an, sagt: „Johannes ist ganz toll und wunderbar und der Beste und überhaupt. Niemand ist so wie Johannes.“ Sondern er lobt Johannes, weil der eben nämlich genauso ist, wie Gott sich das vorgestellt hat und damit die Menschen wieder zu Jesus bringt. Man kann eine ganze Menge lernen von Jesus, oder? Und eine ganze Menge lernen von Johannes dem Täufer. Und möge Gott uns Weisheit schenken, dass wir wie Johannes der Täufer werden oder noch viel besser, dass wir werden wie Jesus. Amen.

[52:46] Noch gemeinsam niederknien und beten. Lieber Vater im Himmel, ich möchte von Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu uns sprichst, dass du unsere Herzen berührst und uns große und wunderbare Dinge zeigst, die dein Heiliger Geist in deinem Wort hat unterschreiben lassen. Herr, wir haben gesehen, dass das Größte, was du schätzt an Menschen, ihre Liebe und ihre Reinheit ist, ihre Selbstlosigkeit. Und wir haben gesehen, dass das Reich Gottes nicht durch menschliche Weisheit und menschliche Kraft, sondern durch Hilflosigkeit, durch ein Festhalten an dir, durch eine Willensentscheidung, dass wir uns geholfen werden muss, erlangt wird. Herr, lass uns genau das erleben, jeden Tag aufs Neue, dass wir dein Reich tatsächlich an uns reißen, weil es in unserer Nähe ist, weil es greifbar für uns ist, dass wir es nicht an uns vorüberziehen lassen, ohne dass wir selbst davon Nutzen bekommen haben. Herr, lass uns persönlich selbst erfahren, was es heißt, ein Christ zu sein, jeden Tag aufs Neue. Und erfülle du uns mit deinem Heiligen Geist, wie du Johannes den Täufer erfüllt hast, wie du Jesus erfüllt hast. In seinem Namen beten wir. Amen.


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