[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir auch im folgenden Seminar technische Probleme hatten. Wir haben natürlich alles aufgezeichnet und ihr könnt es euch später anschauen, aber jetzt müsste der Livestream hoffentlich gut funktionieren. Wir freuen uns, dass ihr ausgehalten und ausgeharrt habt und jetzt dabei seid. Auch wenn ihr später dieses Video anschaut, wir wollen weiter studieren in diesem faszinierenden Leben von Jesus.
[1:05] Letzte Woche haben wir uns eine Geschichte angeschaut, die so spektakulär war und auch so tiefen Eindruck hinterlassen hat, dass sie die erste war von allen Begebenheiten bisher, die von allen vier Evangelisten – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – beschrieben worden ist. Nämlich die Speisung der 5.000, wie Jesus mit fünf Broten und zwei Fischen 5.000 Männer plus Frauen plus Kinder satt gemacht hat und das auf eine äußerst interessante Art und Weise mit sehr viel Ordnung und sehr viel Lektionen, die wir auch über das Wort Gottes und über den Dienst in der Gemeinde lernen konnten.
[1:46] Drei der vier Evangelisten, nämlich Matthäus, Markus und Johannes, berichten uns jetzt, was sich im Folge dieses Wunders ereignet hat. Das wollen wir heute studieren und dabei eine weitere Geschichte anschauen, die es wirklich in sich hat und von der wir lernen können. Bevor wir damit beginnen, wollen wir natürlich Gott einladen, auch heute wieder unser Lehrer zu sein. Wir wollen, wo es möglich ist, dazu niederknien.
[2:17] Lieber Vater im Himmel, danke schön, dass du durch die Bibel zu uns sprichst und dass in jeder Geschichte des Evangeliums so unschätzbare Weisheiten und große Schätze vorhanden sind. Wir danken dir so sehr, dass du zu uns sprichst und dass du in unserem persönlichen Leben auf uns einwirkst und uns zu dir ziehst. Herr, danke, dass diese Geschichte, die wir heute lesen, ganz viel uns sagen kann und möchte und auch wird über das Vertrauen, das wir zu dir haben können und auch, was wir oft versäumen, weil wir uns nicht wirklich an dich halten. Herr, wir möchten dich bitten, dass die Geschichte, die wir jetzt lesen, wirklich das in unserem Herzen bewirken kann, wozu du sie gegeben hast. Wir möchten dich bitten, dass du unser Lehrer bist nach deiner Verheißung. Im Namen Jesu beten wir. Amen.
[3:18] Wir wollen beginnen unser Studium heute in Johannes Kapitel 6. Wir haben ja gesehen, Johannes hat nach quasi fast einem Jahr Pause, das zwischen Johannes 5 und 6 besteht, wieder den Faden aufgenommen und wir haben auch gesehen, wie er in Johannes 6 diese Speisung der 5.000 mitberichtet hat und in Vers 14 ist er es jetzt, der uns sagt, wie die Leute, die alle satt geworden sind, dieses Ereignis bewertet haben.
[3:59] In Johannes 6 und dort Vers 14 heißt es: „Als nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus getan hatte, sprachen sie: Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll.“ Nun, diese Aussage ist sehr interessant. Sie sagen nicht: „Das ist ein Prophet.“ Wir haben ja auch gesehen, wie Menschen immer wieder geglaubt haben, Jesus wäre vielleicht einer der Propheten, der wiedergekommen ist. Nein, sie sagen: „Das ist der Prophet, der in die Welt kommen soll.“ Und damit beziehen sie sich auf eine ganz spezifische Vorhersage, die wir in 5. Mose 18 finden und die damals jedem Juden und nicht nur den Juden gut vertraut gewesen ist.
[4:41] In 5. Mose 18 und dort ab Vers 15 hatte Gott durch Mose vorhersagen lassen: „Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern; auf ihn sollst du hören.“ Also einen Propheten wie Mose. Und wir lesen dann später in 5. Mose am Ende, dass kein Prophet mehr aufstand wie Mose, zumindest in der Zeit des Alten Testamentes. „Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken.“ Und die Israeliten waren aufgefordert, diesen Propheten zu hören.
[5:19] Vers 16: „Ganz so, wie du es von dem Herrn, deinem Gott, am Horeb erbeten hast am Tag der Versammlung, in dem du sprachst: Ich will von nun an die Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht mehr hören und das große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe.“ Wir erinnern uns, am Horeb hatte Gott die zehn Gebote gegeben, um seine Liebe und seinen Charakter und seine Regierung zu präsentieren, und die Israeliten hatten gesagt, dass er aufhören solle zu reden, weil sie Angst hatten, dass sie sterben würden. Sie hatten Angst, dass das Wort Gottes tötet.
[5:54] Wir finden das in 5. Mose, Kapitel 5 und dort Vers 25, da sagen sie: „Und nun, warum sollen wir sterben? Denn dieses große Feuer wird uns verzehren, wenn wir die Stimme des Herrn, unseres Gottes, noch weiter hören, so müssen wir sterben.“ Ein Vers vorher haben sie noch zugegeben, dass sie die Stimme Gottes gehört haben und am Leben geblieben sind. Sie sagen: „Denn heute haben wir gesehen, dass Gott mit den Menschen redet und sie am Leben bleiben.“ Und trotzdem hatten sie die Angst, dass es das Wort Gottes sein könnte, dass sie tötet. Und Gott hatte gesagt: „Okay, er hat aufgehört zu reden, direkt zu ihnen und nur noch durch Mose mit ihnen kommuniziert.“
[6:36] Vers 17 und 5. Mose 18 sagt: „Und der Herr sprach zu mir: Sie haben recht geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du es bist, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen; der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde.“ Die Lösung für das Problem war nicht einfach nur der Heiligtumsdienst, der dann nach 2. Mose 20, nach diesem Ereignis eingeführt worden ist. Nein, die wahre Lösung war dieser kommende Prophet, der die Worte Gottes eins zu eins weitergeben sollte. Und wir wissen aus der Apostelgeschichte, dass die Erfüllung dieser Vorhersage wer gewesen ist? Ganz genau, Jesus selbst.
[7:29] Die Volksmenge machte also eine richtige Beobachtung, als sie sagten: „Das ist der Prophet.“ Man könnte also sagen, hier haben Tausende von Menschen die gegenwärtige prophetische Wahrheit verstanden. Jesus war tatsächlich der Prophet, der kommen sollte. In ihm war das Wort Gottes, ja, noch mehr, er war das Wort Gottes selbst, das Mensch geworden war. Das war eigentlich das, was Gott hier durch Mose hatte angekündigt, dass er selbst kommen würde, als der Prophet uns sagen würde, was die Israeliten am Horeb nicht mehr hören wollten.
[8:14] Aber schon damals, zur Zeit von Mose, wollte Gott dem Eindruck entgegenwirken, dass das Wort Gottes tötet. Das wäre der Grund, warum die Israeliten eben nur den alten Bund wollten und nicht den neuen, weil sie sagten: „Das Wort Gottes wird uns töten.“ Mose hat den Israeliten deutlich gemacht, dass diese Idee falsch ist.
[8:36] In 5. Mose, Kapitel 8, in einer berühmten Passage heißt es hier, in Vers 3: „Und er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit dem Manna, das weder du noch deine Väter gekannt hatten, um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern dass er von all dem lebt, was aus dem Mund des Herrn hervorgeht.“ Das Wort Gottes bewirkt eigentlich nicht unseren Tod, sondern es ist unser Leben.
