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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt wird die biblische Geschichte der Speisung der 5.000 durch Jesus Christus beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, wie die Jünger zunächst mit menschlichen Mitteln versuchten, das Problem der Hungersnot zu lösen, und wie Jesus sie stattdessen lehrte, auf Gott zu vertrauen und das Wenige, das sie hatten, ihm zu bringen. Die Predigt betont die Bedeutung von Dankbarkeit, Vertrauen und der Erkenntnis, dass Gottes Kraft auch aus scheinbar unzureichenden Mitteln Großes bewirken kann.

In dieser Predigt wird die biblische Geschichte der Speisung der 5.000 durch Jesus Christus beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die Hintergründe und die Bedeutung dieser wundersamen Tat, die in allen vier Evangelien erwähnt wird. Er betont, wie Jesus die menschlichen Begrenzungen seiner Jünger überwand und wie wir durch Vertrauen und Dankbarkeit auch mit wenig Großes bewirken können. Die Lektionen über Abhängigkeit von Gott und die Bedeutung des Wortes Gottes werden hervorgehoben.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte" hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt, später das Video anschaut oder jetzt auch live dabei seid, obwohl ihr sonst normalerweise hier gewesen wärt. In dieser besonderen Corona-Zeit können wir heute auch leider nur einen Livestream anbieten ohne Publikum, aber das soll uns nicht daran hindern, weiter das Leben von Jesus zu studieren. Man kann vielleicht Veranstaltungen absagen, man kann Gruppenansammlungen verbieten, man kann aber das Studium des Lebens Jesu nicht verbieten. Und selbst sollte das irgendwann einmal verboten werden, dürfen wir wissen, dass wir Gott mehr gehorchen müssen als den Menschen. Wir dürfen uns immer und zu jeder Zeit mit unserem Schöpfer und Erlöser, unserem besten Freund, beschäftigen.

[1:28] Die Geschichte, die wir heute studieren wollen, gehört zu den bekanntesten, beliebtesten, vielleicht auch spektakulärsten Geschichten überhaupt. Wir haben letztes Mal schon gesehen, diese Geschichte ist die erste in der gesamten Biografie Jesu bis zu diesem Zeitpunkt, die erste Geschichte, die von allen vier Evangelisten – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – berichtet wird. Etwas, das dann nur noch für einige Ereignisse, vor allem im Kontext der letzten Woche, im Kontext der Kreuzigung und der Dinge, die dort stattfanden, da nochmal zutrifft. Im Denken der Apostel muss also diese Geschichte eine besondere Bedeutung gehabt haben. Wir haben das letzte Mal schon mit quasi der Vorgeschichte begonnen und wollen uns jetzt mitten hinein wagen und diese Geschichte studieren.

[2:21] Aber das wollen wir nicht tun, ohne vorher Gott darum zu bitten, uns mit seinem Heiligen Geist zu leiten. Und ich möchte euch einladen, wenn es euch zu Hause auch möglich ist, dass wir gemeinsam für ein Anfangsgebet niederknien. Lieber Vater, danke, danke, dass wir zu dir kommen können und dass wir mit dir reden dürfen und dass du in deinem Wort so sprichst und dass wir so viel Freude haben können, die verschiedenen Aspekte des Lebens Jesu zu betrachten. Danke, dass das so ein großer Schatz ist, wo man immer wieder neue Dinge entdecken kann und dass wir heute auch wieder spannende Dinge studieren dürfen. Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du unser Studium leitest, dass du zu uns sprichst, dass du uns erfüllst mit deinem Geist, dass wir uns in Gedanken hineinversetzen können an jenen Tag damals, als diese Geschichte, die wir jetzt studieren werden, passiert ist, dass wir die Lektionen, die Jesus damals den Menschen und seinen Jüngern beibringen wollte, dass wir sie heute lernen. Herr, darum bitten wir dich von ganzem Herzen. Amen.

[3:27] Schlagt mit mir auf, Johannes Kapitel 6. Wir haben das letzte Mal gesehen, Jesus hatte seine Jünger eingeladen, einmal auszuruhen. Sie waren gerade zurückgekommen von ihrer Missionsreise, die zwölf Apostel, die ersten Großen, und sie hatten viel zu erzählen. Wir hatten auch gesehen, dass andere Jünger zu Jesus gekommen waren. Ihr erinnert euch vielleicht noch, wer das war? Das waren die Jünger des, richtig, des Johannes, die von dem Mord an Johannes berichtet hatten und jetzt sich auch mit Jesus verbunden haben. Und Jesus selbst hatte durch die Nachricht vom Tode Johannes deutlich nochmal ein Zeichen bekommen, dass die Dinge, von denen er wusste, sie kommen werden, immer näher heranrückten. Er selbst wollte sich auch zurückziehen, sammeln, seine Jünger unterweisen, ihre Fehler berichtigen, sie einstellen auch schon gedanklich auf die Dinge, die sie jetzt bald erleben würden.

[4:32] Es war das Passah. In Johannes 6 und dort Vers 3 und 4 lesen wir: Johannes 6 und dort Vers 3 und 4. Es war aber das, verzeihung, Jesus aber ging auf den Berg und saß dort mit seinen Jüngern beisammen. Es war aber das Passah, das Fest der Juden. Das ist das Passah im Jahre 30. Wir wissen aus Daniel Kapitel 9, er hatte noch ein Jahr. Viele Menschen waren auf dem Weg nach Jerusalem, von nah und fern, um das Passah dort zu feiern. Und wir haben letztes Mal gesehen, dass eine Volksmenge bemerkte, dass Jesus an diesem einsamen Ort in der Nähe von Bethsaida sich begeben hatte und sie zu Fuß auf dem Landweg, während Jesus ja mit seinen Jüngern mit Booten gefahren war, auf dem Fuß sich in die Richtung bewegte, sich dort ansammelte. Und Jesus zwar eine Gelegenheit hatte, etwas Ruhe und Zeit mit seinen Jüngern zu verbringen, das allerdings nur sehr kurz war und er dann die Volksmenge sah. Und wir haben gesehen, wie er Erbarmen mit ihnen hatte, weil sie wie Schafe waren ohne einen Hirten. Wir haben gesehen, dass diese Formulierung, die ganze Missionsreise der Jünger am Anfang bei ihrer Aussendung und auch dann bei der Auswertung, beim Auswertungsgespräch, dass das einrahmt. Und da sind wir stehen geblieben und wollen jetzt anschauen, was am Ende dieses besonderen Tages passierte, als Jesus stundenlang Menschen geheilt und gelehrt hatte.

