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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt beginnt Christopher Kramp mit der Betrachtung der Speisung der 5000, einer der wenigen Geschichten, die von allen vier Evangelisten berichtet wird. Er beleuchtet die Gründe, warum Jesus sich mit seinen Jüngern zurückzog, um Ruhe zu finden und sich zu erholen. Dabei wird die Bedeutung von persönlicher Zeit mit Jesus, Reflexion und die Gefahr des geistlichen Stolzes thematisiert. Die Predigt betont die Notwendigkeit einer ausgewogenen Haltung zwischen Ruhe und Dienst, sowie die Liebe zu den Mitmenschen, die uns dazu treibt, persönlichen Komfort aufzugeben.

In dieser Predigt wird die Geschichte von der Speisung der 5000 aus den Evangelien beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, warum diese Geschichte von allen vier Evangelisten berichtet wird und welche tiefere Bedeutung sie hat. Er betont die Notwendigkeit von Ruhe und Zeit mit Jesus, aber auch die Bereitschaft, Opfer für die Nächstenliebe zu bringen. Die Predigt ermutigt zu einer ausgewogenen Lebensführung im Dienst für Gott und die Menschen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de zu einer neuen Folge. Wir werden heute weiter studieren im Leben Jesu und eine besondere Geschichte beginnen zu studieren. Und bevor wir das gleich erklären, worum es gehen wird, wollen wir Gott einladen, uns durch seinen Geist zu führen. Und wo es möglich ist, möchte ich uns einladen, dass wir gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, wir beugen unsere Knie jetzt vor dir, weil wir wissen, dass du uns gerne segnen möchtest. Du möchtest gerne, dass wir dich besser kennenlernen. Und du möchtest gerne, dass es uns gut geht. Du möchtest gerne, dass wir verstehen, wie sehr du uns liebst. Und deswegen kommen wir zu dir und erwarten das, weil du es uns versprochen hast. Und wir danken dir, dass wir glauben dürfen, dass du jetzt durch deinen Geist in unserer Mitte bist und dass das Wort, das wir lesen werden, eine Kraft hat, die unser Leben tatsächlich jetzt hier verändern kann. Und darum bitten wir dich von ganzem Herzen nach deiner Verheißung im Namen Jesu. Amen.

[2:01] Wir wollen beginnen, eine Geschichte zu studieren, die besonders ist. Und zwar deswegen, weil sie zu den wenigen Geschichten gehört in den Evangelien, die von allen vier Evangelisten berichtet werden. Ihr wisst ja, manche Geschichten werden von Matthäus, von Markus berichtet, von Lukas, manche werden nur von Johannes berichtet. Das geht so hin und her. In all den Jahren, die wir bisher studiert haben, wisst ihr, welche Geschichten, die wir bisher angeschaut haben, wurden von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes berichtet? Ja, die haben wir noch nicht angeschaut. Ja, genau. Also bei der Kreuzigung gibt es einige Geschichten dann, ja. Aber bis zu dem Zeitpunkt hier, gibt es eine Geschichte, die von allen vier berichtet wird? Okay, ich löse es auf. Es ist nicht der Fall. Bis zu diesem Zeitpunkt, für die ersten zweieinhalb Jahre des Dienstes Jesu und seiner ganzen Kindheitsgeschichte, gibt es nicht eine Geschichte, bis zu der jetzt, die von allen vier berichtet wird. Selbst seine Taufe wird von Johannes nicht berichtet. Ja, oder die Versuchung in der Wüste, nur bei, nicht von Markus, ja. Oder nur Markus, nur ein wenig, auch nicht von Johannes. Jede Geschichte bisher war nur von einzelnen Evangelisten berichtet. Hier haben wir die erste Geschichte, wo alle vier Evangelisten, Matthäus, Markus, Lukas, Johannes den Eindruck hatten, die müssen wir erzählen. Und das wird im Laufe der Zeit noch ein bisschen zunehmen. Vor allem dann, wenn es um die Kreuzigung geht, die letzte Woche. Da gibt es viele Geschichten, die von allen berichtet werden, weil der Fokus aller Evangelisten natürlich auf diese letzte Woche gerichtet ist. Wir, die Geschichte, die wir heute anschauen, ist die, oder beginnen, nächste Woche wird es dann weitergehen, ist die Geschichte von der Speisung der 5000. Diese Geschichte ist ziemlich spektakulär. Sie ist gut bekannt und sie ist so ein bisschen auch so eine Scharnierstelle, das werden wir sehen. Denn mit ihr endet der Dienst von Jesus in Galiläa und das wird dann uns noch beschäftigen. Die Stelle findet sich an allen vier Evangelien, wie gesagt, in Matthäus 14. Schreibt ihr mal kurz auf, wenn wir das dann vor Augen haben. Matthäus 14, Vers 13 bis 21, in Markus Kapitel 6, Vers 30 bis 44, in Lukas Kapitel 9, Vers 10 bis 17 und in Johannes 6. Also, ich weiß nicht, ob das noch bewusst ist, aber wir haben schon seit Ewigkeiten hier nicht mal Johannes gelesen, weil der ganze Dienst von Jesus in Galiläa wird von Johannes ausgespart. Das endet ja in Johannes 5 mit dem Verhör Jesu im Sanhedrin und das war vor einem Jahr, sozusagen, in der Geschichte von Jesus. Also, da nimmt Johannes wieder die Geschichte auf, da werden wir noch zu kommen. Wir werden uns erstmal mit Markus beschäftigen, weil Markus, wie ihr seht, ist der, der diese Geschichte am ausführlichsten berichtet. Obwohl Markus der kürzeste ist, gibt es einige Geschichten, die von Markus besonders detailreich erzählt werden und da gehört auch diese Geschichte dazu. Schauen wir mal in Markus Kapitel 6 und dort lesen wir mal Vers 30. Da heißt es: Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündeten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten.

