[5:00] und in der Nacht vor Frost und der Schlaf floh von meinen Augen. Er beschreibt hier, dass er als Hirte für die Schafe verantwortlich war, und zwar Tag und Nacht. Und dass er kaum geschlafen hat. Das war offensichtlich so ein bisschen die Aufgabenbeschreibung eines Hirten. Wenn es heißt, die Hirten waren in der Nacht auf dem Feld, dann ist das keine romantische Darstellung, dass sie einfach Lagerfeuer gemacht haben und das Leben genossen haben. Das war ein harter Job, harte Arbeit, und wahrscheinlich haben sie sich auch etwas Schöneres vorgestellt, als dort in der Kälte nachts draußen zu sein. Und es stimmt schon, wir sagen ja immer, Jesus kann nicht im Winter geboren worden sein, weil es zu kalt draußen gewesen ist. Das stimmt schon, aber die Hirten haben wohl einiges an Kälte auch abbekommen.
[5:51] Jetzt gehen wir zurück zu Lukas und schauen uns mal an, was passiert. Die Hirten sind in derselben Nacht auf dem Feld. Sie bewachen die Herde in der Nacht und es heißt in Vers 9, das ist ja ziemlich bekannt: Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr.
[6:15] Nun, warum ist der Engel des Herrn ausgerechnet zu diesen Hirten gekommen? Abgesehen davon, dass es ein Hinweis ist auf David, den Hirten von Bethlehem. Überlegen oder vorstellen, warum es ausgerechnet diese Hirten sind, die jetzt von dem Engel die Nachricht erhalten. Man kann sich vorstellen, wie der Engel durch ganz Juda geflogen ist, durch Jerusalem und gesucht hat nach jemandem, der wirklich Interesse hat. Es gab ja Prophezeiungen, die deutlich gemacht haben, wann Jesus als Messias kommen würde, wo er geboren werden würde, welche Umstände dabei eine Rolle spielen würden. All das war ja prophezeit worden, aber es gab so gut wie niemanden, den es überhaupt interessiert hat. War alles in der Bibel, aber kaum jemand war überhaupt damit beschäftigt, das zu studieren.
[7:19] Lass mal deinen Finger hier drin. Dann geht man mit mir zu Maleachi, Maleachi Kapitel 3 und dort Vers 16. Das ist eine ganz interessante Verheißung. Im Buch Maleachi, als ich in Malaysia war, haben wir gerade ein Seminar gegeben über Habakuk und Maleachi. Das Buch Maleachi ist sehr spannend, weil es beschreibt eine Situation im Volk Gottes, ganz ähnlich wie das Volk Laodizea. Aber es gibt ein paar Übrige, ein paar, die wirklich treu sind. Schaut mal in Vers 16, was dort steht. Also da beschreibt es, wie Menschen, die wirklich nur an Gott festhalten, die treu sind, miteinander reden und Gott hört es und notiert sich das.
[8:19] Und so ähnlich muss man sich das vorstellen, dort draußen in der Nacht. Da gab es noch ein paar wenige Juden, die wirklich auf die Erscheinung des Messias gewartet haben und sie haben miteinander gesprochen. Und der Herr hat es gehört, der hat es gesehen und in dem Fall hat er nicht einfach das nur aufgeschrieben, sondern er hat ihnen die Botschaft gebracht. Die Hirten wurden darüber informiert, dass der Hirte gekommen ist, der wahre Hirte.
[8:47] Jetzt, es heißt, der Engel des Herrn trat zu ihnen. Wo hatten wir in Lukas schon mal Geschichten gesehen, wo ein Engel sich den Menschen offenbart hat? Der Gabriel hatte sich wem offenbart? Dem Daniel schon, genau. Und im Lukas-Evangelium, wo? Dem Mann von Elisabeth, das ist Zacharias, genau. Und der Maria. Das ist also das dritte Mal, dass ein Engel kommt, das ist ganz interessant. Das erste Mal kommt der Engel zu Zacharias, das zweite Mal kommt der Engel zu Maria, jetzt das dritte Mal kommt er zu den Hirten.
[9:31] Und es heißt, die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie. Jetzt, was versteht die Bibel unter der Herrlichkeit des Herrn? Ihr müsst euch das vorstellen, wenn es heißt, die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie. Weil nicht nur die Herrlichkeit des Engels, sondern die Herrlichkeit des Herrn. Was sollen wir uns da vorstellen? Das ist der Engel des Herrn, ja. Also das könnte schon gerade gewesen sein. Das ist jetzt kein Argument. Also Engel des Herrn wird ja oft auch verwendet für Jesus selbst. Nur der kann es nicht sein, weil der liegt gerade in der Krippe. Also in dem Fall wird es wirklich ein Engel gewesen sein, ja. Ein Engel des Herrn, das stimmt, ja, das ist ein Engel des Herrn.
[10:21] Also, was ist die Herrlichkeit? Also ihr kennt die Geschichte von Mose, wo Gott bittet: Zeig mir deine Herrlichkeit. Und Gott sagt: Meine Güte und meine Gnade und meine Barmherzigkeit. Das heißt von Jesus, dass wir seine Herrlichkeit, Johannes sagt, wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die eines Eingeborenen voller Gnade und Wahrheit.
[10:43] Schaut mal in 2. Mose 40. 2. Mose 40 und dort Vers 34 und 35. Das ist ganz interessant. 2. Mose 40, Vers 34 und 35. Da heißt es: Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung. Und Mose konnte nicht in die Stiftshütte gehen, weil die Wolke darauf ruhte und die Herrlichkeit des Herrn die Wohnung erfüllte. Als Mose sieht, dass die Herrlichkeit des Herrn die Stiftshütte erfüllt, dann war das ein ganz außergewöhnliches Ereignis.
