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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um die Aussage Jesu: „Die Weisheit ist von allen ihren Kindern gerechtfertigt worden.“ Anhand von biblischen Beispielen wie Johannes dem Täufer und den Pharisäern wird beleuchtet, wie Menschen Gottes Weisheit annehmen oder ablehnen. Die Predigt erklärt, wie durch ein Sündenbekenntnis und die Annahme von Gottes Rat Gott gerechtfertigt wird und wie wichtig es ist, Gottes Willen für unser Leben anzunehmen, um sich selbst nicht zu schaden.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Wir wollen uns heute eine interessante Aussage von Jesus anschauen, eine, die möglicherweise nicht zu den leichtesten Aussagen gehört. Im Grunde genommen ist es der zweite Teil einer Rede, die wir das letzte Mal schon angefangen haben und die uns einiges sagen möchte. Bevor wir damit beginnen, wollen wir ein Gebet sprechen und dazu, wo es möglich ist, niederknien. Lieber Vater im Himmel, danke für die wunderbaren Worte Jesu, die in der Bibel aufgeschrieben sind und danke, dass wir aus ihnen so viel lernen können. Wenn wir uns jetzt mit diesen Worten beschäftigen, dann möchten wir dich bitten, dass auch unsere Herzen, unsere Gedanken auf Jesus gerichtet werden, dass wir über ihn nachdenken, dass wir verstehen, was wir lesen und es für unser persönliches Leben anwenden. Sprich zu unserem Herzen und erfülle uns mit deinem Heiligen Geist. Im Namen Jesu. Amen.

[1:46] Letztes Mal haben wir begonnen, uns anzuschauen, was Jesus über eine wichtige Person gesagt hat, nämlich wir haben gesehen, dass Jesus gesprochen hatte über Johannes den Täufer. Und wir erinnern uns, der Anlass war gewesen, Johannes hatte zwei Jünger geschickt. Warum? Er war im Gefängnis und er wusste nicht, warum er immer noch im Gefängnis ist, warum Jesus ihn nicht befreit. Die Jünger hatten diese Zweifel, seine Jünger hatten die Zweifel in sein Ohr hineingelegt. Ich meine, wenn Jesus wirklich der Messias ist, warum befreit er dich nicht? Und so stellt er am Ende selbst, übermannt von Zweifeln, die Frage: „Sollten wir auf einen anderen warten?“ Und Jesus gibt ihm welche Antwort? Keine Antwort, sondern was macht er stattdessen? Er heilt den ganzen Tag und sagt dann den beiden Jüngern: „Geht hin und sagt ihnen, was ihr gesehen habt und erinnert sie an Jesaja 61.“ Arme, Arme wird das Evangelium gepredigt, Blinde sehen, Lahme springen, Tote werden aufgeweckt. Und als sie dann abgehen, beginnt Jesus über Johannes den Täufer zu reden. Warum? Das haben wir letztes Mal angesprochen. Warum fängt jetzt Jesus an, über Johannes den Täufer zu reden? Ja, er möchte sozusagen den Ruf von Johannes nicht beschädigen. Er erinnert die Menschen daran, was sie mit Johannes erlebt haben, dass er so ein bedeutender Prophet gewesen ist. Und wir haben daraus gelernt: Selbst wenn wir von Menschen enttäuscht werden, weil Jesus war wohl auch enttäuscht von der Frage, sollen wir trotzdem gut über sie reden vor anderen? Und zumal Johannes ja diesen Tadel, den kleinen Tadel auch angenommen hat. Was hat er über Johannes gesagt? Könnt ihr euch erinnern, welche Fragen er den Menschen gestellt hatte über Johannes? Genau, er sagt: „Als ihr zu Johannes gekommen seid, warum seid ihr gegangen? Seid ihr gegangen, um jemanden zu sehen, der wie ein Schilfrohr hin und her bewegt wird?“ Die Antwort war: Nein, natürlich nicht. Sie waren gekommen, weil er standhaft war. Waren sie gekommen, weil er so schön angezogen war? Nein, hätten sie, sagt Jesus, in den Palast gehen sollen, sondern er war das Leib gewordene Mäßigkeitsprinzip sozusagen. Und dann stellt er eine dritte Frage: „Wen seid ihr gekommen, um zu sehen?“ Einen Propheten. Und da ist die Antwort: Ja, aber er sagt, er war mehr als ein Prophet, er war nämlich die Erfüllung großer Prophezeiung, nämlich welcher beiden großen Prophezeiungen, die sich in Johannes erfüllt haben? Jesaja 40, die Stimme des Rufenden in der Wüste und, die hatte Jesus explizit erwähnt in dieser Rede: „Siehe, ich sende meinen Boten.“ Ja, und dann auch Elia, genau, Maleachi, ja, der Bote, der den Weg für Gott selbst bereitet, damit der Bote des Bundes kommen kann, der schnell zu seinem Tempel kommt. Und dann sagt später Jesus sogar: „Wenn ihr es annehmen wollt, auch wenn es jetzt nicht so aussieht, Johannes sieht aus wie jemand im Gefängnis ist, der von Zweifeln angenagt ist, in Wirklichkeit ist er der Elia.“ Und wenn Johannes der Elia ist, wer ist dann Jesus? Dann ist er der Messias, dann ist er Gott selbst. Deswegen sagt er: „Wer ein Ohr hat zu hören, der höre.“ Ja, Jesus sagt nicht, ich bin der Messias, aber durch das, wie er über Johannes spricht, wird deutlich, wer Jesus sein muss. Denn wenn Johannes der Elia ist, ist er der Vorläufer des göttlichen Messias und dann muss Jesus der göttliche Messias sein. Deswegen sagt er ja, unter allen von Frauen Geborenen, und das betrifft alle Menschen, denn alle Menschen sind von Frauen geboren, ist Johannes wer gewesen? Der Größte. Größer? Henoch war nicht größer als Johannes, haben wir gesagt. Abraham, Elia, Mose war nicht größer als Johannes. Und wo bestand nochmal die Größe von Johannes? Kurz Wiederholung. Seine Größe, sagt Ellenweith, bestand daran, dass er sich aufrichtig gefreut hat, dass jemand mehr Erfolg hatte als er. Als er gesagt hat: „Ich muss abnehmen, er muss zunehmen.“ Das war genau das, was der Vorläufer für Jesus sein musste. Gott konnte niemanden gebrauchen, der alle Ehre auf sich zieht und dann von Jesus ablenkt. Ja, deswegen war er der Größte, weil er sich so erniedrigt hat. Und deswegen hat er auch in dieser Erde nicht viel Lohn gehabt. Er ist nicht in den Himmel aufgefahren, wie Elia. Er hat nicht einmal die ganzen Wunder von Jesus gesehen, oder? Er ist im Gefängnis gestorben, einsam. Deswegen sagt Jesus: „In dieser Hinsicht ist jeder im Reich Gottes, der Kleinste im Reich Gottes, größer als er, denn von all dem, was er angekündigt hat, hat er nicht mal etwas gesehen.“ Das zeigt uns, dass Größe in den Augen Gottes nicht so sehr ist, welche Privilegien wir gehabt haben, sondern auch im Wesentlichen, mit welcher Einstellung wir unsere Aufgabe tun. Und da haben wir auch gelernt, was für ein großes Privileg wir haben, wenn wir so viele Dinge sehen.