[6:01] Warum versammeln sich die Apostel bei Jesus? Genau. Ah ja, stimmt, wir hatten gesehen, die Jünger von Johannes dem Täufer waren auch zu Jesus gekommen. Wir haben das letzte Mal studiert, dass sie jetzt sich zu den Jüngern, also Jesus nachfolgen, weil in dieser Zeit jetzt gerade auch Johannes der Täufer enthauptet worden ist. Da kommen wir gleich noch zu, genau. Aber sind das hier die Jünger von Johannes dem Täufer? Nee, das sind die Apostel, die zwölf Apostel. Warum versammeln die sich jetzt hier und erzählen Jesus etwas? Von woher kommen die denn? Von der Missionsreise. Ihr erinnert euch, wir haben ja vor einigen Wochen diesen Missionsbefehl an die zwölf Apostel studiert, ja, sehr ausführlich. Und dann hat Jesus sie ausgesandt und jetzt kommen sie wieder. Sie kommen zurück, sie waren in wie viel Gruppen unterwegs gewesen? In sechs Gruppen, in sechs Zweiergruppen. Sie kommen wieder und sie berichten. Ich meine, das kennt ihr auch, oder? Wenn man eine Missionsreise gemacht hat, da hat man was zu berichten. Man hat spannende Gebetserfahrungen erlebt, man hat auch Krisen erlebt, Schwierigkeiten, Kontroversen. Und die wievielte Missionsreise war es für sie? Die wievielte Missionsreise war es für die Jünger gewesen? Das war die erste. Das heißt, sie waren eigentlich noch jung dabei, ja, Frischlinge sozusagen. Und sie kommen jetzt zu Jesus und erzählen ihm, was sie alles erlebt haben. Und da war nicht nur alles perfekt. Sie haben viele Fehler gemacht. Sie waren sich oft unsicher. Sie haben Widerstand erlebt. Sie sind vielleicht aus einem Dorf mal weggejagt worden oder von Leuten auch beschimpft worden. Sie haben schwierige Fragen gestellt bekommen von den Pharisäern und Sadduzäern, auf die sie keine Antwort hatten. Und dann wussten sie nicht. Und sonst konnte man Jesus fragen. Aber diesmal war Jesus nicht dabei gewesen. Jetzt mussten sie alleine klarkommen. Jetzt kommen sie alle zurück und fragen Jesus, haben wir das richtig gemacht? Hättest du das auch so gesagt, ja? Oder was hätten wir da machen sollen? Sie kommen und erzählen, was sie erlebt haben. Sie haben Redebedarf. Und interessant ist, sie verkündeten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. Die Mission der Apostel war nicht nur theoretisch. Sie haben nicht nur gepredigt, sondern was haben sie auch gemacht? Sie haben Dinge getan. Ja, was haben sie denn getan? Was stellt ihr euch vor? Was waren so die praktischen Dinge, die sie gemacht haben auf ihrer Missionsreise? Sie haben gepredigt, ja, aber was haben sie getan? Sie haben geheilt. Ja, sie haben Wunder getan. Sie haben medizinische Missionsarbeit gemacht. Sie haben gebetet. Sie haben Leuten geholfen. Die Mission der zwölf Apostel war von Anfang an praktisch, nicht nur theoretisch. Und das wissen wir, das hat der Jesus selbst so gemacht. Schaut mal in Apostelgeschichte 1. Hast du in den Finger hier? Apostelgeschichte 1 und dort Vers 1. Da gibt es eine ganz ähnliche Formulierung, die der Lukas verwendet. Apostelgeschichte 1, Vers 1. Den ersten Bericht habe ich verfasst, O Theophilus, über alles, was Jesus anfing zu tun und zu lehren. Also Jesus hat gelehrt und getan und seine Apostel, die er ausgesandt hat, die haben die Botschaft gepredigt und sie haben praktische Hilfe geleistet.

[9:56] Zurück zu Markus 6. Also Jesus hört das. Er hört sie, wie sie sprudeln und sagt, stell dir vor, wir waren in diesem Dorf und da haben sich so viele Menschen zur Taufe entschieden. Und da, da war ein Dämonenbesessener und dann haben wir in deinem Namen den Dämonen ausgetrieben. Ja, sie erzählen ihre Erfahrungen. Ihr wisst ja, das kann so richtig begeisternd sein, oder? Wenn man so Missionserfahrungen macht, die sind, die sind toll. Und jetzt sagt Jesus zu ihnen in Vers 31: Und er sprach zu ihnen: Kommt ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruht ein wenig. Es waren viele, die gingen und kamen und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen. Also sie kommen von ihrer Missionsreise und sie kommen zu Jesus, aber da ist absolutes Chaos, nicht, aber da ist viel los. Ja, großer Trubel. Und Jesus sagt: Kommt, lasst uns an einen einsamen Ort gehen. Warum? Was meint ihr? Warum sagt Jesus zu ihnen: Kommt, lasst uns mal an einen einsamen Ort gehen? Sie waren müde, ja, Mission strengt an. Ja, also wenn man ständig mit Leuten zu tun hat, braucht man auch mal eine Zeit, wo man sich zurückzieht, oder? Warum braucht man eine Zeit, in der man sich zurückzieht? Das ist einmal natürlich die Erschöpfung. Was könnte, ja, dass man sich erholt. Was könnten noch Aspekte sein, warum Jesus sie erst mal beiseite nehmen wollte, um mit ihnen alleine zu sein? Sie mussten nachdenken, sie brauchten Zeit zum Reflektieren. Ja, wenn man immer nur arbeitet und keine Zeit hat, nachzudenken, dann kann man sich auch nicht verbessern. Ja, man muss ab und zu auch Pausen haben und nachdenken, auf welchem Weg bin ich eigentlich unterwegs. Und dann gibt es noch einen ganz wichtigen Aspekt, nämlich, egal wie viel Mission wir machen, alles das, was wir für andere tun, kann nicht unsere persönliche Zeit mit Jesus ersetzen. Auch wenn ich noch so viel predige und Flyer verteile und Gesundheitsarbeit mache oder was immer ich mache, anderen Menschen helfe, ich brauche trotzdem meine persönliche Zeit mit Jesus. Und wenn wir so geschäftig sind und so viel für andere tun, dass wir keine Zeit haben, mit Jesus Zeit zu verbringen, dann werden wir irgendwann das nicht mehr durchhalten. Ja, wir brauchen die stille Zeit mit Jesus. Und Jesus wusste, seine Apostel brauchten auch stille Zeit mit ihm.