[9:07] So sagt es ja auch 5. Mose 32 in Vers 47. Es heißt hier, oder Vers 46, 47: „Da sprach er zu ihnen: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge, damit ihr sie euren Kindern gebietet, dass sie darauf achten, alle Worte dieses Gesetzes zu befolgen; denn es ist kein leeres Wort für euch, sondern es ist euer Leben, nicht der Tod, das Leben. Und durch dieses Wort werdet ihr eure Tage verlängern in dem Land, in das ihr über den Jordan geht, um es in Besitz zu nehmen.“
[9:33] Jesus ist das Wort Gottes und von ihm heißt es in Johannes 1, Vers 4: „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“ Gott wollte den Israeliten, wie auch den Menschen im Neuen Testament, deutlich machen, dass das Wort Gottes nicht tötet von seiner Intention her, sondern Leben gibt.
[9:58] Aber wie hat Gott das den Israeliten begreiflich machen wollen? In 5. Mose 8, Vers 3, diesem berühmten Vers, der auch von Jesus dann zitiert worden ist, als er sagte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht“, sagt uns Mose in diesem Vers, dass die Illustration für diese Wahrheit, dass das Wort Gottes Leben ist, das Manna war, das vom Himmel fiel. Das Brotwunder sollte illustrieren, dass der Mensch aus dem Wort Gottes lebt und er keine Angst vor dem Wort Gottes haben braucht.
[10:30] Und das ist interessant, denn an diesem Tag, als die Volksmenge begeistert ruft: „Das ist der Prophet, der kommen soll“ (Klammer auf: der die Worte Gottes in seinem Mund hat), hatte Jesus ja genau so ein Brotwunder getan, das ganz bewusst an die Geschichte vom Manna anknüpfte, wie wir dann auch in den nächsten Wochen noch sehen werden. In Johannes 6 war ihm das sehr bewusst und er hat auch dann am nächsten Tag den Menschen diesbezüglich einiges zu sagen gehabt und darauf hingewiesen. Aber das, wie gesagt, in den nächsten Wochen.
[11:12] Die Menschen haben also eigentlich bis zu einem gewissen Grad tatsächlich das erkannt, was sie hätten erkennen sollen, dass Jesus, der dieses Brotwunder tut, tatsächlich die Erfüllung der Verheißung aus 5. Mose ist, wo solch ein Prophet kommen soll. Wir wissen aus dem Neuen Testament, dass die Erwartung allenthalben groß war. Die Delegation der Pharisäer, die Johannes den Täufer interviewt, als der am Jordan tauft, die fragt er: „Bist du der Prophet?“ in Johannes 1, Vers 21. Wir wissen von der Samariterin am Jakobsbrunnen, dass auch sie wusste, dass ein Gesalbter, ein Christus, ein Messias kommen würde. Denn auch die Samariter glaubten ja an die ersten oder an die fünf Bücher Mose, an den kommenden Lehrer.
[12:09] Ellen White sagt dazu: „In den Tagen Mose hatte Gott Israel mit dem Manna in der Wüste ernährt. Und wer war es, der jetzt sie ernährt hatte, wenn nicht der, den Mose vorhergesagt hatte? Keine menschliche Kraft konnte aus fünf Gerstenbroten und zwei kleinen Fischen genügend Essen machen, um tausende von hungrigen Menschen zu ernähren. Und so sagten sie: Das ist der Prophet.“ Den ganzen Tag war diese Überzeugung schon gewachsen und dieser krönende Akt war die Versicherung, dass der Erlöser, auf den man schon so lange, der Befreiung, auf den man so lange gehofft hatte, dass er unter ihnen war.
[12:44] „Die Hoffnungen der Menschen“, sagt sie, „wuchsen höher und höher. ‚Dies ist der, der Judäa zu einem irdischen Paradies machen wird, wo Milch und Honig fließen. Er kann ja jedes Verlangen stillen‘, so glaubten sie oder so sagten sie. ‚Er kann die Macht der verhassten Römer brechen. Er kann Jude und Jerusalem befreien. Er kann Soldaten heilen, die in der Schlacht verwundet worden sind. Er kann ganze Armeen, Achtung, mit Essen versorgen. Mit diesem Messias kann die Schlacht gegen Rom gewonnen werden.‘ So war ihre Überlegung. Er kann Nationen erobern und Israel die langersehnte Weltherrschaft geben.“
[13:36] So ging es von Mund zu Mund in all diesen Tischgemeinschaften, die wir angeschaut haben letzte Woche. Tausende von Menschen kommen zu der Überzeugung: Das ist der verheißene Prophet und sie glauben auch, dass er der kommende König ist. Viele Prophezeiungen nach Mose, in Jesaja, Jeremia sprechen ja von diesem kommenden König.
[14:00] Und Jesus erkennt, was passiert. In Johannes 6 und dort Vers 15 sehen wir, dass er sofort begreift, was die Stunde geschlagen hat. Da nun Jesus erkannte, dass sie kommen würden, um ihn mit Gewalt zum König zu machen, zog er sich wiederum auf den Berg zurück, er allein. Jesus kannte ihre Motive. Sie hatten zwar Prophetie korrekt ausgelegt, christozentrisch ausgelegt und hatten trotzdem egoistische Motive, weil sie ein falsches Verständnis vom Wesen des Messias hatten.
[14:46] Kann es sein, dass auch wir Prophetie vielleicht sogar christozentrisch richtig auslegen und trotzdem mit der Verkündigung unserer prophetischen Wahrheit eigene egoistische Ziele verbinden? Dass wir zwar die Wahrheit erkennen und die Wahrheit sagen, aber sie nur deswegen verbreiten, weil wir uns selbst erhöhen wollen? So wie die Menschen hier, die Wahrheit, dass Jesus der kommende Prophet ist, damit verbanden, um selbst ein Weltreich, ein irdisches Weltreich zu bekommen. Wir alle stehen der Gefahr, dass wenn wir die Wahrheit erkannt haben, dass wir diese Wahrheit missbrauchen für unsere eigenen egoistischen Ziele. Ich denke, jeder von uns ist schon schuldig geworden an diesem Punkt und deswegen sollten wir aus dieser Geschichte dringend lernen.
[15:54] Jesus wusste ganz genau, er hörte zwar die Verkündigung der Wahrheit, dass es der Prophet, der kommen soll. Er wusste auch, dass sie intellektuell, theologisch recht hatten, aber er sah ihre Motive und Jesus handelte entschieden. Er wusste ganz genau, was in den Menschen vorging.
[16:13] Wir wissen aus Johannes 2 und dort Vers 23 und 24: „Als er aber am Passafest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, weil sie seine Zeichen sahen, die er tat. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte.“ Eigentlich wörtlich steht hier, sozusagen, er glaubt ihnen nicht, oder man könnte besser sagen, er glaubte ihren Glauben nicht. Er hatte kein Vertrauen in ihren Glauben, weil der nur auf Zeichen basierte.
[16:41] Das sieht man in der Geschichte von Nikodemus ganz deutlich. Nikodemus kommt und sagt: „Du bist ein großer Lehrer. Niemand kann das tun, diese Zeichen, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.“ Der Glaube von Nikodemus basierte auf den Zeichen und Jesus macht sehr deutlich, dass es nicht darum geht. Die Zeichen sind nur eine Illustration für eine tiefere geistliche Wahrheit. Echte Bekehrung des Herzens ist vor Nöten, weil Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass es einen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht wegen Zeichen, sondern wegen dem Wort Gottes.