[11:31] Lasst mir euren Finger noch hier drin, oder ihr könnt den Finger an Lukas lassen. Und geht noch zu 1. Könige 8. 1. Könige 8. Genau, 1. Könige 8 und dort Vers 11. Ganz ähnliche Geschichte. Also bei Mose, als die Stiftshütte aufgebaut worden ist, da heißt es, die Herrlichkeit des Herrn hat den Tempel, also die Stiftshütte erfüllt, das Heiligtum. Und jetzt hier in 1. Könige 8, Vers 11 heißt es: Sodoass die Priester wegen der Wolke nicht hinzutreten konnten, um ihren Dienst zu verrichten, denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn.
[12:15] Also wiederum sehen wir, die Herrlichkeit des Herrn erfüllt den Tempel. Hier gibt es einen von Menschenhand gemachten Tempel, eine Stiftshütte, ein Gebäude, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllt das Gebäude. Gibt es da irgendeine Parallele zu Lukas? Gibt es in Lukas 2 auch das, dass die Herrlichkeit des Herrn sich irgendwo? Also bei Mose kommt die Herrlichkeit des Herrn in die Stiftshütte hinein. Bei Salomo kommt die Herrlichkeit des Herrn in den Tempel hinein. Und in Lukas 2? In Lukas 2, Vers 8 sind wir einfach, die Herrlichkeit umleuchtet sie. Aber im ganzen Kapitel Lukas 2, da kommt die Herrlichkeit des Herrn, kommt in den menschlichen Körper von Jesus.
[13:18] Unser Körper ist ja ein, was? Es ist ein Tempel. Die Herrlichkeit des Herrn offenbart sich. Und als die Herrlichkeit des Herrn sich in der Stiftshütte offenbart, war das schon ein großes Ereignis. Als sie sich im Tempel offenbart, war es ein gigantisches Ereignis. Aber hier offenbart sich die Herrlichkeit in einer Krippe. Das ist das größte Ereignis von allen.
[13:40] Vielleicht ganz kurz zu Jesaja, nur dass ihr seht, dass wirklich die Menschwerdung Jesu tatsächlich mit diesem Wort Herrlichkeit verknüpft ist. Jesaja 40 und dort Vers 5. Jesaja 40 ist diese berühmte Stelle, wo es heißt, dass der Rufende in der Wüste seine Stimme erhebt. Ich bereite den Weg für den Herrn. Und da heißt es in Vers 5, Jesaja 40, Vers 5: Und die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen. Denn der Mund des Herrn hat es geredet.
[14:26] Also, Johannes der Täufer sollte den Weg bereiten, weil die Herrlichkeit des Herrn sich offenbaren würde. Das heißt, die Herrlichkeit, die die Hirten sehen und die die Hirten umleuchtet, ist eigentlich nur ein Hinweis auf die wahre Herrlichkeit, die nicht durch Licht gemessen wird. Die wahre Herrlichkeit, die hat sich offenbart da im Stall. Und die Hirten werden angeleuchtet, um darauf aufmerksam gemacht zu werden. Jesus kommt auf die Erde, und das ist die wahre Herrlichkeit.
[14:56] Jetzt gibt es in der Offenbarung auch irgendwo eine Stelle, wo die Herrlichkeit sich offenbart, die Herrlichkeit Gottes. Gibt eine Stelle, die euch vielleicht einfällt, wo die Herrlichkeit Gottes eine Rolle spielt in der Offenbarung? Wo alles erleuchtet wird. Das stimmt, auf der neuen Erde gibt es nur noch Licht, keine Finsternis.
[15:34] Schon ein bisschen vorher, schaut mal in Offenbarung 18 und dort Vers 1. Offenbarung 18, Vers 1. Da heißt es: Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte eine große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit. Die Herrlichkeit Gottes erleuchtet die gesamte Erde. Weil am Ende der Zeit der Charakter Gottes sich widerspiegelt im Heiligtum, in den Menschen seines Volkes.
[16:13] Das heißt, diese Idee von der Herrlichkeit Gottes ist eine, die die ganze Bibel durchzieht. Und als die Hirten angeleuchtet werden von der Herrlichkeit Gottes, sollte das hinweisen auf die eigentliche Herrlichkeit Gottes, den Charakter Gottes, der sich hier offenbart.
[16:28] Wir haben gelesen, die Hirten merken, dass sie angeleuchtet werden und sie fürchten sich. Kennt ihr noch mehr Geschichten in der Bibel, wo Menschen, die angeleuchtet werden von der Herrlichkeit Gottes, anfangen, sich zu fürchten? Saulus, nicht wahr? Als er von der Herrlichkeit Gottes angeleuchtet wird auf dem Weg nach Damaskus, hat er sich sehr gefürchtet. Noch jemand? Mose, als er die Herrlichkeit Gottes widergespiegelt hat in seinem Angesicht, haben sie sich gefürchtet. Sie haben sogar ihn gezwungen, ein Tuch aufs Haupt zu legen. Noch jemand? Johannes, Daniel, Jesaja im Tempel, als er die Herrlichkeit Gottes gesehen hat. Elia, wo genau? Ja, es steht nicht explizit, dass er sich gefürchtet hat. Zacharias, nur ein Kapitel vorher, das ist die gängige Reaktion, haben wir damals bei Zacharias schon gesehen.
[17:26] Schauen wir mal in Lukas, was sagt der Engel? Der sagt das, was die Engel immer sagen an der Stelle, nämlich: Vers 10: Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nichts. Denn siehe, ich verkündige euch eine große Freude. Vielleicht habt ihr auch die Anmerkung, das Griechische heißt wörtlich: Ich evangelisiere euch. Weil Evangelium heißt wörtlich übersetzt, Evangelium heißt frohe Botschaft. Ich evangelisiere euch, heißt also, ich bringe euch eine frohe Botschaft. Also, wenn ihr gedacht habt, das Wort evangelisieren kommt der Bibel nicht vor, hier kommt es vor. Der Engel kommt, um sie zu evangelisieren, um sie mit der guten Nachricht vertraut zu machen.
