In dieser Predigt, basierend auf Matthäus 9, thematisiert Christopher Kramp die tiefe Barmherzigkeit Jesu angesichts der Not der Menschen. Er beleuchtet, warum Jesus Mitleid empfand und wie dieses Mitleid ihn dazu bewegte, seine Jünger zu senden. Die Predigt erklärt die biblische Bedeutung von „Schafen ohne Hirten“ und zeigt auf, wie wichtig es ist, die geistlichen Nöte anderer zu erkennen und mit ihnen Mitleid zu haben, bevor man sich daran macht, ihnen zu helfen.
Der Ersehnte: 135. „Bittet den Herrn der Ernte“
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Bibel, Bibelstudium, JesusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Der Ersehnte
„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[5:00] chronologisch hier richtig, sondern der Matthäus, der sagt, okay, das ist ein großer Plan. Jesus hat gelehrt, gepredigt und geheilt. Und wenn wir wissen wollen, wie er gelehrt und gepredigt hat, haben wir die Bergpredigt, Kapitel 5 bis 7. Da ist die Lehre, die Lehre und die Predigt, Kapitel 5 bis 7, da wird das alles zusammengefasst. Und dann haben wir Kapitel 8 und 9 für die Heilung im Wesentlichen, die Wunder. Und er sortiert er alles so ein bisschen so zusammen, damit wir so eine Idee bekommen, aha, so hat er gelehrt und so hat er geheilt. Und die werden alle so in so Schubladen gepasst. Und dann in Kapitel 9, 35 wird das nochmal zusammengefasst, so ein großer Bogen. Also das hat er gemacht und an der Stelle hacken wir jetzt ein. Ja, Matthäus sagt, okay, also wenn wir jetzt das Matthäusevangelium lesen würden, wenn wir sagen, okay, Jesus geht durch Galiläa, das ist Kapitel 4, er kommt nach Galiläa. Was macht er? Er lehrt, predigt, heilt. Und dann haben wir ein Beispiel für seine Predigt, nämlich die Bergpredigt, berühmteste Beispiel. Und dann ein Beispiel Heilungen. Ja, und jetzt kommt Vers 36. Als er, oder wer mag das mal lesen, Vers 36.
[6:09] Als er aber die Volksmenge sah, fühlte er Erbarmen mit ihnen, denn sie waren abgequält und erschöpft wie Schafe, die keine Hirten haben. Genau. Jesus sieht die vielen Menschen und was ist seine Emotion? Mitleid. Warum hat er Mitleid mit ihnen? Mal abgesehen davon, dass er steht, sie sind alle abgequält, ermattet, niedergeschlagen. Warum hat er Mitleid mit ihnen? Weil sie verstehen nicht. Ja, sie verstehen die Wahrheit nicht. Sie verstehen auch nicht, warum sie so einen Zustand haben. Warum hat er noch Mitleid mit ihnen? Die Bibel spricht ja davon, warum Jesus Mitleid hat. Ja, sie leiden. Ja, genau, sie leiden. Das steht genau, sie haben keine Hirten. Gibt es noch eine andere Bibelstelle in der Bibel, wo irgendwo gesagt wird, dass Jesus Mitleid hat, wo er Mitleid hat?
[7:12] Schau mal bei mir in Hebräer, wir kommen gleich wieder zurück, in Hebräer Kapitel 4 und dort Vers 15, da heißt es: „Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist, in ähnlicher Weise, doch ohne Sünde.“ Also warum hat Jesus Mitleid mit den Menschen? Einfach nur, weil sie leiden und das natürlich auch. Aber hier sagt der Paulus, Jesus hat aus einem ganz bestimmten Grund noch Mitleid mit den Menschen. Warum hat er Mitleid? Weil sie sündige Menschen sind. Ja, okay, genau. Aber Gott, der Vater hat auch Mitleid und er sieht, dass die Menschen sündig sind. Er kennt die Schmerzen, er kennt die Versuchungen. Paulus sagt, Jesus weiß genau, wie es sich anfühlt, hungrig zu sein und durstig zu sein und müde zu sein. Er weiß, wie es sich anfühlt, wenn einem jemand komisch kommt, wenn man, wenn man hinter dem Rücken erfährt, dass andere schlecht über ihn reden. Er weiß genau, wie es ist, wenn man angeschrien wird, wenn man vielleicht aus der Haut fahren möchte oder so. Er kennt die Versuchung, aber er kennt auch den Sieg. Er weiß, wie es ist, aber er weiß auch, dass man nicht fallen muss. Und er sieht jetzt die Menschen, er sieht alle mit ihren Versuchungen, mit ihren Sünden und er denkt sich, ich weiß genau, wie es ihnen geht, aber ich weiß auch, ich könnte ihnen helfen. Also es ist nicht einfach nur Jesus sagt, oh die Armen, die sind irgendwie so ein bisschen elend, ja, tun mir so leid. Sondern Jesus sieht, was ihr Problem ist, er kennt ihr Problem. Also er hat nicht gesündigt, aber er ist ja versucht worden. Er weiß, wie es ist, in diesem menschlichen Körper auf dieser Erde zu leben und er weiß aber auch, wie man siegreich leben kann. Und er sieht, die wissen es nicht, die kennen es noch nicht, die haben es noch nicht erlebt, aber die, die bräuchten das auch. Er hat Mitleid mit ihnen, weil er sich mit ihnen identifizieren kann.
