[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Wir beginnen heute einen neuen Abschnitt im Leben von Jesus. Ich werde gleich ein bisschen genauer erklären, warum. Und wir haben heute eine Geschichte vor uns, die zu den interessantesten in den Evangelien fällt. Das sage ich bei jeder Geschichte, aber die ist wirklich äußerst interessant, weil sie oft nicht richtig verstanden wird und weil die Worte von Jesus auf den ersten Blick auch etwas merkwürdig erscheinen, aber ganz tiefe Bedeutung haben. Bevor wir uns das im Detail anschauen, wollen wir gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, du hast durch deinen Geist die Schreiber der Evangelien inspiriert, um uns ein Bild von Jesus zu malen, so dass wir ihn gern haben, dass wir ihm vertrauen und ihm nachfolgen. Herr, wir möchten dich jetzt bitten von ganzem Herzen, dass dieses Bild in unseren Herzen auch entsteht, dass wir Jesus so kennenlernen, immer besser kennenlernen, wie er gewesen ist, wie er gesprochen hat, wie er mit Menschen umgegangen ist. Herr, damit wir durch das Anschauen verwandelt werden, sei du unser Lehrer. Das bitten wir im Namen Jesu, der jetzt für uns eintritt. Amen. Schlag mit mir auf Matthäus Kapitel 15, ein neuer Abschnitt im Leben von Jesus.
[2:06] Noch einmal vielleicht ganz kurz, das Leben von Jesus, vor allem sein Wirken, teilt sich ja so in bestimmte Abschnitte auf. Er ist geboren worden und hat dann ungefähr 30 Jahre lang in Nazareth gelebt. Darüber sagt die Bibel relativ wenig, nur ein paar Details, ein paar Geschichten um die Geburt herum, aber ansonsten sehr wenig. Und dann ist ein Großteil der Evangelien eigentlich beschränkt auf diese dreieinhalb Jahre Dienst. Und da haben wir von Herbst 27 bis Frühjahr 28, das ist so die Zeit der Taufe, der Versuchung und die allerersten Jünger in Johannes 1, da haben wir nur sehr wenig. Das ist so der Beginn. Dann haben wir im Frühjahr 28 bis zum Frühjahr 29 ein erstes Jahr, in dem Jesus vor allem in Judäa wirkt, also in Jerusalem und in der Umgebung am Jordan, da wo auch Johannes tauft. Weiß man von euch, welche Abschnitte vor allem in den Evangelien davon berichten, welches Evangelium eigentlich davon berichtet? Vielleicht schon Jahre her, dass wir das hier studiert haben. Das ist vor allem Johannes 2, 3, 4 und 5. Das ist so diese Abschnitte. Auch dort haben wir relativ wenig, Judäa, einige Geschichten, aber mehr so exemplarisch.
[4:02] Und dann, so kurz nach dem Passa 29, im Zuge auch als Jesus dann hört, dass Johannes der Täufer gefangen genommen worden ist, wechselt er seinen Dienst. Er ist ja dann hier im Passa 29 vor dem Sanhedrin gestanden. Ja, sie wollten ihn schon umbringen. Johannes 5 ist diese Geschichte. Und dann wechselt er seine Basis von Judäa wohin? Er wechselt nach, wo befindet er sich jetzt ein ganzes Jahr lang? Nicht in Jerusalem? Er geht weg aus Judäa und geht jetzt nach Galiläa. Und das ist ein Jahr, das sehr viele Geschichten hat. Also Matthäus, Markus, Lukas, Johannes fast gar nicht, aber Matthäus, Markus, Lukas berichten sehr viel. Dort haben wir die Bergpredigt, wir haben die ganzen Gleichnisse am See, viele Heilungswunder. Alles das, was wir, ich habe nachgeschaut, in den letzten fast dreieinhalb Jahren in diesem Seminar hier gemacht haben, war alles aus diesem Jahr. Und das endet in dieser großen Krise, als Passa 30 dann kommt, als Jesus dieses Brotwunder gibt, als sie ihn dann zum König machen wollen, er das ablehnt. Da gibt es noch so diese Geschichte, die wir letztes Mal angeschaut haben. Aber dann endet sein Dienst erst einmal in Galiläa. Und jetzt sind wir im Frühjahr 30 und wir haben noch, wie viele Jahre bis zur Kreuzigung? Wie viel Zeit haben wir noch bis zur Kreuzigung? Jetzt, vom Frühjahr 30? Bis zur Kreuzigung ist noch, bis zur Kreuzigung vom Frühjahr 30 ist noch ein Jahr.
[5:59] Noch ein Jahr. Und dieses eine Jahr, das jetzt beginnt, ist ungefähr die Hälfte aller Geschichten in den Evangelien. Also etwa 50 Prozent aller Evangelien beschäftigen sich mit diesem letzten Jahr. Das ist sehr interessant zu sehen, dass je näher wir der Kreuzigung kommen, desto mehr Geschichten werden aufgeschrieben. Das verdichtet sich immer mehr. Nachher die letzte Woche, die letzten sieben Tage sind nachher ganz vollgepackt. Also wenn wir hier fünf Jahre bisher gebraucht haben in unserem Seminar, werden wir hier wahrscheinlich noch mal fünf Jahre für brauchen. Aber es beginnt damit, dass Jesus sich zurückzieht und für ein halbes Jahr sich mehr oder weniger, das werden wir jetzt dann anschauen, ungefähr für ein halbes Jahr sich aus dem öffentlichen Dienst etwas zurückzieht. Und das schauen wir uns jetzt ein bisschen an mit der ersten Geschichte, die damit zusammenhängt in Matthäus Kapitel 15 und dort Vers 21. Matthäus 15 und dort Vers 21. Wer mag mal lesen?