[12:51] Martha Maria ist genau ein gutes Beispiel auch dafür. Ellen White sagt, sie haben jetzt all ihre günstigen und ungünstigen Erfahrungen ihm vorgelegt, ihre Freude und ihre Schwächen, ihre Fehler. Sie hatten echte Fehler gemacht und sie mussten jetzt von Christus korrigiert werden. Sie haben ganz offen erzählt, dass es uns passiert. Und er hat gesehen, dass sie viele Unterweisungen noch brauchten. Und dann sagt sie noch etwas. Sie sagt, auch Christus hat sich nach Ruhe gesehnt. Es war nicht nur für die Jünger, dass er mit seinen Jüngern dabei sein konnte. Er hatte ihm viel zu sagen. Sie waren durch verschiedene Konflikte durchgekommen und bisher hatten sie immer mit Christus konsultieren können, also so reden können. Aber jetzt waren sie alleine gewesen und sie waren oft sehr verwirrt gewesen. Und jetzt brauchten sie Hilfe. Und dann sagt sie etwas sehr Interessantes. Sie sagt, Christus ist voller Zärtlichkeit und Mitleid für alle in seinem Dienst. Also wenn wir für Jesus arbeiten, egal was wir tun, schaut Jesus mit ganz viel Mitgefühl auf uns. Und Jesus wollte den Jüngern sagen, dass Gott nicht so sehr Opfer verlangt, sondern Gnade. Sie hatten alles eingesetzt für die Menschen und das hat sie körperlich und mental ausgezehrt. Es war ihre Pflicht, sagt Ellen White, zu ruhen.

[14:40] Ein ganz wichtiger Punkt. Es war ihre Pflicht, zu ruhen. Und es gibt noch einen Punkt, den wir vielleicht manchmal nicht so schnell denken. Welche Gefahr besteht denn darin, wenn ich in der Mission bin und in der Mission Erfolg habe? Gibt es da noch eine andere Gefahr, außer dass ich jetzt vielleicht körperlich mich verausgabe und irgendwann schwach werde? Welche andere Gefahr könnte es geben, wenn ich in der Mission großen Erfolg habe? Ja, dass man sich selbst erhöht, dass man denkt, meine Güte, ich war so toll, ich habe so toll gepredigt und ich habe da so einen guten Dienst gemacht. Deswegen haben sich die Menschen bekehrt. Sie sagt, die Jünger waren in der Gefahr, geistlich stolz zu werden und sie mussten sich wieder neu auf Jesus fokussieren.

[15:35] Und dann sagt sie, so wie Mose in der Wüste Sinai und wie David im Hügelland Judäa, so wie Elia am Bach Kiri, so mussten auch die Jünger sich wieder etwas von dieser Geschäftigkeit wegbewegen und Ruhe haben und Zeit mit Jesus verbringen. Und sie sagt, sie mussten mit Jesus kommunizieren, sie mussten mit der Natur kommunizieren und mit ihren eigenen Herzen. Also das ist ein wichtiger Punkt, von dem wir lernen können. Wir müssen zu Jesus sprechen und von ihm Botschaften empfangen und sie empfiehlt uns auch, dass wir das in der Natur tun, in der freien Natur und dass wir auch unsere eigenen Herzen erforschen. Lass uns überlegen, wie sieht es in meinem Herzen aus, auch wenn ich vielleicht in der Mission großen Erfolg gehabt habe.

[16:32] Also, lesen wir weiter. Markus 6, Vers 32. Da heißt es: Und sie fuhren allein zu Schiff an einen einsamen Ort. Und Jesus sagt: Kommt, wir gehen mal in Klausur. Wir nehmen uns ein bisschen Zeit und wir fahren da an diese andere Stelle und da sind wir für uns alleine und da fahren sie jetzt hin. Vers 33.

[17:00] Ah, Verzeihung, bevor wir das lesen, gehen wir erst zu Matthäus. Springen wir in den Parallelvers. Es gibt noch einen anderen Grund. Also diese Ruhephase, die Jesus hier seinen Jüngern und sich selbst verordnet, hatte eine ganze Reihe von verschiedenen Gründen. In Matthäus 14, Vers 13 finden wir einen weiteren Grund. Matthäus 14 und dort Vers 13. Da lesen wir nämlich: Und als Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort zurück. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach. Hier gibt es einen anderen Grund. Was ist der Grund hier, warum Jesus sich jetzt mit den Jüngern zurückzieht? Da heißt es ja: Und als Jesus das hörte. Welche Frage müssen wir stellen, wenn wir lesen: Und als Jesus das hörte? Was hat er gehört? Und was hat er gehört? Der Tod von Johannes, dem Täufer. Von wem hat er es gehört? Von wem hat er es gehört? Von den Jüngern des Johannes.

