[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Auch diese Woche unter besonderen Bedingungen, ohne Publikum hier, aber im Livestream. Für alle, die jetzt eingeschaltet sind oder später das Video anschauen, wollen wir im Leben von Jesus weiter studieren. Wir haben heute einen interessanten Abschnitt in Johannes 6 vor uns. Wir werden uns die Stelle anschauen, in der Jesus zum ersten Mal, zumindest wie es uns in der Bibel berichtet ist, zum ersten Mal eines seiner berühmten "Ich-bin"-Worte gesagt hat und was der Kontext davon war und was er uns und auch den Menschen damals sagen wollte. Das wollen wir gemeinsam studieren, aber natürlich nicht ohne vorher Gott eingeladen zu haben, unsere Herzen zu belehren und zu verändern durch seinen Heiligen Geist. Und wenn es dir auch möglich ist zu Hause, dann lass uns doch gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet.
[1:35] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort studieren können. Wir brauchen dich so sehr, um die Worte, die wir lesen, wirklich so zu begreifen, wie du sie gemeint hast und dass wir diese Worte nicht nur verstehen, sondern dass sie unser Leben verändern, dass wir aus diesen Worten leben. Herr, wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist und dass wir unseren Blick auch in diesen besonderen Zeiten ganz unabwendbar auf Jesus richten und von ihm lernen und ihm nachfolgen, wohin er uns auch führt. Das bitten wir in seinem Namen. Amen.
[2:24] Letztes Mal haben wir uns mit den Folgen der Geschichte vom Brotwunder und dem Gehen auf dem Wasser beschäftigt. Wir haben gesehen, dass Jesus dann in der Nähe von Kapernaum ankam und es dort zu einer schnellen Bewegung kam, weil die Menschen, obwohl sie nur ungefähr einen Tag auf Jesus hatten verzichten müssen, sofort wieder in der ganzen Umgebung herumliefen und alle Kranken zu ihm brachten. Und dann haben wir gesehen, was mit der Volksmenge passiert ist, die einen Tag zuvor diese großartige Wunderspeisung erlebt hat. Könnt ihr euch noch erinnern, was mit ihnen passiert war? Ja, genau, sie waren noch an dem Ort geblieben und hatten am nächsten Morgen versucht, Jesus dort zu finden, weil sie sich erinnert hatten, dass die Jünger ins Boot gestiegen waren. Es war damals nur ein Boot an dem Ufer gewesen und Jesus war nicht in dem Boot gewesen, das hatten sie noch mitbekommen. Und dann haben sie sich aber gewundert, dass Jesus nicht da gewesen ist. Wir haben gesehen, dass sie dann auch nach Kapernaum gefahren sind, weil Schiffe gekommen waren. Erinnert ihr euch noch, aus welchem Ort die Schiffe gewesen sind? Ganz genau, das war aus Tiberias. Diese Schiffe aus Tiberias haben dann die Menschen nach Kapernaum gebracht und die Menschen haben dann Jesus angetroffen. Und zwar, weiß ich immer noch, wo das gewesen ist, das war in der Synagoge. Jesus ist von Ort zu Ort, von Gehöft zu Gehöft, von Dorf zu Dorf dort um Kapernaum herum gegangen, hat Menschen geheilt und war dann in der Synagoge und wurde in der Synagoge angetroffen von der großen Gruppe an Menschen, die die Speisung der 5.000 erlebt haben. Wir haben gesagt, vermutlich waren nicht alle 5.000 Männer plus Frauen plus Kinder in diesen Booten, aber doch eine ganz signifikant hohe Menge. Und sie kamen und wollten Jesus sehen, haben von den Jüngern erfahren, was passiert war, nämlich wie Jesus auf dem Wasser gegangen ist. Die ganze Geschichte mit Petrus, all das und auch das Wunder, dass dann das Boot, nachdem es abgetrieben war, sofort an dem Ziel gewesen ist. Ganz schnell, all das haben sie erfahren und dann trotzdem Jesus noch einmal gefragt, weil sie von ihm selbst zur Sensation zu lüstern nochmal alle Fakten und vielleicht noch mehr hören wollten. Und Jesus hat ihnen dann sehr deutlich, damit haben wir aufgehört, deutlich gemacht, dass er ihre Motive kennt, dass sie nicht gekommen waren, weil sie in dem Brotwunder ein Zeichen seiner göttlichen Mission gesehen haben, sondern weil sie satt geworden sind, Brote gegessen haben und jetzt vielleicht noch mehr ihrem Bauch frönen wollten.
[5:10] Und deswegen hat Jesus, das war der letzte Vers in Johannes 6, Vers 27, mit dem wir aufgehört haben, ihnen den dringenden Rat geben, nicht für die Speise zu wirken, die vergänglich ist, sondern für die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt, die der Sohn des Menschen den Menschen geben möchte. Denn diesen hat Gott der Vater bestätigt oder versiegelt. Die Menschen haben aufmerksam zugehört, diese Gruppe und sie hören, dass Jesus sagt, wirkt. Er sagt, wirkt nicht für die Speise, die vergänglich ist, sondern wirkt für die Speise, die bis in Ewigkeit bleibt. Und damit wollte Jesus ihren Blick von dem irdischen auf das Geistliche, vom Materiellen auf das Himmlische richten. Aber die Menschen haben wahrscheinlich an diesem Wort "wirkt" sich aufgehangen. Beim Wort wirken dachten sie an Werke und Werke waren ihnen gut bekannt. Sie versuchten ja schon eine ganze Zeit lang, Werke zu tun, um irgendwie Gott besonders angenehm zu sein. Und so stellen sie jetzt genau diese Frage, Vers 28. Da sprachen sie zu ihm, was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken? Sie kannten schon eine ganze Reihe von Vorschriften, sie hatten ja die Bibel gelesen, sie hatten die Kommentare der Rabbis und Schriftgelehrten gehört. Sie wussten so in etwa, was alles von ihnen verlangt war und sie wussten auch, dass man mit vielen Werken, so dachten sie zumindest, noch mehr Ehre bei Gott haben könnte. Und jetzt schien es so zu sein, als ob dieser Lehrer, dieser Prophet, wie sie dachten, dass er von noch weiteren Vorschriften wusste, noch mehr Werke, die man tun könnte, um die Werke Gottes zu wirken.