[7:00] Und jetzt wollen wir weiterschauen in dieser Rede. Das geht noch ein bisschen weiter in Lukas 7. Wir wollen diesmal die Rede Lukas anschauen. Matthäus 11 und Lukas 7 sind relativ parallel, aber Lukas 7 gibt uns jetzt noch ein paar Verse, vor allem die nächsten beiden Verse, die Matthäus nicht hat. Und da können wir jetzt das ein bisschen weiter verfolgen, was Jesus weiter über Johannes sagt. Er widmet ihm durchaus seinen ganzen Teil an Gedanken, weil Johannes auch eine wichtige Persönlichkeit gewesen ist. Schauen wir mal in Lukas 7 und dort Vers 29. Wir lesen mal den ganzen Abschnitt und wir werden gleich sehen, das ist nicht so der häufigste, über den man predigt oder so. Es ist nicht so gleich auf den ersten Blick in allen Details verständlich. Wir lesen mal Vers 29 bis 35 komplett und dann werden wir uns das ein bisschen genauer anschauen. Gibt es jemand, der das mal lesen möchte? Vers 29 bis 35 mal im Gesamten.

[8:23] Und wem sind sie gleich? Sie sind Kindern gleich, die am Markt sitzen und einander zurufen: „Wir haben euch gespielt und ihr habt nicht getanzt. Wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt nicht geweint.“ Der Johannes der Täufer ist gekommen, der aß nicht Brot und trank nicht Wein, da sagt ihr, er hat einen Dämon. Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt, da sagt ihr, siehe, er ist ein Schlemmer und Zechner, Freund mit Zöllnern und Sündern. Und die Weisheit ist von allen ihren Kindern gerechtfertigt worden. Genau, danke schön. Also vielleicht seht ihr das anders als ich, aber ich habe diesen Abschnitt immer als eher so einen schwierigen Abschnitt empfunden. Da gibt es ein paar Aussagen, die sind nicht so gleich klar, was er damit sagen will. Und trotzdem ist er super spannend und ich hoffe, ihr freut euch schon aufs Studium. Es gibt einiges Interessantes zu entdecken. Also fangen wir mal in Vers 29 an. Jesus sagt, was die Reaktion des Volkes auf Johannes gewesen ist. Die sind ja alle zu ihm gekommen und haben sich taufen lassen. Das haben wir in Matthäus damals gesehen. Die kommen alle zum Jordan, aus Jerusalem, Judäa, aus den Gebieten jenseits des Jordan. Und interessant ist jetzt, was in Vers 29 hier formuliert. Welche Formulierung ist besonders interessant in Vers 29? Da gibt es eine sehr interessante Formulierung hier. Sie gaben Gott recht. Und wodurch gaben sie Gott recht? Indem sie gesagt haben, ich glaube, dass Gott existiert. Wodurch gaben sie Gott recht? Durch die Taufe. Jesus sagt, durch die Taufe auf die Predigt des Johannes, durch die Taufe gaben die Menschen Gott recht. Gott wurde gerechtfertigt. Das ist ein großes theologisches Thema, die Rechtfertigung Gottes. Nun Frage: Braucht Gott Menschen, um gerechtfertigt zu werden? Also braucht Gott Menschen, die ihm treu sind, damit er den großen Kampf gewinnen kann überhaupt? Nein, Gott ist Gott. Er ist in sich gerecht. Er braucht niemanden, der das von außen irgendwie beweist. Wodurch beweist Gott seine Gerechtigkeit und seine Liebe nach der Bibel? Wodurch beweist er, wie er ist, wie er ist? Durch das Kreuz von Golgatha, wo er selbst sich gegeben hat. Trotzdem finden wir immer wieder in der Bibel Beispiele, wo Menschen durch ihr Handeln sozusagen in Anführungszeichen bewiesen haben oder noch mal illustriert haben, wie Gott ist und damit Gott Recht gegeben haben. Fallen euch da Beispiele in der Bibel ein, wo Leute durch ihr Handeln? Hiob ist das Paradebeispiel vielleicht. Hiob ist so ein Beispiel, wo illustriert wird, wie Gott im großen Kampf eigentlich ist. Andere Beispiele, wo Menschen durch ihr Handeln quasi Gott Recht gegeben haben oder illustriert haben. Daniel. Also viele Menschen haben durch ihr Handeln sozusagen immer wieder bewiesen oder in Anführungszeichen oder zumindest illustriert, dass Gott gut ist und dass er gerecht ist und dass er Recht hat mit dem, was er sagt.

[11:43] Nun, diese Idee von der Rechtfertigung Gottes, die kommt aus dem Alten Testament. Schaut mal mit mir einen interessanten Vers an. Lasst mal euren Finger hier und zwar in Psalm 51. Das ist ein Abschnitt, den dann auch Paulus später im Römerbrief zitiert. Psalm 51 und dort lesen wir mal in Vers 6. Dort steht nämlich in Vers 6: „An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen.“ Und jetzt kommt das, worum es geht: „Damit du Recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest.“ Der David sagt, ich möchte, dass wenn du redest, dass du Recht behältst, dass du Recht hast. Und er sagt, dass wenn du richtest, dass kein Makel an dir ist. Also, dass wenn Gott ein Gerichtsurteil fällt, dass dieses Gerichtsurteil fehlerfrei und gerecht ist. Aber der Vers ist trotzdem merkwürdig. Warum ist der Vers, so wie er hier steht, merkwürdig, wenn man ihn so liest im Deutschen?