[17:08] Und die Menschen hier in Johannes 6, die glauben wegen dem Zeichen, aber sie haben die tiefere geistliche Botschaft des Wunders, der Speisung der 5.000 nicht erkannt. Das wird durch den weiteren Verlauf dann in Johannes 6 sehr, sehr deutlich. Vor Gott ist nichts verborgen, sagt uns die Bibel. Er weiß alles und Jesus wusste ganz genau, er kannte, was sie wollte, was sie vorhatten und das zeigt nach wie vor erneut, dass er wirklich Gott ist.
[17:43] Sie haben die Prophezeiung bezüglich des Propheten richtig angewandt, aber bezüglich des Königs falsch interpretiert und in dieser Gemengelage kommt es jetzt zu einer eigensüchtigen Interpretation. Und wie wir gelesen haben, sind sie sogar bereit, diese Interpretation zur Not mit Gewalt durchzusetzen. Sie sind bereit, Jesus zu zwingen, ihre Auslegung der Prophetie anzunehmen.
[18:12] Überall dort, wo Menschen Wahrheit verkündigen und Druck und Zwang ausüben, haben sie vielleicht sehr viel intellektuelle Wahrheit aus der Bibel erfasst, aber sie kennen das Wesen des Reiches Gottes nicht. Wie oft geschieht es, dass wir Bibeltexten Gewalt antun, nur damit unsere eigene langgehegte persönliche Meinung verteidigt werden kann. Das ist nicht neu, das passierte hier dieser Volksmenge.
[18:45] Aber Jesus war ganz und gar nicht gewillt, sich von dieser begeisterten Menge zum König krönen zu lassen. Schon in Johannes 5, Vers 41 hatte er sehr deutlich gesagt: „Ich nehme nicht Ehre von Menschen.“ Jesus wartete nicht darauf, dass Menschen ihn zum König machen oder dass er irgendwie durch menschliche Aktivität und Schlauheit und Parteigast irgendwie etwas bekommen könnte. Jesus war König lange, bevor der erste Mensch überhaupt erdacht war. Er brauchte keine aufgepeitschte und euphorische Volksmenge, dass er vor dem Universum als König anerkannt wird.
[19:25] Sie waren dabei, ihn zum König zu machen. Das Griechische ist deutlich, sie standen im Begriff, es zu tun. Ellen White sagt: „In ihrem Enthusiasmus war das Volk bereit, sofort ihn zum König zu krönen. Sie sahen, dass er keine Bemühungen machte, irgendwie Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen oder eine Ehre für sich selbst zu suchen. Und darin unterschied er sich entscheidend von den Priestern und Gelehrten und den Herrschern. Und so fürchteten die Menschen, dass er vielleicht niemals seinen Anspruch auf den Thron Davids geltend machen würde.“
[20:06] Sie haben gemeinsam beraten und sich dann entschlossen, ihn mit Gewalt zu nehmen und ihn zum König von Israel auszurufen. Die Jünger vereinten sich mit der Menge und erklärten, dass der Thron Davids sein rechtmäßiges Erbe sei. Es sei nur die Demut und Mäßigkeit von Jesus, seine Bescheidenheit, so haben sie gesagt, die ihn dazu bringen würde, diese Ehre abzulehnen. Die Jünger vereinen sich mit dieser Volksmenge und so sind sie jetzt bereit, ihren Zweck auszuführen.
[20:45] Aber Jesus sah, was sich ereignen würde. Er verstand, so wie sie nicht, was das Resultat einer solchen Bewegung sein würde. Schon jetzt suchten die Priester und die Obersten, sein Leben zu töten und sie haben ihn angeklagt, die Menschen wegzuziehen. Was würde folgen? Gewalt und Aufruhr würden folgen, wenn man ihn auf den Thron setzt. Jesus hatte kein Interesse an Rebellion, an Bürgerkrieg, an gewaltsamen Protest. Das war völlig gegen sein Wesen. Das Werk des geistlichen Königreichs würde verhindert werden.
[21:26] Ohne Verzögerung musste diese Bewegung aufgehalten werden. Jesus rief seine Jünger, bat sie, das Boot zu nehmen und sofort nach Kapernaum zu gehen, damit er die Menschen entlassen könnte.
[21:45] Wir finden diese Geschichte jetzt in Matthäus 14, wo am ausführlichsten die heutige Geschichte beschrieben wird. In Matthäus 14 und dort in Vers 22 heißt es: „Und sogleich nötigte Jesus seine Jünger in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer zu fahren, bis er die Volksmenge entlassen hatte.“ Er bat sie nicht, er empfahl es ihnen nicht, er nötigte es. Er war so entschieden, weil er nicht wollte, dass er hier zum König gekrönt wird.
[22:10] Die Jünger waren wohl offensichtlich nicht allzu willig. Sie mussten überzeugt werden und Jesus handelte entschieden und direkt. Interessanterweise war Jesus bereit, Sünder in seiner Gegenwart zu tolerieren. Er war bereit, Zweifler, Kleingläubige, Menschen mit allen möglichen Gebrechen zu tolerieren, aber als Menschen in seiner Gegenwart anfingen, ihm Stolz nahezulegen, ihn zum König zu machen, als sie ihn mit Stolz verführen wollten, hat er nicht gezögert. Er hat sich sofort entschieden, gewehrt, hat sie weggeschickt und ist alleine geblieben.
[22:49] Das ist interessant. Warum handeln wir nicht wie er? Warum handeln wir nicht so entschieden, wenn Menschen uns über Gebühr loben?
[23:06] Ellen White sagt: „Niemals zuvor schien ein Befehl von Christus so unmöglich erfüllt zu werden.“ Die Jünger hatten ja lange gehofft, dass es endlich so eine Bewegung im Volk geben würde, die Jesus auf dem Thron ist. Sie haben immer gehofft: „Wann werden die Menschen es begreifen?“ Jetzt war es soweit. Sie konnten den Gedanken nicht ertragen, dass dieser ganze Enthusiasmus zu nichts werden würde.
[23:37] Die Mengen, die sich versammelten, um das Passah zu versammeln, waren ängstlich, den Propheten zu sehen. Für seine Nachfolger schien das die goldene Gelegenheit, um jetzt endlich ihren geliebten Meister auf den Thron Israels zu setzen. Das war der Moment. Nicht ohne Grund beschreibt Ellen White ganz diesen Tag und dann, was daraus folgt. Letztlich als die Krise, die große Krise in Galiläa. Das war ein entscheidender Moment. Für die Jünger war jetzt der goldene Moment gekommen und Jesus sah das ganz und gar nicht so.