[7:05] Ellen White sagt, sie waren bereit, jegliche neue Regel zu hören, durch die sie einen noch größeren Verdienst erwerben konnten. Ihre Frage bedeutete eigentlich, was müssen wir tun, damit wir den Himmel verdienen. Was ist der Preis, den wir bezahlen müssen, damit wir das zukünftige Leben haben können. Und damit zeigt sich die Werksgerechtigkeit dieser Juden und damit eigentlich auch eines jeden Menschen sehr deutlich. Wie oft haben wir vielleicht schon in unserem Herzen gefragt, was muss ich tun, damit ich jetzt endlich das tue, was Gott will.
[7:49] Vers 29. Jesus antwortete und sprach zu ihnen, das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Das Werk, das Gott sich wünscht, ist Glaube. Das ist eine so wunderbare Zusammenfassung einer jahrtausende langen Diskussion. Immer und immer wieder fangen Gläubige an, irgendwie unsicher zu werden, was den Glauben und die Werke betrifft. Und die einen betonen die Werke und die anderen betonen den Glauben und tun, als ob es keine Werke gäbe. Aber hier sagt Jesus, dass das Werk schlechthin der Glaube ist. Gott wünscht sich, dass wir etwas tun. Er wünscht sich, dass wir glauben. Denn Glaube ist nicht einfach nur für wahr halten, ein passives irgendwie akzeptieren. Der Glaube ist eine aktive Sache. Der Glaube ist ein Werk, der Glaube ist das Werk, das Gott sich wünscht. Jesus hatte deutlich gemacht, wie wichtig der Glaube ist, schon geraume Zeit vorher. Ungefähr ein Jahr vorher, zur Zeit des Passers als Nikodemus zu ihm gekommen. Das ist knapp zwei Jahre vorher in Johannes 3 und dort ab Vers 16. In dieser berühmten Passage hat er gesagt, denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet. Wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet. Der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat. Jesus hat immer wieder deutlich gemacht, wie entscheidend der Glaube ist. Hier waren die Menschen, die wollten wissen, was sie tun müssen, um den Himmel zu verdienen. Jesus sagt, es gibt ein Werk, das ihr unbedingt tun müsst. Ihr müsst an mich glauben, denn nur wer glaubt, kann ewiges Leben haben. Nach Johannes 3 Vers 16 ist es die einzige, aber deswegen absolut notwendige Bedingung, um ewiges Leben haben zu können.
[10:17] Wir hatten ja gesehen, dass die Menschen nach dem Brotwunder Jesus gerne zum König machen wollten, weil sie richtigerweise erkannt hatten, dass er der Prophet ist, der in 5. Mose vorhergesagt worden ist. Könnt ihr euch noch erinnern, in welchem Kapitel von 5. Mose dieser kommende Prophet vorhergesagt worden ist? Ganz genau, es war 5. Mose Kapitel 18, ab Vers 15, wo es durch Mose geheißen hatte, einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern. Auf ihn sollst du hören, denn Vers 18, ich will ihnen einen Propheten, wie du es bist, aus der Mitte ihrer Brüder, das ist jetzt Gott, der spricht, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen. Der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde. Also was war die Mission, was war die Aufgabe des Propheten, der kommen sollte? Die Bibel ist sehr deutlich. Mose hatte gesagt, Gott hat mir gesagt, dieser Prophet soll die Worte Gottes reden und was war von dem Volk verlangt, was sollten die Menschen des Volkes Gottes tun? Vers 19, und es wird geschehen, wer auf meine Worte, also die dann der Prophet reden wird, wer auf meine Worte nicht hören will, der in meinem Namen reden wird, von dem will ich es fordern. Mit anderen Worten, Gott sagte, ich sende einen Propheten, wie dich Mose und ich erwarte von dem Volk, dass diesem Propheten geglaubt wird, dass man seinen Worten zuhören wird und sie annehmen wird, weil es ja Gottes Worte sind. Das alles erfüllt sich in Jesus, der nicht nur Gottes Worte im Mund trägt, sondern wie wir wissen aus Johannes 1, der Gottes Wort selbst ist.
