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Der Ersehnte

„Der Ersehnte“ wird das Leben und Wirken von Jesus Christus detailliert und chronologisch beleuchten. Die verschiedenen Evangeliumsberichte werden in ein harmonisches Ganzes zusammengefügt und die vielen alttestamentlichen Wurzeln und Bezüge aufgezeigt. Über allem steht der Wunsch, unseren Herrn und Erlöser in Seinem alltäglichen Leben besser kennen zu lernen. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/der-ersehnte/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Der Ersehnte“ beleuchtet Christopher Kramp die Ereignisse rund um das Passahfest und die wachsende Spannung zwischen Jesus und den religiösen Führern. Erfahren Sie, warum die Pharisäer und Schriftgelehrten aus Jerusalem nach Galiläa reisen und welche verborgenen Motive hinter ihren Handlungen stecken.


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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus

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Transkript

[5:00] Das Passah 28 war, als er den Tempel zum ersten Mal in Jerusalem gereinigt hat.
[5:07] Dann Passah 29 war, als er vor dem Sanhedrin stand, das ist Johannes 5.
[5:12] Können wir mal aufschreiben. Also wir haben die Taufe 27 und dann haben wir das Passah 28, das ist Johannes 2, die Tempelreinigung. Dann haben wir Passah 29, das ist Johannes 5 vor dem Sanhedrin. Und dann kommt jetzt hier diese Zeit, wo er in Galiläa ist, wo wir ganz viele Geschichten angeschaut haben, die Bergpredigt, all das ist alles in Galiläa und das ist jetzt hier in Passah 30 zu Ende. Das heißt, wir sind quasi ungefähr ein Jahr vor der Kreuzigung. Wir haben jetzt so zweieinhalb Jahre von dem Dienst hinter uns, wir sind ein Jahr vor der Kreuzigung und jetzt heißt es hier in Markus 7, dass die Pharisäer und die Schriftgelehrten aus Jerusalem kommen. Das heißt, wann ist das bezüglich des Passah? Vor, während oder nach dem Passah? Nach dem Passah, weil wo waren die Pharisäer und Schriftgelehrten während des Passahs? In Jerusalem. Das ist jetzt kurz danach, die kommen aus Jerusalem nach dem Passah. Wo war denn Jesus? War Jesus auch in Jerusalem? Also hier war er in Jerusalem und hier war er in Jerusalem, aber war er auch hier in Jerusalem? Ganz interessant, die Bibel sagt das nicht genau, aber Ellen White sagt uns, dass die Schriftgelehrten schon hier bei diesem Passah darauf gewartet hatten, Jesus eine Falle zu stellen, weil sie ihn umbringen wollten und Jesus nicht an den Feierlichkeiten teilgenommen hat. Und das ist jetzt eigentlich der Hintergrund für diesen Vers. Die warten in Jerusalem, die haben ja gehört, da ist einiges los in Galiläa. Wenn ich mich erinnere, in Galiläa, da sind Volksmengen ihm gefolgt und die wollen ihn kriegen, warten in Jerusalem auf ihn und wer nicht kommt, ist Jesus. Also was machen sie? Sie senden wieder eine Delegation von Jerusalem nach Galiläa. Das ist jetzt sozusagen der Kontext. Das wird im Text nicht so deutlich, wenn man Ellen White dazu nimmt, ist das ganz interessant. Dieses Passah lässt Jesus quasi aus, weil er weiß schon, was da los ist in Jerusalem. Es ist aber noch nicht seine Zeit, also bleibt er in Galiläa und jetzt senden die Pharisäer eine Delegation zu ihm. Und warum haben sie Besorgnis? Sie haben ja gehört. Was haben sie gehört über seinen Dienst in Galiläa? Was ist ihnen wohl so zu Ohren gedrungen? Wunder, Wunder über Wunder. Nicht zuletzt dieses Wunder der Speisung der 5000, da sind ja viele gewesen auf dem Weg nach Jerusalem, die werden es erzählt haben. Was haben sie noch gehört, außer dass da viele Wunder sind? Was werden sie noch gehört haben? Wenn ihr euch so ein bisschen erinnert, was hier so passiert ist in der Zeit. Wenn ihr euch jetzt hineinversetzt in die Lage der Pharisäer, die sitzen da in Jerusalem, diese ganze Hierarchie und die hören im fernen Norden, ist dieser Wanderprediger unterwegs und er tut viele Wunder und was passiert noch? Er hält großartige Predigten, Bergpredigt, Seepredigt, die Leute sind begeistert. Unmengen an Leuten folgen ihm. Man hört davon, wie aus allen Gegenden, selbst aus Jerusalem kommen die alle und folgen ihm. Und dann ist jetzt noch was passiert und zwar kurz vorher, so in dem letzten Abschnitt, nämlich Jesus hat seine Jünger ausgesandt. Erinnert euch, da gab es die Aussendung der zwölf Jünger. Man hat jetzt den Eindruck, das Werk von Jesus verbreitet sich. Das geht jetzt quasi zum nächsten Level. Sein Wirken geht immer tiefer in die Gesellschaft, weil jetzt mehrere seiner Jünger unterwegs sind. Ellen White schreibt, die Pharisäer haben Angst gehabt, dass sie die Kontrolle über Galiläa verlieren. Die hatten richtig Panik, das sind jetzt meine Worte. Die haben das gefühlt, als ob Galiläa ihrer Kontrolle sich entzieht und sie wollten deswegen wollten sie dringend ihn hier in Jerusalem stellen und konnten nicht, weil er war nicht da. Er ist nicht hingegangen. Er hat an der Feierlichkeit nicht teilgenommen. Jetzt senden sie Spione, wie Ellen White das nennt, nach Galiläa. Er ist immer noch genau dort, wo er gewesen ist, wo er jetzt hier nach Johannes 6 gewesen ist, Kapernaum in der Umgebung, heilt und jetzt kommen diese Pharisäer. Wie gesagt, wir sind ein Jahr vor der Kreuzigung. Wir haben schon öfter mal so Delegationen gehabt. Schaut mal in Markus 3 zum Beispiel, Vers 22. Das ist eher so am Anfang seines Dienstes in Galiläa gewesen. Also immer wieder finden wir in diesem Jahr zwischen Passah 29 und Passah 30 schon so Berichte von Pharisäern und Schriftgelehrten, die aus Jerusalem gekommen sind. Schaut mal hier in Markus 3, Vers 22. Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul und durch den obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Das war eine andere Geschichte, wo auch so eine Delegation. Was haben die versucht hier? Wie würdet ihr ihr Wirken deuten? Was war ihr Anliegen, wenn die sagen, Jesus treibt die Dämonen mit Dämonen aus? Was war ihr Anliegen? Haben wir damals studiert? Was war ihr Auftrag? Was war ihr Auftrag? Was war ihre Mission?

