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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Der Ersehnte“ wird die Geschichte nach der wundersamen Brotvermehrung beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, wie Jesus die Erwartungen der Menschen korrigiert, die ihn nur wegen des Essens suchen. Er betont die Wichtigkeit, nicht für vergängliche Nahrung zu arbeiten, sondern für die geistliche Nahrung, die zum ewigen Leben führt. Das Video zeigt, wie Jesus die tieferen Lektionen hinter seinen Wundern lehrt und wie wichtig es ist, seine Botschaft zu verstehen, anstatt nur nach sensationellen Ereignissen zu suchen.

In dieser 150. Folge von „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die Ereignisse nach der Speisung der 5000. Er thematisiert Jesu Gang auf dem Wasser, Petrus‘ Versuch, ebenfalls auf dem Wasser zu gehen, und die Heilungswunder, die nach Jesu Ankunft in Genezareth geschahen. Der Sprecher betont die Bedeutung des Glaubens und der richtigen Motivation, wenn Menschen Jesus suchen, und erklärt, warum Jesus die Menge zur Speise des ewigen Lebens ruft.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de zur tatsächlich 150. Folge unserer Serie über das Leben Jesu. Wir wollen auch heute uns weiter voran bewegen in seiner Biografie, der Biografie des Messias und viele interessante Dinge lernen aus den Geschichten der Evangelien.

[1:04] Vielleicht erinnert ihr euch noch, was wir letzte Woche gemeinsam studiert haben. Bevor wir das anschauen, wollen wir allerdings natürlich Gott einladen, unser Lehrer zu sein, uns durch seinen Geist zu führen. Und wem es möglich ist, den lade ich ein, dass wir gemeinsam zu einem Gebet niederknien. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dein Wort haben und danke, dass wir aus deinem Wort so viel Kraft und Trost und Zuversicht bekommen können. Danke, dass du zu uns sprichst und dass dein Heiliger Geist uns erfüllen möchte mit Liebe und Freude und Weisheit. Herr, wir wollen jetzt in den Evangelien weiter studieren und möchten dich bitten, dass du zu uns sprichst, dass du uns wertvolle Lektionen zeigst, die wir lernen können für unser alltägliches Leben. Wir möchten dich bitten, dass wir deine Stimme ganz deutlich wahrnehmen und dass du zu unserem Herzen sprichst und es durch dein Wort verändern. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:10] Letzte Woche haben wir uns recht ausführlich damit beschäftigt, mit dem, was passiert ist, nachdem Jesus die 5000 Männer plus Frauen plus Kinder durch ein Wunder mit Brot und Fischen versorgt hat. Wir haben gesehen, erinnert euch, dass sie ihn unbedingt zum König machen wollten und dass auch die Jünger von einer solchen Euphorie erfasst worden sind, dass sie glaubten, jetzt wäre der goldene Moment. Hat Jesus damals mitgemacht? Nein, Jesus hat, und Ellen White war dort sehr deutlich, Jesus hat so entschieden, wie nie zuvor, die Jünger genötigt, in das Boot zu steigen, abzufahren und er hat alleine dann die Menge entlassen, die dann gemerkt hat, dass Jesus nicht bereit war, sich als König krönen zu lassen. Jesus ist dann zurückgeblieben und ihr wisst noch, was er gemacht hat. Ganz genau, er ging auf den Berg, um zu beten, stundenlang, nicht für sich, sondern für wen? Für seine Jünger, die dann, nachdem sie noch, wie wir gesehen haben, einige Zeit gewartet haben am Ufer, dann tatsächlich widerwillig, als es schon anfing dunkel zu werden, widerwillig ins Boot gestiegen sind und gerudert haben und dann aufgewühlt von ihren Gedanken, als sie noch geärgert haben, dass sie sich so leicht von Jesus haben abwimmeln lassen, plötzlich in einen Sturm geraten und immer mehr abtreiben und nicht mehr so richtig vorankommen. Ein Bild dafür, was passiert, wenn Menschen die eigene Emotion und die eigene Ambition über das Wesen Gottes stellen und meinen, Gott eine Ehre zu erweisen, wenn sie in Wirklichkeit sein Werk behindern. Aber wir haben gesehen, Jesus hat sie nicht allein gelassen. Er hat ihre Anstrengung gesehen, er stand am Ufer und hat seine Jünger dort auf dem See kämpfen sehen. Und dann passierte das Unglaubliche. Jesus kam mitten in der Nacht, eigentlich schon am frühen Morgen der vierten Nachtwache, sagt die Bibel, auf dem Wasser zu ihnen, stellte sich, als ob er an ihnen vorbeigehen wollte. Die Jünger glaubten zuerst, es wäre gar nicht Jesus gewesen, sondern ein Gespenst, schrien vor Angst. Aber Jesus redete sogleich mit ihnen und hat ihnen gesagt, wir sollen keine Angst haben. Und als sie gemerkt haben, dass es Jesus war, der auf dem Wasser zu ihnen kam, wir haben gesehen, auch das war eigentlich ein Indiz, ein Hinweis auf seine göttliche Macht. Da hatte Petrus außer sich vor Freude, wie Ellen White uns sagt, den erstaunlichen Vorschlag unterbreitet: „Wenn du es bist, dann sag doch ein Wort, ruf mich und ich werde auf dem Wasser zu dir kommen.“ Und Jesus ruft ihn und auf das Wort Jesu hin, durch die Kraft des Wortes Gottes, kann Petrus plötzlich auf dem Wasser gehen. Die Gravitation ist ausgesetzt. Wir haben gesehen, eigentlich ein sehr interessantes Gleichnis, ein schönes Bild für die Kraft Gottes, der versprochen hat, durch sein Wort, durch Jesus selbst, die Gravitationskraft der Sünde in unserem Leben außer Kraft zu setzen. Petrus ging auf dem Wasser, nicht aufgrund eigener Kraft, die er hatte, sondern weil er auf Jesus schaute und aus dem Wort Jesu lebte, bis es ihm so gut gefiel und er so gut auf dem Wasser laufen konnte, dass er seinen Mitjüngern zeigen wollte, wie gut er es kann. Zurückschaute, triumphierend lächelte und Jesus aus den Augen verlor, plötzlich die Wellen sich zwischen ihm und Jesus schoben und er anfing zu sinken. Wir haben gesehen, auch wenn man größte Erfolge, größte geistliche Siege hat, kann man so schnell wieder zu sinken beginnen, weil man Jesus, aus dem wir allein leben, aus den Augen verliert. Aber Jesus hat auch ihn dann nicht allein gelassen. Ein kurzes Gebet: „Herr, rette mich“, war alles, was er noch sagen konnte, und Jesus war sofort zur Stelle. Wir haben gesehen, dieses Gebet ist noch immer beantwortet worden. Wenn ein Mensch sagt: „Herr, rette mich“, dann ist Gott zur Stelle. Petrus war ganz klein und im Boot, und als Jesus ins Boot stieg, war der Sturm plötzlich vorbei und damit haben wir aufgehört. Die Jünger warfen sich anbetend vor Jesus nieder, weil sie die Göttlichkeit erneut erkannten, seine göttliche Mission.