[18:14] Also das eine ist, die Jünger des Johannes kommen zuerst und sagen zu Jesus, was hat Jesus gemacht, während die Apostel unterwegs waren? Was hat Jesus eigentlich gemacht, wisst ihr das? War Jesus einfach irgendwo zu Hause und hat einfach Däumchen gedreht? Was hat Jesus gemacht, als sie zwölf unterwegs waren? Ellen White sagt, Jesus hat selbst seine eigene Missionstour gemacht. Er war auch in bestimmten Dörfern und Städten und hat gepredigt, aber alleine, ohne Jünger. Und dann kommen die Jünger des Johannes und sagen: Jesus, hast du schon gehört? Neueste Nachrichten. Also die waren wahrscheinlich viel trauriger, als ich das jetzt darstellen kann. Johannes ist umgebracht worden. Wir haben ihn begraben. Und Jesus redet mit ihnen, nimmt sie auf in seinen Dienst und kurze Zeit später kommen die anderen Jünger alle zurück aus der Missionsreise und erzählen diese freudigen Nachrichten. Ja, da kommen also eine traurige Nachricht und eine freudige Nachricht, die prallen aufeinander und beides braucht Zeit, um es zu verarbeiten. Denn wir haben ja letztes Mal schon gesehen, dass Jesus wusste, diese Ermordung von Johannes dem Täufer hat schon den Finger gezeigt, wie es mit ihm weitergehen würde. Er wusste, er hat in dieser Ermordung von Johannes dem Täufer schon ein Zeichen der Zeit erkannt. Er wusste, er hat noch ein Jahr und seine Jünger sind noch weit davon entfernt, in einem Jahr alles übernehmen zu können, oder? Die sind gerade mal dabei, das zu lernen. Er muss sich Zeit für seine Jünger nehmen. Und das werden wir sehen, im Laufe der nächsten Monate hat Jesus sich viel öfter Zeit nur für seine Jünger genommen, weil er wusste, die müssen das Werk übernehmen.

[20:02] Also Jesus hat die Nachricht vom Tod des Johannes erfahren und zur gleichen Zeit hatte wer noch mal von Jesus erfahren, das haben wir letztes Mal angeschaut, wer hatte die Botschaft von Jesus gehört? Zur gleichen Zeit, erinnert euch, letztes Mal, haben wir gesehen, jemand hat das Gerücht von Jesus gehört, zum ersten Mal. Wer war das? Wer hat zum ersten Mal in dieser Zeit gehört, dass es Jesus gibt und gedacht? Herodes, Herodes Antipas. Also in der Zeit gleichzeitig hört Jesus von den Mordtaten des Herodes und Herodes hört zum ersten Mal von Jesus. Interessant ist ihre unterschiedliche Reaktion. Wie reagiert Herodes, als er von Jesus hört? Ja, er hat Angst, er ist irgendwie verwirrt, glaubt, das ist Johannes, der von dem Tod auferstanden ist. Er möchte Jesus sehen, aber er geht nie zu ihm hin. Er hat eine Kuriosität, er ist neugierig, aber er ändert sein Leben nicht.

[21:06] Was macht Jesus, als er hört, dass Johannes tot ist? Er nimmt sich Zeit zum Beten und Reden, Zeit in der Natur zum Reflektieren. Da sieht man auch, wie unterschiedlich, also welche beiden unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, mit einer Nachricht umzugehen. Man kann etwas hören und sagen: Oh wow, Sensationslust, was machen wir jetzt? Und man kann das Hören wahrnehmen und sich bewusst machen: Okay, da kommt noch mehr auf uns zu, wir sollten uns Zeit nehmen zum Beten und Nachdenken. Vielleicht auch ganz passend, dass das heute gerade das Thema ist, wo wir auch Nachrichten hören, die uns zeigen, selbst wenn das jetzt nicht das Ende schon ist, weil wir wissen aus der Prophetie, es gibt noch Dinge, die sich erfüllen müssen, ist es doch ein Zeichen der Zeit, das uns den Weg zeigt, was noch alles kommen wird. Und wir können uns jetzt fragen, wir können jetzt sein wie Herodes und spekulieren und irgendwelche Überlegungen machen. Oder wir können wie Jesus uns Zeit nehmen, ein wenig Zeit nehmen, um uns geistlich zu erfrischen, zu stärken, um dann den Dienst umso effektiver aufnehmen zu können. Vielleicht ist diese Corona-Krise auch ein Segen, weil wir endlich mal gezwungen sind, vielleicht mehr Zeit mit Jesus zu verbringen, weil vieles von dem, was uns ablenkt, gerade nicht da ist.

[22:41] Nun, zu dem Punkt sagt Ellen White übrigens: Die Schatten haben sich immer dichter über seinen Weg gelegt. Und die Spione waren auf seinen Fersen und überall gab es Pläne, ihn zu ruinieren. Gemeint ist Jesus. Er wusste, sein Dienst in Galiläa ist bald zu Ende. Die Szenen seines Leidens kamen immer mehr. Er wollte einen Moment allein sein.

[23:18] Jetzt Lukas 9, Vers 10. Was sagt Lukas zu dieser Geschichte? Lukas, Kapitel 9 und dort Vers 10. Da haben wir einen ganz ähnlichen Bericht, nur noch mit einer Ergänzung. In Lukas 9, Vers 10. Und die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich zurück an einen einsamen Ort bei der Stadt, die Bethsaida heißt.

[23:52] Woher kennt ihr Bethsaida? Bethsaida ist ein nicht unbedeutender Ort im Neuen Testament. Wer kam aus Bethsaida? Johannes 1, Vers 44. Philippus aber war von Bethsaida, der Stadt aus der Stadt des Andreas und Petrus. Also Bethsaida ist die Heimatstadt von Petrus, von Andreas und von Philippus. Weiß jemand noch zufällig, was Bethsaida übersetzt heißt? Bethsaida heißt übersetzt das Haus des Fisches. Ja, so wie Bethlehem, das Haus des Brotes. Bethsaida, das Haus des Fisches, das war ein Fischerdorf. Das heißt für die Jünger war das eigentlich die Heimat. Die kommen nach Hause, zumindest einige von ihnen. Jesus ist mit ihnen nicht auf Kreuzfahrtreise nach Spanien gefahren oder so. Zu Hause, an einem abgelegenen Ort. Da haben sie jetzt sich versammelt.