[18:16] Ich verkündige euch eine große Freude. Übrigens, Finger wieder drin lassen, Jesaja 61 und dort Vers 1. Simpler Punkt, aber wichtiger Punkt. Jesaja 61, Vers 1. Wer spricht in Jesaja 61, Vers 1? Gott, genau. Noch etwas konkreter. Es heißt ja, der Geist des Herrn, des Herrschers ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Eine Prophezeiung auf. Jesus, genau. Also hier spricht Jesus.
[19:00] Der Geist des Herrn, des Herrschers ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkündigen. Das Evangelium. Also Jesus predigt das Evangelium. Der Engel predigt das Evangelium. Die Apostel haben dann später was gepredigt? Das Evangelium. Evangelisation bedeutet, das zu predigen, was Jesus gepredigt hat. Jemandem eine gute Nachricht bringen. Ihn zu evangelisieren.
[19:36] Jetzt, für wen ist die gute Nachricht gemäß Lukas 2? Diese Evangelisation. Für wen gilt sie, die gute Nachricht? Schaut in den Text. Das stimmt, aber das steht nicht da. Was steht im Text? Wem gilt sie? Dem ganzen Volk. Das heißt, Gott hat eine gute Nachricht, eine frohe Botschaft, ein Evangelium für das ganze Volk. Und wie viel hören die Botschaft? Ein paar Hirten. Interessante Idee, dass Gott gute Nachrichten hat, und die meisten hören sie doch nicht, weil sie gar nicht bereit sind, sie hören zu wollen. Alle hätten sie hören können. Die Engel hätten ja über ganz Jerusalem singen können. Es hätte dann nie eine Geschichte gegeben von den Hirten auf dem Feld, sondern es hätten alle mitbekommen. Das war Gottes originaler Plan. Diese romantische Geschichte von den Hirten auf dem Feld mit dem Lagerfeuer und dann kommt der Engel, ist eigentlich nur die Notsituation, weil der Engel niemand anders gefunden hat.
[20:48] Gott hat eine gute Nachricht und die meisten wollen sie nicht akzeptieren, wollen sie nicht hören, aber doch gilt sie dem ganzen Volk. Und das ist natürlich ein interessantes Prinzip für uns, weil wir auch evangelisieren, oder? Wir sind auch wie der Engel von Gott gesandt, um den Menschen in der Finsternis zu sagen: Euer Retter kommt. Wo wird unser Evangelium beschrieben? Unsere gute Nachricht. Die Engelsbotschaft gilt für alle vier Generationen, Stämmen und Sprachen, aber wieder ist das gleiche Prinzip, die allermeisten wollen sie nicht hören. Und so wie der Engel fliegen musste, um endlich dort Menschen zu finden, die offen waren, so müssen auch wir die Menschen finden, die offen sind. Man kann so einiges lernen von diesem Engel.
[21:40] Ihr habt es schon gemerkt, es war ein erster Engel Zacharias, es war ein zweiter Engel für Maria, es war ein dritter Engel für die Hirten. Das ist ganz interessant. Jetzt kommen wir gleich noch weiter dazu. Vers 11.
[22:00] Jetzt gibt es einige Schlüsselbegriffe. Was sind die Schlüsselbegriffe in diesem Vers? Der Retter. Stadt Davids. Stadt Davids ist natürlich Bethlehem, und das war ein Hinweis auf den Sohn Davids. In der Stadt Davids wird der Sohn Davids geboren. Die Juden warteten auf den Sohn Davids. Er ist der Retter und er wird auch genannt der Christus. Das ist auf Hebräisch der Gesalbte, der Messias, also Daniel 9.
[22:30] Also mit einem Vers sagt der Engel all die Probleme. Also mit einem Vers sagt der Engel: All die Prophezeiungen haben sich heute erfüllt. Der Retter ist da, der Christus ist da, der Herr ist da, der Sohn Davids ist da.
[22:47] Schaut mal in Jesaja 9, wo eine dieser Prophezeiungen sich findet. Jesaja 9 und dort Vers 5 und 6. Eine Verheißung, die offensichtlich den Hirten zumindest gut bekannt war. Sie haben sich für die Bibel interessiert. Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Ewigvater, Friedefürst. Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, das er gründete und festigte mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des Herrn der Herrscharen wird dies tun.
[23:44] Hier habt ihr den Thron Davids, das Königreich Davids. Was der Engel gesagt hat, war nichts anderes als: Das Königreich Gottes erfüllt sich vor euren Augen. Das ist ja das, was Jesus gepredigt hat: Das Reich Gottes ist nah herbeigekommen. Tubus, der Sohn, der uns gegeben worden ist.
[24:03] Bringt uns interessante Gedanken. Nur als Exkurs, ganz kurz. Schaut mal mit mir in Maleachi. Da kann man sehr schön sehen, dass es tatsächlich eine ganz enge Verbindung gibt zwischen der Lebenszeit von Jesus auf der Erde und unserer Zeit. In Maleachi Kapitel 3, Vers 1. Schaut mal. Siehe, ich sende meinen Boten, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr begehrt. Siehe, er kommt, spricht der Herr der Herrscharen.
[24:52] Von wem spricht das hier in Vers 1? Spricht von Johannes. Noch von jemandem? Also, wer ist Johannes hier? Mit welchem Wort wird Johannes beschrieben? Der Wegbereiter, der Bote. Übrigens, dort steht auch im Hebräischen Maleachi. Ich sende meinen Maleachi, weil Maleachi heißt mein Bote, mein Botschafter. Ist Johannes auch der Bote des Bundes? Es ist Jesus.