[12:47] Genau, der Vers klingt so, als ob David gesündigt hat und damit danach Gott Recht hat, oder? Ist das, was David meint? Nein, natürlich nicht. Aber wie ist das hier gemeint?

[13:42] Das ist alles wahr mit dem Richten und Gerichtetwerden. Aber der Punkt ist, dass hier in Vers 6 steht: „An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen.“ Und jetzt steht im Deutschen: „damit“. Könnt ihr das sehen? „Damit du Recht behältst, wenn du redest.“ Und hier ist der entscheidende Punkt: Auf was bezieht sich dieses „damit“? Bezieht sich dieses auf den Anfang des Verses? Oder worauf könnte es sich sonst beziehen, wenn nicht auf das: „Ich habe gesündigt“? Auf Vers 3? Vers 4? Ich würde sagen, noch ein bisschen näher dran. Vers 5. Was sagt Vers 5? „Denn ich erkenne meine Übertretungen und meine Sünde ist allezeit vor mir.“ Wie nennt man das, wenn ich sage: „Ich erkenne meine Übertretungen“? Das ist ein Sündenbekenntnis. Also eigentlich müsste man den Vers oder die beiden Verse so lesen: „Denn ich erkenne meine Übertretungen und meine Sünde ist allezeit vor mir.“ Klammer auf: „Übrigens, ich habe allein an dir gesündigt, ich habe getan, was böse ist in deinen Augen.“ Als Erklärung, Klammer zu. „Damit du Recht behältst.“ Also eigentlich ist der Gedanke: Ich erkenne meine Sünden, ich bekenne sie, damit du Recht behältst. Und der Anfang von Vers 6 ist quasi nur: Klammer auf, also ich erkenne meine Sünde, ich gebe zu, ich habe gesündigt, das ist ständig vor meinen Augen. Klammer auf: „An dir habe ich gesündigt, ich habe getan, was böse ist in deinen Augen.“ Klammer zu. Und das erkenne ich, damit du Recht behältst. Also, wodurch haben die Menschen damals bei Johannes Gott Recht gegeben? Wodurch genau?

[15:34] Sie haben durch ihr Sündenbekenntnis Gott Recht gegeben. Und die Taufe ist ja nichts weiter als ein Bekenntnis: Ich hätte eigentlich sterben müssen, ich muss gewaschen werden, ich bin ein Sünder, ich muss nochmal von vorne anfangen. Das heißt, womit gibt ein Mensch eigentlich Gott Recht, wenn er so Recht gibt? Er bestätigt eigentlich, dass die Sünde schlecht ist. Er bestätigt, die Sünde ist nicht das, was ich eigentlich will. Du hast Recht mit deinem Gesetz, dass eigentlich die Sünde schlecht ist und dass deine Gerechtigkeit gut ist. Und dadurch geben wir Gott Recht. Anders ausgedrückt: Was machen wir, wenn wir eine Sünde festhalten? Was ist, wenn wir in unserem Leben wissen, es ist etwas Verkehrtes, aber wir wollen es trotzdem tun, weil wir denken, das ist gut und richtig oder schön oder gibt uns Spaß? Was sagen wir damit über Gott? Dass er nicht Recht hat. Jedes Mal, wenn wir an Sünden festhalten und sie tun, wie der besseren Wissens, sagen wir, dass Gott, der sagt, ich soll das nicht tun, nicht Recht hat. Also die Frage ist ja nicht nur sozusagen, was hat Gott gesagt, was hat er nicht gesagt, sondern hat er auch Recht damit? Ihr wisst vielleicht, Gott hat zu Eva gesagt, du sollst dich von dem Baum nicht essen, denn dann wird das und das passieren. Und Satan hat gesagt: Gott hat nicht Recht. Wenn ihr davon esst, wird das gar nicht passieren. Sündenbekenntnis ist, wenn ich eigenständig freiwillig einsehe: Die Sünde macht mich kaputt. Die Sünde ist schlecht. Gott hat Recht. Übrigens, wie viele Menschen werden am Ende zugeben, dass die Sünde sie kaputt gemacht hat? Alle. Und das ist dann sozusagen die endgültige Rechtfertigung Gottes, wenn alle zugeben, die Sünde war schlecht, Gott hatte Recht. Übrigens, das sehen wir in der Offenbarung immer wieder, nicht wahr? Wir sehen nicht nur, dass wenn Menschen sich bekehren, dass sie Gott Recht geben, auch wenn Menschen oder wenn ein Gericht gehalten wird. In der Offenbarung finden wir bei den Plagen, dass die Engel sagen: „Dann wird das Gericht Gottes gehalten an den Gottlosen und dann wird es heißen: Wahrhaftig sind deine Gerichte, wahrhaftig und gerecht.“ Das heißt, was jetzt hier zunächst einmal sagt ist, die Menschen haben mit ihrer Taufe bestätigt, dass Sünde schlecht ist und dass die Liebe Gottes und sein Gesetz eigentlich wirklich gut sind. Und wer genau hat das bestätigt? Das Volk. Und er sagt sogar eine bestimmte Gruppe, die das bestätigt hat: Die Zöllner, also die Verachteten, die Sünder, die besonders als Abschaum der Gesellschaft betrachtet sind, die haben durch ihr Leben Gott gerechtfertigt. Das ist jetzt die Frage, vielleicht auch für uns persönlich: Wodurch können wir in unserem Leben Gott Recht geben? Wir geben Gott nicht unbedingt dadurch Recht, indem wir viele Bibelsprüche auswendig können, sondern dadurch, dass in unserem Leben, durch unsere Worte, durch unser Handeln, wir sagen: „Wir haben die Sünde ausprobiert, aber wir wissen und wir haben erlebt, sie ist nicht gut, wir wollen sie lassen.“ Dadurch geben wir Gott Recht.