[12:04] Nun war es ja interessanterweise so, dass die Menschen aufgrund des Brotwunders, wie wir gesehen haben, in Johannes 6, ihn ja als diesen Propheten identifiziert hatten. Sie waren also mit ihrem prophetischen Verständnis durchaus auf der richtigen Seite. In Johannes 6, Vers 14 hatten wir gesehen, als die Leute das Zeichen sahen, dass Jesus getan hatte, sprachen sie, das ist wahrhaftig, der Prophet, der in die Welt kommen soll. Sie hatten die richtige Identifikation durch die Prophetie vorgenommen und jetzt mussten sie noch eine Sache tun, sie mussten zuhören, was er ihnen zu sagen hat, mussten ihm glauben und genau das will Jesus ihnen sagen. Er will ihnen sagen, ihr wolltet mich zum König machen, ihr solltet mich hören, ihr wolltet mit mir die Römer vertreiben, ihr solltet mir erlauben, in euch die Sünde zu vertreiben. Sie hatten zwar Jesus prophetisch richtig identifiziert, aber wollten ihn für ihre eigenen politischen Zwecke missbrauchen. Lasst uns Jesus nicht für unsere eigene Agenda missbrauchen, auch in dieser Zeit, in der uns vielleicht so viel ärgert über das, was Politiker tun und machen. Lasst uns Jesus nicht nur prophetisch richtig identifizieren, sondern lasst uns Jesus zu, dass er zu unserem persönlichen Herzen sprechen kann, denn dafür ist er gekommen. Jesus kam nicht, um die Römer zu vertreiben, Jesus kam, um die Sünde zu vertreiben, die Sünde auszurotten, auch aus unserem Herzen. Johannes hat das immer wieder in seinen Büchern betont, auch in 1. Johannes 3 und dort Vers 23, 1. Johannes 3 und dort Vers 23, dort heißt es, und das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und aneinander lieben, nach dem Gebot, das er uns gegeben hat, das Werk, wir können übersetzen, das Gebot Gottes ist Glaube, denn wer wirklich Gott glaubt, der vertraut seinen Worten und wird deswegen auch durch die Kraft des Heiligen Geistes alle Gebote gerne halten, der wird auch alle Werke tun, aber ohne den Glauben gibt es kein Werk, das wir tun können, ohne den Glauben gibt es kein Gebot, das wir halten können, deswegen ist Gottes einziges Gebot an uns, in diesem Sinne das einzige Werk, das wir tun können, der echte biblische Glaube und biblische Glaube ist nichts anderes als Leben aus jedem Wort Gottes. Das wird ganz deutlich, das haben wir schon öfter mal hier uns angeschaut, aber noch einmal zur Wiederholung, weil man es so leicht vielleicht vergisst oder aus den Augen verliert. In Römer 1 Vers 17 heißt es, denn es wird darin geoffenbart, die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht, der Gerechte wird aus Glauben leben. Paulus, der Habakuk zitiert, sagt, der Gerechte wird aus Glauben leben. In Matthäus 4 und dort Vers 4 sagt Jesus selbst und dabei Mose in 5. Mose zitierend, Matthäus 4 Vers 4, er beantwortet und sprach, es steht geschrieben, der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht. Paulus sagt, der Mensch lebt aus dem Glauben, Jesus sagt, der Mensch lebt aus jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht. Wenn man beides zusammen nimmt, dann stellt man fest, Glaube ist nicht nur ein für Wahrheiten, sondern ein aus dem Wort Gottes Leben, denn im Wort ist das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.
[15:49] Wie Ellen White es einmal ausgedrückt hat, der Preis des Himmels ist Jesus. Die Menschen wollten wissen, was müssen wir bezahlen und Jesus sagt ihnen, der Preis bin ich. Nimm mich an, glaube mir, folge mir und alles ist bezahlt. Der Weg zum Himmel ist durch den Glauben an das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt. Aber so sagt Ellen White, die Menschen haben sich nicht dazu entschieden, diese göttliche Wahrheit anzunehmen. Sie hatten zwar gesehen, dass er genau das getan hat, was die Prophezeiung vorhergesagt hat über den Messias, aber sie hatten nicht gesehen, dass er auch ihre eigenen egoistischen Ambitionen, die diesem Bild auch vorhanden waren, gefördert hat. Und so fangen sie an, jetzt zu vergleichen, Jesus und Mose. Denn der Prophet, der kommen soll, sollte ein Prophet sein, wie Mose es einer war. Ellen White sagt, und das wissen wir aus der Bibel, zur Zeit von Mose, da war das Manna sehr oft auf der Erde. Es regnete jeden Tag, sechs Tage die Woche, 40 Jahre lang. Wenn Jesus der Messias ist, würde er nicht noch größere Wunder tun als Mose. Und so fragt jetzt in Vers 30,
[17:24] ein Rabbi, so sagt es Ellen White, halb spottend. Da sprachen sie zu ihm, was tust du denn für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du? Unsere Väter haben das Manna gegessen, in der Wüste, wie geschrieben steht, Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen. Das wird richtig zitiert aus Nehemia 9, Vers 15. Da stellt jemand, und einige andere werden sich dem angeschlossen haben, so wie der Bibeltext es zeigt, die Frage, was tust denn du für ein Wunder? Nicht einmal 24 Stunden, nachdem Jesus gerade aus fünf Broten und zwei Fischen geschätzte 15.000, 20.000, 25.000 Menschen satt gemacht hat. Was für ein Zeichen tust du, damit wir sehen und glauben? Man möchte sich an den Kopf fassen und sagen, ihr wart doch dabei, und Johannes macht das ja sehr deutlich, es sind nicht irgendwelche Pharisäer, die aus Jerusalem gekommen wären, die das fragen, es sind genau die Menschen, die am Abend zuvor dieses gewaltige Wunder gesehen haben.
[18:28] Zweifel ist durch kein Wunder aufzuhalten. Es ist dieselbe Frage, die die Pharisäer schon zwei Jahre zuvor bei der ersten Tempelreinigung gestellt hatten, in Vers 18 von Johannes 2. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm, was für ein Zeichen zeigst du uns, dass du dies tun darfst, als er den Tempel gereinigt hatte. Und wie Ellen White es beschreibt, die Herrlichkeit Gottes, die Gottheit selbst, durch seinen Körper hindurch leuchtete. Nun, die Bibel hat nichts gegen Zeichen, Gott hat nichts gegen Zeichen. Wir finden im Alten Testament eine Reihe von Geschichten, wo Zeichen gefordert und Zeichen gegeben werden. Erinnern wir uns, wo Gott selbst das Geben von Zeichen initiiert. Vielleicht fallen euch ein paar Geschichten spontan ein, wenn ihr darüber nachdenkt, wo Zeichen eine große Rolle gespielt haben. Wir denken vielleicht an Mose, der Zeichen tun sollte, um dem Volk zu zeigen, dass Gott ihn gesandt hat. Wir denken vielleicht an den Mann Gottes aus dem Süden, der in 1. Könige 13 ein Zeichen gibt, als der Altar vor Jerobeam auseinanderbirst. Wir denken vielleicht an Jesaja 7, wo Jesaja dem König Ahas sagen lässt, fordere dir ein Zeichen, egal ob im Himmel oder auf der Erde, egal von wo, fordere dir ein Zeichen. Und er dann der König getadelt wird, dass er kein Zeichen sich fordern möchte.