[24:09] „In diesem Glühen dieser neuen Ambition“, sagt sie, „war es schwer für sie, jetzt alleine wegzugehen und Jesus alleine zu lassen. Sie protestierten gegen dieses Arrangement, aber Jesus sprach mit einer Autorität, die er niemals zuvor gegenüber ihnen ausgesprochen hatte.“ Wir sehen, wie dramatisch dieser Moment für Jesus war. Man würde denken, als neutraler Beobachter, das war doch positiv. Die Leute haben ihn geliebt, sie wollten, sie haben sogar prophetische Wahrheit erkannt. Aber Jesus war so entschieden, wie niemals zuvor. Er sagte: „Ihr geht jetzt.“
[24:49] Vielleicht ist die größte Gefahr für das Königreich Jesu, wenn Menschen sehr viel prophetische Wahrheit erkennen und dann mit ihrem eigenen Egoismus und Ambitionen vermischt, versuchen mit Gewalt äußerlich die Sache Jesu voranzubringen. Mit Manipulation, mit Druck, mit Mehrheiten. Niemals zuvor hat Jesus sich so entschieden gewehrt, wie gegen diesen Versuch, das Werk Gottes mit menschlichen Mitteln, mit Politik voranzubringen.
[25:28] In Markus 6, Vers 45, Parallelbericht. Markus 6, Vers 45 heißt es: „Und sogleich nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und ans jenseitige Ufer nach Bethsaida vorauszufahren, bis er die Volksmenge entlassen hatte.“ Es sollte keine lange Fahrt werden, denn Bethsaida war ganz in der Nähe. Wir hatten letzte Woche gesehen, dass als er mit seinen Jüngern einen einsamen Ort aufsuchte, da heißt es in Lukas 9, Vers 10: „Und die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich zurück an einen einsamen Ort bei der Stadt, die Bethsaida heißt.“ Also sie waren ganz in der Nähe von Bethsaida. Es war keine lange Strecke, man musste keineswegs den gesamten See überfahren, sondern nur von dieser Uferstelle in die Nähe Richtung Bethsaida und, wie wir dann noch später sehen werden, Richtung Kapernaum.
[26:35] Jesus hat also die Jünger fortgeschickt, die sollten jetzt schon mal gehen, damit er alleine mit den Menschen sprechen konnte und die Jünger ihm nicht in den Rücken fallen würden. Und so kümmert er sich jetzt um die Volksmenge.
[26:48] In Matthäus 14 und dort Vers 23: „Und nachdem er die Menge entlassen hatte, stieg er auf einen Berg, um abseits zu beten, und als es Abend geworden war, war er dort allein.“ Jesus, so sagt sie, hat den Menschen jetzt geboten, sich zu zerstreuen. Und zwar war seine Art und Weise so entscheidend, dass sie es nicht wagten, ihm nicht zu gehorchen. Jesus hat selten solch eine Autorität deutlich zur Schau gestellt. Man erinnert sich vielleicht an die Reinigung des Tempels. Hier war so ein kritischer Moment. Jesus hat sehr deutlich gemacht: Nicht einen Schritt weiter mit dieser menschlichen Form der Verkündigung prophetischer Wahrheit.
[27:31] Die Worte des Lobpreises und der Erhöhung starben auf ihren Lippen. Es waren dort, sagt sie, starke Männer, kräftige Männer mit starker Entschiedenheit. Aber das königliche Auftreten Jesu und seine wenigen ruhigen Worte des Befehls haben den Tumult absterben lassen und ihre Zwecke durchkreuzt. Sie erkannten in ihm eine Kraft über aller irdischen Autorität und gehorchten ohne eine Frage.
[28:08] Und jetzt ist Jesus allein. Er war ja ursprünglich gekommen, um mit seinen Jüngern allein zu sein. Und er nutzt diese Zeit jetzt, um zu beten. Er selbst hat ja gesagt, dass wir im Geheimen in unserem stillen Kämmerlein beten sollen, so in der Bergpredigt in Matthäus 6 und dort Vers 6. Und jetzt betet er. Und er betet nicht nur ein paar Minuten, er betet stundenlang und zwar für seine Jünger, so wie in Lukas 6, Vers 12.
[28:49] In Lukas 6, Vers 12 heißt es: „Es geschah aber in jenen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten. Und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott.“ Damals hat er am nächsten Morgen aus den Jüngern zwölf Apostel ausgewählt. Er hatte sie jetzt trainiert und jetzt waren sie auf ihrer ersten eigenen Missionsreise unterwegs gewesen. Sie waren gerade zurückgekommen und er hatte ein bisschen mit ihnen einige Sachen austauschen können. Sie waren dann unterbrochen worden in ihrer kleinen Klausurtagung von der großen Volksmenge. Jesus hatte all die Menschen geheilt und sie gelehrt und jetzt sie auch noch ernährt. Aber das hatte dazu geführt, dass die Jünger sich auf die Seite der Volksmenge schlugen und immer noch nicht begriffen hatten, was Jesus eigentlich wirklich für eine Mission hatte.
[29:42] Und in dieser Krisensituation entschied sich Jesus, alleine für seine Jünger zu beten. Sie waren so aufgewühlt, sie brauchten jemanden, der für sie betet. Sie hatten sich mitreißen lassen von der Begeisterung der Massen.
[30:02] Wie schnell kann es passieren, dass wir uns mitreißen lassen von der Begeisterung von anderen Menschen und den kühlen Kopf und das feste Fundament in der biblischen Prophetie verlassen, den Charakter des Werkes Gottes aus den Augen verlieren.
[30:12] Ellen White sagt: „Er flehte zu Gott stundenlang. Nicht für sich selbst, sondern für Menschen hat er gebetet. Er betete für Kraft, dass er den Menschen den göttlichen Charakter seiner Mission zeigen konnte, dass Satan nicht ihr Verständnis verblenden könnte und ihr Urteilsvermögen pervertieren könnte.“
[30:40] „Der Erlöser wusste, dass die Tage seines persönlichen Dienstes auf der Erde bald zu Ende kommen würden und dass wenige ihn als ihren Erlöser annehmen würden. In ‚Der große Kampf‘ betete er für seine Jünger. Sie würden schwer geprüft werden. Ihre lang gehegten Hoffnungen, die auf populären Irrtümern basierten, würden in einer äußerst schmerzhaften und demütigenden Art und Weise enttäuscht werden. Anstelle, dass er auf den Thron Davids erhoben werden würde, würden sie seine Kreuzigung beobachten müssen. Das würde tatsächlich seine wahre Krönung sein. Aber sie würden das nicht verstehen und als Konsequenz würden starke Versuchungen auf sie kommen. Und es wäre schwer für sie, diese als Versuchung zu erkennen. Ohne den Heiligen Geist, der ihr Denken erleuchtet und ihr Verständnis vergrößern würde, würde der Glaube der Jünger versagen.“
[31:47] Kann es sein, dass Jesus jetzt im himmlischen Heiligtum genauso für uns betet, wie damals für die Jünger? Weil wir vielleicht die Prophetie an vielen Stellen richtig verstehen und auch predigen, aber den geistlichen Charakter der Mission Jesu gar nicht wirklich verstehen. Und wir die Predigt der Prophetie für menschliche Zwecke missbrauchen.
[32:15] So heißt es, dass die Bürde für sie schwer aus dem Herzen war und dass er seine Bitten mit großem Kämpfen, mit großer Agonie und mit Tränen vor Gott brachte. Jesus betet stundenlang unter Tränen, weil die Jünger ihn zum König machen wollen.
[32:44] Könnte es sein, dass Jesus unter Tränen für mich und für dich bittet, obwohl wir vielleicht den Eindruck haben, dass wir gerade die goldenen Gelegenheiten haben, Mission zu betreiben und dies und jenes zu tun und dabei gar nicht merken, wie sehr wir eigentlich nur uns selbst erhöhen wollen. Dass Jesus unter Tränen für uns bittet, damit wir endlich erkennen, was in unserem Leben wirklich geschehen muss und was er für uns bedeutet.