[7:03] Vers 21. Genau, also hier haben wir diesen Vers, der deutlich macht, Jesus verlässt Galiläa. Die letzte Geschichte, die wir angeschaut haben, das wisst ihr vielleicht noch, war die Geschichte von den Jüngern, die sich nicht die Hände gewaschen hatten. Da kommen die Pharisäer und beschweren sich und Jesus hält dann diese interessante und sehr nachdrückliche Rede, dass die Verunreinigung nicht von außen kommt, sondern woher? Aus dem Herzen. Da haben wir letztes Mal schon gesagt, das ist die letzte öffentliche Rede für einige Zeit in Galiläa. Er zieht sich jetzt zurück und zwar in die Gegend von Tyros und Sidon. Jetzt, wo liegen Tyros und Sidon? Also, wenn man sich jetzt hier so eine Karte vorstellt, das ist natürlich jetzt nicht besonders proportional, ist das Tote Meer, Sieg in Nazareth. Wenn hier so Galiläa ist und hier ist dann Samaria, und hier ist Judäa. Wo liegen, also hier hat er jetzt so die letzte Zeit gewirkt, hier am See in Nazareth. Wo liegen Tyros und Sidon? So geografisch. Wo stellt euch das vor? Wo sind diese Städte? Könnt ihr mal eine Karte gucken, wenn ihr es findet. Tyros liegt ganz berühmt, nicht in der Wüste, sondern wo? Am Meer. Genau, Tyros liegt am Meer. Hier, Tyros. Und Sidon, das ist schlecht zu sehen, noch weiter oben, genau hier so oder so.
[8:58] Also, der Punkt ist, er verlässt jetzt hier diese Gegend und begibt sich förmlich an die Grenze von dem, was überhaupt noch zu Israel gehört. Tyros und Sidon sind alte Handelsstädte der Philister, äh, nicht der Philister, der Kanaaniter. Schauen wir uns mal ein bisschen das Genaue an, wo diese Städte herkommen. In 1. Mose 10. 1. Mose, Kapitel 10, und dort Vers 19. 1. Mose 10, und dort Vers 19. Das heißt es, und das Gebiet der Kanaaniter erstreckt sich von Sidon an, bis dahin, wo man von Gera nach Gaza kommt. Also, Gaza ist im Süden, hier ist Gaza. Also, Sidon ist die Nordgrenze des Gebietes der Kanaaniter, war also schon vor dem Einmarsch der Israeliten eigentlich klares Gebiet der Kanaaniter. Das halten wir mal fest.
[10:14] Gehen wir ein bisschen weiter und gehen mal zu Josua 11. Schauen wir mal Josua 11 an. Josua, Kapitel 11, und dort Vers 8. Das sind Städte, die also schon Jahrtausende alt waren, zur Zeit, als Jesus sich dort hinbegibt. Städte, die sehr alt schon aus den ersten Seiten des Alten Testaments bekannt sind. Josua 11, und dort Vers 8. Da sehen wir hier in diesem Feldzug gen Norden. Und der Herr gab sie in die Hand Israels, und sie schlugen sie und jagten sie bis zu der großen Stadt Sidon, und bis Mesrephotmajim, und so weiter und so fort. Also, die Israeliten unter Josua waren bereits bis ganz an die Nordgrenze vorgestoßen. Allerdings haben sie nicht gleich alles besetzen können. Sie hatten ja erstmal nur so ihre Armee, sind erstmal in alle Richtungen vorgestoßen, haben überall Armeen besiegt und sind natürlich wieder zurückgegangen. Und dann musste nach und nach das Land so besiedelt werden.
[11:22] Und da lesen wir mal in Josua Kapitel 13, und dort Vers 6. Josua 13, Vers 6. Da sagt Gott, was sein Ziel mit den Menschen hier aus der Gegend von Sidon ist. Schaut mal in Josua 13, Vers 6. Alle, die im Bergland wohnen, vom Libanon an bis Mesrephotmajim, und alle Sidonier. Ich will sie vor den Söhnen Israels was? Ich will sie vertreiben. Teile sie nur als Erdbesitz unter Israel durch das Los, so wie ich dir geboten habe. Also, vielleicht haben sie sich gefragt, wir haben gar noch nicht alles der Obertiere, da gibt es noch viele Menschen, die dort leben. Können wir das schon als Erbe verteilen? Und Gott sagt, ja, verteilt es als Erbe, denn ich will sie alle vertreiben. Durch wen wollte Gott sie vertreiben? Durch die Israeliten. Also, Gott sagt, mein Ziel ist es, dass hier keine Kanaaniter mehr leben, weder in Tyros noch in Sidon, bis zur Nordgrenze. Es soll also nicht sein, dass die Israeliten nur im Zentrum von Kanaan wohnen, sondern bis an die Grenze ran. Keine Kanaaniter mehr, das war Gottes Ziel.