[25:30] Wann ist denn Jesus zu seinem Tempel gekommen? Also, Johannes der Täufer hat den Weg bereitet für Jesus, der auf dieser Erde zu seinem Tempel kam. Bei seiner Weihe, als er mit zwölf Jahren im Tempel war, also dann bei der Tempelreinigung. Er ist mehrmals zu seinem Tempel gekommen. Das ist der Beginn des Reiches Gottes, als er am Kreuz gestorben ist.
[26:03] Wann ist Jesus nochmal zu seinem Tempel gekommen? Unerwartet. Wie es hier heißt, plötzlich. Schaut mal in Vers 5. Ich werde mich euch nahen zum Gericht und will ein schneller Zeuge sein. Und in Vers 3 heißt es: Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen. Er wird die Söhne Levis reinigen. Also, wann ist Jesus nochmal zum Tempel gekommen, um zu reinigen und zu richten? Genau, das Untersuchungsgericht. Und der Vers ist auch eine Prophezeiung auf den Beginn des Gerichtes. Und auch dort gibt es wieder Boten, die den Weg bereiten.
[26:56] Das heißt, es gibt einmal das Reich Gottes, das sogenannte Reich der Gnade, das am Kreuz etabliert worden ist. Und dann gibt es das Reich der Herrlichkeit, wo Jesus einmal in Herrlichkeit herrschen wird. Beginnt mit der Wiederkunft und eingeleitet durch das Untersuchungsgericht. Und deswegen ist tatsächlich, wie du richtig gesagt hast, die Ankündigung von Jesu Geburt vergleichbar mit der Ankündigung von Jesu zweitem Kommen. Das sind sehr enge Parallelen.
[27:27] Also, sie sagen den Hirten: Der Retter ist da. Übrigens, nur ganz kurz, das ist ein sehr schöner Text in Titus 3, Vers 4. Da wird sehr deutlich, dass dieser Begriff Retter ein sehr weitreichender Begriff ist. Titus 3 und dort Vers 4. In Titus 3 und dort Vers 4. Da heißt es: Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien.
[28:10] Habt ihr das auch? Titus 3, Vers 4. Dort wird Gott als unser Retter bezeichnet. Und das ist ein Zusammenhang, der in der Bibel ganz oft dargestellt wird. Als also der Engel Jesus als den Retter bezeichnet, hat er ihn eigentlich auch als Gott bezeichnet. Das war der Begriff, der für Gott verwendet wird. Und ihr wisst, das haben wir schon gelesen, Matthäus 1, Vers 21. Jesus hieß Jesus, weil er der, was heißt Jesus übersetzt, der Retter ist. Der Retter von den Sünden.
[28:48] Jetzt stellt euch vor, ihr seid einer von diesen Hirten und ihr seht diesen Engel jetzt kommen und er erzählt euch: Der Retter ist da, der Messias, der Sohn Davids in der Stadt Davids. Heißt also, er wird auch den Thron Davids einnehmen. Was haben die wahrscheinlich gedacht, was jetzt passieren würde? Demnächst. Womit haben die wahrscheinlich, ich meine, wir kennen die Geschichte, wir wissen, wie es weitergeht, aber womit haben die wohl gerechnet, als der Engel ihn ankündigt: Der Retter ist da?
[29:28] Ja, sie haben wahrscheinlich, sie haben ja immer auf diesen Helden gewartet, der die Römer vertreibt. Sie haben auf diesen Helden gewartet, der als König Israel wieder zu großem Glanz bringt. Und es ist fast so, als ob der Engel bewusst ihre falschen Erwartungen dämpft, wenn er im nächsten Vers sagt: Ich werde euch zeigen, woran ihr den Herrscher erkennen könnt. Ich werde euch zeigen, woran ihr den Christus, den Herrn, den Retter erkennen könnt.
[29:52] Woran wird man ihn erkennen? Vers 12. Das ist ungefähr der größte Kontrast zu dem, was sie sich vorgestellt haben. Und der Retter aus dem Geschlecht Davids, der Christus, der König, ist in Wirklichkeit ein Kind in Windeln gewickelt und das noch nicht mal in einer schönen Wiege, sondern in einer Krippe. Also zwischen Vers 11 und 12 ist der größtmögliche Widerspruch.
[30:28] Übrigens, es gibt eine Prophezeiung im Alten Testament, die andeutet, dass Jesus so unscheinbar kommt, wie nur irgendwie denkbar. Und zwar in Jesaja 53. Jesaja 53 ist uns relativ gut bekannt, weil wir dort ja sehen, wie Jesus für uns die Sünden auf sich genommen hat. Aber es gibt ein Vers dort, den wir manchmal nicht so sehr bedenken, und zwar in Vers 1 und 2. Jesaja 53, Vers 1 und 2. Da heißt es: Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und dem Arm des Herrn, wem ist er geoffenbart worden? Er wuchs auf vor ihm wie ein Reis oder wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Und da heißt es: Er hatte keine Gestalt, keine Pracht, wir sahen ihn, aber seine Anblicke fielen uns nicht auf.
[31:24] Die Idee ist hier, also aus welchem Gebiet des Lebens kommt das hier? Diese Begriffe Schössling, Wurzelspross, dürres Erdreich. Was für eine Bildersprache ist das? Landwirtschaft, das ist so Pflanzenwachstum. Und wie wächst die Pflanze am Anfang? Also hier in diesem Vers, wie kommt sie hervor? Was stellt sich einem Schössling vor, einem Wurzelspross aus dürrem Erdreich? Schwach, kaum bemerkbar. Wahrscheinlich würde man der Pflanze nicht viel Überlebensdauer geben, wenn sie im dürren Erdreich emporwächst.
