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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt geht es um die tiefere Bedeutung von Jesus als dem Brot des Lebens, die über die physische Speisung hinausgeht. Christopher Kramp erklärt, warum die Menschen Jesus zunächst ablehnten, obwohl sie von seinen Wundern begeistert waren. Er beleuchtet das Murren und die Zweifel der Menschen und vergleicht sie mit den Israeliten in der Wüste. Zentral ist die Erkenntnis, dass niemand aus eigener Kraft an Gott glauben kann, sondern dass Gott selbst die Menschen zu Jesus zieht, indem er sie lehrt.

In dieser Predigt wird die Reaktion der Juden auf Jesu Aussage „Ich bin das Brot des Lebens“ beleuchtet. Christopher Kramp erklärt, warum die Menschen murrten und wie ihre Erwartungen an Jesus von seinen eigentlichen Absichten abwichen. Er zeigt auf, dass wahres Vertrauen in Jesus nur durch Gottes Wirken im Herzen möglich ist und dass jeder, der sich von Gott belehren lässt, unweigerlich zu Jesus geführt wird.


Weitere Aufnahmen

Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der Ersehnte“. Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf joelmedia.de. Nach vielen Wochen wieder auch hier mit Zuschauern vor Ort. Freue mich sehr, auch dass ihr jetzt eingeschaltet habt und dass wir gemeinsam weiter studieren können in Johannes 6. Wir sind ja mitten dabei in dieser Geschichte, in der Jesus einen Tag nach dem Brotwunder die Menschen über die eigentliche Bedeutung des Wunders unterrichten möchte und dabei den berühmten Satz gesagt hat, das haben wir letztes Mal uns angeschaut: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Wir wollen heute ab Vers 41 weiterstudieren, die nächsten Verse dieser großartigen Rede, dieses Dialogs zwischen Jesus und den Menschen, was dann zu einer großen Krise führt, das werden wir noch in den nächsten Wochen sehen.

[1:36] Bevor wir beginnen, wollen wir noch einmal kurz Gott bitten, dass er uns mit seinem Heiligen Geist erfüllt und wem es möglich ist, auch zu Hause, den lade ich ein, dass wir ihn dazu hinterknien. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für die Worte von Jesus, die Leben sind und Licht sind und uns Kraft und Mut und Trost schenken. Herr, wir möchten dich bitten, wenn wir jetzt in den kommenden Minuten dein Wort studieren, dass du uns mit deinem Geist erfüllst, uns Wahrheit offenbarst, aber vor allem, dass wir sehen, wie all das, was wir lesen, für unseren Alltag ganz praktische Relevanz hat und uns stärkt und uns näher zu dir zieht. Herr, offenbare dich du uns und gib, dass wir Jesus ganz fest in unser Herz schließen. Das bitten wir in seinem Namen. Amen.

[2:33] Johannes Kapitel 6. Wir haben gesehen, Jesus ist in Kapernaum in der Synagoge und die Menschen, die er das Brot gegeben hatte, einen Tag zuvor, die hatten ihn gesucht, waren mit Schiffen auch nach Kapernaum gekommen und hatten ihn jetzt getroffen, weil sie natürlich jetzt ganz begeistert waren. Und wir hatten gesehen, die fragen ihn dann: „Wo bist du gewesen?“ Ja, sie wollen das wissen, sie hatten ihn ja gesucht, nicht mehr gefunden. Die Jünger, haben wir bei Ellen White gelesen, hatten ihnen schon erzählt: „Schaut mal, Jesus ist auf dem Wasser gegangen“ und haben die Geschichte mit Petrus erzählt. Und trotzdem wollten diese Menschen noch einmal von Jesus wissen, was vorgefallen ist. Und Jesus sagt ihnen dann in Vers 26 diesen interessanten Satz, wo er sagt: „Ihr sucht mich nicht deshalb, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern wegen der Brote. Ihr habt eine fleischliche Gesinnung.“

[3:36] Und dann entspannt sich so ein Dialog, in dem deutlich wird, dass die Menschen noch einen ziemlichen Zweifel an Jesus hegen. Sie sagen: „Naja, du hast uns jetzt 5000 Männer plus Frauen plus Kinder gespeist, aber Mose hat uns das Manna in der Wüste gegeben. Mose hat uns 40 Jahre lang Tag für Tag Manna gegeben. So toll warst du noch nicht, Jesus.“ Das war so der Unterton. Und Jesus sagt dann: „Naja, ich habe das Brot, das vom Himmel kommt, ich kann euch das Brot geben. Mose hat euch nicht das Brot vom Himmel gegeben, ich kann euch das Brot vom Himmel geben.“ Und dann sagen sie: „Gib uns dieses Brot, wir wollen dieses wahre Brot haben.“ Und dann sagt Jesus in Vers 35: „Ich bin das Brot“ und sagt dann, dass er derjenige ist, auf den alles hinweist. Wir haben gesehen, das Manna weist auf Jesus hin, das Brotwunder weist auf Jesus hin, denn er ist das Brot.