[19:16] Vers 30, was war die Reaktion der anderen Gruppe? Also Jesus kontrastierte, er sagt, die Zöllner, die Pharisäer, die Zöllner, das Volk, sie haben Gott Recht gegeben, weil sie sich taufen ließen, durch die Taufe des Johannes. Aber was haben die Pharisäer gemacht? In Vers 30, Lukas 7, die ließen sich nicht taufen. Warum ließen sie sich nicht taufen? Sie haben nicht gesehen, dass sie Hilfe brauchten. Was hat das für sie selbst bedeutet? Schaut man Vers 30 nochmal, war das gut für sie oder schlecht? Was sagt Vers 30? Es war für sie selbst zum Schaden. Jetzt denkt man drüber nach: Wenn ich Gott die Ehre gebe, wenn ich meine Sünden bekenne, dann sage ich ja, dass Gottes Wille für mein Leben der beste ist, oder? Wenn ich das nicht tue, wenn ich Gott nicht die Ehre gebe, dann schade ich mir selbst. Was also eigentlich bedeutet, dass durch mein Handeln ich letztendlich doch wieder bestätige, was Gott sagt. Also man kann gar nichts gegen die Wahrheit, sie kommt auf jeden Fall ans Tageslicht. Das Interessante ist, durch unsere Reaktion auf die Predigt des Wortes Gottes können wir Gott entweder die Ehre geben oder nicht. Ich bekomme jetzt einen Gedanken und zwar Jesus sagt an einer Stelle: „Ich bin nicht gekommen für Gesunde, aber für die Kranken.“ Und ich glaube, es waren manche, die haben sich als gesund gehalten und für die konnte Jesus nicht viel machen, aber für die Kranken, die haben sich als Sünder erkannt. Sie haben die Botschaft nicht angehört. Schaut man in Jeremia 8 und dort Vers 8, da haben wir Jahrhunderte vor dieselbe Einstellung wie dann bei den Pharisäern. Jeremia 8, Vers 8, wer mag das mal lesen?

[21:24] „Wie könnt ihr da sagen: Wir sind weise, und das Gesetz des Herrn ist bei uns? Wahrlich, ja, zur Lüge gemacht hat es der Lügengriffel der Schriftgelehrten.“ Jeremia stellt die Frage: Hey, ihr Theologen, wie könnt ihr sagen, wir sind weise, das Gesetz Gottes ist bei uns, wir haben kein Problem? Aber genau das ist ja die Einstellung von den Pharisäern gewesen. Die haben gesagt: „Wir kennen die Bibel, wir kennen sie auswendig.“ Jetzt kommt da so ein Prophet, das ist ja ganz schön, aber mich betrifft das nicht, oder? Die gefährlichste Position ist, wenn ich denke, ich kenne die Bibel ganz gut, aber die Botschaft, die eine Erweckungspredigt jetzt in mein Herz hineinspricht, die betrifft mich nicht. Klingt fast nach welcher Gemeinde in Offenbarung? Laodizea. Sollen die anderen das hören? Wichtig, die ganze Welt soll es hören. Ich brauche es nicht, weil ich habe es ja schon, oder? Und das Problem der Pharisäer war, dass sie nicht glauben wollten, dass der Finger auf die Wunde, ein Finger auf ihrer Wunde war. Könnte das auch sein, dass uns das auch manchmal schwer fällt, zuzugeben, dass wir Hilfe brauchen, dass wir eben doch nicht so toll sind, wie wir vielleicht gedacht haben und dass wir dadurch den Willen Gottes für unser Leben verpassen?

[22:51] Nun, es heißt ja in Lukas 7, wenn man da zurückgeht, was haben die Pharisäer und Gesetzesgelehrten gemacht im Grunde genommen, als sie sich geweigert haben, sich taufen zu lassen? Was haben sie gemacht? Was steht im Text?

[23:05] Sie haben selbst geschadet. Also, wodurch haben sie sich selbst geschadet? Sie haben etwas Konkretes gemacht, was ihnen selbst ein Schaden war. Sie haben Gottes Rat verworfen. Gebt mir ein anderes Wort für Gottes Rat. Seine Weisheit, seinen Willen. Gott hatte einen Willen für ihr Leben und was haben sie damit gemacht? Sie haben ihn ignoriert. Könnte es sein, dass auch manchmal Gott einen Willen für unser Leben hat, der sich nie materialisiert, weil wir den Willen einfach verwerfen? Also Gott hatte einen Plan für jeden Pharisäer und er hat Johannes benutzt durch die Predigt des Johannes, um sie dazu zu bringen, dass sie ihre Bedürftigkeit erkennen, dass sie sich taufen lassen, dass sie sich vorbereiten auf die Ankunft des Messias. Das ist nie passiert. Sie haben den Willen Gottes verworfen. Das Griechische kann auch bedeuten, sie haben ihn neutralisiert, den Willen beiseite gelegt. Der Wille kommt und sie haben ihn einfach nicht angenommen. Und das stellt die Frage, wie oft hat Gott schon einen guten Willen in unserem Leben gehabt und wir haben ihn einfach verpasst, weil wir die Botschaft nicht angehört haben?

[24:25] Jetzt denken wir noch ein bisschen weiter, wenn es heißt, dass dadurch, dass sie den Willen Gottes verworfen haben, es ihnen selbst zum Schaden war. Was ist dann die logische Konsequenz über den Willen Gottes? Der ist zum Guten, der ist zum Besten. Oder kennt ihr Bibeltexte, die sagen, dass Gottes Wille für uns zum Besten ist? Genau, steht in Römer 8, Vers 28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge nicht nur zum Guten, sondern zum Besten dienen.“ Schauen wir gemeinsam in 5. Mose, Kapitel 10. Da haben wir dieselbe Idee. 5. Mose 10. Wer mag mal lesen? Ich lese es mal selbst. In 5. Mose 10, Vers 12, da spricht Gott über die Gebote. Und ihr wisst, manchmal wird so der Eindruck erweckt in uns selbst und durch andere, dass Gottes Wille immer so unglaublich schwer zu erreichen ist, dass die Anforderungen so unfassbar hoch sind. Aber wenn Gott über seine Anforderungen redet an uns, redet er meistens so wie hier: „Und nun Israel, was fordert der Herr, dein Gott, von dir, als nur, dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem Herrn, deinem Gott, dienst mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, indem du die Gebote des Herrn, seine Satzungen hältst, die ich dir heute gebiete, zum Besten für dich selbst.“ Gott sagt: „Hey, alles, was ich möchte, ist nur, dass du das Beste tust, was für dich am Besten ist. Ich möchte nur, dass du das tust, was du sowieso tun würdest, wenn du klar bei Verstand wärst. Ich möchte nur, dass du das Beste für dich tust.“ Mehr will Gott gar nicht. Und was Jesus hier sagt ist, die Pharisäer, die so viel wussten von der Bibel, haben sich selbst geschadet, weil sie nicht eingestehen wollten, dass sie Hilfe brauchten. Wenn wir zu stolz sind, uns einzugestehen, dass wir geistlich Hilfe brauchen, dann wird uns das in unserem Leben immer schaden.