[6:25] In Markus Kapitel 6 nehmen wir die Geschichte auf, denn Markus berichtet diese Geschichte am ausführlichsten. Wir werden aber hin und wieder auf die anderen drei Evangelisten, die wir hier alle zur Verfügung haben, Matthäus, Lukas und Johannes, zurückgreifen. In Markus 6 und dort Vers 35, dort heißt es: Und als nun der Tag fast vergangen war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Dieser Ort ist einsam und der Tag ist fast vergangen. Die Beobachtung war nicht besonders schwer, sie hatten ja diesen Ort besonders ausgesucht, weil sie ihre Ruhe haben wollten und gar nicht wirklich, zumindest die Jünger, gar nicht wirklich damit gerechnet, dass eine solche Menschenmasse sich so schnell wieder ansammeln würde. Es gab hier wenig Möglichkeit, oder was heißt wenig, gab keine Möglichkeit, sich irgendwie zu versorgen mit Lebensmitteln. Interessant ist ja, dass Jesus eigentlich ja hierher gekommen war, um Ruhe zu haben. Und wir haben letztes Mal schon gesehen, dass er so bewegt war, dass er den Menschen helfen wollte. Ich weiß nicht, wie es dir gehen würde, wenn du wirklich deine Ruhe haben willst und du dann einen Notfall siehst. Wahrscheinlich würden wir uns schon auch noch dazu hinreißen lassen, kurz und bündig und effektiv schnell zu helfen und dann wieder Ruhe zu haben, oder? Jesus macht das anders. Er nahm sich schnell ein bisschen Ruhe, das was er dringend nötig hatte, was auch seine Pflicht war, aber dann half er und zwar den ganzen Tag. Er half den ganzen Tag, stundenlang. Das heißt, auch wenn wir im Dienste Jesu sind, sollen wir nicht praktisch schnell mal kurz helfen, sondern mit Hingabe.

[8:14] Interessant ist, dass die Leute wohl offensichtlich das Essen vergessen haben. Die Predigt von Jesus war so interessant und das zeigt uns, wenn wir wirklich die Bibel studieren, um Jesus zu finden, dann werden wir nicht auf die Uhr schauen. Dann werden wir vielleicht sogar wichtige Dinge manchmal fast vergessen, weil das Beschäftigen mit den Gedanken Gottes, mit den Worten Jesu wirklich interessant ist. Also, ich denke, jeder von euch, der schon mal diese Erfahrung gemacht hat, sich wirklich in das Wort Gottes hinein zu vertiefen und zu suchen und zu studieren und sich Gedanken zu machen, der weiß, das macht unglaublich Freude. Da kann man fast die Zeit drüber vergessen. Ellen White sagt, der Tag war irgendwann fast vorbei. Die Sonne sank im Westen und immer noch waren die Menschen alle da. Jesus hatte den ganzen Tag ohne Arbeit und Ruhe, ohne Essen und Ruhe gearbeitet. Er war gekommen, um einen Tag Urlaub zu haben. Stattdessen hat er nicht mal Zeit zum Essen gehabt. Er war, sie sagt, er war fahl im Gesicht, weiß, bleich, vor Müdigkeit und Hunger. Und die Jünger haben ihn immer wieder aufgefordert, doch endlich die Arbeit sein zu lassen. Aber sie sagt, er konnte sich nicht von dieser Menge lösen, die sich immer auf ihn drängte. Jesus hatte solch ein Herz für die Menschen.

[9:45] Aber die Jünger denken mit und zählen eins und eins zusammen und sie machen sich Gedanken um die Logistik, wie der nächste Vers deutlich sagt. Entlasse sie, Vers 36 in Markus 6, entlasse sie, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsum hergehen und sich Brot kaufen, denn sie haben nichts zu essen. Die Jünger überlegen sich ganz genau, das ist die Situation, wir müssen etwas tun. Wir können die Leute nicht alle hier ohne Essen länger behalten. Interessant ist, dass die Jünger sehr wohl sich um das Wohl der Menschen sorgten, ohne gleichzeitig mit der Kraft Gottes zu rechnen. Man kann also wirklich Sorge haben für andere Menschen und sich überlegen, wir müssen ihnen irgendwie helfen und gleichzeitig rein menschlich das betreiben. Die Jünger sind ein gutes Beispiel. Sie hatten also schon mal so viel gelernt, dass ihnen die Menschen nicht gleichgültig waren. Sie saßen nicht einfach nur zu den Füßen Jesu und hatten kein Interesse für die Menschen. Sie hatten ein echtes Interesse. Sie wollten den Menschen helfen, aber vergingen das Ganze menschlich an. Wie oft geht das uns, dass wir wirklich Interesse an anderen Menschen haben, aber ihnen vielleicht einfach nur mit unseren weltlichen Methoden, mit unserem begrenzten menschlichen Verstand helfen wollen?

[11:08] Nun, wer genau war es? Es spricht hier von den Jüngern, die hier mit Jesus redeten. In Lukas 9 wird das Ganze etwas konkretisiert. Jetzt, da wir auch die Jünger des Johannes in seinem Gefolge haben, lohnt es sich, das noch etwas genauer zu spezifizieren. In Lukas 9 Vers 12 heißt es, Lukas 9 Vers 12: Aber der Tag fing an sich zu neigen und die Zwölf traten herzu und sprachen zu ihm: Entlasse das Volk, damit sie in die Dörfer und die Höfe hingehen und einkehren und Speise finden, denn wir sind hier an einem einsamen Ort. Es waren genau die zwölf Apostel, die gerade von der Missionsreise zurückgekommen waren. Das können wir noch im Hinterkopf behalten. Jesus hatte sie ja auch an einen einsamen Ort bringen wollen, um nicht nur ihre Fehler zu korrigieren und ihre Erfahrungen erzählen zu lassen, sondern um ihnen auch wieder neue Dinge beizubringen. Und wir werden sehen, ist auch diese Geschichte letztlich ein Teil dieser Ausbildung geworden.

