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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt aus der Serie „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die herausfordernden Worte Jesu aus Matthäus 10. Er erklärt, warum Jesu Botschaft nicht immer Frieden bringt, sondern auch Konflikte hervorrufen kann, insbesondere innerhalb von Familien. Die Predigt betont die Notwendigkeit, Jesus über alle menschlichen Bindungen zu stellen und die Liebe zu ihm als treibende Kraft für Entscheidungen in Krisenzeiten zu erkennen. Es wird verdeutlicht, dass die Bereitschaft, das eigene Leben für Jesus hinzugeben, ein Zeichen tiefer Liebe und des Vertrauens ist.

In dieser Predigt aus der Serie „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die herausfordernden Worte Jesu aus Matthäus 10. Er erklärt, warum Jesu Botschaft nicht immer Frieden bringt, sondern eher das „Schwert“ der Trennung. Dabei wird deutlich, dass diese Trennung oft im engsten Familienkreis stattfindet und dass die Liebe zu Jesus über alle anderen Bindungen gestellt werden muss. Die Predigt ermutigt dazu, die eigene Liebe zu Gott zu prüfen und sich bewusst zu machen, dass wahre Nachfolge auch bereit sein bedeutet, das eigene Leben für ihn hinzugeben.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich Willkommen zu unserem Seminar, der Ersehnte. Schön, dass ihr da seid und dass ihr jetzt auf Joelmedia eingeschaltet seid. Wir wollen jetzt heute weiter studieren. Einen der letzten Abschnitte dieser Rede, die Jesus gehalten hat über die Mission. Und wir werden gemeinsam jetzt mit einem Gebet starten und dann uns einige Verse anschauen. Lass uns das in der Knie.

[0:59] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort studieren können und dass wir etwas lernen können. Und wir möchten dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist uns unterrichtest, dass wir die Wahrheit verstehen, wie sie in dir ist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:24] Kommt ruhig vor. In Matthäus 10 haben wir letztes Mal bis Vers 33 gelesen. Und vielleicht können wir das kurz zusammenfassen. Es ging dort in Vers 32 und 33 um eine ganz grundsätzliche Idee. Was war die Hauptidee in Vers 32 und 33? Noch mal mit euren eigenen Worten zusammengefasst. Ja, das ist auch eine Idee gewesen, genau. Das stimmt. Ja, das waren alles Ideen, die wir auch schon studiert haben. Aber in Vers 32 und 33. Was war die Kernidee, die wir angeschaut haben? In Vers 32 und 33. Zu bekennen. Also es geht die ganze Zeit um die Mission, aber hier wird das Bekennen von Jesus in Verbindung gebracht. Womit? Also es geht ja vor allem vorher um die technischen Aspekte der Mission und den Widerstand bei der Mission. Aber hier sagt Jesus, wenn wir uns zu ihm bekennen, dann bekennt er sich zu uns. Das heißt, es gibt eine direkte Verbindung zwischen der Mission, dem Zeugnis geben und dem, was Jesus im himmlischen Heiligtum für uns tut. Also Erlösung und Überwinden und Mission sind nicht zwei getrennte Bereiche, sondern die bedingen sich. Wir haben natürlich gesehen, es ist nicht so, wenn wir einmal nichts sagen, dass plötzlich Jesus aufhört, unser Löser zu sein. Wir haben gesehen, dass Jesus auch für den Petrus noch da war, als der ihn dreimal verleugnet hat. Aber wir haben gesehen, dass das Verleugnen immer mehr es uns unmöglich macht, von Jesu Werk zu profitieren. Denn nur wenn wir ihn bekennen, haben wir gelesen und studiert, bleiben wir in Gott. Unsere Beziehung zu Gott wird unter anderem dadurch genährt, dass wir über ihn reden, auch zu anderen. Das ist ja eigentlich auch ganz selbstverständlich. Wenn man jemanden mag, wenn man jemanden liebt, dann redet man auch zu anderen über ihn, oder? Das ist genau das, worum es hier geht.

[3:52] Jetzt geht es aber ein bisschen weiter. In Vers 34 sagt Jesus jetzt folgendes. Wer mag mal Vers 34 lesen? Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Okay, eine recht bekannte Aussage, die natürlich leicht missverstanden werden kann. Ist nicht Jesus der Friedefürst? Das wird doch in Jesaja gesagt. Heißt nicht Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens bei der Geburt von Jesu? Warum sagt er jetzt, ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert? Meint er damit, dass Christen in die Armee gehen sollten, wie das einige Kirchenväter gesagt haben? Nicht unbedingt, oder? Also was ist, was meint er damit? Ich bin nicht gekommen. Ja, also die die Wahrheit trennt, was sollst du sagen? Die Bibel wird als Schwert bezeichnet, das stimmt. Die Bibel ist das Schwert des Geistes, ja. Das gleiche wollte ich sagen und das steht im Hebräer, Kapitel 4, aber auch, dass dieses Schwert trennt, das heißt, jemand es akzeptiert und andere nicht und da ist schon ein Problem. Ja genau, also dieses Schwert, das hier gemeint ist, ist glaube ich weniger die Bibel, weil die Bibel bringt Frieden. Aber Jesus sagt, ich bringe keinen Frieden, also in dem Kontext hier, in dem Kontext, keinen Frieden, sondern das Schwert. Erinnert euch, Jesus sagt ja, wenn er hinausgeht und das Evangelium verkündet, was passiert? Werden die Menschen euch alle lieben? Nein, er sagt, sie werden, sie werden euch vor die Gerichte stellen, in den Synagogen werden sie euch auspeitschen, ihr werdet, einige werden dem Tode ausgeliefert werden. Was Jesus sagt ist, seine Botschaft eckt an.