[10:57] Jesus angreifen, Jesus diskreditieren, ihn irgendwie vor den Leuten schlecht machen. Es gab eine Delegation, wo sie versucht haben, ihn des Sabbatbrechens zu überführen, das ist gescheitert. Hier versuchen sie ihn als Dämonenbesessenen hinzustellen. Also sie versuchen verschiedene Tricks und Kniffe irgendwie, um ihn unpopulär zu machen, aber es scheitert immer wieder. Und noch ein Beispiel in Lukas 5, in Lukas 5 und dort Vers 17. Also das gibt es immer mal wieder so eingesprengelt, so Berichte von Pharisäern und Schriftgelehrten, die aus Jerusalem gekommen sind. Schaut mal in Lukas 5, 17. Und es begab sich an einem Tag, dass er lehrte und es saßen Pharisäer da und Gesetzeslehrer, die aus allen Dörfern von Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren. Und die Kraft des Herrn war da, um sie zu heilen. Also wir haben immer wieder, obwohl er nicht in Jerusalem ist, Leute, die Kontakt halten mit Jerusalem, so Spione, wie Ellen White sie nennt, die in dieser gigantischen Verschwörung gegen Jesus immer wieder versuchen, Informationen zu bekommen und ihn irgendwie anzugreifen. Okay, Ellen White sagt, sie wurden gesandt, um seine Bewegung zu beobachten. Was macht er? Und so ein bisschen wie bei der Stasi oder so, oder bei Securitate, ein bisschen zu schauen, ihn zu kontrollieren und dann irgendeine Anschuldigung zu finden. Aus welcher Geschichte kennt ihr das, dass man versucht, eine Anschuldigung zu finden, gegen irgendjemanden, der eigentlich ganz populär und ohne Fehler und Tadel ist? In welcher berühmten Geschichte in der Bibel versuchen Leute, eine Anschuldigung zu finden? Ja? Ah ja, genau, dankeschön, Naboth. Und die Isebel macht das dann, das ist vollkommen richtig. Hab gerade noch eine andere gedacht, aber das passt genauso. Naboth? Ist auch eine Geschichte, wo jemand ohne Fehler und Tadel ist und da gibt es Leute, die suchen, wir müssen was gegen ihn finden, wir finden irgendwie nichts. Daniel, Daniel 6, oder? Wo auch die Obersten nach irgendwas suchen, was sie irgendwie anhängen können und sie ärgern sich ja fast, dass sie dann nicht so richtig was finden und kreieren dann was, indem sie ein eigenes Gesetz dann machen. Also schauen wir in Markus 7 und gucken mal, was hier jetzt passiert. Markus 7 und dort Vers 2. Wer mag das mal lesen?

[13:30] Genau, jetzt finden sie etwas. Was finden sie? Was ist das Problem? Die Jünger essen Brot, ja interessant auch, weil wir hatten ja gerade erst das Brotwunder, aber sie essen es mit unreinen Händen, wie der Markus schreibt und dann erklärt er, was es heißt, ungewaschen. Also das Wort unrein hier, das vielleicht nur so nebenbei, ist eigentlich das Wort, das müsste man besser übersetzen als gemein, also nicht im Sinne von fies, sondern so, ihr wisst vielleicht, der Petrus sagt auch, als dann diese ganzen Tiere runterkommen in Apostelgeschichte 10, da sagt er, ich habe noch nie etwas Unreines oder etwas Gemeines gegessen, also gemein im Sinne von so nicht besonders. Die Idee ist, es gibt ja heilig und dann gibt es auch so sozusagen unheilig, schmutzig, aber es gibt so gemein, das ist so nicht für den Gottesdienst eigentlich bestimmt. Es ist gemein. Interessant ist, was, mal eine ganz andere Frage, wenn ihr das lest und als sie einige seiner Jünger mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen, sagen sie es, was lernen wir über das Markus-Evangelium, wenn wir diesen Vers lesen? Wenn ihr mal so euch hineinversetzt, was lernen wir über das Markus-Evangelium, wenn der Markus schreibt, sie aßen mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen. Was kann man über das Markus-Evangelium dann sagen? Ich gebe mal einen Tipp, wir lesen noch ein bisschen weiter, lassen doch Vers 3 und 4 lesen und dann überlegen wir uns das. Mag jemand 3 und 4 lesen noch? Und 4 noch?

[15:53] Genau, danke schön. Also wenn ihr das jetzt lest, Vers 2, 3 und 4, was der Markus da schreibt, könnt ihr irgendwas Schlussfolgerndes über das Markus-Evangelium? Genau, er erklärt Dinge, die, wer bräuchte so eine Erklärung nicht? Juden. Also das ist ein ganz toller Vers oder ganz toller Abschluss, da kann man sehen, das Markus-Evangelium war nicht für Juden geschrieben. Also Matthäus würde sowas nicht schreiben. Matthäus würde jetzt nicht lang und breit erklären, was die Juden alles machen, weil Matthäus war für die Juden geschrieben und die wussten das ganz genau. Aber Markus schreibt, also wenn er nicht an Juden schreibt, an wen könnte er dann schreiben vielleicht? Jemand eine Idee? Ja, an Nicht-Jüdische, ganz genau, sehr gut, brillant. Also an Heiden im allgemeinen Sinne. Es gibt manche Hinweise darauf, dass Markus insbesondere an Römer geschrieben hat. Das sieht man jetzt im Deutschen nicht so sehr, aber zum Beispiel hier in diesem Wort in der Krug. Habt ihr das gesehen? Der Becher und der Krug. Da verwendet er ein lateinisches Wort. Da schreibt er zwar griechisch, aber es ist ein lateinisches Wort. Der Sextarius, der Sexterius, so ein Krug, so ungefähr 0,7 Liter oder so. Es kommt immer wieder vor beim Markus, da merkt man, der schreibt möglicherweise so an Leute, die eigentlich zwar griechisch können, aber römisch sind, so vom Hintergrund. Aber wie auch immer. Du hattest eine interessante Übersetzung in Vers 3, mit einer Hand voll Wasser. Hast du eine andere Becher?