[12:17] Zurück zu Markus Kapitel 6 und dort Vers 37. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Wow, was für eine Aufforderung. Gebt ihr ihnen zu essen. Interessant ist, wenn man das gleiche noch mit Matthäus vergleicht. In Matthäus 14 und dort Vers 16, da wird noch ein Satz von Jesus mit überliefert, der hier bei Markus nicht steht. In Matthäus 14 Vers 16 heißt es: Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben es nicht nötig wegzugehen, gebt ihr ihnen zu essen. Also die Jünger kommen und sagen: Pass auf, du hast jetzt den ganzen Tag nichts gegessen. Die Menschen haben nichts gegessen und wir müssen jetzt was tun, weil die Sonne ist fast untergegangen. Wir haben einen Vorschlag: Wir beenden das hier, lasst die Menschen alle in die Dörfer gehen und in die Höfe, in all die Siedlungen hier und da können sie einkehren, können ins Restaurant gehen, können was kaufen, können sich verpflegen. Und Jesus sagt: Ist nicht nötig, die müssen nicht weggehen, ihr könnt ihnen zu essen geben. Und die Betonung im Griechischen, in einigen Evangelisten ist sehr deutlich: Gebt ihr ihnen zu essen. Und die Zwölf, die das gefragt haben, die ja gerade von der Missionsreise zurückgekehrt sind und die auch dort Wunder erlebt haben, die sind ziemlich platt, wie wir. Und das Erste, was sie denken können, ist: Schauen wir uns erst an, was passiert.

[13:57] Die Aufforderung von Jesus erscheint ja irgendwie ziemlich eindrücklich, oder? Sie ist allerdings nicht ohne Parallele im Alten Testament. Und das ist interessant. Die Jünger hätten eine Gelegenheit gehabt, zu wissen, was jetzt kommt, zumindest zu ahnen. Schauen wir mal in eine Geschichte im Alten Testament, die jetzt gar nicht so zu den Allerbekanntesten gehört, die aber offensichtlich hier den Hintergrund für das Handeln von Jesus bildet. In 2. Könige und dort Kapitel 4, 2. Könige Kapitel 4 und dort ab Vers 42. Dort heißt es, 2. Könige 4 ab Vers 42: Aber ein Mann von Baal-Schalisch kam und brachte dem Mann Gottes Erstlingsbrote, Achtung, 20 Gerstenbrote und Jungkorn in seinem Sack. Er aber sprach: Gib es den Leuten, dass sie essen. Und sein Diener sprach: Wie kann ich das hundert Männern vorsetzen? Er aber sprach: Gib es den Leuten, dass sie essen, denn so spricht der Herr, man wird essen und es wird übrig bleiben. Und er legte es ihnen vor und sie aßen und es blieb noch übrig nach dem Wort des Herrn.

[15:31] Das ist eine Geschichte, die die Jünger von Jesus wahrscheinlich gut kannten. Es war die einzige Geschichte in der Bibel, die sie kannten, von einer Speisung, von einer wundersamen Speisung. Wir kennen natürlich die Geschichte der Speisung der 5.000 und auch später noch die Speisung der 4.000, die wir irgendwann nochmal studieren werden. Aber die Jünger kannten nur diese Geschichte und die Geschichte war ganz deutlich: Da kommt einer und hat schon etwas zu essen, nämlich 20 Gerstenbrote und Jungkorn und er wird jetzt zu einer Gruppe gebracht, die größer ist, die so groß ist, dass man mit dem vorhandenen Essen sie nicht alle eigentlich ernähren kann. Und dann geschieht dieses Wunder, dass durch das Wort Gottes das, was vorhanden ist, für alle ausreicht, eine Gruppe von 100 Menschen. Das war die Geschichte, die die Jünger kannten. Wenn man etwas zu essen hat, vielleicht 20 Brote, kann man durch das Wort Gottes eigentlich auch 100 ernähren. Aber hier war eine riesige Menschengruppe, nicht 100 Männer, wir lesen später, es waren 5.000 Männer, neben Frauen und Kindern.

[16:37] Als Jesus also sagte: Gebt ihr ihnen zu essen, war wahrscheinlich sofort der Impuls, wir müssen jetzt irgendwie, also wir müssen jetzt irgendwie dafür sorgen. Und es wird auch ganz deutlich in einem Detail der Geschichte, das nur bei Johannes überliefert wird. In Johannes 6 finden wir nämlich noch eine persönliche Frage neben dem allgemeinen Aufruf: Gebt ihr ihnen zu essen. In Johannes 6 und dort ab Vers 5, da nun Jesus die Augen erhob und sah, dass eine große Volksmenge zu ihm kam, sprach er zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese essen können? Interessant ist diese Formulierung: Erhob seine Augen. Das kennen wir, das ist eine Formulierung, die wir bei Johannes schon gesehen haben. In Johannes 4, Vers 35, da sagt Jesus, damals im Zusammenhang mit der Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen, die Samariterin, Vers 35: Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte. Ich sage euch, hebt eure Augen auf und seht die Felder an, die sind schon weiß zur Ernte. Da kam eine große Volksmenge von Samaritern auf Jesus zu und Jesus hob seine Augen auf und er sah eine Ernte, eine geistliche Ernte.

[17:50] Und Jesus sieht ja diese Menschen, die alle von ihm etwas hören wollen, die hungrig sind nach seinem Wort, das Essen vergessen haben und er sieht eine Möglichkeit, eine wichtige, eine entscheidende, eine große Lehre den Menschen und auch den Jüngern zu vermitteln. Er fragt Philippus: Wo kriegen wir das Brot her, wo kaufen wir Brot? Denn die Jünger hatten ja gedacht, die Menschen müssten jetzt einfach Brot kaufen, aber Jesus sagt: Es ist nicht nötig, lasst es nicht hier bleiben, ihr sorgt dafür und er fragt jetzt Philippus, um ihn zu testen, wie Vers 6 sagt: Das sagt er aber, um ihn auf die Probe zu stellen, denn er selbst wusste wohl, was er tun wollte. Also Jesus hat natürlich schon einen Plan, er weiß genau, was er tun will, aber er fragt den Philippus, was müssten wir logistisch tun, um Brot zu bekommen.

[18:43] Und Philippus, übrigens, wenn Jesus unseren Glauben testet, ist es eine interessante Sache. Wir werden doch gleich sehen, dieses Brotwunder spielt natürlich an auf ein anderes Brotwunder, das wir im Alten Testament kennen, nämlich das Manna, das ja regelmäßig sechs Tage in der Woche auf die Israeliten fiel. In diesem Zuge sagt Mose in 5. Mose Kapitel 8 folgendes Interessantes. Er sagt in 5. Mose 8 Vers 2: Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, durch den der Herr, dein Gott, dich geführt hat, diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit offenbar würde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. Und dann werden wir gleich noch sehen im nächsten Vers, dann ist diese Geschichte mit dem Manna, genau nämlich diese Prüfung.