[4:35] Und jetzt ab Vers 41 sehen wir die Reaktion der Juden. Wir lesen mal Vers 41. Wer mag den mal lesen? „Genau.“ Dieser Satz: „Ich bin das Brot des Lebens“ ist für uns heute so ein ganz toller Satz. Ja, den rahmen wir uns ein, hängen uns irgendwo hin und sagen, das sind die „Ich-bin-Worte“ von Jesus. Ja, „Ich bin das Brot des Lebens.“ Aber als Jesus das erste Mal gesagt hat: „Ich bin das Brot des Lebens“, waren die Leute nicht begeistert, die haben gemurrt. Warum haben die gemurrt? Warum fanden die das nicht toll? Wir würden heute denken: „Was für ein toller Satz.“ Die Menschen haben gemurrt über diese Aussage. Was denkt ihr, warum haben die gemurrt?

[5:26] Ja, sie haben nicht an Jesus geglaubt. Ja, also, sie hätten schon gerne an ihn geglaubt, oder? Sie wollten ihn ja, erinnert euch, einen Tag zuvor noch zum König machen. Da waren sie, ja, genau, da hat er eines gegeben, da waren sie ganz begeistert, ja, und sie wollten, dass er König wird. Und einen Tag später murren sie darüber, dass er sagt: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Interessant ist also, sie waren schon begeistert von Jesus gewesen, aber sie hatten, warum waren sie Jesus gefolgt? Warum waren sie jetzt sogar mit Schiffen über das Meer gefahren, um wieder bei Jesus zu sein? Wunder, nicht wahr? Brot, spektakuläre Dinge. Und sie, sie wussten, Mose hat damals Manna vom Himmel regnen lassen, vielleicht kann Jesus ja noch größere Wunder tun. Und wir hatten gesehen, sie wollten ihn zum König machen. Warum wollten sie einen König haben? Sie wollten anderen Völkern gleich sein, genau. Und warum wollten sie jetzt hier in dieser Situation, was sollte der König für sie tun? Die Römer vertreiben, oder? Die nationale Herrlichkeit wieder aufbauen. Sie wollten Jesus, aber sie wollten Jesus für ihre eigenen Ambitionen.

[6:49] Könnte es uns das auch noch mal passieren, dass wir Jesus wollen und von Jesus begeistert sind, weil mit Jesus werden wir gesund, mit Jesus kriegen wir einen tollen Arbeitsplatz, mit Jesus haben wir Freunde der Gemeinde, mit Jesus können wir unsere Ziele verwirklichen. Aber was ist, wenn Jesus vielleicht andere Pläne hat als unsere Ambitionen? Was ist, wenn Jesus eben nicht nur das Mittel zum Zweck ist? Für sie war Jesus Mittel zum Zweck. Wir brauchen einen König, der uns Wunder bringt. Aber Jesus hat ihren Blick weggelenkt von den Wundern auf ihn selbst hin. Sie wollten nicht einfach nur Jesus, losgelöst von ihren Ambitionen.

[7:42] Von wem kennt ihr das, dass man ständig gemurrt hat? Wenn ihr an murrende Menschen in der Bibel denkt, wer kommt euch da zuerst in den Sinn? Das Volk Israel. Und wo haben die gemurrt? In der Wüste, da wo sie das Manna bekommen haben. Also, das ist die Ironie. Die Israeliten haben das Manna bekommen, oder anders gesagt, die Juden hier, die sagen: „Ja, damals, ja, du hast uns 5000 Männer hier satt gemacht, das ist ganz toll, aber damals hat Mose das Manna 40 Jahre uns regnen lassen.“ Aber trotzdem haben die Menschen damals gemurrt. Sie haben alle gemurrt, oder die meisten von ihnen. Und die Juden berufen sich auf das Alte Testament und begehen dieselben Sünden wie die Leute, die im Alten Testament gelebt haben. Ja, die Menschen haben damals das Manna gehabt und haben gemurrt. Wenn Jesus ihnen jetzt Manna vom Himmel hätte regnen lassen, glaubt ihr, die hätten aufgehört zu murren? Die Tatsache des Alten Testaments beweist, die hätten weiter gemurrt.

[8:48] Schaut mal mit mir in 1. Korinther 10 und dort Vers 10, da wird von diesem Murren gesprochen, der Israeliten. In 1. Korinther 10, Vers 10: „Murrt auch nicht, so wie auch etliche von ihnen murrten und durch den Verderber umgebracht wurden.“ Wer sich beschwert, wer unzufrieden ist, wer gegen Gott murrt, der ist auf einem gefährlichen Weg.

[9:17] Schauen wir mal in Lukas 5 und dort Vers 30. Das war nicht das erste Mal, dass Menschen murrten, weil Jesus etwas tat oder sagte, was ihnen nicht in den Kram passte. Schaut mal in Lukas 5 und dort Vers 30. Das ist anlässlich, das haben wir schon studiert, dieses Festmales, das der Levi Matthäus gibt für all seine ehemaligen Freunde, die Zöllner und die Sünder. Und dort heißt es in Vers 30: „Lukas 5, Vers 30: Und die Schriftgelehrten unter ihnen und die Pharisäer murrten gegen seine Jünger und sprachen: Warum esst und trinkt ihr mit Zöllnern und Sündern?“ Warum murren die Pharisäer hier? Was stört sie?

[10:17] Sie hatten die Idee ganz genau: Wir sind heilig, die sind Sünder. Heilige sollten mit Sündern nichts zu tun haben. Das war ihre Vorstellung. Und jetzt kommt Jesus und durchkreuzt ihre Vorstellung. Er verhält sich anders, als sie es immer gelehrt haben. Wir sehen also, wenn wir so unsere eigenen Ambitionen haben, unsere eigenen Vorstellungen, dann kann es oft sein, dass Jesus ganz anders ist und ganz andere Dinge sagt. Und entweder wir lassen uns korrigieren, oder wir fangen an zu murren. Manchmal gibt es das auch in der Gemeinde, dass so Unzufriedenheit und Murren dadurch entsteht, dass wir so unsere Agenda haben, unsere Ziele, unsere Ambitionen. Aber Jesus führt sein Volk manchmal anders, als wir denken. Lasst uns nicht murren.