[17:29] Genau, was sagt Schlachter? Vers 3, wenn sie sich zuvor, nicht zuvor, gründlich, genau, das ist interessant. Das mit der Hand voll ist gar nicht schlecht. Was eigentlich wörtlich steht, ist mit der Faust und die Idee dahinter ist eigentlich noch ein bisschen andere. Also nicht einfach nur gründlich, sondern mit der Faust. Ich weiß nicht, also normalerweise, wenn man durch die Hände wäscht, dann macht man irgendwie so, oder? Aber wenn man mit der Faust das macht, dann macht man so, ja, so richtig, richtig rabiat sozusagen. Was er sagen will, ist, die waschen sich so richtig heftig, ja, also so ganz gründlich mit der Faust, so waschen die sich, weil das, sie denken, dass es notwendig ist. Warum tun sie das? Warum waschen die Juden ihre Hände mit der Faust, bevor sie essen? Die Satzung der Alten, die Überlieferung der Alten. Was ist denn eine Überlieferung? Genau, von einem zum anderen überliefert. Der eine liefert es der nächsten Generation, der nächste, der nächste. Es wird übergeben, so wie ein Staffelstab von A nach B nach C. Eine Generation bekommt es von der anderen. Und wörtlich heißt es, sie haben an diesen Überlieferungen festgehalten, ja, das war ihnen ganz, ganz wichtig, so wie was schon immer gemacht worden ist. So halten wir das fest. Nun, schauen wir mal ganz kurz, der Paulus, der spricht ein bisschen über diese Überlieferung. Hat der Paulus sich ausgekannt mit den Überlieferungen der Alten? Er war ein Experte. Schaut mal in Galater 1 und dort Vers 14. Galater 1 Vers 14, da sagt er, und im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlecht übertraf durch übermäßigen Eifer für die Überlieferung meiner Väter. Also niemand kannte sich wahrscheinlich besser aus mit den Überlieferungen als der Paulus. Aber dann sagen wir, sehen wir später, in Kolosser 2, was er da sagt, Kolosser Kapitel 2 und da sagt er in Vers 8, Kolosser 2 und dort Vers 8, habt acht, dass euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß. Er sagt, habt acht, dass euch nicht, jetzt ist er bekehrt, nicht wahr, er sagt, lasst euch nicht zu sehr mit den Überlieferungen ein. Was ist eigentlich das Problem an menschlichen Traditionen? Warum warnt der Paulus so vor den Überlieferungen, den den menschlichen Grundsätzen, die so von Generation zu Generation weitergegeben werden? Was denkt ihr, was ist das Problem? Ja, nicht vor der Überlieferung der Bibel, ganz genau, also menschliche, was ist das Problem an menschlicher Überlieferung, an menschlichen Traditionen? Sind oft falsch, ja das stimmt, sie sind oft nicht wahr.

[20:56] Schauen wir ein bisschen weiter in Kolosser 2, ab Vers 20, da sagt Paulus, sehr interessant, einige Dinge über so Traditionen. Das Spannende ist ja, wenn man sich ein bisschen in der Welt umschaut, auch in der Geschichte, so religiöse Traditionen haben eine unheimliche Kraft. Viele Menschen halten religiöse Traditionen fest, ohne irgendeinen blassen Schimmer zu haben, warum sie das tun. Das ist ganz, ganz stark, und das sind oft so irgendwelche Rituale, irgendwelche Waschungen oder irgendwelche Rituale, Gebete, irgendwelche Formeln, irgendwelche Dinge, die man immer wieder tut sozusagen, um sich das Gefühl zu geben, ich folge meiner Tradition, meiner Religion. Schaut mal in Vers 20, Kolosser 2, Vers 20, wenn ihr nun mit Christus den Grundsätzen der Welt gestorben seid, weshalb lasst ihr euch Satzungen auferlegen, als ob ihr noch in der Welt lebtet. Jetzt gibt es Beispiele, rühre das nicht an, koste jenes nicht, betaste dies nicht, was doch alles durch den Gebrauch der Vernichtung einheim fällt. Gebote nach den Weisungen und Lehren der Menschen, da kommen wir später noch bei Jesus zu, die Gebote der Menschen. Jetzt kommt Vers 23, die freilich einen Schein von was haben? Von Weisheit haben, in selbst gewähltem Gottesdienst und Demut und Kasteiung des Leibes. Also was sagt Paulus über diese Tradition? Warum sind die so attraktiv? Die wirken so weise, das wirkt so fromm. Leute, die sich so selbst kasteien und solchen Traditionen folgen, das wirkt irgendwie beeindruckend. Hat das bei den Pharisäern funktioniert? Als die Pharisäer diese ganzen Traditionen ausgelebt haben, hat das funktioniert beim Volk? Die waren sehr angesehen, die Leute glaubten wirklich, das sind die heiligsten, die es gibt. Die Traditionen blenden auf, dieses Festhalten an Äußerlichkeiten blendet andere. Es wirkt sehr fromm, das sieht man wahrscheinlich nirgendwo besser als im Mittelalter, als dann Leute angefangen haben, so Mönchsgelübde abzulegen und irgendwelche Rituale zu beginnen. Die Leute dachten wirklich, das sind heilige, ganz heilige Leute, weil die so asketisch leben, weil sie sich von der Welt abschließen. Manche sind ja auf Säulen gestiegen, haben auf Säulen gelebt und die Leute dachten, das sind die heiligsten überhaupt, weil die leben da ganz alleine auf einer Säule. Das wirkt so fromm, das wirkt so aufopferungsvoll, aber was sagt Paulus über solche Satzungen im Rest des Verses? Er sagt, sie sind doch wertlos und jetzt kommt es. Und zur Befriedigung des Fleisches dienen. Was ist das Problem an solchen traditionellen Religionsausübungen? Sie wirkt fromm, aber in Wirklichkeit befriedigt sie das Fleisch. Man ist einfach nur stolz auf seine eigene Leistung. Das ist wie bei den Pharisäern, die dann irgendwie denken, ich bin so toll, weil ich habe Almosen gegeben und alle haben es gesehen. Und das ist die Verführung dabei, weil man denkt, man ist besonders geistlich, weil man ja mehr opfert als die anderen. In Wirklichkeit fördert man ein eigenes Fleisch. Das ist relativ einfach zu sehen bei mittelalterlichen Mönchen und bei Pharisäern. Könnte das auch in unserem Leben passieren? Könnte man auch vielleicht irgendwie das Gefühl haben, wenn ich nur bestimmte menschliche Tradition, die ich mir vielleicht noch selbst auferlege, durchführe und irgendwie besonders viele Opfer bringe, die ich mir selbst auferlege, dass ich dann besonders heilig bin, besonders fromm. Und das andere vielleicht sogar denken, oh wow, was der alles macht. Steht vielleicht in der Bibel, aber das macht er alles irgendwie noch extra vielleicht und so. Und es dient nur zum Fleisch. Es ist wichtig, dass man nicht nur die konkrete Geschichte anschaut, sondern man schaut auch, was ist vielleicht so das grundsätzliche Prinzip dahinter.