[25:34] Ellen White sagt, es ist sehr interessant, sie sagt, es war Frühling, so wie jetzt. Es war kurz vor dem Passafest. Ihr wisst, Passafest ist immer wann ungefähr? März, April. In diesem Jahr wahrscheinlich Anfang April. Ich glaube, am 26. März geht das jüdische Neujahr los dieses Jahr. Also so Anfang April oder so. Und sie beschreibt das so schön. Sie sagt hier, das war alles voller Grün. Und das war ein ganz schöner Ort. Da sind sie mit dem Boot hingefahren und hier konnten sie sich erholen, weil die Natur selbst so einladend war. Also unterschätzen wir die Funktion der Natur und der Ruhe in der Natur auch im Leben von Jesus nicht. Jesus hat sich oft an einsame Orte in der Natur zurückgezogen. Sollten wir auch tun.

[26:30] Jetzt gehen wir noch zu Johannes, Johannes Kapitel 6 und dort Vers 1. Und hier, wie gesagt, sind wir endlich mal wieder im Buch Johannes, im Johannesevangelium, das wir schon seit gefühlten Jahren hier nicht mehr studiert haben, weil der ganze, der ganze Dienst Jesu in Galiläa in Johannes ausgespart ist. Johannes 5 ist im Passa 29 und Johannes 6 ist in Passa 30 und das ganze Jahr dazwischen. Das fehlt, das ist dann in Matthäus und Markus und Lukas ausführlich beschrieben. Und hier in Johannes 6 Vers 1 heißt es: Danach fuhr Jesus über den See von Galiläa bei Tiberias. Und manche besetzen auch den See von Tiberias. Weiß jemand von euch, wer oder was Tiberias ist? Wer oder was ist Tiberias? Tiberias war eine der großen Städte oder die große Stadt am See Galiläa, benannt nach wem? Hat jemand eine Ahnung, nach wem Tiberias benannt sein könnte? Tiberius, genau, dem Kaiser, zu Ehren des Kaisers gebaut von Herodes. Und naja, das war die große Stadt hier.

[27:54] Ellen White sagt, die Ruhe, die Jesus und seine Jünger genommen haben, war keine Ruhe einfach nur so, um sich gehen zu lassen. Worüber haben die wohl gesprochen, die Zeit, als sie Freizeit hatten? Über die Mission, worüber haben sie noch gesprochen, also die Missionserfahrung, die sie gemacht haben. Jesus hat das nochmal ausführlich ausgewertet mit ihnen. Worüber haben sie noch gesprochen? Erfahrungen, die sie gemacht haben, ja. Also wenn ihr Jesus gewesen wärt, was hättet ihr noch alles so mit ihm besprochen? Bis seinen Dienst, ja. Ja, also sie haben sich über geistliche Dinge unterhalten, über praktische und auch theologische Fragen. Jesus hat vermutlich auch ein bisschen versucht, sie weiter schon fortzubereiten auf das, was kommen wird. Jesus hat sich freigenommen, aber diese Freizeit nicht ungeistlich verbracht. Das ist ein wichtiger Punkt. Auch in der Freizeit können wir oder sollen wir mit Jesus sein, ja. Es ist nicht so, dass wir in der Gemeinde mit Jesus sind und in der Mission mit Jesus. Wenn ich Freizeit habe, dann mache ich einfach, was ich will, sondern in der Freizeit haben wir das Vorrecht, mit Jesus Gemeinschaft zu haben als unseren besten Freund.

[29:27] Und dann gibt es noch etwas Interessantes. Jesus hat ja die ganze Zeit Wunder getan, oder? Was für Wunder hat er meistens getan? Was waren so die Wunder, die er so getan hat? Er hat geheilt, er hat Kranke geheilt. Die hatten alle möglichen Krankheiten. Die waren gelähmt, die waren taub, die waren stumm, die waren blind, die waren dämonenbesessen. Und was hat er gemacht, als hier seine Jünger erschöpft sind? Er hat kein Wunder getan. Er ist mit ihnen an einen einsamen Ort gegangen. Der selbe Jesus, der die Kranken heilt durch ein Wort, sagt nicht einfach: Seid wieder erfrischt. Er tut nicht einfach ein Wunder, weil er ja genau weiß, diese Sache ist etwas, womit wir auch in der Gemeinde als Gläubige immer wieder zu tun haben. Und wir werden nicht einfach immer durch ein Wunder plötzlich erfrischt, sondern wir müssen uns Zeit nehmen. Jesus, der all die Wunder tut, nimmt sich Zeit zur Erholung. Erholung. Ganz interessant.

[30:28] Nun, Ellen White sagt übrigens auch, und das ist auch sehr interessant, sie sagt, für die Pharisäer bestand die Religion darin, laute Aktivitäten zu machen. Nur was zu tun, um was zu tun. Aber das ist nicht die Religion von Jesus. Die Religion von Jesus besteht in einer Beziehung. Beziehung zu Gott, dem Vater. Und das Wichtigste und Entscheidendste ist es, dass wir diese Beziehung pflegen. Dass wir von Herzen sagen können: Gott ist mein Freund. Weil wir mit ihm freundschaftlichen Umgang haben, weil wir ihn kennen. Und die beste Gemeinschaft, die es gibt, ist die Kämmerlein. Das ist das Persönliche. Mit ihm also nicht. Es gibt auch andere, die sind wichtig, aber das Wichtigste ist die Kämmerlein. Das Persönliche. Am besten am frühen Morgen, also das erste, wenn ich aufstehe. Die Morgenandacht. Dass wir Zeit nehmen, zu reden mit ihm, zu hören, Gedanken zu machen über mich selbst, über meine Beziehung zu Jesus. Dinge vorhin zu bringen, den Tag vorhin zu bringen. Und dann werden wir sehen. Und ich denke, viele von euch haben vielleicht diese Erfahrung gemacht. Jesus spricht zu mir. Und er führt mich, Schritt für Schritt.