[19:35] Jesus gibt hier nicht einfach nur ein Wunder in Johannes 6 und in den anderen Versen, in anderen Kapiteln, er prüft auch seine Jünger, er prüft hier den Philippus, um zu sehen, damit auch Philippus selbst sieht, was in seinem Herzen ist. Wenn Gott uns in schwierige Situationen bringt, die wir, wo wir das Gefühl haben, wir können sie menschenmöglich nicht so richtig lösen, da gibt es irgendwie keinen Ausweg, dann tut er das, damit wir selbst erkennen, was in unserem Herzen ist. Gerade in schwierigen Situationen offenbart sich deutlicher, wer wir sind und was wir wirklich denken und was in unserem Herzen sich befindet. Und das glauben wir vielleicht gar nicht, wenn Gott uns sich manchmal so in Schwierigkeiten bringt und dann unser Herz sich offenbart, wie es wirklich denkt.

[20:28] Deswegen sagt im selben Kapitel hier Gott durch Mose in Kapitel 8 Vers 16: Der dich in der Wüste mit Manna speiste, von dem deine Väter nichts wussten, um dich zu demütigen und zu prüfen, damit er dir am Ende Gutes tue. Gott prüft nie uns, damit er irgendwie uns in eine Schwierigkeit bringt, damit wir möglichst fallen. Nein, nein, er prüft uns, damit wir etwas Gutes daraus lernen. Und diese Frage an Philippus war dazu da, um zu zeigen, wie sein momentaner geistlicher Zustand ist, damit Gott ihm, damit Jesus in dem Fall, ihm noch mehr beibringen kann, ihm segnen kann durch auch diese Erfahrung. Wenn Gott uns in schwierige Situationen bringt, in Situationen, die wir menschenmöglich nicht lösen können, lasst uns daran erinnern, dass Gott das Beste für uns will, dass Jesus das schon mit Philippus so gemacht hat.

[21:24] Also, übrigens kann man da hinzufügen noch in 5. Mose 13 Vers 4, du sollst du, 5. Mose 13 Vers 4: So sollst du dem Wort eines solchen Propheten oder eines solchen Träumers nicht gehorchen, denn der Herr, euer Gott, prüft euch, um zu erfahren, ob ihr den Herrn, euren Gott, wirklich von ganzem Herzen, von ganzer Seele liebt. Hier war eine Gelegenheit für Philippus, zu zeigen, dass er Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele liebt und völlig ihm vertraut, dass Gott hier etwas wirken kann. Aber wie wir sehen, war Philippus noch nicht ganz so weit.

[21:56] Johannes 6 und dort Vers 7, Johannes, Verzeihung, Philippus macht den Überschlag. Er schaut sich an, wie viele Leute das sind, überlegt, wie viel man kaufen müsste und dann sagt er in Johannes 6 Vers 7: Philippus antwortete ihm: Für 200 Denare Brot reicht nicht aus für sie, dass jeder von ihnen auch nur ein wenig bekommt. 200 Denare, man weiß, dass ein Denar ein Tageslohn war, dort zu der Zeit, was ein Arbeiter pro Tag verdienen würde. Wenn wir das einfach mal jetzt so in heutige Umrechnung mal versuchen, das ist natürlich immer so ein bisschen auch spekulativ, aber so ungefähr, was ein heutiger Tageslohn, wenn man so von Stunden und von 10 Euro so ganz im Mittel ausgeht, wären vielleicht 80 Euro oder so. Das heißt, bei 200 Denaren hätten wir die stattliche Summe von 16.000 Euro. Philippus steht dort auf dem Hügel, sieht die Menge und sagt: Jesus, wenn wir 16.000 Euro hier an diesem Abend investieren, wird es nicht ausreichen. So groß ist die Menge. Ich weiß nicht, wer von euch schon mal für 16.000 Euro Menschen zum Essen eingeladen hat. Das ist jetzt nicht das, was man normalerweise abends beim Weggehen an Geld mit sich trägt. Das ist gigantisch.

[23:24] Es ist sehr gut anzunehmen, dass es ein Betrag ist, der diese 200 Denare, die weit über dem lagen, was die Jünger überhaupt alle gemeinsam mit Jesus hatten. Die waren ja arm. Mit anderen Worten, es war eigentlich ziemlich unmöglich.

[23:35] Markus 6, Vers 37. Er antwortet und sprach zu ihnen: Gebt ihnen zu essen. Und sie sprachen: Sollen wir hingehen und für 200 Denare Brot kaufen, ihnen zu essen geben? Also Philippus sagt, also pass auf, wir bräuchten 16.000 Euro. Und jetzt kommen die ganzen Jünger und sagen: Okay, Jesus, ist das das, was du möchtest, dass wir tun sollen? Sollen wir jetzt in die Städte gehen? Sollen wir für 16.000 Euro, woher das Geld auch nehmen, das ist gar nicht so klar, sollen wir für so viel Geld jetzt Brot für alle kaufen? Ist es das, was du von uns möchtest? Sollen wir ein großes Opfer bringen? Sollen wir vielleicht einen großen Kredit aufnehmen, um irgendwie dieses Problem zu lösen?

[24:25] Die Jünger nehmen die Aufforderung von Jesus ernst. Sie sagen, das geht nicht. Sie wollen irgendwas tun, aber sie sehen wiederum nur die menschlichen Möglichkeiten. Wir sehen, sie haben ein Interesse an den Menschen, aber sie sehen nur, wie man ihnen menschlich helfen kann. Sie nehmen den Auftrag von Jesus ernst, sehen aber nur menschliche Möglichkeiten. Wie oft geschieht es, dass wir vielleicht den Auftrag von Jesus ernst nehmen, dass wir genau das tun wollen, was er sagt, und dann wollen wir es aber genauso tun, nur mit menschlichen Möglichkeiten. Könnte es sein, dass wir alle, dass ich, dass du, dass wir alle uns dieses Fehlers oft schon schuldig gemacht haben, dass wir Jesus beim Wort nehmen und sagen: Okay, wir wollen ihn jetzt zu essen geben, wir wollen jetzt Mission machen. Was müssen wir menschlich tun, damit der Auftrag Jesu erfüllt werden kann? Zack, zack, zack, zack, zack, zack. Dann entstehen plötzlich Summen und Dinge, die sagen: Wow, das ist ja unmöglich. Wie soll das gehen? Aber vielleicht ist das schon der falsche Ansatz.