[9:22] Du hast, bei dir stand, sie waren abgequält. Was steht bei euch? Ermattet, abgequält. Hatte man noch eine Übersetzung? Erschöpft, hilflos. Genau. Das Griechische meint auch so niedergeschlagen, vernachlässigt im Sinne von Schafe, die so wenig Betreuung haben, dass sie einfach vor Verzweiflung niedersinken. Also nicht unbedingt zerstreut hier, sondern mehr so eingefallen, so abgekämpft, so verzweifelt so ein bisschen, wie Menschen, die ständig mit der Sünde kämpfen und irgendwie immer verlieren und verlieren und verlieren und niemand hilft ihnen. Die hatten ja genügend Leute, die ihnen zwar Bibel vorgelesen haben, das war nicht ihr Problem, aber niemand hat ihnen geholfen mit ihren ureigensten Problemen. Das kann übrigens auch in der Gemeinde passieren, dass man ständig Bibel vorgelesen bekommt, aber niemand hilft einem eigentlich mit den wirklichen Problemen. Man hat das Gefühl, allen anderen geht es wahrscheinlich gut, aber mir geht es schlecht und ich weiß gar nicht, wie ich da irgendwie rauskomme. Jesus hatte Mitleid und das können wir von ihm lernen. Wenn wir sehen, dass Menschen ständig mit Sünden zu kämpfen haben, schauen wir dann hin und sagen, ach siehst du, der ist noch nicht so weit, das muss sich ändern. Oder haben wir Mitleid mit den Menschen, weil wir auch aus unserer eigenen Erfahrung wissen, wie es ist, aber vielleicht hoffentlich schon Kraft gefunden haben und erlebt haben, wie Jesus uns geholfen hat.
[10:54] Also und das heißt es jetzt, wir haben es schon gesagt, es heißt, sie waren wie Schafe ohne Hirten. Und das ist eine interessante Formulierung, die kommt natürlich woher? Aus dem Alten Testament. Wer war der Erste, der davon gesprochen hat? Wir schauen mal ein paar Bibelstellen an. Das kommt, das zieht sich wie ein roter Faden durch das Alte Testament, diese Idee von Schafen ohne Hirten. 4. Mose Kapitel 27, da fangen wir mal an. In 4. Mose 27 und dort Vers 16 und 17. Wer das hat, kann mal gerne lesen. 4. Mose 27, Vers 16 und 17.
[11:40] 4. Mose 27. „Der Herr, der Gott, der allem Fleisch den Lebensodem gibt, wolle einen Mann über die Gemeinde einsetzen, der vor ihnen aus und einzieht und sie aus und einführt, damit die Gemeinde des Herrn nicht sei wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Genau. Wer spricht hier? Wer sagt das? Damit die Gemeinde nicht ist wie ein Schaf ohne Hirte. Wer spricht hier? Mose. Und bei welcher Gelegenheit sagt Mose das hier? Was ist gerade passiert? Es ist vor der Wahl von Josua. Gott hat ihm gerade gesagt, du wirst, oder noch mal bestätigt, du wirst nicht ins gelobte Land gehen, oder? Das ist hier ziemlich am Ende, dann bevor Mose stirbt und ihm wird gesagt, du wirst das Volk nicht hineinführen, du wirst vorher sterben. Und was sagt Mose mit anderen Worten? Wenn du mal diese beiden Verse mit euren Worten zusammenfasst, was sagt er? Ja, ja, was ist seine Sorge? Wenn ich sterbe, da braucht es einen anderen Führer. Ja, also das ist so die Idee. Er weiß, ich werde jetzt bald sterben, ich habe noch ein paar Wochen, Monate, ja, dann bin ich tot, aber das Volk braucht jemanden. Deswegen bittet er: „Herr, du bist der Gott, der alles führt und lenkt. Bitte sorge für einen anderen Anführer, damit sie nicht sind wie Schafe ohne Hirte.“ Ja, also der Hirte ist der Anführer des Volkes und das ist natürlich dann Josua geworden.
[13:18] Jetzt könnte man sich auch überlegen bei Jesus, nicht wahr? Als Jesus die Menschenmenge sieht, hat er vielleicht auch ähnliche Gedanken gehabt? Welche Gedanken hätte Jesus haben können, die vielleicht so ähnlich gewesen sind? Jesus wusste aus der Prophetie, er wusste nicht, er wusste, dass er nicht mehr fünf Jahre hat oder sieben Jahre. Er wusste, er wird bald sterben, er wird in den Himmel auffahren. Wer wird seine Aufgabe übernehmen? Ja, das ist so ein bisschen auch, weil das kommt jetzt gleich dann hier ran. Eine ähnliche Situation ist Paulus. Paulus sagte, ich weiß, nach meinem Weggang kommen andere Dinge.
[13:56] Ja, ganz genau. Schauen wir uns die nächste Stelle an. Und zwar in, übrigens ist es ja, Jesus sagt ja später zu Petrus: „Weide meine Schafe. Meine Schafe, du sollst sie weiden.“ Ich übergebe quasi den Hirtenstab an dich, sozusagen. Also nicht nur an Petrus, auch an Johannes und natürlich an alle. Erste Könige 22. Erste Könige 22, ein ziemlich faszinierendes Kapitel. Erste Könige 22, da haben wir den Propheten Micha, und zwar nicht den Micha, der das Buch Micha geschrieben hat, sondern einen Propheten zur Zeit von Elia. In Erste Könige 22 Vers 17. Wer mag den mal lesen? Erste Könige 22 Vers 17.