[7:09] Der kommende Tag sollte zu einem Wendepunkt werden. Ellen White kommentiert: Als Christus den Menschen verbot, ihn zum König zu deklarieren, wusste er, dass ein Wendepunkt in seiner Geschichte gekommen war. Jesus wusste, jetzt war eine Wegkreuzung erreicht. Große Mengen an Menschen, die sich gewünscht hatten, ihn auf den Thron zu erheben, würden heute morgen sich von ihm wegwenden. Die Enttäuschung ihrer egoistischen Ambition würde ihre Liebe in Hass verwandeln und ihr Lob in Flüche. Und obwohl er das wusste, er nahm er keine Maßnahmen, um die Krise zu verhindern. Von Anfang an hatte er seinen Nachfolgern keinen irdischen Lohn in Aussicht gestellt. Jesus wusste an diesem Tag und in jener Nacht, dass es zu einer gewaltigen Krise kommen würde. Ellen White nennt diesen jetzt folgenden Tag die Krise in Galiläa. Und Jesus wusste es, aber er hat die Prinzipien ihren Lauf nehmen lassen. Und wir werden noch im Laufe der nächsten Wochen sehen, warum er das getan hat. Aber gehen wir zunächst einmal nach Johannes 6 und schauen dann noch das Ende dieser langen Fahrt an. Wir haben ja gesehen, dass die Jünger abgetrieben worden waren, dass sie schon kilometerweise gerudert haben, etwa fünf Kilometer und eigentlich schon längst am anderen Ufer hätten ankommen sollen bei Kapernaum, aber noch immer unterwegs waren, als dann Jesus endlich auf sie trifft und in ihr Boot steigt. Und dann steht etwas, das nur Johannes überliefert, das manchmal übersehen wird im Zuge dieser Geschichte. In Johannes 6, Vers 21 heißt es: „Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen und sogleich war das Schiff am Land, wohin sie fahren wollten.“ Sie hatten vergeblich sich bemüht und gerudert, aber sie kamen nicht ans Ziel. In dem Moment, Achtung, als Jesus in das Boot stieg, legte sich nicht nur der Sturm, sie waren auch sofort am Land. Ein zweites Wunder, das manchmal übersehen wird. Sie kamen sofort an ihren Zielhafen an. Wenn Jesus im Boot ist, dann kommen wir unverzüglich an das Ziel, das Jesus uns gesetzt hat. Wenn wir allerdings uns von Jesus innerlich trennen und durch eigene Kraft und durch eigene Ideen und eigene Ambitionen versuchen, die Ziele Jesu durchzusetzen, dann geht es uns wie den Jüngern, wir treiben ab und wir schaffen es nicht und wir kommen ab vom Weg. Aber wenn wir Jesus unser Herz lassen, können wir sofort wieder dort sein, wo Jesus uns haben möchte.