[32:01] Und das ist eine Prophezeiung darauf, dass Jesus eben nicht mit Pauken und Trompeten kommen würde, sondern schwach, unscheinbar, so dass man der Verkündigung kaum glauben möchte. Wenn man jetzt das Kind dort sieht, zwischen Kuh und Esel, möchte man es kaum glauben, dass das der Retter ist, der König, auf den das Volk Gottes seit Jahrhunderten gewartet hat. Deswegen die Frage: Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? Die meisten haben es nicht geglaubt.
[32:32] Und doch sind diese Hirten anders. In Lukas 2 heißt es dann, und das ist natürlich eine der berühmtesten Stellen. Es ist fast so, als ob die Engel eigentlich von vornherein vorgehabt haben, alle zu singen, aber sie wahrscheinlich sich gedacht haben, wenn wir gleich alle jetzt auf einmal reinplatzen, dann ist das zu viel, da fallen die dann halbtot um. Und da haben sie einen vorgeschickt, der erst mal sie darauf vorbereitet hat, und als sie sich dann an das Licht gewöhnt haben von dem einen, und er ihnen erklärt hat, worum es geht, dann konnten irgendwann die Engel nicht mehr an sich halten. Das musste einfach herausbrechen.
[33:18] In Vers 13: Und plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Welche anderen großen Ereignisse in der Bibel sind uns erwähnt, wo all die Engel gegenwärtig sind? Die Herrscharen des Himmels. Welche anderen großen Kernereignisse, so Schlüsselereignisse in der Bibel? Bei der Wiederkunft zum Beispiel haben wir alle Engel dabei. Also Wiederkunft, Menschwerdung von Jesus. Welche Ereignisse fallen euch noch ein? Beim Gericht 1844 wird uns gesagt, dass die Tausende und Zehntausende standen vor ihm und dienten ihm. Wo hast du das gemeint? Ganz zum Schluss, nach den Tausend Jahren, da sind auch die Engel dabei. Also nach den Tausend Jahren, vor den Tausend Jahren. Beim Untersuchungsgericht sind all die Engel dabei. Wo noch? Ein großes Ereignis gibt es noch, wo die Engel auch alle dabei waren. Zwei eigentlich noch.
[34:23] Beim einen hat man sie wahrscheinlich nicht gesehen. Also uns wird gesagt, dass als Gott die Welt geschaffen hat, da waren die Engel gegenwärtig. Das heißt, als die Morgensterne jauchzten und die Gottessöhne jubelten. Die Engel waren alle dabei, als Gott die Welt geschaffen hat. Und dann, indirekt wird uns gesagt, dass auch alle Engel gegenwärtig waren, als Jesus gekreuzigt worden ist. In Gethsemane sagt Jesus: Meinst du nicht, ich könnte die Welt schaffen? Nein, die Engel waren alle dabei, als Gott die Welt geschaffen hat. Und dann, indirekt wird uns gesagt, dass auch alle Engel gegenwärtig waren. In Gethsemane sagt Jesus: Meinst du nicht, ich könnte meinen Vater bitten, und er würde mir nicht sofort zwölf Legionen senden? Waren alle, die waren auf dem Sprung, die waren einsatzbereit, die waren alle da und haben nur darauf gewartet, endlich eingreifen zu können. Und Gott hat es ihnen nicht erlaubt. Sie waren alle dabei. Und das ist interessant, wie wir sehen, wie in allen großen Schlüsselereignissen, die Schöpfung, die Menschwerdung, die Kreuzigung, dann auch noch, nicht zu vergessen, die Himmelfahrt Jesu, waren auch alle Engel dabei, als Jesus in die Stadt Jerusalem eingegangen ist. Alle Engel waren dabei. Und dann natürlich 1844, die Wiederkunft und nach den tausend Jahren.
[35:40] Die Engel haben ein unfassbares Interesse am Erlösungsplan. Und das ist natürlich ein gigantischer Kontrast in Lukas 2, an dem, sagen wir mal, sehr rudimentären Interesse der Menschen. Die Menschen, bei denen das Leben davon abhängt, dass sie den Erlösungsplan verstehen, die meisten interessiert es gar nicht. Und die Engel, die jetzt auch so gerettet werden, auch wenn sie es nicht verstehen würden, die haben ein unglaubliches Interesse. Kennt ihr einen Bibelvers, wo es heißt, dass die Engel ein Interesse am Erlösungsplan haben? Vielleicht habt ihr ihn mal gehört. In 1. Petrus 1, Vers 12. 1. Petrus 1, Vers 12.
[36:31] 1. Petrus 1, Vers 12. Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienten mit dem, was euch jetzt bekannt gemacht worden ist, durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündigt haben, im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde, Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren.
[36:54] Die Engel interessieren sich für den Plan der Erlösung. Die interessieren sich für Prophezeiung. Die interessieren sich für das Evangelium, für die Bibel. Die wollen das unbedingt studieren. Die sind total begeistert gewesen, als Jesus auf die Welt gekommen ist. Aber die Menschen, die das noch viel mehr begeistern müssten, da war kaum einer gegenwärtig. Das ist interessant, oder? Der Himmel hat offensichtlich mehr Interesse an unserer Errettung, als wir das oft haben. Der Himmel investiert viel mehr Energie und viel mehr Herzblut in diese Sache, als es die Menschen tun.
[37:37] Übrigens, was haben die Engel denn da gesungen? Vor lauter Freude, obwohl es ja gar nicht, ich meine, es hat ja ihnen nichts genützt, dass Jesus Mensch wurde, oder? Es war Freude darüber, dass das den Menschen das jetzt gut tun würde. Was haben sie genau gesungen? In Lukas 2, Lukas 2, Vers 14, was haben sie gesungen?