[14:30] „Da sagte er: Ich sah ganz Israel auf den Bergen zerstreut, wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und der Herr sprach: Diese haben keinen Herrn, ein jeder kehre wieder heim in Frieden.“ Genau. Jetzt muss ich mal fragen, kennt ihr so ein bisschen die Geschichte hier? Was ist der Kontext? Ja, es geht darum, dass der König von Israel und der König von Juda zusammen in den Krieg ziehen wollen. Und dann treten Propheten auf, die sagen: „Geh hin und kämpfe.“ Und hier ist eben Micha, der sagt: „Wenn du hingehst, zu Josaphat, denke ich, dann wirst du sterben.“ Und er ist der Einzige, der die Wahrheit spricht.
[15:21] Ja, ganz genau. Also es geht um König Ahab. Also Josaphat und Ahab. Ahab ist der König vom Norden und Josaphat der König vom Süden. Und Josaphat, der denkt, naja, ich mache mal mit dem Norden was gemeinsam. Aber es ist der Ahab, der das Problem ist. Und Micha sagt, ich sah das Volk wie auf den Bergen, wie Schafe ohne einen Hirten. Wer sollte ihr Hirte sein? Er sagt, sie haben keinen Herrn. Wer ist eigentlich ihr Herr? Ahab. Also mit anderen Worten, in dem ersten Text war es ja so, Moses sagt, naja, wenn ich tot bin und sie keinen Hirten haben, dann haben sie keinen Hirten, wenn es keinen Führer gibt. Aber hier geht es einen Schritt weiter. Die haben technisch einen Führer. Sie haben einen König, aber Gott sagt durch den Propheten, sie sind trotzdem wie Schafe ohne Hirten, weil Ahab kein guter König ist, kein richtiger König. Er ist kein Hirte. Deswegen sind sie wie ohne Herrn. Also diese Idee ist nicht nur dann, wenn es keinen Führer gibt, sondern auch wenn es schlechte Führer gibt.
[16:21] Das wird jetzt noch deutlicher und zwar in Hesekiel 34. Hesekiel 34 ist vielleicht die klassische Stelle dazu. Hesekiel 34, man kann auch Jesaja noch lesen, aber wir lesen mal Hesekiel 34 und da lesen wir ab Vers 2. Da lese ich mal ein paar Verse. Hesekiel 34 Vers 2, ab Vers 2. „Menschensohn, Hesekiel 34, ab Vers 2. Menschensohn, weissage gegen wen? Gegen die Hirten Israels. Weissage und sprich zu ihnen, den Hirten: So spricht Gott, der Herr: Wehe den Hirten, die sich, was machen die? Die weiden sich selbst. Sollen die Hirten nicht die Herde weiden.“ Also die Führer Israels hier zur Zeit von Hesekiel, die kümmern sich um sich selbst und nicht um die Gemeinde.
[17:08] Vers 3: „Das Fette verzehrt ihr, mit der Wolle bekleidet ihr euch und das Gemästete schlachtet ihr, aber die Herde weidet ihr nicht. Das Schwache stärkt ihr nicht, das Kranke haltet ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verscheuchte holt ihr nicht zurück und das Verlorene sucht ihr nicht.“ Also um wen müssen sich die Hirten kümmern? Um wen müssen sie sich kümmern? Um die Schwachen, um die Verlorenen, um die Verscheuchten, um die, die zerbrochenen Herzen sind. Sondern was machen sie? „Mit Gewalt und Härte herrscht über sie.“ Die regieren einfach so von oben nach unten.
[17:39] Vers 5: „Und so haben sie sich zerstreut, weil sie ohne Hirten waren, und sind allen wilden Tieren des Feldes zum Fraß geworden und haben sich zerstreut. Auf allen Bergen und hohen Hügeln irren meine Schafe umher und über das ganze Land sind meine Schafe zerstreut, und niemand ist da, der nach ihnen fragt und niemand, der sie sucht.“ Das ist dieses Bild, das Jesus oder das von Matthäus jetzt verwendet wird. Das Volk wird zwar, die haben zwei Führer. Wer sind die Führer zur Zeit von Jesus? Die Pharisäer, die Schriftgelehrten, der Sanhedrin, aber die herrschen von oben nach unten. Die herrschen mit Gewalt und mit Lasten, aber die kümmern sich nicht um die Armen, die geistlich Armen, die Verlorenen, die Verscheuchten.
[18:25] Und dann sagt Gott in Vers 11: „Denn so spricht Gott, der Herr: Siehe, ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen.“ Also was sagt Gott mit anderen Worten? Ich komme selbst, ich werde selbst Hirte, ich werde selbst der gute Hirte.