[25:09] Es gibt noch eine Geschichte im Alten Testament, die hier als Folie uns hilft. In 4. Mose 11 fragt ein anderer Mensch, wie es möglich sein soll, eine solche Menge zu ernähren. Und diesmal ist es nicht Philippus, diesmal ist es Mose. In 4. Mose 11 Vers 13 heißt es: Woher soll ich Fleisch nehmen, um es diesem ganzen Volk zu geben? Denn sie jammern von mir und sprechen: Gib uns Fleisch zu essen. Wohlgemerkt, das ist hier nach dem, nach dem Aufbruch vom Sinai. Sie waren elf Monate am Sinai und bereits vor der Ankunft am Sinai hatten sie zum ersten Mal Manna gegessen. Mose sagt das, obwohl seit ungefähr einem Jahr sechs Tage die Woche Manna fällt, Manna fällt, Manna fällt.

[26:09] Und trotzdem fragt er jetzt in Vers 21: Und Mose sprach: 600.000 Mann Fußvolk sind es, in deren Mitte ich bin. Und du sprichst: Ich will ihnen Fleisch geben, dass sie einen Monat lang zu essen haben. Kann man so viele Schafe und Rinder schlachten, dass es für sie genug ist? Oder kann man alle Fische des Meeres einfangen, dass es für sie genug ist? Der Herr sprach zu Mose: Ist denn die Hand des Herrn zu kurz? Jetzt sollst du sehen, ob mein Wort vor dir eintreffen wird oder nicht. Mose wusste von der Sprache, er war General gewesen, er wusste, wie schwierig es ist, große Armeen zu versorgen. Er wusste, wie wichtig ein Tross ist und er wusste, wie menschenunmöglich es ist. 600.000 Mann Fußvolk und das sind ja eigentlich die waffenfähigen Männer hier, plus Frauen, plus Kinder. Mit so viel Fleisch zu versorgen, dass sie einen Monat lang zu essen haben, das ist unmöglich. Wie soll das gehen? Gott sagt: Ist meine Hand zu kurz? Bist du in deinem Leben vor Situationen, wo du denkst, das geht nicht, Gott kann hier nicht helfen. Gott sagt dir: Ist meine Hand zu kurz?

[27:08] Markus Kapitel 6, Vers 38. Er aber sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Bevor ihr in die Städte geht und einen Kredit aufnehmt über 16.000 Euro und irgendwie versucht, das herzustellen, wie viel habt ihr denn überhaupt? Schaut doch erst mal, was ihr habt. Bevor du an große Projekte denkst, schau doch erst einmal, was du schon hast. Es fehlt eine wichtige Lektion für uns für die Mission: Erst einmal zu schauen, was Gott uns schon in unserer Reichweite gegeben hat.

[27:50] Geht hin und seht nach. Und als sie es erkundet hatten, sprachen sie: Fünf und zwei Fische. Interessant ist auch in Johannes, dass wir hier nochmal wieder eine persönliche Note haben, weil einer der Apostel hier besonders hervortritt. In Johannes 6 und dort Vers 8 und 9, da sprach einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Doch was ist das für so viele? Es ist also, Andreas, der ihn findet. Andreas ist ganz besonders in der Bibel, ist er derjenige, der immer, wenn er auftaucht, bringt er jemanden zu Jesus. Wir sehen keine großen Predigten von ihm oder keine großen Wundertaten, werden zumindest nicht berichtet, hat er bestimmt sicherlich auch dann später getan, aber er ist bekannt dafür, Menschen zu Jesus zu bringen und er bringt hier diesen kleinen Jungen zu Jesus mit fünf Gerstenbroten und zwei Fischen.

[28:50] Wir haben gesehen, es waren ja auch Gerstenbrote bei Elisa, 20 Gerstenbrote. Hier sind es nur fünf Gerstenbrote. Damals waren es 20 Gerstenbrote für 100 Leute und der Mann aus Baal-Schalisch sagt: Ich weiß nicht, ob das reicht, das ist knapp. Hier sind es fünf Gerstenbrote für 5.000 Männer plus Frauen plus Kinder. Wahnsinn. Wahrscheinlich dürften es ungefähr 25.000 Menschen gewesen sein, wenn man mal rechnet, dass jede Familie vielleicht drei Kinder im Schnitt gehabt hat. 25.000 Menschen, unmöglich. Und es ist Gerstenbrot. Gerstenbrot galt in der Antike als minderwertiges Getreide. Das heißt, es war nicht mal das Beste, was man finden konnte. Und bei Johannes heißen die Fischen eigentlich Beilagen. Die Idee war sozusagen, man hat ein Brot und da isst man was drauf und damals gab es jetzt vielleicht nicht so Erdbeermarmelade oder so oder irgendwelche gesunden Aufstriche, sondern es gab dann Fisch, den man einfach so zum Brot gegessen hat. Und dieser Junge hatte zwar fünf Brote, er hatte aber nicht einmal fünf Fische, sodass man drei der fünf Brote quasi trocken essen musste. Also das ist das Bild. Was habt ihr? Und sie sammeln. Was wir haben ist, wir haben fünf Brote aus Gerste und zwei davon mit Beilage. Die anderen drei sind trocken. Ein ziemlich jämmerliches Bild.

[30:22] Das ist die Idee. Die Idee ist hier, das ist so jämmerlich, das kann man ja kaum einem Kreis von fünf Leuten anbieten. Wie viel mehr? 25.000 oder so. Und deswegen stellen sie die Frage erneut in Lukas 9 und dort Vers 13. Andreas sagte schon: Also, was ist das? Das ist ja nichts. Wieder kommen sie dem Auftrag Jesu nach, sie prüfen, sie schauen, aber sie sehen immer noch nicht die Kraft Gottes. In Lukas 9 und dort Vers 13 heißt es: Er sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, oder sollen wir hingehen und für diese ganze Menge Speise kaufen? Also sie sehen jetzt, was sie haben und sagen, das reicht nicht. Also müssen wir doch gehen, oder? Sie stellen die Frage zweimal. Erst bevor sie sehen, was sie haben und auch nachdem sie sehen, was sie haben. Also es kann sein, dass wir manchmal, sowohl bevor wir unsere Fähigkeiten und Mittel und Ressourcen gesehen haben, als auch danach den Eindruck haben, dass wir lieber doch irgendwie von außen Hilfe holen, oder?