[11:07] Übrigens, wann haben denn die Israeliten gemurrt in der Wüste? Wann war denn so, oder anders gesagt, worüber haben die denn gemurrt? Das Essen hat ihnen nicht geschmeckt, selbst das Manna hat ihnen nicht geschmeckt. Sie haben sogar wegen dem Manna gemurrt am Ende. Sie wollten lieber wieder die Melonen und den Lauch und die Zwiebeln und den Knoblauch. Die Fleischstöpfe gibt es nicht. Das war ihnen ganz wichtig. Und dann sehen wir auch, dass sie oft gemurrt haben, dass wenn sie ahnten, dass bald das Essen ausgehen könnte. Sie haben gesehen, es reicht nicht mehr lange, wo sollen wir was kaufen? Und sie haben gemurrt. Ihre Pläne wurden durchkreuzt, sie hatten sich das gewünscht, bekamen etwas anderes, und sie haben gemurrt.

[11:56] Nun, schauen wir, was jetzt in Johannes 6 passiert, der nächste Vers. Johannes 6, Vers 42. Was sagen sie jetzt in ihrem Murren untereinander? Vers 42.

[12:25] Genau. Woher kennt ihr diese Frage? „Ist dieser nicht Jesus, der Sohn von Josef und von Maria?“ Wo hat man sowas schon mal gelesen, gehört, dass die Leute sagen: „Moment mal, wir kennen doch deinen Vater, wir kennen deine Mutter.“ Da gibt es so zwei berühmte Szenen, wo Leute während der Predigt von Jesus sagen: „Also, deinen Vater und deine Mutter kennen wir, was spielst du dich eigentlich so auf?“ In Nazareth, genau. Lasst mal euren Finger hier, können wir kurz anschauen. In Matthäus 13 und dort 55 und 56. Matthäus 13, Vers 55 und 56. Da sagen sie nämlich: „Ist dieser nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder heißen Jakobus und Joses und Simon und Judas? Und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher hat dieser denn das alles?“ Und diese Szene in Nazareth ist gar nicht so lange her. Ja, das ist kurz bevor die Jünger ausgesandt wurden, das war relativ gegen Ende seiner Zeit in Galiläa, also vielleicht ein paar Wochen, bevor das jetzt hier passiert ist. Jesus war gerade schon mal abgelehnt worden mit diesen Worten.

[13:41] Und die zweite Szene ist auch in Nazareth, die ist in Lukas 4, Vers 22, ganz am Anfang seines Dienstes in Galiläa, wo sie das Gleiche auch sagen. Jedes Mal, wenn diese Frage bisher gestellt wurde in der Bibel, im Evangelium, war es immer in Nazareth. Und ihr wisst, in Nazareth wurde er immer abgelehnt, oder? In Galiläa ist er immer sonst überall willkommen gewesen, in Kapernaum, in Bethsaida, Korazin, überall konnte er Wunder tun, aber nicht in Nazareth. Nazareth kannten ihn Leute so gut, wie sie dachten, dass sie ihn nicht als Messias annehmen wollten. In Nazareth ist er immer abgelehnt worden mit dieser Behauptung: „Wir kennen doch deinen Vater, wir kennen deine Mutter, was behauptest du, dass du vom Himmel kommst?“

[14:28] Das heißt, hier deutet sich an, erstmalig auch außerhalb von Nazareth, dass die Menschen anfangen an seiner Mission so richtig zu zweifeln, ihn abzulehnen. Ellen White sagt uns, dass es vor allem die Leiter des Volkes waren, die diese Fragen gestellt haben und so ein bisschen versucht haben, ihn verächtlich darzustellen. „Er ist ja nur ein armer galiläischer Arbeiter, seine Familie ist arm und von einem geringen Status, er ist ein ungebildeter Zimmermann“, so haben sie gesagt, „und man muss auch gar nicht auf ihn achten.“ Und natürlich, was immer auch in dieser Szene dann vorkam, war, die Menschen wussten, er hatte eine merkwürdige Geburt. Das hatte sich verbreitet, diese Botschaft. Maria war schon schwanger, bevor sie geheiratet haben. Und da hat man immer wieder, ja auch in Nazareth, so angedeutet: „Wer weiß, wie das gewesen ist, vielleicht bist du ja ein unehelicher Bastard sozusagen.“ Und hier kündigt sich diese Ablehnung an.

[15:34] Nun, wir wissen aus der Bibel, Jesus war natürlich ganzer Mensch und deswegen hatte er auch menschliche Eltern, er hatte eine leibliche Mutter, er hatte einen Vater, der juristisch für ihn gesorgt hat, aber er war natürlich auch Gott. Er war Mensch ohne Gott. Und das haben diese Menschen nicht gesehen.

[15:58] Jetzt schauen wir mal, wie Jesus zeigt, dass er Gott ist. Schauen wir in Johannes 6 Vers 43. Johannes 6, Vers 43.