[20:05] Aber Jesus hatte in seiner Generation bemerkt, dass es bei den Zeichen, die gefordert worden sind, gar nicht mehr um ein echtes Interesse an Gott ging. In Matthäus 12 und dort Vers 38, da haben wir schon diese Diskussion geführt oder gesehen, die Jesus hier zeigt. In Matthäus 12, Vers 38, da antworteten etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen, Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen. Auch dort direkt nach einem gigantischen Wunder. Jesus hatte direkt im Kontext einen Besessenen, der blind und stumm gewesen war, geheilt. Und trotzdem hatten die Pharisäer behauptet, das Ganze wäre durch okkulte Praktiken geschehen. Jesus hätte durch den Baal Zebub, den obersten Dämonen, in den Menschen geheilt. Und sie wollen ein neues Zeichen sehen. Und Jesus sagt ihnen dann in Vers 39, er aber erwiderte und sprach zu ihnen, ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen. Aber es wird ihm kein Zeichen geben werden, als nur das Zeichen des Propheten Jona. Das ging damals gegen die Pharisäer und die Schriftgelehrten, die versuchten, das Volk von Jesus abzubringen. Aber derselbe Geist der Pharisäer zeigt sich jetzt in dieser Volksmenge, die ja noch einen Tag zuvor begierig von den Worten Jesu gehört hatten, die sich den ganzen Tag haben anpredigen lassen von Jesus und die geheilt worden waren, die das Wunder erlebt haben. Derselbe Geist offenbart sich hier auch bei diesen Menschen, die einen ganzen Tag lang ohne Essen bei den Predigten von Jesus ausgehört haben. Es kann sein, dass sie begeistert sind von Jesus und eine Predigt nach der anderen hören, vielleicht sogar das Essen dabei vergessen. Und trotzdem, wenn es darum geht, dass das Wort Gottes unser Denken verändern will, plötzlich anfangen und so ähnlich zu verhalten wie die Pharisäer und die Sadduzäer.
[21:48] Erst Paulus aus eigener Erfahrung, er selbst war ja einer von ihnen, sagt in 1. Korinther Kapitel 1, Vers 22, während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen, verkündigen wir Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit. Paulus sagt, die Juden wollen zwar unbedingt ein Zeichen, aber wir predigen und wir predigen das Kreuz. Genau ist das, was Jesus ja in Matthäus 12 gesagt hat. Er sagt, ich werde euch kein anderes Zeichen geben, als das Zeichen, oder es wird euch kein anderes Zeichen gegeben werden, als nur das Zeichen des Propheten Jona. Da geht es darum, dass Jona für drei Tage und drei Nächte im Bauch des Riesenfisches war. Drei Tage. Dieses Ereignis, ein Typus auf die Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Und dann in Vers 41 von Matthäus 12 sagt er ja, die Männer von Ninive werden im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und werden es verurteilen, denn sie taten Buße, nicht auf das Wunder des Jona, sondern auf die Verkündigung des Jona hin. Und siehe, hier ist einer, der ist größer als Jona. Die Männer in Ninive, die Menschen in Ninive haben übrigens gar nichts von dem Fisch gesehen. Das wird in den Kinderbibeln ein bisschen falsch dargestellt, weil da die Stadt dann direkt am Ufer ist. Aber Ninive war zig Tagesreisen vom Ufer entfernt, mitten in Assyrien. Was die Menschen in Ninive beeindruckt hat, war die Predigt des Jona. Und zwar eine Predigt, die von einem Evangelisten gehalten wurde, der nicht einmal wollte, dass sie sich bekehren. Und trotzdem war es die Kraft seiner Worte, die Kraft des Wortes Gottes, dass selbst durch einen mehr oder weniger unmotivierten Propheten seine Kraft entfaltete. Die Assyrer bekehrten sich durch die Predigt, die im Zusammenhang stand mit diesem Zeichen des Jona. Und hier ist Jesus, der jetzt in Johannes 6 predigt, der gerade ein Zeichen gegeben hat und der jetzt eine Predigt hält. Und in dieser Predigt, wie wir im Laufe der nächsten Wochen sehen werden, die Menschen vorbereitet auf die Tatsache, dass er für sie sterben möchte. Und diese Predigt, da greifen wir schon ein bisschen voraus, wird dazu führen, dass fast alle Menschen Jesus verlassen. Und deswegen sagt Paulus, die Juden fordern ein Zeichen und die Griechen fordern Philosophie, aber wir predigen und wir predigen Christus, den Gekreuzigten. Und das ist für viele ein Ärgernis oder ein Stolperstein. Aber Paulus war nicht bereit, einfach nur Zeichen zu geben, um der Zeichen willen. Er war nicht bereit, einfach nur philosophisch zu argumentieren, um der Philosophie willen. Er wusste, dass viele aus seinen Predigten weglaufen würden, wenn er Christus predigt. Aber er hat es trotzdem getan, weil Jesus nicht auf diese Zeichenhascherei, diese Sensationslust vieler seiner Jünger eingehen, die ganz begeistert von ihm waren, aber nicht verstanden, dass ihnen es an geistlichem Verständnis fehlte. Die Jesus aus rein weltlicher Perspektive ganz toll fanden und ihm hinterher rannten.