[10:14] Eine ganze Reihe von erstaunlichen Wundern an diesem Morgen. Matthäus 14 und dort Vers 34 sagt uns, wie sie jetzt dieses Land erreichen. Matthäus 14 und dort Vers 34, dort heißt es: „Und sie fuhren hinüber und kamen in das Land Genezareth.“ Sie kamen sofort an das Land. Genezareth war benannt worden nach, oder anders, der See war benannt worden nach diesem Land Genezareth. Es war eine sehr fruchtbare Gegend und die Hauptorte waren Kapernaum, dort, wo sie jetzt anlandeten und Tiberias, von der Stadt werden wir gleich noch mehr hören. Als sie dort ankamen, passiert etwas, womit man schon fast hätte rechnen können. Markus 6 und dort Vers 54. Markus 6 Vers 54, dort heißt es: „Und als sie aus dem Schiff traten“, das heißt, sie setzen ihre ersten Schritte, ihre Füße setzen sie auf den trockenen Boden, da heißt es hier: „erkannten die Leute ihn.“ Und alle, die schon seit Wochen und Monaten dabei sind, die wissen, was jetzt kommt. Lieblingswort von Markus: „so gleich.“ Jesus steigt aus dem Boot und sofort wird er erkannt als der, der er ist, ohne jede Verzögerung. Und das wollen die Menschen sofort nutzen. Schauen wir zurück in Matthäus 14 und dort Vers 35. Matthäus 14 Vers 35, da heißt es: „Und als ihn die Männer dieser Gegend erkannten, sandten sie in die ganze Umgebung und brachten alle Kranken zu ihm.“ Nun, das vielleicht bemerkenswerteste an diesem Vers ist, man hat vielleicht beim Lesen, wenn man das so für sich alleine liest, den Eindruck, naja, vielleicht haben sie schon irgendwann mal was von Jesus gehört und jetzt sind sie froh, dass er bei ihnen ist. Aber lasst uns doch mal daran erinnern, wo er denn gerade angekommen ist. Vielleicht hilft uns das auch noch mal ein bisschen, sich den See Genezareth vorzustellen, der so ein bisschen wie der Hafer aussieht, weswegen er eigentlich Kinnereth im Alten Testament heißt, hebräisch der Hafensee. Und Jesus landet ungefähr hier in Kapernaum. Das ist natürlich jetzt nicht alles im Maßstab, sondern einfach nur so zur Veranschaulichung. Und Bethsaida lag wahrscheinlich so ein bisschen hier. Hier haben wir die Dekapolis, da, wo damals die zwei Besessenen gehalten worden sind. Wahrscheinlich ist Jesus, ist der Weg hier, was hier vielleicht eine einsame Gegend, Ellen White spricht davon, dass hier auf der Seite der Dekapolis weniger los war an Menschen, dass es einsamer war. Wahrscheinlich ist Jesus von hier oder sind die Jünger von hier losgefahren. Und das würde auch ungefähr, wenn man sich anschaut, so fünf Kilometer, das würde ganz gut passen, eine kurze Strecke, aber die Jünger sind halt abgetrieben worden und dann mit Jesus jetzt angekommen. Die Jünger und Jesus sind hier gewesen und wir erinnern uns vielleicht ja noch mal im großen Kontext, warum sind sie eigentlich hier an diesen ruhigen Ort gegangen, wo es dann gar nicht ruhig war, weil tausende Menschen unbedingt Jesus hören wollten und geheilt werden wollten. Richtig, sie kamen ja eigentlich die Jünger von ihrer Missionsreise zurück und Jesus wollte ja gerade erst mit ihnen ein bisschen Ruhe haben. Sie waren gerade erst hier aus Kapernaum weggefahren, hatten dann dort ihre minimale Ruhezeit gehabt, hatten dann den ganzen restlichen Tag die tausenden Menschen versorgt und in der Nacht sind jetzt die Jünger wieder zurück mit Jesus, der dann dazu kam. Das heißt, Jesus kehrt an den Ort zurück, wo er vor die ganze Zeit gewesen ist. Sie hatten Jesus nur einen Tag nicht gesehen und trotzdem war es die Sensation: Jesus ist wieder zurück. Wie sehr freust du dich, wenn du Jesus nach einem Tag in deinem Leben wieder siehst? Er war gar nicht lange weg gewesen und trotzdem hatten sie sofort wieder Interesse an Jesus. Er war nicht jahrelang weg, sondern nur einen Tag und trotzdem rannten sie durch die ganze Umgebung, zu allen Dörfern, Städten und brachten alle Kranken zu Jesus. Sein Ruf hatte sich ja in der ganzen Gegend verbreitet. Wir wissen das aus Matthäus 4, Vers 24, weit darüber hinaus. Matthäus 4, Vers 24 sagt ja: „Sein Ruf und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien und sie brachten alle Kranken zu ihm, die von manchen Krankheiten und Schmerzen geplagt waren und Besessene und Mondsüchtige und Lahme und er heilte sie.“ Sobald Jesus anwesend war, wollten Menschen von ihm geheilt werden, wollten Menschen ihn sehen. So beschreibt es genauso auch Markus im Parallelbericht in Markus Kapitel 6 und dort Vers 55. Da heißt es, dass die Menschen, als sie ihn so gleich erkannten, Vers 55, „durchliefen die ganze umliegende Gegend und fingen an, die Kranken auf den Liegematten dorthin zu tragen, wo sie hörten, dass er sei.“ Die Idee ist hier im Griechischen ganz interessant. Sie brachten also nicht die Kranken an einen Ort, sondern sie haben immer quasi Rücksprache gehalten. Sie haben gehört, wo ist Jesus jetzt? Und Jesus kam an und er ging dann von einem Gehöft zum nächsten Gehöft und von einem Ort zum nächsten Ort in der ganzen Umgebung um Kapernaum. Die Menschen haben ständig versucht herauszukommen, wo ist er gerade und haben vielleicht auch antizipiert, er könnte jetzt in dieses Dorf gehen und bringen ihre Kranken dorthin. Welche Energie bringen diese Menschen auf, um andere, die es dringend nötig haben, zu Jesus zu bringen? Es heißt hier, sie liefen von Ort zu Ort. Keiner sagt, naja, Jesus ist ja nicht fast jeden Tag hier. Wir können auch in drei Tagen mal jemanden zu ihm bringen, oder? Er war jetzt einen Tag weg, er kommt jetzt schnell wieder, selbst wenn er mal weg sein sollte. Er ist ja immer hier, oder? Er war nur einen Tag weg und er kam wieder und Menschen sahen das als die goldene Gelegenheit, andere zu finden, die bisher noch nicht die Gelegenheit gehabt hatten, von Jesus geheilt zu werden. Sie liefen von Ort zu Ort der ganzen umliegenden Gegend und sie brachten die Kranken auf Liegematten zu ihm. Was für ein Bild! Die Menschen wollen unbedingt bei Jesus sein und sie orientieren sich, sie hören, wo ist Jesus gerade gewesen, wo sind die Nachrichten, wo hat er gerade jemanden geheilt, wo könnte er jetzt weitergehen. Alles, was sie tun, ist auf Jesus fokussiert.

[16:56] Matthäus 14 und dort Vers 36. Es heißt hier, Matthäus 14 Vers 36: „Und sie baten ihn, dass sie nur den Saum seines Gewandes anrühren dürften und alle, die ihn anrührten, wurden ganz gesund.“ Unglaublich! Wie kamen sie auf die Idee, dass man allein durch das Anrühren seines Saumes gesund werden konnte? Die Antwort liegt euch vielleicht schon auf der Zunge. Ganz genau, es gab ja diese Geschichte von der blutflüssigen Frau, die als Jesus auf dem Weg war, zur Tochter des Jairus, ihn aufhielt, in Anführungsstrichen. Jesus ging ja sowieso sehr langsam nur voran, weil die Menge ihn bedrückte und bedrängte und dann war diese Frau dort gewesen, die ihre Gelegenheit gekommen sah und die sich ausgestreckt hatte und Jesus gerade noch so an seinem Saum fassen konnte. Weiß jemand von euch noch, wo diese Geschichte stand? Das war gar nicht so lange her, in Matthäus Kapitel 9. Wo fand diese Geschichte statt? Jesus war ja auf dem Weg zum Hauptmann Jairus, zum Synagogenvorsteher, besser gesagt. Jairus war der Synagogenvorsteher in Kapernaum. Hier in Kapernaum, hier in der Nähe, fand die Geschichte von der blutflüssigen Frau statt. Hier hatte sie bekannt, dass allein durch die Berührung seines Saumes sie geheilt worden war und jetzt sehen wir einige Tage, Wochen, wir wissen nicht genau, wie viel später, einige Zeit später sehen wir, wie all die Menschen, die jetzt von allen Gegenden kommen, alle sagen: „Wir könnten doch wenigstens deinen Saum berühren.“ Es lohnt sich also ein bisschen zu sehen, wie einzelne Geschichten eine Wirkung entfaltet haben auf andere. Das Zeugnis der blutflüssigen Frau hat jetzt längere Zeit später zur Folge, dass viele andere Menschen Hoffnung haben. Vielleicht hast du eine außergewöhnliche Erfahrung mit Jesus. Erzähl sie anderen. Noch viele andere werden dadurch Mut bekommen, eine ähnliche Erfahrung zu haben.