[16:08] Genau. Interessant ist eigentlich von der Idee her, die haben nicht Jesus offen angeklagt. Die haben ja so untereinander gesprochen, während Jesus da gepredigt hat, haben die sich so mal zur Seite getan, so ein bisschen getuschelt. Und Jesus kennt ihre Gedanken. Das findet man im Johannesevangelium ganz oft, dass er genau weiß, was sie denken. Und nicht nur im Johannesevangelium, auch bei anderen, dass er weiß, was sie in ihrem Herzen denken, was sie da so geheim reden. Die Bibel sagt uns in Hebräer 4 Vers 13, dass alles vor ihm offenbar ist, mit dem wir zu tun haben.

[16:52] Während sie also seine Göttlichkeit in Frage stellen und sagen, er soll vom Himmel kommen, weil Jesus hat ja gesagt: „Das Brot, das vom Himmel kommt, bin ich. Er hat gesagt, das Brot vom Himmel, das gibt Leben, ich bin das Brot.“ Und sie sagen: „Du willst vom Himmel kommen? Wir kennen deinen Vater, wir kennen deine Mutter, wir kennen deine Geschwister, du bist nicht vom Himmel gekommen.“ Und Jesus – und es ist interessant, Ellen White sagt, Jesus hat nie über so etwas debattiert. Er hat nie gesagt: „Bei meiner Geburt war das genau so.“ Er hat nie sozusagen Streitgespräche geführt über seinen göttlichen Ursprung, aber er hat immer wieder deutlich gemacht, dass er ihre Gedanken kennt. So ganz sanft hat er sie quasi darauf hingewiesen: „Auch wenn ihr es nicht glaubt, ich weiß, was ihr denkt, ich bin wirklich göttlich.“

[17:37] Ellen White sagt hier: „Jesus hat nicht versucht, das Geheimnis seiner Geburt zu erklären. Er hat keine Antwort auf ihre Fragen gegeben. Er hat nicht die Aufmerksamkeit auf die Wunder gelenkt, sondern er hat es sich ja freiwillig erniedrigt und die Form eines Knechtes angenommen. Seine Worte haben seinen Charakter offenbart, seine Worte und seine Werke. Alle, die offen waren für die göttliche Erleuchtung, die konnten ihn erkennen. Aber dieser Vorurteil lag tiefer, sagt sie, und lag in der Bußzeit ihrer Herzen.“

[18:22] Jetzt schauen wir mal, was Jesus jetzt ihnen sagt in Vers 44. Johannes 6, Vers 44.

[18:46] Genau, dankeschön. Das ist interessant. Wir haben eigentlich in den Versen vorher schon ganz ähnliche Formulierungen mal gesehen. Welche Verse vorher klingen ganz ähnlich? Könnt ihr mal schauen. 40, ganz genau. Und noch davor? 39, genau. Die sind ganz ähnlich aufgebaut. Man sieht eigentlich also, dass Jesus quasi den Faden wieder aufnimmt. Er redet in Vers 39, 40, dann wird er quasi unterbrochen, weil die so untereinander tuscheln, und dann greift er sozusagen das auf und spricht jetzt an der Stelle weiter. Und wenn man das mal anschaut in Vers 39 und 40, ist das ganz interessant. Da gibt es hier immer quasi zwei Teile im Satz. Einmal sagt er sozusagen in Vers 39: „Ich soll nichts verlieren, ja, nichts verlieren von dem, was Gott gegeben hat. Gott hat gegeben.“ Und dann sagt er: „Ich werde sie auferwecken, ja, Auferweckung.“ Und dann in Vers 40 sagt er: „Und alle, die an ihn glauben, Glaube an Jesus führt zum ewigen Leben, oder?“ Und dann heißt es wieder: „Und ich werde sie auferwecken.“ Ist wieder Auferweckung, ja, gleiche Bauart des Verses sozusagen. Und jetzt kommt 44 und dann sagt er jetzt auch wieder am Ende: „Und ich werde ihn auferwecken, ja.“

[20:15] Aber jetzt sagt er hier etwas anderes am Anfang. Er sagt nämlich, was ist die Idee in Vers 44 am Anfang? Genau, Gott, der Vater, führt alle zu Jesus. Und das erklärt so ein bisschen, was es heißt: „Gott hat alle gegeben.“ Ja, man könnte ja denken, okay, vielleicht gibt Gott den einen zu Jesus und den anderen nicht, weil er sagt: „Alle, die Gott mir gegeben hat, die werden ewiges Leben haben.“ Aber was heißt es, dass Gott jemanden gegeben hat zu Jesus? Es bedeutet, dass er die Menschen zu Jesus führt. Was er sagt ist: „Wenn jemand an mich glaubt, dann deswegen, weil Gott, der Vater, das initiiert hat. Niemand glaubt an mich wirklich so aus eigenen Stücken, aus eigener Kraft.“

[21:20] Und das ist ein ganz entscheidender Punkt. Man kann nicht den Glauben an Jesus von dem Glauben an Gott, den Vater, trennen. Das ist, was er sagt. Und es ist für uns ganz selbstverständlich, aber für die Menschen damals war das gar nicht selbstverständlich, denn die dachten, sie können Jesus ablehnen und weiter an Gott glauben, oder? Die haben gedacht, wir haben Gott, ja, den Gott des Alten Testaments, was brauchen wir Jesus? Aber Jesus macht deutlich, wenn ihr wirklich, jeder, der zu mir kommt, wird von Gott zu mir gebracht. Ich und der Vater arbeiten zusammen. Menschen folgen, die wahren Jünger folgen mir nicht nach aus Sensationslust oder weil sie irgendwie essen wollen. Sie folgen mir nach, weil der Vater selbst in ihrem Leben wirkt. Also, wenn jemand an Gott glaubt, ist das letztendlich das, wenn jemand an Jesus glaubt, ist das der Wille Gottes.