[5:55] Kennt ihr da Beispiele aus dem alten Testament, wo das schon so war, wo Leute gesagt haben, also wenn ich Gottes Botschaft weitergebe, dann kriege ich Probleme. Kain und Abel, da kommen wir gleich noch zu, wenn es um die Familie geht. Jeremia ist ein gutes Beispiel. Schaut mal Jeremia 15, ganz interessant was der sagt. Jeremia 15 und dort Vers 10. Der Jeremia, der hat richtig zu leiden gehabt. Schaut mal, was Jeremia sagt im Kapitel 15, Vers 10. Wehe mir, Mutter, dass du mich geboren, ein Mann des Haders und Streites für alle Welt. Ich bin nichtgläubiger und nicht schuldner und doch verfluchen mich alle. Genau, also was war so die generelle Erfahrung von Jeremia, wenn er das Wort Gottes gesagt hat? Alle fluchen mir. Ich habe niemanden, also ich habe mit niemandem Geldgeschäfte, ja was ja vielleicht normalerweise so der, also bei Geld hört die Freundschaft auf, ja wenn man irgendwie, da kann es Schwierigkeiten nehmen. Ich habe mit niemandem irgendwelchen Handel und trotzdem fluchen alle. Wie heißt bitte, die ganze Welt streitet mit mir, oder? Bei mir heißt es, ein Mann, mit dem jedermann streitet und singt im ganzen Land. Hättet ihr gern streiten mit jedermann? Und Jeremia sagt also, das ist wie eine existenzielle Krise gewesen. Jeremia hat jetzt nicht gedacht, oh wie toll, ich werde verfolgt. Das hat ihn wirklich getroffen.

[7:32] Vers 35 sagt, die Familie ist mit nicht fremden Leuten. Genau, da kommen wir gleich zu. Das heißt, dieser Konflikt ist nicht nur von von außen, von Fremden, die mir nichts vielleicht bedeuten oder so, sondern es geht sogar ein bisschen die Familie rein. Ich denke in Zukunft, wenn wir bei der Wahrheit bleiben werden, wenn wir treu bleiben werden, werden wir auch Probleme kriegen. Ja, also Jesus sagt ganz deutlich, seine Botschaft bringt Konflikt. Er sagt, also möchte Jesus gern den Frieden, ja oder nein? Er möchte den Frieden. Warum ist es dann so, dass seine Botschaft nicht einfach Frieden erzeugt auf der Erde? Und das geht zurück auf einen ganz berühmten Vers am Anfang der Bibel, wo nämlich Jesus sagt, ich will Feindschaft setzen zwischen dir Schlange und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten. Und wer ist der Er? Er wird dir den Kopf zertreten. Wer ist er? Genau, weil er ist ja derjenige, der die Feindschaft bringt. Er wird Mensch und jetzt ganz buchstäblich, um Feindschaft zu bringen. Er sagt ja, ich will Feindschaft setzen. Er kommt, um zu kämpfen. Die Juden hatten immer einen Kämpfer erhofft, einer, der gegen die Römer kämpft. Aber Jesus kommt als Kämpfer gegen die Sünde, gegen die Weltlichkeit, gegen den Satan und all das, was er auf dieser Welt so fabriziert. Das heißt, wenn Jesus als ein Kämpfer kommt, müssen wir erwarten, dass wo immer er ist, auch Krieg ist.

[9:20] Ellen White hat es mal so schön beschrieben. Sie sagt, solange Jesus nichts im Menschen tut, ist er eigentlich, also der Mensch ist in sich mit der, also natürlich, er ist miserabel, er ist elend, er ist in der Sünde gefangen, aber in sich selbst hat er keinen Widerspruch. In dem Moment, wo Jesus anfängt zu wirken, da merkt man die Kämpfe. Dass plötzlich, Ellen White spricht von diesem übernatürlichen Prinzip, das in das Herz eingepflanzt wird, das jetzt einen Hass auf die Sünde erzeugt. Und es ist ein Kampf in unserem eigenen Herzen und dann auch, wenn wir darüber reden, woanders. Das heißt, das Evangelium ist nicht die Ursache, Gott ist nicht die Ursache des Streites, aber weil es einen großen Kampf gibt und weil der Satan auf dieser Welt aktiv ist, können wir nicht erwarten, dass wenn wir die Botschaft predigen, von der Jesus sagt, ich will Feindschaft setzen, dass es nicht auch Feindschaft gibt. Und das muss man sich bewusst machen, wenn man sich zu Jesus bekennt, wenn man Mission macht, wenn man sich zum Evangelium bekennt, dann begibt man sich auch in eine Front, eine Frontlinie des großen Kampfes. Ja, wir haben zu tun mit einem Feind der Wahrheit. Jesus sagt, er ist der Vater der Lüge und er stand nicht in Wahrheit und Gott ist die Wahrheit. Sein Wort ist Wahrheit. Also wir sehen, das muss zu einem Konflikt kommen. Das ist eigentlich schon im Himmel passiert und das wird übertragen auf diese Erde.