[31:43] Nun, gehen wir zurück zu Markus. Markus 6, Vers 33. Übrigens, wenn ihr das noch vertiefen wollt, es gibt im Leben Jesu ein ganzes Kapitel nur zu diesem Gedanken. Das ist sehr wertvoll. Viele tolle Gedanken, die wir jetzt aus Zeitgründen nicht alle hier lesen können. Aber das könnt ihr mal euch anschauen. Gerade jetzt, wo wir vielleicht alle ein bisschen auch zwangsverurteilt sind, etwas mehr zu ruhen. Schaut euch das mal an. Da kann man sehen, wie man eine Ruhe sinnvoll nutzen kann. Und sie nicht einfach vergeudet.

[32:14] Markus, Kapitel 6. Und dort Vers 33. Dort heißt es: Und die Leute sahen sie wegfahren. Und viele erkannten ihn. Und sie liefen aus allen Städten zu Fuß dort zusammen und kamen ihnen zuvor und versammelten sich bei ihm.

[32:39] Also im Gegensatz zu Jesus. Jesus mit seinen Jüngern auf dem Boot. Aber die Leute rennen einfach um den See. Da sieht man, wie sehr sie ihn gesucht haben. Sie haben gemerkt, er war nicht mehr da. Sie haben gefragt, wo ist er? Leute haben ihn gesehen auf dem Boot und gesagt, da geht er hin. Und dann war ihnen kein Weg zu weit. Sie wollten unbedingt zu Jesus.

[33:01] Übrigens, wenn ihr jetzt wisst, es war gerade die Zeit des Passafestes. Mit wem muss man dann also rechnen dort in der Gegend auch? Okay, ja. Was ist denn zur Zeit des Passafestes los in Israel? Viele Leute, eigentlich sind viele auf dem Weg nach Jerusalem. Das heißt, es gibt viele Leute, die auch durch das Land ziehen, eigentlich mit Ziel Jerusalem. Und jetzt stellt euch vor, da kommen so Leute, die wollen dann in ein paar Wochen in Jerusalem sein. Und die sind so auf dem Weg und die hören gerade: Ah, wisst ihr, wir sind auf der Suche nach Jesus. Jesus hat da auf die andere Seite des Sees gegangen. Und Ellen White sagt, da kamen nicht nur die lokalen Leute, sondern viele von diesen Pilgern, die eigentlich nach Jerusalem wollten, die haben jetzt gehört, Jesus ist in der Nähe. Jesus ist in der Nähe und sie haben diese Masse an Leuten noch vergrößert. Bis irgendwann, wie viele Leute da waren? Wisst ihr schon? 5000 Männer plus Frauen plus Kinder. Das können gut und gerne 20.000 Leute gewesen sein, wenn nicht mehr. 20.000, vielleicht 30.000. Ganz gewaltig. Und die kamen ihm sogar zuvor. Das heißt, Jesus ist über den See gefahren. Der See ist, von wo auch immer er gefahren ist, er ist zum See gefahren. Dann waren die schon vorher da. Das ist interessant. Manchmal sucht man die Ruhe. Und die Arbeit holt einen buchstäblich ein. Kennt ihr das? Wenn man sich so wünscht: Okay, jetzt bräuchte ich mal wirklich Ruhe. Und dann kann man richtig sehen, wie die Arbeit sich noch extra mehr wird. Na ja, aber interessant ist, was Ellen White sagt. Sie sagt, dass trotzdem Jesus unbemerkt landen konnte und sich ein bisschen Zeit mit seinen Jüngern genommen hat. Das wird beim Lesen in der Bibel manchmal nicht ganz so deutlich. Da hat man den Eindruck, die kommen an und alles umsonst. Aber Jesus hatte sich vorgenommen, er wollte mit ihnen reden und er hat es auch gemacht. Er hat ein bisschen sich Zeit genommen, er ist an einem unbemerkten Ort an Land gegangen, hat seine Jünger genommen und hat mit ihnen gesprochen. Das sieht so aus, wenn man Ellen Whites Beschreibung komplett anschaut, als ob da auch ein Hügel gewesen ist. So ein Hügel zwischen dem See und dann der Volksmenge. Und dann auf dem Hügel hat Jesus sie unten gesehen, wie sie alle da so am Bergabhang gestanden haben.

[35:32] Nun, gehen wir zurück zu Markus 6, Vers 4. Wir sind immer noch da in Markus 6, genau. Markus 6, Vers 34. Was macht Jesus jetzt? Und als Jesus ausstieg, sah er eine große Volksmenge. Und er hatte Erbarmen mit ihnen. Denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sich vieles zu lehren.