[38:07] Berühmte Worte: Herrlichkeit bei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und unter den Menschen Gottes Wohlgefallen. Frage, warum haben die ausgerechnet das gesungen? Herrlichkeit Gottes ist in der Höhe und Frieden auf Erden und dann gibt es verschiedene Übersetzungsvarianten. Einige übersetzen: Unter den Menschen des Wohlgefallens oder auch das Wohlwollen Gottes zu den Menschen.
[38:41] Ganz genau, Vers 14 ist im Prinzip eine poetische Beschreibung der Zehn Gebote. Die Zehn Gebote sagen nämlich, dass wir Gott an erster Stelle setzen sollen. Ihm gebührt alle Ehre und aller Lob. Und dann soll unter den Menschen Frieden sein, sie sollen sich lieben. Das heißt, es ist ein Punkt, den kann man gar nicht überbewerten. Als Jesus auf die Welt kommt, singen die Engel den Menschen etwas über die Zehn Gebote. Der landläufige Christ würde ja denken, naja, jetzt sind wir so langsam ins Neue Testament gekommen, jetzt haben wir die Zehn Gebote ausgedient. Ganz im Gegenteil, der Jesus, der uns von den Sünden befreit, der Jesus, der am Kreuz sterben wird, als er geboren wird, singen die Engel von den Zehn Geboten, weil sie wissen, er ist der Einzige, der die Zehn Gebote vollständig der Menschheit präsentieren wird. Er ist der Einzige, der die Kraft geben kann, diese Zehn Gebote zu halten.
[39:45] Also das ist wirklich ein wichtiger Punkt und ob ihr es glaubt oder nicht, wisst ihr, was Ellen White schreibt? Sie schreibt, dass genau dasselbe Lied schon gesungen worden ist, als Jesus im Himmel, also da hieß er noch nicht Jesus, den Engeln erklärt hat, dass er für die Menschen sterben wird. Da waren die erst unglaublich betrübt und haben gesagt: Nein, nein, nein, nein, nein. Sie beschreibt sogar, dass einige Engel sich angeboten haben, dass sie lieber sterben würden für die Menschen. Habt ihr das gewusst? So sehr haben die Engel uns liebt. Ja, wir denken nur daran, dass die Engel mächtig sind und stark sind, aber die, die haben echtes Interesse an uns. Aber das war natürlich unmöglich, weil ein geschaffenes Wesen nicht den Preis bezahlen kann für jemand anderen. Aber als sie dann festgestellt haben, als Jesus ihnen erklärt hat, dass durch dieses Opfer die Sünde ausgelöscht werden kann, dass Menschen, die gefallen sind, wiederhergestellt werden können, dass sie wieder nach dem Gesetz Gottes leben können, da haben die angefangen, genau dieses Lied zu singen. Und als sie dann 4000 Jahre später das Lied wieder singen, war das ein Beweis, dass jetzt die Prophezeiung, die Jesus gegeben hatte, sich jetzt erfüllt.
[40:53] Es ist also nicht nur eine romantische Geschichte, naja, die man sich zu Weihnachten erzählt, naja, da hat Gott sich den Engeln offenbart, sondern in Wirklichkeit war das so ein Fokuspunkt, so ein Brennpunkt der ganzen Universumsgeschichte. Darauf haben die Engel gewartet, ihr ganzes Leben lang, dass das endlich eintritt. Ellen White sagt übrigens auch, es war das strahlendste Bild, das sie jemals menschliche Augen gesehen haben. Nie zuvor und nie danach haben menschliche Augen so viel Herrlichkeit gesehen, wie die Hirten an jenem Tag.
[41:34] Das ist ein interessanter Gedanke. Ja, wir wissen weder ihre Namen, wir wissen nicht, was sonst aus ihnen geworden ist, aber sie waren am richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort und haben sich mit dem richtigen Thema beschäftigt und einen unglaublichen Segen bekommen. Ihr Leben war hart, aber sie haben sich für die Prophetie interessiert und deswegen sind sie gesegnet worden. Und da können wir was von lernen, auch wenn unser Leben hart ist. Die Bibel verheißt nicht, dass es immer Zuckerschlecken ist, auch wenn wir manchmal auch Frost und Hitze abbekommen. Aber wenn wir miteinander reden und uns ermutigen über den kommenden Messias, den kommenden Heiland, dann können wir genauso gesegnet werden, wie diese Engel.
[42:11] Jetzt. Das Lied ging ja nicht besonders lange, vielleicht haben sie es mehrmals gesungen, wie auch immer. Vers 15. Und es geschah, als die Engel von ihnen weg in den Himmel zurückgekehrt waren, da sprachen die Hirten zueinander: Lasst uns doch bis nach Bethlehem gehen und die Sache sehen, die geschehen ist, die wer uns verkündigt hat. Der Herr.
[42:33] Die Frage, hatte der Herr zu ihnen gesprochen, buchstäblich oder nein? Gar nicht. Das heißt, die Hirten haben verstanden, dass wenn ein Engel das Wort Gottes zu mir spricht, dann ist es so, als ob Gott selbst zu mir gesprochen hat. Und das ist auch ein wichtiger Punkt für uns, weil manchmal denken wir, ach, wenn Gott nur persönlich zu mir reden würde, ja. Aber wenn der Bote Gottes zu mir redet, dann ist das so, als ob Gott zu mir geredet hat. Und wenn man dann noch darüber nachdenkt, dass Ellen White sich die Botin des Herrn genannt hat, dann hat man einen ungefähren Eindruck, welchen Stellenwert eigentlich ihr Schrifttum hat. Das ist dann eigentlich das, was Gott mir sagt, genauso, wie wir es in der Bibel auch haben.