[10:59] Wie war das, als dann die Jünger nach der Himmelfahrt Jesu in die Welt zogen? Wie war ihre Erfahrung, wenn sie dann das Evangelium gepredigt haben in der Apostelgeschichte? Gab es da Frieden oder gab es da Widerstand? Es gab Verfolgung, es gab Widerstand, es gab Streit. Nur ein Beispiel, wir können ganz viele zitieren. Apostelgeschichte 14 und dort Vers 4. Apostelgeschichte 14, Vers 4. Nur ein Beispiel, um zu sehen, was hier quasi die Erfüllung von dem ist, was Jesus gemeint hat. Apostelgeschichte 14, Vers 4. Aber die Menge in der Stadt spaltete sich und die einen waren mit den Juden, die anderen mit den Aposteln. Genau, da gibt es Spaltung. Und man könnte sagen, die haben sich polarisiert.

[11:56] Die Botschaft von Jesus, die Botschaft vom Kreuz, die Botschaft des Evangeliums polarisiert. Nicht, weil sie böse ist, sondern weil sie eben so entgegengesetzt ist zu dem, was der Satan sagt. Und deswegen gibt es einen Konflikt. Solange der Satan lebendig ist, wird es immer einen Konflikt geben. Und das wird leider noch ein bisschen dauern, bis er dann beseitigt ist.

[12:18] Also zurück zu Matthäus 10. Jesus sagt, denkt nicht, dass wenn ihr für mich euch einsetzt, dass ihr dann überall angesehen seid und dass alle euch in Frieden aufnehmen. Es wird viele Menschen geben, die euch in Frieden aufnehmen, aber es wird immer auch Konflikte geben. Und ich glaube, jeder, der mit Jesus geht, weiß, früher oder später irgendwo stößt er auf Widerstand. Es gibt Konflikte. Also ich kenne niemanden, der mit Jesus lebt und sagt, ich habe noch nie irgendwelche Konflikte wegen meines Glaubens gehabt. Das gibt es nicht. Jesus sagt, denkt nicht, dass das so sein wird. Ich komme mit dem Schwert.

[13:00] Vers 35. Und jetzt, was ich schon erwähnt habe, kommt noch näher ans eigene Herz ran. Vers 35. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien, den Sohn mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Genau, das ist jetzt also quasi, wenn da steht, denn ich bin gekommen, was heißt das dann? Eine Begründung, eine Begründung von dem Vorher. Also da sehen wir jetzt, was das Schwert bringt. Das Schwert bringt eine Entzweiung. Und da können wir deutlich sehen, das ist wohl nicht die Bibel, denn die Bibel an sich, obwohl natürlich die Bibel auch dann eine Entzweiung bringen kann, genau deswegen, wegen dieser Botschaft. Eigentlich war ja Gottes Ziel bezüglich der Generation. Was ist Gottes Ziel? Zu einigen.

[14:08] Kennt ihr den Bibelfest, der sagt, dass eigentlich Gott sich wünscht, dass das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu den Vätern. Maleachi, am Ende, oder? Da sagt er, dass wenn der große Tag des Herrn kommt, vorher sollen die Generationen sich zusammenfinden. Und das ist auch im Alten Testament immer und immer wieder, dass sie alle zusammenkommen sollen. Und trotzdem sagt Jesus, wird es so sein, dass sogar im engsten Familienkreis Menschen sich wegen des Evangeliums spalten.

[14:38] Ich denke an den Text, der sagt, ihr müsst Verfolgung erleiden. Paulus sagt, ja, wer im Himmelreich eingebürgert wird, wird früher oder später irgendwo Verfolgung erleiden. Das liegt nicht daran, dass Gott Freude an Verfolgung hat, das liegt daran, dass es einen Feind gibt, der einen nicht ganz ungehindert ins Himmelreich gehen lässt. Das ist noch ein nächstes Geschenk, wo Jesus gesagt hat, jeder, der nach dem Willen Gottes werden will, wird ein Wettbewerb. Ganz genau, das ist der Text von Paulus.

[15:09] Ja, und der bekannteste Offenbarung, dass dieser Drache, Teufel, war zornig, gerade gegen diejenigen, die nach dem Willen Gottes leben. Also wir sehen das, das sind Botschaften aus der Heiligen Schrift. Also schauen wir mal in Vers 35 genauer an. Wie sind hier die Generationen? Wer wird denn hier miteinander entzweit? Vater. Mit seinem Vater, also ein Sohn mit seinem Vater und eine Tochter mit ihrer Mutter. Das sind eigentlich jetzt, wenn man das beschreibt, so Verbindungen, Vater, Sohn, Mutter, Tochter. Was sind das für familiäre Verbindungen? Die engsten. Sehr eng, oder? Vater und Sohn, Mutter und Tochter. Und dann kommt eine, die klingt nicht ganz so eng, ja? Schwiegertochter und Schwiegermutter. Da sieht man schon eher vielleicht, dass es da zu Streitigkeiten kommen könnte. Aber das Interessante ist, im Griechischen kommt das, in Deutschland kommt das nicht ganz so raus, aber im Griechischen ist diese Nuance, es sind eigentlich frisch, eine gerade eingeheiratete Schwiegertochter, die eigentlich quasi so frisch in die Familie kommt. Also nicht so, die leben jetzt schon seit Jahren zusammen und Schwiegermutter und Schwiegertochter können halt eh nicht miteinander, sondern die ist halt ganz frisch. Und nicht wegen ihrer Persönlichkeit, sondern wegen ihrem Glauben. Sobald sie quasi Teil der Familie wird, sozusagen, gibt es da Probleme. Und das zeigt sozusagen, wie massiv dieses Problem sein kann.