[25:09] Also gehen wir zurück zu Markus 7. Die machen hier eine ganze Reihe von Waschungen. Übrigens kennt ihr eine Geschichte, wo wir sogar in Evangelien irgendwas lernen, wo man irgendwie sieht, dass die Leute tatsächlich sich immer auf die Hände gewaschen haben, wo immer sie waren. Da gibt es in Johannes 2 die Geschichte von der Hochzeit zu Kana, oder? Und da gibt es sechs Krüge. Wisst ihr noch, warum die sechs Krüge da stehen? Eigentlich die stehen zur Reinigung. Das sind Krüge, mit denen man eigentlich sich dann die Hände wäscht und alles mögliche. Und dann werden diese Krüge benutzt, dann wird Wasser reingefüllt, den Traubensaft, den Jesus macht. Also das war eigentlich allgegenwärtig, so diese Idee, man muss sich ständig waschen. Woher kommt das? Gibt es im Alten Testament schon die Idee, dass man sich irgendwie waschen muss? Ich meine, ist waschen verkehrt? Nee, waschen ist ganz gut. Die Bibel ermutigt uns, uns zu waschen und Hände waschen ist eine ganz tolle Sache. Gab es in der Bibel auch religiöse Waschungen, dass irgendwie man sich waschen musste aus religiösen Gründen im Alten Testament? Im Heiligtum, ganz genau. Lass uns ganz kurz ein paar Beispiele anschauen. In 2. Mose 30, und dort Vers 19, da heißt es, und Aaron und seine Füße sollen aus ihm, das ist dem Waschbecken, ihre Hände und Füße waschen. Also wer sollte Hände und Füße waschen im Heiligtum? Die Priester. Das war keine Option. Schaut mal, Vers 21. 21 sagt, in 2. Mose 30, Vers 21, und zwar sollen sie ihre Hände und ihre Füße waschen, damit sie nicht sterben. Also das war wichtig. Der Priester konnte nicht mit ungewaschenen Händen oder Füßen ins Heiligtum gehen. Das war sonst tödlich. Nochmal Beispiele, 3. Mose 11, und dort Vers 32. In 3. Mose 11, Vers 32, das ist jetzt nicht Menschen, sondern Geräte. Auch wird alles unrein, worauf eines von diesen Tieren fällt, das sind diese unreinen Tiere aus 3. Mose 11, wenn es tot ist, sei es ein hölzernes Gefäß oder ein Kleid, ein Fell oder ein Sack, ein Gerät, aber mit dem man Arbeit verrichtet, soll man ins Wasser legen und es soll unrein bleiben bis zum Abend, dann wird es rein. Also wann soll man so ein Gerät ins Wasser legen? Vers 32. Es ist unrein, wenn es von einem toten, unreinen Tier berührt wird. Also ihr kennt die Liste mit den unreinen Tieren und wenn ein Tier, das unrein ist, tot ist, dieses Arbeitsgerät berührt, soll es gewaschen werden. Das war auch so ein Zeremonialgesetz. Oder Vers 40. Oder wer von seinem Aas ist, der soll seine Kleider waschen und bleibt unrein bis zum Abend und auch wer sein Aas aufhebt, muss seine Kleider waschen und bleibt unrein bis zum Abend. Also Kleider mussten gewaschen werden, wenn man irgendwie mit Aas in Kontakt gewesen ist. Und dann haben wir natürlich auch religiöse Besprengung in 4. Mose 8 zum Beispiel. 4. Mose 8 und dort Vers 6 und 7. 4. Mose 8, Vers 6 und 7. Wer wird dort besprengt in 4. Mose 8, Vers 6 und 7? Da ist es nämlich in Vers 6, nimm die Leviten aus der Mitte der Kinder Israels und reinige sie. So aber sollst du mit ihnen verfahren, um sie zu reinigen. Du sollst Wasser der Entsühnung auf sie sprengen.