[12:30] Jetzt schauen wir uns die Realität an. Haben die Israeliten auch tatsächlich Gottes Plan umgesetzt und alle Kanaaniter bis zur Grenze vertrieben? Schauen wir mal in Richter, in Richter Kapitel 1 und dort Vers 31. Richter Kapitel 1 und dort Vers 31. Ah, können wir schon, ergibt sich daraus auch. Da heißt es nämlich, Asser vertrieb die Bewohner von Akko, nicht auch nicht die Bewohner von Sidon, Achlab, Achsib, Helba, Afek und Rechob. Ihr könnt nachlesen in Josua 19, dass diese Gegend dem Stamm Asser gegeben worden war. Der Stamm Asser sollte sich hier breit machen und sollte das besetzen. Aber die Asseriten haben sich nicht dieser Aufgabe gewidmet, haben die Kanaaniter hier leben lassen, wohnen lassen und das ist eigentlich der Anfang unserer Geschichte. Denn seit damals leben jetzt hier weiterhin Kanaaniter, die hätten eigentlich dort gar nicht mehr leben sollen.
[13:42] Die Geschichte ist dann sehr wechselhaft. Die Israeliten verlieren dann oft überhaupt den Zugriff hier und diese ganze Gegend hier wird dann Phönizien genannt und die Israeliten haben da eigentlich kaum noch was zu sagen. Ja und es bleibt über Jahrhunderte eigentlich ziemlich eigenständig. Schaut mal, in den Propheten kommen Tyrus und Sidon häufig vor, dass sie entwickeln sich zu sehr bekannten Handelsstädten, wo die Kanaaniter mit Schiffen dann entlang von Nordafrika und Kleinasien bis nach Spanien und sogar noch bis nach Portugal hin segeln. Sardinien und Korsika und ich weiß nicht was, überall. Sizilien und dort überall man findet bis in Portugal findet man so Gegenstände aus dieser Gegend hier. Schauen wir mal in Jesaja Kapitel 23. Jesaja 23 und dort lesen wir mal Vers 1 bis 4. Wer mag mal lesen?
[14:47] Jesaja 23 Vers 1 bis 4 gibt mal einen Eindruck hier von dieser Gegend. Okay, also was lernen wir hier über Sidon und Tyrus? Zur Zeit von Jesaja, zur Zeit der Propheten. Diese Städte sind ganz sprichwörtlich bekannt für ihren Handel, für ihre Schifffahrt. Reiche Städte, also ihr wisst vielleicht Städte, die an der Küste sind, handeltreiben, sind meistens sehr reich. Fallen euch moderne Städte ein, die irgendwie an der Küste sind, die vielleicht durch Handel reich geworden sind in den letzten Jahrhunderten? Berühmte Städte an der Küste? New York zum Beispiel oder Shanghai oder Hamburg. Also das sind meistens auch Städte dann, wo auch die Moral besonders niedrig ist. Korinth ist ein Beispiel, in Griechenland gewesen dann später.
[16:36] Also schauen wir uns jetzt noch eine Stelle an. Es gibt noch eine berühmte Stelle bei den Propheten, wo Tyrus und Sidon vorkommen. Nicht nur in Jesaja, sondern es gibt eine Stelle, die kennt ihr. Hesekiel 28 und da kennt man vor allem immer Tyrus. Schaut mal Hesekiel 28, da heißt es nämlich in Vers 2, Menschensohn, sprich zu den Fürsten von Tyrus. So spricht Gott der Herr, weil sich dein Herz erhoben hat und du gesagt hast, ich bin ein Gott und sitze auf einem Götterthron mitten im Meer, weil Tyrus war ja auf einer Insel, wenn ihr vielleicht das noch wisst. Eine Insel 800 Meter vor der Küste entfernt und da du doch nur ein Mensch und kein Gott bist und weil du dein Herz dem Herzen Gottes gleichstellst. Aber man kennt Hesekiel 28 nicht so sehr wegen dem Tyrus hier, sondern warum ist Hesekiel 28 so bekannt? Weil der Geist Gottes dem Hesekiel anhand von Tyrus den Satan erklärt. Ja, also Tyrus wird hier dann später, der König von Tyrus ist eigentlich der Satan. Also so böse ist diese Gegend. Ja, also bei den Propheten ist diese Gegend von Tyrus genauso wie Babel auch, wie Babylon ein Typus für den Satan.
[17:50] Es geht aber auch um Sidon, schaut mal in Hesekiel 28 und dort dann Vers 21. Also erst haben wir Tyrus und dann Sidon. Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Sidon und weißsage gegen es und dann komm hier und so spricht Gott der Herr, siehe ich komme über dich Sidon und will mich verherrlichen deiner Mitte und so weiter und so fort. Das heißt, wir haben bei den Propheten immer diese beiden Städte Tyrus und Sidon als böse Handelsstädte, die eigentlich hätten unter israelitischer Herrschaft sein sollen, aber das nie gewesen sind. Jetzt hatte Jesus schon mal über Tyrus und Sidon gesprochen.