[22:23] Schauen wir in Johannes 5, ein Kapitel vorher. Da sagt er in Johannes 5 und dort Vers 44. Da sagt er: „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht?“ Er stellt quasi diese rhetorische Frage. Und was ist so quasi die Idee hinter dieser Frage, wenn er sagt: „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht?“ Was ist die Idee dahinter, hinter dieser Frage?

[23:10] Wie würdet ihr es mit eigenen Worten anders formulieren?

[23:13] Also, das ist eine rhetorische Frage, die eigentlich deutlich machen will: Ihr könnt gar nicht aus eigener Kraft an Gott glauben. Solange ihr Ehre von anderen Menschen nehmt, könnt ihr gar nicht glauben. Und das, was Jesus hier deutlich machen will: Ein Mensch kann aus eigener Kraft gar nicht an Gott glauben oder an Jesus glauben. Man kann nicht einfach sich entscheiden: „Ich glaube jetzt an Jesus.“

[24:07] Du meinst bei Petrus? Oder meinst du bei Pilatus, wo er sagt: „Du hältst diese Machten über dich.“ Also, schauen wir mal in Jeremia 13 Vers 23. Das ist eine wichtige Idee, die für unseren Glauben enorm wichtig ist. Kein Mensch kann aus eigenen Stücken an Jesus glauben und damit irgendwie Gott überzeugen. Schauen wir mal in Jeremia 13 und dort Vers 23. Dort heißt es: „Kann wohl ein Moor seine Haut verwandeln oder ein Leopard seine Flecken?“ Das ist quasi genauso eine rhetorische Frage, so wie Jesus fragt: „Wie könnt ihr glauben, wenn ihr Ehre von Menschen nehmt, wenn ihr auf Menschenapplaus aus seid, wenn ihr auf menschliche Ehre aus seid? Wie könnt ihr an Gott glauben?“ Das ist unmöglich. Ein Mensch, der in der Sünde lebt, kann nichts Gutes tun. Dann könnt ihr auch Gutes tun, wie ihr gewohnt seid, Böses zu tun. Wir, ein Mensch ohne Gott, ist gewohnt, Böses zu tun. Er kann gar nicht aus sich selbst heraus Gutes tun.

[25:08] Jesus sagt das gleiche in Matthäus 12, Vers 34. Das haben wir auch schon hier vor einiger Zeit studiert, in Matthäus 12 und dort Vers 34. Da sagt er zu den Pharisäern mal, als die dann ihn beschuldigen, dass er die Dämonen durch den Belzebub austreibt, da sagt er zu ihnen: „Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Das ist unmöglich.“ Ein Mensch, der böse ist, kann nicht Gutes reden, er kann nicht Gutes tun, denn wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über.

[25:44] Und jetzt Frage: Wie viele Menschen haben das Problem, dass ihr Herz voller Böses ist? Also grundsätzlich erstmal alle. Alle sind Sünder. Kein Mensch kann an sich, aus sich heraus zu Gott kommen. Und deswegen hat Jesus dem Nikodemus was gesagt. Nikodemus kommt und sagt: „Wir sind ja ganz begeistert von dir, weil du tust dir diese Wunder, so wie auch die Jünger, wie die Menschen in Johannes 6, die Wunder, die Zeichen, ganz großartig.“ Da sagt Jesus zu ihm: „Es sei denn, du musst von Neuem geboren werden. Es sei denn, dass du von Neuem geboren wirst, so kannst du das Reich Gottes nicht sehen.“

[26:26] Interessant ist, schaut mal in Johannes 3. Vielleicht steht es in eurer Bibel auch. Wir lesen ja immer: „Es sei denn, dass jemand von Neuem geboren wird.“ Da gibt es eine Übersetzungsvariante, da man kann nämlich auch übersetzen. Vielleicht steht es bei eurer Bibel auch in Johannes 3, Vers 3 in der Fußnote. Da steht nämlich wörtlich eigentlich auch: „Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, sondern“, steht es bei euch? Das steht eigentlich von oben gezeugt. Wörtlich kann man auch übersetzen: „Es sei denn, dass jemand von oben gezeugt ist.“ Und oben meint wo? Also, was meint oben? Vom Himmel. Jemand muss vom Himmel gezeugt sein, er muss ein Kind Gottes sein, sonst kann er das Reich Gottes nicht sehen.

[27:11] Und dann erklärt Jesus, wie das geschehen kann, nämlich durch Wasser und durch Geist, durch die Taufe und die Taufe mit dem Heiligen Geist, durch den Glauben. Ohne dass, wenn Gott nicht etwas an einem Herzen wirkt, kann ich gar nicht zu Jesus kommen. Wisst ihr, was das im Umkehrschluss heißt? Das heißt im Umkehrschluss, dass jeder Mensch, der ein aufrichtiges Interesse an Jesus hat, bereits von Gottes Geist bearbeitet wird. Und das sagen wir vielleicht: „Ja, klar, natürlich, logisch.“ Aber in Wahrheit ist es so, dass wir ganz oft uns die Frage stellen: „Bin ich bei Gott angenommen?“ Das ist eine ganz tiefe Frage, viel tiefer als unser Gehirn. Und das hängt immer damit zusammen, dass wir denken, vielleicht muss ich irgendetwas tun, damit Gott dann sagt: „Okay, jetzt bist du mein Kind.“ Also muss ich irgendetwas sagen, machen, tun, damit endlich Gott mich annimmt.