[25:06] Wie Ellen White es sagt, wir haben es hier schon gesehen, Jesus sah die Krise voraus. Er sah voraus, dass viele Menschen verlassen würden, weil sie eben doch zu sehr gegen Rom kämpfen wollten und nicht für das Reich Gottes. Und er hat nichts getan, um diese Krise aufzuhalten. Er wusste, sie musste kommen. Jesaja 5 und dort Vers 18 und 19. Wehe denen, die ihre Schuld an Lügenstricken hinter sich herschleppen und die Sünde wie an Wagenseilen, die sagen, er soll doch eilen und sein Werk beschleunigen, damit wir es sehen. Der Ratschluss des heiligen Israel soll doch kommen und eintreten, damit wir ihn kennenlernen. Hier sind Menschen, die in Sünde leben und die sagen, Gott soll ein Zeichen tun, er soll etwas tun, er soll sich zeigen, damit wir ihn endlich kennenlernen. Jesaja sagt, wehe denen. Diese Menschen in Johannes 6 hätten wissen können, dass ihr Zeichen, das sie fordern, so nicht gegeben wird, dass diese Einstellung, sich von Jesus innerlich ein bisschen distanziert zu halten, aber Zeichen zu fordern, um irgendwie ihn herauszufordern, dass schon das alte Testament sagt, wehe denen, die das sagen. Es war ja ein Rabbi, der diese Frage gestellt hat, halb spottend, wie Ellen White sagt.
[26:24] Die Geschichte des Manna ist gut bekannt. Wir wissen aus 2. Mose 16, wie jeden Tag das Manna fiel. Wir wissen auch, das haben wir uns ja schon angeschaut, in 5. Mose 8 Vers 3, dass dieses Manna eben nicht nur fiel, um die Menschen satt zu machen, sondern dass Gott damit eine tiefe geistliche Lektion verband. In 5. Mose 8 Vers 3 heißt es, und er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit dem Manna. Das heißt, Gott hat diese ganze Situation bewusst herbeigeführt, damit er durch das Manna ihnen etwas beibringen konnte, dass weder du noch deine Väter gekannt hatten, um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern dass er von all dem lebt, was aus dem Mund des Herrn hervorgeht. Genau das ist ja der Glaube, für den wir gerade gesehen haben, in Matthäus Kapitel 4 Vers 4, der der wahre Glaube, der aus dem Wort Gottes lebt. Jesus sagt mit anderen Worten, ihr habt gesehen, dass das Brot, oder lasst mich anders formulieren, was Jesus den Menschen deutlich machen möchte ist, diese ganze Geschichte mit dem Manna soll zeigen, dass man aus dem Wort Gottes lebt und das ist genau der echte Glaube, den ihr braucht. Das ist das Werk, das ihr tun müsst. Diese Menschen, die kamen zu Jesus und sagten, was sollen wir tun, was müssen wir machen, wie sollen wir irgendwie vor Gott gefallen? Und Gott sagt durch Jesus, schaut doch, was ich für euch tun kann. Ihr seid gerade durch das Brot satt geworden, durch eine wundersame Art und Weise. Genau so werdet ihr geistlich satt, durch das Wort Gottes. Glaubt an mich, erlebt das geistlich, was ihr gestern physisch erlebt habt.
[28:12] Jesus antwortet auf diese spöttische Bemerkung in Vers 32. Da sprach Jesus zu ihnen, wahrlich, wahrlich, Amen, Amen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel. Es war nicht der Verdienst Mose, dass jeden Tag früh am Morgen das Manna wie reif auf dem Wüstenboden war. Schon damals, das macht ja die Geschichte in 2. Mose 16 ganz deutlich, war es Gott gewesen und Jesus versucht erneut den Blick wegzulenken von dem buchstäblichen Brot auf das wahre Brot. Im Griechischen ist es ganz deutlich, das Brot aus dem Himmel, das wahre. Das Manna war nur ein Symbol, es wies auf etwas Wichtigeres hin. Während die Israeliten dachten, hier ist das Manna, der Messias muss erstmal überweisen, ob er genauso gut ist wie Mose. So ähnlich wie auch die Samariterin am Jakobsbrunnen meint, bist du denn größer als Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat. Das scheint eine ganz menschliche Sache zu sein. Hat auch die Samariterin nicht verstanden, dass Jakob nur auf Jesus hinwies? Haben diese Menschen nicht verstanden, dass das Manna in der Wüste auf Jesus hingewiesen hat? Die Menschen kamen zu Johannes dem Täufer und glaubten in ihm alles zu finden, aber Johannes der Täufer war derjenige, der auf Jesus hingewiesen hat. Er war nicht das wahre Licht, das in die Welt kommen sollte.
[29:45] Vers 33, denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. An der Stelle müsste man möglicherweise die Übersetzung ein wenig anpassen, denn das Griechische kann sowohl heißen derjenige, als auch dasjenige. Das ist natürlich dann eine Interpretationssache und natürlich ist derjenige nicht falsch, denn es geht natürlich um den Jesus, wie wir gleich sehen werden. Aber eigentlich, wenn man das Gespräch verfolgt, hat Jesus wahrscheinlich in diesem Moment noch von dem Brot gesprochen und nicht von der Person, weil Vers 34 deutlich macht, dass die Menschen immer noch an Brot denken und nicht an eine Person und dann Vers 35 die Pointe bringt, dass Jesus sagt, ich bin das Brot des Lebens. Also ist wahrscheinlich der Sinn eigentlich von Vers 33, er sagt, der Vater gibt euch das wahre Brot und das wahre Brot ist dasjenige, das aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. Das Brot, um das ihr euch wirklich sorgen sollt, das Brot, für das ihr wirken sollt, Stichwort Vers 27, die Speise, die bis ins ewige Leben geht, die kommt vom Himmel herab und gibt der ganzen Welt Leben. Wir wissen natürlich, dass damit der Messias gemeint ist, denn Jesus hat ja deutlich gesagt, dass der Messias, der der Sohn, der Menschensohn, derjenige ist, der vom Himmel herabgekommen ist, so schon zu Nikodemus in Johannes 3 Vers 13 und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist. Aber noch ist das alles verpackt hinter dem Symbol des Brotes. Die Menschen haben ja so viel Brot gegessen, ihr ganzer Kopf ist voller Brot und deswegen verwendet Jesus dieses Bild jetzt von der Speise, sagt, ihr sucht wieder mehr Brot, ihr wollt noch ein großes Manna-Wunder sehen, aber schaut mal, das Brot ist nur ein Hinweis auf das wahre Brot, die wahre Speise. Wirkt dafür, interessiert euch für die wahre Speise. Das wahre Brot ist das, das aus dem Himmel kommt.