[18:34] Ja, schauen wir mal in Matthäus, Matthäus 11, das war hier noch in dieser Zeit, als er in Galiläa war. In Matthäus 11 und dort Vers 21. Jesus kannte Tyrus und Sidon, obwohl er natürlich noch nie da wohl gewesen war als Tourist oder so. Matthäus 11 Vers 21, wehe dir Korazin, wehe dir Bethsaida. Wer oder was sind Korazin und Bethsaida? Wir haben uns angeschaut, wer oder was sind Korazin und Bethsaida? Das sind Städte, nicht in Phönizien, sondern wo liegen Korazin und Bethsaida? Gebt mir einen Tipp, sie liegen in der Nähe von Kapernaum, sie liegen in Galiläa. Das sind Städte in Galiläa, da wo Jesus viele Menschen geheilt hat. Bethsaida ist die Stadt, aus der kommen berühmte Jünger her, nämlich Andreas und Petrus und Johannes und Jakobus, die kommen aus Bethsaida. Aber das ist ein anderes Thema, haben wir ja damals mal lang und breit studiert. Aber er tadelt diese Städte und sagt, denn wenn in Tyrus und Sidon die Wundertaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst den Sack und Asche gebußt.
[20:09] Also, was will Jesus sagen? Was ist quasi sein Punkt? Genau, ist interessant. Also Jesus hatte in Galiläa gesagt, zu den Städten, wo er die ganze Zeit gewirkt hat, wunderbar, wundergedankt, manche Städte kannten ja keine Kranken mehr, die Krankenhäuser mussten zumachen, es gab noch keine, aber weil Jesus alle geheilt hatte und trotzdem gibt es so viel Unglauben da und Jesus sagt, hey, wenn ich nach Tyrus gehen würde und nach Sidon, die würden alle glauben. Wenn die das sehen würden, was bei euch geschieht, die würden glauben.
[21:00] Und jetzt ist das Interessante, nach einem Jahr in Galiläa und dieser großen Krise und er weiß, die Juden suchen seinen Tod, zieht er sich zurück und nimmt seine Jünger mit in die Gegend von Tyrus und Sidon. Eigentlich müssten die Jünger sich noch erinnern an diesen Satz, wenn in Tyrus und Sidon diese Wundertaten getan, dann würden sie glauben. Erinnert euch an diesen Satz, ist noch wichtig. Aber wahrscheinlich haben die Jünger gar nicht dran gedacht, die haben nur gedacht, naja, so eine Mischung aus, wir verlassen jetzt unser Heimatland und naja, so ein bisschen touristische Neugier vielleicht. Ellenweit beschreibt, wie sie da in diesem Hügelland direkt an der Grenze, so zwischen Galiläa und dann Phönizien, da oben auf den Hügeln gewesen sind und wie man dort aus den Hügeln in der Ferne die Küste gesehen hat und Tyrus dort gesehen hat und Sidon dort und wie man das blaue Mittelmeer gesehen hat und all die Schiffe, die da kommen und gehen und Jesus stand da und hat gewusst, mit diesen Schiffen wird einmal das Evangelium in die ganze Welt gehen, mit diesen zwölf Jüngern, die noch keinen blassen Schimmer haben, was sie eigentlich erwartet, die überhaupt noch gar nicht in der Lage sind oder gar nicht in der Lage sein wollen, zu begreifen, was Gottes Plan eigentlich ist.
[22:08] Ist eine Strecke, habe ich nicht nachgeschaut, aber kann ich zum nächsten Mal noch mal nachgucken, wie viel Kilometer es sind, aber das wird schon eine längere Reise gewesen sein. Schauen wir jetzt, aber es gibt noch eine interessante Sache, schauen wir mal in Matthäus Kapitel 10. In Matthäus Kapitel 10 und dort Vers 5 und 6. Matthäus 10 Vers 5 und 6 dort steht.
[22:40] Ah, wann hatte Jesus das zu denen gesagt? Genau, als die zwölf Apostel ausgesandt worden sind und wann war das gewesen? Ich wiederhole das immer wieder gebetsmühlenartig, bis es irgendwann sich so bei uns einbrennt. Wann, wann hat er sie ausgesandt?
[23:12] Die Aussendung der zwölf war ziemlich am Ende dieses Jahres in Galiläa, denn nach der Aussendung der zwölf Jünger, als sie zurückgekommen sind, wollte er sich mit ihnen zurückziehen und dann kommt das Speisungswunder mit den 5000 und dann ist schon das Jahr 30 hier, also Frühjahr 30. Das war also relativ kurz davor.
[23:40] Die Jünger waren noch, wahrscheinlich noch in Gedanken, noch fast auf der Missionsreise. Sie hatten auf der Missionsreise gehört, geht nicht auf der Straße der Heiden, geht auch nicht zu den Samaritern, sondern nur zu den verlorenen Schafen, halt es im Hinterkopf, nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel und jetzt, quasi ein paar Wochen später, nimmt Jesus genau diese Jünger und geht mit ihnen auf eine Straße der Heiden. Warum macht er das? Widerspricht sich Jesus hier? Er sagt seinen Jüngern, geht nicht auf eine Straße der Heiden und nimmt wenige Wochen sie später mit auf eine Straße zu den Heiden. Das ist interessant, oder? Warum macht er das?