[16:30] Wir haben es schon im Vers 21 gesehen. Es wird ein Bruder den anderen zum Tode ausliefern. Und ein Vater sein Kind und Kinder werden sich gegen Eltern erheben und werden sie töten helfen. Das heißt also, was wir hier beschreiben, das ist jetzt sehr wichtig. Was Jesus hier beschreibt, ist nicht der Alltag. Er beschreibt auch nicht die Situation in jeder Familie. Er sagt nur, macht euch darauf gefasst, der Satan macht von nichts halt. Der Satan sagt nicht, naja, die Familie kann ich nicht anrühren. Wenn es sein muss, um uns irgendwie eine Falle zu stellen, wird er auch davon nichts zurückschrecken. Wir sollten darauf gefasst sein, dass es keine menschliche Verbindung gibt, die von diesem großen Kampf unangetastet bleibt.

[17:10] Und wir sehen das auch am Beispiel Jesu. Er hatte auch nicht leicht in seiner eigenen Familie. Seine Mutter hat ihn auch nicht verstanden und seine Brüder sowieso nicht. Seine Brüder waren größtenteils sogar nicht da. Und das war sehr schwer und er sagte, das war für ihn sehr schwer, das war nicht leicht für ihn. Das heißt aber auch, und das ist die Kehrseite, dass jeder Mensch alleine vor Gott steht. Wir werden nicht in Bündeln gerettet, nicht mal in kleinen Familieneinheiten.

[17:36] Die positive Seite ist, egal wie verdorben vielleicht auch Teile meiner Familie sind, ich kann vollkommen zu Gott stehen. Ich bin nicht mitgehangen, mitgefangen sozusagen. Jeder hat eine eigene Verantwortung für seine eigene Seele vor Gott.

[17:51] Schauen wir mal Vers 36 noch. Da wird dieser Gedanke ja noch mal ausgeführt. Vers 36. Und das Menschenfeinde werden die eigenen Hausgenossen sein. Genau, also wir haben schon gesagt, Kain und Abel. Der erste Mord, das ist ganz interessant, schaut mal in 1. Mose 4. Da kann man was Schönes im Text sehen, das so ganz typisch hebräisch ist. 1. Mose 4, Vers 8 bis 10. Und schaut mal, ob es euch auffällt. Und Kain redete mit seinem Bruder Abel, und es geschah, als sie auf dem Feld waren. Da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er antwortete: Ich weiß es nicht. Soll ich meines Bruders Hüter sein? Er antwortete, er aber sprach: Was hast du getan? Horch, die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden. Fällt euch auf, welches Wort ziemlich oft vorkommt? Welches Wort kommt häufiger? Bruder.

[18:54] Also man weiß eigentlich schon seit Anfang an der Geschichte, dass die Brüder sind. Aber immer wird gesagt, er redete mit seinem Bruder und erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel. Wo ist dein Bruder? Soll ich meines Bruders Hüter sein? Der Mose, als er es aufschreibt, betont das immer wieder Bruder, Bruder, Bruder, Bruder. Fünfmal in drei Versen. Warum? Um deutlich zu machen, so mit Ausrufezeichen, es war sein Bruder. Man würde ja denken, dass da besondere familiäre Bande sind. Aber der Satan schlägt voll da rein.

[19:29] Kennt ihr andere Geschichten im Alten Testament, wo Männer oder Frauen Schwierigkeiten hatten, mit ihren eigenen Familienangehörigen, wegen des Glaubens? Ja, da gab es auch mal einen Streit. Ja genau, also die Zippora war nicht so akzeptiert bei Mirjam und Aaron. Das war eine ziemlich schlechte Sache. Die haben sie so ein bisschen auch so halb rassistisch an den Rand gedrängt. Ja genau, also wir haben diese ganzen Schwierigkeiten. Der Esau, der hat am Ende insgesamt drei Frauen gehabt. Die waren alle nicht so wirklich im... Also es waren erst zwei und dann kam noch die Ismailiterin dazu. Und da waren Rebekah und Isaak nicht dafür, da gab es Streit. Das kann sein, ja das stimmt.

[20:32] Josef und seine Brüder, oder? Da kommt Josef und seine Brüder zu besuchen. Und was machen die? Verkaufen ihn als Sklave. Josef und seine Brüder. Esau und Jakob. Wer fehlt noch einen? Penina. Ja, Hannah, Hannah und Penina. Noch ganz im Leben von David. David wird von seinem eigenen Sohn vom Thron gejagt. Und der muss um sein Leben fürchten. Sein eigener Sohn rebelliert gegen ihn. David hatte auch die Erfahrung, dass sein ältester Bruder, der Eliab, ihn so schlecht behandelt hat.

[21:21] Wie war es mit Hiob? Was sagt Hiob über seine Verwandten? Also wir kennen die Frau und die Freunde, aber Hiob spricht über seine Verwandten. Schaut mal in Hiob 19, Vers 13 bis 19. Das ist ein längerer Abschnitt, aber der passt hier ganz gut. Hiob 19, Vers 13 bis 19. So schweigt nun und lasst mich reden. Es komme über mich, was der mag. Ich will mein Fleisch in meine Zähne nehmen. In Hiob 19, Vers 13 bis 19. Ja, meine Brüder haben sich von mir getrennt. Und fremd sind wir geworden, meine Bekannten. Meine Verwandten kennen mich nicht mehr. Vergessen haben mich die Gäste meines Hauses. Meine Mägde halten mich für einen Fremdling. Als ein Unbekannter gelte ich ihnen. Ich rufe meinem Knecht, es gibt nicht Antwort. Mit meinem Munde muss ich ihn anflehen. Mein Atem war zuwider meiner Weibe. Und mein Geruch den Kindern meines Leibes. Ja, auch die Buben verachten mich. Will ich aufstehen, so höhnen sie mich. Mich verabscheuen alle meine Vertrauten. Und die ich lieb hatte, kehren sich wieder mich.