[31:49] Jetzt heißt es in Johannes 6 und dort Vers 34, da sprachen sie zu ihm, Herr, gib uns alle Zeit dieses Brot und ihr werdet euch ganz sicher erinnern an eine andere Geschichte in der Bibel, wo Jesus eine ganz ähnliche Strategie fährt, eine ganz ähnliche Methode der Gesprächsführung und wo der Gesprächspartner auch sagt, das möchte ich haben. Damals war es nicht eine Volksmenge, die gerade an Brot dachte, sondern eine Frau, die an Wasser dachte. Nur ein paar Kapitel vorher in Johannes 4. Und als diese Frau an Wasser dachte, zum Brunnen kommt, benutzt Jesus das Wasser als ein Symbol für sich und das ewige Leben. Und als er dann sagt in Johannes 4, Vers 13 und 14, Jesus antwortete und sprach zu ihr, jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt. Was ist die Antwort der Frau, als sie hört, es gibt dieses Wasser, das bis ins ewige Leben geht? Vers 15, die Frau spricht zu ihm, Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht dürste und nicht herkommen muss, um zu schöpfen. An demselben Punkt, diese Menschen, sie glauben an irgendein Wasser, an irgendeine Art Brot, das Jesus ihnen geben könnte und sagen, dieses Brot wollen wir, dieses Brot Gottes, das uns stärkt und das uns ewiges Leben sozusagen geben kann. Das Brot war eine ganz bekannte Metapher im Judentum und jetzt kommt der Wendepunkt des Gesprächs.
[33:29] Jesus sagt in Johannes 6, Vers 35, ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. Bis dahin hat er den Menschen gesagt, es gibt etwas Besseres, etwas Geistliches, etwas für das wir wirken sollten und sie sagen jetzt, okay, das wollen wir haben, was ist es? Er sagt, ich bin es, so wie ich jetzt hier vorstehe, ich bin es. Nicht als ein zukünftiger König, sondern so wie ich hier bin, ich bin das Brot des Lebens. Jesus musste sich mit Mose wegen dem Manna wetteifern, Mose und das Manna haben auf ihn hingewiesen, aber dazu ist es wichtig, dass die Menschen zu ihm kommen.
[34:19] Interessant ist diese Formulierung, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. Interessant ist, dass sozusagen hier deutlich wird, was Glauben, an Jesus glauben bedeutet. Es bedeutet nicht zu wissen, dass er existierte, es bedeutet zu ihm zu kommen. An Jesus zu glauben bedeutet, mit meinen Sorgen zu Jesus zu kommen. An Jesus zu glauben bedeutet, mit meinen Sünden zu Jesus zu kommen. An Jesus zu glauben bedeutet, mit meinen Fragen und Zweifeln zu Jesus zu kommen. Egal was es ist, komm zu Jesus und zwar tatsächlich, buchstäblich, in deinem Herzen, nähere dich ihm. Das ist Glaube.
[35:05] Schon im alten Testament hat Gott die Menschen eingeladen, zu ihm zu kommen. Wir denken an Jesaja Kapitel 55 und dort die berühmten Verse ab Vers 1. So wird eure Seele leben, denn ich will euch einen ewigen Bund gewähren. Die Gnadengüter Davids, die zuverlässig sind, das stand schon im alten Testament. Der Messias, Gott selbst, möchte die Israeliten ernähren, echte geistliche Speise geben. So glaubten sogar die Rabbis. Kann man nachlesen in ihren Schriften, dass wenn der Messias kommen wird, würde er Israel ernähren.
[36:05] Jesus selbst hatte gesagt, kommt her zu mir, alle, die mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Mit anderen Worten, Jesus sagt, was ihr gestern erlebt habt mit den fünf Broten und zwei Fischen, soll euch zeigen, was ihr von mir erwarten könnt. Es gab mehr Brote, als man brauchte. Es gibt mehr Gnade, als Sünder benötigen. Damals sah es am Tag zuvor so aus, als ob man gar nicht genügend Brot kaufen kann. Es war eine ausweglose Situation. Aber Jesus hatte deutlich gemacht, dass egal wie aussichtslos eine Situation ist, er in der Lage ist, für jeden mehr als genug zu haben. Und Jesus hatte seine Gnade, das Brot auch organisiert vermittelt. So wird er auch seine Gnade, seine Erlösung organisiert vermitteln. Jeder erhält sie und trotzdem trifft man sich in kleinen Gruppen, quasi Gemeinden, um gemeinsam geistlich sich zu ernähren. Da gab es eine direkte Parallele zwischen dem Wunder und dem Eigentlichen. So wie sie von dem Brot physisch ernährt und gekräftigt worden waren, erfrischt worden waren, so konnten sie von Jesus geistliche Kraft und ewiges Leben erhalten. Sie mussten einfach nur zu ihm kommen. Aber Jesus hatte schon ein Kapitel vorher, ein Jahr vorher, in Johannes 5, Vers 40, leider zu den Juden sagen müssen, ihr glaubt in Vers 39, ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, ihnen das ewige Leben zu haben und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen. Wir haben gelernt, zu Jesus kommen bedeutet Glauben, echten Glauben. Man kann tatsächlich die Bibel lesen, mit dem Ziel, ewiges Leben zu haben und doch daran vorbeigehen, weil man, obwohl man die Bibel liest, nicht zu Jesus kommt. Man kann die Prophezeiungen studieren, man kann die Gesundheitsgesetze studieren, man kann die Geschichten studieren und trotzdem bei sich und seinem Egoismus und seiner Sünde verbleiben. Aber Jesus lädt uns ein, uns Gläubige, dass wir zu ihm kommen, so wie wir sind und alles mitbringen und ihm vor die Füße legen.