[24:22] Die Jünger hätten natürlich denken können und wollen, dass das Heil nur für die Juden ist, aber warum hatte Jesus gesagt, geht nicht zu den Heiden und nicht zu den Samaritern? Es war nicht die Zeit, dieser Missionsansatz war ja auch pädagogisch, sie waren ja noch am Anfang, man lässt ja manchmal auch die Missionsschüler nicht gleich auf die härtesten Fälle, es soll einfach sein, es war pädagogisch, es war noch nicht die Zeit, aber damit sie unter gar keinen Umständen glauben, dass dieser Satz für alle Zeit so gilt, wie sie ihn verstanden haben, bringt er sie jetzt hier Richtung Tyrus und Sidon. Haltet es im Hinterkopf, dass Jesus gesagt hatte, ich bin nur gesandt zu den oder ich sende euch zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
[25:21] Jetzt gehen sie also dort in diese Gegend von Tyrus und Sidon. Hatten dort Menschen schon etwas von Jesus gehört? Tyrus und Sidon? Oder war der Name Jesu hier noch nicht bekannt? Was denkt ihr? Wer es nicht wüsste, könnt ihr raten. War der Name Jesu bekannt, ja oder nein? Ja. Schauen wir mal in Markus 3 und dort Vers 8, das ist wieder aus diesem Dienst aus der Zeit von Galiläa, eher am Anfang noch, also fast ein Jahr her. In Markus 3 und dort Vers 8, da steht die große Länge, aus Galiläa folgt demnach und aus Judäa und dann Vers 8.
[26:05] Ah, da waren also schon viele Menschen aus der Gegend hier nach Galiläa gekommen. Wahrscheinlich haben die Jünger das entweder ignoriert oder für unwichtig beachtet, aber Jesus wusste, es gab hier schon viele Menschen, die zu meinen Predigten gekommen waren und jetzt geht er hier in diese Richtung. Nun, es gibt aber noch einen wichtigen Grund, warum Jesus sich auf diese Reise gemacht hat und dazu schauen wir uns den Parallelbericht an in Markus 7. Also unsere Geschichte ist in Markus, in Matthäus 15 und in Markus 7. In Markus 7 lesen wir mal Vers 24 und das ist jetzt sehr interessant, was sein eigentlicher Grund hier gewesen ist. Markus 7, Vers 24, wer mag mal lesen?
[26:54] Genau, also warum geht Jesus vor allem auch hier in diese Gegend? Um allein zu sein. Jetzt ist ganz interessant, im Buch Markus gibt es so einen, ich will nicht sagen, also so einen Leitmotiv, das kommt wie ein roter Faden immer wieder. Jesus versucht irgendwie mal Ruhe zu finden und irgendwie klappt es nicht. Schaut mal, also nur mal ein paar Beispiele. Schaut mal in Markus 2 und dort Vers 1. In Markus 2, Vers 1 heißt es, und nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum und als man hörte, dass er im Haus sei und dann versammeln sich so gleich viele, dass es kein Platz mehr war. Also Jesus geht da in das Haus und man hört, hey, Jesus ist da und die ganze Volkswende kommt.
[28:00] Dann ein Kapitel weiter, Markus 3, Vers 7. Aber Jesus, Markus 3, Vers 7, aber Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück. Was ist die Folge? Und eine große Menge aus Galiläa folgte ihm nach, auch aus Judäa. Und dann springen wir noch zu Markus 6. Schaut mal, Markus 6 und dort Vers 31. Das war jetzt gar nicht so lange her. Und er sprach zu ihnen, kommt ihr allein abseits an einen einsamen, öden Ort und ruht ein wenig, denn es waren viele, die kamen ja gerade von der Missionsreise, die gingen und kamen und sie hatten sich nicht einmal Zeit zu essen. Und dann fahren sie mit dem Schiff an einen einsamen Ort und was passiert? Es kommt wieder eine Riesenmenge.
[28:48] Also es ist so wie so ein Thema, Jesus sucht irgendwie die stille Zeit und in Markus heißt es ja auch, er ist manchmal früh am Morgen aufgestanden, auch bevor irgendwie die Sonne aufgegangen ist, im Dunkeln. Und wenn man das liest, hat man den Eindruck, das war deswegen, weil er sonst niemals freie Zeit gehabt hätte. Also er hat es quasi, er hat irgendwie gesucht, auch mal nach Ruhe. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, dass man ab und zu auch mal Ruhe braucht. Jesus brauchte Ruhe und es war gar nicht so einfach zu finden. Und nachdem das jetzt wiederholt nicht geklappt hat und er auch mit seinen Jüngern nicht wirklich eine Auswertung machen konnte von der Missionsreise, weil gleich wieder die Menschen kamen, dann gab es das Brotwunder und dann gab es die ganze Aufregung mit der Königskrönung und dann ist er auf dem Wasser gelaufen, musste Petrus noch rausziehen und dann am nächsten Tag diese Riesenkrise in der Synagoge. Er wollte endlich mal Ruhe haben und dann kam noch die Pharisäer mit ihrer Anklage. Er wollte endlich mal Ruhe haben mit seinen Jüngern, lang und breit mal reden. Und er denkt sich, okay, dann müssen wir halt ins Ausland, wo uns vielleicht weniger Leute kennen oder so. Und er zieht mit ihnen hier, also wenn ich Ellenweit richtig verstehe, noch gar nicht mal direkt nach Phönizien, sondern mehr so in das Hügelland hier an der Grenze, so ins Grenzgebiet.