[26:46] Also, wie viele Gruppen gab es, die sich auf die Johannespredigt gebildet haben? Wie viele Gruppen haben sich gebildet, als Johannes gepredigt hat? Zwei. Die einen haben es angenommen, die anderen haben es abgelehnt. Die Zöllner haben es angenommen, die Pharisäer haben es abgelehnt. Das erinnert uns, ein bisschen später wird Jesus ja dann in Jerusalem dieses Gleichnis predigen von den beiden Söhnen. Ja, der eine, der sagt: „Ich gehe nicht“ und geht doch. Und der andere, der sagt: „Ich gehe“ und geht nicht. Das deutet sich hier schon an, dass Jesus das deutlich macht. Diese Botschaft hat das Volk gespalten. Das war eine Entscheidungsbotschaft und die einen haben Gott recht gegeben, sie haben Gott die Ehre gegeben, sozusagen: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Die anderen haben den Ratschluss Gottes verworfen. Und das zeigt uns also noch einmal, wie wichtig die Botschaft von Johannes war. Sie hat zur Entscheidung aufgerufen und Jesus sagt, jeder Mensch hat sich damals an Johannes entschieden, so oder so. Das Merkmal einer echten Entscheidungsbotschaft.

[27:41] Und jetzt kommt dieser interessante Abschnitt, Vers 31. Jesus sagt: „Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, wem sind sie gleich?“ Woher kennt er diese Frage? Kennt ihr die irgendwoher? „Wie soll ich?“ So ähnlich hat Jesus schon mal etwas gesagt. Also vielleicht mal allgemein gesprochen, wie nennt man sowas, wenn jemand sagt: „Wie soll ich?“

[28:15] Also genau, ein Vergleich. Und was sagt Jesus? Hier kommt der Vergleich. Was drückt das aus, wenn er sagt: „Wem soll ich dieses Geschlecht vergleichen, wie soll ich das?“ Was drückt das aus? Die Idee ist, er sucht nach einem Gleichnis. Könnt ihr das sehen? Er sagt, ich habe sowieso hier schon mein Paradebeispiel. Jesus, als er sich das Volk anschaut, vor allem die Pharisäer. Also den Gedanken, den ich ausdrücken möchte: Ich suche noch nach einem passenden Beispiel. Und da gibt es noch eine andere Stelle in den Evangelien, wo Jesus auch so nach einem Beispiel sucht. Schaut mal, lasst mal euren Finger hier, in Markus 4, Vers 30, da gibt es so eine ähnliche Idee. Markus 4, Vers 30, da heißt es: „Und er sprach: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen und durch was für ein Gleichnis sollen wir es euch darlegen?“ Wo er quasi auch so fast nach Worten, nach Beispielen ringt, um seinen Hörern begreiflich zu machen, damit sie doch endlich begreifen, wann das Reich Gottes besteht. Und dann findet er dieses Beispiel vom Senfkorn. Aber diese Idee, „Womit soll ich das vergleichen?“, kommt auch aus dem Alten Testament, wie ihr wahrscheinlich schon vermutet. Und zwar interessanterweise aus den Klageliedern. Schaut mal in die Klagelieder. Klagelieder, Kapitel 2 und dort Vers 13. Klagelieder 2, Vers 13, wer mag das mal vorlesen?

[29:46] „Was soll ich dir zusprechen, was dir vergleichen, du Tochter Jerusalem? Was setze ich dir gleich, damit ich dich trösten kann, du Jungfrau, Tochter Zion? Dein Schaden ist ja so groß wie das Meer. Wer kann dich heilen?“ Genau. Also Jesus stellt jetzt die Frage, also hier der Jeremia sozusagen, unter Inspiration des Geistes, als er über Jerusalem nachdenkt, was war mit Jerusalem gerade passiert? Es zerstörte Jerusalem. Und er stellt jetzt die Frage: Mit was für einem Bild, mit was für einem Gleichnis soll ich eigentlich über dich sprechen, denn was ist so groß? Dein Schaden ist so groß. Und jetzt steht Jesus bei dieser Volksmenge und spricht über die Pharisäer. Was hat er gerade über die Pharisäer gesagt? Sie haben sich was? Sie haben sich selbst geschadet. Und jetzt stellt er die Frage: Wie soll ich das eigentlich vergleichen? Jetzt würde ich sagen, der Schaden in Klagelied, ist der Schaden groß oder klein? So ein großer. Weil der so groß ist, weil der Schaden so groß ist, sagt der Jeremia, weiß ich gar nicht, was für ein Beispiel ich nehmen soll. Mir fällt gar kein richtiges Beispiel ein, weil, er sagt ja, dein Schaden ist ja so groß. Er sagt, der Schaden des Volkes hier zur Zeit von Jeremia ist so groß, dass man förmlich nach Worten ringen muss. Und jetzt kommt Jesus und sagt, die Pharisäer haben die Predigt von Johannes gehört und haben sie verworfen, sich selbst zum Schaden. Und jetzt sagt er: „Wie soll ich das vergleichen?“ Er sagt, eure Reaktion auf Johannes ist ungefähr genauso schlimm, wie der Abfall der Juden zur Zeit von Jeremia. Ihr schadet euch mindestens genauso. Also jeder, der Chroniken und Könige liest und sieht, wie das Volk abgefallen ist zur Zeit von Jeremia, der sagt: „Ihr rennt ja in euren Ruin.“ Die haben jeden Propheten verfolgt und getötet und dann nicht einmal den Eid gegenüber den heidnischen Königen gehalten. Das war offensichtlich. Die haben immer gegen Nebukadnezar rebelliert. Das war offensichtlich. Die sind mit dem Auto gegen die Wand gefahren. Und wenn man liest das und sagt: „Wie konnten die nur so dumm sein?“ Ihr schadet euch selbst. Aber jetzt kommen die Pharisäer Jahrhunderte später und denken: „Der Prophet Johannes der Täufer ist schon ganz schön und gut, aber wir lassen uns nicht taufen.“ Und Jesus sagt, weil ihr die Botschaft verworfen habt, schadet ihr euch. Und zwar so gewaltig, ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Wir ahnen nicht, wie groß der Schaden ist, wenn wir Gottes Wort verwerfen. Wir würden vielleicht denken, naja, gibt vielleicht eine zweite Chance, wird schon irgendwie. Wir ahnen nicht, wie groß der Schaden ist in unserem Leben und dem Leben von anderen, wenn wir Gottes Wort an uns verwerfen, wenn wir es neutralisieren, wenn wir so tun, als ob es nicht mehr gilt.