[19:14] Schon vor der Bergpredigt in Lukas 6, Vers 19 haben Menschen immer wieder versucht, ihn anzurühren. Lukas 6, Vers 19 sagt: „Und die ganze Volksmenge suchte ihn anzurühren, denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle.“ Sie wollten diese Kraft erleben, die ja eigentlich ein Symbol war für das Evangelium, für die Kraft Gottes. Aber das Berühren des Saumes hatte ja eine besondere Bedeutung, wie wir schon beim Studium über die blutflüssige Frau feststellen konnten. Der Saum oder diese Quasten, um die es hier eigentlich genauer genommen geht, hatten eine ganz festgelegte Bedeutung im Alten Testament in 4. Mose 15 und dort ab Vers 37. Dort lesen wir in 4. Mose 15, Vers 37: „Und der Herr redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israels und sage ihnen, dass sie sich eine Quaste an die Zipfel ihrer Obergewänder machen, in ihren zukünftigen Geschlechtern und eine Schnur von blauem Purpur an der Quaste des Zipfels befestigen. Und die Quaste soll euch dazu dienen, dass ihr bei ihrem Anblick an alle Gebote des Herrn denkt und sie befolgt, dass ihr nicht den Trieben eures Herzens nachgeht und euren Augen, denen ihr nachruht, sondern dass ihr an alle meine Gebote gedenkt und sie tut und eurem Gott heilig seid. Ich bin der Herr, bin euer Gott, der euch aus dem Land Ägypten geführt habe, um euer Gott zu sein. Ich, der Herr, euer Gott.“ Diese Quasten sollten die zehn Gebote darstellen, aber nicht einfach die zehn Gebote als Regeln, sondern mit dem Bewusstsein: Gott hat mich gerettet, er hat mich erlöst, er hat mich befreit. Und wenn mein Herz auf Abwegen ist und vielleicht kennt ihr das auch, dass wir manchmal die Wahrheit wissen und trotzdem unser Herz sich auf seltsame Abwege bewegt und wir gar nicht richtig wissen, wie das kommt und unser Herz abdriften will. Da sagt Mose hier: „Macht euch diese Quasten als Erinnerung daran, dass Gott euch errettet hat und dass ihr ihm doch gehorchen wolltet, dass ihr seine Gebote im Herzen tragen wollt.“ Denkt an die Gebote des Herrn. Diese Berührung der Quasten war also eine Anerkennung der Kraft Gottes und auch eine Erinnerung an das Wort Gottes, an das Gesetz Gottes, an seine Gebote.

[21:46] Diese Idee, durch Berührung geheilt zu werden, die findet sich schon im Alten Testament in einer der unfassbarsten Geschichten überhaupt. Ihr kennt sie vielleicht in 2. Könige 13 und dort Vers 21. 2. Könige 13, Vers 21. Ein Mann soll begraben werden, er ist tot und sein Leichnam soll in ein Grab getan werden. Da kommen Soldaten, feindliche Soldaten und man kann die Beerdigung nicht wie gedacht durchführen. Da heißt es in Vers 21: „Und es geschah, als man einen Mann begrub, da sahen sie plötzlich die Streifschar kommen und sie warfen den Mann in das Grab Elisas. Und sobald der Mann hinab kam und die Gebeine Elisas berührte, wurde er lebendig und stellte sich aufrecht auf seine Füße.“ Die Berührung mit dem Leichnam von Elisa hatte heilende, in dem Fall lebenspendende Kraft. Elisa war ja ein Typus auf Jesus, der auf Elia folgte. Elia ein Typus auf Johannes den Täufer. Elisa, der mit der doppelten Portion des Heiligen Geistes, der mit all diesen Wundern unter anderem auch der Speisung, der ein Hund hat, ein Typus war auf Jesus. Der Tod Jesu ist unser Leben. Wer Jesus berührt im Glauben, dass Jesus für ihn gestorben ist und für ihn auferstanden ist, dass Jesus uns die Kraft schenken möchte, die Gebote halten zu können, der wird gesund. Das Griechische sagt, diese Menschen wurden ganz gesund. Sie wurden nicht, wie manchmal das so bei einigen sogenannten Glaubensheilern, Heilungspredigern ist, wo Menschen so ein bisschen den Anschein erwecken, als ob sie ein bisschen gesund wären. Nein, sie wurden durch und durch gründlich, sagt das griechische Dia, durch und durch gründlich, vollständig gesund. Wenn Jesus heilt, rettet er ganz.

[23:46] So auch im Parallelbericht in Markus, Kapitel 6 und dort Vers 56, Markus 6, Vers 56. Dort finden wir auch die Idee, dass Jesus so von Ort zu Ort ging und wo er in Dörfer oder Städte oder Gehöfte einkehrte, da legten sie die Kranken auf die freien Plätze und baten ihn, dass sie nur den Saum seines Gewandes anrühren durften und alle, die ihn anrührten, wurden gesund. Nicht nur wurden die, die ihn anrührten, ganz gesund, auch alle wurden gesund. Vollständige Heilung durch Jesus. Erinnern wir uns daran, jedes Heilungswunder von Jesus war eine Illustration der Erlösung. Gott möchte alle retten. Jeder, der Jesus berührt, wird gerettet. Jeder, der zu Jesus kommt, erhält Vergebung und jeder, der zu Jesus kommt, erhält vollständige Vergebung. Das wollte Jesus den Menschen deutlich machen und das ist etwas, was wir uns immer und immer und immer wieder vor Augen führen müssen. Und jeder, der Jesus so berührt, wird auch dadurch zum Ausdruck bringen, dass er willig ist, die Gebote Gottes zu halten, weil Gott uns ja gerettet hat.