[43:19] Vers 16. Und sie gingen in welchem Tempo? Wie steht es bei euch, Vers 16? Islands. Was heißt denn Islands? Das griechische Wort ist Spoido. Und von Spoido leitet sich das englische Speed ab. Also mit Tempo, mit Schnelligkeit, rasch. Es gibt das gleiche Wort, so ähnlich, kommt in Lukas 1 schon mal vor. Schaut mal in Lukas 1. Und dort Vers 39. Das ist ganz interessant. Lukas 1 und dort Vers 39. Da heißt es: Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und reiste wie? Rasch in das Bergland, in eine Stadt in Juda.
[44:03] Maria und die Hirten haben einiges gemeinsam. Beide haben Gabriel gesehen, beide haben diese Botschaft bekommen, dass der Messias jetzt da sein wird. Und beide sind, nachdem sie das gehört haben, sofort losgegangen, haben sich beeilt und sind sogar an ungefähr die gleichen Orte gegangen, in das Bergland von Juda. Islands.
[44:42] Übrigens, hier wird zum dritten Mal erwähnt in dem Kapitel, dass Jesus in der Krippe lag. Dreimal in wenigen Versen heißt es, er lag in der Krippe. Ansonsten kommt das Wort Krippe so gut wie nie vor in der Bibel. Und das ist natürlich eine Betonung, um deutlich zu machen, also je mehr man drüber nachdenkt, desto unglaublicher ist das, dass der König des Universums so freiwillig, so ohne jede Show, ohne jedes: Schaut mal, wer ich bin, sich in eine Krippe hat legen lassen. Und menschlicher Stolz kann das eigentlich fast gar nicht verstehen.
[45:17] Nun Vers 17. Nachdem sie es aber gesehen hatten, machten sie überall das Wort bekannt, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Diese Hirten wurden tatsächlich zu den allerersten Missionaren, die Jesus hatte. Lange bevor er Petrus hatte, lange bevor er auch nur Johannes den Täufer hatte, waren das die allerersten, die von dem Mensch Jesus Christus gepredigt haben. Er war kaum geboren, da hat er schon die ersten Missionare gehabt für ihn. Warum? Es waren Menschen, die waren interessiert an der Bibel, interessiert an der Prophetie und als Gott ihnen Licht gegeben hat, was haben sie gemacht? Sie haben es geprüft, ob es stimmt, und sobald sie es für sich persönlich verstanden haben, sind sie sofort rausgegangen und haben es erzählt. Das ist das Muster eines wahren Christen. Er ist bereit, neue Wahrheiten kennenzulernen und wenn die Wahrheit sein Herz trifft, dann prüft er sie. Er will eine eigene Erfahrung damit haben und sobald er das wirklich selbst erlebt hat, geht er hinaus und erzählt davon. Er kann gar nicht anders.
[46:34] Wo haben sie das Wort bekannt gemacht? Wohin sind sie gegangen? Überall hin, an alle verschiedenen Orte.
[46:53] Kennt ihr noch jemanden, der sofort sich aufgemacht hat, nachdem er festgestellt hat, dass Jesus der Messias ist? Die Frau am Jakobsbrunnen war genauso. Die war auch offen, die wusste noch nicht genau wofür, aber sie war offen. Und als Jesus, das Licht des Evangeliums in ihr Herz scheint, da macht sie sich auf, lässt alles stehen und liegen und läuft los, um zu predigen. Paulus genoss selber, auch der hat sich relativ schnell unverzüglich aufgemacht. Deswegen sagte Ellen White: Der wahre Jünger Jesu wird in das Reich Gottes als Missionar geboren. Das ist gar nicht anders. Und die Hirten hatten eine große, große Aufgabe. Sie hatten einen weitreichenden Einfluss.
[47:40] Vers 18. Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde. Ein halbes Jahr zuvor hat es in derselben Gegend schon mal merkwürdige Nachrichten gegeben. Wenn ihr nochmal zurückblättert in Kapitel 1, dort lesen wir in Vers 65 und 66. Und es kam Furcht über alle, die ihre Nachbarn, und im ganzen Bergland von Judäa wurden alle diese Dinge besprochen. Interessant, oder? Dass ein halbes Jahr vorher alle davon gesprochen haben, dass dieses seltsame Kind da geboren worden ist von Zacharias. Und diese Erwartung ja schon da war, vielleicht ist das der Messias. Und ein halbes Jahr später war niemand bereit und jetzt kommen die Hirten und erzählen wieder allen davon. Also die Menschen sind wirklich gut vorbereitet worden eigentlich auf das Kommen des Messias. Nicht nur durch die alttestamentlichen Prophezeiungen, sondern auch durch immer durch Boten und durch Botschaften, die das Land durchzogen haben. Sie hätten es wirklich wissen können.
[48:51] Vers 66. Alle, die es hörten, nahmen sich zu Herzen und sprachen. Naja, irgendwann haben sie es wieder vergessen. Vers 19. Lukas 2, Vers 19. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
[49:06] Als ich das jetzt vorbereitet habe, habe ich mir gedacht, die Maria hat sich vielleicht auch denken können, warum ist der Engel nicht direkt zu mir gekommen? Vor ein paar Monaten ist der Engel zu mir gekommen, hat zu mir gesprochen. Aber jetzt spricht er zu den Hirten und sendet die Hirten zu mir. Trotzdem hat sie es als die Botschaft Gottes angenommen. Sie hat nicht gesagt: Naja, ich warte mal. Also schön, was ihr sagt, aber ich glaube es erst, wenn der Engel selbst zu mir spricht. Sie hat eine Erfahrung mit Gott gehabt, aber war es sich nicht zu schade, eine Botschaft Gottes anzunehmen, die von anderen Menschen gepredigt worden ist. Und dann hat sie diese Worte behalten. Sie hat darüber nachgedacht. Dieses Wort, sie bewegte sie in ihrem Herzen. Das heißt ja, sie hat immer hin und her überlegt, was das bedeuten könnte. Was bedeutet es, dass er der Retter ist? Was bedeutet es, dass er der Sohn Davids ist? Was bedeutet es, dass er der Messias ist, der Gesalbte? Sie hat darüber nachgedacht.