[22:56] Also, damit genau dieses Prinzip. Also, Jesus beschreibt eigentlich nur etwas, was wir schon im Alten Testament immer und immer wieder sehen. Schwierigkeiten können im engsten Familienkreis wegen des Evangeliums passieren.

[23:11] Schauen wir mal Psalm 55 an. Das, was David sagt. David hatte viel so Erfahrung gemacht, die auch emotional verarbeitet in seinen Liedern. Psalm 55 Vers 13 und 14. Das ist, denke ich, sehr interessant. Da kommt eine interessante Note noch raus hier. Psalm 55 Vers 13 und 14. Denn nicht mein Feind will mich. Sonst würde ich es ertragen. Nicht mein Hasser hat groß getan wie mich. Sonst würde ich mich von ihm verwerfen. Sondern nur ein Mensch und das Gleiche. Mein Freund und mein Vertrauter.

[23:48] Genau. Also, was sagt er mit anderen Worten? Mit eigenen Worten zusammengefasst. Was sagt er? Er sagt, das tut noch mehr weh. Er sagt, wenn es jemand wäre, den ich kenne, wenn der mich verleumdet und mich hasst und so. Das könnte ich noch ertragen. Es ist nie schön, wenn Leute einen hassen, oder? Es ist nie schön, wenn Leute schlecht über einen reden. Aber wenn das Leute sind, mit denen man nichts zu tun hat, dann kann man vielleicht noch eher sagen, naja, mach ich halt die Ohren zu. Nach ein, zwei Nächten darüber geschlafen, ist irgendwann okay. Aber wenn das Leute sind, die einem so nah sind, mit denen man so viele Erfahrungen gemacht hat, das ist umso schmerzhafter.

[24:31] Und jetzt könnt ihr euch überlegen, warum es für Jesus so schmerzhaft ist, wenn wir als seine Freunde, seine Brüder und Schwestern, uns gegen ihn wenden. Weil er nennt sich unser Bruder. Er hat sich mit uns verbunden.

[24:47] Also, und jetzt kommt in der Rede von Jesus ein anderer berühmter Satz. Schaut mal, Matthäus 10, Vers 37. Der ist auch oft und viel zitiert worden. Matthäus 10, Vers 37. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Interessant.

[25:13] Normalerweise wird dieser Vers meistens so einzeln betrachtet. Und dann geht es quasi darum, wen liebst du mehr? Deine Eltern oder Gott? Aber hat Gott hier sozusagen ein Eifersuchtsproblem mit den Eltern? Was ist eigentlich jetzt, wenn man jetzt die Verse vorher in Betracht zieht, worum geht es hier eigentlich?

[25:39] Ja? Genau. Um des Friedens willen. Diesen Vers versteht man eigentlich jetzt richtig, wenn man die Verse vorher gelesen hat. Es geht nämlich um den Fall, was mache ich, wenn mein Vater oder meine Mutter etwas von mir verlangt, was gegen Jesus ist, wenn es quasi so einen Streit geben könnte wegen des Evangeliums. Und in dem Fall muss ich mich jetzt entscheiden, nämlich Eltern oder Jesus.

[26:19] Das heißt, die Entscheidung für die Eltern, wenn sie jetzt mehr lieben als, ist nicht einfach nur, naja, da geht es nicht darum, dass ich messe, okay, ich habe meine Eltern so viel lieb und Jesus habe ich so viel, ah, das ist vielleicht nicht ganz so viel, oh, jetzt geht es voneinander, nein, nein, darum geht es nicht. Es geht darum, wenn plötzlich eine Auseinandersetzung ist und ich muss mich entscheiden, dann ist die Entscheidung für die Eltern gleichzeitig eine Entscheidung gegen Jesus.

[26:48] Was also Jesus deutlich machen will, ist, unsere Liebe zu unseren Eltern ist ja zum Teil auch eine andere Liebe als zu Jesus, weil man kann zwar die menschliche Liebe mit der göttlichen Liebe vergleichen, aber trotzdem sind es auch wieder verschiedene Dinge. Aber was er deutlich machen möchte, ist, es gibt Situationen, und die kommen in unserem Leben häufiger vor, als wir vielleicht denken, da müssen wir uns für Jesus entscheiden, selbst wenn die engsten Angehörigen uns davon abhalten wollen. Das ist eigentlich die Idee hier.

[27:26] Im ersten Gebot steht geschrieben, du sollst keine andere Götter haben als mich. Und er sagte, alles, was wir mehr lieben als Gott, ist eine Götter. Das können sogar die Kinder. Ja, ja. Oder die Eltern. Ja, die Eltern.

[27:41] Jetzt kommt aber die Idee der Liebe. Warum sagt er jetzt, wer Vater oder Mutter mehr liebt, wenn es jetzt sozusagen um einen Konflikt geht? Also wir haben jetzt hier die Eltern, zum Beispiel, und wir haben Jesus, und ich stehe jetzt hier und weiß nicht, soll ich mich dafür entscheiden oder dafür entscheiden? Und er sagt, wer Eltern mehr liebt, warum verwendet er das Wort Liebe, wenn es doch eigentlich um eine Entscheidung geht? Wir haben ja gesehen, es geht ja darum, er bringt das Schwert. Es gibt Konflikte, möglicherweise sogar in der Familie, und ich muss mich entscheiden.