[33:09] Wie kommt der Gedanke in Bezug auf das Wort „Ratschluss Gottes“? Also, mir hat angesprochen in Apostelgeschichte 20, wo Paulus sagt: „Ich bin rein vom Blut aller, die ich habe und den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt.“ Also, ich glaube, dass dieser Ratschluss Gottes von Paulus in der Apostelgeschichte und hier bei Lukas geht in diese Richtung, wie wichtig ist der Ratschluss Gottes anzunehmen und sonst man sich schadet. Ganz genau. Und auch Johannes hat ja den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt, nicht wahr? Ganz genau. Das ist der Wille Gottes und der Wille Gottes ist unsere Heiligung, der Wille Gottes ist unsere Rettung. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, dass sie geheiligt werden, dass es uns gut geht.

[33:46] Jetzt. Jesus sucht natürlich nicht ewig nach einem Beispiel, weil Jesus ist Jesus und Jesus findet immer diese brillanten Gleichnisse. Und jetzt ist es etwas ungewöhnlich, aber sehr gut. Schaut man Vers 32. Was für ein Bild verwendet er jetzt? Normalerweise kennen wir Jesus, wie er über Fische oder über Getreide spricht, Ackerbau nicht. Aber hier spricht er nicht über Ackerbau und nicht über Fische, sondern welches Bild verwendet er als Gleichnis? Kinder auf dem Marktplatz, die spielen. Ich habe noch nie eine Predigt gehört über dieses Gleichnis, das Gleichnis von den Kindern auf dem Marktplatz. Aber es ist ein Gleichnis. Er sagt ja: „Womit soll ich dieses Geschlecht vergleichen?“ Er sagt also, Kinder spielen auf dem Marktplatz, kann man sich ganz gut vorstellen. Damals in den Städten, Kinder haben auf den Straßen gespielt, wie hier bei uns auf der Spielstraße. Und Kinder sind laut und machen Musik und alles mögliche. Kann man sich vorstellen. Die sitzen da rum und spielen und machen alles mögliche. Und was ist jetzt bei diesen Kindern los? Die rufen einander zu. Da ruft einer zum anderen. Und was rufen die? Was ist der erste Ruf? „Wir haben euch gespielt.“ Also, was heißt in dem Fall „gespielt“? Musik gemacht. Wir haben Musik gemacht. Und zwar so fröhliche Musik. Wir haben fröhliche Musik gemacht. Ja, vielleicht irgendwie, keine Ahnung, mit welchen Instrumenten? Flöten. Wir haben fröhliche Musik gemacht. Was haben wohl, es sind zwei Gruppen von Kindern, oder? Was hat wohl die eine Gruppe von Kindern, die so fröhliche Musik gemacht hat auf der Straße, gedacht, was die andere Gruppe macht? Die tanzen, oder? Weil wenn man so Reigenmusik spielt, ja, so fröhliche Musik, da werden die anderen bestimmt tanzen, ja? Also, was haben die Kinder gemacht? Sie haben gespielt und wundern sich jetzt, worüber? Die anderen sitzen einfach drumherum, haben so Null-Bock-Stimmung und sagen: „Wir tanzen nicht.“ Komisch, ja, wir haben gespielt. Wieso tanzt ihr nicht? Okay, machen wir was anderes. Spielen wir jetzt keine fröhliche Musik. Vielleicht habt ihr eine andere Stimmung, ja? Wir machen jetzt was für Musik? Traurige Musik. Ein Klagelied, oder? Jetzt singen sie Klagelieder. Traurige Musik. Moll. Emotional. Was passiert, wenn man emotionale, traurige Musik spielt? Ja, man ist emotional berührt, oder? Vielleicht kullert eine Träne über die Augen, man setzt sich hinein, ja? Also jetzt singen die sozusagen traurige Musik. Und was machen die anderen? Die sitzen auch immer ganz gechillt da und haben keine Reaktion. So, was ist jetzt die Schlussfolgerung für die Kinder hier? Genau, also sie haben erst fröhliches gespielt und das hat keine Reaktion gemacht. Dann haben sie trauriges gespielt, hat wieder keine Reaktion gemacht. Was ist die Schlussfolgerung? Also, wenn ihr jetzt Kinder wärt, wenn ihr zu der Kindergruppe gehören würdet, ja, was würdet ihr jetzt sagen? Egal, was wir machen, egal, was wir machen, ja, also wenn sie jetzt nur fröhliche Musik gespielt hätten, hätten sie ja denken können: „Vielleicht hätten wir was Trauriges spielen sollen, oder?“ Wenn sie nur traurig gespielt hätten, hätten sie sagen können: „Okay, vielleicht war es ein bisschen zu traurig, vielleicht sollten wir was Fröhliches spielen.“ Sie haben an beiden Richtungen, beide Extreme sozusagen das ausprobiert und da sie weder auf das fröhliche noch auf das traurige reagieren, ist klar, die wollen eigentlich gar nicht. Es liegt nicht an den Umständen, es liegt nicht an der Melodie, an der Harmonie, die wollen nicht, weil sie nicht wollen. Egal, was wir spielen, egal, ob das jetzt lang, kurz, hoch, tief, Moll, Dur, viele Harmonien, wenig, egal, was wir machen, die werden sich nicht bewegen. Das ist die Idee von dem Gleichnis.