[18:47] Vers 12: „Wie ein Hirte seine Herde zusammensucht, an dem Tag, der er mitten unter seinen zerstreuten Schafen ist, so will ich mich meiner Schafe annehmen und sie aus allen Orten retten, wohin sie zerstreut wurden, an dem Tag des Gewölks und des Wolkendunkels.“
[19:01] Vers 15: „Ich selbst will meine Schafe weiden und sie lagern, spricht Gott, der Herr. Das Verlorene will ich suchen und das Verscheuchte zurückholen und das Verwundete verbinden. Das Schwache will ich stärken, das Fette aber und das Starke will ich vertilgen. Ich will sie weiden, wie es recht ist.“ Also ihr seht hier wiederum, wie wir schon bei Hebräer gesehen haben, was ist das Ziel des Hirten? Warum hat Jesus Mitleid? Er steht hier als der gute Hirte und sieht, was? Er sieht die Schwachen, die Verlorenen, die Verscheuchten, die Verschreckten, die sieht er. Er sagt, die müssen gesammelt werden, die müssen verbunden werden, um die muss man sich kümmern.
[19:43] Heißt, wenn wir von Jesus lernen wollen, müssen wir uns die Frage stellen, wer braucht Hilfe im Volk Gottes? Wer sind die Verlorenen? Wer sind die Verscheuchten? Wer sind die Zerstreuten? Wo sind diejenigen, die Hilfe brauchen? Jesus ist dieser, deswegen sagt er: „Ich bin der gute Hirte.“
[20:07] Und er steht jetzt hier. Das heißt, er sah die Volksmenge und Matthäus, der das ja dann verstanden hat, sagt, es ist genau die Erfüllung hier von Matthäus, von Hesekiel 34. Er sah sie, sie waren wie Hirten, wie Schafe ohne ein Hirten. Sie hatten zwar Leute, die ihnen die Bibel vorlasen, aber sie hatten niemanden, der sie in ihren Sünden zurückführte zur Vergebung, die durch Jesus möglich ist. Die Pharisäer haben das Gesetz Gottes gepredigt, bis es ihnen aus den Ohren rauskam, aber sie haben ihm nicht praktisch erklärt, wie sie zu Gott kommen können, wie sie Vergebung bekommen können, wie sie wieder einen Frieden im Herzen haben können. Sie haben nicht gelernt, wie man Sünden überwindet. Und hier ist Jesus und möchte genau das für sie tun.
[20:53] Jetzt schauen wir zurück zu Matthäus 9 und dort Vers 37. Jesus wendet sich an seine Jünger. Er sieht all das Elend. Und wir haben vorhin Matthäus jetzt gesehen, was er alles gemacht hat. Und jetzt, ihr wisst ja, jede Heilung war ein Beispiel dafür, wie Jesus Sünden vergeben kann. Die ganze Bergpredigt spricht davon, wie man ein siegreiches Leben leben kann. Und er sagt, die wissen das alles nicht. So viele Menschen, die das wissen müssen. Was sagt jetzt Vers 37 zu den Jüngern? Wer mag das mal lesen?
[21:29] „Das sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter.“ Genau. Also mit anderen Worten, Jesus sagt, es gibt viel zu tun. Es gibt viele Menschen, die kennen die Kraft des Evangeliums nicht. Die wissen nicht, wie man Gottes Wort auf ihr persönliches Leben anwendet. Die meisten Leute hier kannten ja die Bibel, oder? Das wäre nicht so, dass man ihnen erklären musste, dass die Bibel Gottes Wort ist. Die kannten das, aber die hatten trotzdem, irgendwie waren die zerstreut. Die wussten irgendwie nicht, wie sie mit Gott richtig praktisch leben können. Und Jesus sagt, es gibt eine große Ernte. Mit anderen Worten, da gäbe es viel Potenzial. Viele Menschen würden die Wahrheit annehmen, wenn es nur Leute geben würde, die endlich mal nach den Verscheuchten und Verlorenen suchen, die sich die Mitleid haben, quasi.
[22:28] Nun, mit anderen Worten, von Kapitel 4 bis Kapitel 9 sehen wir nur Jesus. Jesus lehrt, Jesus heilt, er macht, er macht, er macht, er macht. Er sagt mit anderen Worten, ich bin in diesem, ich bin auch ein Mensch. Er ist Gott, aber er ist auch Mensch geworden, und zwar ganzer Mensch. Und er sagt, wenn Jesus nach, zu den Gesarinern musste, musste er in ein Schiff steigen und musste drüber fahren. Und wenn er irgendwo nach Nazareth wollte, musste er da hin laufen. Es gibt so viele Menschen gleichzeitig an verschiedenen Orten. Jesus kann nicht überall gleichzeitig sein. Er braucht Mitarbeiter.
[22:54] Hatten die Jünger schon mal dieses Bild irgendwo gehört von Jesus, von einer Ernte, die reif ist? Kannten sie dieses Bild schon irgendwo her? In den Gleichnissen, ja, Jesus hat immer von der Ernte gesprochen, ja, also von, von den Böden, nicht wahr, und dann von dem Samen, der dann bis, bis die Ernte reif ist, genau, ja, also verschiedene Gleichnisse.