[24:54] Es war also ein sehr ereignisreicher Morgen schon, ereignisreiche Stunden. Jesus war, hat die ganze Nacht gebetet, jetzt war aus dem Boot gestiegen und jetzt ging er von Gehöft zu Gehöft, von Haus zu Haus, von von Dorf zu Dorf dort in der Umgebung von Kapernaum und heilte alle Menschen, die zu ihm gebracht worden sind. Kein Mensch ahnte zu der Stunde außer Jesus, dass dieser Tag einmal einer der großen Krisentage in seinem Leben sein würde. Auch das eine Lektion. Manchmal scheint alles im Werk Gottes voranzugehen und großer Triumph zu sein und trotzdem bahnt sich eine Krise schon an. Die Jünger sahen keine Krise, aber Jesus sah die Krise sehr, sehr deutlich kommen. Und diese Krise wird vor allem jetzt berichtet von Johannes. Wie Matthäus, Markus und Lukas dann sich wieder mit anderen Geschichten beschäftigen, bleibt Johannes hier beim Geschehen und zeigt jetzt eigentlich noch mehr. Er verwendet sehr viel mehr Zeit auf den Tag nach der Speisung der 5000, als auf die Speisung der 5000 selbst. Wir haben gesehen, die Speisung der 5000 ist die erste Geschichte, die von allen vier Evangelisten berichtet wird. Aber Johannes berichtet sie, so scheint es, vor allem deswegen, damit er sehr viel ausführlicher über den Tag danach sprechen kann. Und das hat jetzt mit folgenden Dingen zu tun.

[26:24] Johannes 6 und dort ab Vers 22. Am folgenden Tag, als die Volksmenge, die am jenseitigen Ufer des Sees stand, gesehen hatte, dass kein anderes Schiff dort war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren. Das heißt also, jetzt geht es hier nicht um die Menschen, die in Johannes, die hier bei Kapernaum sind und Jesus sogleich erkannt haben und jetzt ihre Kranken holen. Es geht jetzt um die Volksmenge, die hier, diese 5000 plus, die hier in der Nähe von Bethsaida, diesem einsamen Ort, viele von ihnen Pilger auf dem Weg nach Jerusalem, die hier dieses Wunder erlebt haben und die offensichtlich sehr deutlich beobachtet hatten, dass nur ein Boot am Ufer war. Das ist auch ein Hinweis darauf, wie einsam die Gegend war. Und dieses Boot war das Boot der zwölf Apostel. Und sie hatten beobachtet, dass Jesus die Apostel zum Boot geschickt hatte, aber selbst nicht in das Boot gestiegen war, sondern auf den Berg gegangen war, um zu beten. So vermuteten sie, klug wie sie waren, dass, wenn die Jünger abgefahren seien, Jesus immer noch am frühen Morgen hier anzutreffen wäre. Und so kamen sie wieder, um ihn dort zu suchen. Kein Wunder, nach so einem gewaltigen Wunder.

[27:55] Vers 23. „Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten, nach der Danksagung des Herrn.“ Ein sehr schöner Vers, der nochmal dieses Brotwunder ganz schön beschreibt. Sie hatten das Brot gegessen nach der Danksagung des Herrn. Damit wird deutlich, welche enorme Bedeutung dieses Dankgebet von Jesus hatte, als er dankte seinem Vater für die Mahlzeit, von der niemand dachte, dass sie reichen würde. Und dann reichte sie mehr als genug. Johannes bringt diesen Punkt sehr deutlich heraus. Das Wunder hatte seinen Schlüssel in dem Dank, den Jesus ausgesprochen hat. Vielleicht ist der Schlüssel auch in unserem Leben für so manches Wunder, dass Gott tun kann, wenn wir Gott dankbar sind für seine Führung, selbst wenn wir noch nicht sehen können, wie es weitergeht. Selbst wenn wir nur Schwierigkeiten wahrnehmen können, dass wir Gott trotzdem dankbar sind, dass er sich um alles sorgt. Wenn das geschieht, dann kann Gott Großes tun.

[29:04] Tiberias. Wo liegt Tiberias? Tiberias lag weiter südlich, hier im Westen. Tiberias war die Hauptstadt von Galiläa. Sie war eigentlich erst vor einigen Jahren gegründet worden, so um 20 nach Christus. Also ungefähr, sie war noch etwa zehn Jahre alt, mehr oder weniger. Relativ frische Stadt, relativ neu gegründete Stadt, vor allem eigentlich auch mit Nichtjuden am Anfang besiedelt. Benannt, also gegründet von Herodes Antipas und benannt nach einem römischen Kaiser, das ist gar nicht schwer zu erraten, nämlich nach dem damals herrschenden römischen Kaiser Tiberius. Ihm zu Ehren wurde diese Stadt hier gegründet und von hier kommen jetzt also Schiffe und halten hier bei dieser großen Menge.

[29:53] Vers 24. „Da also die Volksmenge sah, dass Jesus nicht dort war“, sie haben also wahrscheinlich alles abgesucht und geschaut, wo er sein könnte und ihn nicht gefunden, auch nicht seine Jünger, „stiegen auch sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus.“ Also jetzt haben wir diese Volksmenge, vielleicht war nicht jeder von ihnen dabei, aber doch eine wahrscheinlich ganz signifikant große Anzahl, jetzt hier diese Schiffe besteigen und ebenfalls nach Kapernaum kommen. Jetzt ist kein Sturm, keine Schwierigkeit, das geht relativ schnell und sie suchen Jesus. Nach Kapernaum zu gehen war natürlich eine sehr naheliegende Sache, weil Kapernaum, wie wir schon oft gesehen haben, die Stadt von Jesus war. In keiner anderen Stadt hat er sich so oft aufgehalten, wie in Kapernaum und möglicherweise haben sie auch noch gehört, wie Jesus den Jüngern befohlen hatte, nach Richtung Kapernaum vorauszufahren und so nutzen diese Gelegenheit und kommen jetzt hier an und suchen Jesus und halten wir im Hinterkopf, sie kommen ja da an in eine Szenerie, wo gerade unglaublich viel los ist. Die Menschen sind überall unterwegs und suchen noch mehr Kranke, die man zu Jesus bringen kann. Es ist also ein sehr geschäftiger Tag, ganz ähnlich wie sie einen Tag vorher auch dort bei dieser Menge gewesen ist.