[37:44] So, jetzt. Und jetzt erklärt er das und wendet das an. Vers 34, Vers 33. „Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der aß kein Brot und trank kein Wein, da sagt ihr, er hat einen Dämon. Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt, da sagt ihr, siehe, wie ist der Mensch, ein Fresser und Zechner, ein Freund der Zöllner und Sünder.“ Also, jetzt müssen wir erstmal zuordnen. Wir haben zwei Gruppen von Kindern, ja, die Kinder, die Musik machen, und die Kinder, die eigentlich reagieren sollten. In dem Gleichnis, für wen stehen die Kinder, die Musik machen? Für Johannes den Täufer und für Jesus. Und für wen stehen die Kinder, die reagieren sollten? Die Pharisäer, das Volk, also vor allem die Pharisäer. In dem Gleichnis machen die erst, die machen einmal fröhliche Musik und einmal traurige Musik und es gibt keine Reaktionen. Gibt es auch so einen Kontrast zwischen so fröhlich und traurig, jetzt zwischen Johannes und Jesus? Ja, genau. Andersrum hast du genau das Gleiche. Johannes, der kommt sehr ernst, fast schon streng, nicht, aber so mit viel Entbehrung, ja, als ein Nasiräer, trinkt nicht mal Traubensaft. Der fastet enorm viel, ja, ein sehr strenges, ernstes, eine aufrüttelnde Predigt, ja. Und was sagen die Pharisäer? Sind die angesprochen von dieser klaren, deutlichen, prophetischen Botschaft? Nee, was sagen sie? Der ist zu extrem, zu extrem, ja, das ist ja weit ab von, ja, der hat, der ist Dämonenbesessen. Dann kommt Jesus. Und wie ist Jesus? Jesus betont besonders die Gemeinschaft, die Fröhlichkeit, das Freundliche, mit einem Lächeln auf den Lippen, ja. Jesus fastet nicht so viel, weil wir später sagen, er fasten könnte immer noch, ja, also er hat sich auch natürlich auch gefasst in der Wüste, aber wenn er unter den Menschen ist, hat er mit ihnen gegessen, mit den Zöllnern gegessen, hat sich einladen lassen. Und was sagen die Pharisäer jetzt? Der ist uns viel zu liberal. Johannes der Täufer war ihnen zu extrem und Jesus war ihnen zu liberal. Der war viel zu weltlich in ihren Augen. Wo waren sie denn in ihren eigenen Augen? Sie waren in der goldenen Mitte, haben treu an der Bibel festgehalten, haben die Extreme vermieden. Und hey, wie oft hören wir das bei anderen und bei uns selbst, dass wir versuchen, einfach die Extreme zu vermeiden, in der goldenen Mitte zu sein. Dabei waren die Pharisäer das eigentliche Problem, denn egal was Gott gebracht hatte, egal ob ein Johannes der Täufer sie aufrütteln wollte oder Jesus mit seiner unfassbaren Liebe ihr Herz ansprechen wollte, sie haben sich nicht berühren lassen. Könnte es auch mal sein, dass das, was wir als extrem oder als zu liberal bezeichnen, manchmal einfach nur Gottes Versuch ist, unsere kalten Herzen zu entweder durchzurütteln oder zu erwärmen. Und wir sagen: „Nö, nö, will ich nicht, brauch ich nicht, hab ich schon nicht.“ Und wir unerreichbar werden, obwohl wir die Bibel kennen, unerreichbar werden für das Wirken des Heiligen Geistes. Also versteht mich nicht falsch, ich bin weder für Weltlichkeit noch für Fanatismus, aber ich finde es interessant, dass es hier nicht die Fanatiker sind und nicht die Weltlichen, sondern diejenigen, die von sich selbst denken, dass sie in der goldenen Mitte sind, die das eigentliche Problem sind, denn egal auf welche Art und Weise Gott zu ihnen redet, sie haben nie das Gefühl, dass sie gemeint sind. Und das ist eine extrem gefährliche Position. Egal und was Jesus damit sagt: Ich weiß gar nicht, wie ich euch das erklären soll. Er sagt: Egal, was Gott überhaupt tut, er erreicht euch nicht. Er hat den größten aller Propheten gesandt und ihr nennt ihn einen Dämonenbesessenen. Dann kam, das sagt er jetzt nicht, aber quasi zwischen den Zeilen, dann kommt Gott selbst, wird Mensch und sagt: „Der ist uns zu liberal, der macht mit den Zöllnern, mit den Sündern.“ Und ihr sagt: „Also, wie wollt ihr denn jemals erreicht werden? Was soll euch denn überzeugen?“

[42:24] Und dann kommt die gute Nachricht, Vers 35: „Und doch, und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern.“ Wessen Kinder? Die Kinder der Weisheit. Also Kinder der Weisheit, ihr kennt vielleicht, im Semitischen, also im Orient, da kann man durchaus ein Kind von etwas sein, obwohl man gar nicht das biologische Kind davon ist, oder? Der Luzifer war der Sohn der Morgenröte. Ja, die Pharisäer waren die Kinder des Teufels. Wie kann man ein, im Babylonischen gibt es den Ausdruck, ein Kind der Botschaft zu sein. Ja, das ist, wenn man ein Botschafter ist, ist man ein Kind der Botschaft. Was bedeutet es, ein Kind der Weisheit zu sein?

[43:18] Wer ist ein Kind der Weisheit?

[43:24] Ein weiser Mensch ist ein Kind der Weisheit. Menschen, die die Weisheit Gottes angenommen haben und ausleben. Stichwort Sprüche zum Beispiel, die Weisheit Gottes. Dann 1. Korinther, Jesus selbst die Weisheit. Das heißt, wer wird hier gerechtfertigt? Die Weisheit, und zwar von wem? Von den Kindern der Weisheit. Also die Menschen, die die Weisheit Gottes angenommen haben, haben wen gerechtfertigt? Wer ist die Weisheit? Die haben Gott gerechtfertigt. Und welchen Vers haben wir schon mal gelesen, dass irgendjemand Gott gerechtfertigt hat? Welchen Vers haben wir gelesen, dass Gott gerechtfertigt wurde durch irgendjemanden?

[44:10] Vers 29, genau. Das heißt, Vers 35 ist eigentlich wieder jetzt die Klammer zu Vers 29, weil er sagt, diese Zöllner und Sünder, die haben ja Gott recht gegeben, die haben die Weisheit gerechtfertigt. Sie sind die Kinder der Weisheit. Wer? Die Zöllner sind die Kinder der Weisheit, denn sie haben sich taufen lassen. Sie waren weise, weil sie gesehen haben: Ich brauche Hilfe. Und hier ist Hilfe. Hier spricht Gott zu mir. Er meint mich, er zeigt mit dem Finger auf meine Sünde. Ich muss sie ihm geben. Darin haben sie Gott recht gegeben und sind weise gewesen. Nicht die Pharisäer mit ihrem theologischen Wissen waren die Kinder der Weisheit. Diejenigen, die festgestellt haben: Ich bin ein Sünder. Ich brauche Jesus. Ich brauche Vergebung. Und zwar jetzt, hier und heute. Das waren die Weisen und die haben Gott gerechtfertigt, obwohl andere, die vielleicht mehr wussten und sehr dachten, dass sie ganz genau in der richtigen theologischen Mitte sind. Ich war das extrem vermeiden und das extrem vermeiden. So sehr, dass sie gar nicht darauf achten, dass die Botschaft überhaupt ihr Herz erreicht. Die haben Gott nicht gerechtfertigt.