[23:19] Johannes 4, die Frau am Jakobsbrunnen, genau, das war schon etliche Monate her, also über ein Jahr, wahrscheinlich, über ein Jahr, aber genau, daher kann sie das. Schauen wir mal in Johannes 4 und dort in Vers, Johannes 4 und dort Vers 35 und 36. Ihr kennt die Geschichte, ja, die Jünger waren in der Stadt sicher, ja, und wie viel Verlorene haben die gesehen, die Jünger? Kein, die sind nur Brot kaufen, die waren beim Bäcker, ja, die haben nur Augen für das Brot gehabt, ja, haben Geschäfte gemacht, die haben sich überhaupt nicht dafür interessiert, ob, wie es den Samaritanern geht, ja, ob die jetzt gerettet werden oder nicht. Und da kommt diese Frau zum Jakobsbrunnen und als die Jünger zurückgehen, sehen sie Jesus mit der Frau und wundern sich noch, was macht er da, ja, die sehen nicht die Verlorenen, aber Jesus sieht in diesen Menschen einen verlorenen, verscheuchten, verschreckten Menschen, dem er helfen will. Und der ist so verloren, so verschreckt, dem kann man, kann ich mal auf ihn zugehen, ja, er muss ihn erstmal ganz höflich fragen: „Kannst du mir helfen?“, ja, um erstmal so ein bisschen Vertrauen zu gewinnen. Und ihr kennt die Geschichte, müssen wir nicht anschauen. Innerhalb kürzester Zeit ist diese scheinbar völlig verlorene, völlig desorientierte, geistlich desorientierte Frau, die jetzt schon so viele Männer gehabt hat, ja, dass man fast schon, also, die wird zum Missionarin.
[24:46] Und jetzt schaut mal, was Jesus sagt. Wer mag mal lesen, Vers 35 und 36. „Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht die Felder an, sie sind schon weiß zur Ernte.“
[25:06] Genau. Weiß jemand von euch, was da genau in dem Moment passiert? Also, Jesus sagt ja, ihr denkt, die Ernte kommt in vier Monaten, ja, schaut in den Kalender, aber hebt mal eure Augen auf, schaut auf die Felder. Jetzt gucken die Leute, jetzt gucken die Jünger auf die Felder, ja, und denken, meine Güte, sind die Ehren schnell reif geworden oder so, ja, die schauen jetzt über die Felder und was sehen sie in dem Moment? Sie sehen aus der Stadt Sychar, kommt eine gigantische Traube von Menschen, die ganze Stadt ist auf den Beinen, ja, die kommen alle durch die Felder, warum? Weil die eine Frau als Missionarin alle zu Jesus führen will, ja, die kommen. Die Jünger sehen jetzt in den Feldern, sehen sie diese ganzen Menschen zu Jesus kommen, die jetzt da mehrere Tage mit Jesus verbringen. Und das muss sich ihnen eingebrannt haben, die Ernte, ja, Menschen sollen geerntet werden.
[25:59] Und jetzt sagt Jesus, es gibt eine große Ernte, es gibt nur wenige, die arbeiten. Gab es damals wenige, die die Bibel kannten? Ja, gab mehr als genug, ja, mehr als genug Theologen, mehr als genug Leute, die ein Eifer für was hatten, ja, die hatten Eifer gegen die Römer, die hatten Leute, die sich, die gebildete Leute, es gab alles mögliche, aber es gab wenig Leute, die ein Auge hatten für die geistlichen Nöte der anderen.
[26:33] Das ist jetzt ein ganz entscheidender Punkt. Bevor Jesus irgendjemand hier aussendet, geht es erst einmal darum zu klären, da gibt es Menschen, die haben geistliche Nöte und das muss man erstmal erkennen. Es bringt nichts, wenn wir mit fliegenden Fahnen, mit der dreifachen Engelsbotschaft auf die Leute zurennen, um ihnen zu sagen, was wahr ist. Ohne die Verlorenen zu sehen, die Verscheuchten zu sehen, die Ermatteten zu sehen und Mitleid mit ihnen zu haben. Die allererste Motivation, bevor Jesus überhaupt irgendjemanden alleine irgendwo arbeiten lässt, ist, sehen sie die große Not. Für Leute, die die Verlorenen sehen. Darum geht es. Man kann nicht, übrigens, man kann sehr schnell Leute einfach motivieren, Missionen zu machen. Ja, es ist wichtig, ja, sonst kommt er nicht in den Himmel. Jetzt macht mal, ja, und irgendwie Gemeinschaftserlebnis und lobe vorwärts. Aber das hilft nicht unbedingt immer, wenn man einfach nur Volldampf voraus und dann vielleicht die Leute noch überfährt. Jesus sucht Hirten, Hirten, die bereit sind, mit dem Löwen zu kämpfen, um so ein halbgefressenes Lamm noch aus dem Rachen zu holen, die ihr Leben dafür geben.
[27:50] Wenig Arbeiter. Ihr wisst vielleicht, der Apostel Paulus, der wollte in Korinth schon beinahe wieder gehen. Ja, und dann sagt Gott zu ihm in einem Traum: „Bleibe hier, denn ich habe viele Menschen in der Stadt.“ Ja, und Ellen White sagt uns, dass in jeder Stadt, in jeder Stadt schauen Menschen sehnsüchtig zum Himmel und hoffen und beten, dass Gott ihnen noch irgendwie die Bibel erklärt. Es gibt auch in Stuttgart, es gibt in jeder Stadt viele Menschen, die erreicht werden müssen.