[31:19] Sie treffen Jesus. Ellen White sagt: „Nach einiger Zeit ging er in die Synagoge.“ Die Synagoge in Kapernaum hatte auch schon so manches Heilungswunder erlebt. Wenn wir zum Beispiel an Markus 2 denken, zum Beispiel, und da gibt es diese interessante Erzählung Markus 3, nicht Markus 2, doch Markus 2 natürlich, ja Markus 2 ab Vers 21, wo er am Sabbat in der Synagoge in Kapernaum einen Dämonenbesessenen geheilt hat. Dort in Kapernaum in der Synagoge trafen jetzt diejenigen, die ihn einen Tag vorher gesehen hatten, an und haben natürlich mitbekommen, was los gewesen ist. Ihre Frage war ja: Wo ist Jesus? Er war nicht im Boot, er ist auf den Berg gestiegen, warum ist er jetzt hier in Kapernaum? Wen werden sie wohl gefragt haben? Kein Wunder, sie werden selbstverständlich die Jünger gefragt haben oder vielleicht sogar eher die Jünger ihnen von alleine erzählt haben, denn was hatten die Jünger nicht gerade alles erlebt? Sie hatten Jesus auf dem Wasser gehen sehen. Ich weiß nicht, wie es dir gehen würde, wenn du in dem Boot gewesen wärst und am nächsten Tag da Leute fragen: „Wo Jesus war?“, würdest du nicht auch erzählen in epischer Breite, was sich ereignet hat? Und so sagt Ellen White, dass die Jünger voller Begeisterung das erzählt haben, wie dieser schreckliche Sturm gekommen ist und wie sie viele Stunden lang ganz fruchtlos gerudert haben gegen den Wind. Man kann sich vorstellen, wir können das ja auch, wenn wir Zeugnisse erzählen, wie das alles ausgeschmückt wird und wie man so richtig sich daran badet in dieser Beschreibung, dann haben sie erzählt, diese Menge, wie Jesus auf dem Wasser gegangen ist und wie ihre Furcht im Porsch stieg und wie er sie beruhigt hat durch seine Worte und dann natürlich auch das Abenteuer von Petrus, wie sie es nennt und die Resultate daraus und das plötzliche Stillen des Sturmes, das plötzliche Landen des Bootes, alles das wurde der Menge, die sich verwundete, erzählt. Man kann sich das richtig bildlich vorstellen, während Jesus heilt, erzählen die Jünger: „Stellt euch vor, und dann und dann und dann erzählt jemand, wie Petrus aus dem Wasser stieg und die Menschen fragen: „Ja, Petrus, bist du wirklich aus dem Wasser gestiegen, du bist auf dem Wasser gelaufen?“ Bildlich sagt: „Ja, ja, ja, ja, ich kenne den See schon seit meiner Kindheit, sowas habe ich noch nie erlebt, ich bin auf dem Wasser gelaufen und stellt euch vor, als ich den Blick von Jesus weggenommen habe, bin ich gesunken, aber preis den Herrn, er hat mich gerettet!“ Und so geht das die ganze Zeit. Aber dann sagt sich folgendes:

[34:03] „Damit nicht zufrieden, versammelten sich viele vor Jesus. Der Bericht reichte ihnen nicht aus.“ Und wir lesen in Johannes 6, Vers 25: „Und als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?“ Sie hatten gerade das Zeugnis gehört von den Jüngern und fragen die Frage trotzdem: „Sag mal, wie bist du hergekommen?“ Sie hofften von ihm, von seinen eigenen Lippen, einen weiteren Bericht des Wunders zu hören. Man könnte sagen, sie waren ein bisschen sensationsgierig. Wenn schon Petrus und Johannes und Jakobus diese Geschichte so spannend erzählen, wahrscheinlich ist sie mit den Worten von Jesus noch viel interessanter. Und sie nennen ihn Rabbi, und ihr wisst vielleicht noch, was Rabbi übersetzt heißt. Rabbi ist Aramäisch, Rab ist groß, sowohl im Hebräischen als auch ganz ähnlich im Arkadischen, das ist Rub. Rubum ist der Fürst, Rabbi ist das I, das erste Person, Possessiv, Suffix. Mein, großer, wörtlich übersetzt. Man könnte auch sagen, mein Meister oder im allgemeineren Sinne, mein Lehrer. So kennen wir es aus Johannes Kapitel 1 und dort Vers 38 und 39. „Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi, das heißt übersetzt Lehrer, wo wohnst du?“ Sie nennen ihn Lehrer, sie wollen mehr von dieser wundersamen Geschichte auf dem Meer hören, aber Jesus antwortet etwas vollkommen anderes.

[35:59] Vers 26. „Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Jesus antwortet ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich.“ Und wenn Jesus diese Worte sagt, dann wissen wir, jetzt kommt etwas Entscheidendes. Alles, was Jesus sagt, ist enorm wichtig, aber das sind Worte, die er vor besonders bedeutsamen Sätzen gesagt hat. „Wahrlich, wahrlich, Amen, Amen. Ich sage euch: Ihr sucht mich nicht deshalb, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.“ Jesus kennt ihre Beweggründe. Wir wissen vielleicht noch, das bedeutet eigentlich, das ist festes Fundament, was ich jetzt sage, darauf kannst du vertrauen. Die Menschen kennen sich oft selbst nicht, aber Jesus sagt: „Meine Einschätzung deines Charakters, darauf kannst du bauen.“ Amen, Amen, wahrlich, wahrlich. Er kannte ihre Motive, hatte sie gerade ja daran gehindert, ihn zum König zu machen. Und er sagt ihnen: „Ihr seid eigentlich nur hier, weil euch das Essen gut geschmeckt hat, weil ihr noch mehr essen wollt.“

[37:19] Wie ist das mit der Aufrichtigkeit? Im Psalm 106 und dort ab Vers 12 wird uns etwas ganz ähnliches von den Israeliten berichtet. Psalm 106 Vers 12: „Da glaubten sie seinen Worten und sangen sein Lob, aber sie vergaßen seine Werke bald. Sie warteten nicht auf seinen Rat, sondern sie wurden bekehrlich in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde.“ Es ist einfach, Gott zu loben. Eine andere Sache ist es, bei Gott zu bleiben, mit einem aufrichtigen Herzen. Ähnlich auch in Hesekiel 33 und dort Vers 31. Hesekiel 33 Vers 31, dort heißt es: „Und sie werden zu dir kommen, wie das Volk zusammenkommt und werden als mein Volk vor dir sitzen und deine Worte hören, aber nicht danach handeln. Denn wenn sie auch mit dem Mund ihre Liebe bekunden, so läuft ihr Herz doch hinter dem Gewinn her.“ Paulus spricht von den falschen Lehrern, die letztendlich nur ihrem eigenen Bauch dienen, deren Götze oder Gott ihr Bauch ist. So in Philipper 3 Vers 19 und Römer 16 Vers 18. Psalm 78 und dort Vers 37. Psalm 78 und dort Vers 37, das heißt es: „Denn ihr Herz war nicht aufrichtig gegen ihn und sie hielten nicht treu an seinem Bund fest.“ Gott sucht nicht Menschen, die in der Euphorie ihn zum König krönen wollen. Gott sucht Menschen, die fest an ihm halten und deswegen wartet Gott oft auch bei Erweckungen ab, was passiert, wenn die Euphorie, die Emotion sich gelegt hat, wenn die Menschen wieder im Alltag angekommen sind. Gott wünscht sich eben nicht, dass es so ist, wie wir oft das erleben, dass wir geistliche Hochphasen haben, dann wieder ins Tal hinabgehen. Er wünscht sich Konstanz. Gott kann uns nichts segnen, wenn wir immer wieder in die alten fleischlichen Gewohnheiten abdriften.