[45:15] Jetzt. Schaut mal mit mir in Hosea 14. Damit wollen wir abschließen. Hosea 14 ist eigentlich eine schöne Beschreibung dieser Sache. Hosea 14 gehört zu meinen Lieblingsversen. Hosea 14. Da heißt es ab Vers 2, eigentlich ein Aufruf zur Buße. Das ganze Buch Hosea ist ein Aufruf zur Buße. Vers 2: „Kehre um, o Israel, zu dem Herrn, deinem Gott.“ Was war die Botschaft von Johannes dem Täufer? Tut Buße. Und tut Buße heißt auf Deutsch? Kehre um. Die Botschaft von Johannes dem Täufer, die Botschaft von Jesus, die Botschaft von Hosea: „Kehre um, o Israel, zu dem Herrn, deinem Gott. Denn du bist zu Fall gekommen durch deine eigene Schuld.“ „Nehmt Worte mit euch und kehrt um zum Herrn. Sprecht: Vergib alle Schuld.“ So wie David in Psalm 51. „Vergib alle Schuld und nimm es gut auf, dass wir dir das Opfer unserer Lippen bringen, dass wir schuldig sind.“ Ihr erinnert euch, David sagt: „Ich bringe keine Brandopfer und Schlachtopfer. Daran hast du keinen Gefallen. Ich bringe dir das Opfer eines zerbrochenen Herzens, das Opfer der Lippen, ein Sündenbekenntnis.“ „Assyrien wird uns nicht retten. Wir wollen nicht mehr auf Rossen reiten und das Werk unserer Hände nicht mehr unsere Götter nennen. Denn bei dir findet der Verwaiste Barmherzigkeit.“ Sie geben Gott recht. Wir haben es mit den Assyrern versucht, hat nicht funktioniert. Wir haben versucht mit Rossen und uns selbst zu helfen, hat nicht funktioniert. Vers 5: „Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen. Gerne will ich sie lieben, denn mein Zorn hat sich von ihnen abgewandt. Ich will für Israel sein wie der Tau. Es soll blühen wie eine Lilie und Wurzeln schlagen wie der Libanon. Seine Schösslinge sollen sich ausbreiten. Es soll so schön werden wie ein Ölbaum und so guten Geruch geben wie der Libanon. Die unter seinem Schatten wohnen sollen wiederum Getreide hervorbringen und blühen wie der Weinstock und so berühmt werden wie der Wein vom Libanon.“ „Ephraim wird sagen: Was soll ich künftig noch mit den Götzen zu schaffen haben?“ Die sagen nicht: „Ah, na ja, die Götzen wären schon schön und gut, aber Gott hat verboten.“ Nein, die sagen: „Was soll ich mit den Götzen noch? Gott hat recht gehabt. Die Götzen können nichts, sie machen nichts. Sie haben mein Leben nur kaputt gemacht.“ Sie geben Gott recht. „Ich, ich habe ihn erhört und auf ihn geblickt. Ich bin wie eine grüne Zypresse. Es soll sich zeigen, dass deine Frucht von mir kommt.“ Und jetzt kommt Vers 10. Was stellt er? Wer ist so weise? Worin besteht die Weisheit? Zu erkennen, ich habe gesündigt. Umzukehren. Gott zu sagen: Hier ist das Opfer meiner Lippen. Ja, wir wollen nicht mehr nach Assyrien rennen. Wir wollen nicht mehr mit mit Rossen uns selbst verteidigen. Wir wollen nicht mehr die Götter anbeten. Du hast ja recht gehabt mit all deinen Propheten. Wir möchten deine Verheißung in Anspruch nehmen. Und Gott sagt: Ich soll dich zeigen, dass ich in deinem Leben Frucht bringen kann. Du sollst wieder blühen. Du sollst schön werden. Du sollst guten Geruch geben. Du sollst wieder sein, wieder liebenswert. Wer ist so weise, dass er das einsehe und so klug, dass er das verstehe? Jeder, der das versteht, ist weise. Und deswegen sagt Jesus: „Die Weisheit ist gerechtfertigt worden durch ihre Kinder.“ Weise Menschen sehen ein, dass sie Hilfe brauchen. Weise Menschen sehen ein, dass sie alleine sich von der Sünde nicht retten können. Weise Menschen kommen zu Jesus, hören auf das Wort Gottes und bekehren sich, kehren um. Es ist eine kluge Entscheidung, wenn man merkt, dass man auf dem falschen Weg ist, umzukehren. Und genau das wünscht sich Gott nicht nur von den Menschen damals, sondern auch von uns heute, oder? Wollen wir Gott die Ehre geben, indem wir ihm Recht geben und alles, was in unserem Leben falsch ist, ihm geben und umkehren von jeder falschen Idee. Amen.

[49:19] Noch gemeinsam niederknien und beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für dieses interessante Gleichnis und die Lehren, die wir daraus nehmen konnten. Und Herr, wir möchten dir Recht geben. Wann immer in unserem Leben es gut ging und wir gesegnet waren, dann war das, weil du uns gesegnet hast. Und wann immer in unserem Leben es Probleme gab und wir Unfrieden hatten im Herzen, dann deswegen, weil wir uns von dir abgewandt haben. Herr, du trägst keine Schuld an dem Leid und den Schwierigkeiten unseres Lebens. Du hast uns hindurchgetragen durch alles. Und immer wenn wir uns zu dir gewandt haben, ging es uns besser als je zuvor. Und Herr, wir möchten das bekennen, möchten dich bitten, dass du uns Tag für Tag mit deinem Heiligen Geist erfüllst und dass wir lernen, in deiner Hand zu bleiben und dass wir dadurch zu deinem Licht werden und anderen zeigen, dass du gut und weise bist. Bitte hilf uns, dass wir uns immer wieder bewusst machen, dass die Dinge, die wir lesen und hören, wir sie deswegen lesen und hören, weil wir sie benötigen. Dass wir unser Herz aufmachen für deinen guten Einfluss. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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