[28:22] Ihr kennt Geschichten, wo Leute wussten, wenn sie sich taufen lassen, wollen ihre Familien nichts mit ihnen zu tun haben. Ich denke, meine Mutter hat den Glauben gefunden, dass sie sich taufen lassen. Ich war gegen sie. Und dafür ist sie trotzdem treu gegeben, Jesu treu. Sie hat Jesus mehr geliebt als mich. Genau, und dadurch hat sie dich auch wirklich geliebt. Ja, sie hat vorwärts gebetet und gefastet für mich. Ein Vorbild gegeben, genau.

[29:02] Der Punkt ist ja, genau, man muss Gott mehr gönnen als die Menschen. Schaut mal, das ist ein sehr interessanter Punkt. Also wir alle verstehen sofort, wir alle kennen solche Situationen, wo ich mich zwischen Menschen und Gott entscheiden muss. Aber Jesus sagt etwas Interessantes. Er sagt, am Ende werde ich mich für den entscheiden, den ich mehr liebe. Das heißt, die Motivation für eine Entscheidung in der Krise ist die Liebe. Und zwar nicht nur in Bezug auf Menschen.

[29:33] Wenn ich jetzt, schaut mal, das ist eine interessante Sache. Wenn, wir alle kennen solche Situationen, wo ich vielleicht etwas tun will, oder sagen will, oder denken will, von dem ich weiß, es ist nicht gut. Und dann gibt es dieses Tauziehen, oder? Der Heilige Geist zieht an der einen Seite, die Sünde zieht an der anderen Seite. Und ich überlege, soll ich es tun, soll ich es nicht tun? Am Ende gibt den Ausschlag, ob ich es tue oder nicht, meine Liebe. Was liebe ich mehr? Liebe ich Gott mehr als die Sünde, oder liebe ich die Sünde mehr als Gott? Es ist die Liebe, die am Ende die Motivation gibt.

[30:08] Und es gibt wahrscheinlich viele Menschen, die intellektuell genau verstehen, was die Wahrheit ist, und das auch ganz toll erklären können. Aber in der Krise ist die Liebe zur Sünde, oder die Liebe zur Welt, oder die Liebe zu einer Gewohnheit, oder die Liebe zu einem Menschen, größer als die Liebe zu Gott. Das heißt, was in der Krise, wenn das Schwert kommt sozusagen, wenn wir vor Gericht stehen, wenn all die Dinge kommen, die hier in Matthäus 10 berichtet sind, was am Ende den Ausschlag gibt, ist nicht mein Wissen, auch nicht, dass ich alles schon getan habe, in der Mission. Was den Ausschlag gibt, ist die Liebe. Denn wen ich am meisten liebe, dem werde ich folgen, egal was die Konsequenzen sind.

[30:53] Und wir alle kennen ja Situationen, in denen man sich entscheiden muss, zwischen Dingen, die einem beide gut gefallen, aber man kann nur eine Sache machen, dann nimmt man das, was einem am meisten gefällt. Und deswegen ist das Thema von der Liebe, also es gibt ja, ihr kennt diese Idee, dass Leute sagen, hier ist die Liebe, und da ist die Endzeit-Prophetie, und die besonderen adventistischen Lehren, aber hier ist die Liebe Gottes, und wir sollten vielleicht nicht so viel von dem machen, sondern mehr über die Liebe sprechen oder so. Dabei ist es ausgerechnet die Liebe, die der eigentliche Grund ist, warum Menschen am Ende, wenn all das auf Mauer 13 und was alles kommt, warum sie dann zu Gott stehen werden. Nicht, weil sie so präzise 666 berechnen können, sondern weil sie Gott lieben.

[31:44] Und deswegen sind auch Daniel und Johannes genannt worden. Daniel wurde genannt, der, du bist ein viel Geliebter, und Johannes war der Jünger, den Jesus liebte. Da sieht man, wie sehr die Liebe auch in, das ist ja ein Endzeit-Kapitel, Matthäus 10 am Ende hier, welche Rolle die Liebe zu Gott spielt. Du hast es noch gemeldet. Michalino im großen Kampf schreibt Ellen White es am Ende, bei dem lauten Ruf gerade werden viele brechen, die Scheiben, die sie mit Familien, und die dann folgen die Wahrheit, und sie lieben mehr die Wahrheit als ihre eigene Familie usw.

[32:19] Genau, wie ist das möglich? Weil ich Jesus lieben gelernt habe. Je mehr ich ihn liebe, desto mehr bin ich bereit, vielleicht auch in Anführungsstrichen, äußerlich betrachten, krasse Entscheidungen zu treffen, weil ich ihn liebe.