[29:05] Also jetzt helfen wir mal. Jetzt kommen die Leviten und werden mit Wasser besprengt und das heißt, es ist ein Wasser der Entsühnung. Verlieren die Leviten ihre Sünde, weil Wasser auf sie fällt? Nein, natürlich nicht. Wodurch verliert ein Mensch seine Sünde? Das Blut Jesu. Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut Jesu reinigt uns von aller Sünde. Das heißt, dieses Wasser, dieses Besprengen oder diese kultischen Waschungen waren eigentlich nur Symbole auf den kommenden Messias. Und wir finden es in der Bibel immer wieder. Wir finden diese Idee von dem, die Hände in Unschuld waschen zum Beispiel. Wir finden zum Beispiel in Jesaja 1, da heißt es, wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten weg, hört auf, das Böse zu tun. Und irgendwie haben die Israeliten diese moralische Idee wohl mit dem Waschen verbunden. Das wurde jetzt langsam ein Problem, weil in ihrem Denken, das bloße Händewaschen irgendwie geistlich machte, heilig machte. Kennt ihr noch Religion heute, wo das so ist, dass irgendwie dieses Waschen von Körperteilen ganz stark irgendwie mit der Religion verknüpft ist? Im Hinduismus, da gibt es diese Waschung, genau, im Fluss, ja, im Indus oder im Ganges, genau. Ja, im Islam ist es ganz stark, da gibt es verschiedene Waschungen. Und warum ist es so, dass in allen Religionen eigentlich immer wieder auch Waschung eine große Rolle spielen, dass man dieses Gefühl hat, man muss sich waschen. Was denkt ihr, woran liegt das? Genau, ich glaube, jeder Mensch realisiert irgendwie über Tage im Sinne, ich bin eigentlich schmutzig. Ja, wir alle kennen das, glaube ich, wenn man Dinge getan hat, von denen man weiß, sie sind verkehrt, man möchte eigentlich irgendwie los davon, ja, man möchte irgendwie, man hat das Gefühl, man muss sich waschen. Und dieses Gefühl, dieses Gefühl des sich schmutzig Fühlens, ist ja eigentlich das Wirken des Heiligen Geistes, der uns zu Jesus führen soll. Das heißt, oftmals sind diese Waschungen, diese religiösen Waschungen einfach nur, oftmals, die sind ein Ersatz dann sozusagen, wie man denkt, er kann durch das Einhalten bestimmter Waschungen irgendwie sich reinmachen, während er nur durch Jesus rein wird. Wie gesagt, im Alten Testament gab es ein paar Waschungen, die waren aber sozusagen immer typologisch auf Jesus hindeutend. Und natürlich kennt die Bibel die Idee von dem Händewaschen und so weiter, aber das war nie sozusagen religiös gemeint.

[32:18] Und jetzt kommt was Interessantes hier. Schaut doch mal in Markus 7, da steht jetzt hier, also in Vers 3 stand ja, sie sollen ihre Hände waschen mit der Faust, ja, aber dann steht in Markus 4, Vers 4, wenn sie vom Markt kommen, dann waschen sie sich auch. Aber hier steht für waschen jetzt ein anderes Wort und das kennt ihr bestimmt. Auch wenn ihr kein Griechisch könnt, da steht nämlich das Wort Baptizo. Woher kennt ihr wohl das Wort Baptizo? Taufe, genau, Baptism. Jetzt ist natürlich die Frage, Leute streiten sich, was ist gemeint. Heißt das, dass sie immer ein gesamtes Bad gemacht haben oder so? Aber jetzt in diesem Vers wird das Wort Baptizo verwendet und es kommt nochmal vor, schaut mal in Vers 4, da heißt es ja, und vieles andere haben sie zu halten angenommen, nämlich Waschungen von Bechern und von Krügen und so weiter. Und da steht das Wort Baptismo. Das heißt mit einem anderen Wort, man könnte übersetzen, sie haben, man könnte wörtlich übersetzen, sie haben Becher getauft und Krügel getauft und Geschirr getauft und vielleicht sogar ihr Gepolster getauft, ja, alles möglich getauft. Und das ist deswegen interessant, weil dieses Wort natürlich wo eine große Rolle spielt. Ihr habt schon gesagt, Johannes der Täufer. Das heißt, was hat Johannes der Täufer eigentlich gesagt dann, wenn er gesagt hat, lasst euch taufen. Die Juden hatten die Idee, um gerettet zu werden, muss ich meine Hände waschen, meine Füße waschen, ich muss meine Kleider waschen, ich muss mein Besteck waschen, ich muss ständig alles waschen. Was hat Johannes gesagt? Ihr müsst euch, ihr müsst euch, ihr müsst euch selbst waschen, ihr müsst euer gesamtes Leben waschen und zwar einmal. Das ist ein Einmalakt, ein Bekenntnis zu dem, der wirklich rettet. Er hat also im Grunde genommen eigentlich mit diesem Symbol diese Praxis aufgenommen und eigentlich wieder dahin geführt, was eigentlich gemeint gewesen ist. Aber die Juden, also viele Juden, die Pharisäer vor allem, haben ja die Taufe des Johannes letztlich nicht angenommen und blieben bei ihren Waschungen. Wir waschen einfach unsere Hände und sind dann immer rein. Ellen White sagt, die Regeln zur Reinigung waren zahllos. Sie sagt, ein ganzes Leben hat kaum ausgereicht, um sie alle zu lernen. Stellt euch das mal vor, so viele Regeln. Das Leben von denen, die versucht haben, diese rabbinischen Anforderungen zu beobachten, war ein langer, kalter, kalter, kalter, kalter, kalter, kalter, kalter, kalter, gegen zeremoniale Verunreinigung. Eine endlose Runde von Waschungen und Reinigung. Man kam gar nicht zu was anderem, als sich ständig irgendwie zu reinigen, irgendeine Waschung zu machen und man war völlig psychisch fertig, um das alles irgendwie auf die Reihe zu kriegen. Und darauf beziehen sie sich jetzt und sehen, Jesus tut das nicht.

[35:21] Schauen wir in Vers 5, Markus 7, Vers 5. Wer mag mal lesen? Markus 7, Vers 5. Ganz genau. Jetzt, warum haben die Jünger nicht mit, warum waren jetzt, also das heißt ja nicht, dass die Jünger sich nie gewaschen haben, aber warum war denn das jetzt nicht so entscheidend wichtig, unbedingt die Hände gewaschen haben zu müssen? Also nur, dass wir das gut verstehen, nach rabbinischer Ansicht war das ein schweres Verbrechen und das ist keine Übertreibung, das war ein schweres Verbrechen, sich nicht die Hände zu waschen, war nach rabbinischem Verständnis eine schwere Verunreinigung. Ellen White sagt, man hat sich gefreut, wenn solche Leute zerstört worden sind. Aber es war eine menschliche Tradition und Jesus, sagt sie, hat diese Tradition nicht gehalten und Petrus und hat Petrus grundsätzlich ein Interesse gehabt, reine Dinge zu tun und sich von unreinen fernzuhalten? Kennt ihr eine Geschichte, die deutlich macht, dass Petrus schon durchaus für die Reinheitsgebote war? Genau, also Petrus hat das nicht gemacht, weil er gesagt hat, ein Reinheitsgebot interessiert mich nicht, sondern Petrus hat nur und die anderen Jünger das getan, was Jesus ihnen vorgemacht hat. Jesus hat diese ganzen, nicht wahr, mit der Faust die Hände waschen Regeln nicht eingehalten.