[39:22] Jakobus 4 Vers 3: „Ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden.“ Ellen White sagt: „Wenn Menschen diese Welt mit Christus haben könnten, würden viele die angebotene Loyalität annehmen oder hätten, würden viele ihm ihre Loyalität anbieten, aber solch einen Dienst konnte er nicht akzeptieren.“ Von denen, die sich jetzt mit ihm verbunden hatten, gab es viele, die nur angezogen waren, weil sie auf ein weltliches, irdisches Königreich hofften. Die mussten oder ihre Verführung musste aufgedeckt werden. Sie sagt: „Die tiefe geistliche Lehre im Wunder mit den Broten war nicht verstanden worden. Das musste jetzt deutlich gemacht werden. Eine neue Offenbarung würde einen noch deutlicheren oder einen noch näher kommenden Test bedeuten.“

[40:31] Wenn Gott Wunder tut, will er etwas sagen. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn Gott etwas in seinem Leben tut, hat er eine Botschaft. Hier waren Menschen, die hatten mit eigenen Augen und Händen wahrgenommen, mit ihrem eigenen Geschmackssinn gesehen, dass Gott, dass Jesus tausende Menschen nähren konnte mit fünf Broten und zwei Fischen. Das war ein gewaltiges Wunder. Sie hatten es selbst erlebt. Sie hatten dieses von Gott gesorgte, also von Gott ihnen gegebene Brot selbst verdaut und doch haben sie die Lehre in dem Wunder nicht gesehen. Deswegen sagt Jesus hier in Johannes 6: „Weil ihr Zeichen gesehen, weil ihr sucht mich nicht deshalb, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid.“ Sie hatten die Hinweise in diesem Wunder nicht erkannt, dass Jesus göttliche Natur ist, dass er eine göttliche Mission hat. Kann es sein, dass wir manchmal auch das gleiche tun, dass wir Wunder erleben und einfach dankbar sind für die Wunder und uns dann vielleicht so in unserem Alltag von Wunder zu Wunder, von Gottes Rettung zu Rettung irgendwie hangeln, ohne die Lektionen zu lernen, die Gott mit den Wundern verbindet. Hast du schon mal erlebt, dass Gott etwas Großes für dich getan hat? Hast du mal erlebt, dass er dich unerwarteter Weise gerettet hat, dass er etwas für dich getan hat, was du dir nie hättest vorstellen können? Wir sind dankbar, aber fangen wir auch an, darüber nachzudenken, was er mit diesen Dingen uns beibringen wollte. Kann es sein, dass wir manchmal viele Wunder erleben, aber die Lektionen, die hinter den Wundern stecken, nicht begreifen und wir dann immer so von Wunder zu Wunder hangeln, aber nie im Glauben wachsen, weil jedes Wunder eigentlich ein Lehrstück ist, eine Lektion, die wir lernen müssen. Lass uns nicht nur dankbar sein für Wunder, lass uns die Frage stellen: „Herr, was willst du mit dieser Rettung, mit diesem Wunder in meinem Leben, was willst du mir sagen?“

[42:35] Jesus wollte genau das ihnen beibringen. Vers 27: „Wirkt nicht für die Speise, die vergänglich ist, sondern für die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt, die der Sohn des Menschen euch geben wird, denn diesen hat der Vater bestätigt.“ Das klingt fast so wie zwei Kapitel vorher. In Johannes Kapitel 4, Vers 13, Jesus antwortet und sprach zu ihr, zu der Frau am Samariterbrunnen, ganz genau, am Jakobsbrunnen: „Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle vom Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.“ Diese Lektion hat Jesus immer und immer wieder gegeben. Die wahre Speise, er hat ja auch in Johannes 4 von dieser wahren Speise gesprochen. Als die Jünger kamen, Vers 31, und sagten: „Rabbi, iss!“ Er versprach zu ihnen: „Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt.“ Da sprachen die Jünger zueinander: „Hat ihm denn jemand zu essen gebracht?“ Jesus spricht zu ihnen: „Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“

[43:50] Viele Menschen arbeiten nur für den Bauch. Prediger 6, Vers 7 sagt genau das. Was heißt es in Prediger 6 und dort Vers 7? „Alle Arbeit des Menschen ist für seinen Mund, die Seele aber wird nicht gesättigt.“ Wie viele Menschen arbeiten nur für ihren Bauch, ohne dass die Seele sich nicht satt essen kann? Esau hat sein Erstgeburtsrecht verkauft für eine Speise, aber all das hilft nicht, wenn es um das ewige Leben geht. Deswegen hat Jesus schon in der Bergpredigt sehr deutlich gesagt, in Matthäus Kapitel 6 und dort Vers 31 und 32: „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen oder was werden wir trinken oder womit werden wir uns kleiden? Denn nach all diesen Dingen trachten die Heiden. Aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden.“

[44:54] Diese Lektion war noch immer nicht verstanden worden. Jesus wollte, dass die Menschen anfangen, Gott an die erste Stelle zu setzen, dass sie zuerst auf das Geistliche schauen, so wie Paulus es später sagt in 2. Korinther 4 und dort Vers 18: „Da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare, denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, also vergänglich. Was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ Schaust du, liebe Freunde, in deinem Leben zuallererst auf das Reich Gottes, zuallererst auf Jesus, zuallererst auf das ewige Leben, auf das, was Jesus dir geben möchte? Oder ist unser Denken so sehr bestimmt von den Notwendigkeiten des Lebens Tag für Tag? Petrus sagt uns, dass diese Welt im Feuer vergehen wird, alles auf ihr. Das Einzige, was wir mitnehmen können, ist ein Charakter und Menschen, die wir für Jesus gewonnen haben, genau diese geistliche Speise, von der Jesus redet. Und deswegen sollte unsere erste Aufmerksamkeit unserer Erlösung und der Erlösung anderer gelten.