[38:29] So sagt Jesus hier in Johannes 6, Vers 36, aber ich habe es euch gesagt, dass ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubt. Das hat er in Vers 26 gesagt. Er hat gesagt, ihr seid gekommen wegen dem Broten und nicht mal, weil ihr Zeichen gesehen habt. Es war ja ein Zeichen, es war ja ein Hinweis auf die göttliche Mission, ihr habt das gar nicht wahrgenommen. Deswegen habe ich es euch gesagt. Sie hatten die Bedeutung nicht erkennen wollen und daher nicht an Jesus geglaubt. Sie haben Jesus bejubelt und wollten ihn zum König machen und hatten trotzdem kein Glauben. Es ist möglich, dass wir Jesus zujubeln, dass wir laut verkünden, dass er in unserem Leben regieren soll, ohne dass er wirklich in unser Herz hinein darf. Dass wir vielleicht vor anderen laut über ihn predigen, aber wir niemals mit den Dingen unseres Herzens zu ihm kommen, wirklich zu ihm kommen und wirklich aus dem Wort, wie es hier steht, leben. Das ist, was sich Jesus wünscht, tatsächlich aus dem Wort Gottes leben.
[39:49] Vers 37. Jesus hat den Menschen jetzt nicht nur einfach gesagt, was falsch gelaufen ist, sondern Jesus wäre nicht Jesus, wenn er nicht genau die Gelegenheit beim Schopf ergreift, um sie zu ermutigen, doch genau das zu tun, was sie bisher versäumt haben. Vers 37. Jetzt kommt dieser Aufruf, dieser wirklich, wirklich liebevolle Aufruf zu widerspenstigen Herzen. Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Hier stehen zwei verschiedene Worte im Griechischen für "kommen". Im ersten Teil heißt es, dass diejenigen, die der Vater Jesus gibt, sie werden Jesus auch erreichen. Man könnte übersetzen, jeder, der sich von Gott ansprechen lässt, wird Jesus erreichen. Niemand muss denken, oh, der Heilige Geist wirkt in meinem Herzen, aber werde ich jemals Jesus erreichen, werde ich jemals zu Jesus kommen? Jesus sagt, jeder, der von Gott angesprochen wird, jeder, an dem der Heilige Geist wirken durfte, der wird auch Jesus erreichen, er wird zu Jesus kommen, er wird Jesus finden. Deswegen sagt Gott, ihr werdet mich finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir suchen werdet. Und jeder, der zu ihm kommt, der also sich auf den Weg macht zu ihm, den wird Jesus nicht verachten. Jesus sagt uns, dass wir kommen sollen zu ihm, auch wenn unsere Sünde blutrot ist, tiefrot wie Scharlach, soll sie doch werden weiß wie Schnee, so sagt Jesaja 1, Vers 18 und 19. Jesaja 42, Vers 3 sagt über den Messias, er wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen. Jesaja 55 sagt, dass der Gottlose und der Übeltäter die Gedanken und die Wege verlassen sollte, denn noch ist Gnade und viel Vergebung bei unserem Herrn. Jesus hat ja die Menschen eingeladen und gesagt, kommt her zu mir alle. Der Verbrecher am Kreuz, der hat erlebt, dass das eine wahre Verheißung war. Römer 5, Vers 20 sagt, wo die Gnade voll geworden ist, wo die Sünde voll geworden ist, ist die Gnade überhandgenommen, es gibt mehr Gnade als Sünde. Deswegen sagt der Hebräerbrief in Hebräer 7 und dort Vers 25, daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten. Er kennt unsere Situation, er ist versucht worden, wie wir in jedem Punkt. Er hat Mitleid mit uns, er ist der Hohepriester und deswegen sagt Jesus, wenn ihr zu mir kommt, ich werde euch nicht zurückstoßen. Kein Mensch, der jemals ernsthaft zu Jesus kommen wollte, sei er als Ungläubiger oder als Gläubiger, der schon viel von der Bibel wusste, jeder, der wirklich ernsthaft Jesus gesucht hat, ist jemals von Jesus aufgehalten worden.
[42:36] Freunde, ich weiß aus eigener Erfahrung, Jesus nimmt uns gerne an, wirklich. Er mag uns und er freut sich, wenn wir kommen, egal wie wir sind, denn er kann uns verändern, er kann uns seinen Heiligen Geist geben, er kann uns vergeben und reinigen. Wir können kommen, wie wir sind und müssen ihm nur glauben, dass das, was er sagt, wirklich wahr ist.
[43:03] Vers 38, denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Das ist der Grund, warum Jesus, und das ist so schön jetzt, was für eine interessante Begründung. Jesus sagt, wisst ihr, warum ich niemanden wegstoßen will? Weil ich den Willen meines Vaters tue. Es ist der Wille meines Vaters, dass niemand, der aufrichtig ist, weggestoßen wird. Er sagt, ich bin nicht gekommen, um meinen eigenen Willen zu tun, wobei, Klammer auf, auch Jesus nicht einen anderen Willen hätte. Aber Jesus hat das oft gesagt. Er hat gesagt in Johannes 4, Vers 34, dass es seine Speise ist, den Willen des Vaters zu tun und sein Werk zu vollenden. Wir wissen aus Psalm 40, Vers 8 und 9, dass Jesus sagt, dass das Gesetz Gottes im Herzen ist, dass er sich freut, den Willen Gottes zu tun. Das können wir nachlesen, vielleicht noch mal in Psalm 40 und dort, Vers 8 und 9, dort heißt es, da sprach ich dir, ich komme. In der Buchrolle steht von mir geschrieben, deinen Willen zu tun, mein Gott begehre ich und dein Gesetz ist in meinem Herzen. Jesus hat sich erniedrigt und wurde gehorsam, weil das auch der Wunsch des Vaters war.