[28:34] Und das heißt, bevor Jesus hier die Jünger aussendet, zeigt er erstmal das Bedürfnis, die Notwendigkeit. Das macht Gott öfter. Kennt ihr noch eine Geschichte, wo Gott erstmal das Bedürfnis betont hat, bevor er dann das Bedürfnis befriedigt hat? Wo Gott erstmal gezeigt hat, schau mal, das ist erstmal das, was du überhaupt brauchst. Mit was? Ja, ja, genau, ich weiß, 5.000, ganz genau, jawohl. Ja, da zeigt er auch das Bedürfnis, ich war mit dem Wasser, ganz genau. Es geht schon ganz am Anfang los. Bevor der Adam eine Frau bekommt, was muss er zuerst verstehen? Was zeigt Gott ihm zuerst? Er zeigt ihm erst seine Einsamkeit, er lässt ihn die ganzen Tiere benennen und dann merkt der Adam, hey, Moment, ich bin eigentlich einsam. Der versteht erst mal so richtig, was ihm fehlt und dann kommt die Lösung. Er hätte wahrscheinlich die Eva gar nicht so richtig geschätzt, wenn ihm nicht vorher richtig bewusst geworden ist, ich bin der Einzige hier, niemand ist so wie ich. Und dann sieht er sie und dann sagt er: „Das ist endlich von meinem Gebein.“ Dann schätzt er sie. Manche Dinge schätzen wir erst dann, wenn wir sehen, wie notwendig wir sie haben. Und deswegen wartet Gott vielleicht auch mit mancher Gebetserhöhung, damit wir erst einmal merken, wie notwendig wir sie haben und dann schätzen wir sie mehr. Und hier ist so ähnlich, die Jünger müssen erst einmal verstehen, was ist eigentlich das Problem, damit sie eine richtige Antwort sein können.
[29:56] Vers 38, Matthäus 9, Vers 38. Wer mag den mal lesen? „Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“ Genau. Also was ist die Lösung? Es gibt viel zu tun, wenig Mitarbeiter. Was ist Jesu Vorschlag? Betet. Bittet den Herrn der Ernte. Sie sollen beten. Hat Jesus schon gewusst, wen er senden will? Natürlich hat er das gewusst, aber er wusste, wenn sie erst einmal darum beten, was macht das Gebet mit ihnen? Das macht sie selbstbereiter. Manchmal fragt man sich, warum sollen wir beten für die Erlösung eines anderen, warum sollen wir beten für dies und jenes, wenn Gott es doch sowieso weiß und er sowieso alles tut. Also wenn ich jetzt bete, dass x, y doch zu Gott findet, dann muss ich doch Gott nicht überzeugen, sich mehr anzustrengen. Gott macht doch sowieso alles. Warum bete ich? Weil je mehr ich darum bete, ich selbst mich verändere und Teil der Lösung sein kann.
[31:15] Der Herr schreibt, das Gebet hebt uns zu ihm empor. Ganz genau, das Gebet hebt uns zu ihm empor. Übrigens hat Jesus selbst gebetet, bevor er die Apostel ausgewählt hat? Ja. Die ganze Nacht. Für Jesus selbst war das keine Kleinigkeit. Ihr wisst auch, bevor Paulus und Barnabas ausgesandt wurden, hat die Gemeinde auch gebetet um den Heiligen Geist.
[31:42] Ja, ich denke an Jesaja. Als Jesaja wurde berufen, da fragte Gott: „Wen soll ich senden?“ Manchmal hat Gott auch die Frage gestellt und dann: „Ich bin da, sende mich.“
[31:51] Ganz genau. Schaut mal, das Ganze war eine Verheißung in Jeremia 3 und dort Vers 15. Gott hatte das verheißen, sie sollten um etwas beten, was Gott sowieso schon versprochen hat. Wie immer das eigentlich mit echtem Gebet ist. Wir sollen das beten, was Gott versprochen hat.
[32:06] Jeremia 3, Vers 15. Wer mag den mal lesen?
[32:13] „Und ich will euch Hirten nach meinem Herzen geben, die sollen euch weiden mit Erkenntnis und Einsicht.“
[32:21] Ganz genau. Gott hatte versprochen: „Ich will euch Hirten geben.“ Wir müssen Gott nicht überzeugen und sagen: „Bitte, bitte, wir brauchen jemanden.“ Und Gott sagt: „Ach, ich weiß nicht genau.“ Nein, er sagt: „Ich will das geben.“ Also, wenn wir eine echte Gebetserhöhung haben wollen, es gibt mehrere Gebete, von denen können wir wissen, dass Gott sie erhört. Also in unserem Sinne. Also wenn ich darum bete: „Gott, ich möchte einen Ferrari haben“, wird es wohl nichts werden. Wenn ich darum bete: „Herr, ich möchte gerne aus dem Gefängnis befreit werden“, kann passieren, kann nicht passieren. Wenn ich aber darum bete: „Herr, vergib mir meine Sünden“, wird es immer beantworten. Wenn ich darum bete: „Herr, bitte gib der Gemeinde gute Hirten“, hat er versprochen, das möchte ich gerne tun.
[33:08] Nun, das Interessante ist, er sagt ja, bittet den Herrn der Ernte, dass er was tue mit den Arbeitern, dass er die Arbeiter, was tue mit denen, ja genau, welches Verb steht da, welches Tätigkeitswort, was soll er mit denen machen? Aussenden. Aussenden klingt so ein bisschen wie eine Gesandtschaft, ja, so senden. Das Griechische ist sehr viel stärker. Das Griechische heißt Ek-Ba-Le. Und das kann man sich fast ein bisschen zusammenreimen, nämlich Ek ist aus oder hinaus und Ba-Le, das kommt von, das deutsche Wort kennt ihr, Ball, oder was machen wir mit dem Ball? Den werfen, eine ballistische Kurve, so rund, eine geworfene Kurve.