[46:04] 1. Korinther Kapitel 9 und dort Vers 24: „Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt.“ Jesus sagt: „Wirkt für die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt.“ Ja, Evangelium ist ein Geschenk Gottes. Ja, es ist etwas, das wir niemals alleine bewirken könnten, aber es ist auch etwas, für das es sich lohnt, eine Anstrengung zu unternehmen, für das es sich lohnt, sich einzusetzen, zu laufen, zu kämpfen. „Jeder aber, der sich an dem Wettkampf beteiligt, ist enthaltsam in allem, jenem einen vergänglichen Siegeskranz zu empfangen, wie aber einen unvergänglichen.“ So Paulus sagt: „So laufe ich nun nicht wie aufs Ungewisse. Ich führe meinen Faustkampf nicht mit bloßen Streichen, sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.“ Paulus macht deutlich, es gibt etwas zu tun. Jesus sagt: „Wirkt für die Speise, die bis in das ewige Leben bleibt.“ Eifrig sollen wir bestrebt sein, bei Gott zu bleiben.

[47:02] Hebräer 4 und dort Vers 11: „So wollen wir denn eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als ein gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall kommt.“ Jesus macht sehr deutlich, wir müssen unsere Priorität ganz deutlich setzen und es kann sein, dass wir sogar zu Jesus kommen, ihn suchen und weil wir begeistert sind und ihn vielleicht gerade noch zum König krönen wollten, aber unsere Motive nicht rein sind. Es kann sein, dass man für Jesus über den See fährt und eigentlich nur sensationslüstern ist, dass man ihm aus Sensationsgier folgt, weil er so große Wunder tut, aber die geistlichen Lektionen seinen Wundern völlig ignoriert.

[47:53] Jesus sagt, dass er vom Vater bestätigt worden ist. Der Sohn des Menschen, sagt er, denn diesen hat der Vater bestätigt. Hier steht ein interessantes Wort im Original, hier steht „versiegelt“. Jesus ist versiegelt worden durch Gott den Vater und die Betonung im Griechischen liegt auf Gott. Mit anderen Worten, er sagt: „Denn ihn hat der Vater versiegelt, ja Gott selbst.“ Wie ist Jesus durch den Vater versiegelt, bestätigt worden? Wir erinnern uns an die Taufe, die wir ja hier vor einigen Jahren studiert haben. Wir erinnern uns daran, wie Gott der Vater zum ersten Mal gesprochen hat. Seit den Tagen aus 1. Mose 3, zum ersten Mal seit Adams Zeit, hat Gott der Vater selbst gesprochen zu einem Menschen und gesagt: „Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Die Stimme des Vaters hatte Jesus als den Messias identifiziert. Johannes sagt später, dass er auf dieses Zeichen gewartet hatte, als der Heilige Geist in Form einer Taube auf Jesus kam, wusste er, weil Gott es ihm vorher gesagt hatte, dass dieses Zeichen sein würde, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes. Jesus selbst hat in Johannes 5 in seinem Verhör im Sanhedrin gesagt, Johannes 5 Vers 36 und 37: „Ich aber habe ein Zeugnis, das größer ist als das des Johannes, denn die Werke, die mir der Vater gab, dass ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat.“ Jesus will damit deutlich machen, die Wunder, die ich tue, egal ob ich auf dem Wasser gehe oder ob ich 5000 Männer plus Frauen plus Kinder ernähre, all das ist eine Botschaft, es ist ein Zeugnis.

[49:31] Vers 37: „Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir Zeugnis gegeben, ihr habt weder seine Stimme jemals gehört, noch seine Gestalt gesehen.“ Der Vater hat Jesus bestätigt, er hat ihn versiegelt und alles das, was Jesus sagte und tat und war, war eine Botschaft.

[49:51] Liebe Freunde, liebe Freundinnen, wir müssen das Leben von Jesus studieren, nicht einfach nur, um zu sehen: Aha, das ist also passiert. Wir müssen die Lehren für unser persönliches Alltag herausziehen, nachdenken und wir müssen nachdenken, wenn Jesus in unser Leben eingreift, was er mir persönlich sagen möchte, sonst war das Wunder fast umsonst. Ja, die Menschen sind satt geworden, aber die Wahrheit ist, auch am nächsten Tag hatten sie wieder Hunger. Der Hauptzweck des Wunders war zu zeigen, wie sehr Menschen sich von Gott abhängig machen können. Wir werden in den nächsten Wochen jetzt sehen, wie Jesus in dieser erstaunlichen Predigt in der Synagoge von Kapernaum diesen Punkt nach und nach entfaltet und einige tiefgründige Wahrheiten uns präsentiert. Das werden wir dann ab der nächsten Woche weiter studieren. Lasst uns für heute lernen, nicht nur dankbar zu sein für die Wunder, sondern genau hinzuschauen, was Gott uns persönlich sagen möchte.

[51:04] Wollen wir doch gemeinsam niederknien und ihn einladen, das in unserem Leben zu tun. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass wir sehen können, dass du uns nicht nur rettest und nicht nur Wunder tust, sondern dass du das so tust, dass wir viel lernen können. In allem, was du tust, sprichst du zu uns. Jedes kleine und große und mittlere Wunder, alles das, was wir aus deinem Wirken sofort wahrnehmen oder was uns manchmal gar nicht auffällt, weil es uns so selbstverständlich erscheint, alles das ist immer mit einer Botschaft verbunden. Du willst, dass wir Dinge lernen, du willst, dass wir dich besser kennenlernen. Herr, vergib uns, dass wir manchmal einfach nur aus Sensationslust dem Adventglauben nachgegangen sind, aber nicht wirklich, um zu lernen, was du in unserem Leben verändern möchtest. Herr, hilf uns, dass wir das erleben. Hilf uns, dass wir die richtigen Fragen stellen. Hilf uns, dass wir mit der richtigen Motivation zu dir kommen, um dich besser kennenzulernen und unser Herz verändern zu lassen. Danke, dass wir heute noch einmal sehen durften, dass jeder, der sich im Glauben zu dir wendet, jeder, der dich an deinem Saum berührt, Herr Jesus, dass du jeden heilen kannst und das vollständig. Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Amen.


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