[30:04] Und dort, und das ist interessant, ich habe die Geschichte schon oft gehört, aber mir ist es jetzt zum ersten Mal aufgegangen, er war in einem Haus. Er ist in einem Haus und er geht in das Haus hinein und will alleine sein. Und klappt's, was haben wir gelesen? Er wollte nicht, dass es irgendjemand erfährt. Also wenn Jesus sagt, bitte sagt es niemandem, ich möchte nicht erkannt werden, geht das meistens schief in den Evangelien. Es gibt auch Geschichten, wo er dann Leuten sagt, sagt niemandem, dass ich dich geheilt habe. Das klappt nie. Also es heißt hier, er konnte doch nicht verborgen bleiben. Interessant, oder? Jesus war so ein interessanter Mensch. Auf Dauer konnte er nicht irgendwie sich verstecken.
[30:45] Was passiert? Vers 25. Wer mag mal Vers 25 lesen? Vers 25. Genau, da kommt eine Frau und hört, dass Jesus da ist. Jetzt, was wissen wir, wir können Vers 26 noch dazu lesen, dann haben wir schon ein bisschen mehr Kontext.
[31:19] Genau, also was wissen wir über die Frau? Sie ist eine Heidin, das ist auf jeden Fall eine Heidin. Also eine echte, waschechte Heidin. Ellenweit sagt, die hat vorher zu allen möglichen Göttern, wisst ihr, was der Hauptgott der, was waren so die Götter der Phönizier? Einen kennt ihr bestimmt. Da gab es mal eine Prinzessin, die aus der Gegend kam und dann einen israelischen König geheiratet hat. Die Damen kennt ihr bestimmt. Die führte dann gleich ganz viele Priester mit. Das war die Isebel und Isebel betete welchen Gott an? Baal, genau Baal, der Baalskult. Also wenn ihr, wenn ihr da mal so Inschriften, es gibt nicht so viele Inschriften auf Phönizisch, aber dieses Baal und die Astarte, also diese Frau hat mit Sicherheit stundenlang zu Baal gebetet. Ja, mach meine Tochter gesund und Ergebnis? Gleich null. Jetzt hört sie von Jesus und rennt zu ihm und wie begegnet sie ihm? Das ist interessant. Sie bittet für ihre kleine Tochter, im griechischen heißt es, sie bittet für ihr Töchterlein. Und wie bittet sie? Was sagt der Text? Wie bittet sie? Sie fällt nieder zu seinen Füßen.
[33:00] Frage, haben wir schon mal irgendwo von irgendjemandem gelesen, dass er zu Jesu Füßen niederfällt und für seine Tochter bittet? Das ist nicht das erste Mal, dass irgendjemand zu den Füßen Jesu niederfällt und sagt, meine Tochter ist krank. Ja, in Kapernaum, ganz genau, in Kapernaum. Wer war das? Jairus. Und wer war Jairus? Ja, der Leiter der Synagoge, der Gemeindeleiter, der oberste, der oberste Prediger, der Leiter der Gemeinde, der Leiter der Synagoge, Jairus, ein Jude, durch und durch.
[33:55] Was für ein Interessantes, können wir noch kurz nachlesen, falls ihr es nicht glaubt. In Markus 5 ist das und dort Vers 22. Und siehe, da kam einer der obersten der Synagoge namens Jairus und als er ihn erblickte, warf er sich ihm zu Füßen und er bat ihn sehr und sprach: Mein Töchterlein, mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen, komme doch und lege dir die Hände auf, damit sie gesund wird und am Leben bleibt. Ist nicht interessant? Diese beiden Menschen sind total unterschiedlich. Der eine ein Mann, die andere eine Frau. Der eine ein Jude, die andere eine Heidin. Der eine sozial hoch angesehen, die andere wahrscheinlich eher nicht so angesehen. Der eine wird von den Jüngern, schauen auf den einen hinauf, den Obersten. Zu der anderen schauen die Jünger herab. Beide haben eine Tochter, beide bitten für ihre Tochter und beide knien vor Jesus.
[34:48] Ist nicht interessant, dass egal was immer unser Status, unser Rang, unser Geschlecht, was immer andere Menschen uns einteilen, zu den Füßen Jesu sind alle Menschen gleich. Ganz interessant, oder? Der Jairus und diese Heidin knien beide vor Jesus. Wer zu den Füßen Jesu kniet, da gibt es keinen Unterschied mehr. Jude, Heide, Mann, Frau, sie alle brauchen Jesus. Ganz interessante Geschichte, auch gerade für unsere heutige Zeit.
[35:23] Jetzt, woher kam die Frau? Was haben wir gelesen? Sie war eine Zungenbrecher, eine Syrophönizische Frau. Schauen wir mal im Parallelbericht, was Matthäus sagt. Matthäus sagt in Matthäus Kapitel 15, da sagt er nämlich in Vers 22, wer mag das mal lesen?
[35:46] Matthäus 15, Vers 22. Okay, war sie jetzt eine Syrophönizische Frau oder war sie eine Kanaanitische Frau? Beides, hatte sie eine doppelte Staatsbürgerschaft. Syrophönizisch oder Kanaanitisch? Ich stelle gemeine Fragen, ich weiß es nicht.