[37:09] Was ist interessant? An dieser Frage in Vers 5, jetzt kommen diese Schriftgelehrten, diese Spione, wie wir gelernt haben, haben sie das Ziel, wen zu attackieren? Sie wollen Jesus angreifen, aber wie stellen sie ihre Frage? Deine Jünger. Sie attackieren ihn nicht direkt, sondern greifen seine Jünger an. Das ist interessant, oder? Schaut mal in Markus 2, Vers 16. Ganz ähnliches Phänomen, Markus 2, Vers 16. Da heißt es, Markus 2, Vers 16, als und als die Schriftgelehrten und die Pharisäer sahen, dass er mit den Zöllnern und Sündern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern. Warum isst und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern? Da könnt ihr sehen, also einmal sprechen sie zu den Jüngern und beschweren sich über Jesus und dann reden sie mit Jesus und beschweren sich über die Jünger. Da könnt ihr sehen, wenn jemand sowas macht, der immer mit einem redet und sich über andere beschwert und dann mit dem redet und sich über den anderen beschwert, da ist Unwahrheit, Unaufrichtigkeit. Schon die Methode, die sie anwenden, zeigt, wie unaufrichtig sie sind. Und Ellen White sagt, sie haben diese Frage gestellt in Anwesenheit einer größeren Menschengruppe, einer Volksmenge. Sie wollten also nicht nur die Frage jetzt so persönlich, theologisch klären, sie wollten vor der Volksmenge Jesus und seine Jünger so ein bisschen ein schlechtes Licht drücken. Die folgen nicht den Traditionen und damals im Altertum, ihr müsst wissen, heutzutage gilt ja so altmodisch eher so als negativ, oder? Heute soll alles neu sein. Das war lange Zeit nicht so. In der Antike war alles gut, was alt ist. Wenn es neu war, war es verdächtig. Die Römer haben die Christen deswegen verfolgt, weil es eine neue Religion war. Die Juden wurden nie verfolgt, die haben die Juden gehasst, aber sie haben sie nie verfolgt, also nie verboten, weil die Juden eine alte Religion waren. Und da haben die Römer Respekt vor gehabt, auch wenn sie es nicht verstanden haben, was die Juden tun. Sie haben gesagt, das ist eine alte Religion, die geht schon Jahrhunderte zurück, da haben wir Respekt vor. Antike babylonische Könige haben ihre Inschriften so geschrieben, dass sie besonders alt aussahen. Sie haben noch ältere Schriftzeichen verwendet, als man das normalerweise gemacht hat. Alt war gut. Wir müssen also vorstellen, in der ganzen Gesellschaft galt alles, was neu ist, als merkwürdig und alles, was alt ist, als gut. Das heißt, heutzutage könnte man vielleicht niemanden mehr so diskreditieren und sagen, wieso hältst du nicht die Tradition? In manchen Gesellschaften vielleicht schon noch, aber damals war das ein ganz massiver Angriff. Du bist nicht in der langen Tradition unserer Vorväter.

[49:37] Nun, was macht Jesus? Schauen wir in Markus 7. Und dort Vers 6 und 7. Okay, was macht er? Was ist seine Methode? Wie antwortet er auf diesen Angriff? Ganz interessant. Fängt er an, einen Vortrag zu halten über die Geschichte der zeremoniellen Waschung? Er antwortet mit der Bibel, er antwortet mit der Prophetie und er dreht den Spieß direkt um. Er begibt sich gar nicht in eine Diskussion über die Notwendigkeit von Händewaschen als kultische Handlung, sondern er dreht den Spieß komplett und wir werden das nächste Mal dann sehen ausführlich, was sein Argument dann ist. Das kommt in späteren Versen jetzt. Aber er sagt, Jesaja spricht von euch übrigens. Paulus macht später das gleiche in Rom. Da sagt er, trefflich hat der Prophet Jesaja von euch gesagt. Jetzt, was macht man, wenn Jesus Jesaja zitiert beim Bibelstudium? Man geht dahin, genau. Schauen wir mal, wo kommt, wo steht das, dieses Zitat von Jesus? Jetzt gibt es noch ganz am Ende was richtig tolles zu entdecken. Wo steht das? Jesaja 29, genau. Also lesen wir mal Jesaja 29. Das steht in Vers 13, weiter spricht er her: Weil sich dieses Volk mit seinem Mund mir naht und mich mit seinen Lippen ehrt, während es doch sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir nur angelerntes Menschengebot ist. Das ist das Zitat. Jetzt frage an euch, Jesaja 29, was ist denn das für ein Kapitel? Worum geht es denn da? Es geht um Jerusalem. Woran wissen wir, dass es um Jerusalem geht? Ja genau, in Jesaja 29 Vers 1 steht: Wehe dir, Ariel, Ariel, du Stadt, wo David lagert. Das ist ein anderer Name für Jerusalem. Das ist übrigens eine der zehn Stellen, wo Gott einen Namen zweimal ruft. Ariel, Ariel, gibt es insgesamt zehn Stellen, gibt es eine Serie auf Joelmedia, die heißt, wenn Gott zweimal ruft, ist schon viele Jahre alt. Aber das ist der Punkt. Es geht um Jerusalem und was soll mit Jerusalem passieren? Was ist hier der Kontext? Es geht nicht nur um Jerusalem, sondern es geht um, worum? Also was ist die Botschaft an Jerusalem? Ist es eine frohe Botschaft, eine aufbauende Botschaft, eine ermutigende Botschaft? Genau, es ist eine Gerichtsbotschaft. Es wird Krieg geben, die Stadt wird zerstört werden. Woher kommen die Spione? Die kommen aus Jerusalem. Das ist doch eine ganz feine, ich glaube, die meisten Leute, die das Markus 7 lesen, die merken das gar nicht. Da kommen Spione aus Jerusalem, die wir uns Ellen White sagt, gerade geplant haben, Jesus eine Falle zu stellen beim Passahfest. Die kommen her und tun so, als ob sie sich jetzt sehr für die Waschung interessieren. Und Jesus weiß, was sie vorhaben und zitiert einen Bibelvers. Er sagt nicht nur, dass die Menschen Gebote lernen, er zitiert den aus, es gibt ja viele Bibelverse, die man hätte zitieren können, er zitiert aus einem Kapitel, wo es um Jerusalem geht, das bald zerstört wird. Übrigens, ich will es nicht zu weit treiben, aber schaut mal, was in Vers 1 steht. Wehe dir, Ariel, Ariel, du Stadt, wo David lagerte, zählt noch ein Jahr zu diesem hinzu, die Feste mögen ihren Kreislauf vollenden. Wir sind ein Jahr vor der Kreuzigung. Ziemlich interessant, ein Jahr vor der Kreuzigung, die Feste mögen ihren Kreislauf vollenden. Direkt im direkten Kontext, in Vers 10, denn der Herr hat über euch einen Geist tiefen Schlafes ausgegossen und er hat eure Augen, die Propheten, verschlossen und eure Häupter, die Seher, verhüllt. Das ist quasi jetzt, indem Jesus aus diesem Abschnitt zitiert, sagt er im Grunde genommen, ihr Pharisäer, ihr Schriftgelehrten in Jerusalem, ihr erfüllt genau das, was Jesaja damals über Jerusalem gesagt hat. Ihr schlaft, ihr merkt nicht, was los ist. Das Wort Gottes ist mitten unter euch und ihr seht es nicht. Vers 11, darum ist alle Offenbarung für euch geworden, wie die Worte eines versiegelten Buches. Wenn man dieses einem gibt, der lesen kann und zu ihm sagt, lies das, so antwortet er, ich kann nicht, weil es versiegelt ist. Wenn man aber das Buch einem gibt, der nicht lesen kann und zu ihm sagt, lies das, so spricht er, ich kann nicht lesen. Und dann sagt der Herr, und dann kommt der Vers, also der Kontext ist, es geht um die Führer des Volkes, die das Wort Gottes nicht verstehen und die sagen, es ist versiegelt und die das nicht richtig auslegen und die schlafen. Und jetzt kommen diese Pharisäer und die Schriftgelehrten aus Jerusalem und Jesus sagt, an euch erfüllt sich diese Prophetie. Ich weiß nicht, ob die Schriftgelehrten das gemerkt haben, ob die Jesaja so gut kannten, dass sie wussten, was direkt davor steht. Wahrscheinlich schon. Jesus sagt, ihr schlaft, ihr seht nicht, was los ist.