[28:21] Aber die Tatsache ist, wenn ich schon überhaupt zu Gott kommen will, dann nur deswegen, weil er schon längst angefangen hat zu wirken. Und es ist ungefähr so, stellt ihr vor, da ist irgendwie ein Kind in einer gefährlichen Situation, weiß das gar nicht, und der Vater oder die Mutter kommt und fängt an, das Kind wegzuziehen. Und erst als man das Kind wegzieht, realisiert das Kind: Oh, gefährlich, was immer da gewesen ist, vielleicht ein wildes Tier oder ein Auto, das vielleicht kommt, gefährlich. Welches Kind kommt dann auf die Idee zu sagen: „Mama, Papa, würdest du mich gerne retten wollen?“ Niemand, oder? Weil die Tatsache, dass man schon gezogen wird, ist mehr als genug Beweis, Mama und Papa wollen mich retten.

[29:19] Das heißt eigentlich jedes Mal, wenn wir zu Gott beten und das Gefühl haben, wir müssten ihn erst bezeugen, dass er uns vielleicht rettet, tun wir etwas eigentlich ziemlich Dummes. Weil die Tatsache, dass wir beten wollen, ist schon Beweis, dass er an uns wirkt. Kein Mensch will ewiges Leben haben, wenn nicht der Vater schon angefangen hat zu wirken. Kein Mensch erkennt seine Sünde, wenn nicht der Vater schon längst angefangen hat zu wirken. Kein Mensch will Sünde überwinden, wenn nicht Gott schon längst zieht. Kein Mensch kommt in eine Sabbatschule oder in eine Predigt oder in eine Gebetstunde mit dem aufrichtigen Wunsch, etwas zu erfahren, wenn nicht schon längst Gott wirkt.

[30:12] Und das macht Jesus deutlich, weil die Pharisäer hatten natürlich das Problem mit ihrer ganzen Wachsgerechtigkeit. Ja, die wollten Dinge tun, damit irgendwie Gott ihnen etwas als Lohn ausgibt. Und Jesus sagt: „Nein, Gott zieht euch, er zieht jeden Menschen zu uns, zu sich.“

[30:33] Schaut mal in Jeremia 31, den kennt ihr bestimmt, oder? Jeremia 31 und dort Vers 3. Da heißt es: „Jeremia 31, Vers 3: Von ferne her ist mir der Herr erschienen.“ Und was sagt er? „Mit ewiger Liebe.“ Was hat Gott gemacht? „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich, ja je und je, ich habe dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.“ Ja, wir müssen nicht zu Gott angekocht kommen. Gott zieht uns, nicht mit Eisenketten, aber mit Seilen der Liebe. Und wir können dem uns hingeben oder widerstehen. Ja, wir können uns dagegen auflehnen, aber wir können, wenn wir uns ziehen lassen, zieht er uns. Paulus sagt: „Die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes erschienen.“ Er sagt: „Gott mag uns. Wir waren Sünder, aber er rettet uns, weil er menschenfreundlich ist.“ Er mag Menschen, er mag sogar Sünder. Er hasst zwar die Sünde, aber er mag die Sünder. Und deswegen beginnt Gott etwas in uns.

[31:48] Ellen White sagt: „Niemand kann zu Christus kommen, außer denjenigen, die auf dieses Ziehen des Vaters, dieser Liebe des Vaters reagieren.“ Was meint ihr, wie viele Menschen werden denn von Gott, dem Vater, angezogen? Alle. Das heißt, wenn Jesus sagt: „Wenn ich erhöht bin von der Erde, werde ich alle zu mir ziehen.“ Und einer der wichtigsten Punkte im Glaubensleben ist zu glauben, dass alle auf mich meint, dass ich Teil von alle Menschen bin. Man kann nämlich schnell sagen: „Ja, Jesus zieht alle Menschen, aber zieht er auch mich? Zieht er mich? Hat er nicht schon längst in meinem Leben begonnen zu wirken?“

[32:33] Wie Jesus sagt: „Der Wind weht, wo er will. Du merkst es nicht.“ Er hat schon längst angefangen. Du siehst irgendwann die Auswirkung. Wenn wir denken, dass wir uns bekehren, haben wir eigentlich nur die Auswirkung gesehen von dem, was Jesus schon und was Gott der Vater im Geheimen begonnen hat.

[32:50] Also schauen wir jetzt in Johannes 6 zurück. Johannes 6 und dort Vers 45. Da macht jetzt Jesus nämlich eine Erklärung. Was bedeutet das? Man könnte jetzt fragen: „Okay, woran merke ich jetzt, dass Gott mich zieht? Ist das irgendwie so ein Stechen in der Brust? Habe ich das Gefühl, dass ich irgendwie, woran merke ich, dass ich gezogen werde?“ Ja, die Charismatiker sagen vielleicht: „Ja, ich spüre da irgendwie was Großartiges.“ Woran merke ich, dass ich gezogen bin?

[33:20] Vers 6 und Vers 45. Wer mag den mal lesen?