[31:20] Aber was sagt Jesus? In Matthäus 14 Vers 18 sagt er einen kurzen, aber prägnanten Satz. Matthäus 14 und dort Vers 18, dort sagt Jesus: Da sprach er: Bringt sie mir hierher. Ein einfacher Satz, aber ein entscheidender. Bring, was du hast, zu Jesus. Was immer wir haben, auch wenn es nur wenig ist, wenn es minderwertig ist, wenn es nur halb ist, wenn nur die Hälfte und nicht mal die Hälfte der Brote eine Beilage haben. Bring es zu Jesus. Er kann es unfassbar vergrößern. Wenn du nur fünf Bibelgeschichten kennst und zwei Verse auswendig, bring es zu Jesus. Er kann bewirken, dass das tausenden Menschen zum Segen wird, buchstäblich.

[32:19] Markus 6 Vers 39. Jesus beginnt jetzt ihnen zu zeigen, was geschehen soll. Vers 39: Und er befahl ihnen, dass sie sich alle in Gruppen ins grüne Gras setzen sollten. Die Bibel sagt ja, dass Gott kein Gott der Unordnung ist, sondern der Ordnung. So sagt uns 1. Korinther Kapitel 14 auch, dass alles in Ordnung geschehen soll. 1. Korinther 14 Vers 33: Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen. Vers 40: Lasst alles anständig und ordentlich zugehen. Auch ein gewaltiges Wunder muss strukturiert und organisiert vor sich gehen. Jesus war kein Freund des Durcheinanders. Sie sollten sich alle in Gruppen setzen. Das griechische Wort hier für Gruppe ist für uns vielleicht ganz gut bekannt. Es ist das Wort Symposium. Das kennen wir von den Symposien, die wir manchmal so theologisch veranstalten oder so. Aber das meint eigentlich gar nicht theologische Veranstaltung oder so, das meint Tischgemeinschaft. Ein Tischgelage, jetzt also nicht im Partysinn, einfach eine Tischgemeinschaft.

[33:27] Und zwar hatten die Juden dieselbe Gewohnheit wie die Römer, wenn es zu einer Tischgemeinschaft kam, wenn man irgendwie zu einem Abendessen eingeladen war, da waren die Tische immer so aufgestellt, also so drei Seiten, gleich groß ungefähr. Und eine Seite blieb immer offen. Und durch diese Seite kamen dann die Bediensteten, die Knechte, und konnten die Leute, die jetzt hier außen lagen, auf den Couchen sozusagen, auf den Sesseln, auf den Kissen, die sich so hingelegt hatten, hier waren die Tische, die kleinen Tische, dann wurden die hier bedient. Und was Jesus sagt ist: Setzt sie so hier quasi in so Gruppen. Es gab natürlich keine Tische und keine Couchen, aber es gab ja Gras. Und möglicherweise haben die tatsächlich genau auch diese Form dann so eingenommen und die Jünger konnten dann die einzelnen Gruppen jeweils bedienen, Tischgemeinschaft. Mit anderen Worten, Jesus sagt, wir feiern jetzt ein Abendessen. Setzt euch schon mal hin, wie so ein feierliches Abendessen.

[34:33] Eigentlich ganz, ganz interessant. Das muss ein bisschen gedauert haben, um die ganzen Leute zu organisieren. Also jeder, der schon mal mit mehr als 20 Leuten zu tun hatte und versucht, die in ein Reihe und Glied zu bringen, weiß, 25.000 Leute in so Gruppen zu organisieren, wird ein paar Minuten gedauert haben. Und auch das wird die Jünger etwas in Anspruch genommen haben. Interessant ist hier, wie der Markus von dem grünen Gras spricht. Ja, das ist ja die Zeit des Passah. Frühling, alles blüht und ist grün und schön.

[35:06] Johannes 6 erwähnt noch zusätzlich, auch das vielleicht nur erstmal in dem Punkt, aber auch nicht unwichtig, dass es viel Gras gab. Johannes 6, Vers 10: Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich setzen. Es war nämlich viel Gras an dem Ort. Da setzten sich die Männer. Es waren etwa 5.000. Das heißt, auch die haben stundenlang gestanden. Die ganzen Predigten von Jesus, die ganzen Heilungswunder, die haben stundenlang gestanden. Keiner kam auf die Idee, sich hinzusetzen. Alle wollten was sehen von Jesus. Aber jetzt, letztlich in dieses Gras, das viel Gras, viel grünes Gras. Die Sonne geht im Westen langsam unter, sendet so dieses wunderschöne Sonnenuntergangslicht auf dieses grüne Gras, den Abhang entlang. Eine wunderschöne Szene. Alle sind verblüfft, dass sie jetzt zur Tischgemeinschaft sich einfinden sollen. Also die Jünger sind ja schon verblüfft. Aber was haben wohl die Menschen gedacht, als sie plötzlich merken, wir sitzen alle jetzt hier so in Tischgemeinschaften und keiner hat was zu essen dabei. Das muss ganz schön für Fragen gesorgt haben. Ziemlich interessant. Also die Erwartungshaltung muss wohl sehr groß gewesen sein.

[36:13] Wir erfahren auch, wie groß diese Tischgemeinschaften waren. In Markus 6 Vers 40 heißt es: Und sie setzten sich gruppenweise zu 100 und zu 50. Also, dass, wenn man jetzt Gruppengrößen von 50, vor allem die auch in anderen Versen nur genannt werden 50, in anderen Evangelien zugrunde legt. Wenn man jetzt bei 25.000 Menschen, was eine moderate Schätzung ist, sich das anschaut, dann käme man auf ungefähr 500 Tischgemeinschaften. Wenn man jetzt natürlich auch noch ein paar mehr, ein paar mehr Menschen, vielleicht waren es durchschnittlich fünf Kinder, dann hat man 35.000, dann sind es mehr. Oder wenn auch einige größer waren mit 100, dann weniger. Aber so in der Größenordnung von ungefähr 500 Tischgemeinschaften, das war eine gigantische logistische Herausforderung.