[44:13] Vers 39, Johannes 6, und das ist der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich es auferwecke am letzten Tage. Es ist nicht so, dass Jesus sich wünscht, Menschen zu retten und Gott der Vater sagt, na okay, dann ja, mach mal. Wir wissen, es gab einen Kampf, aber der Kampf, der war real, aber nicht deswegen, weil Gott die Menschen nicht retten wollte. Gott der Vater, so sagt Johannes 10 später, liebt Jesus deswegen noch mehr, weil er durch seinen Tod Gott dem Vater ermöglicht, die Menschen zu rechtfertigen. Jesus muss nicht den Vater überzeugen, Menschen in das ewige Leben zu geben, es ist Gott der Vater, der unbedingt den Menschen ein ewiges Leben geben möchte und deswegen alles investiert und alles Jesus so tun lässt, damit es möglichst vielen möglich sein wird, das ewige Leben zu erhalten. Der Wille des Vaters ist, dass so viele wie möglich ewiges Leben haben. Jesus sagt in Johannes 5 Vers 28 und 29, verwundert euch nicht darüber, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden und sie werden hervorgehen, die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die das Böse getan haben zur Auferstehung des Gerichts. Jesus hatte viele dieser Punkte schon in Johannes 4, Johannes 5, Johannes 3 gesagt. Wir sehen, wie Johannes hier ganz bewusst Geschichten ausgebildet hat, auch wenn zum Teil ein Jahr dazwischen liegt. Um bestimmte Kernaspekte des Evangeliums immer und immer wieder in den verschiedenen Situationen neu zu beleuchten, damit wir sie wirklich verinnerlichen.
[45:46] Letzter Vers für heute, Johannes 6 Vers 40, das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat und ich werde ihn auferwecken am Ende, am letzten Tag. Jesus hat in Vers 36 gesagt, ihr habt mich gesehen und doch nicht geglaubt. Aber Gottes Wille ist, dass wir nicht nur das Leben von Jesus betrachten, sondern dass wir ihm auch glauben. Nicht nur, dass wir die Prophezeiung des Daniel 9 berechnen, sondern dass wir ihm glauben. Nicht nur, dass wir die Offenbarung für wahrhalten, sondern dass wir ihm glauben. Nicht nur, dass wir anderen von der Erlösung erzählen, sondern dass wir ihm glauben. Nicht nur, dass wir ein Gericht predigen, sondern dass wir ihm glauben, sehen und glauben. Diejenigen werden ewiges Leben haben. Und so lädt Jesus mitten in der Synagoge in Kapernaum, wissend, welche Krise sich gerade entfaltet und wie ein Riss durch seine eigene Jüngerschaft geht, weil die Menschen zutiefst enttäuscht sind, dass er nicht gegen die Römer kämpft, die so sehr das Land unterdrücken, weil sie den geistlichen Charakter seiner Mission nicht erkennen, obwohl sie begeistert seine Predigten hören. Und so versucht Jesus verzweifelt, ihnen zu zeigen, dass sie zu ihm kommen müssen. Und eine der schönsten Worte, die er gesagt hat, sind diese Verse. Wenn er deutlich macht, wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Mein Vater selbst will, dass ihr gerettet werdet. Kommt doch zu mir und ihr werdet leben. So wie es sei, sagt kommt doch, kommt doch, umsonst werdet ihr es bekommen. Diese Einladung ist die Einladung, die wir bis ans Ende der Zeit weitergeben dürfen. Im letzten Buch der Bibel, im letzten Kapitel, auf der letzten Seite, in Offenbarung 22, Vers 17 heißt es, und der Geist und die Braut sprechen, komm und wer es hört, der spreche, komm und wen da dürstet, der komme und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.
[48:13] Lieber Freund, liebe Freundin, bist du zu Jesus gekommen? Glaubst du an ihn? Glaubst du seinen Worten? Lebst du aus dem, was er sagt? Ist dein Herz bei Jesus? Wenn nicht, dann nutzt du heute die Gelegenheit. Wenn du merkst, ich habe so viel von Jesus gehört, aber eigentlich ist mein Leben eher fleischlich. Ich bin begeistert von Jesus, aber eigentlich, um damit meine eigenen egoistischen Ambitionen ein bisschen zu ummanteln. Wenn du merkst, ich habe über Jesus geredet, aber selbst meine Sünde verborgen, dann warte doch nicht länger, komm doch noch heute zu Jesus, schütt ihm dein Herz aus und egal, was du getan hast, egal, wie lange du vielleicht auch geheuchelt hast, egal, wie lange du auf beiden Seiten gehinkt hast, was immer das Problem ist, er wird dich nicht zurückstoßen. Er empfängt dich mit offenen Armen, denn der Vater selbst wünscht sich, dass du ewiges Leben hast. Gott segne dich.
[49:19] Um noch gemeinsam darum bitten, dass Jesus unser Herz verändern darf. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr, dass selbst wenn wir mit unlauteren Motiven und mit zweifelhaften Gedanken zu dir kommen, vielleicht auch vermessen Dinge von dir fordern, du uns trotzdem retten willst und du trotzdem an uns wirkst. Wir haben gerade gesehen, dass Jesus auch diese Menschen, die ihn halbspöttisch in Frage gestellt haben, die ganze Kraft des Evangeliums angeboten hat und ihm gesagt hat, wenn er nur zu mir kommt, werde ich niemanden zurückweisen. Danke, dass deine Liebe nicht weniger wird, auch wenn wir dich verletzen, sondern dass es deine Liebe ist, die unsere Sünde durch das Blut Jesu vergeben und dann auch völlig austilgen kann. Herr, wir möchten kommen, wie wir sind, weil wir wissen, dass wir durch dich verändert werden. Herr, wir möchten aus diesem geistlichen Brot leben, aus deinem Wort. Darum bitten wir dich von ganzem und tiefem Herzen im Namen Jesu. Amen.
[50:46] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!