[33:28] Genau. „Es steht in den Propheten: Sie werden alle von Gott gelehrt sein.“ Jesus erklärt dieses Ziehen Gottes mit einem Bibelfers. Jetzt, was macht man, wenn Jesus einen Bibelfers zitiert? Was ist so die klügste Sache, die man tun kann?

[33:58] Genau, nachschauen, wo es herkommt. Schauen wir mal, woher kommt dieses Zitat?

[34:05] Ganz genau, Jesaja 54, Vers 13. Und das ist nicht ohne Grund total interessant. Also erstmal ist es interessant, dass Jesaja 54, Vers 13 im Original noch ein ganz klein wenig anders von der Nuance formuliert ist. Da heißt es nämlich: „Und alle deine Kinder werden vom Herrn gelehrt und der Friede deiner Kinder wird groß sein.“ Also alle, die gezogen werden, sind diejenigen, die gelehrt werden von Gott.

[34:46] Und wer wird hier in Jesaja 54, Vers 13 gelehrt? Wer sind diejenigen, die von Gott gelehrt werden? Ja, also Jesus sagt genau alle, aber wer sind das hier? Wie werden die genannt in Jesaja 54?

[34:55] Die werden Kinder genannt, oder? Deine Kinder. Und von wem die Kinder? Wer sind die Kinder? Kinder von wem?

[35:33] Zu wem spricht der Jesaja? Ja, genau, das sind dann die Kinder. Ja, ja, also wen spricht er an die ganze Zeit in diesem Kapitel? Er sagt ja: „Deine Kinder.“ Er sagt ja schon vorher: „Du elende, sturmbewegte, ungetröstete. Ich will deine Zinnen aus Rubin machen, deine Pforten aus Karfunkel, deine Grenzmauern aus köstlichen Steinen.“ Wer könnte das denn sein? Jerusalem ist das, das ist eine Stadt. Ja, die Stadt Jerusalem, das Volk Israel, die Kinder Israels. Und wenn Jesus sagt: „Alle“, dann will er damit sagen: Alle können Kinder Israels sein, alle können geistliche Israeliten sein, jeder kann ein Kind Gottes sein, alle.

[36:16] Nun, Jesaja 54 ist sehr interessant, denn Jesaja 54, das ist jetzt nicht so schwer, steht wo? Was ist da so der größere Kontext von Jesaja 54? Da gibt es ein Kapitel davor, das heißt: Ja, genau, das ist Jesaja 54, genau. Und dann aber vor Jesaja 54 haben wir Jesaja 53. Und Jesaja 53 ist doch berühmt für was? Jesaja 53 haben wir, genau. Jesaja 53 beschreibt, wie der Messias für die Sünden der Menschen stirbt. Da geht es doch um den Messias, da ist doch der, von dem es heißt, dass die Strafe auf ihm lag, die Schmerzen, er sie auf sich gelangt, dass er durchbohrt worden ist, damit wir Frieden hätten, liegt die Strafe auf ihm. Das ist Jesaja 53, da wird beschrieben, der Messias stirbt für die Sünden der Menschen.

[37:15] Und dann kommt Jesaja 54 und in Jesaja 54 wird gesagt: Auch wenn es dir noch so schlecht ging, auch wenn du noch so viel verloren hast, ich werde dich wieder sammeln, ich werde dich wieder trösten, ich werde dich wieder festigen und alle deine Kinder werden gelehrt werden. Das heißt, was möchte Gott tun? Er möchte jeden belehren über das Evangelium. Und dann geht es weiter. Also Jesaja 53 ist der Messias, der für die Menschen stirbt. Jesaja 54 ist diese Verheißung: Israel wird wieder hergestellt, das Volk Gottes wird wieder versammelt und hergestellt, es erhält die Gerechtigkeit. Gott bietet ihnen Gerechtigkeit an durch den Messias.

[37:59] Jetzt schaut mal in Jesaja 55, was dort steht, als er von dieser Gerechtigkeit spricht, die er anbietet, sagte er in 55 Vers 1: „Wohlan, ihr Durstigen, alle kommt her zum Wasser! Und ihr, die kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch. Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist, und euren Arbeitslohn für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, so sollt ihr Gutes essen und eure Seele soll sich laben an fetter Speise.“ Was hat Jesus in Johannes 6 gesagt? „Ich bin das Brot des Lebens.“

[38:50] Also halten wir fest: Jesus hat die Menschen dort gespeist damals, und sie dachten, es geht um das Brot. Sie kamen einfach wegen dem Brot wieder. Und er sagt: „Nein, nein, nein, das Brot ist nur ein Beispiel für das geistliche Brot.“ Und als wir es nicht verstehen und sagen: „Wie geistliches Brot? Du willst vom Himmel gekommen sein?“ Sagt er: „Ja, ja, ja, ja, schaut mal, wenn ihr wirklich vom Herrn gelehrt seid, dann werdet ihr zu mir kommen.“ Denn was der Herr euch lehrt in Jesaja 54 ist, dass einer für die Sünden der Menschen stirbt, Jesaja 53. Das ist das, was Gott den Menschen beibringt.