[37:03] Interessant ist, Jesus brachte seinen Jüngern bei, die große Masse zu strukturieren und zu organisieren in Einheiten, die ungefähr der Größe entsprechen, die eine Ortsgemeinde haben sollte. 50, 100. Etwas auch, dass wir aus der Struktur aus 2. Mose kennen, der Struktur des Volkes Israel. Es waren Struktureinheiten in der Organisationsreform, die in 2. Mose 18 auf Betreiben von Jethro eingeführt wurde. Das heißt es ja in Vers 21, in 2. Mose 18. Also es waren eigentlich Einheiten, die den Israeliten auch bekannt gewesen waren. Und wenn hier in Markus 6, Vers 40 steht: Und sie setzen sich gruppenweise, dann heißt das wörtlich in Reihen. Und das Wort wird eigentlich im Griechischen verwendet für Blumenbeete. Also wenn man so Blumen aussät im Garten und so Beete macht, so einzelne Reihen, dann setzen die sich so in Reihen. So möglicherweise in diesen Tischgemeinschaften, vielleicht auch ein bisschen anders, aber setzen sich so organisiert so in Reihen mit 50 und 100. Und das Interessante ist, es gibt Berichte, dass möglicherweise gerade die einfachen Leute dort auf dem Lande so bunte Kleidung getragen haben, so gelb und rot und so. Und die Idee ist hier fast so ein bisschen, als ob so Blumen sich anpflanzen, als ob dieses Bild von diesem vielen grünen Gras mit der untergehenden Sonne und dann diese vielen bunten Menschen, die so in Reihe und Glied, so wie Blumenbeete, eine ganz ganz interessante Assoziation, die sich da auftut.

[38:47] Vers 41. Die Menschen sind in Erwartung und es heißt: Und er, Jesus, nahm die fünf Brote und die zwei Fische. Und das ist der entscheidende Punkt. Er blickte nicht auf die Menschen, blickte nicht auf die Dörfer und Städte oder auf die fünf Brote und zwei Fische, er blickte zum Himmel auf und dankte. Schau nicht auf die Probleme, schau nicht auf die größte Herausforderung, schau nicht auf den mangelhaften Zustand dessen, was du hast. Schau auf zum Himmel und danke für das, was du hast. Das war das Geheimnis. Es heißt hier, er dankte, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie ihnen austeilten. Auch die zwei Fische teilte er unter alle.

[39:46] In 5. Mose 8, Vers 10, steht, dass wenn wir gegessen haben, sollen wir Gott danken, aber Jesus dankt hier schon vorher. Nicht nur, dass in 5. Mose steht, dass man Gott danken soll, wenn man satt geworden ist. Jesus weiß schon, dass sie satt werden, obwohl es gar nicht so aussieht. 1. Korinther 10, Vers 31 sagt, wir sollen alles zur Ehre Gottes tun. Jesus dankte für das bisschen, was er hatte. Statt uns zu beschweren, sollten wir nicht dafür dankbar sein, vielmehr für das, was wir schon haben. Wahrscheinlich kann ich und können wir alle davon etwas lernen, was Jesus hier getan hat. Er war dankbar für das Wenige, was er hatte und wusste, wenn es zu Gott gebracht ist, wenn sich das Wenige, was in seiner Hand war, mit der Macht Gottes verbindet, dann konnten Tausende gesegnet werden.

[40:32] Im Griechischen brach er einmal. Er brach es einmalig, aber dann verteilt er ständig, und immer wieder verteilt er es die Jünger, und die Jünger verteilten es an die Tischgemeinschaften. Die Jünger aßen zum Schluss. Sie gaben erst den anderen, auch das eine wichtige Lektion und sie gaben sie Namen von Jesus und gaben es den organisierten Menschen. Hier lernten sie eigentlich sozusagen spielerisch, symbolisch Gemeindearbeit. Sie kamen zu Jesus, empfingen das Wort des Lebens, symbolisch als das Brot und gaben es den organisierten Gemeinden.

[41:08] Markus 6, Vers 42: Und sie aßen und wurden, sie aßen alle und wurden satt. Es war eine geistliche Lektion. In 5. Mose 8, Vers 3, wird uns ja gesagt, dass das Brot vom Himmel, das übernatürliche Brot, eine eindeutige geistliche Lektion hatte. 5. Mose 8, Vers 3: Und er demütigte dich, sagt hier Gott durch Mose zu den Israeliten in der Wüste oder vor dem Land Kanaan, und er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit dem Manna, das weder du noch deine Väter gekannt hatten, um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern dass er von all dem lebt, was aus dem Mund des Herrn hervorgeht. Wir leben nicht aus dem bisschen, was wir haben, sondern aus dem, was Gott zu uns spricht.

[41:53] Das Manna sollte deutlich machen, dass sie abhängig waren von Gott. Und hier, wie Ellen White sagt, Jesus nahm den Schleier weg von der Natur und zeigte, dass es die wunderwirkende Kraft ist, Gottes, von der wir alle abhängig sind. Jesus hat diese Lektion mit dem Manna sehr gut studiert gehabt. In der Versuchung, in der ersten Versuchung in der Wüste, hat er ja diesen Vers, diesen Zusammenhang, dem Satan entgegengestellt, als der ihn dazu überreden wollte, sich einfach Brot zu machen. Auch wenn wir nicht viel wissen und nicht viel können, Gott kann uns mit dem, was wir wissen und kennen, überaus segnen und geistlich sättigen. Wir sind nicht von anderen abhängig, die für uns das Wort Gottes einkaufen, sondern wir müssen, was wir haben, zu Jesus bringen und werden immer mehr erhalten.

[42:48] Diese Idee, zu Jesus zu gehen, um etwas zu bekommen, was man essen kann, die wird aufgegriffen in Offenbarung 10, wo Johannes zu Jesus geht und von ihm etwas zu essen bekommt, aber nicht Brot, sondern das Wort Gottes, nämlich das Buch Daniel. Das soll er essen und das soll verkündigt werden. Das ist eigentlich genau diese Idee. Und wir sind auch beauftragt, das Wort Gottes von Jesus zu nehmen, zu essen und weiterzugeben und zwar an organisierte Einheiten.