[33:11] Johannes 6, Vers 16 erzählt uns ein interessantes Detail. Es heißt hier Johannes 6 und dort Vers 16: „Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab an den See.“ Ellen White macht deutlich, sie sind nicht sofort gefahren, sie haben gewartet. Sie waren unten am Ufer und haben gewartet, gewartet auf Jesus, aber er kam nicht. Und als es dunkel wurde, sind sie dann doch ins Boot gestiegen und losgefahren.
[33:40] Und dann beschreibt sie etwas Interessantes. Sie hatten Jesus mit unzufriedenen Herzen verlassen. Sie waren ungeduldig, weil er sich nicht als Herr anerkennen lassen wollte. Sie murrten, weil er es nicht erlaubt hatte, ihn zum König zu krönen oder zu erklären. Und sie haben sich selbst die Schuld gegeben, dass sie diesen goldenen Moment nicht genutzt hatten, dass sie so schnell auf ihn gehört hatten. Sie überlegten: „Wenn sie nur nachdrücklicher gewesen wären, wenn sie mehr dran geblieben wären, hätten sie vielleicht ihr Ziel erreicht.“
[34:15] Unglaube nahm jetzt ihre Gedanken und Herzen gefangen. Die Liebe der Ehre verblendete sie. Sie wussten, dass Jesus von den Pharisäern gehasst war und sie wollten ihn unbedingt so erhoben sehen, wie sie dachten, dass es ihm gebührt. Es war eine schwere Prüfung für sie, mit solch einem Lehrer verbunden zu sein, der so große Wunder tut und dann trotzdem so schlecht behandelt wird als Verführer. Sollten sie immer nur die Nachfolger dessen sein, der als falscher Prophet anerkannt wird?
[34:53] Wie sehr haben wir manchmal so Minderwertigkeitskomplexe, weil die Botschaft, die wir predigen, immer wieder falsch dargestellt wird? Können wir es ertragen, falsch dargestellt zu werden? Die Jünger hatten Probleme damit. Würde Jesus niemals seine Autorität als König anerkennen und behaupten?
[35:13] Und dann stellten sie Fragen, wie: „Warum macht er es ihnen so schwer? Warum hat der Johannes den Täufer nicht von einem grausamen Tod gerettet?“ Es war ja noch eine ganz frische Nachricht, die sie jetzt auch erst gerade bekommen hatten. Und so dachten die Jünger nach und nach, bis sie geistliche, schwere geistliche Finsternis über sich brachten. Unglaube und Zweifel brachten geistliche Finsternis. Sie fingen an zu fragen, ob Jesus nicht ein Aufschneider, ein Täuscher sei, so wie die Pharisäer es behaupten.
[35:43] Sie sollten auf dem Weg nach Kapernaum sein. Sie stiegen in das Schiff und fuhren über den See nach Kapernaum. Und Jesus war auf dem Berg und sie auf dem See. So macht es Markus 6 ganz deutlich. Markus 6 Vers 47: „Und als es Abend geworden war, befand sich das Schiff mitten auf dem See und er allein auf dem Land.“ Sie waren jetzt getrennt von ihm und das nur, weil sie aus Ambition für politische Ehrung gehandelt hatten.
[36:23] Und dann kommt das Problem. Matthäus 14 und dort Vers 24. Matthäus 14 und dort Vers 24 heißt es hier: „Das Schiff aber war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen, denn der Wind stand ihnen entgegen.“ Plötzlich gibt es schweren Seegang. Wir kennen eine ähnliche Geschichte. Wollen wir schon mal eine Geschichte gesehen, wo die Jünger plötzlich einen Sturm erleben? Richtig, das war in Matthäus 8, dort in Vers 24, als dieser Sturm auf den See Genezareth losbricht. Aber damals war Jesus im Boot.
[37:13] Ähnlich beschreibt es Johannes 6 und dort Vers 18: „Und der See ging hoch, da ein starker Wind wehte.“ Wörtlich steht im Griechischen: „Die See erwachte“, als ob dieser Sturm erwachen würde aus dem Schlaf. Und jetzt war all ihre Unglaube und ihre Ungeduld vergessen. Sie sagt: „Alle haben da gearbeitet, dass das Boot nicht sinken würde.“ Es war nur eine kurze Distanz von Bethsaida bis zu dem Punkt, wo sie jetzt Jesus treffen sollten. Und mit normalem Wetter wären sie bald da gewesen. Aber jetzt wurden sie immer weiter weggetrieben, was wir gleich noch sehen werden, auch im biblischen Bericht. Sie arbeiteten und arbeiteten an den Rudern, aber es wurde immer schlimmer.
[38:05] Und so waren sie alleine im Boot, aber doch waren sie nicht alleine. Denn Matthäus 6 sagt uns, und dort Vers 48: „Und er sah, dass sie beim Rudern Not litten, denn der Wind stand ihnen entgegen.“ Was für ein Bild! Mitten in der Finsternis rudern die Jünger Stunde um Stunde und werden abgetrieben und abgetrieben und kommen nicht hinterher. Und irgendwo auf einem Hügel, Kilometer entfernt, sieht Jesus sie in der Dunkelheit. Die Jünger konnten vermutlich kaum richtig von einem Ende des Bootes zum anderen sehen, aber Jesus auf dem Hügel sieht sie.
[38:52] Denn Jesus sieht jeden Menschen, auch diejenigen, die vor Unglaube und Zweifel sich immer weiter von Jesus wegbewegen, die mit den Problemen des Lebens kämpfen und denen die Nähe Jesu fehlt. Jesus wacht über seine Jünger selbst, als die sich gerade in eine schwierige Situation manövriert hatten. Geistlich erkennt ihre Not, er sieht ihren Zustand. Jesus sagt Ellen White: „Hatte sie nicht vergessen. Der Wächter am Ufer sah, wie diese fürchten, diese ängstlichen Menschen mit dem Sturm kämpften. Nicht für einen Moment hat er seine Jünger aus den Augen verloren.“
[39:38] Lieber Freund, liebe Freundin, wir mögen uns vielleicht von Jesus innerlich entfernt haben, weil wir seinen Charakter nicht verstehen. Aber Jesus schaut immer auf uns, er verliert uns nicht aus den Augen. Und wenn wir kämpfen und uns fragen, warum er nicht hilft, wisse: Jesus sieht jeden Ruderschlag in deinem Leben.
[40:02] So sagt sie, sie sagt mit tiefster Anteilnahme: „Folgte seinem Auge, diesem vom Sturm hin und her bewegten Boot mit seiner kostbaren Last. Denn diese Männer sollten das Licht der Welt sein. Wie eine Mutter in zärtlicher Liebe auf ihr Kind aufpasst, so wachte der mitfühlende Meister seine Jünger.“
[40:28] Als ihre Herzen unterworfen waren, als ihre unheilige Ambition niedergestillt war und als sie in Demut um Hilfe beteten, wurde sie ihnen gegeben. Das dauerte eine Zeit.