[32:33] So, jetzt schauen wir mal in, ach hier ist es interessant, es heißt ja, eine interessante Formulierung, schaut mal in 2. Thessalonicher, 2. Thessalonicher, Kapitel 1, Vers 5. Da geht es auch so um dieses Wert sein, würdig sein, aber aus einer anderen Perspektive. Wer mag mal lesen, 2. Thessalonicher 1, Vers 5. Genau, da geht es um irgendetwas, das anzeigt, dass wir würdig sind, dass wir es wert sind. Was sind denn diese Anzeichen? Sie sind ein Anzeichen. Worum geht es denn bei diesem Sie? Da steht ja, Sie sind ein Anzeichen des gerechten Gerichts Gottes, dass ihr des Reiches Gottes würdig geachtet werdet. Also irgendetwas zeigt an, dass wir wert sind, dass wir würdig sind. Ah, die Verfolgung. Er sagt, die Tatsache, dass man die Verfolgung erleidet, ist quasi ein äußerer Indikator, ein Anzeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und deswegen sagt Jesus, wenn ihr dann in der Verfolgung, wenn es hart auf hart kommt, euch doch für Menschen entscheidet, gegen Jesus, seid ihr es nicht wert. Da geht es nicht darum, dass Jesus sagt, ihr seid nicht wertvolle Menschen, das ist gar nicht der Punkt, ich will damit nur deutlich zeigen, in Verbindung hier, wenn wir uns für Jesus entscheiden, dann werden wir Verfolgung erleiden, aber die Verfolgung selbst beweist, dass wir Jesus am meisten lieben. Und dass wir tatsächlich mit ihm eine Verbindung haben, dass wir seiner wert sind, sozusagen.

[34:23] Jetzt in Kapitel 38, Matthäus 10, Vers 38, kommt noch so ein berühmter Satz, also ganz viele berühmte Sätze nebeneinander. Matthäus 10, Vers 38. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert. Frage, woran denkt man normalerweise, wenn man das jetzt als Christ liest, sein Kreuz auf sich nehmen? Was ist so die erste Assoziation? Jesus, ja? Ja? Also ich denke dabei meistens daran, wie Jesus sein Kreuz auf sich genommen hat und dass wir das so wie er tun sollen, oder? Jesus nahm auf sich sein Kreuz, er sagt ja, nehmt auf euch mein Kreuz und folgt mir. Ja, ich denke da immer so an, also ich sehe zuerst irgendwie Jesus mit seinem Kreuz, ja, und dann irgendwie die Idee, wir sollen es ihm nachmachen.

[35:24] Aber Frage, die Jünger, die ihm dazuhören, wie viele von denen haben da an Jesus gedacht bei der Idee, wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt? Wie viele von den Jüngern haben an Jesus gedacht? Keiner. Die wären nie im Leben drauf gekommen, dass Jesus jemals gekreuzigt wird. Wir kennen die Geschichte von der Kreuzigung Jesu, das war für die Jünger, die das hier hören, überhaupt das fernste überhaupt. Die wären nie im Leben drauf gekommen, dass Jesus überhaupt nur in der Nähe eines Kreuzes sein könnte. Er war doch der König, oder?

[35:51] Das heißt, für sie war die Perspektive, Jesus ist ein König, aber vielleicht muss ich gekreuzigt werden. Jesus deutet das natürlich schon an, indem er sagt, folge mir nach. Das war so ein erster Hinweis für die Jünger, was er selbst durchmachen würde. Ihr wisst später, da kommen wir noch zu in den nächsten Monaten irgendwann, sagt er mehrmals deutlich, was passieren würde. Und selbst da verstehen sie es gar nicht, sie begreifen es nicht.

[36:20] Was war denn das Kreuz? Was bedeutet das denn, sein Kreuz auf sich nehmen? Rein praktisch, woran haben denn die Jünger gedacht, als sie hörten, das Kreuz auf sich nehmen? Wer wurde, wer musste sein Kreuz auf sich nehmen? Also, als der Petrus und Johannes das zum ersten Mal hören, der nehme sein Kreuz auf sich, woran haben die gedacht? Woran hat ein Jude gedacht, zur Zeit von Jesus, als es heißt, sein Kreuz auf sich nehmen? An eine echte Kreuzigung, oder? An eine echte, reale Kreuzigung, wo derjenige, der gekreuzigt wird, das Kreuz selber trägt. Und gekreuzigt werden konnten nur römische Nichtbürger. Und das heißt, die Idee ist erstmal sehr simpel. Jesus sagt, seid ihr bereit für mich zu sterben?

[37:24] Klar, es stimmt, weiter theologisch kann man auch sagen, ja, wir nehmen unser Kreuz auf uns, indem wir uns selbst verleugnen, indem wir verschiedene Dinge für Jesus bereit sind zu leiden und so weiter, aber ganz vom Text her, war seine Frage, seid ihr bereit für mich zu sterben? Was haben wir gesehen? Sie haben ihn überwunden durch das Blut des Lammes und durch das Wort ihres Zeugnisses und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod. Sie haben diese ganzen Ideen hier in Matthäus 10 sehr deutlich beschrieben.

[38:01] Und warum kann Jesus sagen, ich meine, das ist ja auch eine ziemlich starke Aussage, zu sagen, wenn du nicht bereit bist für mich zu sterben, bist du meiner nicht wert. Das musst du erstmal, also, warum kann Jesus das sagen? Warum kann er sagen, wenn du nicht bereit bist für mich zu sterben, bist du meiner nicht wert.

[38:25] Er ist für uns gestorben und er hat den Himmel verlassen und hat ein Risiko auf sich genommen, das er von keinem seiner Nachfolger verlangt. Er hat das Risiko des ewigen Verderbens auf sich genommen. Er war wirklich, jeder der ihm nachfolgt, wird niemals in so einer Situation sein müssen, wie Jesus das war. Er hat den sehr viel größeren Preis bezahlt.

[38:51] Was er damit sagen möchte, wenn du nicht mal bereit bist, dieses irdische Leben zu ergeben, der ich bereit gewesen bin, meine ewige Existenz aufs Spiel zu setzen. Wie sollen wir jemals Gemeinschaft haben? Und das erklärt sich jetzt in Vers 39, mit dem letzten Vers von heute. Da sagt er nämlich, wer sein Leben findet, der wird es verlieren. Und wer sein Leben verliert, um meinen Willen, der wird es finden.