[36:19] Okay, also warum Syrophönizien? Also erst mal, das Gebiet hier heißt Phönizien. Aber es heißt Phönizien, warum heißt es Phönizien? Weiß es jemand? Es wurde von den Griechen so genannt. Und zwar, das ist Phönikes, das kommt von Phönix, heißt purpurrot, weil nämlich die Händler mit Purpur gehandelt haben, also die Purpurroten. Wie die Menschen sich hier selbst genannt haben, weiß eigentlich kein Mensch. Die Phönizier ist die Bezeichnung der Griechen. Und seit wann leben hier Griechen, also seit wann wird hier griechisch gesprochen? Keine Geschichtsfrage. Seit wann gibt es hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier griechischsprachige Leute? Ja genau, seit Alexander dem Großen. Das ist der Hellenismus, deswegen gibt es überall Griechen. Und deswegen sind irgendwie überall sprechen Leute griechisch, deswegen sagt der Paulus, die Juden und die Griechen. Das sind aber nicht alles Griechen aus Athen, sondern das sind Menschen, die irgendwo geboren sind, aber die jetzt halt griechisch auch sprechen. Warum Syrophönizisch? Weil dieser Teil, das war hier die Provinz Judäa im Römischen Reich, dieser Teil gehört nicht zu dieser Provinz, sondern gehört zur Provinz Syrien. Das gehörte zu Syrien zur Provinz, das ist eine andere Provinz gewesen und deswegen Syrophönizien.
[37:37] Jetzt ist es interessant, einer der beiden Schreiber sagt Kanaanitisch, der andere sagt Syrophönizisch. Warum sagt Matthäus Kanaanitisch und Markus sagt Syrophönizisch? Kann man sich gut überlegen, denkt mal nach.
[37:51] Genau und also Matthäus schreibt für die Juden und der Begriff Kanaaniter kommt woher? Aus dem Alten Testament. Das ist das, was Juden wissen. Juden wissen hier haben die Kanaaniter gewohnt, aber Markus schreibt für wen? Na, wenn Matthäus für die Juden schreibt, schreibt Markus für die Heiden, insbesondere für die Römer. Wenn Markus geschrieben hätte, eine Kanaaniterin, hätten die Römer gefragt: Was ist ein Kanaaniter? Die kannten den Begriff gar nicht, weil heutzutage nannte man das Phönizien, man nannte das Syrien. Und da sieht man also sehr schön, wie der eine quasi für ein Zeitpublikum schreibt, die korrekten politischen Begriffe verwendet und der andere schreibt für die Juden und die wissen, auch wenn die jetzt Phönizier heißen, es sind eigentlich Kanaaniter, die haben nur ihren Namen, also man hat ihnen einen anderen Namen gegeben, aber es sind immer noch dieselben Kanaaniter.
[38:45] Ja, also ganz interessant. Nun, aber was sagt diese Frau? Wie nennt sie ihn? Sie nennt ihn Sohn Davids. Das ist spektakulär. Warum nennt sie ihn denn Sohn Davids?
[39:12] Davids ist ein bekannter Name, okay, ja. Es geht um den Messias. In den zweieinhalb Jahren gibt es nur eine einzige Geschichte bis dahin, bis zum Frühjahr 30, wo irgendjemand irgendwann mal Jesus Sohn Davids nennt. Das ist, wenn diese zwei Blinden geheilt werden. Die sagen auch, erbarme dich, du Sohn Davids. Ansonsten sind die meisten Juden sehr vorsichtig mit diesem Begriff. Diese Heidin nennt ihn Sohn Davids. Du bist sozusagen der Sohn Davids, was ja eigentlich ein Begriff für den Messias ist. So geht übrigens Matthäus 1 oder das Evangelium, also Stammbaum Jesu Christi des Sohnes Davids.
[40:10] Nun, wusste Jesus von dieser Frau im Vorhinein? Natürlich. Kannte ihre Situation. Was ist sein Ziel in so einer Situation? Wenn er sieht, ein Mensch braucht Hilfe. Was möchte er tun? Er möchte helfen, oder? Jetzt schauen wir mal in Vers 23. Wer mag mal lesen? In Matthäus 15, Vers 23.
[40:28] Genau. Er antwortete ihr nicht ein Wort. Diese Geschichte ist deswegen so herausfordernd, weil man, wenn man sich anschaut, wie Jesus reagiert, fragt man sich, warum machst du das? Und ihr kennt vielleicht schon einen Teil der Antwort. Nämlich, warum macht Jesus das? Um eine Lehre zu geben. Aber lass uns nachdenken. Gibt es in der Bibel noch jemand, der sehr viel härter redet, als er es eigentlich empfindet? Der eigentlich unbedingt helfen will, aber sich quasi anstrengt, so richtig abweisend zu sein? Denkt mal, kommt darauf. Jemand in der Bibel, der, als er die Menschen sieht und die Menschen sieht, unbedingt losplatzen möchte vor Liebe, aber sich zwingt, abweisend zu sein. Und also richtig kühl und abweisend ist. Eine ganz bekannte Geschichte. Joseph. Joseph, oder? Habt ihr mal eine Geschichte von Joseph gelesen? Der mir gesagt hat, ihr seid Kundschafter. Ihr wollt mich ausspionieren. Ich lege euch alle ins Gefängnis. Und wirklich, es vergeht keine Geschichte, wo die kommen, wo er nicht sofort sich dann irgendwie zurückzieht und weinen muss. Der möchte losbrechen und sagen, ich habe euch alle so lieb. Und er zwingt sich. Er zwingt sich, sie abweisend zu behandeln.