[50:14] Kennt ihr noch eine Geschichte in der Bibel, wo jemand sich etwas zu Herzen nimmt und darüber nachdenkt? Wo er Worte hört, die relativ ungewöhnlich sind und das heißt, er behielt es in seinem Herzen. Im Alten Testament gibt es so eine Geschichte. Schaut mal, in 1. Mose 37. 1. Mose 37 und dort Vers 11. Ganz bekannte Geschichte. Kennt ihr bestimmt auswendig rückwärts. 1. Mose 37 ist die Geschichte von Josef und seinen Brüdern. Und da gibt es die Geschichte, wie er den Traum erzählt. Da heißt es in Vers 11: Und seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn. Sein Vater aber bewahrte das Wort im Gedächtnis. Hat Jakob die Bedeutung des Traumes schon verstanden? Ja oder nein? Nein. Aber er hat darüber nachgedacht.
[51:07] Hat Maria völlig verstanden, was es bedeutet, dass Jesus der Retter ist, der Messias? Überhaupt nicht. Aber sie hat darüber nachgedacht. Manchmal werden wir in der Bibel mit Dingen konfrontiert, mit Prophezeiungen, mit Verheißungen, die wir gar nicht bis ins Letzte durchdringen, die wir nicht wirklich verstehen. Aber auch wenn ich etwas nicht verstehe, kann ich trotzdem es im Herzen bewahren, darüber nachdenken, weil es kommt der Zeitpunkt, wo ich es verstehen werde. Manchmal, weiß nicht, ob es euch so geht, da liest man Geschichten oder liest man Prophezeiungen, da liest man Verse, denkt man: Meine Güte, ich weiß gar nicht, was das soll. Es lohnt sich, über Dinge nachzudenken, auch wenn man sie nicht versteht oder nicht völlig versteht.
[51:54] Noch mal zu Lukas 2 zurück, gleich am Ende angelangt, Vers 20. Dort heißt es: Und die Hirten kehrten wieder um und priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war. Es ist ihnen gesagt worden, sie haben es geprüft und sie stellen fest: So wie es uns gesagt worden ist, so ist es. Und sie lobten und priesen Gott. Das hatten erst die Engel gemacht und jetzt die Menschen.
[52:22] Übrigens, wenn man darüber nachdenkt, ein erster Engel zu Zacharias, ein zweiter Engel zu Maria, ein dritter Engel zu den Hirten und dann die ganze Schar der Engel, die den ganzen Himmel erleuchtet. Das ist fast ein bisschen wie die erste Engelsbotschaft, zweite Engelsbotschaft, dritte Engelsbotschaft und dann der vierte Engel, der die ganze Erde erleuchtet mit seiner Herrlichkeit. Fast so wie eine dreifache Engelsbotschaft in Lukas 1 und 2. Eine gute Botschaft, ein Evangelium, das allerdings, obwohl es für die ganze Welt gedacht ist, bei den meisten auf taube Ohren stößt. Ein Evangelium, das auf Prophetie gegründet war und das einige wenige aufgegriffen haben und dann zu Missionaren wurden. So ist es heute auch. Wir haben diese gute Botschaft: Jesus kommt bald wieder. Die meisten nehmen sie nicht an, aber wenn wir sie annehmen, dann werden wir zu Missionaren. Im Grunde genommen ist die berühmte Weihnachtsgeschichte eigentlich ein Typus auf die Adventbewegung, wenn man so will, mit all dem, was da geschrieben steht.
[53:35] Und jemand, der evangelisiert wird von Gott oder der dann selbst evangelisiert, der wird Gott preisen und loben für das, was er gesehen hat. Diejenigen, die die Engelsbotschaft weitergetragen haben, waren freudige Christen, Gläubige zumindest, und haben Zeugnis gegeben von dem, was sie mit Gott erlebt haben. Ich denke, das ist das Geheimnis für eine erfolgreiche Mission heute. Wenn wir Erfahrung mit Gott machen, dass wir sie freudig und voller Lob und Preis weitergeben. Und daran mangelt es manchmal nicht. Wir sehen gerne und detailliert die dunklen Seiten der dreifachen Engelsbotschaft. Die können wir bis ins letzte Detail ausbreiten. Aber diese einfache Freude. Und ich glaube, ein Grund war, sie waren so sehr beeindruckt gewesen mit der Herrlichkeit Gottes. Vielleicht müssen wir mehr Zeit einfach mit der Herrlichkeit Gottes verbringen. Mehr von diesem Licht in uns aufnehmen, den wir strahlen können als Gläubige. Da kann man einiges von lernen, von dieser einfachen Geschichte.
[54:47] Nächstes Mal schauen wir, wie das weitergegangen ist mit dem kleinen Jesus, den Hirten und Maria und Josef. Lasst uns gemeinsam beten.
[55:09] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir diese Geschichte, die uns so gut bekannt ist, Prinzipien entdecken können, die uns helfen zu verstehen, welche Aufgabe wir haben. Wir möchten lernen von diesen Hirten. Wir möchten lernen, dich zu preisen und zu loben, denn es heißt in der ersten Engelsbotschaft: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre. Wir möchten lernen, was es bedeutet, sich schnell auf den Weg zu machen, um das, was wir gehört haben, auch zu verifizieren und dann das weiterzugeben, was wir erlebt haben mit dir. Wir danken dir, dass du zu uns sprichst und dass deine Herrlichkeit auch uns umleuchten möchte und die ganze Erde erleuchten möchte. So lass uns solche Boten sein, wie die Hirten damals und überall dort, wo wir hingehen, das erzählen, was wir mit dir erlebt haben. Im Namen Jesu. Amen.
[56:11] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!