[33:47] Ek-Ba-Le heißt rauswerfen. Rauswerfen, also nicht im Sinne von weg mit euch, sondern im Sinne von, oh, die Not ist so groß, ich muss jemanden an die Front werfen, sozusagen, ja. Das sagt man ja manchmal so, man hat ihn an die Front geschmissen, ja, weil wenn in einer Schlacht, ja, der General sieht, oh je, da wird es ganz, ganz eng, dann sagt er nicht: „Könnte jemand von euch vielleicht bitte gehen?“ Und dann werden die so gesandt? Nein, die werden förmlich da reingeworfen in die Schlacht, ja, die werden so reingeschmissen. Und das ist, was Jesus sagt, die Lage ist so ernst, es gibt so viel geistliche Not, so wenig von denen, die es machen sollten, helfen den Menschen.
[34:33] Bittet Gott, dass er Leute in sein Werk hineinschmeißt, förmlich, das ist, was Jesus sagt. Bitte darum, dass Leute an die Front, an die Geister, dort, wo die Menschen wirklich Hilfe brauchen, dass es dort Menschen gibt, ja, es ist verzweifelt, die Situation.
[34:49] Was meint ihr, haben die gebetet? Also, selbstverständlich haben sie gebetet und die Gebetserfahrung, die Gebetserhöhung kam schneller, als sie gedacht haben.
[35:00] Wollen wir heute enden. In Matthäus 10 Vers 1, da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. Nächste Woche werden wir uns genauer anschauen, was jetzt dann alles kommt, nicht wahr, mit der Liste und was sie alles tun sollen und so weiter. Aber interessant ist ja Folgendes, gab es die Jünger schon, die Zwölfer Apostel schon vorher als Zwölfer Apostel? Ja, wo wurden die Zwölfer Apostel als Zwölfer Apostel ausgesondert? Vor der Bergpredigt, ja, das war an dem Tag der Bergpredigt, ja, als am frühen Morgen, da wurden die ordiniert. Die waren schon Apostel.
[35:42] Schauen wir mal in Markus 3, Markus 3 Vers 13 bis 15, da lesen wir nämlich das genau so. Markus 3 Vers 13: „Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte, und sie kamen zu ihm. Und er bestimmte zwölf, die bei ihm sein sollten und die er aussandte, um zu verkündigen und die Vollmacht haben sollten, die Krankheiten zu heilen und die Dämonen auszutreiben.“
[36:11] Jesus hat zwölf bestimmt, für welche Aufgabe, was waren die beiden, also was sollten die tun? Ja genau, also sie sollen ausgesandt werden und vorher sollten sie bei ihm sein. Das heißt, die Zwölfer Apostel wurden nicht ausgewählt im Sinne von heute werdet ausgewählt und jetzt ab mit euch, sondern die erste Vorbereitung war, sie sollten bei ihm sein.
[36:31] Sie sollten einfach Schritt für Schritt ihn verfolgen.
[36:38] Ellen White sagt, die Apostel waren Mitglieder der Familie Jesu. Was haben die eigentlich gemacht die ganze Zeit, bevor sie ausgesandt worden sind? Was haben die denn gemacht? Haben noch was gemacht?
[36:51] Schaut mal, das ist ganz interessant, was Ellen White sagt. Sie sagt, die Apostel waren seine Familie. Sie hatten ihn begleitet, auch wenn er gereist ist. Sie haben mit ihm die Schwierigkeiten geteilt. Sie haben auf seine Predigten gehört. Sie sind mit ihm gelaufen, haben mit ihm gesprochen, haben von seiner täglichen Instruktion viel gelernt. Wenn Jesus den großen Menschenmengen geholfen hat, die sich um ihn herum versammelt haben, waren seine Jünger seine Helfer. Sie haben immer das getan, was er sie gebeten hat und haben seine seine Arbeit erleichtert. Sie haben ihm geholfen, die Menschen zu arrangieren. Sie waren quasi so ein bisschen Saaldiakone. Wenn er irgendwie so die 5000 Leute war, hat er gesagt: „Also ihr mal hier und jetzt stellt euch mal hier hin.“ Also der Petrus hat dann irgendwie Leute da organisiert und der Johannes da.
[37:42] Weiter heißt es, sie haben die Leidenden zu Jesus gebracht. Also wenn sie jemand gesehen haben, der da irgendwie mit einem gebrochenen Fuß ist oder so, dann haben die die zu Jesus gebracht. Die waren also quasi seine Zuarbeiter. Die haben die ganze Zeit schon mit ihm gearbeitet, aber immer mit Jesus zusammen. Sie haben nach interessierten Zuhörern Ausschau gehalten. Also wenn Jesus gepredigt hat, große Volksmenge, waren die Jünger dabei und haben geguckt, okay, wer ist sehr interessiert, wen könnten wir persönlich ansprechen. Dann sagt sie, sie haben diesen Interessierten die Schriften erklärt und in verschiedenen Arten und Weisen für ihr geistliches Wohl gesorgt. Sie haben gelehrt, was sie von Jesus gelernt haben und haben jeden Tag eine tiefere Erfahrung gehabt. Also die Idee ist, die waren quasi seine Helfershelfer. Die haben alles organisiert, praktisch und auch haben dann quasi die Nacharbeit gemacht. Aber sie waren bisher immer quasi nur ihm hinterher gefolgt.