[42:09] Warum macht Joseph das? Will Joseph einfach nur den anderen, er gibt dann eine Lehre erteilen? Warum macht Joseph das? Er will sie testen. Er will wissen, wie es in ihrem Herzen aussieht. Und als er sich dann zu erkennen gibt, stellt sich heraus, er ist ein, in welchem Verhältnis steht er zu diesen Menschen? Er ist ihr Bruder. Könnte es sein, mal drüber nachdenken, dass Jesus hier bewusst die Methode von Joseph anwendet. Und wenn man das weiterdenkt, deutlich machen will, diese Frau ist in Wirklichkeit meine Schwester. Also nicht nur im Sinne von, na ja, ihr Heiden dürft auch mal das Evangelium haben. Ja, ich zeige es euch jetzt. Habt ihr es noch nicht verstanden? Sondern ausgerechnet durch diese scheinbar so abweisende Haltung eigentlich eine Geschichte aufgreift, die zu den emotionalsten und berührendsten Geschichten überhaupt im Alten Testament gehört. Ihr wisst vielleicht, es gibt keine andere Person der Bibel, die so oft heult wie Joseph. Das heißt, sechs Mal hintereinander, Joseph weint und er weinte nochmal und er weinte sehr und dann weint er ganz viel. Ja, ganz genau.
[43:51] Joseph ist sowieso ein Typus auf Jesus in ganz vielerlei Hinsicht. Aber zum Ende schauen wir noch ganz kurz in in 5. Mose 8 und dort Vers 2. In 5. Mose 8 und dort Vers 2, da sagt nämlich hier Gott.
[44:17] Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, durch den der Herr dein Gott dich geführt hat, diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit offenbar würde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. Hast du schon mal erlebt, dass du das Gefühl hattest, Gott ist nicht so freundlich, wie man eigentlich immer liest, dass er ist? Hast du das Gefühl gehabt, er ist scheinbar abweisend oder so?
[44:46] Jesus hat nicht einfach nur diese Frau benutzt als Anschauungsobjekt, um seinen Jüngern jetzt Unterricht zu geben. Das war natürlich auch ein Aspekt. Aber alles, was er tut, hatte einen Effekt auf die Frau selbst. Das werden wir dann beim nächsten Mal, wenn wir das zu Ende stellen, ganz deutlich sehen, dass Jesus hier vor dem Universum zeigen möchte, was diese Frau wirklich denkt und fühlt. Und manchmal zeigen sich die wertvollsten Charaktereigenschaften erst in der Krise. Das ist einer der Hauptgründe, warum es überhaupt eine Endzeit gibt. Gott hat ja keine Freude an der Endzeit, oder? Gott hat keine Freude an Verfolgung, hat keine Freude an Schmerzen, aber in der Krise zeigen sich manche Charaktereigenschaften umso heller. Und deswegen lässt Gott manches zu in unserem Leben. Hier ist auch so ein Beispiel, um uns zu prüfen.
[45:31] Und nächstes Mal werden wir sehen, wie diese Geschichte weitergeht. Es ist sehr spannend, denn Jesus sagt jetzt genau den Satz, den er auch auf der Missionsreise gesagt hat. Ich bin nur gesandt, um zu den verlorenen Schafen Israels zu gehen. Und was er mit diesem Satz gemeint hat und wie aus diesem Satz dann plötzlich sich eine Geschichte entwickelt, die wirklich also herzzerreißend ist, wenn man sich das später anschaut in der Geschichte. Das schauen wir uns nächste Woche an. Aber Jesus prüft diese Frau nicht, weil er Angst hat, weil er irgendwie ihr es dir schwer machen will. Wir werden sehen, das ist eine der schönsten Geschichten überhaupt in den Evangelien und die Art und Weise, wie Jesus mit ihr umgeht, ist wirklich außergewöhnlich schön. Aber das nächste Woche.
[46:24] Heute wollen wir schon mal so viel festhalten. Jesus braucht auch Ruhe. Und wenn Jesus Ruhe brauchte, brauchen wir auch manchmal Ruhe. Das predige ich zu mir selbst. Und Jesus kannte die Frau und Jesus wollte von Anfang an durch diese Inszenierung den Jüngern deutlich machen, diese Frau ist meine Schwester und ich bin ihr Bruder. Und das werden wir dann nächste Woche gemeinsam sehen. Wollen wir noch gemeinsam niederknien für ein Abschlussgebet?
[46:49] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir sehen können, dass jedes Mal, wenn Jesus redet, er es voller Liebe meint, auch wenn wir es nicht immer gleich verstehen, auch wenn wir nicht immer gleich sofort begreifen, was du für uns geplant hast. Aber wir dürfen dir vertrauen und glauben, dass du niemals etwas tust, was uns wirklich schädigt oder dauerhaft zum Schlechten gereicht, sondern dass du uns durchaus manchmal prüfst, durchaus schwierige Situationen zulässt, aber nur damit du deine Kraft, deine Gnade umso deutlicher zeigen kannst, damit wir dir noch mehr vertrauen. Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass wir lernen, dass es zu deinen Füßen keinen Unterschied gibt von Rang oder Geschlecht oder Status, sondern dass wir alle, egal wer wir sind, dringend dich brauchen, Herr Jesus. Ich brauche dich, jeder Einzelne von uns braucht dich. Und so bitten wir dich, dass du uns hilfst nach deiner Verheißung mit all den Dingen, die du verheißen hast. Im Namen Jesu. Amen.
[48:11] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
[48:41] Vertraue und glaube, es hilft, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!