[45:38] Und na ja, schauen wir noch ganz kurz, das Wort heucheln, das heißt hier in Markus 7, Vers 6, trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt. Hat Jesus schon mal dieses Wort Heuchler verwendet? Wo verwendet Jesus schon das Wort Heuchler in den Geschichten, die wir bisher studiert haben? Ja genau, das ist in der Bergpredigt, wo er sagt, die Heuchler, die an den Ecken stehen und sagen, mit der Posaune vor sich her posaunen lassen, an den Ecken stehen und beten, damit alle sie sehen und die mit der Posaune vor sich her posaunen lassen, damit alle sehen, wie sie jetzt Gaben geben. Jesus sagt, die haben ihren Lohn schon. Was heißt eigentlich Heuchler? Übersetzt wisst ihr das, was eigentlich Heuchler ist? Genau, das Griechische heißt eigentlich Hypokrites, davon kommt im Englischen Hypocrite. Ein Hypo ist unter und Krites, das eigentlich die Idee ist, jemand der etwas tut, unter einem anderen Charakter und die Idee kommt aus dem Theater. Wenn also jemand ein Schauspieler ist, dann handelt er jetzt, aber er gibt vor, ein anderer Charakter zu sein, er versteckt sich unter einem anderen Charakter. Das sehen wir also, wenn ich jetzt, keine Ahnung, wenn ich jetzt ein Schauspieler wäre und ich spiele jetzt Hamlet, dann gebe ich vor, Hamlet zu sein und man hört Hamlet und man sieht vermeintlich Hamlet, aber in Wirklichkeit bin ich Christopher Kramp. Das ist die Idee. Ich gebe vor, jemand anders zu sein, als ich bin. Ich verstecke mich unter einem anderen Bild sozusagen oder einer anderen Person und Jesus sagt, ihr gebt vor, besonders heilig zu sein und wollt euch mit vielen Waschungen irgendwie besonders abheben, aber das ist nur ein Schauspiel. So wie die Leute öffentlich beten und öffentlich Almosen, das ist ein Schauspiel. Ihr wollt nur Menschen beeindrucken, ihr seid Heuchler, ihr seid Theater, ihr seid Schauspieler sozusagen und das ist interessant, weil man muss kein Pharisäer sein und auch nicht zwanghaft sich ständig die Hände mit den Fäusten waschen, um ganz leicht in dieses Muster zu tappen, vor anderen einfach nur Religion zu spielen. Ich spiele jetzt den treuen Adventisten, solange ich in der Gemeinde bin. Wenn ich zu Hause bin, ist alles vergessen. Jesus sagt, ihr Heuchler und es scheint so zu sein, dass jemand, der das nur spielt, vielleicht auch besonders dann auf die kleinen technischen Details achtet, weil er nämlich das Herz der Sache, das Wesen der Sache gar nicht kennt. Könnte vielleicht sogar sein, dass jemand, der eben nur das Äußere spielt, vielleicht deswegen manchmal auch so die Pharisäer, so exakt auf die Kleinigkeiten achten muss, um irgendwie davon abzulenken, dass es innen drin gar nicht stimmt.

[48:29] Die Bibel warnt sehr vor Menschen, die nur Lippenbekenntnisse geben. Schaut mal, 2. Timotheus 3, Vers 5. 2. Timotheus 3, Vers 5. Das kennt ihr, oder? Das ist ein Endzeitkapitel. Da heißt es nämlich, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreffen werden. Da wird beschrieben, wie die Menschen sein werden. Das ist ganz katastrophal. Und dann steht in Vers 5, dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Die Kraft der Gottesfurcht ist das Evangelium, das verändert. Von solchen wende dich ab. Genauso auch in Titus 1, schaut mal noch gleich daneben, in Titus 1, Vers 16, da ist es noch ganz interessant formuliert, Paulus an Titus, Kapitel 1, Vers 16. Sie geben vor, Gott zu kennen, aber mit den Werken verleugnen sie ihn, da sie verabscheuungswürdig und ungehorsam und zu jedem guten Werk untüchtig sind. Also Heuchler ist nicht jemand, der mal einen Fehler macht oder mal ausrutscht, aber ein Heuchler ist jemand, der im Kern eigentlich unchristlich ist, ungeistlich, eigentlich ein Unbekannter ist, aber nach außen den Eindruck erwecken will, geistlich zu sein. Das waren die Pharisäer. Die hatten kein Interesse an Jesus, kein Interesse an der Wahrheit, aber sie wollten so heilig wie möglich wirken. Und Jesus sagt zu ihnen, all das, was ihr tut, ist vollkommen umsonst. Menschen mögen beeindruckt sein, mögen sagen, oh wow, die waschen sich so oft, ich hätte gar keine Zeit dazu, die kennen so viele Bibelverse auswendig. Jesus sagt, das ist alles umsonst.