[38:30] Und dann sagt sie Folgendes, sie brauchten allerdings auch eine Erfahrung im Alleinarbeiten. Warum? Weil Jesus bald nicht mehr da sein würde. Und das ist, was jetzt kommt. Sie hatten schon mit ihm zusammengearbeitet, haben ihm geholfen, haben Sachen organisiert, aber Jesus hat gewusst, die müssen jetzt auch mal auf eigenen Füßen stehen. Und dazu gibt er ihnen jetzt Vollmacht. Die haben sie vorher noch nicht so gebraucht, weil alle Vollmacht war bei Jesus. Sie mussten nur die Menschen zu Jesus bringen. Aber jetzt braucht diese Vollmacht. Sie waren mit Jesus, aber jetzt würden sie ausgesandt werden und dazu brauchten sie eine Kraft, die über das hinausging, was sie bisher gehabt haben. Das ist das Gleiche auch in der Apostelgeschichte. Jesus sagt, bevor und nachher.
[39:30] Warum sie das gemacht haben? Weil sie offensichtlich, wie wir alle oft, ein bisschen begrenzt waren in ihrem Gesicht. Also sie oft Fehler gemacht haben, nicht wahr? Und das wäre das Ding. Jesus hat sie quasi an seiner Seite gehabt, um ihnen dann zu sagen: „Schaut mal her, das habt ihr jetzt so und so gemacht, aber eigentlich müsste man das so und so machen.“ Das war auch der Grund, warum er sie dann ausgesandt hat, weil damit sie auch Fehler machen können, ihm berichten können und dass er sagen kann: „Übrigens, nee, ich habe das anders gemeint, so und so.“ Also die Jünger, das merkt man ganz oft, die haben zwar ihr Bestes oft gegeben, aber oft nicht alles richtig verstanden. Und nur je mehr sie mit Jesus waren, desto besser haben sie ihn begriffen. Auch wurden ihre Methoden immer besser. So ist es mit uns auch, oder? Also, ja.
[40:07] Eine ähnliche Geschichte haben wir mit Elisa und Elia und ich habe vor kurzem gelesen, dass Elisa, der hat nur gewaschen, also die Hände, oder wie man sagt, ja, und Elisa wurde dann berufen anstatt von Elia und zuerst musste er eigentlich beobachten und sein Mitarbeiter hat später übernommen diese Aufgabe. Ja, ganz genau.
[40:29] Schaut mal, und damit enden wir jetzt. Diese Apostel sind schon seit etlicher Zeit jetzt Apostel, aber sie sind Apostel, sie wissen schon, wir werden irgendwann mal ausgesandt werden, aber bisher haben sie nur bei ihm, mit ihm zusammengearbeitet. Und jetzt kommt der Moment, wo Jesus sagt: „Pass auf, es gibt so viel zu tun, ich werde euch jetzt mal alleine losschicken und zwar werde ich euch dazu Vollmacht geben, zum Predigen, zum Heilen, zum Lehren, ja, für all das, über die Dämonen, über die Krankheiten, werdet Vollmacht bekommen.“
[40:57] Was sagt Jesus in der Apostelgeschichte? Wann sollen die Jünger losziehen von Jerusalem nach Judäa, nach Samaria bis ins Ende der Welt? Wenn sie genau schaut in Apostelgeschichte 1, Vers 8, das sieht man ganz deutlich. Gott wünscht sich nicht, dass Leute einfach losrennen, ohne dass sie irgendwie drüber nachgedacht haben. Vers 8 heißt es: „Sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria bis ans Ende der Welt.“
[41:30] Jesus hat auch nach der Auferstehung erst mal mit den Jüngern wieder zusammengearbeitet, ja, dann sollten sie beten, nicht wahr, sollten beten und dann würde die Kraft kommen und dann ging es in die ganze Welt. Das Gleiche haben wir hier auch, sie waren mit Jesus, sie sollten beten, dann kam die Kraft für ihre Missionsreise und dann ging die Missionsreise los. Nächste Woche schauen wir uns die Missionsreise an oder die Instruktion und es wird sehr interessant werden, aber wir können für heute lernen: Jesus sucht Menschen, die einen Blick haben für die Verlorenen, einen Blick haben für die geistlichen Nöte, einen Blick haben für die Verwundeten, die bereit sind, diesen zu helfen.
[42:08] Wollen wir solche Menschen sein? Wir lassen uns gemeinsam beten.
[42:20] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir von Jesus lernen können und danke, dass du gerne mit uns zusammenarbeitest, obwohl wir oft so viele Fehler machen, so viele Schwächen haben, so viele Dinge verkehrt sehen, dass du trotzdem Geduld genug hast und Liebe genug, uns immer wieder neu anzuleiten, uns immer wieder zu vergeben, unsere rauen Kanten abzuschleifen, dass wir immer mehr so werden wie du. Herr, bitte schenk uns so einen Blick für die Verlorenen und Verscheuchten, für die, die zerstreut sind, damit wir so arbeiten, wie Jesus gearbeitet hat. Das bitten wir in seinem Namen. Amen.
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