[40:41] Matthäus 14 sagt uns, wann es soweit war. Matthäus 14 und dort Vers 25: „Aber um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf den See.“ Es gab vier Nachtwachen: von 18 Uhr bis 21 Uhr, von 21 Uhr bis 24 Uhr, nach unserem modernen System von 0 Uhr bis 3 Uhr und von 3 Uhr bis 6 Uhr. Es war früh am Morgen, stundenlang. Die Jünger müssen wahnsinnig müde gewesen sein, haben sie versucht zu kämpfen. Übrigens war das eine ähnliche Zeit, in der Gott in 2. Mose 14 die Ägypter vernichtet hat.
[41:17] Und so heißt es hier: „Aber um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und Achtung, ging auf dem See.“ Nach dem Wunder mit den 5.000 Männern, die satt wurden, plus Frauen, plus Kinder, beweist Jesus schon wieder, dass er über Zugang zu übernatürlicher Kraft verfügt. Und dieses Wunder ist genauso wie das Brotwunder, nicht ohne Vorbild. Im Alten Testament. Jesus wusste, was er tat.
[41:51] In Hiob Kapitel 9 steht eine interessante Passage. In Hiob Kapitel 9 und dort Vers 8, da heißt es: „Über Gott: Er allein spannt den Himmel aus und schreitet auf Meereswogen einher.“ Gut möglich, dass die Jünger diesen Vers nicht im Kopf hatten, aber Jesus wird ihn gekannt haben. Von Gott sagt Hiob, dass er auf Meereswogen einher schreitet und Jahrhunderte, nachdem Hiob lebte, sehen wir hier Gott selbst in menschlicher Gestalt buchstäblich auf Meereswogen einher schreiten. Die Tatsache, dass er das tut, soll beweisen, dass er Gott ist.
[42:42] Psalm 93, Vers 3 und 4 sagt, dass der Herr mächtiger ist als brausende Meereswogen. Jesus will deutlich machen: Ich bin nicht angewiesen auf 5.000 Männer, die als meine persönliche Schutzmacht mich zum König machen. Ich bin nicht angewiesen auf die Mehrheit, die jetzt per demokratischen Beschluss vielleicht mich zum König erhebt. Ich bin nicht angewiesen auf die Armeen Israels, die mich unterstützen. Er ist König in sich selbst. Keine menschliche Macht kann ihn erhöhen. Er braucht weder menschliche Kraft noch Partei, um als König anerkannt zu werden.
[43:24] Ellen White schreibt: „Wie plötzlich ein Lichtstrahl dieser geheimnisvollen Figur offenbart, die sich ihnen nähert. Aber sie wissen nicht, dass es Jesus ist.“
[43:35] Schauen wir in Johannes 6 und dort Vers 19. Da wird dieses Abdriften impliziert, denn es heißt: „Als sie nun ungefähr 25 oder 30 Stadien gerudert waren“, das sind so ungefähr 4,5 bis 5,5 Kilometer, und das macht sehr deutlich, dass sie abgedriftet sind, denn die eigentliche Strecke dort, wo sie gewesen sind, in der Nähe von Bethsaida bis nach Bethsaida oder auch nach Kapernaum, dann hätten sie locker erreicht, wenn sie so lange gerudert hätten. Aber sie sind immer weiter abgedriftet von ihrer eigentlichen Route und Jesus kommt jetzt auf sie zu und es heißt: „Und sie fürchteten sich.“
[44:19] Ellen White sagt: „Sie hielten den, der als Hilfe gekommen war, für einen Feind. Schrecken übermannte sie und die Hand, die die Ruder mit Muskeln wie Eisen festgehalten hatten, ließen sie jetzt los und das macht sie noch hilfloser.“ Die Ruder sind weg. Das Boot ist jetzt dem Willen der Wellen ausgeliefert. Alles, was ihre Augen jetzt sehen, ist diese Vision eines Menschen, der auf den weiß geschäumten Wellen einer brodelnden See geht.
[44:57] Markus 6, Vers 48 macht deutlich, wie dramatisch die Situation war. In Markus 6 und dort Vers 48 lesen wir: „Und als er sah, dass sie beim Ruder notlitten und er sah, dass sie beim Ruder notlitten, denn der Wind stand ihnen entgegen und um die vierte Nachtwache kommt er zu ihnen auf dem See gehend und er wollte bei ihnen vorübergehen.“ So wie in 1. Mose 19, Vers 2, als die beiden Engel den Eindruck erwecken, dass sie vorüber gehen wollen und Gott sie bittet: „Kommt herein“, und dass seine Rettung ist. Ähnlich auch später dann bei den Emmausjüngern, als Jesus den Eindruck erweckt, als wollte er vorüber gehen und sie ihn bitten müssen: „Komm herein.“ Aber die Jünger sehen noch nicht, dass es Jesus ist. Sie sehen nur, dass diese Gestalt an ihnen vorbeigeht und sie sind voller Schrecken.
[45:52] Die Dramatik ist kaum zu überbieten. Inmitten dieses Sturmes, in Matthäus 14 und dort Vers 26 lesen wir: „Und als ihnen die Jünger auf dem See gehen sahen, schrien sie und sprachen: Es ist ein Gespenst!“ Im Griechischen: Phantasma, von dem wir Phantast, so diese Idee von Phantast herbekommen, eine Erscheinung, ein Gespenst. Sie wollten Jesus zum König machen und jetzt können sie ihn nicht einmal erkennen. Sie schrien vor Furcht und das war nicht nur ein oder zwei der Jünger, die diese Erscheinung sahen.
[46:40] Markus 6 sagt uns: „Allesamt sahen ihn.“ Markus 6, Vers 49 sagt: „Als sie ihn aber auf dem See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst und schrien, denn sie sahen ihn alle.“ Vers 50: „Aber dann lesen wir, dass Jesus sogleich mit ihnen redet.“
[47:07] Es heißt hier: „Und sogleich“ – Lieblingswort von Markus – „sogleich redet er mit ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin es, fürchtet euch nicht.“ Dasselbe auch in Matthäus 14 und dort Vers 27: „Jesus aber redete sogleich mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin es, fürchtet euch nicht.“ Jesus möchte nicht, dass sie Angst haben, sofort redet er mit ihnen und spricht mit ihnen und an seiner Stimme erkennen sie ihn und auch an seinen Worten: „Seid getrost.“ Das hatten sie gehört, als Jesus dem Gelähmten, der durch das Dach hindurch getragen worden war, in Matthäus 9, Vers 2, hatte er gesagt: „Seid getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“
[47:33] Und jetzt sehen sie, dass es ihr Meister ist. Er ist zu ihnen gekommen auf dem See und jetzt wünschen sie sich nur eins, dass Jesus bei ihnen wieder im Boot ist.
[48:00] Johannes 6, Vers 21, da wollten sie ihn in das Schiff nehmen, sie wünschen sich, dass Jesus wieder bei ihnen ist. Sie wissen: Wenn Jesus im Boot ist, können sie nicht untergehen. Die Erfahrung haben sie ja schon bei dem anderen Sturm damals gemacht.
[48:21] Und jetzt kommt ein Teil der Geschichte, der uns nur bei Matthäus überliefert ist. Markus erwähnt hier nicht, Johannes auch nicht, aber Matthäus. Vers 28: „Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir auf das Wasser zu kommen.“
[48:36] Ellen White sagt: „Er war vor Freude außer sich, er war neben sich. ‚Was, Jesus, du bist gekommen?‘“ Und so schnell wie er war, mit seinen Worten, hat er jetzt diese interessante Idee: „Wenn du es bist, dann befiehl und ich komme auf dem Wasser zu dir.“ Was für eine Bitte.