[43:29] Und dann, nachdem sie alle gegessen haben, heißt es in Johannes Kapitel 6, Vers 12 so interessant. Johannes 6 und dort Vers 12: Und als sie gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt. Jesus möchte nicht, dass etwas verloren geht. Das hat mehrere Lektionen hier. Zum einen sehen wir auch, wie sehr Jesus auch das irdische Essen schätzte und dass es keine gute Sache ist, Essen, für das Gott letztlich gesorgt hat, einfach ungenutzt verderben zu lassen. Zum anderen können wir uns überlegen, was ist mit all dem geschehen, was jetzt aufgesammelt worden ist. Denn wir lesen eben in Markus 6 und dort Vers 43. Das ist auch wiederum sehr interessant.

[44:25] Markus 6, Vers 43: Und sie hoben zwölf Körbe voll an Brocken auf und auch von den Fischen. Zwölf Körbe für jeden Apostel einen. Für jeden Apostel. Sie hatten wahrscheinlich einen ganzen Zeitraum lang die anderen versorgt. Sie hatten von Jesus etwas genommen und hatten es anderen gegeben. Sie waren, so sagt uns Ellen White, die Letzten, die aßen. Sie aßen von den Brocken und es war für jeden ein Korb da. Und diese Körbe waren keine kleinen Körbe, sondern große, fast so sackähnliche Körbe, so sagen uns einige Wissenschaftler. Das war auch mehr, als die Apostel essen konnten. Und so sagt uns Ellen White, dass von diesen Resten Menschen mit nach Hause nahmen. Dieses übrig gebliebene Brot, das keiner mehr essen konnte, weil es einfach zu viel war, diente jetzt noch quasi als Missionsmaterial in den Heimatstädten, wo die Menschen hergekommen waren.

[45:42] Was immer Gott uns sagt, selbst wenn wir es gerade selbst nicht fassen können, wenn es zu viel für uns ist, wird doch einen anderen Menschen wieder ersegnen. Nichts soll verloren gehen. Aber das zeigt auch, dass wenn Gott uns segnet, dann fließt das immer über. Es gibt mehr vom Wort Gottes, als wir verstehen und begreifen können. Und auch wenn wir die Bibel noch so gründlich studieren, und manchmal habe ich so Phasen, wo ich ein Vers so mit jedem verfügbaren Parallelvers und jeder auffindbaren Ellen White-Parallele von allen Seiten betrachte. Und dann hat man das Gefühl, jetzt hat man wirklich jede Ecke umgedreht und dann hört man ein paar Wochen später eine Predigt über den Vers und sieht etwas, was man noch nie gesehen hat. Man kann, egal wie gründlich man die Bibel studiert, niemals alle Schätze heben, niemals alle Wahrheiten erkennen. Wenn Gott segnet, bleibt immer was unerkannt, immer was übrig. Etwas, was man selbst gar nicht fassen kann, was dann vielleicht für andere ist, die das sehen. Zwölf Körbe voll Essen.

[46:45] Wenn wir uns zu Jesus wenden, wenn wir unseren Blick weg wenden von den Problemen und unseren menschlichen Lösungen und aufblicken zum Vater, so wie Jesus und dankbar sind für das Wenige, was wir haben, dann kann Gott uns segnen mehr, als wir denken und verstehen. Vielleicht sollten wir noch anmerken, dass damals keine Torten von Jesus ausgeteilt wurden. Es blieb Brot. Jesus hätte mit seiner Macht auch die allerluxuriösesten Speisen dort geben können, aber das wäre nicht der Sinn seiner Lektion gewesen. Jesus möchte, dass wir gesund leben und dass wir es auch mit einfachem Begnügen. Es ist mehr als genügend da. Im Wort Gottes und im Segen Gottes.

[47:46] Wenn du das Gefühl hast, die Aufgabe, zu der Jesus uns ruft, ist zu groß und die Verbindung mit der Missionsreise der Jünger ist dir offensichtlich. Wenn du das Gefühl hast, dieses Werk abzuschließen, würde immense Investitionen kosten. Überall Schulen zu gründen, überall Gesundheitswerke, alle Menschen zu erreichen. Das ist ja, wer soll das bezahlen? Lasst uns nicht mehr so reden. Lasst uns zu Gott aufschauen. Lasst uns zu ihm aufblicken und ihm danken für die wenigen Schulen, die wir haben, für die wenigen Gesundheitsinstitutionen und Dinge, die wir haben. Lasst uns danken für das bisschen, was an Missionsarbeit schon geschieht. Lasst uns, so klein es auch sein mag, lasst uns das zu Jesus bringen. In seiner Hand, wenn es ihm geweiht ist, wird es sich vermehren und vermehren und vermehren und vermehren. Es wird mehr als genug sein, um das Werk Gottes abzuschließen, um alle Menschen mit dem Wort Gottes zu erreichen. Die Jünger waren tief beeindruckt von dieser Gegebenheit. Nichts umsonst steht sie in allen vier Evangelien. Sie sollte unser Denken völlig verändern, auch wie wir Gemeinde verstehen. Lasst uns zu Jesus kommen mit dem, was wir haben und lasst uns sehen, wie er derjenige ist, der für uns das tun kann, was wir niemals selbst tun können. Wollen wir Jesus unsere kleinen Brote und Fische heute erneut weinen.

[49:22] Lasst uns auch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir nicht erst viel investieren müssen. Danke, dass wir uns nicht erst verschulden müssen oder erst lange Qualifikationskurse absolvieren müssen. Danke, dass wir zu dir kommen können, wie wir sind mit den fünf Broten und zwei Fischen, die wir haben. Danke, dass wir dir vertrauen dürfen, dass du über so viele Ressourcen verfügst, dass du tausend Wege hast, von denen wir nichts wissen und dass wir dir einfach vertrauen dürfen. Herr, vergib uns, dass wir zu oft zwar an unsere Mitmenschen denken und auch deinen Auftrag ernst nehmen, aber es immer irgendwie in menschlicher Kraft tun wollen, mit menschlichen Methoden. Herr, vergib uns das, vergib mir, vergib uns allen und erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und schenke uns das Vertrauen, dass du Wunder wirken kannst und dass du uns befähigen möchtest, das Wort des Lebens vielen tausenden Menschen zu geben. Lass uns die Lektion dieser Geschichte lernen und danach leben aus deinem Wort, weil wir gelernt haben, dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt, sondern aus jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht. Das bitten wir im Namen Jesu, der gesagt hat, dass er das Brot des Lebens ist. Amen.


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