[39:29] Wenn wir Gottes Wort mit einem offenen Herzen studieren, dann sehen wir von der ersten Seite an, dass Gott den Menschen retten will, dann sehen wir, dass Gott den Menschen die Sünden vergeben will. Und dann kommt in Jesaja 55 der Aufruf: „Kommt und kauft das echte Brot, das geistliche Brot.“ Vers 3 sagt er dann: „Neigt eure Ohren und kommt her zu mir; hört, so wird eure Seele leben, denn ich will euch einen ewigen Bund gewähren, die Gnadengüter Davids, die zuverlässig sind.“ Das ist der neue Bund. Gott sagt: „Ich will euch den neuen Bund schenken, ich will euch vergeben, ich will meinen Geist in euer Herz legen, mein Gesetz in euer Herz schreiben. Kommt zu mir.“

[40:15] Und diese Menschen in Johannes 6, die waren zu Jesus gekommen, um zu essen, aber sie waren nicht bereit für das himmlische Brot. Sie wollten nur das irdische Brot. Und Jesus sagt: „Hey, erinnert euch doch.“ Er zitiert aus dem Alten Testament eine Stelle, die sie gut kannten und sagt: „Wenn ihr wirklich euch belehren lasst von Gott, dann werdet ihr zu mir kommen.“ Das Problem, warum Menschen nicht zu Jesus kommen, ist, obwohl sie vielleicht sogar die Bibel lesen, ist, sie lesen die Bibel, aber sie wollen sich nicht wirklich belehren lassen. Jeder, der sich von Gott belehren lässt, kommt zu Jesus. So zieht Gott die Menschen.

[40:57] Vorher war die Frage: Wie führt Gott, wie zieht Gott Menschen zu Jesus? Indem er sie belehrt. Jesus sagt: „Ihr habt doch selbst in der Bibel den Text, dass Gott den Menschen lehrt.“ Aber das Problem war, die Juden haben damals zwar die Bibel gelesen, aber sie wollten sich nicht ziehen lassen. Kennt ihr es vielleicht, oder? Man liest einen Bibeltext und man kann zwar Fakten finden, man findet aber ganz oft auch Dinge, wo man merkt: Gott spricht zu mir, oder? Schon mal erlebt? Gott spricht zu mir und er möchte, dass ich mich von A nach B bewege. Und wenn ich das auch tue, dann führt Gott mich automatisch zu Jesus. Wenn ich das aber nicht tue, dann werde ich vielleicht ein Bibelkenner. Ich weiß, wie die Bibelbücher heißen, ich weiß, was drinsteht, aber ich bin nicht bei Jesus.

[41:45] Und entsprechend sagt Jesus dann vielleicht, das kennt ihr, das passt an der Stelle jetzt hier zum Schluss ganz gut, in Johannes 5 zu den Pharisäern, schon lange zuvor hat er das gesagt, das ist über ein Jahr vorher gewesen, in Johannes 5, Vers 38: „Und sein Wort, da geht es um den Vater, sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, ihr denkt nicht darüber nach, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihm das ewige Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugnis geben, und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.“

[42:25] Es ist gut möglich, die Bibel zu lesen und zu denken, dass man ein gerechtes Leben lebt und trotzdem nicht mit Jesus zu leben, weil man eben sich nicht von dem Vater belehren lassen möchte. Und was wir lernen müssen, was ich lernen muss, was wir lernen müssen, ist, jeden Tag die Bibel zu öffnen und zu sagen: „Herr, lehre mich, zeig mir, was du für mich heute vorgesehen hast.“ Weil so kann Jesus, kann Gott, der Vater mich führen. Und das kann jeder tun, oder? Jeder kann sagen: „Ich möchte gern gelehrt werden.“ Das erfordert keine emotionalen Trauungszustände, kein, das ist kein Zufall, dass Gott den einen zieht und den anderen nicht. Gott zieht alle, aber er zieht nur die, die sich auch ziehen lassen, die hinhören, die sich belehren lassen.

[43:25] Und wir Gott einladen, in unserem Leben, dass wenn wir morgen früh die Bibel wieder aufmachen in der Morgenandacht, dass wenn er zu uns spricht, wir die Haltung eines Schülers haben und sagen: „Herr, sei du mein Lehrer, rede zu mir, zeig mir, was du mir sagen möchtest.“ Weil wenn er mich lehren kann, führt er mich immer näher und näher zu Jesus. Und dann werden wir Jesus nicht ablehnen in unserem Leben, sondern wir werden tatsächlich merken, dass er uns mit dem himmlischen Brot speist. Dann wird das Wort Gottes für uns eine echte Freude sein.

[44:04] Wollen wir Gott darum bitten? Lass uns noch niederknien zum Abschlussgebet.

[44:08] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort haben und dass du uns nicht nur informieren möchtest, sondern dass du uns persönlich, jeden einzelnen von uns führen möchtest, dass du uns ziehst. Du allein weißt, was wir benötigen und du kannst der Lehrer von jedem Einzelnen von uns sein. Herr, vergib uns, wenn wir manchmal einfach nur dein Wort gelesen haben aus Pflichtgefühl oder aus Tradition, ohne uns wirklich als deine buchstäblichen Schüler und Schülerinnen zu fühlen. Herr, gib, dass wir diese Einstellung lernen, dass wir von dir lernen, weil du uns zu Jesus führst und dass wir dir vertrauen, dass du das Werk angefangen hast und deswegen auch vollendet, dass wir nicht daran zweifeln, ob du es gut mit uns meinst, sondern erkennen, dass du schon längst durch tausend Dinge, von denen wir nichts wissen, in unserem Leben gewirkt hast. Und Herr, dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Wir möchten aus dieser Geschichte lernen und dich bitten, dass du unser Lehrer bist. Das bitten wir im Namen Jesu, der unser Brot des Lebens ist. Amen.


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