[39:21] Was will er mit anderen Worten sagen? Es geht wieder um diese Frage mit der Entscheidung, was mache ich, wenn ich plötzlich vor der Wahl stehe, Eltern oder Jesus? Die Frage, was liebe ich mehr? Wenn ich vor der Wahl stehe, mein Leben oder Jesus? Sagt Jesus, schau mal, wenn du denkst, dein Leben ist so wichtig, aber du entscheidest dich deswegen gegen mich, verlierst du dein Leben, weil du kannst kein ewiges Leben haben. Wenn du aber mich liebst und mir vertraust, dann kannst du sogar auf dein Leben hier verzichten, weil du wirst noch ewig leben.

[40:15] Könnt ihr sehen, dass das nur möglich ist, wenn man Jesus wirklich von Herzen vertraut. Kein Mensch macht das ohne Vertrauen, wenn er einigermaßen bei Sinnen ist. Vielleicht Fanatiker machen das noch, die irgendwie ihr Leben verachten. Aber ein Mensch, der bei Sinnen ist, würde so etwas nur tun, wenn er ein absolutes Vertrauen in Jesus hat. Und deswegen verlangt Jesus auch von niemandem, einfach Märtyrer zu sein. So ein letzter Schritt ist nur möglich, wenn man ganz viel Erfahrung mit Jesus gemacht hat und weiß, er lässt mich nicht im Stich und was er versprochen hat, das hält er. Das ist quasi so das größte Zeugnis für die Treue Jesu, das man geben kann, wenn man sagt, okay, ich glaube Jesus, dass er ein ewiges Leben bereithält, deswegen entscheide ich mich für ihn, selbst wenn es mich jetzt mein Leben kosten würde.

[41:08] Und diese Erfahrung haben die Märtyrer gemacht, die im antiken Rom umgebracht worden sind. Diese Erfahrung haben die Märtyrer gemacht, im Mittelalter. Paulus hat die Erfahrung gemacht, oder? Er wusste, die Krone der Gerechtigkeit ist mir beigelegt. Er wusste, als er dann zu Nero ging, er wird dann verurteilt werden, er wird umgebracht werden. Und er war bereit, das zu geben. Warum? Weil er Jesus mehr liebte als sein Leben.

[41:39] Das ist die Idee, sie haben ihr Leben nicht geliebt. Das heißt nicht, dass sie ihr Leben nicht geliebt haben, sie haben ihr Leben quasi weniger geliebt als Jesus. Und jetzt kann man denken, ach, wie heroisch. Schaut mal, der Weg dahin beginnt damit, dass ich jeden Tag Jesus mehr liebe als mein Leben. In dem Sinne, dass wenn ich mich jetzt entscheiden muss, das was ich will und was Jesus möchte, ich aus Liebe zu Jesus das tue, was Jesus möchte.

[42:09] Ja, am deutlichsten, wie wir sehen, gerade in Offenbarung 13, was hast du schon angedeutet. Bei Offenbarung 13, man will sich zeigen, wer mehr liebt Jesus oder wer die Welt und die Kompromisse mit der Sünde. Ganz genau. Halten wir fest, Jesus ist hier sehr deutlich. Aber indem er sehr deutlich ist, bringt er quasi das zugrundeliegende Prinzip ganz klar zu Tage, dass wir anwenden können auf alle alltäglichen Lebensbereiche, nämlich wen liebe ich mehr. Gibt es irgendeinen Menschen, irgendeine Sache, die mir wichtiger ist als Jesus, dann kann ich nicht effektiv für ihn Zeugnis geben, weil ich nicht wirklich Gemeinschaft mit ihm habe.

[42:47] Und wenn wir für ihn Zeugnis geben, dürfen wir wissen, er ist bei uns, er wird sich um uns kümmern, Gott wird sich um uns sorgen. Aber wir müssen auch erwarten, dass es Widerstand gibt, dass unsere Liebe getestet wird, wie sehr wir Jesus lieben. Wollen wir uns vornehmen, jeden Tag Gott besser kennenzulernen, dass wir seine Liebe immer besser verstehen, dass wir dann auf einem festen Fundament stehen und die richtigen Entscheidungen fällen? Lass uns noch gemeinsam niederklingeln und beten.

[43:22] Lieber Vater im Himmel, niemand von uns bringt einen Glauben eines Märtyrers mit, um dich zu beeindrucken. Niemand von uns hat das. Aber wir können jeden Tag wie ein Kind von dir lernen und jeden Tag von deinem Heiligen Geist erfüllt werden und immer mehr Vertrauen zu dir aufbauen, dass wir bereit sind, dir in immer mehr Lebensbereichen so zu vertrauen, dass wir deinen Willen tun und nicht unseren Willen, bis wir es gelernt haben, dass du nur das Beste für uns willst und dass deine Verheißungen immer wahr sind, und dass wir schlussendlich, wenn es so weit kommen sollte, sogar bereit wären, unser Leben zu geben. Herr, wir danken dir, dass du, Herr Jesus, dein Leben gegeben hast und dass du den Himmel verlassen hast, weil du uns so sehr geliebt hast. Und Herr, wenn wir diese Liebe betrachten, dann bekommen wir immer mehr ein Verlangen, bei dir zu sein und mit dir zu leben. Wir bitten dich, dass du uns jeden Tag neu daran erinnerst, was du von uns getan hast. In deinem Namen beten wir, Herr Jesus. Amen.

[44:53] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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