[48:54] Vers 29: „Da sprach Jesus: Nichts. Wie kannst du so etwas bitten? Es heißt: Da sprach er: Komm.“ Und Petrus stieg aus dem Schiff und ging auf dem Wasser, um zu Jesus zu kommen.
[49:14] Was dem Menschen unmöglich ist, denn das Gesetz der Gravitation gilt für jeden Menschen, ist durch das Wort Jesu möglich. Nur wenige Stunden nach dem Brotwunder, das die Kraft und die Bedeutung des Wortes Gottes illustrieren sollte, zeigt Jesus erneut, welche Wirkung seine Worte haben.
[49:36] Paulus wird später sagen in Philipper 4, Vers 13: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Jesus Christus.“ Es gibt auch eine Gravitation in unserem Leben, eine geistliche Gravitation, die kein Mensch überwinden kann. Diese Gravitation ist die Sünde. Jeder Versuch, aus eigener Kraft die Sünde zu überwinden, wird scheitern und muss fast absurd erscheinen. Aber Jesus ruft uns zu: „Komm.“
[50:08] Jesus, der auf dieser Erde ging und als Mensch durch die Kraft des Heiligen Geistes und seine Verbundenheit mit dem Vater bewies, dass man Gottes Gebote halten kann, lädt uns ein, dieselbe Erfahrung zu machen, Gottes Gebote zu halten. Wir mögen denken, es ist unmöglich. Wenn wir auf sein Wort gehen, werden wir sehen, dass die Gravitation der Sünde ihre Wirkung verliert.
[50:41] Matthäus 14, Vers 30: „Als er bei dem starken Wind sah, fürchtete er sich und er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich!“ Wenn Jesus uns sein Wort schenkt, ist das kein „einmal gerettet, immer gerettet“. Ein Mensch, der den Sieg über die Sünde hat, kann ihn auch wieder verlieren.
[51:03] Was war passiert? Den starken Wind hat er vorschon genommen. Es war nicht so, dass er plötzlich den Wind sah. Er hatte ja stundenlang gegen den Wind gekämpft, aber jetzt sah er auf den Wind und nicht mehr auf Jesus.
[51:20] Ellen White gibt uns einen interessanten Einblick. Sie sagt: „Solange er auf Jesus schaute, war er sicher, aber in Selbstzufriedenheit blickt er zurück zu seinen Kumpanen im Boot, um zu zeigen, wie toll er doch auf dem Wasser gehen kann.“ Ist dir das schon passiert, dass du den Sieg in Jesus hast und dann ein bisschen dich freust, dass du schon so viel geistlichen Erfolg hast und andere noch nicht? Mir ist das schon passiert, viel zu oft.
[51:48] Und was passiert dann? Sie sagt: „Die Augen sahen vom Erlöser weggebewegt. Der Wind war stark, die Wogen, die Wellen rollten und kamen zwischen ihnen und dem Meister.“ Wenn wir uns selbstsicher fühlen, dann wird der Satan dafür sorgen, dass die Probleme des Lebens uns zwischen uns und Jesus hindurch drängen. Und jetzt sah er Jesus nicht mehr und jetzt hat er Angst. Für einen Moment, weil Christus von seinen Augen verborgen und sein Glaube gab nach. Er begann zu sinken. Ja, er konnte schwimmen, aber er wusste, er ist in Todesgefahr.
[52:26] Und Ellen White sagt interessanterweise, während die Wellen mit dem Tod sprachen, hat Jesus, hat Petrus seine Augen aus dem zornigen Wasser empor gehoben und auf Jesus gerichtet. Und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: „Herr, rette mich!“
[52:55] Lieber Freund, liebe Freundin, hast du schon erlebt, dass Jesus dir großartige Siege geschenkt hat und dass du danach wieder zurückgefallen bist? Dass du Dinge überwunden hast und plötzlich kamen sie wieder? Dass du mit Jesus gelebt hast und plötzlich hast du gemerkt: „Ich bin alleine?“ Das, was die Jünger als Ganzes erlebten, ohne es richtig gemerkt zu haben, erlebt Petrus hier nochmal vor den Augen der Jünger. Sie waren mit ihm gewesen, hatten überall seinen Namen verkündigt und hatten sich jetzt doch von der Menge inspirieren lassen und sich innerlich von Jesus getrennt. So wie Petrus hier großen Erfolg hatte und jetzt selbstzufrieden wurde und sich ein bisschen erhöhte und plötzlich von Jesus getrennt war. Was Petrus auf dem Wasser erlebt, war genau das, was die Jünger alle gesamt nach ihrer Missionsreise jetzt erlebt hatten. Seine Erfahrung wird zum Typus für sie alle sozusagen.
[53:45] Klagelieder 3 Vers 54 finden wir genau die Erfahrung, die Petrus hier an diesem Tag auch machte. Klagelieder 3 und dort Vers 54 bis 58: „Wasser gingen über mein Haupt. Ich sagte: Ich bin verloren. Aber ich rief deinen Namen an, oh Herr. Tief unten aus der Grube. Du hörtest meine Stimme. Verschließe dein Ohr nicht vor meinem Seufzen, vor meinem Hilferuf. Du nahtest dich mir an dem Tag, als ich dich anrief. Du sprachst: Fürchte dich nicht! Du führtest, oh Herr, die Sache meiner Seele. Du hast mein Leben erhört. Du hast mein Leben erlöst.“ Hast du diese Erfahrung auch gemacht? Bis dann, als du dachtest: „Alles ist vorbei. Jesus rettet.“
[54:34] Psalm 69 erzählt dieselbe Geschichte. Psalm 69 und dort Vers 2 und 3: „Hilf mir, oh Gott, schreibt David, denn die Wasser gehen mir bis an die Seele. Ich bin versunken in tiefem Schlamm und habe keinen Stand. Ich bin in tiefes Wasser geraten und die Flut überströmt mich.“ Kennst du diese Erfahrung, wo man das Gefühl hat, der Boden wird einem unter den Füßen weggezogen? Kennst du dieses Gefühl, wenn man wieder zurückgefallen ist und Dinge, die man eigentlich für überwunden hält und man denkt: „Jetzt ist es vorbei. Ich kann nicht mehr zurückkommen.“
[55:09] Weißt du, lieber Freund, liebe Freundin, wenn du auch diese Erfahrung gemacht hast, so wie Petrus und viele andere Menschen und ich auch, dann wisse: Dieses eine Gebet: „Herr, rette mich!“, ist noch niemals, noch niemals, noch niemals ohne Antwort geblieben. Wann immer wir aufrichtig zu Gott rufen: „Herr, rette mich!“, streckt er seine Hand aus. Und ja, wir haben uns von ihm entfernt und ja, wir haben uns selbst erhöht und ja, wir hätten es nicht tun sollen, aber Jesus rettet jeden, der singt, der von Herzen sagt: „Herr, rette mich, rette mich!“
[55:53] So in Matthäus 14, Vers 31: „Jesus aber streckte sogleich die Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“ Jesus erhört dieses Gebet immer. Du kannst heute beten: „Herr, rette mich!“ Den Rest macht er. Und wenn es dir noch so dreckig geht, wenn du noch so tief gesunken bist, wenn du noch so sehr abgefallen bist, du kannst beten heute: „Herr, rette mich!“ Er tut alles, um dich herauszuholen.