[36:02] Also er kommt jetzt da an, er nimmt sich ein bisschen Zeit mit seinen Jüngern, ja. Aber er sieht dort diese riesige Volksmenge. Was geht in ihm vor? Er denkt sich: Ich kann sie ja nicht einfach unverrichtete Dinge nach Hause schicken, oder? Er liebt sie so sehr, er könnte gut und gerne den ganzen Tag ausschlafen. So müde ist er. Er könnte gut und gerne drei, vier Tage jetzt erstmal Sabbatical machen. Und er nimmt sich ein bisschen Zeit, das was notwendig ist. Aber sobald das was notwendig ist, sich genommen hat, denkt sie: Ich muss für sie da sein, oder? Sie sind wie Schafe, die keinen Hirten haben. Kennt ihr das auch, wenn man irgendwie denkt: Jetzt hätten die Ferien noch länger sein können? Wenn man denkt, ich könnte ein bisschen mehr Ruhe noch gebrauchen. Schade, dass es schon wieder weiter geht. Jesus kennt das Gefühl. Jesus weiß, wie es ist. Er ist uns in allen Dingen ähnlich geworden. Er kennt die Erfahrungen, die wir als Menschen machen. Und er kennt auch diese Erfahrung, wo man denkt: Jetzt habe ich die Freiheit. Jetzt kann ich mal so richtig die Freizeit genießen. Wäre so schön gewesen, oder? Jesus kennt das Gefühl. Er weiß, wie das ist.

[37:29] Wann hatte Jesus schon mal Menschen gesehen und das Gefühl gehabt, sie sind wie Schafe ohne einen Hirten? Wo haben wir das schon mal gelesen? Jesus sah die Menge und er hatte Erbarmen mit ihnen, denn sie waren wie Schafe ohne einen Hirten. Es ist noch gar nicht so lange her. Ein paar Monate vielleicht. Schafe mit mir in Matthäus Kapitel 9. Matthäus Kapitel 9, Vers 36. Matthäus 9, Vers 36. Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten hatten. Und damals in Matthäus 9, was war das Nächste, was er gesagt hat? Er sprach von der Ernte, genau. Er sagt: Die Ernte ist groß, aber es fehlt an Arbeitern. Und was hat er dann zu den Jüngern gesagt? Betet um Arbeiter. Übrigens, das ist ganz wichtig. Jesus sagt nicht nur zu ihnen: Ihr müsst alles machen, betet, weil er wusste, niemand kann die Arbeit alleine machen. Er betet um Arbeiter, aber dann, was macht er auch? Nicht nur sollen sie beten, sie sollen auch gehen. Jesus hatte das Ähnliche empfunden, Achtung, am Anfang der Aussendung der zwölf Jünger. Also die Geschichte ist eigentlich die: Jesus sieht die Volksmenge und hat Erbarmen mit ihnen, weil sie sind wie Schafe ohne einen Hirten. Und dann sagt er den Jüngern: Kommt, ihr müsst auch lernen, ihnen zu helfen. Dann schickt er sie weg, sie kommen wieder und sagen: Stell dir vor, was wir erlebt haben. Und dann sagt Jesus: Okay, wir werten das mal aus. Und bei der nächsten Begegnung mit einer Volksmenge steht wieder dasselbe: Jesus hatte Erbarmen mit ihnen. Das heißt für die Jünger war jetzt folgendes: Ihre ganze Missionserfahrung, ihre ganze erste Missionsreise war eingerahmt. Am Anfang hatte Jesus Erbarmen mit den Menschen, am Ende hatte Jesus wiederum Erbarmen mit den Menschen. Ihre ganze erste Erfahrung war eingerahmt von diesem Gefühl: Jesus liebt die Menschen, er möchte ihr Hirte sein.

[40:09] Ellen White sagt, von dem Hügel schaute er auf die sich bewegende Volksmenge und sein Herz war aufgerüttelt mit Sympathie. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, wenn die Sympathie so groß ist, dass das Herz anfängt zu schlagen. Er war unterbrochen und seiner Ruhe beraubt und doch war er nicht ungeduldig. Er sah, dass es eine noch größere Notwendigkeit gab, die seine Aufmerksamkeit erforderte, als er sah, wie die Menschen kamen und immer mehr kamen. Er hat seinen Zufluchtsort verlassen und sich an einen Platz hingestellt, wo er diesen Menschen dienen konnte.

[40:53] Also halten wir fest, wir lernen zwei Dinge hier aus dieser Geschichte. Wir brauchen Ruhe, wir brauchen die Zeit mit Jesus, es ist unsere Pflicht und die hat Jesus auch nicht gecancelt. Aber wir lernen auch, im Dienst für Jesus gibt es Momente, wo wir uns persönlich noch mehr Ruhe vorstellen könnten. Und wo manchmal die Liebe zu den Mitmenschen uns dazu treiben wird, ein bisschen was von dem persönlichen Komfort aufzugeben. Weil wir sehen, dass wir zwar Jesus kennen, aber die Menschen noch nicht. Jesus hatte dieses Hirtenempfinden.

[41:38] Und dann, was hat er gemacht? Was haben wir gelesen? In Markus 6, er fing an, sie vieles zu lehren. Schaut mal mit mir in 2. Timotheus 4, Vers 2. Das ist genau das Prinzip, das Jesus hier angewendet hat. 2. Timotheus, Kapitel 4, und dort Vers 2. 2. Timotheus 4, Vers 2. Dort heißt es: Das kennt ihr bestimmt, oder? Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen. Überführe, tadele, ermahne mit aller langen Mut und Belehrung. Wisst ihr, ich kann euch aus persönlicher Erfahrung sagen, es gibt Momente, da ist es eine gelegene Zeit. Wenn man in eine Konferenz eingeladen wird, wenn man sich monatelang auf eine bestimmte Predigt vorbereitet, dann fiebert man auf den Moment vielleicht hin, dann freut man sich da zu predigen. Aber dann gibt es auch Momente, wo man vielleicht gerade müde nach Hause kommt und sagt: Ach, jetzt will ich einfach nur entspannen. Dann bekommt man einen Anruf und jemand hat eine wichtige Frage und man denkt sich: Ja, okay. Das gibt es auch. Es gibt die gelegene Zeit und es gibt auch die ungelegene Zeit. Es gibt auch die Zeit, wo wir vielleicht nicht darauf vorbereitet sind, wo wir uns nicht geistig und mental darauf eingestellt haben, jetzt werde ich eine Bibelstunde geben. Es gibt den Moment, wo wir vielleicht überrascht werden. Dass jemand gerade eine geistige Not hat. Aber der Paulus ermutigt uns, die Augen offen zu halten.