[50:18] Schaut mal mit mir in 5. Mose 13, wir sind gleich am Ende, in 5. Mose 13 steht etwas sehr, sehr Wichtiges. In 5. Mose 13 Vers 1, dort steht, das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr bewahren, um es zu tun. Ermutigt uns die Bibel irgendwie an der biblischen Botschaft zu streichen? Sollen wir irgendwie nur die Hälfte der biblischen Botschaft halten? Nein, die Bibel sagt, wir sollen die ganze Botschaft halten, aber du sollst nichts zu ihm hinzufügen und nichts von ihm wegnehmen. Satan hat im Grunde genommen zwei Möglichkeiten, uns von der biblischen Treue wegzunehmen. Entweder er überzeugt uns, dass manche Dinge in der Bibel unwichtig sind und da hat er bei vielen Erfolg, aber bei manchen hat er damit keinen Erfolg. Manch einer glaubt wirklich von ganzem Herzen, dass die ganze Bibel inspiriert ist und wichtig ist, aber da hat er eine andere Taktik und das hat er bei den Pharisäern damals gemacht. Weiß jemand von euch, warum die Pharisäer diese ganzen Zusatzregeln erfunden haben? Was war ihr Argument? Genau, sie wollten so sicher gehen, dass sie die zehn Gebote halten, dass sie noch extra Gebote aufgestellt haben, damit sie gedacht haben, wenn wir die halten, halten wir die zehn Gebote sowieso. Aber Ellen White sagt, im Zuge dessen wurden die menschlichen Gebote wichtiger als die anderen. Da werden wir nächste Woche darüber sprechen, da gibt Jesus ein ganz konkretes Beispiel. Das war in bester Intention und trotzdem gefährlich. Wenn wir unsere eigenen Regeln noch zu Gottes Wort stellen, auch in bester Intention, dann sind wir auf gefährlichem Boden.

[52:12] Übrigens, und damit schließen wir jetzt wirklich, Ellen White sagt, jedes Mal, wenn die Botschaft Gottes Menschen erreicht, hat Satan irgendjemanden, der Nebensächlichkeiten zur Sprache bringt und eine Diskussion anfängt. So wie hier, Jesus predigt mit Vollmacht und die kommen und fangen an, was ist mit dem Händewaschen vor dem Essen? Könnt ihr in der Gemeinde auch beobachten, in der Adventgemeinde, wenn es große Erweckungen und wenn große wichtige Botschaften gepredigt werden, gibt es ganz oft dann Ablenkungsmanöver, wo irgendwelche Leute irgendwelche Nebensächlichkeiten zur Sprache bringen, Leute sich darüber die Köpfe zerschlagen. Und Ellen White sagt, wann immer ein gutes Werk begonnen wird, gibt es Leute, die bereit sind, Dispute anzustellen über irgendwelche Formen oder technischen Nebensächlichkeiten. Und deswegen sagt Gott, wenn es so scheint, dass Gott in einer besonderen Weise für sein Volk wirkt, sollten sie sich nicht verführen lassen in Kontroversen, die nur Seelen ruinieren werden. Die Frage, die uns am meisten beschäftigen muss, ist oder sind, glaube ich mit einem rettenden Glauben an den Sohn Gottes, ist mein Leben in Harmonie mit dem göttlichen Gesetz. Das nächste Mal, wenn euch jemand kommt und sagt, hier ist eine Ausarbeitung mit 1000 Seiten und 500 Stunden Video, müsst ihr alles gesehen haben, sonst könnt ihr nicht gerettet werden. Denkt daran, die wichtigsten Fragen sind, glaube ich mit einem rettenden Glauben an den Sohn Gottes, ist mein Leben in Harmonie mit dem göttlichen Gesetz. Das ist entscheidend. Alles in der Bibel und im Geist der Weisheit führt auf diese Punkte zu. Wer davon ablenkt, nach dem was Ellen White sagt, tut eigentlich das Werk Satans. Und in dem Sinne wollen wir nächste Woche dann anschauen, wie Jesus jetzt dieses Argument fortführt und wie er zeigt, wie die Pharisäer letztendlich eigentlich gegen das Gesetz arbeiten, das sie vorgeblich schützen wollen. Das werden wir nächste Woche anschauen. Für heute lernen wir, Jesus zitiert die Bibel, Jesus hat nicht ohne Grund Jesaja 29 zitiert und Jesus wünscht sich, dass wir uns auf die wesentlichen Punkte konzentrieren, nicht auf menschliche Regeln, sondern auf das, was Gottes Geist uns sagt.

[54:27] Wollen wir noch gemeinsam beten und niederknien? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort studieren dürfen und sehen können, dass wir so leicht uns ablenken lassen von den wirklich entscheidenden Fragen der Bibel. Herr, vergib uns, wenn wir selbst uns vielleicht über Nebensächlichkeiten die Köpfe zerbrochen haben und das Wesentliche aus den Augen verloren haben. Herr, vergib uns, wenn wir vielleicht versucht haben, durch menschliche Werke, durch fromme zur Schau Stellung irgendwie bei Menschen gut anzukommen. Lass uns wirklich jeden Tag neu uns mit dir verbinden und lass uns durch deine Kraft echte Christen sein, die niemandem etwas vorspielen, sondern wirklich das Leben, was sie in ihrem stillen Kämmerlein mit dir erleben. Herr, wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist an unseren Herzen wirkst und danken dir, dass du zu uns sprichst durch dein Wort. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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