[56:25] Dieser Begriff Kleingläubiger, den kannte Petrus, denn damit war er auch schon bezeichnet worden. Matthäus 8, Vers 26: „Als alle Jünger von Jesus hören mussten, da sprach er zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?“ Dann stand er auf und befahl den Winden und dem See, und es entstand eine große Stille.
[56:45] Jesus geht mit Petrus zum Boot. Ellen White sagt: „Sie gingen nebeneinander, Petrus Hand in der seines Meisters. Jetzt gingen sie Hand in Hand und Petrus ging wieder auf Wasser.“ Er war jetzt ganz still, er hatte keinen Grund vor seinen Kollegen, seinen Freunden sich zu rühmen, denn er hatte beinahe sein Leben verloren aufgrund seiner Selbsterhöhung. Das war eine Lektion angesichts dieser ganzen Vorgeschichte.
[57:25] Als seine Augen von Jesus entfernt hatte, hatte er den Boden unter den Füßen verloren, er war gesunken inmitten der Wellen. Wann immer wir in Sünde fallen, ist es deswegen, weil wir vorher unsere Augen von Jesus entfernt haben. Das merken wir vielleicht nicht, wir halten uns für sicher, aber wenn wir unsere Augen von Jesus entfernen, dann werden wir früher oder später sinken, dafür wird der Satan schon sorgen. Deswegen haben wir eine Aufgabe: Unsere Augen auf Jesus gerichtet halten, denn durch Anschauen werden wir gerettet und durch Anschauen werden wir verwandelt. Johannes 3, Vers 16 und 2. Korinther 3, Vers 18.
[58:10] Matthäus 14, Vers 32 hat einen sehr schönen Satz im Griechischen. Hier steht im Deutschen: „Und als sie in das Schiff stiegen, legte sich der Wind.“ Im Griechischen heißt es: „Der Wind wurde müde.“ Wir hätten gesehen, in Johannes der Wind erwachte, jetzt wird er müde. So als wenn sich jemand hinlegt, der so müde ist, dass er einschläft. Wann war der Sturm vorbei? Als Jesus jetzt im Boden war. Er hatte in Matthäus 8 den Sturm gestillt, jetzt ein zweites Mal. Mit anderen Lektionen, die sich daraus lernen lassen für die Jünger und für uns.
[58:37] Markus 6, Vers 51 zeigt uns, wie die Jünger reagierten. Markus 6, Vers 51: „Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich, und sie erstaunten bei sich selbst über die Maßen und verwunderten sich.“ Ein starker Ausdruck, wie wir ihn auch in Markus, so ähnlich, Markus 5, Vers 42 finden, wo es heißt: „Und sie gerieten außer sich vor Staunen, als die Tochter des Jairus auferweckt worden ist.“ Aber Markus fügt noch eine sanfte Erklärung hinzu: „Denn sie waren nicht verständlich geworden durch die Brote, denn ihr Herz war verhärtet.“
[59:18] Sie hatten die Lektion vom Brotwunder nicht verstanden. Das hatten die Ereignisse dieses Abends, dieser Nacht ganz deutlich gemacht. Und das zeigt uns: Jesus kann die größten Wunder tun. Ein verhärtetes Herz verpasst trotzdem die Segnungen, die Jesus geben möchte. Wie oft passiert es mir und dir, wie oft passiert es uns, dass wir gar nicht mitbekommen, was Jesus uns alles geben möchte, weil unser verhärtetes Herz die Segnungen verpasst, sie an uns vorbeilaufen, ohne dass sie unser Herz erreichen. Wie vielen Menschen ging das zur Zeit Jesu so? Wie vielen Menschen geht es heute so, dass Gott wirkt und die Menschen nicht davon profitieren, weil ihr Herz verhärtet ist?
[1:00:01] Zum Schluss für heute ein letzter Vers. Die Jünger waren sich sicher, dass Jesus über mehr verfügte als nur menschliche Kraft. Es war zu deutlich. Sie hatten gerade gesehen am Abend, wie er 5.000 Männer plus Frauen plus Kinder satt gemacht hatte. Jetzt hatten sie gesehen, wie er auf dem Wasser ging und erneut den Sturm gestillt hat. Es war zu offensichtlich.
[1:00:27] Und so heißt es in Matthäus 14, Vers 32, Vers 33: „Da kamen die, die in dem Schiff waren, warfen sich anbetend vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.“ Die Jünger erkennen die Göttlichkeit Jesu erneut. Schon Johannes 1, Vers 49 hatte Nathanael natürlich gesagt: „Du bist der Sohn Gottes.“ Es war eine Erkenntnis, die immer mehr reifte, die immer mehr an Substanz gewann. Aber dieser Vers ist auch wichtig, weil er die Gottheit Jesu bezeugt. Die Jünger beteten ihn an und Jesus ließ es geschehen, denn er war Gott. Das hat er hier durch diese Geschichte gezeigt.
[1:01:20] Lieber Freund, liebe Freundin, wie oft sind wir wie Petrus? Wie oft schauen wir auf uns selbst und auf die Sorgen? Wie oft erhöhen wir uns vor anderen und verlieren dadurch den Blick auf Jesus? Wie oft schauen wir auf die Volksmenge und wollen auch angesehen sein und nicht immer nur die Verabscheuten? Wie oft wollen wir auch menschliche Ehre haben und das mit unserer Mission verbinden? All das trennt uns vom Wesen Jesu und von dem geistlichen Charakter seiner Mission.
[1:01:59] Lasst uns doch heute lernen, unseren Blick auf Jesus zu richten, uns nicht zu irritieren zu lassen von der Volksmenge oder von unserem eigenen sündigen Ich oder von den Problemen von außen. Lasst uns unseren Blick wenden auf Jesus, der uns alle schon immer wieder aus dem aus dem Meer herausgezogen hat und der uns nicht nur rettet, sondern die Kraft schenkt, auf dem Wasser zu gehen, der das für uns tun kann, wenn wir ihn um Hilfe bitten und an seiner Hand gehen, was wir niemals alleine tun können. Selbst die Gravitation kann er besiegen. Kann er da nicht auch die Sünde in unserem Leben besiegen? Wollen wir Gott noch gemeinsam bitten, dass er genau das in unserem Leben tut? Lasst uns ihn anknien.
[1:02:49] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen für diese dramatische und so lehrreiche Geschichte. Was war das für eine Nacht? Die Jünger waren so unzufrieden gewesen und haben dann in der Krise plötzlich erkannt, wie falsch sie gelegen haben. Und Petrus hat diese besondere Lektion gelernt und erlebt, dass wenn wir unseren Blick von dir wenden, wir keinen Moment sicher sind.
[1:03:28] Herr, darum bitten wir dich vor allem um eine Sache: Dass wir nicht nur prophetische Wahrheiten erkennen und verkündigen, dass wir nicht nur versuchen durchzuarbeiten, sondern dass wir den Blick immer auf dich gerichtet haben. Dass wir durch das Anschauen verwandelt werden und verstehen, wie du bist und wie du arbeitest. Und darum bitten wir dich, dass du das in unserem Leben tust von ganzem Herzen. Danke, dass du den Sturm stellst, auch in unserem Leben. Und dass du uns rettest, wo immer wir sind, was immer wir getan haben. Dass du uns Kraft schenkst, auch geistlich auf dem Wasser zu gehen. Amen.