[43:09] Ja, wir brauchen Ruhe. Niemand tut Gott einen Gefallen, wenn er sich überarbeitet. Niemand tut Gott einen Gefallen, wenn er die Zeit mit Jesus vernachlässigt. Wir brauchen nicht ständig nur Aktionismus betreiben. Aber die Kehrseite der Medaille ist, wer für Jesus im Dienst ist, wird immer wieder auch ein Opfer bringen müssen. Ein Opfer an Zeit. Ein Opfer an Komfort. Ein Opfer an: Ach, darauf habe ich jetzt eigentlich keine Lust, aber der andere braucht es vielleicht. Und diese Ausgewogenheit zwischen beidem, das ist genau das, was wir aus dieser Geschichte lernen können.

[43:58] Mir hat jemand mal die Frage gestellt: Willst du sterben wie James White oder leben wie Ellen White? Und das ist das Dranne. Ellen White war auch sehr geschäftig, aber Ellen White hat ein langes Leben gelebt. Das heißt nicht, dass Leute, die früher sterben, den Fehler gemacht haben. Aber ihr wisst schon, das ist ein guter Punkt. Und einige unserer Pioniere haben nicht geglaubt. Und das war, wisst ihr, das Problem war manchmal nicht, es gab mehrere Probleme. Das eine war, dass manchmal die Geschwister sie nicht unterstützt haben. Das andere war, manchmal waren unsere Pioniere auch der Meinung, dass niemand das Werk so gut tun konnte wie sie selbst. Und es waren ja zum Teil auch sehr fähige Leute. James White, Andrews waren sehr fähige Leute, aber sie haben es oft verpasst, diejenigen, die vielleicht nicht ganz so viele Talente hatten, mit einzubinden, ihnen Aufgaben zu geben. Und so haben sie immer alles alleine machen müssen und sind dann zugrunde gegangen. Jesus hat das anders gemacht. Wir sehen hier bei Jesus das perfekte Mittel gegen Überarbeitung. Er sendet seine Jünger aus. Er bildet seine Jünger aus. Die sind zwar längst nicht so gut im Predigen wie er, längst nicht so gut im Heilen wie er, aber mit ihnen ist er effektiver, als wenn er alles alleine macht. Also nehmen wir das noch mit für heute. Wenn wir etwas für den Herrn tun, lasst uns immer auch nach Menschen suchen, die wir mitnehmen. Menschen, denen wir das erklären können, wie sie es auch machen können. Lasst uns niemals nur unsere Arbeit für den Herrn tun. Lasst uns immer auch jemanden noch mit ausbilden, die Last auf jemand anderes mitlegen, jemanden mit dazu nehmen, vielleicht auch Jüngere, Unerfahrene, damit sie auch lernen, Lasten zu tragen, weil wenn jeder ein bisschen trägt, ist es viel besser getragen, als wenn wenige alles schultern.

[45:39] Ganz genau. Und das gilt nicht nur für Prediger, die das machen sollen. Das gilt letztlich für jeden von uns. Wenn jeder von uns eine Gabel, eine Gabel mit Fähigkeiten, jeder von uns hat bestimmte Erfahrungen und es gibt bestimmt irgendjemand in der Gemeinde, der ähnliche Gaben hat. Vielleicht nicht so stark, aber ähnliche Gaben, dem ich ein Vorbild sein kann, den ich anleiten kann, mit dem ich mich zusammentun kann, den ich motivieren kann und mit dem ich dann zusammen effektiver bin, als wenn ich es alleine mache. Mit dem Gedanken wollen wir heute schließen. Nächstes Mal werden wir dann sehen, wie die 5000 satt geworden sind und wie wir uns diese ausgewogene Haltung schenken. Dass wir uns nicht überarbeiten, aber dass wir trotzdem Liebe zu unseren Mitmenschen haben und auch bereit sind, etwas dafür zu opfern. Wollen wir die in die Knie?

[46:36] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir wirklich von Herzen Dank sagen, dass wir bei Jesus so viele verschiedene Dinge lernen können und so ausgewogen und so praktisch. Herr, wir alle kennen das Gefühl, dass wir manchmal völlig überarbeitet sind, dass wir zu viel gemacht haben. Und wir kennen aber auch das Gefühl, dass wir uns einfach entspannen wollen und obwohl wir vielleicht schon ausgeruht sind, einfach keine Lust haben, jetzt wieder für dich aktiv zu sein. Aber wir können bei Jesus sehen, wie es eigentlich sein sollte. Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns immer wieder, jeden Tag Zeiten schenkst, in denen wir alleine mit dir uns geistlich auftanken, uns erfrischen, entspannen und die Beziehung zu dir pflegen. Und dass du uns gleichzeitig auch erfüllst mit deinem Geist, der sich danach sehnt, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Herr, auch heute sind die Menschen wie Schafe ohne Hirten. Und die Menschen, die sich Hirten nennen, oft in den Kirchen, die bringen sie nicht zu den grünen Auen, zu dem stillen Wasser, zu dem du sie führen könntest. Herr, erfüll uns mit deinem Geist und mit einer Sehnsucht, dass Menschen dich kennenlernen, wie du wirklich bist. Wir danken dir, dass wir so viel lernen können, auch praktisch. Und bitten dich, dass du uns diese ausgewogenen Hürden erlernst, die Berge und Territorien zu schließen. Es bin ich froh, dass du mich kennst.


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